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Kinder München: Die Abenteuer der kleinen Maus
Die Abenteuer der kleinen Maus

„Jeden Tag ein neues Abenteuer“ ist das Motto unserer kleinen Maus. Und so ist es fast selbstverständlich, dass sie beim gemütlichen Morgenfrühstück mit ihrem Mäusefreund Freddy von zwei ausgesprochen lästigen Katern überrascht wird und sich die beiden nach einer wilden Jagd in einem Kanalschacht vor ihren Verfolgern verstecken und dort einen Ausweg aus ihrer misslichen Lage finden müssen. Leider ist dabei die unfreundliche Kanalratte keine große Hilfe - aber die kleine Maus hat eine Idee: eine auf dem Kanalwasser treibende Kiste wird schnell ein Boot für Freddy und so schwimmt zumindest dieser schon einmal einem Fluchtweg aus dem Kanal entgegen. Während unsere Heldin auf ein geeignetes Wasserfahrzeug wartet, kommt es zur Begegnung mit einem sehr hilfsbereiten Gullimonster, das ihr den richtigen Weg an die frische Luft erklärt. Hoffentlich hat auch Freddy die richtige Abzweigung genommen. Auf den Wellen schaukelnd kommt sie nach einiger Zeit an einen Lagerplatz im Hafen. Dort warten viele Kisten mit Spielsachen, die alsbald in ein Spielwarengeschäft transportiert werden sollen. Kasperl Larifari, eine Lokomotive, ein Teddybär und die Puppe Lisa befinden sich in diesen Kisten. Durch die Hilferufe der Maus aufmerksam geworden, retten sie die kleine Maus aus ihrer schwankenden Kiste. Ehe unsere kleine Maus wieder richtig durchatmen kann, befindet sie sich mit den anderen Spielsachen auf dem Weg ins Spielwarengeschäft.


für Kinder ab 4 Jahren
Münchner Marionettentheater, Blumenstraße 32 (Nähe Sendlinger-Tor-Platz)
Beginn: 15.00 Uhr
Dauer: ca. 90 Min. inkl. Pause





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Konzert Fürstenfeld: Akkordeonale 2017
Akkordeonale 2017
Internationales Akkordeon-Festival

Stefan Straubinger / Deutschland, Alevtina Nikitina / Russland, Laurent Derache / Frankreich, Rinah Rakotovao / Madagaskar, Servais Haanen / Niederlande, Twelfth Day  / Schottland

Der "Weltbürger“ unter den Instrumenten ist mit einer Mischung aus Tradition und Moderne in Kombination mit Folk, Tango, Klassik und Jazz zurück. Das diesjährige Programm, zusammengestellt von Servais Haanen, bietet bayerische Grooves auf dem Bandoneon, temperamentvollen Jazz aus Frankreich, alte russische Volksweisen und melodiöse Rhythmen Madagaskars. Dazu atmosphärischer Folk auf Geige und Harfe und niederländische Klangästhetik, vereint im lebendigen Wechsel von Solos und Ensemblestücken.

Veranstaltungsforum Fürstenfeld
Fürstenfeld 12
82256 Fürstenfeldbruck
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Konzert Landsberg: Stoppok
Stoppok

Was sollen wir hier noch über Stefan Stoppok schreiben? Seit 8 Jahren gibt es die Serie „Stoppok & Artgenossen“, immer Anfang Oktober im Landsberger Stadttheater. Stoppok fungiert als Gastgeber und lädt höchst unterschiedliche Musikercharaktere ein. Der Abend ist über weite Strecken improvisiert und lebt auch von verschiedensten Überraschungsmomenten. Stoppok ist ein Künstler, der sich auf den Augenblick einzustellen versteht. Ja, er liebt es sogar, wenn etwas vollkommen Unvorhergesehenes passiert und macht auch noch aus eigenen Versprechern oder Verspielern ganz große Unterhaltung. Denn so ist das Leben, es läuft nicht immer alles glatt! Und über das Leben schreibt Stefan Stoppok seit über 40 Jahren wie kaum ein anderer mit Herz und Hirn und viel Humor. Unzweifelhaft gehört er zu den größten deutschen Songschreibern, gerade weil er sich immer wieder bewusst gegen die ganz große Karriere entschieden hat, da er sich in aller erster Linie selbst treu bleiben wollte. Und was kam dabei raus? Eine große Karriere nach ganz eigenen Regeln. Mit seinem 17. Album war Stefan Stoppok erst vor kurzem wieder ganz oben in den Charts. Und nach 8 Jahren Artgenossen wird es einfach höchste Zeit, einen ganzen Abend mit Stoppok solo zu verbringen! Wir wünschen viel Vergnügen!

Landsberger Stadttheater
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
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Tipp Fürstenfeld: Akkordeonale 2017
Akkordeonale 2017
Internationales Akkordeon-Festival

Stefan Straubinger / Deutschland, Alevtina Nikitina / Russland, Laurent Derache / Frankreich, Rinah Rakotovao / Madagaskar, Servais Haanen / Niederlande, Twelfth Day  / Schottland

Was ist schöner, als ein Akkordeon?
Fünf Akkordeons — und zwar auf der Akkordeonale!

Bei der Akkordeonale 2017 treffen bayerische Bandoneon-Grooves auf temperamentvollen Jazz aus La France, alte russische Volksweisen mit junger Seele begegnen den melodiösen Rhythmen Madagaskars, begleitet von atmosphärischem Folk aus Schottland mit Geige, Harfe und Gesang. Das Ganze wird zusammengewebt mit niederländischer Klangästhetik und einer Moderation, bei der man sich glatt ein eigenes Kabarett-Programm wünscht.
Das sind die Zutaten, die sich Servais Haanen, Schöpfer und Anstifter des Festivals, für die 9. Akkordeonale ausgedacht hat.
So entfaltet sich auch in diesem Jahr der besondere Charme des Akkordeons im prallen musikalischen Reichtum von traditionell bis zeitgenössisch, folkloristisch, exotisch, klassisch und jazzig.
Im Mittelpunkt der Akkordeonale steht die Begegnung zwischen den Musikern im lebendigen Wechsel von Soli und Ensemblestücken.
Das ist eine Herausforderung, denn so verschieden die kulturellen Hintergründe (und Persönlichkeiten), so unterschiedlich sind auch die Herangehensweisen und Stile der Musiker: der eine ist hoch studiert mit klassischer Ausbildung, der andere hat sein Instrument von frühester Kindheit an ganz selbstverständlich innerhalb seiner Kultur erlernt. Die einzige wirklich gemeinsame Sprache ist die Musik.
So entsteht ein sehr lebendiger Austausch auf der Bühne. Improvisationstalent, Spontaneität und die Lust am gemeinsamen Konzert lassen die Musiker wie von selbst zu einer Einheit werden. Im Zusammenspiel verbinden sich die vielfältigen Klangmöglichkeiten und etwas Neues, bis jetzt noch nicht Gehörtes, entsteht.
Ein Fest der Klänge! Virtuos und temperamentvoll! Adrenalin und Seelenbalsam!
Ein Ereignis der besonderen Art!

Veranstaltungsforum Fürstenfeld
Fürstenfeld 12
82256 Fürstenfeldbruck
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Museen Buchheim Museum: PURRMANN UND DER EXPRESSIONISMUS
PURRMANN UND DER EXPRESSIONISMUS

Hans Purrmann lehnte es 1956 ab, einen Nachruf auf Emil Nolde zu verfassen. Er stehe seiner Kunst »wenig nahe« und habe »außer einer Gegnerschaft« keinerlei Beziehungen zu ihm gehabt. Andere Brücke-Künstler sah Purrmann positiver. Er berichtet, dass er bei einem Besuch im Atelier Ernst Ludwig Kirchners so sehr »von dessen starker und spontaner Malerei« beeindruckt gewesen sei, dass er sogleich »zwei Bilder« von ihm erworben habe. Erich Heckel habe er »um seine Aufsehen erregenden schönen Einsendungen« bei der Berliner Sezession beneidet. Auch Purrmann ging es in gewisser Weise darum, »den Ausdruck eines Kunstwerkes in einer vereinfachten Malerei aufs Höchste zu steigern«. Einem zum Prinzip erhobenen Expressionismus wollte er sich aber nicht verschreiben. Sein großer Auftritt im Buchheim Museum wird gleichwohl von Werken der Expressionisten flankiert. Die nach Stillleben, Landschaften und Akten gegliederte Ausstellung umfasst 95 Gemälde und 23 Papierarbeiten von Purrmann. Werke von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Lothar-Günther Buchheim hängen für die vergleichende Betrachtung zwischen den Werken Purrmanns. Darüber hinaus gibt es im Expressionistensaal Purrmann-Werke zu entdecken, die mit den Sammlungsstücken in Dialog treten. Diese erstmalig gewagte Konfrontation Purrmanns mit seinen expressionistischen Zeitgenossen bietet intensive Seherlebnisse. Gemeinsamkeiten und Eigenheiten werden intensiv vor Augen geführt. Deutlich wird, dass auf beiden Seiten eine Synthese aus Abstraktion und Figuration gesucht wird. Die harten Kontraste, die reinen Farben, die schnellen Striche, die Kirchner, Heckel und ihre Kollegen zur Steigerung der Expressivität einsetzten, waren jedoch nicht Purrmanns Sache. Ihm ging es vielmehr darum, durch differenzierte Farbakkorde und eine helle Palette die Bildgegenstände farbenfroh erglühen zu lassen – und den Blick in heitere Freiheit zu lenken. Das Buchheim Museum lädt dazu ein, diesen mitreißend gemalten Optimismus des Künstlers zu entdecken und zu genießen!

Glücksbringer der Farben

Die Frühjahrsausstellung im Buchheim Museum ist dem großen Koloristen Hans Purrmann (1880 – 1966) gewidmet. Eine ähnlich umfangreiche Präsentation des Malers hatte es in Bayern zuletzt 1962 im Haus der Kunst und 1976 in der Villa Stuck gegeben. Purrmann, in Speyer aufgewachsen, studierte bis 1905 bei dem Münchner Malerfürsten Franz von Stuck. Über Berlin zog es ihn schließlich nach Paris, wo er Anschluss an die internationale Avantgarde fand. Er schloss Freundschaft mit Henri Matisse. In dem heiteren Kolorit, dem spielerischen Bildaufbau und der Leichtigkeit der Bildthemen zeigt Purrmann sich durch ihn beeinflusst. In Paris, Berlin, am Bodensee, in Florenz und nach 1945 im Tessin entfaltet Purrmann ein ¼uvre, das sich mit reich nuancierten, glühenden Farben, maßvollen Stilisierungen und verständlichen Bildgegenständen als eigenständiger Beitrag zur Moderne behauptet. Das Publikum liebte stets seine prachtvollen Kompositionen. Die Kunstkritik würdigte ihn zunächst jedoch zurückhaltend. In Deutschland wurde er als »Französling« beargwöhnt, in Frankreich 1914 als Deutscher nicht geduldet. Von den Nationalsozialisten wurde er als »entartet« verfemt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der abstrakte Zeitgeist gegen ihn. Es ist ein Glück, dass die heutige Kunstgeschichte zu einer neutraleren Betrachtung der Moderne vorangeschritten ist. Nicht mehr nur das Schwergängige, Abstrakte, Hässliche hat Chance auf Würdigung, sondern auch das Einnehmende, Erkennbare und Schöne. »Neue Wege zu Hans Purrmann« wurden in jüngster Zeit mit der gleichnamigen Purrmann- Monografie beschritten. Das Buchheim Museum lädt dazu ein, Purrmann als »Glücksbringer der Farben« neu zu entdecken. Dank der Unterstützung der Familie Purrmanns, des Hans Purrmann Archivs sowie zahlreicher privater und institutioneller Leihgeber konnte eine exquisite Ausstellung zusammengestellt werden, welche zum Genuss der unverhohlenen Schönheit der Werke des Künstlers einlädt. Katalog und die Audioguide zur Ausstellung gibt es an der Museumskasse.

Buchheim und Purrmann

1962 gab der Verleger Lothar-Günther Buchheim einen Jahreskalender über »Moderne Malerei« heraus, der neben Bildern von Pablo Picasso und Henri Matisse auch ein Werk von Hans Purrmann enthält. Wohl im selben Jahr besuchte Buchheim Purrmann in Montagnola, wobei er den älteren Maler in einer Reihe von Fotografien festhielt. 1964 äußerte Buchheim in einem Brief an Purrmann den Wunsch, ein Bild von ihm zu erwerben. Buchheims galt in Deutschland als Meinungsmacher in Sachen Kunst. Seine Haltung Purrmann gegenüber ist also von exemplarischer Bedeutung. Obschon er seine farbglühenden Bilder offensichtlich liebte, schrieb der Vielschreiber kunsthistorischer Literatur keine Zeile über Purrmann. In erster Linie trat er für die Rehabilitierung der deutschen Expressionisten ein. Wie Purrmann waren sie von den Nationalsozialsten als »entartet« verfemt worden; und wie Purrmann spannten sie einen phantasieanregenden Bogen zwischen Wirklichkeitsbezug und freier kompositorischer Ordnung. In einem Punkt unterschied sich der Europäer Purrmann aber doch von seinen deutschen Kollegen. Das für die Expressionisten so typische Suchen nach einer Wahrheit hinter den Dingen interessierte ihn nicht. Er beteiligte sich nicht an dem metaphysischen Überbietungskampf der Avantgarden. Bar aller Bedeutungsschwere verkündete er vielmehr eine optimistische Weltsicht. Wie seinem Mentor Matisse ging es ihm darum, »Erholung von den Mühen des Alltags« zu gewähren. Vielleicht wollte sich Buchheim nach dem langen Kampf um sein Museum der Phantasie, der 1999 mit dem Baubeginn zur Ruhe gekommen war, endlich auch einmal Erholung gönnen. Im selben Jahr erwarb er mit dem Gemälde »Garten am Bodensee« endlich sein erstes Werk von Purrmann – als einen seiner letzten Ankäufe überhaupt.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1,
D-82347 Bernried

Bilder:
Hans Purrmann, Häuser am Hafen, 1957,
Privatbesitz © VG Bild-Kunst, Bonn 2017


Hans Purrmann, Meereslandschaft Cassis, 1909,
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Hans Purrmann, Anemonen und Farn, 1954,
Privatbesitz © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Hans Purrmann, Selbstbildnis, 1961,
Privatbesitz Süddeutschland © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
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Museen München Neue Pinakothek: BELLINZONA UND MEHR ... GEMÄLDE UND ÖLSKIZZE N VON JOHANN CHRISTI AN ZIEGLER
Johann Christian Ziegler (1803-1833) gehört zu den frühen realistischen Landschaftsmalern in Deutschland. Die Neue Pinakothek zeigt ab dem 12. April Gemälde und Ölskizzen, die sie als Leihgabe der Museumsstiftung zur Förderung der staatlichen bayerischen Museen aus dem Besitz der Nachkommen des Künstlers erhalten hat.  In Wunsiedel als Sohn eines Tuchmachers geboren, kam Ziegler 1821 nach München, wo er an der Kunstakademie Landschaftsmalerei studierte. Während der Sommermonate verbrachte er immer wieder Zeit auf Wanderungen in der Umgebung von München und im Alpenvorland. Ab 1823 war er regelmäßig mit Gemälden auf den Ausstellungen der Kunstakademie und des Münchner Kunstvereins vertreten. 1828 und 1829 reiste er in das Tessin und nach Oberitalien. Neben Landschaftsbildern und Genredarstellungen in der Nachfolge von Wilhelm Kobell und Max Joseph Wagenbauer schuf Ziegler Zeichnungen und Ölstudien, die von unmittelbarer Naturbeobachtung zeugen. Sein Tod 1833 im Alter von nur 30 Jahren setzte seiner vielversprechenden Entwicklung ein frühes Ende. Bereits in den 1920er Jahren wurden zwei Ölskizzen Zieglers für die Neue Pinakothek erworben, die an einem der oberitalienischen Seen entstanden sind. Dieser Bestand konnte 2014 um weitere sechs Gemälde und Ölskizzen erweitert werden, als sich die Nachfahren des Künstlers entschlossen, die noch in ihrem Besitz befindlichen Gemälde, Zeichnungen und Skizzenbücher den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sowie der Staatlichen Graphischen Sammlung durch Zustiftung in die Museumsstiftung zur Förderung der staatlichen bayerischen Museen zu übergeben. Dazu gehört eine Ansicht von Bellinzona, die sich durch besondere Frische der Darstellung auszeichnet. Die Präsentation in einem Kabinett der Neuen Pinakothek stellt die Gemälde und Ölskizzen nun erstmals der Öffentlichkeit vor und ergänzt diese um Werke seiner Münchner Zeitgenossen. Die als gemeinnützig anerkannte Museumsstiftung ermöglicht privaten Stiftern die steuerlich begünstigte Förderung der staatlichen bayerischen Museen durch Entgegennahme von Kulturgütern sowie finanziellen Zuwendungen.

Neue Pinakothek
Barer Str. 29
80799 München
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Museen Museum Fürstenfeldbruck: Leidenschaft für Heilige
Leidenschaft für Heilige
25 Jahre Museum Fürstenfeldbruck

Mit großer Leidenschaft und kunsthistorischer Kenntnis sammelte der Fürstenfeldbrucker Bäckersohn und Geistliche August Aumiller (1868-1929) Skulpturen und Gemälde von heiligen Männern und Frauen. Mit seinen Erwerbungen aus Klöstern und Kirchen, von Händlern und Bauern brachte er es auf eine Sammlung von über 2000 Kunstwerken vom Mittelalter bis zur Zeit des Rokoko.

Im Fürstenfeldbrucker Kulturleben spielte Aumiller eine wichtige Rolle. Als Hofkaplan der königlichen Landhofkirche Fürstenfeld erwarb er zahlreiche Objekte aus der säkularisierten Zisterzienserabtei Fürstenfeld und betrieb zusammen mit Brucker Bürgern die Gründung eines historischen Museums.

Neuerwerbungen und Bestände des Museums Fürstenfeldbruck, Leihgaben aus dem Diözesanmuseum Freising und aus Privatbesitz gewähren erstmals Einblick in die hochwertige Sammlung, die nach dem Tod des Geistlichen zerstreut wurde.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Funktionen der Heiligen im Wandel der Zeit, zeigt, wie sich Heilige „zu erkennen geben“ und thematisiert Heiligenschein und Märtyrertod unter aktuellen Gesichtspunkten.

Katalog zur Ausstellung ¤ 8,90

Zur Ausstellung gibt es Führungen und ein museumspädagogisches Programm.


Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck
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Museen München Pinakothek der Moderne: GLOBAL PREKÄR - FLUCHT, TRAUMA UND E RINNERUNG IN DER ZEI TGENÖSSISCHEN FOTOGRAFIE
Politische und gesellschaftliche Konflikte zu dokumentieren gehört seit jeher zu den zentralen Aufgaben von Fotografie. Die neu eingerichtete Präsentation aus den Sammlungsbeständen widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit Krieg und Vertreibung sowie Entwurzelung und Flucht. Die ausgestellten Künstlerinnen und Künstler entwickeln ihre Arbeiten aus der Beschäftigung mit den noch immer nachwirkenden Folgen des 2. Weltkriegs. Sie fokussieren ihren Blick jedoch auch auf die Konflikte zwischen der sogenannten Ersten und der Dritten Welt, sei es entlang des amerikanisch-mexikanischen Grenzzauns oder an den europäischen Außengrenzen. Ihre vielschichtigen visuellen Erzählungen gehen von konkreten Ereignissen aus, deren historische Überlieferung und gesellschaftliche Relevanz sie kritisch reflektieren. Den Bildern der Medien wie den offiziellen Verlautbarungen setzen sie eine andere, aus der persönlichen Perspektive gewonnene Lesart entgegen.

Zu den ausgestellten Werken:In der als 124-teilige Serie angelegten Arbeit »There and Gone« (Dort und Fort) entwickelt John Gossage (*1946, New York City) in drei Kapiteln einen fotografischen Essay über das zwischen den USA und Mexiko liegende Grenzgebiet. Von US-amerikanischer Seite aus betrachtet, zeigt er schemenhaft Menschen am Strand von Tijuana, das Bildmaterial wurde mit Teleobjektiven aufgenommen oder stammte aus Überwachungskameras. Im zweiten Kapitel »Spurenlesen« dokumentiert er in präzisen Ausschnitten das Niemandsland des durch einen Zaun gesicherten Grenzstreifens mit ausgetretenen Pfaden, Verstecken und illegalen Durchbrüchen.
Das letzte Kapitel verbindet Detailansichten aus dem kalifornischen Alltagsleben mit Begriffen, wie sie auf mexikanischen Lotteriekarten zu finden sind, ohne dass sich zwischen Bild und Text ein unmittelbarer Sinnzusammenhang herstellen lässt.Eva Leitolf (*1966, Würzburg) untersucht in der Serie »Postcards from Europe«, die sich seit 2006 als work in progress fortschreibt, das Verhältnis Europas zu seinen Außengrenzen und dem zunehmenden Strom von Flüchtlingen.
Nicht das vielfach dokumentierte Leid der Migranten, sondern der gesellschaftliche und politische Umgang mit ihnen steht im Mittelpunkt. Die dargestellten Orte sind  Schauplätze von Konflikten, die sich hier abgespielt haben, bevor die Künstlerin sie aufgesucht hat. Die in den Fotografien nur andeutungsweise sichtbaren Spuren von Ausgrenzung, Gewalt und Elend nehmen durch sachliche, auf Fakten gestützte Texte, die in Form von Postkarten mitgenommen werden können, konkret Gestalt an und verschränken Bild und Text zu einer gleichermaßen bedrückenden wie aufrüttelnden Zeitstudie. 

In Form eines fotografischen Re-Enactements zeigt Jeff Wall (*1946, Vancouver) einen aus Anatolien stammenden jungen Mann, den er kurz zuvor kennengelernt hatte. Seine nachträglich in Szene gesetzte Ankunft ereignet sich in Mahmutbey, einen durch monotone Ansiedlungen und ausufernde Gewerbegebiete stark expandieren Vorort von Istanbul. Mahmutbey erscheint weder urban noch dörflich, sondern wie ein Transitraum, der weder Orientierung noch Halt bietet. Die gewählte Ansicht öffnet den Blick in die Ferne, nicht aber zu dem Ort, der Ziel der Reise ist.Roy Arden (*1957, Vancouver) widmet die Serie »Abjection« (Unterwürfig-keit) dem lange in der kanadischen Geschichte verdrängten Thema der Enteignung, Internierung und zeitweisen Deportation der japanisch-stämmigen Bevölkerung nach dem Angriff Japans auf Pearl Harbor im Dezember 1941. Aufnahmen von beschlagnahmten Automobilen, die in einem Freizeitpark abgegeben werden mussten, sind eingerahmt von Darstellungen eingesperrt wirkender, sich unterwürfig und ergebend bewegender Asiatinnen.
Die historischen Zeitungsaufnahmen werden in der vertikalen Bildkomposition jeweils von schwarzen monochromen Flächen dominiert, die stellvertretend für das gelesen werden können, was nicht als Bild überliefert ist.   Die beiden auf Dokumentenpapier vergrößerten Aufnahmen zeigen den Blick in das Dachbodenatelier von Anselm Kiefer (*1945, Donaueschingen). Erst bei genauerer Betrachtung sind auf dem sandigen Boden kleine Figuren und Modelle zu erkennen. Es handelt sich um Panzer und Soldaten, die Szenerie erinnert an die Versuchsanordnung einer Schlacht oder eines Angriffs. Während über einer Aufreihung von Soldaten eine Dreieinigkeit aus Modellstühlen schwebt, zeigt das zweite Bild unvermittelt herabhängende Seile, die wie gekappt scheinen. Kiefer verwendete diese und weitere Fotografien, die er teils mit Sand und Öl überarbeitete, in seinen 1976 erschienenen Künstlerbüchern mit dem Titel »Märkischer Sand«. Sie nehmen Bezug auf die deutsche Geschichte, auf Krieg und Verwüstung.»Waffenruhe«, ein Buch- und Ausstellungsprojekt, das rund 50 Bilder umfasst, kann als eine Art mentaler Zustandsbericht gelesen werden, ins Bild gesetzt anhand von Aufnahmen, die Michael Schmidt (1945-2014, Berlin) in den 1980er-Jahren im Westteil Berlins geschaffen hat. Kein funktionierendes Stadtgefüge mehr, sondern nur noch Fragment einer einstigen Metropole, durch die Mauer von der westlichen Welt wie vom Ostteil abgetrennt, als kapitalistischer Outpost wie ein dahinsiechender Patient am Tropf bundesdeutscher Zuschüsse hängend hatte sich in Berlin eine streitbare Subkultur entwickelt, von einer radikalisierten Hausbesetzer-Szene bis hin zur Punk-Bewegung. Obwohl in einer Vielzahl der Bilder die Mauer erkennbar ist, geht es nicht um eine Dokumentation der geteilten Stadt, sondern um eine Analyse, in der Trauer, Verlust, Schmerz und Widerstand auf verstörende Weise unvermittelt aufeinandertreffen.

Kuratorin: Dr. Inka Graeve Ingelmann,
Sammlung Fotografie und Neue Medien

Pinakothek der Moderne,
Sammlung Moderne Kunst
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Museen München Jüdisches Museum: Never Walk Alone - Jüdische Identitäten im Sport
Ernst Emanuel Simon verließ den Berliner Sport Club nach antisemitischen Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg. Er trat 1918 dem Jüdischen Turn- und Sportverein Bar Kochba bei. Neben seinem Medizinstudium in Würzburg wurde er 1919 Berlin-Brandenburgischer Meister sowie 1921 Bayerischer Meister im 800-Meter-Lauf. Er war Mitbegründer des Makkabi-Weltverbandes und wanderte 1924 nach Palästina aus. Dort setzte er sich für die Institutionalisierung des Sportunterrichtes ein. Er war Mitorganisator der ersten Makkabiade 1932, den ersten jüdischen Weltsportspielen in Palästina. Vor allem war er ein Pionier der Sportmedizin. Sein Foto beim Zieleinlauf im August 1919 ist das Eröffnungsbild der Ausstellung Never Walk Alone. Jüdische Identitäten im Sport.In den beiden Ausstellungsebenen positionieren sich Sportlerinnen und Sportler und Fans jüdischer Herkunft in der Sportarena. Die Konzentration auf einzelne Biografien erlaubt es einerseits, die Selbstwahrnehmung der Sportlerinnen und Sportler zu betrachten und andererseits auch Zuschreibungen von außen offenzulegen. Die Anfänge der Sportbegeisterung sind ebenso Thema wie die facettenreichen 1920er Jahre sowie Ausgrenzung und Verfolgung während des Nationalsozialismus. Der Bogenwird von jüdischen Überlebenden in den Displaced-Person Camps der deutschen Nachkriegszeit über sportliche Positionierungen von Deutschen jüdischer Herkunft in der Emigration gespannt; bis hin zu athletischen Leistungen, die in den letzten Jahren Beiträge zum lokalen Sportgeschehen liefern.Der Titel der Ausstellung Never Walk Alone ist inspiriert von dem Lied You'll Never Walk Alone, das ursprünglich für das Musical Carousel geschrieben wurde. Der Liedtexter Oscar Hammerstein II. und der Komponist Richard Rodgers, übrigens beide jüdisch-amerikanischer Herkunft, vermitteln hierin Zugehörigkeit, Motivation, Trost und Unterstützung für die Protagonistin. In den Sportarenen ist die Idee der Singenden — inzwischen nicht mehr nur beim FC Liverpool — vergleichbar.

Jüdisches Museum München
St.-Jakobs-Platz 16
80331 München

Fotos:
- Der Läufer Ernst E. Simon | Berlin, um 1919 | Familie Simon, Israel
- Die Ringer Julius (links) und Hermann Baruch vor der Sammlung ihrer Medaillen, Pokale und Urkunden | Bad Kreuznach, um 1927 | Baruch-Archiv, Wiesbaden
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Museen München Kunsthalle: PETER LINDBERGH - FROM FASHION TO REALITY
DIE KUNSTHALLE MÜNCHEN PRÄSENTIERT EINE GROSSE AUSSTELLUNG ÜBER PETER LINDBERGH

Peter Lindbergh (*1944 in Lissa) ist einer der einlussreichsten Modefotografen der letzten 40 Jahre. Diese spektakuläre Schau zeigt über 220 seiner Fotograien. Neben seinen ikonischen Bildern, mit denen Lindbergh das Supermodel-Phänomen der 1990er-Jahre begründete, werden bisher unveröffentlichte Fotograien und weiteres, nie gezeigtes Material präsentiert; darunter persönliche Notizen, Storyboards, Requisiten, Polaroids, Kontakt-Abzüge, Filme und großformatige Drucke.

In einer Welt mit fest etablierten ästhetischen Codes bezog Lindbergh mit seinen wegweisenden Bildern klare Position zu gesellschaftlichen Themen: Er war der Erste, der den Fokus auf den einzigartigen Charakter seiner Modelle legte und so der oberlächlichen Künstlichkeit der Modefotograie eine Abfuhr erteilte. Anstatt hübsch ausstafierter menschlicher ›Kleiderständer‹ zeigt er selbstbewusste, ausdrucksstarke Fraueniguren, von der Femme Fatale bis zur Heldin; aber auch Tänzerinnen und Schauspielerinnen. Für sein Werk sind Porträts bestimmend, die Unbefangenheit und körperliche Anmutausstrahlen. Lindbergh revolutionierte damit die Bildsprache der bekannten Magazine und Mode-Labels und führte mit seinen meist schwarz-weißen, den lüchtigen Moment einfangenden Fotograien einen neuen Realismus in die Modefotograie ein, deren Entwicklung er seit den 1980er-Jahren maßgeblich mitbestimmte.

Kurator Thierry-Maxime Loriot, der in der Kunsthalle München bereits »Jean Paul Gaultier. From the Sidewalk to the Catwalk« inszenierte, erklärt: »Diese Ausstellung bietet keinen chronologischen, sondern einen thematischen Überblick. Die Besucher können die Welt von Peter Lindbergh erkunden, seinen einmaligen Blick auf jene Themen kennenlernen, zu denen er immer wieder zurückkehrt, aber auch solche Werke entdecken, die zusammen mit anderen Künstlern wie Pina Bausch oder Jenny Holzer entstanden. Zudem beleuchtet die Ausstellung die Bedeutung des Menschlichen in Lindberghs Werk. Sie verrät viel über seine Werte und über seine Einstellung zu Alter, Schönheit und Weiblichkeit sowie zu großen gesellschaftlichen Fragen. Dabei wird auch Lindberghs grenzenlose Kreativität und Imaginationskraft in seinen Fotos  offensichtlich.«

ÜBER DIE AUSSTELLUNG
Die Ausstellung »From Fashion to Reality« ist eine Hommage an Lindberghs facettenreiches ¼uvre von 1978 bis heute. Sie zeigt seine künstlerische Entwicklung anhand der Themen, die er über die Jahre mit besonderer Leidenschaft verfolgte: »Supermodels«, »Couturiers«, »Zeitgeist«, »Tanz«, »Die Dunkelkammer«, »Das Unbekannte«, »Silver Screen« und »Ikonen«.

SUPERMODELS
Models wie Naomi Campbell, Linda Evangelista, Kate Moss, Christy Turlington und Tatjana Patitz waren jung und unbekannt, als Lindbergh sie in den späten 1970ern und den 1980ern fotograierte; danach reichte es, ihre Vornamen zu nennen, um zu wissen, von wem die Rede war. Stand bis dato in den einlussreichen Modemagazinen wie Harper’s Bazaar oder Vogue die Kleidung im Vordergrund, ging es nun um die Frauen, die diese Mode präsentierten.Neben den Kultfotos der 1990er-Jahre werden in diesem Kapitel Interviews und Fotograien von der Wiedervereinigung der Supermodels (veröffentlicht in der italienischen Vogueim September 2015) gezeigt, die deutlich machen, dass sie auch 25 Jahre später nichts von ihrer Schönheit und ihrer ausdrucksstarken Persönlichkeit verloren haben.

COUTURIERS
1978 nahm Lindbergh einen Auftrag des Stern-Magazins an und porträtierte bekannte Couturiers wie Yves Saint Laurent, aber auch junge angesagte Designer wie Giorgio Armani oder Thierry Mugler. Seitdem arbeitet er immer wieder mit wichtigen Personen der Modewelt zusammen: mit deutschen Größen wie Karl Lagerfeld, Jil Sander und Thomas Maier oder mit Azzedine Alaïa, Jean Paul Gaultier und Rei Kawakubo von Comme des Garçons. Lindbergh gelang es, mit den starren Codes der Modeindustrie zu brechen und das Bild dieser Marken zu prägen. Im Kapitel »Couturiers« wird seine Zusammenarbeit mit 25 Designern aus vier Jahrzehnten vorgestellt, denen Lindbergh half, das Image ihrer Modehäuser zu formen.

TANZ
Immer wieder lässt Lindbergh seine Leidenschaft für den Tanz, eine seiner Hauptinspirationsquellen, in seine Modefotograie einließen. In mehreren Serien arbeitete er an einer visuellen Geschichte des Tanzes. Sie basieren auf der Auseinandersetzung mit berühmten Choreografen und Tänzern, darunter Sergei Diaghilev, Georges Balanchine oder Blanca Li sowie die Ensembles vom Bolschoi Ballett, dem Berliner Staatsballett und dem New York City Ballet. Über seine inzwischen verstorbene Freundin Pina Bausch drehte er den Film Pina Bausch. Der Fensterputzer (2001). Madonna porträtierte er – eingekleidet von japanischen Designern – als Hommage an die große amerikanische Choreograin Martha Graham.

ZEITGEIST
Lindbergh unterlief die rigiden Konventionen des Mode-Business: Seine Werke zeugen von einer humanistischen Haltung und einem spielerischen Umgang mit Männlichkeit und Weiblichkeit. Diese Auseinandersetzung mit geschlechtlichen und politischen Fragen wird im Kapitel »Zeitgeist« versammelt. Die Serie »Give Peace a Chance« zeigt beispielweise Models bei einer inszenierten Antikriegsdemonstration, die er 2004 für Harper’s Bazaar gestaltete. Ähnlich die Serie »A New Age«, die er 2014 für die italienische Vogue in enger Zusammenarbeit mit der amerikanischen Konzeptkünstlerin Jenny Holzer schuf.In Zeiten exzessiven Retuschierens bevorzugt Lindbergh natürliche Schönheit. Er betont die Persönlichkeit seiner Modelle anstatt sie auf ihr äußeres Erscheinungsbild zu reduzieren. Durch diesen Ansatz veränderte er die Standards der Modefotograie nachhaltig. Er feiert die Eleganz und Sinnlichkeit reiferer Frauen, wie aktuell im Pirelli-Kalender von 2017. In einem Interview erklärte er 2014: »Darin sollte heute die Verantwortung der Fotografen liegen: Frauen und letztlich jedermann vom Terror des Jugend- und Perfektionswahns zu erlösen.« Lindbergh ist der festen Überzeugung, dass es mehr gibt, was eine Person interessant macht, als die Standardvorstellungen von Schönheit und Jugend.

DAS UNBEKANNTE
Als Erster nutzte Lindbergh Modefotograie, um Geschichten zu erzählen. Oftmals gleichen seine Fotograien Film-Stills, die mit ihrer Momenthaftigkeit den Betrachter dazu anregen, sich eine Story vorzustellen, die hinter dem Dargestellten liegt. Das Kapitel »Das Unbekannte« bezieht sich auf Lindberghs Faszination für Science-Fiction-Filme. Gezeigt wird u.a. seine berühmte Serie von 1990 mit dem dänischen Model Helena Christensen und der Schauspielerin Debbie Lee Carrington. Diese gilt als Vorläufer narrativer Bilderfolgen in Modemagazinen.

SILVER SCREEN
Lindbergh fand stilistische Inspirationen u.a. in der Ästhetik der internationalen Filmavantgarden der 1920er- bis 1950er-Jahre: Seine Kulissen zitieren die Maschinenräume aus Fritz Langs Metropolis ebenso wie das Kabarett aus Josef von Sternbergs Der Blaue Engel und die Filmsets von Alfred Hitchcocks Die Vögel oder Psycho. Außerdem nutzt er immer wieder schroffe Industriearchitektur als Setting, wie er sie in seiner Kindheit und Jugend in Duisburg erlebt hatte, und setzt diese in ein spannungsvolles Verhältnis zu seinen Modellen. Das Kapitel »Silver Screen« zeigt diese ilmischen Einlüsse in Lindberghs Werk.

IKONEN
In der Presse wird Lindbergh als »Fotograf der Wahrheit«, aber auch als  »Poet des Glamour« bezeichnet. Da er in seinen Bildern alle Anzeichen von sozialem Status vermeidet, empindet er seine Arbeit selber eher als anti-glamourös. Er setzt keinerlei Hierarchien ins Bild, wodurch es ihm gelingt, wahrhaftige Momente einzufangen und die natürliche Schönheit und Eleganz der Person vor seiner Kamera zu zeigen. Das Kapitel »Ikonen« nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch vierzig Jahre zeitloser Bilder: Lindbergh lichtete Größen der Popkultur ab: von Kate Winslet bis Charlotte Rampling, von Eddie Redmayne bis Christoph Waltz, von Tina Turner bis Pharrell Williams.

EINBLICKE IN LINDBERGHS SCHAFFEN
Bedingt durch die Veröffentlichung in lüchtigen Printmedien, wie monatlich erscheinenden Mode-Zeitschriften, ist ein Teil von Lindberghs Werk trotz seiner historischen Bedeutung heute in Vergessenheit geraten; weitere Arbeiten wurden niemals der Öffentlichkeit gezeigt. Lindbergh gestattete Thierry-Maxime Loriot uneingeschränkten Zutritt zu seinem Archiv: Mit Objekten aus diesem riesigen Fundus konnte der Kurator das ofizielle Werk Lindberghs z. B. um Making-of- und Behind-the-Scenes-Material ergänzen und gewährt damit einen neuen Einblick in die Geschichte der Fotograie der letzten Jahrzehnte. Neben einer ilmischen Biograie über Lindbergh ist seine Dokumentation Models. The Film (1991, 52 Minuten) zu sehen sowie Interviews mit Mitarbeitern, Models und Schauspielern, darunter Grace Coddington, Nicole Kidman, Cindy Crawford und dem deutschen Supermodel Nadja Auermann.

ÜBER DEN KÜNSTLER
Peter Lindbergh ist bekannt für seine einprägsamen ilmischen Bilder und gilt als einer der einlussreichsten zeitgenössischen Fotografen. Er wurde 1944 in Lissa (Polen, damals von Deutschland besetzt) geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Duisburg. Dort arbeitete er für ein Kaufhaus als Schaufensterdekorateur, bis er sich in den frühen 1960er-Jahren an der Kunstakademie in Berlin einschrieb. In Erinnerung an diese Jahre bemerkt er: »Statt die obligatorischen Porträts und Landschaften zu malen,  wie sie an der Kunstschule unterrichtet wurden, suchte ich vielmehr die Anlehnung an mein Idol van Gogh ...«.
Inspiriert  von diesem Künstler zog er für fast ein Jahr nach Arles, bevor er per Anhalter nach Spanien und Nordafrika aufbrach. Später studierte er freie Malerei an der Kunsthochschule in Krefeld. Dort lernte er die Werke von Joseph Kosuth und die Konzeptkunst-Bewegung kennen. Noch vor seinem Abschluss wurde er 1969 von der anerkannten Avantgarde-Galerie Denise René–Hans Mayer eingeladen, seine Arbeiten auszustellen.1971 zog Lindbergh nach Düsseldorf, wo er sich der Fotograie zuwandte und zwei Jahre bei Hans Lux assistierte, bevor er 1973 sein eigenes Studio eröffnete. Durch ein Angebot des Stern-Magazins, für das vor ihm bereits Foto-Legenden wie Helmut Newton, Guy Bourdin und Hans Feurer gearbeitet hatten, wurde er in Deutschland bekannt. 1978 zog er nach Paris, um seine Karriere weiter voranzutreiben.1988 erntete Lindbergh erstmals internationale Anerkennung als Fotograf und bahnte einer neuen Generation von Models, die er kurz zuvor entdeckt hatte, den Weg zum Erfolg – aufgrund eines ganz bestimmten Fotos, auf dem er sie in schlichten weißen Hemden zeigte. Ein Jahr später fotograierte er Linda Evangelista, Naomi Campbell, Cindy Crawford, Christy Turlington und die in Hamburg geborene Tatjana Patitz erstmals zusammen für das legendäre Cover der amerikanischen Vogue vom Januar 1990. Lindberghs Fotograien und insbesondere dieses Cover läuteten das Zeitalter der Celebrity-Models ein. Sie sollten das Bild der modernen Frau neu deinieren und inspirierten u.a. George Michael zu seinem legendären Musik-Video Freedom! ’90.In der Ausgabe vom Mai 2016 des bekannten Magazins Art Forum erklärte Lindbergh in einem Interview mit der Journalistin Isabel Flower: »Ein Modefotograf sollte dazu beitragen, Bilder von Frauen und Männern in ihrer jeweiligen Zeit zu verorten und ihre soziale und menschliche Realität widerzuspiegeln. Ist die Absicht der Werbung, alle Zeichen des Lebens und der Erfahrung zu retuschieren, alle individuelle Wahrheit aus dem Gesicht zu löschen, nicht surreal?«Seit den späten 1970er-Jahren arbeitete Lindbergh mit den prestigeträchtigsten Modelabels und Magazinen zusammen, sowohl für die internationalen Ausgaben der Vogue, wie auch für The New Yorker, Rolling Stone, Vanity Fair, Harper’s Bazaar US, Wall Street Journal Magazine, Visionaire, Interview und W. 2016 bekam Lindbergh den Auftrag, die 2017-Ausgabe des Pirelli-Kalenders zu gestalten – in der 50-jährigen Geschichte des Kultkalenders ist er der Erste, der dreimal gebucht wurde. Seine Arbeiten sind Teil ständiger Sammlungen in vielen Kunstmuseen auf der ganzen Welt und wurden bereits in einigen renommierten Museen und Galerien gezeigt; u.a. in Gruppenausstellungen im Victoria & Albert Museum (London) oder dem Centre Pompidou (Paris), sowie in Einzelausstellungen im Hamburger Bahnhof (Berlin), dem Bunkamura Museum für Kunst (Tokio) und dem Puschkin-Museum (Moskau). Zudem hat Lindbergh eine ganze Reihe an gefeierten Filmen und Dokumentationen gedreht: Models. The Film (1991), Inner Voice (1999), der 2000 den Preis für die beste Dokumentation auf dem Toronto International Film Festival gewann, Pina Bausch. Der Fensterputzer (2001) und Everywhere at Once (2007), der von Jeanne Moreau gesprochen wird und sowohl in Cannes als auch auf dem Tribeca Film Festival gezeigt wurde. Lindbergh wird von der Gagosian Gallery und von 2b Management vertreten.Er lebt in Paris, Arles und New York.Die Ausstellung »Peter Lindbergh. From Fashion to Reality« wurde von der Kunsthal Rotterdam in Zusammenarbeit mit dem Kurator Thierry-Maxime Loriot und Peter Lindbergh unter dem Titel »Peter Lindbergh. A Different Vision on Fashion Photography« entwickelt. Im Taschen-Verlag erschien begleitend ein hochwertiges Buch mit 472 Seiten.

Anlässlich der Ausstellung hat Peter Lindbergh die Schaufenster von Ludwig Beck am Münchner Marienplatz gestaltet.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Stadtmuseum: No secrets! – Bilder der Überwachung
No secrets! – Bilder der Überwachung

Nicht nur Geheimdienste generieren Daten aus der Nutzung von Medientechnologien; auch im "Internet der Dinge" und in den Fantasien von "Big Data" werden mediale Vorgänge, Ereignisse und Kommunikationen automatisierten Auswertungen unterzogen, die die Kontrolle des Menschen zum Ziel haben. In einem kurzen historischen Rückblick werden die Vorfahren der staatlichen Kontrolle von Mensch und Raum, etwa die Einführung der öffentlichen Straßenbeleuchtung oder die erkennungsdienstliche Fotografie als einem Vorläufer aktueller biometrischer Erfassungsmethoden, verortet. Der Hauptteil der Ausstellung präsentiert zeitgenössische Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Video, Malerei, Plakat und Installation. Mittels unterschiedlichster Taktiken versuchen sie, die heutigen Praktiken der Überwachung zu torpedieren, zu reflektieren oder zumindest sichtbar zu machen.

Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist deutlich geworden, in welchem  Ausmaß Netzwerke und Datenströme die Ziele von Überwachung und Kontrolle sind. Aber nicht  nur Geheimdienste generieren Daten aus der Nutzung von Medientechnologien; auch im "Internet  der Dinge" und in den Fantasien von "Big Data" werden mediale Vorgänge, Ereignisse und  Kommunikationen einer automatisierter Auswertung unterzogen, die Schlüsse aus dem Verhalten  des Menschen zieht.
Das meist sehr emotional und kontrovers diskutierte Thema „Überwachung“ wird im Rahmen einer  zweiteiligen Ausstellung im Münchner Stadtmuseum und in der ERES-Stiftung, München, beleuchtet.
In einem historischen Rückblick thematisiert die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum zunächst verwandte Phänomene staatlicher wie privater Raumerfassung und Personenkontrolle. So bedeutete die Einführung der öffentlichen Straßenbeleuchtung zwar einen Gewinn an Sicherheit, war zugleich aber auch ein Instrument der Macht. Die Standardisierung der Verbrecherfotografie durch Alphonse Bertillon in den 1880er-Jahren und die Erfassung von Fingerabdrücken ab 1900 erleichterten den Polizeibehörden die Identitätsfeststellung. Diese Verfahren finden gegenwärtig in der Videoüberwachung ihre Aktualisierung.
Als Mitte des 19. Jahrhunderts Fotografen wie Nadar oder James Wallace Black Heißluftballons bestiegen, waren ihre Luftbilder noch eine ganz neue, schwindelerregende Erfahrung. Mittlerweile sind Aufnahmen von Satelliten und Drohnenkameras längst schon zum Inbegriff einer allwissendenÜberwachungsästhetik mutiert.

Der Hauptteil der Ausstellung präsentiert zeitgenössische Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Video, Malerei, Plakat und Installation. Einige dieser Werke verweisen ihrerseits wiederum auf Phänomene historischer Überwachungspraxis wie etwa das Video „Panopticon“ von Hyojoo Jang. Ihre Arbeit nimmt Bezug auf Jeremy Benthams aus dem 18. Jahrhundert stammenden Entwurf eines kreisrunden Gefängnisbaus, in dem die Insassen potenziell beständig unter Bewachung standen, ohne zu wissen, ob und wann sie beobachtet würden. Benthams Idee sollte später zum Synonym für das Arsenal an Überwachungskulturen und -praktiken werden.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Rosenheim: PHARAO - LEBEN IM ALTEN ÄGYPTEN
Zwischen Menschen und Göttern, zwischen Himmel und Erde. Gewaltige Grabanlagen und steinerne Monumente königlicher Allmacht, die den Himmelsaufstieg des Pharaos und seine Eingliederung in den Kreislauf der Sonne symbolisieren. Hier lebten Menschen, die arbeiteten und feierten, an Kulten und Kriegen teilnahmen, liebten und litten, Kinder zeugten und starben.

Vom 24. März bis 03. Dezember 2017 dreht sich im AUSSTELLUNGSZENTRUM LOKSCHUPPEN in Rosenheim alles um die legendären Pharaonen und ihr Reich, das Alte Ägypten. Die Ausstellung eröffnet einen neuartigen Blick auf die älteste Hochkultur der Welt.

Was hielt diese Gesellschaft über Jahrtausende zusammen? Wer erkämpfte Ägyptens Größe? Wer baute die monumentalen Grabanlagen, Tempel und Paläste?

Über 300 originale, bis zu 4.500 Jahre alte Artefakte vermitteln eine einmalige „Aura“ der Geschichte‍‍(n). Detailgetreue Modelle und spannende Medienstationen machen das Leben im Alten Ägypten erfahrbar. Erleben Sie eine Kultur, die im Kreislauf von fruchtbarer Überschwemmung und sengender Trockenheit, in Zeiten des Umbruchs und des Aufstiegs über sich hinaus wuchs.

Lüften Sie die Geheimnisse. Erleben Sie die Faszination. Entdecken und verstehen Sie die mächtige Welt der Pharaonen.

Eine Ausstellung der VERANSTALTUNGS+KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Roemer- und Pelizeaus-Museum Hildesheim, dem Universitätsmuseum Aberdeen und MuseumsPartner  Die Kunstspedition.


Ausstellungszentrum Lokschuppen | Rathausstr. 24 | 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: Mo – Fr: 9 – 18 Uhr | Sa, So, Fei: 10 – 18 Uhr
Information und Buchung: Tel.: 08031 365 9036 | E-Mail: lokschuppen@vkr-rosenheim.de
www.lokschuppen.de

Fotos:
Kopf eines Königs
Basalt, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statue des sitzenden Nefer-ihi
Rosengranit, Altes Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Relief eines stehenden Mannes mit Stabstrauß
Kalkstein, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Statuetten des Amenophis III. und der Teje
Ebenholz und Gold, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Bronzefigur einer Katze
Bronze, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statuette einer Frau
Holz, Altes Königreich
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Lenbachhaus: BILDSCHÖN – ANSICHTEN DES 19. Jahrhunderts
BILDSCHÖN – ANSICHTEN DES 19. Jahrhunderts

Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Bilder. Sie erreichten eine größere Öffentlichkeit als je zuvor. Künstlerinnen und Künstler prägten auf wirkmächtige Weise die Kultur ihrer Zeit, ein sehr viel breiteres Themenspektrum wurde bildwürdig und im Idealfall vom Publikum als »bildschön«gelobt. Die damals erfundenen Motive bestimmen bis heute, was wir als romantisch, als traurig oder als schön empfinden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstand ein enorm vielfältiges erzählerisches Bilduniversum, das immer wieder durch seine formale Innovationskraft begeistert.Bildschön unternimmt eine Neuinterpretation der Sammlungsbestände der Kunst des 19. Jahrhunderts im Lenbachhaus.
Um andere Perspektiven auf diese reiche Bildkultur zu eröffnen, pr  äsentiert die neue Ausstellung bewusst eine große Bandbreite von künstlerischen Stilen und Inhalten. Sie erschließt, ergänzt von Fotografien, Film­ und Hörbeispielen, nicht nur den zeitgenössischen Kontext der Themen und Bildwelten, sondern beleuchtet schlaglichtartig den Nachhall des langen 19. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart.
Die Ausstellungsbesucher und Kunstsammler des 19. Jahrhunderts, die Leser von Büchern, Zeitschriften oder Reiseführern erwarteten anschauliche Darstellungen und unterhaltsame Geschichten, weshalb viele Künstler die bestehenden Verhältnisse eher bestätigten, als sie kritisch zu hinterfragen. Doch ließen sie gelegentlich ironisch durchblicken, dass ihre Produktionen oft auf Modellen und Attrappen beruhten. Die Erfahrungswelt des Einzelnen erweiterte sich drastisch mitder immer reicheren Bilderwelt.Durch die Hand der Künstler wurden Naturansichten zu den Postkartenlandschaften, die wir heute noch aufsuchen. Trachten und bäuerliches Brauchtum wurden im 19. Jahrhundert wiederbelebt oder gar neu erfunden und die entstehenden Bilder so einflussreich, dass auf Oktoberfesten weltweit heute »Bayer« gespielt wird.
Zentral für die Beziehung zur Natur war und ist im Bewusstsein der Deutschen der Wald, als visueller und emotionaler Projektionsraum.Wenn Maler auf dem Land lebten, interpretierten sie nicht nur Ländliches, sondern sie experimentierten auch mit modernen Lebensformen, und ihre Kunst vermittelte dann ein von urbanen Zwängen befreites Lebensgefühl. Als Porträtisten des Bürgertums und der Aristokratie entwarfen Künstler deren öffentliches Image, sie verhandelten Geschlechterverhältnisse und Standesunterschiede. Für das ganze »große Theater« der modernen Welt galt es nun, visuelle Entsprechungen zu finden: für so unterschiedliche Phänomene wie die Begeisterung für die Vergangenheit, die Fragen der Naturwissenschaften oder die Verlockungen des Spiritismus.
Kuratiert von Susanne Böller

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.