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Museen München: Zero Gravity - Apollo 11 and the new notion of space
Zero Gravity
Apollo 11 and the new notion of space
Ausstellung vom 20. Juli bis 30. November 2019

Projekt

Vor 50 Jahren, in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969, betritt zum ersten Mal ein Mensch den Mond. Neil Armstrongs historischer Satz »Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit« und die Bilder von Astronauten, die in ihren Raumanzügen leichtfüßig über die Mondoberfläche springen, entfachen weltweite Euphorie.

Der Erfolg von Apollo 11 markiert den Höhepunkt eines Zukunftsoptimismus, der mit den ersten Weltraummissionen Anfang der 60er-Jahre einsetzt und nahezu alle Lebensbereiche erfasst. Innovative Technologien und Materialien, mit denen der Kosmos erobert wird, formen eine »Space«-Ästhetik, die international von der bildenden Kunst über Architektur, Musik, Film und Design bis hin zu Mode und Kinderspielzeug den Zeitgeist bestimmt. Das Vordringen in unbekannte Dimensionen durch die Raumfahrt verschiebt die bislang gültigen Grenzen und Raumerfahrungen. Begriffe und Konzepte von Raum und Zeit, von Außen und Innen werden neu definiert. Gerade der Blick und die Bilder aus dem All schärfen das Bewusstsein für die Begrenztheit und Fragilität der Erde.

Wie dynamisch sich in der Folge Raum- und Grenzerweiterungen in Kunst und Wissenschaft entwickeln, umkreist die Ausstellung ZERO GRAVITY. Sie zeigt künstlerische Positionen im Kontext einer eigens für die Schau entwickelten heterotopischen Rauminstallation des Medienkünstlers Peter Kogler. Ein verspiegeltes Environment ermöglicht es dem Betrachter, in einen virtuellen Kosmos einzutauchen, der raumreflektive Arbeiten der 60er-Jahre von Andy Warhol, Robert Rauschenberg oder Sol LeWitt mit aktuellen Werken von Gregor Hildebrandt, Hans Schabus oder Sonia Leimer schwerelos verbindet.

Gleichwertig neben der Kunst werden technische Exponate rund um die Raumfahrt, visionäre Architekturentwürfe sowie Ikonen der Popkultur präsentiert. Ebenso umfasst die Ausstellung eine kritische Auseinandersetzung mit historischen Wegbereitern der Raumfahrt wie dem Raketeningenieur Wernher von Braun. Ein umfassendes Wissenschaftsprogramm wirft Schlaglichter auf aktuelle Forschungsprojekte rund um den Mond als Rohstoffquelle und Zwischenstation für künftige Marsmissionen. Denn: Plötzlich ist der Mond wieder wichtig!


Künstler

Thomas Bayrle, Martha Boto, Lygia Clark, Attila Csörgő, Stano Filko, Dan Flavin, Gregor Hildebrandt, Anna Jermolaewa, Lukas Kindermann, Peter Kogler, Gyula Kosice, Annie Leibovitz, Sonia Leimer, Sol LeWitt, Otto Muehl, Lowell Nesbitt, Nam June Paik, Walter Pichler, Michelangelo Pistoletto, Sigmar Polke, Robert Rauschenberg, Fred Sandback, Hans Schabus, Richard Serra, Mark Wallinger, Andy Warhol, Lawrence Weiner

sowie

    Architekturentwürfe und –modelle (Galina Balaschowa, Richard Buckminster Fuller, Wolf D. Prix u.a.)
    Musik (John Cage, Brian Eno, György Ligeti u.a.)
    Film, TV, Radio, Print
    Technische Exponate aus der Raumfahrt

ERES-Stiftung
Römerstr. 15
80801 München
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Tipp Ottobrunn: Rolf Kühn & Joachim Kühn
Rolf Kühn & Joachim Kühn

Jubiläumskonzert mit Joachim & Rolf Kühn
Die Brüder Joachim und Rolf Kühn nehmen im deutschen Jazz eine herausragende Rolle ein. Beide feiern in diesem Jahr einen runden Geburtstag: Rolf den 90sten und Joachim wird 75. Im vergangenen Jahr wurde ihnen die German Jazz Trophy verliehen – eine von unzähligen Auszeichnungen auf ihrem musikalischen Lebensweg. Den Klarinettisten Rolf Kühn zog es schon in den 1950er Jahren in die USA, wo er mit Musikern wie Caterina Valente, Benny Goodman oder Tommy Dorsey zusammenarbeitete. Er veröffentlichte unzählige Aufnahmen für Labels wie Columbia Records oder Polydor. Als Leiter des NDR-Fernsehorchesters in Hamburg kehrte er in den 1960er Jahren zurück nach Deutschland, wo er u.a. mit Albert Mangelsdorff die Band „German Allstars“ etablierte. Er war maßgeblich dafür verantwortlich, seinen jüngeren Bruder Rolf Kühn, der damals noch in Leipzig lebte, nach Westdeutschland zu holen. Seit dieser Zeit spielen sie wieder im Duo. Joachim Kühn ist einer der wenigen deutschen Weltstars des Jazz. Er spielte mit vielen bedeutenden Musikern unterschiedlicher Couleur wie Michel Portal, Ornette Coleman, Archie Shepp, Jean-François Jenny-Clark, Daniel Humair, Joe Henderson, Michael Brecker oder Rabih-Abou Khalil. Im Juni 2011 wurde Joachim Kühn mit dem Echo Jazz für sein außergewöhnliches Lebenswerk geehrt.

Wolf-Ferrari-Haus,
Rathausplatz 2,
D-85521 Ottobrunn bei München
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Museen Penzberg: CAMPENDONK UND DIE REVOLUTION
CAMPENDONK UND DIE REVOLUTION

Die Novemberrevolution von 1918 versprach eine bessere Zukunft, die sich die Menschen nach den jahrelangen Kriegswirren ersehnten. Das Verschwinden der alten Ordnungen wurde besonders von den Künstlerinnen und Künstlern als eine Chance gesehen. Diese Hoffnungen verarbeiteten sie in eindrucksvollen Kunstwerken.

HEINRICH CAMPENDONK, JÜNGSTES MITGLIED DES „BLAUEN REITERS“, WEILTE VON 1916 BIS 1922 IN SEESHAUPT AM STARNBERGER SEE UND SETZTE SICH IN DIESER ZEIT INTENSIV MIT DER BERGARBEITERKOLONIE PENZBERG AUSEINANDER.
Die Ausstellung rückt erstmals Campendonks Ideen für eine Neuausrichtung der Kunst, des Künstlers und der Gesellschaft in den Fokus. Themen wie die „Lebensrealität nach dem Ersten Weltkrieg“ oder die „Flucht in Utopien“ werden zusätzlich illustriert von Werken der Künstler Otto Mueller, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Stuckenberg. Ergänzt werden diese durch Bilder von Conrad Felixmüller, Georg Schrimpf, Albert Bloch sowie Fritz Schaefler, die sich in München politisch engagierten.

CAMPENDONKS GRAFIKEN UND MALEREIEN SOWIE PLAKATE, POSTKARTEN UND DOKUMENTE DER BEWEGTEN ZEIT SIND AUF ZWEI STOCKWERKEN DES MUSEUMS CHRONOLOGISCH UND THEMATISCH ANGEORDNET. DER RUNDGANG ERMÖGLICHT ES, DIE VIELFÄLTIGEN, IN EINER KURZEN SCHAFFENSPHASE ENTSTANDENEN ARBEITEN VOR DEM HINTERGRUND DIESER UMSTÜRZE ZU LESEN.

Museum Penzberg – Sammlung Campendonk
Am Museum 1
82 377 Penzberg

Abbildung:
Heinrich CampendonkBlumenbild um 1918VG Bild-Kunst Bonn 2019
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Konzert Schäftlarn: gAbrieli bis jazZ
gAbrieli bis jazZWes10Brass, Leitung: Michael Forster

G. Farnaby:     Mal Sims,
G. Gabrieli:     Sonata 13, Canzon Duodezimi Toni, Sonata Pian e Forte,
J. Pieterszoon Sweelinck:     Mein junges Leben... ,
M. Praetorius:     „Terpsichoré“-Suite,
E. Humperdinck:     Harmoniemusik zu Hänsel und Gretel,
J. Parker:     A Londoner in NY


Wes10brass - das sind elf Musiker renommierter Orchester aus Nordrhein-Westfalen wie dem WDR-Sifonieorchester oder den Bergischen Symphonikern.
Fred Deitz, Joost van der Elst, Jan Esch, Martin Griebl, Florian Kirner, Gerald Klaunzer, Matthias Müller, Harry Ries, Peter Roth und Hide Takahashi - vier Trompeten, vier Posaunen, ein Horn und eine Tuba - musizieren gemeinsam seit 2008 unter der Leitung von Michael Forster. Sie lieben stilistische Vielfalt und spielen mit Klang und Raum. Das Repertoire erstreckt sich von Klassik und Romantik bis Jazz.
Schäftlarn KlosterkircheKlosterstraße 2,
82067 Schäftlarn
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Konzert Berg: Grosch/Bublath/Lettner
Summer at the Seaside
Erstmals Open Air Konzert im Schlosspark Kempfenhausen mit dem Weltklasse-Duo Grosch/Bublath und Ausnahmeschlagzeuger Christian Lettner

Jazz der Extraklasse im Schlosspark unterm Sternenhimmel. Mit "Summer at the Seaside" setzt das Duo Max Grosch und Matthias Bublath seine Reihe der Seasonal Concerts fort. Zusammen mit Österreicher Christian Lettner am Schlagzeug spielen sie am 20. Juli an Jazzvioline (Grosch) und Piano (Bublath) im sommerlichen Schlosspark von Schloss Kempfenhausen. Das Open Air-Konzert ist eine Veranstaltung der KunstRäume am See von Elisabeth Carr. Grosch und Bublath sind Solisten von Weltrang und auf den internationalen Bühnen unterwegs. Die Kosmopoliten, in München und der Fünfseenregion zu Hause, lernten sich in New York kennen - beide haben dort studiert. Christian Lettner gilt in der Szene als einer der versiertesten Schlagzeuger. Seit dem Jahr 2000 ist er festes Mitglied bei Klaus Doldingers Band "Passport". In Kempfenhausen werden alle drei Musiker mit auf sie zugeschnittenen Stücken brillieren und zum massangefertigten Konzert aufspielen. Ein Abend voll spannender Abwechslung auf höchstem Niveau mit einer mitreissenden stylistischen Vielfalt.
Schlosspark,
Schloss Kempfenhausen,
Milchberg 11,
82335 Berg
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Tipp Berg: Grosch/Bublath/Lettner
Summer at the Seaside
Erstmals Open Air Konzert im Schlosspark Kempfenhausen mit dem Weltklasse-Duo Grosch/Bublath und Ausnahmeschlagzeuger Christian Lettner

Jazz der Extraklasse im Schlosspark unterm Sternenhimmel. Mit "Summer at the Seaside" setzt das Duo Max Grosch und Matthias Bublath seine Reihe der Seasonal Concerts fort. Zusammen mit Österreicher Christian Lettner am Schlagzeug spielen sie am 20. Juli an Jazzvioline (Grosch) und Piano (Bublath) im sommerlichen Schlosspark von Schloss Kempfenhausen. Das Open Air-Konzert ist eine Veranstaltung der KunstRäume am See von Elisabeth Carr. Grosch und Bublath sind Solisten von Weltrang und auf den internationalen Bühnen unterwegs. Die Kosmopoliten, in München und der Fünfseenregion zu Hause, lernten sich in New York kennen - beide haben dort studiert. Christian Lettner gilt in der Szene als einer der versiertesten Schlagzeuger. Seit dem Jahr 2000 ist er festes Mitglied bei Klaus Doldingers Band "Passport". In Kempfenhausen werden alle drei Musiker mit auf sie zugeschnittenen Stücken brillieren und zum massangefertigten Konzert aufspielen. Ein Abend voll spannender Abwechslung auf höchstem Niveau mit einer mitreissenden stylistischen Vielfalt.
Schlosspark,
Schloss Kempfenhausen,
Milchberg 11,
82335 Berg
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Kabarett Unterhaching: Josef Brustmann
Josef Brustmann"Das Leben ist kurz – kauf die roten Schuh"

Solokabarett

Dass sie mal untergehen würde, die Erde, war allen klar – warum auch nicht? Die Sonne macht das jeden Tag! War doch klar, dass sich irgendein Trumpl findet, der den roten Knopf drückt. Aber es kam alles anders. Die Erde kippte plötzlich von sich aus auf die rechte Seite, viele verloren das Gleichgewicht und stürzten ins All. In England klaute jemand im Durcheinander die Kronjuwelen, in Oberammergau tauchte in einem Wirtshaus das Bernsteinzimmer wieder auf. In Dr. Markus Söders Staatskanzlei fielen alle soeben aufgehängten Kreuze von der Wand. Alle Lufthansa-Piloten brachen sofort einen Streik vom Zaun. Durch ganz Oberbayern ging ein gewaltiger Rechtsruck. In Berlin zog sich Angela Merkel für immer in ihre Raute zurück. Nur ich, der Dokumentarist, überlebte vorläufig, weil in Wolfratshausen immer alles erst 20 Jahre später passiert.
KubizJahnstraße 182008 Unterhaching
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Theater Landsberg: Der Schwed
Der Schwed
Ein Märchen mit Musik für Kinder und Erwachsene
„Könnten wir nicht versuchen, eine ganz neue Art Mensch zu werden? Wie aber sollte das geschehen, und wo sollte man anfangen? Ich glaube, wir müssen von Grund auf beginnen. Bei den Kindern.“ (Astrid Lindgren, 1978 in ihrer Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels)

Über dreißig Erwachsene, Jugendliche und Kinder aus Landsberg, Theaterprofis und Laien, haben sich zusammengefunden, um das Ruethenfestspiel 2019 zu gestalten. Die Vorbereitungen für das Stück begannen schon 2018, mit den Proben fingen die Teilnehmer im Februar 2019 an. Ein langer Weg also, bis es am 5.Juli heißt: Vorhang auf für die neue Produktion des Ruethenfestvereins.

 

DER SCHWED

Die Schweden belagern die Stadt. Die Landsberger wollen sich schon ergeben. Da ziehen die Belagerer unvermutet ab. Deshalb soll ein großes Fest gefeiert werden. Die Kinder gehen mit ihrem Lehrer in die Lechauen, um für das Fest Ruten zu schneiden. Sie geraten in ein schweres Unwetter, finden Zuflucht in einer alten Hütte. Im Gewitter erscheinen alle möglichen Bedrohungen, Ängste und Albträume der Kinder, Geister, der Tod, Figuren aus lokalen Sagen, Personen aus der Geschichte Landsbergs. Als das Unwetter vorüber ist, versucht der Lehrer den Kindern Mut zu machen. Er beschwört eine bessere Zukunft, die in ihren Händen liege, weist sie auf die Wunder der Schöpfung hin. Als sie sich auf den Heimweg machen, finden sie einen schwerverwundeten schwedischen Soldaten. Der Lehrer überzeugt die Kinder, diesen Soldaten zu retten und mit in die Stadt zu nehmen. Der Marktplatz der Stadt ist voller Leben. Alle sind erleichtert, dass die Schweden abgezogen sind, der Bürgermeister und der Pfarrer heften sich den Erfolg an ihre Fahne. Da erscheinen die Kinder mit dem Verwundeten. Große Aufregung und die Frage, was tun mit ihm.

Was weiter passiert, das zeigt das Ruethenfestspiel im Stadttheater, zu dem Sie herzlich eingeladen sind.

 

VERGANGENHEIT UND GEGENWART

Vergangenheit lässt sich auf sehr verschiedene Weise erzählen.

Auch das Ruethenfest selbst ist eine solche Geschichtserzählung, in der sich die Stadt ihrer Vergangenheit vergewissert, einige Höhepunkte wieder aufleben lässt und diese in einer kindlichen Perspektive spiegelt. Das Ruethenfestspiel hat im Lauf der Zeit viele sehr verschiedene Theaterformen gefunden: von den historischen Festspielen (Der Landsberger Bund, Kinder des Regenbogens) bis hin zu den phantastischen Stücken der Stelzer (Die Reise nach Damasia).

Diesmal kommt noch eine weitere Möglichkeit hinzu: eine fiktive, aber mögliche historische Begebenheit als Märchen mit Musik zu erzählen. Im Märchen finden wir „ hinter den sieben Bergen“ eine utopische Erinnerung. Sich zu erinnern, was nicht war, aber so hätte möglich sein können. Als das Wünschen noch geholfen hat. Und da Geschichte auch immer der ferne Spiegel ist, in dem wir uns fremd vorkommen, aber in dem wir uns erkennen, in dem wir erkennen, woher wir kommen und wohin wir möglicherweise gehen, hat dieses Märchen auch etwas mit der Gegenwart zu tun, mit unseren Problemen, mit dem, was unsere Gesellschaft, unsere Stadt, zusammenhält und was sie spaltet: mit dem Fremden unter uns, mit dem Fremden zwischen uns, mit dem Fremden in uns.

DER SCHWED erzählt deshalb auch eine zeitlose Geschichte über christliche Nächstenliebe und Fremdenhass und über die Erziehung dazu, über Anpassung und Widerstand.

(Aber wir erzählen nicht nur diese eine Geschichte, sondern auch viele kleine Geschichten. Für Erwachsene und Kinder, für Erwachsene, die sich noch ein Stück Kindheit bewahrt haben, und für die Kinder, die mehr oder weniger gern erwachsen werden wollen. Und natürlich erzählen wir schöne Geschichten für brave Kinder und Horror-Geschichten für ängstliche Kinder, die sie eigentlich nicht hören wollen, aber von denen sie den Hals nicht voll kriegen können. Und wir erzählen sie mit allen Mitteln, die das Theater zur Verfügung stellt: mit Musik, mit Lichtinstallationen, mit Puppen aller Art, mit Kostümen und Masken, mit Videoprojektionen und leibhaftigen Monstern)

Alles in allem eine zeitgenössische Geschichte, die „hinter den sieben Bergen“ spielt. Aber wenn wir uns umdrehen, sind diese direkt hinter uns.
Stadttheater Landsberg
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
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Museen München Haus der Kunst: El Anatsui. Triumphant Scale
El Anatsui. Triumphant Scale
Haus der Kunst MünchenAusstellung vom 08. März bis 28. Juli 2019
„El Anatsui. Triumphant Scale“ bietet einen umfassenden Überblick über die Arbeit des renommierten Künstlers El Anatsui (*1944 in Anyako, Ghana), des vielleicht bekanntesten lebenden afrikanischen Künstlers überhaupt. Diese bislang größte Überblicksausstellung seiner Arbeit wird den gesamten Ostflügel des Museums einnehmen und zeigt alle Medien, in denen er in seiner bislang fünfzigjährigen Karriere gearbeitet hat. Wie der Titel vermittelt, konzentriert sich die Ausstellung auf das Triumphale und Monumentale von Anatsuis Skulpturen, wobei die typischen Arbeiten aus Kronkorken aus den letzten zwei Jahrzehnten im Mittelpunkt stehen. Neben diesen ambitionierten Arbeiten, ihrer imposanten Präsenz und ihren schillernden Farben zeigt die Ausstellung auch Holzskulpturen und Wandreliefs von Mitte der 1970er- bis zu den späten 1990er-Jahren, dazu Keramikskulpturen aus den späten 1970er-Jahren sowie Zeichnungen, Drucke und Bücher. Darüber hinaus entwickelt Anatsui mehrere neue Skulpturen, die auf die monumentale Architektur des Museums eingehen, darunter eine große Außenarbeit an der Süd-Fassade des Gebäudes.

Anatsuis Arbeit ist beispielhaft für eine kritische Suche nach alternativen Modellen künstlerischer Praxis, die die fundamentalen Ideale der Moderne – künstlerische Autonomie und „ästhetische Reinheit“ – infrage stellen. Anatsui lebt seit 1975 in Nigeria, wo er zuerst als Dozent an der Fakultät für Schöne und Angewandte Künste der Universität von Nigeria in Nsukka unterrichtete. In dieser dynamischen Umgebung kristallisierten sich die zentralen Ideen seines Werks heraus, das von künstlerischer Experimentierfreude, ästhetischer Forschung und kreativer Energie geprägt ist. Sie kennzeichnen sich durch die Überzeugung, dass überall auf der Welt große Kunst entstehen kann, auch unabhängig von den sogenannten Kunstzentren des Westens. Anatsui und seine Mitstreiter in Nsukka, darunter weltberühmte Künstler/innen, Schriftsteller/innen, Dichter/innen und Dramaturgen/innen, wollten und wollen mit ihrer Arbeit dazu beitragen, den Geltungsbereich künstlerischer Arbeit innerhalb einer sich immer weiter ausdehnenden, globalen zeitgenössischen Kunstwelt zu erweitern.

„Kunst erwächst aus jeder spezifischen Situation“, hat Anatsui einmal gesagt, „[…] und ich glaube, Künstler sollten besser mit dem arbeiten, was ihre jeweilige Umgebung gerade bereitstellt“.

Die Ausstellung zeichnet die vielfältigen schöpferischen Wege nach, die Anatsui eingeschlagen hat, um eine neue Herangehensweise an das Medium Skulptur zu definieren, was ihn schließlich zu einem der herausragendsten Bildhauer der Gegenwart gemacht hat.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die wesentliche Förderung der Art Mentor Foundation Lucerne. Wir danken ferner für die großzügige Unterstützung eines anonymen Mäzens und für die zusätzliche Unterstützung der Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst e. V., der Jack Shainman Gallery, New York, Kavita Chellaram, Reni Folawiyo, Bolaji Balogun und Yvonne Fasinro. Der Katalog erscheint im Prestel Verlag.

Kuratiert von Okwui Enwezor und Chika Okeke-Agulu (Assistent: Damian Lentini)
Haus der KunstPrinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen:

El Anatsui
Gbeze, 1979
Ceramic, manganese
© El Anatsui. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York#
El Anatsui
Stressed World, 2011
Aluminum and copper wire
174 x 234 inches (442 x 594.4 cm)
© El Anatsui. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York
El Anatsui
Gravity and Grace, 2010
aluminum and copper wire, 190 x 441 inches (482 x 1120cm)
Collection of the Artist, Nsukka, Nigeria,
Courtesy Jack Shainman Gallery, New York
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Museen Münchner Stadtmuseum: Jugendstil skurril. Carl Strathmann
Jugendstil skurril. Carl Strathmann
Ausstellung des Münchner Stadtmuseums15. März – 22. September 2019
Die Kunst Carl Strathmanns (1866-1939) entzieht sich jeder Kategorisierung, sie ist höchst originell, bisweilen bizarr und skurril. Mit einer ornamentverliebten Detailversessenheit schuf sich der Künstler eigene Welten von karikaturhaften Märchen, fantastischen Blumenstillleben und Landschaften, symbolistischen Historienbildern und kunsthandwerklichen Entwürfen. Aufgrund seiner aus dem Rahmen fallenden Bildwelten wie auch wegen seiner geselligen, dandyhaften Persönlichkeit war Strathmann den Zeitgenossen weit über München hinaus ein Begriff. Speziell Lovis Corinth und Wassily Kandinsky schätzten seine Kunst sehr. Obwohl Strathmann in der Fachliteratur über den deutschen Symbolismus und Jugendstil zwar regelmäßig hervorgehoben wird, ist er der Allgemeinheit heute kaum mehr bekannt. Dies soll die große Ausstellung mit ca. 150 Objekten, die sich zum größten Teil in der Sammlung des Münchner Stadtmuseums befinden, ändern. Hier nämlich befindet sich sein künstlerischer Nachlaß, der alle Aspekte seines ¼uvres abdeckt. Dieses Konvolut wurde in seiner Gesamtheit bisher von der Forschung übersehen und damit auch nicht publiziert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Unter anderem finden sich hier auch zahlreiche seiner (Haupt-)Werke, die allgemein als verschollen oder zerstört gelten. Aus Anlass der Ausstellung werden einige dieser Werke restauriert und erstmals seit den Lebzeiten des Künstlers wieder einem Publikum präsentiert.Diese Ausstellung bietet die Gelegenheit, mit Carl Strathmann eine besonders schillernde Künstlerpersönlichkeit Münchens um 1900 zu entdecken und seine außergewöhnliche Kunst neu kennenzulernen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand Verlag, der an der Museumskasse und im Online Shop erhältlich sein wird.
Münchner StadtmuseumSt.-Jakobs-Platz 180331 München
Abbildungen:

Carl Strathmann, Frauenkopf im Profil, 1898,
Aquarell und Feder auf Karton
© Münchner Stadtmuseum
Carl Strathmann, Satan, 1896, Aquarell
© Münchner Stadtmuseum

Carl Strathmann, Medusa, um 1897,
Aquarell auf Pappe © Münchner Stadtmuseum
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Museen Kloster Beuerberg: HEIMAT - Gesucht. Geliebt. Verloren
HEIMAT
Gesucht. Geliebt. Verloren
Eine Ausstellung des Diözesanmuseums Freising in Kooperation
mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V.
im Kloster Beuerberg, 1. Mai bis 3. November 2019

Seit einigen Jahren zeigt das Diözesanmuseum Freising im Kloster Beuerberg Ausstellungen zu Aspekten klösterlichen Lebens und nimmt dabei auch höchst aktuelle Themen der Welt jenseits der Klostermauern in den Blick. So ist das ehemalige Klausurkloster zu einem besonders lebendigen Ort der Inspiration und des Austauschs geworden. Am 1. Mai öffnet nun die nächste Ausstellung unter dem Titel „HEIMAT. Gesucht. Geliebt. Verloren“. Dabei wird der Begriff „Heimat“ in all seinen kulturellen, religiösen und politischen Facetten untersucht – der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. bildet in diesen Fragen den idealen Kooperationspartner.
So stellt die Schau letztlich die große Frage: Was ist sie eigentlich, die Heimat? In einem groß angelegten Rundgang kann man sich anhand zahlreicher Exponate und interaktiver Stationen durch die spannende Geschichte des Heimatbegriffs bewegen und hat dabei stets die Gelegenheit, seine eigene, ganz persönliche Perspektive auf dieses emotionale Thema zu überprüfen.

Ein vielfältiges Kultur- und Kreativprogramm begleitet die Ausstellung: Spannende Gesprächsreihen werden vom Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler und dem Kulturjournalisten Wilhelm Warning geleitet. Das Klosteratelier bietet für Klein und Groß Führungen und Workshops an und abendliche Konzerte bringen die Klostermauern zum Klingen.
Die Klosterküche bietet außerdem im historischen Refektorium und im blühenden Klostergarten regionale Köstlichkeiten und lädt zum Verweilen und Genießen ein.

Kloster Beuerberg
Königsdorfer Straße 7
82547 Eurasburg-Beuerberg
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Museen Dachau Gemäldegalerie: Die Anfänge der Künstlergruppe Dachau
Die Anfänge der Künstlergruppe Dachau
Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag der Künstlervereinigung Dachau

10. Mai – 15. September 2019

Kurz nach dem Ende der Räterepublik ging aus dem „Rat der geistigen Arbeiter“ die Künstlergruppe Dachau hervor. Ihr gehörten 44 Künstler an, die nach dem Ersten Weltkrieg in Dachau geblieben waren. Nachdem die erste Schloss-Ausstellung 1919 erfolgreich beendet war, wurden dort immer wieder Ausstellungen organisiert, bis die Dachauer Künstler 1927 ihrer Gruppe den Namen „Künstlervereinigung Dachau“ (KVD) gaben. Von einer kurzen Unterbrechung nach dem Zweiten Weltkrieg abgesehen besteht sie bis heute. Als eine der letzten selbständigen Künstlervereinigungen in Bayern feiert sie heuer ihr 100-jähriges Bestehen.
Mit einer Ausstellung blickt die Gemäldegalerie Dachau in die Gründerzeit dieser traditionsreichen Gruppe zurück und zeigt Werke von 38 der 44 Künstler, die in der ersten Schlossausstellung 1919 ausstellten. Über 150 Arbeiten der Gründungsmitglieder vermitteln einen Eindruck von der Kunst der unruhigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Gemäldegalerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 3
85221 Dachau
Abbildungen:

Carl Friedrich Felber
1918
Felix Bürgers
Im Atelier
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Museen München Alpines Museum: Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein
Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein
Jubiläumsausstellung im Alpinen MuseumVom 12. Mai bis 13. September 2019
Seit über 150 Jahren lieben die Menschen die Berge, seit 150 Jahren organisieren sie sich im Deutschen Alpenverein. Die Liebe zu den Bergen bleibt bestehen, nur die Bedeutung der Berge für die Menschen verändert sich. Die Ausstellung „Die Berge und wir“ und das gleichnamige Buch zeigen Kontinuitäten und Brüche – und machen deutlich, wie sich mit ihnen auch der Alpenverein wandelte.
Am 9. Mai 1869 gründeten 36 Bergbegeisterte den Deutschen Alpenverein, um „die Kenntnis von den Deutschen Alpen zu erweitern und zu verbreiten und ihre Bereisung zu erleichtern“. Seitdem wurden die Kenntnisse erweitert und vertieft und die Bereisung so sehr erleichtert, dass mancherorts von Massentourismus gesprochen werden kann.

Der 150. Geburtstag ist für den Alpenverein Anlass, sich mit seiner teils widersprüchlichen Geschichte auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen, die sich im Alpenverein engagieren und ihn gestalten. Sie zeigen stellvertretend, wie sich Vorlieben, Haltungen und Werte wandelten, aber auch, wer überhaupt in die Berge reiste, wie die Menschen sich dort bewegten, mit wem und wie sie unterwegs waren. Eine Reise durch anderthalb Jahrhunderte Berggeschichte, das bedeutet auch: Von der Entdeckerfreude über den Schwierigkeitsalpinismus bis hin zur Individualisierung des Bergsports – die Entwicklungen im Verein spiegeln oftmals auch gesamtgesellschaftliche Veränderungen wider.

Neue Erkenntnisse aus 150 Jahren Alpenverein
Die umfangreiche Jubiläumsausstellung „Die Berge und wir“ löst die bisherige Dauer- und Sonderausstellung ab und ist ab 12. Mai 2019 bis 13. September 2020 zu besichtigen.
„Als die jetzige Dauerausstellung vor 25 Jahren konzipiert wurde, war sie absoluter Vorreiter“, berichtet Friederike Kaiser, Leiterin des Alpinen Museums. „Inzwischen haben wir aber noch einiges mehr über die Geschichte des Vereins herausgefunden und diese neuen Erkenntnisse wollen wir natürlich in einer modernen Ausstellung den Mitgliedern und der Öffentlichkeit präsentieren.“
Die Ausstellungsobjekte, Bilder und Dokumente stammen größtenteils aus den Sammlungen von ÖAV und DAV, ihrer Sektionen und Mitglieder. Viele von ihnen werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und ermöglichen einen neuen Blick darauf, wie sich der Alpenverein entwickelte und sich das Interesse an den Bergen und dem In-die-Berge-Gehen verschob.
Zum ersten Mal wird es die Geschichte des Alpenvereins auch als digitale Variante geben. Interessierte können sie ab 8. Mai unter alpenverein.de/geschichte virtuell erleben.
Außerdem gibt es verschiedene Führungen durch die Ausstellung im Alpinen Museum – neu sind die Führungen in einfacher Sprache, Gebärdensprache und in Fremdsprachen. Infos und Termine gibt es im Veranstaltungskalender.
Bergbegeisterung und Vereinsgeschichte in neun Ausstellungs-Kapiteln
Der Deutsche Alpenverein zählt inzwischen fast 1,3 Millionen Mitglieder. Ihr Blick auf die Berge und den Bergsport hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Einen scharfen Kontrast dieser Sichtweisen zeichnet das erste Kapitel der Ausstellung: Das Alpenbild verschiedener Gemälde der Sammlung des Museums gegenüber dem der Fotoplattform Instagram. Offensichtlich wird dabei auch die zunehmende Verschiebung der Berge in den urbanen Raum.
Die weiteren Kapitel beleuchten die Organisation Alpenverein, von seiner Gründung und Anfangszeit bis heute. Während zu Beginn vor allem touristische Erschließung, Wissenschaft und Bildungsarbeit zu den Aufgaben des Vereins zählten, gewann der Schwierigkeits- und Gefahrenalpinismus um die Jahrhundertwende zunehmend an Bedeutung. In der Weimarer Republik nahm der Deutsche Alpenverein den Naturschutz in seine Satzung auf und setzte sich für den Erhalt unerschlossener Gebirgslandschaften ein. Bereits 1925 fand in München eine Protestveranstaltung mit 4.000 Personen gegen die Erschließung der Zugspitze statt. Gleichzeitig wurden nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg vermehrt jüdische Mitglieder ausgegrenzt. Die Ausstellung widmet der Phase des Antisemitismus im Verband ein eigenes Kapitel. „Dass der DAV zur NS-Zeit und schon davor jüdische Mitglieder ausgeschlossen hat, ist uns heute jeden Tag eine Mahnung, dass wir offen und tolerant sein wollen und müssen gegenüber allen – egal welche Herkunft, sexuelle Orientierung, körperliche oder geistige Einschränkung sie haben“, betont DAV-Präsident Josef Klenner.
Mit seiner Neugründung 1950 distanzierte sich der Verein von seiner deutsch-nationalen Ausrichtung. Das Leitbild des heroischen Bergsteigens blieb jedoch weiter erhalten. Erst die „1968er“ setzten dem „Bergsteigen der alten Schule“ das Freiklettern und die Philosophie von persönlicher Freiheit und Genuss entgegen. In der Ausstellung vermitteln die spektakulären Aufnahmen von Reinhard Karl das neue Lebensgefühl seiner Generation.
Heute steht der Deutsche Alpenverein nicht mehr allein für Berge und Natur – auch Bergsport in der Stadt und Wettkampfsport prägen den Verein. Aktuelle Porträts illustrieren die Bedeutung des Bergsports in unserer heutigen Welt und schlagen damit den Bogen zum ersten Kapitel der Ausstellung.
Alpines Museum,
Praterinsel 5,
80538 München
Abbildungen:

Treten und Steigen. Berg- und Kletterschuhe, 1880 bis heute.
Copyright Alpines Museum DAV,
Aufnahme Bettina Warnecke, 2018
Auf der Hochebene.
Aufnahme Eugen Albrecht, um 1900,
Copyright Archiv DAV
Auf der Ruderhofspitze,
Aufnahme Otto Schob, 1912.
Copyright Alpines Museum DAV
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Museen Buchheim Museum: WELCOME HOLMEAD!
WELCOME HOLMEAD!
Ausstellung Buchheim Museum
Vom 19. Mai 2019 bis 26. Januar 2020

Der amerikanisch-europäische Künstler Holmead (1889 –1975) gilt als kunsthistorische Entdeckung der letzten Jahre. Motive seiner anfangs noch impressionistisch, später expressionistisch geprägten Malerei sind Porträts, Landschaften, Stadtansichten und literarische Themen. Holmeads Spätwerk gleicht einem Paukenschlag! Nach einer mehr als 50 Jahre langen künstlerischen Arbeit, die zwei Weltkriege und einen Schlaganfall überdauert, entwickelt er die neue Malweise des »Shorthand Painting«. Mit einigen Spachtelhieben bringt der greise Maler in wenigen Minuten seine Bilder zielsicher auf den Malgrund. Bei seinen grandiosen Porträts gehen abstrakter und figurativer Expressionismus eine einzigartige Synthese ein. Der Künstler selbst nennt seinen Stil »kruden Expressionismus«.

Nach Zustiftung der Kulturstiftung der Uni Bremen / Holmead Foundation 2016 hat das Buchheim Museum nun zwei weitere Zuwächse in Sachen Holmead erhalten: die Zustiftung der Freien Hansestadt Bremen aus der Schenkung von Frau Elisabeth Marie Wilhelmine Philipps sowie eine Schenkung des privaten Sammlers Alfred Moeke. Mit über 70 Gemälden und zahlreichen Papierarbeiten dieses wunderbaren Sonderlings ist das Buchheim Museum nun das größte Holmead-Museum der Welt. Die Bestände sollen in wechselnden Zusammenstellungen dem Publikum vorgeführt werden.


Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1,82347 Bernried
Abbildung:

Clifford Holmead Phillips, Frauenkopf,1973
© Nachlass Holmead
Aktuelle Veranstaltung
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Museen München Lenbachhaus: Body Check - Martin Kippenberger / Maria Lassnig
Body Check
Die Ausstellung BODY CHECK. Martin Kippenberger – Maria Lassnig wagt eine unerwartete Begegnung: Erstmals werden die Werke dieser wirkmächtigen Protagonisten der Malerei des 20. Jahrhunderts einander unmittelbar gegenübergestellt. Beide Künstler rücken den eigenen Körper ins Zentrum ihrer malerischen Auseinandersetzung. Der hinfällige und fragmentierte Leib dient ihnen als Metapher für soziale und psychologische Konflikte. Schmerz und Leid, Absurdes und Humor sind in diesen Körperwelten untrennbar miteinander verbunden. Maria Lassnig und Martin Kippenberger suchten der Misere des menschlichen Daseins eine Form zu geben: als Inszenierung des weiblichen und des männlichen Körpers. Die Bilder dieser Inszenierung sind Selbstporträts im klassischen Sinne; das Heroische der Gattung haben sie jedoch abgestreift. Beide zeigen sich körperlich entstellt, von Krankheit gezeichnet, von selbstmitleidiger Beobachtung, ins Lächerliche gezogen – immer in Distanz zum Topos des bedeutenden Künstlers und seiner tradierten Attitüden. Das Ergebnis sind berührende Selbsterkundungen, die sich bei Lassnig ins Obsessive und Introvertierte wenden und deren Setzungen sich an der Rolle der Künstlerin abarbeiten – heute würden wir auch von einer feministischen Perspektive sprechen. Kippenbergers Bilder, Skulpturen und Zeichnungen bezeugen einen Humor, der dem Witz von Lassnig das Hintergründig-Groteske beifügt. Im Ausstellungsparcours werden mehr als 60 aus internationalen Sammlungen zusammengetragene und selten gezeigte Werke in einen Dialog gestellt. Es entsteht ein Zwiegespräch, das Berührungspunkte und Gemeinsamkeiten, aber auch unterschiedliche Zugänge zur Thematik aufscheinen lässt.

STÄDTISCHE GALERIE IM LENBACHHAUS UND KUNSTBAU MÜNCHENLuisenstraße 33
80333 München
Abbildungen:

Maria Lassnig
Die Lebensqualität, 2001 © Maria Lassnig Stiftung
Martin Kippenberger
Ohne Titel (aus der Serie „Das Floß der Medusa"), 1996 © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Theatermuseum: ÖDÖN VON HORVÁTH und das Theater
„Ich denke ja garnichts, ich sage es ja nur.“
ÖDÖN VON HORVÁTH und das Theater

Eine Ausstellung im Deutschen Theatermuseum
ab 24.5.2019 bis 17.11.2019

Ödön von Horváth hat sich als „Chronist seiner Zeit“ gesehen und an einer steten „Demaskierung des Bewusstseins“ mittels Literatur gearbeitet.

Mit seiner Durchdringung der kleinbürgerlichen Sprache, pointiert gefasst im Begriff des „Bildungsjargons“, seiner konzisen Sprachkritik und seinen „irren Sätzen“ (Peter Handke) wirkte er stilprägend für die deutschsprachige Literatur nach 1945. AutorInnen wie Peter Handke, Peter Turrini, Wolfgang Bauer, Franz Xaver Kroetz, Werner Schwab, Elfriede Jelinek, Felix Mitterer, Dea Loher und René Pollesch stehen deutlich in der dramatischen Nachfolge Horváths.

Ödön von Horváth gehört heute zu den meistgespielten Dramatikern auf deutschsprachigen Bühnen. Stücke wie Italienische Nacht, Geschichten aus dem Wiener Wald (beide 1931) und Kasimir und Karoline (1932) wurden bereits zu Lebzeiten des Autors als Erneuerung des Volksstücks gefeiert.

Dabei hat er immer wieder auch versucht, die gesellschaftlichen Strukturen „vom Standpunkt der Frau aus“ zu betrachten und dabei seine berühmten Fräulein-Figuren wie Marianne, Karoline und Elisabeth geschaffen. Mit Stücken wie Sladek, der schwarze Reichswehrmann (1929) und Italienische Nacht (1931) positionierte er sich deutlich gegenüber dem aufkommenden Nationalsozialismus und der Bedrohung der noch jungen Weimarer Republik. Nachdem er 1931 für Geschichten aus dem Wiener Wald den renommierten Kleist-Preis erhalten hatte, wurde er selbst Ziel nationalsozialistischer Agitation. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland bedeutete für seine noch junge, vielversprechende Karriere als Dramatiker einen jähen Abbruch. Seine Stücke wurden im reichsdeutschen Gebiet nicht mehr gespielt, bereits geplante Uraufführungen abgesagt, sodass er sich dazu gezwungen sah, sich im reichsdeutschen Filmbetrieb als Drehbuchschreiber zu verdingen. Die dabei gemachten Erfahrungen führten zu seiner radikalen Abkehr vom Deutschen Reich unter den Nationalsozialisten.


Mit Stücken wie Mit dem Kopf durch die Wand (1935), Figaro läßt sich scheiden und Don Juan kommt aus dem Krieg (beide 1936) positionierte er sich als Schriftsteller neu, seine Romane Jugend ohne Gott (1937) und Ein Kind unserer Zeit (1938) etablierten ihn als prononciert antifaschistischen Autor. Insbesondere Jugend ohne Gott zählt bis heute zum Kanon deutschsprachiger Literatur und ist ein Klassiker der Schullektüre.

Die Ausstellung verläuft entlang von drei zentralen Stücken, denen jeweils ein Bereich und damit zusammengehend ein übergreifendes Thema gewidmet ist: Ökonomie, Erotik und Politik.
Darüber hinaus werden Einblicke in die Entstehung und Rezeption der Stücke gegeben.

Die Ausstellung wurde von Nicole Streitler-Kastberger und Martin Vejvar kuratiert und von Peter Karlhuber gestaltet.

NICOLE STREITLER-KASTBERGER ist Literaturwissenschaftlerin, Literaturkritikerin und Autorin; seit 2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Wiener Ausgabe sämtlicher Werke Ödön von Horváths.
MARTIN VEJVAR ist seit 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Wiener Ausgabe sämtlicher Werke Ödön von Horváths; Herausgeber mehrerer Teilbände.

PETER KARLHUBER ist Bühnenbildner und Ausstellungsgestalter. Für das Deutsche Theatermuseum gestaltete er bereits die Ausstellung „Frank Wedekind. Theater – Eros – Provokation“ 2014/15. Im Literaturhaus München machte 2015 „Wir brauchen einen ganz anderen Mut! Stefan Zweig – Abschied von Europa“ Station.

Deutsches Theatermuseum München
Galeriestr. 4a (Hofgartenarkaden)
80539 München
Abbildung:

Kasimir und Karoline, UA 1932
Bühnenbildentwurf von Caspar Neher
© KHM Museumsverband Wien

Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Stadtmuseum: Sebastian Riemer – Archivarische Empathie
Sebastian Riemer – Archivarische Empathie
Kabinettausstellung im Münchner Stadtmuseum24. Mai – 25. August 2019
In seinen Fotografien geht der Düsseldorfer Künstler Sebastian Riemer (geb. 1982 in Oberhausen )den spezifischen Eigenschaften des fotografischen Bildes auf den Grund. Dabei geht er häufig von historischen Aufnahmen aus, die mitunter sogar aus der Anfangszeit der Fotografie stammen.In seiner seit 2013 entstehenden Serie „Press Paintings“ greift Riemer auf amerikanische Pressefotos der 1920er- bis 1970er-Jahre zurück. Diese wurden als Druckvorlagen genutzt und vor der Drucklegung manuell bearbeitet, um die Bildinhalte den Anforderungen der jeweiligen Presseartikel anzupassen. So wurden etwa mit Pinsel und Farbe die Veränderungen direkt auf die Foto-Oberfläche aufgetragen. In Reimers hochauflösenden Reproduktionen erscheinen diese Eingriffe in übersteigerter Skurrilität und lassen ihren Ursprung weit hinter sich. Abgebildete Personen werden nahezu Körpergröße den Betrachtern gegenübergestellt.
Vormals feine Pinsel-striche der Retuschen erscheinen als expressive Trompe-l'oeil-Malerei. Reimers seit 2015 entstehende Werkgruppe der „Instant Photos“ beruht auf historischen Daguerreotypien, von denen er Polaroidaufnahmen anfertigt. Dieser Zyklus thematisiert die Fehler der Repräsentation durch die frühen unausgereiften Techniken: Es sind Personen wie Aussparungen im milchigen Lichtkegel zu sehen, der Umraum ist aufgewühlter abstrakter Gestus aus Entwicklerflüssigkeit, der das Bild in ein verwaschenes Blau taucht. Über die Oberfläche ziehen sich einzelne Kratzer. Indem die Personen, die mit dem Habitus der Mitte des 19. Jahrhunderts sowieso aus der Zeit gefallen wirken, wie freigestellt im Bild auftreten, wird ihre Bedeutung und ihre Erzählung mysteriös. Natürlich wird die Aussagekraft und die Lesbarkeit des Porträtfotos befragt, zugleich wird die Distanz veranschaulicht, die zur Gegenwart besteht, und doch sind Riemers Bilder ganz im Heute positionieren.Riemers Arbeiten gehen über die bloße Aneignung der Vorlagen hinaus, vielmehr wirft er medienspezifische und rezeptionsgeschichtliche Fragen auf. Er befragt das "Postfaktische" der Fotografie, dass ihr seit ihrer Erfindung innewohnt. Die Macht der technischen Bilder ist im digitalen Zeitalter präsenter denn je, weshalb Riemers Revisionen an Aktualität nichts missen lassen; vielmehr werden die bis heute gültigen Mechanismen der Bildproduktion in ihren Anfängen sichtbar und ihr Wirken in Frage gestellt.


Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildung:

Sebastian Riemer,
"Double Gothic", 2016,
137x197cm, C-Print © Sebastian Riemer
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Literaturhaus: ALEXANDER KLUGE: PLURIVERSUM
ALEXANDER KLUGE: PLURIVERSUM*
*DIE POETISCHE KRAFT DER THEORIE

Eine Ausstellung im Literaturhaus München
29.5.2019 bis 29.9.2019

Idee und für München adaptiertes Konzept: Alexander Kluge,
nach gleichnamigen Ausstellungen in Essen (Museum Folkwang) und Wien (Belvedere 21)

Neue Ausstellung in München: Alexander Kluge, der poetische Chronist, Autor, Filmemacher und erste Multimedia-Künstler der Gegenwart, Träger des Kulturellen Ehrenpreises und des Jean-Paul-Preises für sein literarisches Lebenswerk, ist einer der bedeutendsten hier ansässigen Künstler. Nun richtet er im Literaturhaus München seine Denkwerkstatt ein: »PLURIVERSUM. DIE POETISCHE KRAFT DER THEORIE« gewährt erstmals Einblick in Kluges künstlerisches und philosophisches Schaffen sowie in sein umfangreiches Bilder-Archiv.

Nach Stationen in Essen (Folkwang Museum) und Wien (Belvedere 21) variiert und ergänzt der in Halberstadt geborene Alexander Kluge (*1932) die Schau mit Bezug auf 30 Jahre Wiedervereinigung. Nach dem Motto »Ohne von anderen Gestirnen beleuchtet zu werden, leuchtet mein Mond nicht« sind für Kluge der Austausch und die Zusammenarbeit mit Künstlerkollegïnnen essenziell: So sind im Literaturhaus Werke von Kerstin Brätsch, Thomas Demand, Anselm Kiefer und Thomas Thiede zu sehen, von Stefan Moses und Paul Klee.

Kluges Arbeiten suchen die Verbindung zum Publikum; sie sprechen Verstand und Gefühl gleichermaßen an und setzen auf den Reiz der Assoziation. Biografische Besonderheiten treffen dabei auf universelle Themen wie Arbeit, Evolution, Liebe, Krieg und andere Katastrophen. Neben seinen sogenannten Minutenfilmen werden eigens für die Ausstellung entstandene filmische Arbeiten präsentiert.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Themenführungen, Abendveranstaltungen u.a. mit Helge Schneider und eine Auswahl seiner berühmtesten Langfilme begleiten die Ausstellung.

"Wir brauchen erneut jene Wunderkammern, die das enthalten, was wir Poeten als Ahnungsvermögen bezeichnen. Also Kunst, Wissenschaft und nach vorwärts gerichtete Erzählungen."


Stiftung Literaturhaus MünchenSalvatorplatz 1
80333 München
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