Bitte informieren Sie sich bei den jeweiligen Veranstaltern, ob die Konzerte/Lesungen/ Theateraufführungen usw. kurzfristig nicht abgesagt wurden!
Konzert heute

Landsberg: Carlos Cipa

Carlos Cipa

Correlations
Ein Abend, zwei Konzerte, zwei verschiedene Flügel
Carlos Cipa, ehemaliger Schüler an der Landsberger Musikschule, ist heute ein international gefragter Pianist und Filmmusikkomponist. Man kann getrost behaupten, dass er heute auf einer Stufe mit Komponisten wie Max Richter, Hauschka oder Jóhann Jóhannsson steht. Die Tour zu seinem neuen, bei Warner Classics erschienenen Album „Retronyms“ führte ihn durch zahlreiche Länder. Presse und Publikum waren beeindruckt. In Landsberg konnte er leider das Programm coronabedingt nicht wie geplant im März vorstellen. Nun ist ein weiteres Album von Carlos Cipa erschienen. Auf „11 Correlations“ spielt er elf eigene Kompositionen auf elf verschiedenen Klavieren. Elf Klaviere kann ihm seine Heimatstadt nicht bieten, aber am 24.10. wird er zwei Konzerte auf zwei verschiedenen Flügeln geben. Um 18:00 im Rathaus auf dem Steinway und um 20:30 im Stadttheater auf dem dortigen Yamaha. Die Konzerte dauern jeweils ca. eine Stunde und finden unter Beachtung sämtlicher Abstands- und Hygieneregeln statt. In beiden Sälen daher nur sehr eingeschränkte Zuschauerkapazität.
Rathaussaal
Historisches RathausHauptpl. 152,
86899 Landsberg am Lech
Tipp heute

Landsberg: Carlos Cipa

Carlos Cipa

Correlations
Ein Abend, zwei Konzerte, zwei verschiedene Flügel
Carlos Cipa, ehemaliger Schüler an der Landsberger Musikschule, ist heute ein international gefragter Pianist und Filmmusikkomponist. Man kann getrost behaupten, dass er heute auf einer Stufe mit Komponisten wie Max Richter, Hauschka oder Jóhann Jóhannsson steht. Die Tour zu seinem neuen, bei Warner Classics erschienenen Album „Retronyms“ führte ihn durch zahlreiche Länder. Presse und Publikum waren beeindruckt. In Landsberg konnte er leider das Programm coronabedingt nicht wie geplant im März vorstellen. Nun ist ein weiteres Album von Carlos Cipa erschienen. Auf „11 Correlations“ spielt er elf eigene Kompositionen auf elf verschiedenen Klavieren. Elf Klaviere kann ihm seine Heimatstadt nicht bieten, aber am 24.10. wird er zwei Konzerte auf zwei verschiedenen Flügeln geben. Um 18:00 im Rathaus auf dem Steinway und um 20:30 im Stadttheater auf dem dortigen Yamaha. Die Konzerte dauern jeweils ca. eine Stunde und finden unter Beachtung sämtlicher Abstands- und Hygieneregeln statt. In beiden Sälen daher nur sehr eingeschränkte Zuschauerkapazität.
Rathaussaal
Historisches RathausHauptpl. 152,
86899 Landsberg am Lech
Konzert heute

Fürstenfeld: Leonhardi-Hoagart- Lanzinger Trio, ScheinEilig u.a.

Leonhardi-Hoagart
Lanzinger Trio, ScheinEilig u.a.

Programm und Moderation: Ulrich Habersetzer (BR)

Stilvolle Klangfarben der Volksmusik werden auf humorvolle Art beim diesjährigen Leonhardi Hoagart von drei Ensembles präsentiert. „ScheinEilig“ bezeichnen sich als „wohl erstes und kleinstes VolXmusik-Salonorchester“. Mit Trompete, Akkordeon und Helikon kombinieren sie mit hintersinnigem Humor die unterschiedlichsten Klänge: Smetana tanzt Zwiefache, Harry Potter trifft auf Dr. Mabuse und ein Müller läuft vor der Digitalisierung davon. Das „Lanzinger Trio“ verwebt mit Zither, Hackbrett und Gitarre 70 Jahre Popmusikgeschichte durch handwerkliche Meisterschaft zu einem mitreißenden Klangteppich – ein schwäbisches Unikat, dessen Fransen bis nach Kalifornien und Afrika reichen. Eine Volksmusikgruppe aus der Region komplettiert das bunt-musikalische Programm.
Veranstaltungsforum Fürstenfeld .
Fürstenfeld 12,
82256 Fürstenfeldbruck
Konzert heute

Iffeldorf: Abaco-Orchester

Jubiläumskonzert 30 Jahre Iffeldorfer Meisterkonzerte
Abaco-Orchester
Christina Roterberg, Sopran
Polina Artsis, Mezzosopran
Martin Petzold, Tenor
Klaus Mertens, Bass
KlangKunst-Chor Iffeldorf
Ltg. Vitali Alekseenok
 

Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)
- Sinfonie Nr. 9 d-moll op. 125

Man staunt über die unglaubliche Professionalität dieses Orchesters - denn es setzt sich zusammen aus rund hundert musikbegeisterten ­Studierenden aller Fachrichtungen. Dazu kommen einige ­junge ­Berufstätige, die nach ihrem Studium dem O­rchester die Treue hielten. Gemeinsam spielen sie mit ­hohem Anspruch und gehen auf Tourneen, auch ins ­europäische Ausland.
Die fundierte Einstudierung der ­Konzertprogramme wird in Stimmproben unterstützt von Musikern u.a. des Sinfonieorchesters des Bayerischen ­Rundfunks; Dirigenten wie Alexander Liebreich, Markus ­Poschner und zuletzt Joseph Bastian leiteten das ­Orchester am Beginn ihrer Laufbahn.
Seit der Spielzeit 2018 ist Vitali Alekseenok, ­Preisträger des MDR Dirigentenwettbewerbes 2018, Chefdirigent des Abaco-Orchesters.
Mit international renommierten Sängern ­wie Christina Roterberg, Polina Artsis, Martin Petzold und Klaus Mertens steht ein ­namhaftes hochkarätiges Solistenensemble auf der Bühne, um zum 30. Jubiläum der Iffeldorfer ­Meisterkonzerte die immer wieder ­überwältigenden ­„freudenvollen Töne“ von Beethovens großer ­neunter Sinfonie ­erklingen zu lassen.
Gemeindezentrum Iffeldorf
Hofmark 9
82393 Iffeldorf
Konzert heute

Landsberg: Carlos Cipa

Carlos Cipa

Correlations
Ein Abend, zwei Konzerte, zwei verschiedene Flügel
Carlos Cipa, ehemaliger Schüler an der Landsberger Musikschule, ist heute ein international gefragter Pianist und Filmmusikkomponist. Man kann getrost behaupten, dass er heute auf einer Stufe mit Komponisten wie Max Richter, Hauschka oder Jóhann Jóhannsson steht. Die Tour zu seinem neuen, bei Warner Classics erschienenen Album „Retronyms“ führte ihn durch zahlreiche Länder. Presse und Publikum waren beeindruckt. In Landsberg konnte er leider das Programm coronabedingt nicht wie geplant im März vorstellen. Nun ist ein weiteres Album von Carlos Cipa erschienen. Auf „11 Correlations“ spielt er elf eigene Kompositionen auf elf verschiedenen Klavieren. Elf Klaviere kann ihm seine Heimatstadt nicht bieten, aber am 24.10. wird er zwei Konzerte auf zwei verschiedenen Flügeln geben. Um 18:00 im Rathaus auf dem Steinway und um 20:30 im Stadttheater auf dem dortigen Yamaha. Die Konzerte dauern jeweils ca. eine Stunde und finden unter Beachtung sämtlicher Abstands- und Hygieneregeln statt. In beiden Sälen daher nur sehr eingeschränkte Zuschauerkapazität.
Stadttheater LandsbergSchlossergasse 381,
86899 Landsberg am Lech
Konzert heute

Puchheim: Bandonegro

Bandonegro

ABGESAGT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

21.00 Uhr getanztes Konzert mit Bandonegro Einlass 20.30 Uhr mit Tanzmöglichkeit. Mit dabei auch "ImprovisTango", Tango-Orquesta-Atípica, Leitung: Frank Wunderer. Nach einer fantastischen Tangonacht im März 2019 kommt Bandonegro wieder zu uns. Bandonegro - ein Tangoensemble der Weltklasse. Mit Leidenschaft, Temperament sowie dem ausgezeichneten Feingefühl für den argentinischen Tangostil erobern die jungen polnischen Musiker weltweit die Herzen ihrer Zuhörer. Von vielen werden sie als das beste Tango-Ensemble der jungen Generation in Europa und zugleich als Senkrechtstarter in diesem Genre angesehen. Bereits als 15-Jährige haben sie den internationalen Wettbewerb "PIF Castelfidardo" in Italien in der Kategorie Nuevo Tango gewonnen und ein Jahr später ihr Debütalbum "Tango Nuevo by Astor Piazzolla" aufgenommen. Mit seiner Synthese von Tango und Elementen aus Jazz und Rock hat sich das Ensemble im Jahre 2016 einen festen Platz in der polnischen Musikszene erobert. Die vier jungen Herren aus Polen haben sich in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten Live-Acts auf größeren Milongas und Festivals quer durch Europa gemausert!" Rezension in Tangodanza (Deutschland)
Bandoneon/Accordion - Michal Glówka, Violin - Jakub Czechowicz, Piano - Marek Dolecki, Double Bass - Marcin Antkowiak; www.jahreszeitentango.de. Der große Tanzsaal hat 200 qm Parkettboden, unnummerierte Bistrotische und eine Getränkebar im Saal. Ab 23.00 Uhr Karten für 15.- ¤ an der Abendkasse. Bis 1.30 Uhr DJ Alfredo von El Farolito, Gröbenzell. Weitere Termine: Winter 23.01.2021 El Sexteto Ruben Peloni y Los Tanturi, Frühling 24.04.2021 El Muro Tango with Juan Villarreal, CD Release, Tango especial 19.06.2021 Electro-Rock-Tango, Tanghetto, Sommer 24.07.2021 Fracanapa Quintet. Gastgeber: El Farolito, Gröbenzell.
Programmverantwortlicher: Frank Wunderer
Puchheimer Kulturcentrum PUC
Oskar-Maria-Graf-Straße 2
82178 Puchheim
Museen heute

München Haus der Kunst: Franz Erhard Walther - Shifting Perspectives

München Haus der Kunst
Franz Erhard Walther - Shifting Perspectives
Ausstellung vom 12. Mai bis (verlängert) 29. November 2020

Franz Erhard Walther (* 1939 in Fulda) – Träger des Goldenen Löwen der Venedig Biennale 2017 - ist eine Schlüsselfigur der Abkehr vom Bild seit der europäischen Nachkriegszeit. Jenseits des klassischen Verständnisses von Skulptur und Malerei formulierte er einen völlig neuen Werkbegriff, der den Betrachter als Akteur mit einbezieht.

Bereits in seinem Frühwerk beschäftig Walther sich in unterschiedlichen Medien mit dem Zufälligen und dem Prozessualen als Gestaltungsprinzipien. Gleichzeitig wurde Stoff ein bis dahin ungebräuchliches künstlerisches Material bei Walther zum Innovationsträger, aus dem die Aktivierungsobjekte hervorgingen. Mit dem Schlüsselwerk der Vier Körperformen (1963) wird der Körper zum Motiv. Es entsteht der Erste Werksatz (1963–1969), der aus 58 aktivierbaren Stücken besteht, die den Betrachter in außergewöhnliche zwischenmenschliche Situationen versetzen. Mit ihm erlebt Walther 1969 seinen Durchbruch, als er den Werksatz anlässlich der Ausstellung „Spaces“ im New Yorker MoMA präsentiert. Unter dem Einfluss der Pop Art werden Walthers Textilien zusehends farbiger. In den Wandformationen der 1980er-Jahre erzielt er eine unvergleichbare Verschränkung von Malerei, Skulptur und Architektur, die sich bis heute fortsetzt.
Die Exponate können zum Teil angezogen oder betreten werden. Das Verständnis des Betrachters von einer traditionellen Bildlogik wird auf diese Weise herausgefordert. Der Körper wird hierbei zum Medium, indem er Lebensprozesse in Bilder überführt. Im großen Saal der Ausstellung finden täglich Werkaktivierungen statt. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, teilzunehmen und ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Walthers Werk zu machen.

Kuratiert von Jana Baumann

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Franz Erhard Walther Foundation.

Abbildung:
Franz Erhard Walther
Versuch, eine Skulptur zu sein, 1958
Collection of The Franz Erhard Walther Foundation
Foto: Egon Halbleib
Franz Erhard Walther Foundation Archives
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Museen heute

Murnau Franz Marc Museum: Franz Marc - Die Skulpturen

Franz Marc Museum
Franz Marc - Die Skulpturen

Ausstellung vom 15. Mai 2020 bis 31. Januar 2021

Franz Marc hat sechzehn Skulpturen geschaffen, eine neben seinem malerischen und graphischen Oeuvre kleine, aber wichtige Werkgruppe. Sie entstand zwischen 1904 und 1914. Die Skulpturen sind im Zusammenhang mit den motivischen und thematischen Interessen zu sehen, die Franz Marc zur gleichen Zeit in der Malerei verfolgte. Parallel zu den Skulpturen entstanden Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde seiner skulpturalen Motive. 
 
Die Ausstellung „Franz Marc. Die Skulpturen“ entstand in Kooperation mit dem Kunstmuseum Moritzburg in Halle (Saale), das die Idee zu einer gemeinsamen Ausstellung der Skulpturen Franz Marcs spontan aufgegriffen und ihre Umsetzung in jeder Hinsicht kooperativ unterstützt hat. Ergänzt durch wenige Leihgaben aus dem Lenbachhaus in München und dem Schlossmuseum Murnau verfügen das Franz Marc Museum in Kochel am See und das Kunstmuseum Moritzburg gemeinsam über fast alle Skulpturen, die Marc geschaffen hat. Dazu gehören nicht nur die Bronzegüsse, sondern auch seine Entwürfe in Wachs, sowie die Steinskulpturen, so dass die Ausstellung einen breiten Überblick über Franz Marcs skulpturales Werk gibt.
 
Für die plastische Arbeit Franz Marcs spielten auch biographische Faktoren eine Rolle. So modellierte Marc seine mehrfarbige Schafsplastik in Wachs zwischen 1905 und 1907, als er die Sommermonate auf der Staffelalm verbrachte und dort auch Schafe zeichnete und malte. Während seines ersten Sommers in Sindelsdorf 1908, mit Blick über hügelige Wiesen mit weidenden Pferden, entstand die Skulptur Zwei Pferde. Nach dem endgültigen Umzug von München nach Sindelsdorf, 1910, wo die im Haus lebenden Katzen ihm im Atelier Gesellschaft leisten, schuf Marc 1912 eine Katze in Stein. Dagegen entstanden die Zwei Bären erst 1910, im Rückgriff auf mehrere Skizzen,1 die der Maler 1907 im Berliner Zoo gemacht hatte. 
 
Die Skulptur Zwei Pferde ist mit wichtigen schriftlichen Äußerungen des Malers verbunden. Im Rückblick auf das vergangene Jahr schrieb Franz Marc am 29. Dezember 1908 an Maria Franck: „ …ich denke … mit dem kleinen Lot Befriedigung über das, was ich in diesem Jahr gearbeitet habe und mit dem Bewusstsein meines Könnens, zu dem nicht zum wenigsten in diesen Weihnachtstagen eine Pferdegruppe aus Wachs beiträgt, die ich in kurzen 2 Tagen in Pasing modelliert habe – fein, das kann ich Dir schwören. Ich werde jetzt jedenfalls versuche, mir mit Bronze-Plastiken Geld zu machen…“2 Anfang 1909 ließ Marc zwei Güsse dieser Skulptur anfertigen und 1910 wurden „Zwei Pferde“ in dem von Reinhard Piper herausgegebenen Buch „Das Tier in der Kunst“ abgebildet. Franz Marc schrieb einen Essay für diese Publikation, seinen ersten theoretischen Text, in dem er seine zentrale künstlerische Intention formulierte: „Ich sehe kein glücklicheres Mittel zur Animalisierung der Kunst …als das Tierbild. Darum greife ich danach. Was wir anstreben, könnte man eine Animalisierung des Kunstempfindens nennen … . Meine Plastik ist ein tastender Versuch nach derselben Richtung. Das Kreisen des Blutes in den beiden Pferdekörpern, ausgedrückt durch die mannigfachen Parallelismen und Schwingungen der Linie.“3 Beide Quellen lassen die Bedeutung der Pferdeplastik für Marc erkennen. Sie zeigen, dass der Künstler sich klar darüber war, dass ihm mit dieser Skulptur ein Schritt in die künstlerische Richtung gelungen war, die er in seiner Malerei bisher vergeblich verfolgte. Damit kommt der plastischen Arbeit Marcs 1908/9 die Funktion eines Katalysators zu, eines Vorläufers der bedeutenden Gemälde, die Marc ab 1910 schuf.
 
Natürlich setzte Marc sich auch mit der zeitgenössischen Skulptur auseinander. So ist bei seinem großen weiblichen Torso in Bronze der Einfluss Auguste Rodins unverkennbar. Bei seiner Tierplastik wird dagegen ein neuer Ansatz deutlich. Im Unterschied etwa zu August Gauls Skulpturen, die die Tiere in einer natürlichen Haltung zeigen, sind die Darstellungen Marcs durch eine abstrakte Vorstellung geprägt. Position und Bewegung der Tiere fügen sich einem imaginären, übergreifenden Rhythmus der Natur ein, ausgedrückt durch „die mannigfachen Parallelismen und Schwingungen der Linie.“ 
 
Die in Kochel am See gezeigten vierzehn Skulpturen werden am 3. Juli 2020 zum Ausgangspunkt für einen Studientag über Franz Marcs plastische Arbeit, zu dem Kunsthistoriker und Restauratoren zusammenkommen.  Nachmittags sind vier öffentliche Vorträge mit folgenden Referenten geplant:  Annegret Hoberg (Lenbachhaus, München) Felicia Leu (Franz Marc Museum, Kochel am See) Hans-Jörg Ranz (Bayerisches Nationalmuseum, München) Cornelia Wieg (Kunstmuseum Moritzburg, Halle / Saale)
 
Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel a. See 

Abbildung:

Franz Marc, Panther, 1908-09,
Franz Marc Museum, Franz Marc Stiftung,
Dauerleihgabe der Erbengemeinschaft nach Maria Marc,
Foto: collecto.art
Museen heute

München Literaturhaus: THOMAS MANN: DEMOCRACY WILL WIN!

THOMAS MANN: DEMOCRACY WILL WIN!
Literaturhaus München
Ausstellung vom 28. Mai 2020 bis 06. Januar 2021

    »Es ist mit der Selbstverständlichkeit der Demokratie in aller Welt eine zweifelhafte Sache geworden. Es ist die Stunde gekommen für eine Selbstbesinnung der Demokratie, für ihre Wiedererinnerung, Wiedererörterung und Bewußtmachung – mit einem Wort: für ihre Erneuerung im Gedanken und im Gefühl.«
    THOMAS MANN: VOM ZUKÜNFTIGEN SIEG DER DEMOKRATIE, 1938

»Es ist ein schreckliches Schauspiel, wenn das Irrationale populär wird«, so Thomas Mann 1943 in seiner berühmten Rede in der Library of Congress. Wie er dagegenhielt – das ist von inspirierender Aktualität. Denn heute erleben wir, dass die Grundwerte der Demokratie wieder in Frage gestellt werden, dass Populismus und Nationalismus unsere demokratische Gesellschaft massiv unter Druck setzen. Die Ausstellung »Thomas Mann: Democracy will win!« versteht sich als konkreter Beitrag zur aktuellen Debatte auf beiden Seiten des Atlantiks.

    »Es handelt sich um die Lebensbedingungen unserer Kinder. Daß wir Fünfzigjährigen das Europa noch sehen werden, in dem unsere Kinder wohnen sollen, wohnen wollen, ist kaum wahrscheinlich. Aber wir können […] wirken helfen, daß es werde.«
    THOMAS MANN: »ZUM I. PANEUROPA-KONGRESS IN WIEN«, 1926

Das Thomas Mann House in Pacific Palisades bildet das räumliche und metaphorische Zentrum der Ausstellung. Der weltberühmte Exilant warb von hier aus, im »Weißen Haus des Exils« (Frido Mann), für ein neues Demokratieverständnis. Heute steht das Haus wieder im Dienste des intellektuellen Austauschs und der transatlantischen Verständigung.

    »Ich habe keine Furcht um das endgültige Schicksal der Demokratie, trotzdem sie ihren Sieg in Europa durch ihre eigene moralische Schwäche gefährdet […] aber die Demokratie ist ewig menschlich […].«
    THOMAS MANN: »BOTSCHAFT AN AMERIKA«, 1938

Der erste Teil der Ausstellung stellt die politische Biografie Thomas Manns in ihrer Entwicklung vom Monarchisten zum wirkmächtigen Gegner des Nationalsozialismus und engagierten Kämpfer für die Demokratie vor. Fotografien, Texte, Auszüge aus den berühmten Radioansprachen »An die deutschen Hörer!« und Originalexponate zeichnen seine intellektuellen, politischen und räumlichen Wege nach.

    »Wir alle tragen Verantwortung, gemeinsam jede und jeder von uns für dieses Land, welches unser aller gemeinsames Zuhause ist«.
    IGOR LEVIT, STARPIANIST«

Der zweite, multimediale Teil schlägt einen Bogen zur Gegenwart. Was macht einen politischen Menschen aus? Wie wird man zum Demokraten? Wie verteidigt man seine Haltung? Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, Filme und Interviews, Tweets und Zitate von Persönlichkeiten aus Politik und Pop, Literatur und Gesellschaft – wie Greta Thunberg oder Sa¨a Stani¨ić, Donald Trump oder Barack Obama, Igor Levit oder Edward Snowden – veranschaulichen die Virulenz der Fragestellung: Wie können wir die Demokratie als einzige mögliche Gesellschaftsform verteidigen und nachhaltig stärken? Eine Aufgabe, die heute – in Zeiten der globalen Migration, des Klimawandels, der neuen Pandemien – wichtiger ist denn je.

Die Begriffe HERKUNFT, ZEITGEIST, BEKENNTNIS, HANDELN und VERANTWORTUNG strukturieren die Ausstellung – und zeigen die Ambivalenzen, die selbst ein demokratisches System nicht aufheben kann. Thomas Manns Leben bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um sich mit der Lage und Zukunft der Demokratie zu beschäftigen – und dabei an Manns Diktum festzuhalten: »DEMOCRACY WILL WIN!«

    »Von diesem Tag an wird eine neue Vision unser Land regieren. Von diesem Tag an wird es nur noch ‚America first‘ heißen, ‚America first‘.«
    DONALD TRUMP IN DER ANTRITTSREDE ANLÄSSLICH SEINER AMTSEINFÜHRUNG, 20. JANUAR 2017

    »Not ‚America First’ but ›Democracy First‹ and ›Human Dignity First‹ is the slogan which will really lead America to first place in the world […].«
    THOMAS MANN IM INTERVIEW IN GREENSBORO DAILY NEWS, 31. OKTOBER 1941

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1,
80333 München


Abbildungen:

THOMAS MANN: »DEMOCRACY WILL WIN!«
ZEITGEIST // IN DER AUSSTELLUNG (Gestaltung: unodue{)
Foto: © Catherina Hess

Museen heute

München Stadtmuseum: Ready to go! Schuhe bewegen

München Stadtmuseum

Ready to go! Schuhe bewegen
Ausstellung vom 15. November 2019 – verlängert bis 17. Januar 2021
Die Schau bietet einen Rundgang mit kulturhistorischen und soziologischen Aspekten, wobei anhand von ca. 500 Paar Schuhen immer wieder die Emotionen im Vordergrund stehen, die entsprechende Fußbekleidung hervorrufen kann.

Der Schuh als Statussymbol dient dem Träger/der Trägerin als auch den Betrachtern gleichermaßen als bewundernswertes Objekt. Absatzschuhe des Barock und Rokoko erhöhten ihre Träger demonstrativ über das einfache Volk. Heute machen Designerschuhe von Dior, Ferragamo, Manolo Blahnik, Christian Louboutin oder Stuart Weitzmann glücklich. Schuhe fungieren als Machtsymbol oder als Zeichen bzw. Statement einer Gruppenzugehörigkeit. Hier kommen Boots aus der Raver-Gothic- Szene zu Wort. Die Bedeutung der Fußbekleidung für die Gender-Thematik schlägt den Bogen von der knabenhaften Frau in Budapestern zur damenhaften Drag Queen in High Heels.

Auch der Voyeur steht im Fokus, der in der Betrachtung der entsprechenden Fußbekleidung Erregung und Befriedigung erfährt. Als Fetisch lässt der Schuh Sammlerherzen höher schlagen und verlangt absolute Hingabe. Pumps dienen als Symbol weiblicher Fußbekleidung als Mittel der Verführung, während Stöckelschuhe als übersteigertes Reizobjekt Lust und Pein bereiten können. Die Parallelität von Schnürstiefeln und Schnürkorsagen zeigt die optische Faszination für enge und kurvige Silhouetten. Im Namen der Erotik werden für kleine zierliche Füße Schmerzen und Fußverstümmelung in Kauf genommen, was in China der Lotus- oder Lilienfuß demonstriert, ist in der westlichen Mode der Hallux Valgus.

Es liegt in der Natur der Sache, Schuhe als Gebrauchsgegenstand und Fortbewegungsmittel zu beleuchten. Hier reduziert sich die Bedeutung von Fußbekleidung und ihre ursprüngliche Funktion weitgehend auf den Schutz und den Halt beim Stehen und Gehen und stellt den Träger / die Trägerin in den Mittelpunkt. Die Beispiele reichen vom historischen Wanderschuh bis zum aktuellen Schuhwerk eines Geflüchteten. Materialien der Kriegs- und Notzeit wie alte Gummireifen, Kork, Stroh, Holz und Nägel werden Baumpilzen, Mais, zerriebenen Steinen und Tierhufen gegenüber gestellt, mit welchen heute Künstlerinnen und Künstler und Designerinnen und Designer experimentieren.

Neben dem vielfältigen hauseigenen Sammlungsbestand werden als Kontrast 35 herausragende und zum Teil bizarre Schuhobjekte internationaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert, welche die Thesen und Aussagen der Schau abstrahieren: Amber Ambrose, Irene Andessner, Aya Feldman, Cristina Franceschini, Joyce de Gruiter, Xavier G-Solis, Zaha Hadid, JANTAMINIAU, Kaarina Kaikkonen, Kenneth Kirschner, Rachel de Kler, Kobi Levi, Alice van Opstal, Caro Peirs, Peter Popps, Svenja Ritter, Iris Schieferstein, Tali Sorit, Kermit Tesoro, Joyce Verhagen, Betony Vernon, Sousan Youssouf, Erwina Ziomkowska.

In Kooperation mit der Kulturvermittlung und der Fachstelle Inklusion gibt es Stationen, die den Besucherinnen und Besuchern das Thema Schuhe durch Hören, Tasten und Laufen näher bringen sollen. Inklusive Angebote sollen hierbei als Selbstverständlichkeit wahrgenommen werden und sich dem Publikum als neue Sinnes-Erfahrung erschließen.
Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Abbildung:
„Rucke di guh, Blut ist im Schuh“
Schuhe für Lotosfüße,
um 1900 Plateau-Heels, 1989
© Münchner Stadtmuseum
Museen heute

München Lenbachhaus: Slawomir Elsner

Lenbachhaus München
Slawomir Elsner
Ausstellung vom 12. Mai 2020 bis 07. Februar 2021

Slawomir Elsners (geb. 1976) zeichnerische Auseinandersetzung mit zwei zentralen Gemälden aus dem künstlerischen Umkreis des Blauen Reiter ist eng verwoben mit seiner eigenen künstlerischen Annäherung an die Frage, warum manche Kunstwerke bedeutender, berühmter und bekannter erscheinen mögen als andere.

Wer schreibt die Kunstgeschichten; was wird darin aufgenommen und was bewusst oder unbewusst anderweitig verortet; wer ist "Star" in einer Sammlung, einer Ausstellung oder einer Hängung; und besitzen diese Fragen an und die Kategorisierung von künstlerischen Arbeiten überhaupt noch Relevanz?

Alexej von Jawlenskys Gemälde "Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff" von 1909 ist eines der bekanntesten und beliebtesten Werke in der Sammlung des Blauen Reiter im Lenbachhaus, während Marianne von Werefkins "Der Tänzer Alexander Sacharoff" aus dem gleichen Jahr in der Fondazione Marianne von Werefkin in Ascona zu Hause ist und erstmals in der Ausstellung "Lebensmenschen" 2019/20 hier vor Ort zu sehen war.

Direkt eingebunden in die Sammlung Blauer Reiter des Lenbachhauses lassen Elsners präzise und mit spitzem Stift gezeichnete Arbeiten die verschwommene Erinnerung an die Originalvorlage bewusst aufleben, die im Fall von Jawlenskys Gemälde lediglich an einer anderen Stelle im Museum hängt, und im Fall von Werefkins Arbeit bis Februar diesen Jahres 2020 hier ausgestellt war.

Dabei kopiert Elsner nicht etwa die bekannten Vorbilder, sondern setzt sich intensiv in seiner ganz eigenen Technik Strich für Strich mit ihnen auseinander. Lediglich das Format der beiden Gemälde behält er während seines vielschichtigen Abstraktionsprozesses bei.

Scheinbare Gegensätze wie Präzision und Unschärfe, Detail und Distanz, Vergessen und Erinnern vereinen sich dabei in Slawomir Elsners Intervention und verweisen auf ihre Zusammengehörigkeit und die graduelle Achse, die diese Pole verbindet.

Kuratiert von Anna Straetmans
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau MünchenLuisenstraße 33,
80333 München
Abbildung:

Slawomir Elsner
Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff, 2019, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Sammlung KiCo
(nach Alexej von Jawlensky, 1909, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München)
Foto: Sebastian Schobbert
Museen heute

Pinakothek der Moderne: AUGUST SANDER. SARDINIEN 1927

Pinakothek der ModerneAUGUST SANDER. SARDINIEN 1927

Ausstellung bis Oktober 2020
Die Stiftung Ann und Jürgen Wilde in der Pinakothek der Moderne zeigt ab Mai 2020 aus ihren Sammlungsbeständen ein seltenes Konvolut von originalen Fotografien von August Sander, die dieser während einer Italienreise im Jahr 1927 aufgenommen hatte.August Sander (1876 –1964) gilt als einer der bedeutendsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit und des Neuen Sehens der 1920er- und 1930er-Jahre. Mit seinem epochalen Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ nimmt er eine herausragende Position innerhalb der Fotografiegeschichte des vergangenen Jahrhunderts ein.Wenige Jahre bevor er mit dem Bildband „Antlitz der Zeit“ (1929), dem Ankündigungsband zu seinem epochalen Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“, als Porträtist der Gesellschaftsordnung der Weimarer Republik bekannt wurde, unternahm er 1927 mit dem befreundeten Schriftsteller und Italienliebhaber Ludwig Mathar (1882–1958) eine gemeinsame Reise nach Italien. Mathar hatte 1926 seine Reisebeschreibung „Primavera. Frühlingsfahrten ins unbekannte Italien“ veröffentlicht und plante ein Buch über die wenig bekannte Insel Sardinien. Im Frühjahr 1927 durchstreiften der Schriftsteller und der Fotograf für mehrere Wochen das zu dieser Zeit noch wenig bereiste Eiland, das als geheimnisvolles, unbequemes und geradezu exotisches Reiseziel galt.Mit Zug und Postauto bewegten sich Sander und Mathar von der Hauptstadt Cagliari ausgehend von Süden nach Norden über die Insel. Sie besichtigten historische Sehenswürdigkeiten wie Kirchenbauten oder landestypische Nuraghen und besuchten entlegene Dörfer und Ortschaften. Durch den befreundeten Maler Filippo Figari erhielten sie Kontakt zur ländlichen Bevölkerung und konnten religiöse Traditionen und Bräuche unmittelbar erleben. Für die beim Münchner F. Bruckmann Verlag mit Ludwig Mathar geplante, aber nicht realisierte Buchveröffentlichung nahm August Sander über dreihundert Fotografien von Architektur, Landschaft, Menschen und Brauchtum auf. Sie zeigen Sanders respektvoll aufmerksamen Zugang zu Situationen des alltäglichen Lebens und lassen die besonderen Eigenheiten von Landschaft, Bauwerken und Bevölkerung sichtbar werden. Sanders Fotografien stellen ein einzigartiges künstlerisches und ethnografisches Bildzeugnis Sardiniens dar, das von Ludwig Mathar als „ein berückend schwermütiges, ein geschichtlich rätselhaftes, ein künstlerisch eigenartiges, ein volkstümlich urwüchsiges Land“ beschrieben wurde.Die Sammlungspräsentation zeigt 25 originale Abzüge der Sardinienserie aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Sie entstammen einem von Ludwig Mathar angelegten Erinnerungsalbum, das Ann und Jürgen Wilde 1975 aus dem Nachlass des Schriftstellers erwarben und 1995 erstmals in einer Kabinettausstellung und einem Begleitbuch veröffentlichten. Ergänzt wird die Sammlungspräsentation mit Dokumenten, Archivalien und historischen Buchpublikationen, die den Entstehungs- und Überlieferungszusammenhang der Fotografien illustrieren.
Pinakothek der ModerneBarer Str. 40,
80333 München
Abbildung:

August Sander, Bauernkinder, Iglesiente (?), 1927
Foto: Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Pinakothek der Moderne, München
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln/VG Bild-Kunst Bonn 2020
Museen heute

Museum fünf Kontinente München: Tikimania. Bernd Zimmer, die Marquesas-Inseln und der europäische Traum von der Südsee

Tikimania. Bernd Zimmer, die Marquesas-Inseln und der europäische Traum von der Südsee

Museum fünf Kontinente
Ausstellung vom 10. Juli 2020 bis 28. Februar 2021

München, Juli 2020. „Tikimania. Bernd Zimmer, die Marquesas-Inseln und der europäische Traum von der Südsee“ lautet der Titel der am 10. Juli 2020 beginnenden Sonderausstellung im Museum Fünf Kontinente. „Tikimania“ präsentiert Werke des Malers Bernd Zimmer zusammen mit Südsee-Objekten aus dem Museum Fünf Kontinente. Das erzeugt Kontraste, ergibt Harmonien und erschafft ein völlig neues Zusammenspiel von europäischer Kunst und ozeanischer Kultur. Der 1948 in Planegg bei München geborene Bernd Zimmer ist einer der wichtigsten Vertreter der „Heftigen Malerei“. 1973 zog der Verlagsbuchhändler und Buchgestalter, Philosoph und Religionswissenschaftler nach West-Berlin, eine ideale Insel-Umgebung für die aufblühende Szene einer später als „Junge Wilde“ bezeichneten Malerbewegung. In Kreuzberg gründete er 1977 mit Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salomé und weiteren Künstler*innen die „Galerie am Moritzplatz“. Mit großer gestischer Vehemenz und starker Farbsinnlichkeit entwickelte sich eine neue expressive Malerei. 1980 gelang der künstlerische Durchbruch. Die Ausstellung „Heftige Malerei“ im Berliner „Haus am Waldsee“ machte ihn als Gegenwartskünstler international bekannt und erfolgreich. Zimmers Landschaftsbilder waren und sind ein Resultat seines ganz spezifischen Sehen-Könnens und seiner äußerst präzisen Beobachtungsgabe. Auf vielen Reisen hat er diese Talente entwickelt, vermehrt und vervollkommnet. 1995 bereiste Bernd Zimmer mit einem Frachtschiff die Inselgruppe der Marquesas in der Südsee, seine Beobachtungsgabe, die Sensibilität für Farben, Licht und kulturelle Bedingungen immer im Gepäck. Er hat seine Eindrücke nicht vor Ort aquarelliert oder Gesehenes skizziert, sondern bewegende Stimmungen als Erinnerungsbilder in sich selbst gespeichert, um sie nach seiner Rückkehr künstlerisch umzusetzen. Der Mythos von der Südsee, der Traum von idealen Insel-Landschaften und lustbetonten, glücklichen Menschen war eines seiner Reisemotive. Er machte sich auf die Suche nach Orten, die schon den Maler Paul Gauguin oder Schriftsteller wie Herman Melville auf den Marquesas-Inseln inspiriert hatten. Der polynesische Ausdruck „tiki“ bezeichnet eine menschenähnliche, oft mit übernatürlichen Qualitäten versehene Gestalt. Tiki-Figuren sind meist aus Holz, Knochen oder Zahn geschnitzte bzw. aus Stein gehauene Skulpturen. Die Mehrzahl der von den Marquesas inspirierten Werke Bernd Zimmers zeigt (mindestens) einen Tiki. Der Appeal dieser eindrucksvollen Figuren, die mit ihrer Verbreitung und starken Präsenz zu den wichtigsten und alles durchdringenden künstlerischen Äußerungen der Marquesaner gehören, aber auch die westlichen Imaginationen von den Marquesas-Inseln, die sich seit der europäischen „Entdeckung“ wie ein roter Faden bis in die Gegenwart ziehen, haben der Ausstellung den augenzwinkernden Titel „Tikimania“ gegeben. Am Beispiel von Bernd Zimmers Kunstwerken, den Marquesas-Objekten der Sammlung des Museums Fünf Kontinente und den kreativen Neuschöpfungen des amerikanischen Tiki-Pop wird gezeigt, was ein Tiki alles sein kann. 
Neben Figürlichkeit und Materialität der Tiki waren es (vermeintliche) Charakteristika der marquesanischen Kultur, welche westliche Vorstellungen und Phantasien anregten und in Form einer „Mania“ oder Obsession bis heute immer wieder aufgriffen. Sehnsüchte nach dem unberührten Paradies einerseits und Abscheu vor den vermeintlichen Inseln der Kannibalen andererseits hatten bereits Melville und Gauguin bewegt. „Tikimania“ spürt der europäischen Rezeption nach und setzt die Werke Bernd Zimmers mit Geschichte und Kultur der Marquesas-Inseln und wirkmächtigen westlichen Phantasien in Beziehung. Nicht von ungefähr bildete Wassily Kandinsky 1912 im berühmten Almanach „Der Blaue Reiter“ einen reich beschnitzten Stelzentritt von den Marquesas aus im Museum Fünf Kontinente verwahrten Sammlungen ab.

Museum Fünf Kontinente
Maximilianstraße 42
80538 München

Abbildung:
Bernd Zimmer: Tiki. Ua Pou, 1996
© Bernd Zimmer, VG Bild-Kunst Bonn, 2020
Museen heute

Franz Marc Museum Kochel: Anselm Kiefer - Opus Magnum

Franz Marc Museum KochelAnselm Kiefer - Opus Magnum

Ausstellung vom 12. Juli 2020 bis 21. Februar 2021

Unter dem Titel Opus Magnum, hat Anselm Kiefer 2016 sechs großformatige Fotografien und dreiundzwanzig Vitrinen zusammengefasst. Wie Zeitkapseln enthalten diese Glasbehälter die verschiedenen Topoi seines Werks. Die durchsichtigen Schreine umfassen ein komplexes, assoziationsreiches Ensemble von Dingen und Bedeutungen. Sie sind zugleich transparent und dicht, leicht und schwer. Von diesem Themenreichtum ausgehend fragt die Ausstellung nach der wichtigen Rolle von literarischen, mythologisch und biblischen Topoi im Werk Anselm Kiefers und stellt den Vitrinen kurze assoziative Texte von zeitgenössischen Schriftstellern, darunter Marion Poschmann, Christoph Ransmayr und Ferdinand von Schirach, gegenüber. Über diesen literarischen Zugang werden die immer gleichen und stets aufs Neue variierten Motive Anselm Kiefers neu beleuchtet. Mit Georg Baselitz und Gerhard Richter gehörte Anselm Kiefer zu den deutschen Künstlern, die, während oder kurz nach Nationalsozialismus und Weltkrieg in Deutschland geboren, sich einem allgemeinen Schweigen über die jüngste Vergangenheit entgegenstellten: “Ich lebte unter Leuten, die alle dabei waren und nicht darüber reden wollten. Diese Zeit war ein leerer Raum.“, beschrieb er selbst die Situation. In engem Zusammenhang mit diesem Blick auf die Geschichte stehen Kiefers ideengeschichtliche Verwurzelung in der Romantik und die Verbindung von Mythologie und Moderne, die sein Werk charakterisiert.
 Franz Marc Museum         
Franz Marc Park 8-10                                                                                                   
82431 Kochel a. See    


Abbildung:
Anselm Kiefer, Das Sonnenschiff (Detail), o.J.
Franz Marc Museum, Kiefer-Sammlung Grothe, © Anselm Kiefer,
Foto: Collecto.art
Museen heute

München Theatermuseum: REGIETHEATER - EINE DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE GESCHICHTE

REGIETHEATER - EINE DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE GESCHICHTE
Theatermuseum München
Ausstellung vom 17. Juli 2020 bis 11. April 2021

OTTO BRAHM - MAX REINHARDT - LEOPOLD JESSNER - FRITZ KORTNER - GUSTAF GRÜNDGENS - PETER ZADEK - PETER STEIN - CLAUS PEYMANN
Regietheater – ein Reizwort der deutschsprachigen Theatergeschichte. Es polarisiert seit über 100 Jahren die Menschen auf und hinter der Bühne und im Zuschauerraum wie in der Kritik. Die konservative Gruppe, die an Bewährtem festhalten will, führt die Werktreue im Munde, ein zentraler Begriff in der Diskussion darüber, was Regietheater darf und was nicht.

Der 1968er Generation, auf deutschsprachigen Bühnen vertreten durch Peter Zadek, Claus Peymann oder Peter Stein, wird gern das Monopol des Regietheaters zugeschrieben, als sei es ihre  Erfindung. Doch eine der heftigsten Diskussionen um dieses Thema entfachte sich bereits 1919 bei der Premiere von Friedrich Schillers Wilhelm Tell in der Inszenierung von Leopold Jessner.

Regiegenerationen sollten diese Ausstellung und ihre begleitende Publikation ursprünglich heißen, was für einen weiter gefassten Fokus verworfen wurde. Dennoch ist festzustellen, dass innovative Entwicklungen in der Geschichte der deutschsprachigen Regie sich häufig in Konfrontationen der Generationen herausgebildet haben; diesen Spuren wird gefolgt.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, beginnt bei Otto Brahm und Max Reinhardt, der in Abwendung von seinem geistigen Mentor sein eigenes Theater zu profilieren suchte. Bei diesem wiederum begannen Fritz Kortner und Gustaf Gründgens ihre Karrieren und suchten in Abgrenzung zu ihm ihren eigenen künstlerischen Weg. Fritz Kortners Regieassistent war einmal Peter Stein, der ihn später eher skeptisch sah, dagegen von dessen Vorläufer Max Reinhardt szenographische Spielideen übernahm.

Optisch unterstrichen wird diese Geschichte vor allem durch Bühnenbildentwürfe, da das szenographische Material weitaus ergiebiger ist, als das Fotomaterial der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts – aus technischen Gründen – sein kann. Umfängliche Recherchen führen Original-Grafiken zusammen aus Sammlungen in Köln, Wien, Berlin, Salzburg, Saarbrücken und München.

Deutsches Theatermuseum,
Galeriestr. 4a (Hofgartenarkaden),
80539 München
Museen heute

Kunstraum Schwifting: 100 Jahre INGEBORG WEIGAND

Kunstraum Schwifting
100 Jahre INGEBORG WEIGAND

Ausstellung vom 01. Agust bis 15. Dezember 2020Die Ausstellung ist geöffnet nach Vereinbarung und an den Veranstaltungsabenden und endet am 15. Dez. 20.


Am Samstag 1. August 2020 um 15 Uhr eröffnet Sonia Fischer vom Neuen Stadtmuseum Landsberg die Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag der expressionistischen Malerin Ingeborg Weigand und wird eine Einführung in den antifaschistischen Zyklus und das Werk von IW geben.

"Wirkliche Maler sind rar geworden und die Verwirrung  über das, was Malerei sein soll, ist groß.... Ingeborg Weigand malt so deutlich und mitteilsam, wie sie sich mitverantwortlich fühlt für die Menschen und Vorstellungen, denen sie farbige Gestalt gibt. Die malerischen Werte aus Farben, Licht, Konturen, kräftigem Strich und fein verteiltem Malmaterial sind immer für die Sache, für die Bildaufgabe, für die Ansprache an andere Menschen da.Solche Malerei kann das lebendige der organischen Erscheinung wie unvergänglich vor uns stellen. Sie kann Ideen und Gefühlen Leben verleihen, Geschichte und Gestorbene wieder erwecken und die Gedanken nicht nur begleiten, sondern bildhaft machen."
Dr. Richard Hiepe

Vita INGEBORG WEIGAND

1920 in Hannover geboren
Jugendzeit in Düsseldorf verbracht
Besuch der Textil- und Webeschule in Krefeld
Mal- und Zeichenschule in Düsseldorf
Während des Hitlerfaschismus muss sie ihre Ausbildung unterbrechen
Vater im KZ – Esterwegen und Dachau
Nach dem Krieg siedelt die Malerin nach München über, dort absolviert sie die Akademie der bildenden Künste
Ausstellungen in verschiedenen Städten Europas.
1967 nimmt sie eine Lehrtätigkeit an einer Münchener Kunstschule auf
Ab 1972 eigenes Mal- und Zeichenstudio für Frauen in München und
Ab 1976  auch in Schwifting bei Landsberg
Ausstellungen im Stadtmuseum Landsberg und in der Galerie Raasch
Regelmäßige Beteiligungen im: Kunstsalon, Haus der Kunst, München Galerie der Künstler, München
Berufsverband Bildender Künstler, München
1995 stirbt Ingeborg Weigand in Schwifting
2005 – Gedächtnisausstellung im NeuenStadtmuseum Landsberg
2010 – Anlässlich des 15. Todestages und 90. Geburtstages zeigt der KUNSTRAUM SCHWIFTING die Bilder und Zeichnungen von Ingeborg Weigand

Publikation:
Illustrationen zu den Bänden von Ernest Hemingway, Nelly Sachs, Elsa Triolet, August Strindberg, Emil Zola, Charles Dickens, Rodja Weigand, Franziska Sellwig, Gustav Flaubert und im Landsberger Lesebuch

1976, Kunstband über die Malerin Ingeborg Weigand mit einem Vorwort von Dr. Richard Hiepe
1995, Bildband über die Malerin Ingeborg Weigand mit Einführungen von Dr. Maria Rüger und Rudij Bergmann sowie Gedichten von Franziska Sellwig und Rodja Weigand
KUNSTRAUM SCHWIFTING,
Kirchberg 9,
86940 Schwifting bei Landsberg am Lech,
Ruf 0 81 91 - 12 101
Abbildung: Portrait Sellwig
Literatur
Freitag, 23.10.2020

Thomas Pynchon „Die Enden der Parabel – Gravity's Rainbow“

Sie überlegen noch, wie sie unter den gegebenen Umständen die letzten Monate dieses Jahres verbringen? Oder wohin Sie in den Herbstferien reisen? Oder, ob Sie den Hinweis, die nächste Zeit in den häuslichen vier Wänden zu verbringen ernst nehmen? Wir empfehlen eindeutig zu Letzterem. Und beschaffen Sie sich am besten für diese Zeit das Mammuthörspiel „Die Enden der Parabel“ von Thomas...
Film
Donnerstag, 22.10.2020

SCHWESTERLEIN

Lisa, einst brillante Theaterautorin, schreibt nicht mehr. Sie lebt mit ihrer Familie in der Schweiz, doch ihr Herz ist in Berlin geblieben – bei ihrem Zwillingsbruder Sven, dem berühmten Bühnendarsteller. Seit dieser an einer aggressiven Leukämie erkrankt ist, sind die Geschwister noch  enger verbunden. Lisa weigert sich, den Schicksalsschlag hinzunehmen und setzt alle Hebel in  Bewegung,...
Musik
Mittwoch, 21.10.2020

Jean Françaix / Francis Poulenc „Chamber Music“

Beide kannten sich nicht nur gut. Ihre künstlerische Haltung wies, trotz eines Altersunterschiedes von dreizehn Jahren, enorme Parallelen auf. Jean Françaix (1912-1996) und Francis Poulenc (1899-1996) haben in einer Zeit, die gekennzeichnet war von großen gesellschaftlichen Umbrüchen sowie künstlerischen Neuorientierungen, an ihren eigenen Überzeugungen festgehalten. Sie haben sich...
Interview
Montag, 19.10.2020

David Klein - Billie Holiday, die größte Jazzsängerin, die je gelebt hat

Bis vor kurzem tourte David Klein noch mit der Sängerin und Schauspielerin Jasmin Tabatabais durch die Lande. Damals noch in Vorfreude auf das 3. gemeinsame Album „Jagd auf Rehe“, das mittlerweile erschienen ist. „Stilvoll, charmant, gut“, urteilte die Zeitschrift stereoplay im Juni dieses Jahres knapp.David Klein, Saxophonist, Schlagzeuger,...
Abzug
Sonntag, 18.10.2020

(Alp-)Traumhaft 27

Martin Gebhardt, München
(Alp-)Traumhaft 27
2020...
Ausstellungen
Freitag, 16.10.2020

Bruno Konrad (1930-2007): Komposition IV, 1996

Bruno KonradKomposition III, 1996Aquarell und Tusche, Klebetechnik auf Chinapapier68 x 45cmVita Bruno KonradBruno Konrad (* 13. Dezember 1930 in Kaunas, Litauen; † 25. März 2007 in Höckendorf bei Dresden) war ein deutscher Maler und Grafiker. Von 1985 bis 1994 war er Professor für Grafik.LebenNach dem Erlernen des Bäckerhandwerks und einer...
Film
Donnerstag, 15.10.2020

DIE STIMME DES REGENWALDES

Die wahre Geschichte von Bruno Manser. 1984: Auf der Suche nach einer Erfahrung jenseits der Oberflächlichkeit der modernen Zivilisation reist Bruno Manser in den Dschungel von Borneo und findet sie beim nomadischen Stamm der Penan. Die Begegnung verändert sein Leben für immer. Als die Penan von massiver Abholzung bedroht werden, nimmt Manser den Kampf gegen die Waldzerstörung mit einem Mut und...
© 2020 kultkomplott.de | Impressum
Nutzungsbedingungen & Datenschutzerklärung
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.