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Museen Münchner Stadtmuseum: Adolphe Braun
Adolphe Braun. Ein europäisches Photographie-Unternehmen und die Bildkünste im 19. Jahrhundert

6. Oktober 2017 – 21. Januar 2018

Der Franzose Adolphe Braun (1812-1877) zählt zu den erfolgreichsten Fotografen im Europa des 19. Jahrhunderts. Mit einer mehr als 300 Aufnahmen umfassenden Serie von Blumenstillleben gelang ihm1855 auf der Pariser Weltausstellung der künstlerische Durchbruch. Von 1860 an fotografierte Braun mit seiner großformatigen Kamera die alpinen Landschaften und Städte der Schweiz, die gelegentlich von Gustave Courbet als Vorlagen für Gemälde verwendet wurden. Nicht nur in der französischen und deutschen Kunst von Claude Monet, Rosa Bonheur, Eugène Fromentin, Ernest Meissonier oder Anselm Feuerbach waren die Fotografien von Braun als Studien beliebt, auch die amerikanische Stilllebenmalerei von William Harnett verdankt dem Elsässer wesentliche Impulse. Die Tradition des Familienunternehmens wurde nach dem Tode von Adolphe Braun von dem Sohn Gaston Braun weitergeführt, der spektakuläre Fotokampagnen von Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan sowie in Ägypten anläßlich der Eröffnung des Suez-Kanals 1869 realisierte. Ein Sonderkapitel stellt die Zusammenarbeit von Braun mit dem bayerischen Königshaus unter Ludwig II. für die Einrichtung der Königsschlösser Linderhof und Herrenchiemsee dar.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München


Bilder:

Adolphe Braun, Schafherde, 1860-1862, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Adolphe Braun, Chrysanthemen, um 1855, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Gaston Braun und Amédée Mouilleron, Sphinx und Pyramiden von Gizeh, 1869, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum
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Kinder Münchner Theater für Kinder: Pettersson feiert Weihnachten
Pettersson feiert Weihnachten

m Hause Pettersson und Findus laufen die Weihnachtsvorbereitungen auf vollen Touren. Doch als sie im Wald nach einem schönen Tannenbaum suchen, passiert das Unglück: Findus saust mit seinem Schlitten auf Pettersson zu und bringt den alten Mann zu Fall. Der verstauchte Fuß von Pettersson bringt das Chaos am Weihnachtstag so richtig ins Rollen. Die Wunschzettel der Hühner gehen verloren und der selbst gebastelte Weihnachtsbaum sieht eher aus wie eine riesige, grüne Klobürste. Als dann auch noch der listige Fuchs Snorre die beste Legehenne raubt, machen sich Findus und die das Federvieh auf den Weg, um ihre Freundin zu retten.

Dass es schließlich doch noch ein schöner Weihnachtsabend wird, verdankt Findus dem alten Pettersson, einer Hühner-Rakete und … natürlich dem Weihnachtsmann. Stille Nacht? Bestimmt nicht!

Geeignet ab 4 Jahren
Dauer: 1:50 Stunden
Beginn: 10.00 Uhr

Münchner Theater für Kinder
Dachauer Str. 46
80335 München

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Kinder Münchner Theater für Kinder: Pinocchio - Das Musical
Pinocchio - Das Musical

Nicht im Traum hätte der alte Tischlermeister Geppetto gedacht, dass seine Holzpuppe Pinocchio, die er aus dem Ast einer Pinie geschnitzt hat, sprechen und sich ohne Fäden bewegen kann! Noch größer ist sein Erstaunen, als die Puppe zudem singt, tanzt und allerlei Schabernack mit dem Alten treibt. Doch Pinocchio verspricht Geppetto, nie mehr zu lügen und in die Schule zu gehen, um ein gescheiter, braver Junge zu werden. Leider beginnt auf dem Weg dorthin der eigentliche Schlamassel: vom Puppenspieler Feuerfresser wird Pinocchio fast als Feuerholz verwendet. Der Fuchs und der Straßenkater betrügen ihn um seine wohlverdienten Goldstücke. Im Land der Dummköpfe wird er in einen Esel verwandelt und im Zirkus lacht man ihn aus. Als er schließlich auch noch von einem Wal verschluckt wird, glaubt Pinocchio, das sei das Ende − aber im Bauch des Wals wartet eine Überraschung auf ihn! Manche Lügen haben eben kurze Beine und andere lange Nasen…

Geeignet ab 5 Jahren
Dauer: 2 Stunden
Beginn: 15.00 Uhr

Münchner Theater für Kinder
Dachauer Str. 46
80335 München

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Theater Germering Stadthalle: Der kleine Prinz
Der kleine Prinz

Musical mit LIVE Orchester
von Deborah Sasson und Jochen Sautter

„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry ist eines der meistgelesenen Bücher der Welt. Saint-Exupéry erzählt die traumhafte Geschichte eines Prinzen, der von einem fernen Stern kommt und den Menschen hier auf der Erde - nur scheinbar - einfache Fragen stellt. Mit ausgefeilten Projektionstechniken, Verwandlungsszenarien und einem enormen Bühnenbauplan füllen internationale Musicalstars die Geschichte des „Kleinen Prinzen“ mit Leben. Ein zauberhaftes Highlight für die ganze Familie!
Der junge Sänger und Schauspieler Moritz Bierbaum spielt die Rolle des Prinzen, die Rolle des Piloten verkörpert der frankokanadische Bass-Bariton Benoit Pitre.

Stadthalle Germering
Landsberger Str. 39
D-82110 Germering
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Tipp Germering Stadthalle: Der kleine Prinz
Der kleine Prinz

Musical mit LIVE Orchester
von Deborah Sasson und Jochen Sautter

„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry ist eines der meistgelesenen Bücher der Welt. Saint-Exupéry erzählt die traumhafte Geschichte eines Prinzen, der von einem fernen Stern kommt und den Menschen hier auf der Erde - nur scheinbar - einfache Fragen stellt. Mit ausgefeilten Projektionstechniken, Verwandlungsszenarien und einem enormen Bühnenbauplan füllen internationale Musicalstars die Geschichte des „Kleinen Prinzen“ mit Leben. Ein zauberhaftes Highlight für die ganze Familie!
Der junge Sänger und Schauspieler Moritz Bierbaum spielt die Rolle des Prinzen, die Rolle des Piloten verkörpert der frankokanadische Bass-Bariton Benoit Pitre.

Stadthalle Germering
Landsberger Str. 39
D-82110 Germering
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Theater Fürstenfeld: Chiemgauer Volkstheater - Der Kartlbauer
Chiemgauer Volkstheater
Der Kartlbauer

Leitung: Bernd Helfrich; Regie: Mona Freiberg

Auf dem Kirchbauer-Hof ist einiges im Argen. Seit Bauer Martin nach einer unglücklichen Liebe nichts mehr von den Frauen wissen will, ist er dem Kartenspielen verfallen. Seine Schwester Anna und Knecht Gustl haben Angst, dass er Haus und Hof verspielt. Doch so sehr die beiden es auch versuchen, sie können ihn nicht kurieren. Als die hübsche Christl als Aushilfe an den Hof kommt, scheint es, als könne sie Martins Herz erweichen. Doch Martin hat ein unglückseliges Kartenspiel mit dem Großbauern Bachmeier verloren und sich verpflichtet, dessen hässliche Tochter zu heiraten. Verzweifelt greift der Bauer noch einmal zu den Karten um sein „Glück“ zurückzugewinnen.

Fürstenfeld 12,
82256 Fürstenfeldbruck
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Kabarett Freising: Lewi´s Ukulele Cabaret
Lewi´s Ukulele Cabaret

Ein Abend mit Petra Lewi und ihren Musikalischen Drei-Minuten-Dramen u. a. mit Ukulele und Singender Säge. Ein lyrisch-musikalisches Programm.
Individualität hat bei ihr vier Saiten und gehört zum guten Ton.
Nach langjähriger Bühnenpräsenz beherrscht Petra Lewi die Facetten bester Unterhaltung. Was sie als Schauspielerin, Sprecherin und Sängerin geprägt hat, bringt sie in ihrem Solo-Programm zum Ausdruck – mit Ukulele, Singender Säge und unverwechselbarer Stimme. Mal witzig, mal frech, mal melancholisch. Ihre musikalischen Drei-Minuten-Dramen haben es in sich: Kreativ interpretierte Coversongs von Tom Waits, Lady Gaga, Sportfreunde Stiller, Nancy Sinatra, Elvis Presley, Talking Heads und Lana del Rey umrahmt Petra Lewi mit geistreichen Gedichten und Geschichten. Über die Liebe, das Leben und andere Kleinigkeiten.
Alleine auf der Bühne als Chansonnière, Erzählerin und spannender Unterhalterin. Nur ihre Stimme und ein paar kleine Instrumente. Ohne Netz und doppelten Boden. Berührend, intim und sehr persönlich.

Furtnerbräu
Obere Hauptstraße 42
85354 Freising
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Konzert München Einstein: Das Gedächtnis des Wassers
Das Gedächtnis des Wassers
von Shelagh Stephenson

Ein Todesfall, drei Schwestern und jede Menge Probleme! Mary, Teresa und Cathy können sich schon nicht über den Blumenschmuck einigen, viel weniger über die Erinnerung an ihre Kindheit. Wie war ihre Mutter eigentlich? Muss man ihren Tod beweinen? Was kann man dagegen tun, dass man wird wie sie? Und dann sind da auch noch die Männer!
Die taffe Ärztin Mary hat ihr Leben eigentlich im Griff und ist doch nicht glücklich. Kurz vor vierzig fragt sie sich, ob ihre Daueraffaire mit dem verheirateten Mike alles ist, was sie vom Leben erwartet. Was macht sie so besessen von dem jungen Patienten, der sein Gedächtnis verloren hat? Warum träumt sie in letzter Zeit ständig von ihrer Mutter?
In Zeiten der Selbstoptimierung in Twittergeschwindigkeit verlernen wir das Innehalten. Den Tod eines geliebten Menschen aber muss man Verarbeiten. Um glücklich zu werden, muss man ehrlich sein zu sich selbst. „Das Gedächtnis des Wassers“ ist ein kluges Drama über Lebenslügen und eine turbulente Komödie über den Selbstbehauptungswillen unangepasster Frauen im Ausnahmezustand.

Es spielt Theater PUR.

Einstein-Kultur
Einsteinstrasse 42
81675 München
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Museen Dachau Bezirksmuseum: 500 Jahre Reformation
Bezirksmuseum Dachau

500 Jahre Reformation
Zur Geschichte der Protestanten im Dachauer Land

19. Mai 2017 bis 28. Januar 2018

Die öffentliche Kritik Martin Luthers an den kirchlichen Missständen, insbesondere am Ablasshandel, verbreitete sich infolge der Erfindungen im Buchdruck im ganzen deutschsprachigen Raum wie ein Lauffeuer. Sie traf den Nerv der Menschen und stieß zunächst auch in Bayern auf Sympathien.
Die Bauern im Landgericht Dachau blickten über den Lech auf die blutigen Kämpfe ihrer unterdrückten Standesbrüder. Auch in den Hofmarken und Klöstern gärte es: 1528 wurden die adeligen Brüder Augustin und Christoph Perwanger, Anhänger der Täufer-Bewegung und Hofmarkbesitzer von Günzlhofen und Vogach, als Ketzer hingerichtet. Im Kloster Altomünster begeisterte sich Johannes Hausschein, genannt Oecolampadius für die reformatorische Sache und auf Schloss Odelzhausen finden wir in Johannes Mathesius, den ersten Biografen Martin Luthers.
Was als Widerspruch begann, endete mit der Abspaltung der evangelischen Kirche. Doch Bayern blieb gemäß dem Grundsatz cuius regio, eius religio katholisch. Erst in Folge des Religionsedikts von 1803 wanderten protestantische Familien aus der Pfalz ins Dachauer Land ein. Barbara Strohms Tagebuch verrät, wie sie sich fühlte, als sie zusammen mit ihren Eltern 1819 Wagenried im Landgericht Dachau erreichte: in einem fremden Land und nicht katholisch. Damals entstanden in Kemmoden und Lanzenried die ersten evangelischen Kirchenbauten. Doch war der Weg zum toleranten Miteinander nicht selten mühevoll. Man wolle wohl auch lieber ächt katholische Dornen, Disteln und Sümpfe, als ketzerische Wiesen und Futterkräuter haben, vermutete der Protestant Friedrich Nicolai auf seiner Reise durch das Bayernland im Jahr 1781.
Schließlich wurde durch die gewaltigen Flüchtlings- und Vertriebenenströme nach dem Zweiten Weltkrieg die konfessionelle Spaltung allerorten greifbar. In Dachau und Karlsfeld machten die Protestanten nun fast ein Viertel der Bevölkerung aus. Wie aber erging es den andersgläubigen Fremden, wie den alteingesessenen Katholiken? Zuwanderung, Vorurteile, Ausgrenzung und Integration fanden damals statt.
Die Ausstellung geht der regionalen Historie mit vielen interessanten Objekten nach, darunter Ablassbriefen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, einer frühen Ausgabe der Lutherbiografie von Johannes Mathesius aus dem Jahr 1570 und Filmausschnitten über die protestantischen Neusiedler aus der Pfalz.
Zu Beginn der kalten Jahreszeit wird die Ausstellung um das Thema ›Protestantische Weihnachtszeit‹ ergänzt.
Zur Ausstellung erscheint ein informativer Begleitband.


Bezirksmuseum Dachau
Augsburger Straße 3
85221 Dachau
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Museen München Haus der Kunst: Oscar Murillo & Polina Kanis
Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation

Kapsel 08 / Polina Kanis
The ProcedureMünchen

HAUS DER KUNST
Ausstellung vom 15. September 2017 bis 18. März 2018

Vom 15. September 2017 bis zum 18. März 2018 zeigt das Haus der Kunst die vierte Ausgabe seiner Kapsel-Ausstellungen. Diese Reihe eröffnet Einblicke in gegenwärtige künstlerische Produktionen und Methoden. Sie bietet jungen, international aufstrebenden Künstlern mit einer markanten konzeptuellen Vision die Gelegenheit, eine neue Arbeit zu entwickeln und vorzustellen. In diesem Herbst wurden der aus Kolumbien stammende, in London lebende Künstler Oscar Murillo (*1986) und die derzeit in Amsterdam lebende, russische Künstlerin Polina Kanis (*1985) eingeladen. 

Oscar Murillo
In nur wenigen Jahren hat Oscar Murillo eine der aufregendsten Positionen der Gegenwartskunst entwickelt. Seine ursprüngliche Fokussierung auf die Malerei hat er durch die Integration von Videos, Zeichnungen, Drucktechniken, Skulptur, installativen und performativen Elementen wesentlich erweitert.  Aufsehen erregend war seine Installation „Signalling devices in now bastard territory“ auf der 56. Biennale von Venedig (2015). Dort verhängte er den Zentralpavillon mit einer Reihe schwerer schwarzer Leinwände. Diese waren im selben Jahr erstmalig bei einer Präsentation in Bogotá aufgetaucht. Raumgreifend und extrem dicht, bestehen diese Installationen aus schweren, teilweise zerrissenen und wieder zusammengenähten Leinenstoffen, beidseitig mit schwarzer Ölkreide und Ölfarbe bemalt. Sie sind auf Stahlkonstruktionen drapiert, die an Obduktionstische oder an die Gerüste von Stockbetten erinnern, oder wie an Wäscheleinen aufgehängt, die den Raum ihrerseits neu ordnen. Historische, ökonomische, gesellschaftliche und philosophische Assoziationsfelder sind gegenwärtig: Waagen, die an industriell gefertigten Haken montiert sind, repräsentieren ein System des Messens; ein Gemisch aus Ton und Mais setzt skulpturale Akzente, Lebenszeichen ähnlich. Boden, Wände und Blickachsen verbinden sich zu einer vibrierenden Raumkonstellation. 

Polina Kanis

Für ihre Ausstellung im Haus der Kunst hat Polina Kanis erstmals eine Dreikanalinstallation geschaffen. Damit erweitert sie ihre bisherige filmische Praxis.  Die Protagonisten von Polina Kanis' bisherigen Filmwerken bewohnen geschlossene räumliche Systeme. Sie führen automatisierte und ritualisierte Handlungen aus, die von einer unsichtbaren Instanz gelenkt zu sein scheinen. Mit dieser Art Mikrokosmos drückt Polina Kanis ihr Interesse daran aus, wie architektonische Gegebenheiten Machtstrukturen begünstigten, Menschen beeinflussen und sogar pervertieren. Bereits in ihrem 2016 realisierten Projekt „The Shift“ diente ein Museumsgebäude als Ausgangspunkt für Reflexionen über Gemeinschaft und Isoliertheit. Auch in ihrer eigens für das Haus der Kunst neu geschaffenen Installation „The Procedure“ ist das Gebäude ein Museum, doch diesmal liegt es in Trümmern – es fiel einer nicht genauer benannten Katastrophe zum Opfer. Zwar werden Maßnahmen angestrengt um herauszufinden, was geschehen ist, doch bleiben diese vage und stumm. Alle Befragten antworten mit demselben Satz: „Ich habe nichts gesehen.“  Der Film führt den Betrachter in eine geteilte Welt. Das ehemalige Museum und der umgebende Wald sind zum Sperrgebiet geworden, die Zone und ihre Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten. Die Personen dürfen die andere Seite erst nach einem Verhör an der Grenze betreten, und vielleicht auch nur dann, wenn sie Artefakte aus dem Museum - die sie ausgegraben, gesammelt undherausgeschmuggelt haben –, zum Tausch anbieten.

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN

Bilder:

- Polina Kanis
Celebration
2014
HD Video, Loop
13:27 Min
Courtesy of the artist

- Polina Kanis
Eggs
2010
HD Video
17:16 Min
Courtesy of the artist

- Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation
Haus der Kunst 2017
Installationsansicht/ Installation view
Photo: Maximilian Geuter

- Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation
Haus der Kunst 2017
Installationsansicht/ Installation view
Photo: Maximilian Geuter
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Museen München Haus der Kunst: Again and Again: Samlung Goetz im Haus der Kunst
Again and Again: Samlung Goetz im Haus der Kunst

HAUS DER KUNST
Ausstellung vom 15. September 2017 bis 08. April 2018

„Again and Again“ veranschaulicht, wie formale und räumliche Strategien der Wiederholung – wie etwa Loop, Mehrkanal-installationen, Split Screen, mehrfache Perspektiven oder Experimente mit Serialität – das erzählerische Instrumentarium digitaler Videoarbeiten der 1990er- und 2000er-Jahre erweitert haben. Die hier versammelten Arbeiten beschäftigen sich mit einem zersplitterten Bild vom Selbst um die Jahrtausendwende. Ein deutliches Interesse an Entwürfen von individueller und kultureller Identität verbinden die Künstlerinnen und Künstler mit einem analytischen Blick auf die Massenmedien, Genderforschung, wissenschaftlichen Fortschritt sowie auf ihr eigenes Medium, den Film. Schon die ersten Beispiele von Videokunst aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren zeigen, wie dieses Medium von Anfang an mit Ideen des Selbst verbunden war. Die Beziehung zwischen dem gefilmten Objekt (oft der Künstler oder die Künstlerin selbst), der Kamera und dem Wiedergabe-Monitor bedeutete, dass die Künstler die Bilder, die sie schufen, simultan anschauen und sofort mit ihrem eigenen Abbild interagieren konnten. Das führte dazu, dass der Wiedergabe-Monitor oft in das Kunstwerk selbst integriert wurde: Künstler benutzten ihn wie einen Spiegel. Diese Verschmelzung der physischen Reflexion mit dem kognitiven Akt der Selbstreflexion hatte zur Folge, dass in der Videokunst der psychologische Zustand elementarer Bestandteil des Werks geworden ist. Um diese Verquickung von Psychologie und bewegtem Bild geht es in den Arbeiten von Kristin Lucas, Doug Aitken und Tracey Emin. In „The Interview“ führt Tracey Emin beispielsweise einen psychoanalytischen Dialog mit sich selbst, der als Gespräch zwischen zwei verschieden gekleideten Traceys inszeniert ist. Die eine Tracey, die auf der Couch sitzt, repräsentiert das Irrationale, während die zweite den Advocatus Diaboli spielt und eine rationalere Version der Ereignisse vorbringt; eine Anordnung, die eindeutig freudianischen Konzepten verpflichtet ist. 

Eine kritische Analyse der Verbindung zwischen persönlicher Identität und Massenmedien prägt mehrere Werke in der Ausstellung, die populärere Formen der Mainstream-Bildproduktion unter die Lupe nehmen: Kino, Fernsehen und Werbung. Mathilde ter Heijne und Candice Breitz verwenden beispielsweise gefundenes Filmmaterial und Sampling-Techniken, um zu zeigen, wie die Medien die Entwicklung der weiblichen Identität beeinflussen. Für die Arbeit „Becoming“ (2003) schlüpft Breitz in die Rolle weiblicher Hollywoodstars, um die abgenutzten Klischees weiblichen Verhaltens im Kino zu analysieren. Der Titel bezieht sich auf das Buch „Das Andere Geschlecht“ (1949), in dem Simone de Beauvoir die Theorie aufstellt, "man wird nicht als Frau geboren, man wird es", sowie auf die populäre MTV-Show „Becoming“, die ehrgeizigen Fans die Gelegenheit bot, Musikvideos ihrer Lieblingsstars nachzustellen. Beim Betreten des Raumes begegnet man einer Hollywoodschau-spielerin, z.B. Meg Ryan, Cameron Diaz oder Julia Roberts, die stereotype und sexistische Sprüche rezitiert, wie sie im Mainstream-Kino oft vorkommen. Umrundet man die Installation, sieht man, wie Breitz diese Szenen in Schwarzweiß nachspielt und dabei besonders auf Körpersprache und Mimik achtet. In Kombination mit ihrem Kurzhaarschnitt und ihrem strengen weißen Hemd stellt Breitz' Nachahmung dieser Gesten die Absurdität von Hollywoods Simplifizierungen des Weiblichen bloß.  Die Arbeiten von Cindy Sherman, Mark Leckey, Ryan Trecartin und Brice Dellsperger sind weitere Beispiele für das sich stets wandelnde Verständnis von Gender-Identität in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren. In der fortlaufenden Serie „Body Double“ (1995) stellt Dellsperger bekannte Filme nach, indem er sich auf einen einzigen oder wenige Protagonisten konzentriert, die dann mithilfe visueller Effekte zur Replik werden. Für „Body Double #17“ stellt er David Lynchs Kultfilm „Twin Peaks: Fire Walk with Me“ (1992) nach.

Dabei lässt er nur zwei Schauspielerinnen auftreten: zwei Schwestern, die sich zwar ähnlich sehen, aber keine eineiigen Zwillinge sind. Szene für Szene werden sowohl Männer- als auch Frauenrollen immer nur von diesen beiden Frauen gespielt; Erwartungen des Publikums werden enttäuscht, da ihm jegliche visuellen Gender-Codes verweigert sind. Im Ergebnis muss der Betrachter ihr „wahres Geschlecht“ mittels Verhaltensdynamik und Handlungen der Charaktere bestimmen. Ryan Trecartin erweitert das Genderspektrum in seiner Arbeit „What’s the Love Making Babies For“ (2003), die sich gegen heteronormative Modelle sexueller Identität und traditionelle Vorstellungen von Fortpflanzung stellt. Indem er eine alternative, "faggy gay"-Existenz vorstellt, bezieht Trecartin kritisch Stellung gegen das klassisch heterosexuelle Familienmodell mit seinen Konnotationen von Selbstoptimierung und Erfolg. Auch Matthew Barneys einflussreicher „Cremaster Cycle“ und Bjørn Melhus’ Achtkanal-Installation „Again and Again (the borderer)“ (1998) befassen sich mit der Biologie der menschlichen Fortpflanzung und gehen auf potenziell verheerende Folgen der Reproduktionstechnologie zum Klonen von Menschen ein. Mit diesen Momenten einer Spaltung oder Replikation des Selbst veranschaulicht die Ausstellung, wie Medien und gesellschaftliche Konstrukten wiederkehrende Identitätsmodelle zyklisch fortschreiben. Das Spektrum von Konzepten des Selbst in „Again and Again“ reicht von Autobiografie und Geständnis (etwa bei Leckey oder Emin) über das Typologische bis hin zum Schematischen (wie bei Sherman oder Melhus). Indem die Arbeiten unterschiedliche Entwürfe persönlicher Identität zwischen Subjekthaftigkeit und Objekthaftigkeit vorstellen, hinterfragen sie den Stellenwert des Individuums am Anbruch des neuen Jahrtausends. Again and Again wird von Daniel Milnes kuratiert.

Mit Arbeiten von:
Doug Aitken (*1968, Redondo Beach, CA)
Matthew Barney (*1967, San Francisco, CA)
Candice Breitz (*1972, Johannesburg)
Brice Dellsperger (*1972, Cannes)
Tracey Emin (*1963, Croydon)
Mathilde ter Heijne (*1969, Straßburg)
Mark Leckey (*1964, Birkenhead)
Kristin Lucas (*1968, Davenport, IA)
Bjørn Melhus (*1966, Kirchheim unter Teck)
Cindy Sherman (*1954, Glen Ridge, NJ)
Ryan Trecartin (*1981, Webster, TX)

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN


Bilder:

- Brice Dellsperger
Body Double 17 (Filmstill)
2001
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton)
Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

- Bjørn Melhus
Again & Again (The borderer) (Filmstill)
1998
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton), auf 8 Monitoren
Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Kunsthalle: GUT. WAHR. SCHÖN. Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d'Orsay
GUT. WAHR. SCHÖN.
Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d'Orsay
22. September 2017 – 28. Januar 2018

Im 19. Jahrhundert war der jährlich stattfindende »Salon de Paris«   die größte und bedeutendste Ausstellung des internationalen Kunstbetriebs und das gesellschaftliche Ereignis par excellence. Eine dem antiken Schönheitsideal verpflichtete Jury bestimmte, welche Werke hier gezeigt werden durften. Die Künstler sollten das Gute und Wahre in der Schönheit der Form zum Ausdruck bringen. Doch die klassische akademische Norm war mit der modernen Lebenswelt schwer in Einklang zu bringen. In diesem Spannungsfeld schufen französische Maler wie Jean-Léon Gérôme (1824–1904), Alexandre Cabanel (1823–1889), William Bouguereau (1825–1905) und Ernest Meissonier (1815–1891) Werke, die im Salon gefeiert, aber auch kontrovers diskutiert wurden. Obwohl diese Künstler zu den berühmtesten und einflussreichsten ihrer Zeit zählten und Werke von herausragender Qualität und kulturhistorischer Bedeutung schufen, sind sie heute kaum bekannt – das Interesse der Kunstgeschichte galt bislang vor allem zeitgleichen Avantgardebewegungen wie dem Impressionismus. Anhand von über 100 Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und kunsthandwerklichen Objekten aus dem Musée d’Orsay, die größtenteils noch nie in Deutschland zu sehen waren, rückt die Ausstellung nun die Protagonisten des Salons in den Fokus.Die bereits von Ludwig XIV. (1638–1715) ins Leben gerufene Salon-Ausstellung war ursprünglich den Mitgliedern der Académie royale vorbehalten. Die Schau, die ab 1725 im namensgebenden »Salon Carré«   des Louvre stattfand, wurde nach der französischen Revolution verstaatlicht. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Salon im für die Weltausstellung errichteten Palais de l’Industrie präsentiert, wo jährlich Hunderttausende Besucher aller sozialen Schichten die neuesten Entwicklungen in der Kunst verfolgten.Im ersten von insgesamt sieben Kapiteln schildert die Ausstellung den Weg, den ein junger Künstler im Paris des 19. Jahrhunderts einschlagen musste, um ›salonfähig‹  zu werden: Ohne die streng reglementierte akademische Ausbildung hatte man kaum Chancen, im staatlich gelenkten Kunstbetrieb Fuß zu fassen. Eine Karriere startete mit demKunststudium an der École des Beaux-Arts.  Es galt als höchstes Ziel, den »Grand Prix«   zu erringen, ein bis zu fünfjähriges Rom-Stipendium, das den ersten Schritt zur offiziellen Anerkennung des Künstlers bedeutete. Die Ausstellung zeigt sowohl Skizzen für diesen Wettbewerb als auch in Rom entstandene Werke, die zur Begutachtung nach Paris geschickt und im Salon ausgestellt wurden.Im Zentrum der Maler-   und Bildhauerausbildung stand die Wiedergabe der menschlichen Figur und damit das Aktstudium. Perspektiv-, Anatomie-   und Proportionenlehre dienten vor allem der Darstellung des Menschen als Bedeutungsmittelpunkt heroischer Sujets. Solche Szenen aus der antiken Mythologie oder der biblischen Geschichte bildeten die Themen der Historienmalerei, die in der Hierarchie der Gattungen den ersten Platz einnahm. Auch im Salon rangierte diese »grande peinture«   ganz oben im System der Auszeichnungen –   auf diese Weise schuf der Staat einen Anreiz, an der Historie festzuhalten, während der Geschmack von bourgeoisen Kunstsammlern gleichzeitig in eine ganz andere Richtung ging.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München

Bilder: 

- Gustave Guillaumet (1840-1887)
Al-Aġwāṭ, algerische Sahara, 1879
122 x 180 cm, Öl / Leinwand
Musée d’Orsay
© bpk | RMN – Grand Palais | Hervé Lewandowski

- Alphonse Osbert (1857-1939)
Die Gesänge der Nacht, 1896
76,5 x 123,2 cm, Öl / Leinwand
Musée d’Orsay
© bpk | RMN – Grand Palais | Patrice Schmidt

- Jean-Paul Laurens (1838-1921)
Die Exkommunikation Roberts des Frommen, 1875
130 x 218 cm, Öl / Leinwand
Musée d’Orsay
© bpk | RMN – Grand Palais | Hervé Lewandowski
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Pinakothek der Moderne: GERMAINE KRULL. MÉTAL
GERMAINE KRULL. MÉTAL
PINAKOTHEK DER MODERNE
SAMMLUNG MODERNE KUNST
AUSSTELLUNG VOM 28. SEPTEMBER 2017 – 10. JUNI 2018

Ihre Bedeutung als Künstlerin der Avantgarde verdankt die Fotografin Germaine Krull (Wilda 1897 – 1985 Wetzlar) ihrem wegweisenden Mappenwerk „Métal“, das 1928 in Paris bei A. Calavas, Librairie des Arts Décoratifs in kleiner Auflage erschien. In 64 Lichtdrucktafeln setzt sie darin eiserne Konstruktionen wie Kräne, Brücken, Maschinen und den Eiffelturm mittels ungewöhnlicher Perspektiven und Bildausschnitte in Szene. Die Abfolge im Portfolio lässt aus den Einzelbildern einen geradezu filmisch-bewegten „Tanz der nackten Metalle“ werden und zeigt die gigantischen Metallkonstruktionen als dynamische Monumente einer modernen Zeit. Es war wohl gerade diese Veröffentlichung, die Walter Benjamin veranlasste, Germaine Krull in seiner „Kleinen Geschichte der Fotografie“ (1931)  in einem Atemzug mit den bedeutenden Fotografen August Sander und Karl Blossfeldt zu nennen.Die Präsentation zeigt alle 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Zusätzlich ist der Kurzfilm „De Brug“ (1928) des niederländischen Filmemachers und Dokumentaristen Joris Ivens zu sehen. Hier zeigt sich nicht nur die persönlich künstlerische Verbindung der beiden, sondern auch die wechselseitige Inspiration der technischen Bildmedien Film und Fotografie in der Moderne.Germaine Krull, die ihre Ausbildung an der Münchner Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie absolviert hatte und 1920 aufgrund ihrer politischen Gesinnung aus Bayern ausgewiesen wurde, lebte nach Stationen in Moskau, Berlin und Amsterdam ab 1926 in Paris. Dort avancierte sie zu einer gefragten Werbe- und Porträtfotografin und arbeitete als Fotojournalistin. Trotz reger Ausstellungs- und Publikationstätigkeit in den 1920er und 1930er Jahren geriet sie nach 1945 in Vergessenheit.Ann und Jürgen Wilde konnten Germaine Krull 1974 in Nordindien ausfindig machen und richteten ihr 1977 eine erste Retrospektive in Deutschland aus. Diese leitete die Wiederentdeckung der Fotografin und ihres bedeutenden Werkes ein.

PINAKOTHEK DER MODERNE
Barer Straße 40
80333 München

Bild:

- Germaine Krull, Tour Eiffel, um 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen
Aktuelle Veranstaltung
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Museen Münchner Stadtmuseum: Adolphe Braun
Adolphe Braun. Ein europäisches Photographie-Unternehmen und die Bildkünste im 19. Jahrhundert

6. Oktober 2017 – 21. Januar 2018

Der Franzose Adolphe Braun (1812-1877) zählt zu den erfolgreichsten Fotografen im Europa des 19. Jahrhunderts. Mit einer mehr als 300 Aufnahmen umfassenden Serie von Blumenstillleben gelang ihm1855 auf der Pariser Weltausstellung der künstlerische Durchbruch. Von 1860 an fotografierte Braun mit seiner großformatigen Kamera die alpinen Landschaften und Städte der Schweiz, die gelegentlich von Gustave Courbet als Vorlagen für Gemälde verwendet wurden. Nicht nur in der französischen und deutschen Kunst von Claude Monet, Rosa Bonheur, Eugène Fromentin, Ernest Meissonier oder Anselm Feuerbach waren die Fotografien von Braun als Studien beliebt, auch die amerikanische Stilllebenmalerei von William Harnett verdankt dem Elsässer wesentliche Impulse. Die Tradition des Familienunternehmens wurde nach dem Tode von Adolphe Braun von dem Sohn Gaston Braun weitergeführt, der spektakuläre Fotokampagnen von Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan sowie in Ägypten anläßlich der Eröffnung des Suez-Kanals 1869 realisierte. Ein Sonderkapitel stellt die Zusammenarbeit von Braun mit dem bayerischen Königshaus unter Ludwig II. für die Einrichtung der Königsschlösser Linderhof und Herrenchiemsee dar.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München


Bilder:

Adolphe Braun, Schafherde, 1860-1862, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Adolphe Braun, Chrysanthemen, um 1855, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Gaston Braun und Amédée Mouilleron, Sphinx und Pyramiden von Gizeh, 1869, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum
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Museen Bernried Buchheim Museum: NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
13. Oktober bis 18. Februar 2018

NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
Dass eine ländliche Hauskunst aus Bayern, Böhmen und Schlesien impulsgebend für die Moderne gewesen sein soll, klingt absurd. Dass es aber doch wahr ist, kehrt der Autor der ersten Monographie über den »Blauen Reiter« hervor: Lothar-Günther Buchheim. Den Malern der Künstlervereinigung des »Blauen
Reiters« habe die Hinterglasmalerei mit ihrer »volksliedhaft kraftvollen Formensprache«, ihren leuchtenden Farben und der vereinfachten Perspektive Inspiration gegeben. Mit ihrem »Almanach« hätten sie die künstlerische Botschaft aus den Dörfern aufgegriffen und weitergetragen.
Als Expressionist im Geiste der »Brücke« und des »Blauen Reiters« kaufte Buchheim Hinterglasbilder des 19. Jahrhunderts. Bei den Darstellungsinhalten seiner Sammlungsstücke handelt es sich nahezu ausnahmslos um Gnadenbilder und Andachtsbilder. Eine besondere Gruppe bilden die »Nonnenspiegel«, bei denen die Darstellungen hinter Glas von einer Metallbeschichtung hinterfangen sind. Den Nonnen dienten sie zur Sündenverschleierung. Während sie die Heiligendarstellungen erblickten, konnten sie sich doch am Rande eitel selbst in Betracht nehmen. Als Künstler malte Buchheim schließlich seine eigenen »Heiligen« hinter Glas: Clowns, Akrobaten und Zirkustiere. Das Material ist ihm Quell herrlichster Phantasie und Experimentierfreude. Die Ausstellung im Buchheim Museum spürt seiner Beschäftigung mit dem Thema in ganzer Breite nach – und sie lädt die Besucher dazu ein, sich gleich vor Ort unter fachlicher Betreuung selbst in dieser spannenden Technik auszuprobieren.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung:
Lothar-Günther Buchheim
"Bimbina und Kompanie – dieZirkuswunderschweine", 1945/46
Buchheim Museum
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Kochel Franz Marc Museum: Hinterglasmalerei - Zwischen Volkskunst und Avantgarde
Hinterglasmalerei - Zwischen Volkskunst und Avantgarde

15. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018

Die Künstler und Künstlerinnen des »Blauen Reiters»waren fasziniert von allen antiakademischen Kunstäußerungen. Besonders schätzten sie die traditionelle bayerische Hinterglasmalerei mit ihren strahlenden Farben. Die Ausstellung im Franz Marc Museum zeigt in zwei Kapiteln, wie die Technik der Hinterglasmalerei den Künstlern als Inspiration und künstlerisches Experimentierfeld diente.Gabriele Münters Ölgemälde„Mann im Sessel (Paul Klee)“von 1913wird in einem Kabinett als Teil einer Rauminstallation präsentiert. Die im Gemälde dargestellte, kunstvoll gestaltete Einrichtung ihres Wohnzimmers lebt in einem Arrangement ausgewählter Objekte und Hinterglasbilder vor einer grünen Wand wieder auf. So entsteht ein atmosphärischer Eindruck der Lebenswelt der Künstlergruppe des »Blauen Reiters«. Es wird deutlich, welchen Stellenwert die Hinterglasbilder für das alltägliche Leben und das Schaffen im kreativen häuslichen Umfeld hatten. In einem zweiten Kabinett sind erstmals das Hinterglasbild Franz Marcs, „Landschaft mit Tieren und Regenbogen“sowie die nach ihm entstandene Stickereiseiner Frau Maria Marc in direkter Gegenüberstellung zu sehen. Bei Marcs Hinterglasbild von 1911 handelt es sich um ein wichtiges Zeugnis seiner künstlerischen Entwicklung. Die Technik der Hinterglasmalerei begünstigt das Streben nach intensiver Farbigkeit und Abstraktion der Formen und ermöglicht das Experimentieren mit Perspektive und Räumlichkeit. Anhand der kunsttechnologischen Dokumentation der Restaurierung des Hinterglasbildes kann nachvollzogen werden, wie Franz Marc die volkstümliche Technik des Hinterglasbildes für seine künstlerischen Anliegen fruchtbar machte: zum Beispiel integrierte er bemalte Silberfolie in das Bild, um eine neuartige Farbwirkung zu erzielen. Maria Marc wiederum griff 1914, also drei Jahre später, die Vorskizze ihres Mannes auf, um die Stickerei „Landschaft mit Tieren und Regenbogen“zu realisieren. Aus den Briefen, welche Franz und Maria Marc während des Krieges austauschten, wird deutlich, welch kreativer Impuls von Franz Marcs Skizzen für das Schaffen seiner Frau Maria ausging. Die gegenseitige künstlerische Inspiration in dem Spannungsfeld zwischen traditioneller Volkskunst und dem avantgardistischen Streben kann in der Kabinettausstellung visuell nachvollzogen werden.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Bilder:

- Gabriele Münter, Johannisgasse in Herford, um 1913
Hinterglasmalerei, 22,1 x 22,1 cm
Franz Marc Museum, Kochel a. See
ahlers collection
© VG Bild Kunst Bonn 2017, Foto: Simone Bretz

- Wassilly Kandinsky, Mythologische Szene (Reiter und Apfelpflückerin), 1911
Öl auf Glas, 15,5 x 19,8 cm
Franz Marc Museum, Kochel a. See
ahlers collection
Foto: Walter Bayer, München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Kochel Franz Marc Museum: Franz Marc - Wie sieht ein Pferd die Welt?
Franz Marc - Wie sieht ein Pferd die Welt?

15. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018

»Gibt es für einen Künstler eine geheimnisvollere Ideeals die, wie sich wohl die Natur in dem Auge eines Tieresspiegelt? Wie sieht ein Pferd die Welt oder ein Adler,ein Reh, ein Hund?« –Als Franz Marc 1911/12 diese Zeilenschrieb, hatte er in jahrelanger, intensiver Arbeit dieKomposition für seine großen Pferdebilder entwickelt,für seine heute so bekannten und beliebten Gemälde, aufdenen die Tiere und ihre innige Verbindung zur Natur daszentrale Motiv sind und zum Symbol für sein Natur-undWeltverständnis werden.Als Franz Marcs Gemälde „Große Landschaft I“ im September 2016 als Dauerleihgabe ins Franz Marc Museum nach Kochel am See kam, löste diese große Leinwand eine Folge von Fragen und Recherchen aus, die sichzu einem spannenden „Krimi“ entwickelten. Nicht nur ist das Gemälde selbst geheimnisvoll, indem kompositorisch alles darauf angelegt ist, eine geradezu sehnsuchtsvolle Spannung zwischen der Pferdegruppe am rechten unteren Bildrand und der sich vor den Tieren in die Tiefe entwickelnden Hügellandschaft aufzubauen. Auch der aus der Erinnerung, um 1934/35, formulierte Kommentar von Maria Marc zu dem Bild erschien rätselhaft. In ihren Aufzeichnungen für die 1936 erschienene Monographie zu Franz Marc von AloisSchardt heißt es zur Entstehungsgeschichte des Gemäldes: „... das Bild (wurde) im Frühling mit lichten Farben begonnen. Den ganzen Sommer bis tief in den Herbst hinein in den veränderten Farben der Natur weitergemalt und dann zerschnitten.“Der restauratorische Befund zeigt jedoch, dass das Gemälde nicht zerschnitten wurde, sondern an zwei Seiten beschnitten: Franz Marc schnitt an der oberen, horizontalen Kante der Leinwand einen schmalen Streifen, etwa 5 cm, ab und reduzierte die Leinwand am linken Rand um49,5 cm. Dieser Eingriff war wohlüberlegt. Der Maler unterstrich die in der Komposition angestrebte „Sogwirkung“ der Landschaft, die die Pferdegruppe in der rechten unteren Ecke in ihren Bann zieht. Das links abgetrennte Teilstück der Komposition konnte in der Staatsgalerie Stuttgart unter verschiedenen hier bewahrten Gemäldefragmenten Franz Marcs identifiziert werden. Aus der kompositorisch und farblich wahrnehmbaren Zusammengehörigkeit der beiden Teilstücke ergab sich die Frage, ob dieser visuelle Eindruck sich durch naturwissenschaftliche Untersuchungen bestätigen lässt. Eine Kooperation des Franz Marc Museums und des Doerner Institutes, München machte diese aufwendigen und kostspieligen Untersuchungen möglich.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Bilder:

- Franz Marc
Große Landschaft I, 1910
Öl auf Leinwand, 110,5 x 211,5 cm
Franz Marc Museum.Kochel a. See
Stiftung Etta und Otto Stangl
Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Nicole Wilhelms

- Franz Marc, Pferde auf Bergeshöhe gegen die Luft stehend, 1906, 12,5 x 10,2 cm
Rote und schwarze Kreide und Deckweiß auf Papier, laviert,
Aus Skizzenbuch IV, p.2 Franz Marc Museum, Kochel a. See, Franz Marc Stiftung
Foto: Claus Hansmann, Stockdorf
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Museum Brandhorst: SETH PRICE - SOCIAL SYNTHETIC
SETH PRICE
SOCIAL SYNTHETIC

Museum Brandhorst
Vom 21. Oktober 2017 bis 08. April 2018

Das Museum Brandhorst präsentiert die international erste Überblicksausstellung des US-amerikanischen Künstlers Seth Price (*1973). Die mehr als 100 Werke umfassende Ausstellung zeigt Skulpturen, Filme, Fotografien, Zeichnungen, Malerei, Videos, Kleider und Textilien, Web-Design, Musik und Dichtung. Price dringt seit seinen künstlerischen Anfängen programmatisch in Territorien jenseits der bildenden Kunst vor. Er greift die Produktions- und Vertriebsformen der Musikindustrie, der Modewelt und des Literaturbetriebs auf und nutzt ihre Dynamiken für seine Kunst. Dabei beschäftigt er sich mit den fundamentalen Veränderungen der visuellen Kultur, die mit der flächendeckenden Etablierung digitaler Medien der jüngsten Gegenwart einhergehen. Seth Price gehört jener Zwischengeneration an, die noch vor der Etablierung des Internets geboren wurde und seine Ausbreitung in allen Schritten hautnah miterlebt hat: die ersten Computerspiele und -programme der 1980er-Jahre, die demonstrativ ihre pixeligen Ästhetiken zur Schau stellten; das Internet als Ort politischer Utopien der 1990er-Jahre, die in der neuen Technologie demokratisierende Potentiale vermuteten; und schließlich die alle Lebensbereiche durchdringende Digitalisierung zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch Web 2.0 und Smartphone. Die Digitalisierung fungiert ab 2001 zunehmend als Katalysator aufziehender gesellschaftlicher Krisen, vom „War on Terror“, der auch als Krieg der Bilder geführt wurde, bis zu den Krisen des Finanzsystems. Die künstlerische Praxis von Seth Price entwickelt sichentlang dieser Konflikte und der Begehrensmuster, die das Leben in einer globalen neoliberalen Gesellschaft antreiben.Eines der zentralen Themen in Prices Arbeiten ist der bedrohte Status des Subjekts. Angesichts der dramatischen Umwälzungen einer mediatisierten Gegenwart zieht sich dieses Selbst zunehmend an seine Oberflächen zurück oder scheint in seiner Abwesenheit auf: die „Vacuum Forms“   (2004-12) zeigen in Kunststoff abgeformte Körperteile, die „Silhouettes“   (2007-09) greifen digitale Aufnahmen aus dem Internet auf, die intime Gesten menschlicher Verständigung – wie der Handschlag oder Kuss – nur noch als Negativraum fassbar werden lassen, und die im Untergeschoss des Museums Brandhorst gezeigten Leuchtkästen (2016-17) basieren auf fotografischen Studien menschlicher Haut, die sich auf kartographische Technologien der Firma Google stützen. Einige der Werke besitzen keine feste Form, sondern können je nach Raum und Kontext unterschiedlich installiert werden: Geknickt, gefaltet, ausgerollt oder zerknittert werden sie an Wände, Decke oder auf dem Boden platziert. Sie spielen nicht zuletzt auf die Flexibilität und Ortlosigkeit der digital zirkulierenden Bilddateien – im Falle der „Mylars“   (2004-8) handelt es sich um Stills aus dschihadistischen Propagandavideos – an. Die in der Ausstellung gezeigten Werke vermitteln ein Bild der emotionalen Landschaft des beginnenden 21. Jahrhunderts. Wir sehen Fleisch und Haut, kommerzielle Logos, Abfall und Trash, Mode und Design, Verpackungen, Horrorbilder, leuchtende Screens, Humor und Brutalität, Computerspiele und Luxusobjekte. Einzelne Arbeiten besitzen inzwischen einen geradezu ikonischen Status. In seinen „Bomber Jackets“   etwa reflektiert Price den Mechanismus ständiger Reproduktion und Umwertung im digitalen Zeitalter. Während des 1. Weltkriegs für Piloten entwickelt, wurde die Bomberjacke bald zum Emblem konkurrierender Identitätsmuster. Als Modeartikel wurde sie zum Aushängeschild von Subkulturen wie der Punk- und Skinheadszene. Später wurde sie zum Signet von Hetero- und für Homosexualität, und erlebt in den letzten Jahren ein Revival sowohl als Massenware wie als Haute Couture. Festgefroren in ein Objekt, der linke Ärmel hängt schlaff herab, zeigt die „Bomber Jacket“   die Hülle menschlicher Präsenz, die zunehmend von kommerziellen Interessen und gesellschaftlichen Vereinnahmungen bestimmt wird.

MUSEUM BRANDHORST
Türkenstraße 19
80333 München

Fotos:

- Different Kinds of Art, 2004 (Detail)
Vakuum-geformtes schlagfestes Polystyrol
82,6 x 129,5 cm
Collection of Candace and Michael Barasch, Courtesy of Petzel Gallery
© Seth Price

- Seth Price vor "Vintage Bomber, 2008"
Foto: Margarita Platis
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München
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