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Theater Landsberg: Stück Plastik - Komödie von Marius von Mayenburg
Stück Plastik
Komödie von Marius von Mayenburg

Landestheater Tübingen

Michael und Ulrike sind kurz vorm Burn-Out. Die Arbeit wächst ihnen über den Kopf, die Erziehung des pubertierenden Sohnes Vincent überfordert sie und der Haushalt macht sich auch nicht von alleine. Und Serge Haulupa, Ulrikes Chef, ein erfolgreicher Konzeptkünstler, dringt mit immer neuen Anforderungen ins labile Familienidyll ein. Hilfe muss her. Und so wird eine Haushaltshilfe engagiert: Jessica Schmitt kocht, putzt, erledigt die Wäsche. Sie manikürt und pedikürt und hilft Vincent bei den Hausaufgaben, hat für alle ein offenes Ohr. Neben dem Haushalt bringt sie auch das Beziehungschaos zwischen Ulrike und Michael in Ordnung, weist dem sexuell verwirrten Vincent den Weg und wird für Ulrikes Chef zur Muse. Sie ist unverzichtbar. Aber wer ist sie eigentlich? Hat sie das schon jemand gefragt? Als Jessica Michael eine Schulter zum Anlehnen bietet, filmt Vincent das mit seiner Kamera. Es kommt zum völlig überraschenden, finalen Showdown!
Marius von Mayenburg, Jahrgang 1972, ist einer der meistgespielten Autoren der deutschen Gegenwartsdramatik. Sein jüngstes Werk „Stück Plastik“ wurde 2015 an der Schaubühne Berlin unter seiner eigenen Regie uraufgeführt. Böse kleine Dialoge voller Situationskomik zeigen die Alltags-und Wohlstandsprobleme unserer gut situierten Mittelschicht: Wie verhält man sich, wenn man plötzlich Arbeitgeber ist? Was ist noch politisch korrekt und was grenzt schon an Demütigung? Solche Fragen sind nur Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was Marius von Mayenburg in seinem neuen Werk, "Stück Plastik", aus dem labilen Familien- und Arbeitsidyll seiner Protagonisten Ulrike und Michael herauskitzelt.
Regie Alexander Marusch

Landsberg Stadttheater
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
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Zugabe Gauting Bsoco: Holzheimer-Reihe "Ich und die Welt" (1)
Holzheimer-Reihe "Ich und die Welt" (1): Ganz so, wie ich bin

Johann Wolfgang von Goethe und Carl Gustav Jung
Sprecher: HANS JÜRGEN STOCKERL
"ICH UND DIE WELT" - NEUE LITERATURREIHE MIT GERD HOLZHEIMER
Die Lesbarkeit von Ich und der Welt
Nach wie vor ist in den Büchern ein Schatz der Menschheit aufgehoben, der Tag für Tag darauf wartet, gehoben zu werden. Dabei geht es nicht um eine wie immer geartete Bildung, schon gar nicht im formalen Sinne – es geht um uns, um unser Herz, um unsere Sinne, um unseren Verstand, und wie wir in dieser Welt stehen, und zu ihr. Ungebrochen ist die Literatur eine mögliche Instanz, im Spiegel anderer Lebensgeschichten, über unseren eigenen Lebenslauf nachzudenken, und im Buch nach Orientierung für eigene grundlegende Möglichkeiten zu suchen. Von der Lesbarkeit der Welt kommen wir zu unserer eigenen Person und wir von uns persönlich zur Welt.

„Person“, „Maske“, „Rolle“ sind alles Begriffe aus der Theatersprache, ohne die wir nicht auskommen in unserem Alltag. Jeder von uns übernimmt eine Rolle, zwangsläufig, es geht gar nicht anders; wir müssen sogar mehrere Rollen ausfüllen, auf privater, auf beruflicher, auf öffentlicher Ebene. Jeder von uns inszeniert sich, der eine mehr der andere weniger. Was aber ist, wenn man glücklich in die eigene Person hinein - gewachsen ist? Was ist dann? Dann muss man darüber hinauswachsen, über sich selbst hinaus, in ein Drittes, anderes.

Besucher dieser Abende brauchen die jeweilige Lektüre überhaupt nicht zu kennen. Worum es geht, wird kurz erörtert, einzelne Textpassagen werden vorgelesen. Unterhaltsames und Vergnügliches gehört selbstverständlich dazu. Wer nicht lachen kann, nimmt das Leben nicht ernst.

Verein Bosco
Oberer Kirchenweg 1
82131 Gauting
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Museen Dachau Bezirksmuseum: 500 Jahre Reformation
Bezirksmuseum Dachau

500 Jahre Reformation
Zur Geschichte der Protestanten im Dachauer Land

19. Mai 2017 bis 28. Januar 2018

Die öffentliche Kritik Martin Luthers an den kirchlichen Missständen, insbesondere am Ablasshandel, verbreitete sich infolge der Erfindungen im Buchdruck im ganzen deutschsprachigen Raum wie ein Lauffeuer. Sie traf den Nerv der Menschen und stieß zunächst auch in Bayern auf Sympathien.
Die Bauern im Landgericht Dachau blickten über den Lech auf die blutigen Kämpfe ihrer unterdrückten Standesbrüder. Auch in den Hofmarken und Klöstern gärte es: 1528 wurden die adeligen Brüder Augustin und Christoph Perwanger, Anhänger der Täufer-Bewegung und Hofmarkbesitzer von Günzlhofen und Vogach, als Ketzer hingerichtet. Im Kloster Altomünster begeisterte sich Johannes Hausschein, genannt Oecolampadius für die reformatorische Sache und auf Schloss Odelzhausen finden wir in Johannes Mathesius, den ersten Biografen Martin Luthers.
Was als Widerspruch begann, endete mit der Abspaltung der evangelischen Kirche. Doch Bayern blieb gemäß dem Grundsatz cuius regio, eius religio katholisch. Erst in Folge des Religionsedikts von 1803 wanderten protestantische Familien aus der Pfalz ins Dachauer Land ein. Barbara Strohms Tagebuch verrät, wie sie sich fühlte, als sie zusammen mit ihren Eltern 1819 Wagenried im Landgericht Dachau erreichte: in einem fremden Land und nicht katholisch. Damals entstanden in Kemmoden und Lanzenried die ersten evangelischen Kirchenbauten. Doch war der Weg zum toleranten Miteinander nicht selten mühevoll. Man wolle wohl auch lieber ächt katholische Dornen, Disteln und Sümpfe, als ketzerische Wiesen und Futterkräuter haben, vermutete der Protestant Friedrich Nicolai auf seiner Reise durch das Bayernland im Jahr 1781.
Schließlich wurde durch die gewaltigen Flüchtlings- und Vertriebenenströme nach dem Zweiten Weltkrieg die konfessionelle Spaltung allerorten greifbar. In Dachau und Karlsfeld machten die Protestanten nun fast ein Viertel der Bevölkerung aus. Wie aber erging es den andersgläubigen Fremden, wie den alteingesessenen Katholiken? Zuwanderung, Vorurteile, Ausgrenzung und Integration fanden damals statt.
Die Ausstellung geht der regionalen Historie mit vielen interessanten Objekten nach, darunter Ablassbriefen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, einer frühen Ausgabe der Lutherbiografie von Johannes Mathesius aus dem Jahr 1570 und Filmausschnitten über die protestantischen Neusiedler aus der Pfalz.
Zu Beginn der kalten Jahreszeit wird die Ausstellung um das Thema ›Protestantische Weihnachtszeit‹ ergänzt.
Zur Ausstellung erscheint ein informativer Begleitband.


Bezirksmuseum Dachau
Augsburger Straße 3
85221 Dachau
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Museen München Jüdisches Museum: Never Walk Alone - Jüdische Identitäten im Sport
Ausstellung vom 15. April 2017 bis 07. Januar 2018

Ernst Emanuel Simon verließ den Berliner Sport Club nach antisemitischen Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg. Er trat 1918 dem Jüdischen Turn- und Sportverein Bar Kochba bei. Neben seinem Medizinstudium in Würzburg wurde er 1919 Berlin-Brandenburgischer Meister sowie 1921 Bayerischer Meister im 800-Meter-Lauf. Er war Mitbegründer des Makkabi-Weltverbandes und wanderte 1924 nach Palästina aus. Dort setzte er sich für die Institutionalisierung des Sportunterrichtes ein. Er war Mitorganisator der ersten Makkabiade 1932, den ersten jüdischen Weltsportspielen in Palästina. Vor allem war er ein Pionier der Sportmedizin. Sein Foto beim Zieleinlauf im August 1919 ist das Eröffnungsbild der Ausstellung Never Walk Alone. Jüdische Identitäten im Sport.In den beiden Ausstellungsebenen positionieren sich Sportlerinnen und Sportler und Fans jüdischer Herkunft in der Sportarena. Die Konzentration auf einzelne Biografien erlaubt es einerseits, die Selbstwahrnehmung der Sportlerinnen und Sportler zu betrachten und andererseits auch Zuschreibungen von außen offenzulegen. Die Anfänge der Sportbegeisterung sind ebenso Thema wie die facettenreichen 1920er Jahre sowie Ausgrenzung und Verfolgung während des Nationalsozialismus. Der Bogenwird von jüdischen Überlebenden in den Displaced-Person Camps der deutschen Nachkriegszeit über sportliche Positionierungen von Deutschen jüdischer Herkunft in der Emigration gespannt; bis hin zu athletischen Leistungen, die in den letzten Jahren Beiträge zum lokalen Sportgeschehen liefern.Der Titel der Ausstellung Never Walk Alone ist inspiriert von dem Lied You'll Never Walk Alone, das ursprünglich für das Musical Carousel geschrieben wurde. Der Liedtexter Oscar Hammerstein II. und der Komponist Richard Rodgers, übrigens beide jüdisch-amerikanischer Herkunft, vermitteln hierin Zugehörigkeit, Motivation, Trost und Unterstützung für die Protagonistin. In den Sportarenen ist die Idee der Singenden — inzwischen nicht mehr nur beim FC Liverpool — vergleichbar.

Jüdisches Museum München
St.-Jakobs-Platz 16
80331 München

Fotos:
- Der Läufer Ernst E. Simon | Berlin, um 1919 | Familie Simon, Israel
- Die Ringer Julius (links) und Hermann Baruch vor der Sammlung ihrer Medaillen, Pokale und Urkunden | Bad Kreuznach, um 1927 | Baruch-Archiv, Wiesbaden
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Museen Rosenheim: PHARAO - LEBEN IM ALTEN ÄGYPTEN
Ausstellung vom 24. März bis 03. Dezember 2017

Zwischen Menschen und Göttern, zwischen Himmel und Erde. Gewaltige Grabanlagen und steinerne Monumente königlicher Allmacht, die den Himmelsaufstieg des Pharaos und seine Eingliederung in den Kreislauf der Sonne symbolisieren. Hier lebten Menschen, die arbeiteten und feierten, an Kulten und Kriegen teilnahmen, liebten und litten, Kinder zeugten und starben.

Vom 24. März bis 03. Dezember 2017 dreht sich im AUSSTELLUNGSZENTRUM LOKSCHUPPEN in Rosenheim alles um die legendären Pharaonen und ihr Reich, das Alte Ägypten. Die Ausstellung eröffnet einen neuartigen Blick auf die älteste Hochkultur der Welt.

Was hielt diese Gesellschaft über Jahrtausende zusammen? Wer erkämpfte Ägyptens Größe? Wer baute die monumentalen Grabanlagen, Tempel und Paläste?

Über 300 originale, bis zu 4.500 Jahre alte Artefakte vermitteln eine einmalige „Aura“ der Geschichte‍‍(n). Detailgetreue Modelle und spannende Medienstationen machen das Leben im Alten Ägypten erfahrbar. Erleben Sie eine Kultur, die im Kreislauf von fruchtbarer Überschwemmung und sengender Trockenheit, in Zeiten des Umbruchs und des Aufstiegs über sich hinaus wuchs.

Lüften Sie die Geheimnisse. Erleben Sie die Faszination. Entdecken und verstehen Sie die mächtige Welt der Pharaonen.

Eine Ausstellung der VERANSTALTUNGS+KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Roemer- und Pelizeaus-Museum Hildesheim, dem Universitätsmuseum Aberdeen und MuseumsPartner  Die Kunstspedition.


Ausstellungszentrum Lokschuppen | Rathausstr. 24 | 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: Mo – Fr: 9 – 18 Uhr | Sa, So, Fei: 10 – 18 Uhr
Information und Buchung: Tel.: 08031 365 9036 | E-Mail: lokschuppen@vkr-rosenheim.de
www.lokschuppen.de

Fotos:
Kopf eines Königs
Basalt, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statue des sitzenden Nefer-ihi
Rosengranit, Altes Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Relief eines stehenden Mannes mit Stabstrauß
Kalkstein, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Statuetten des Amenophis III. und der Teje
Ebenholz und Gold, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Bronzefigur einer Katze
Bronze, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statuette einer Frau
Holz, Altes Königreich
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob
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Museen München Literaturhaus: OSKAR MARIA GRAF - Rebell, Weltbürger, Erzähler
OSKAR MARIA GRAF
Rebell, Weltbürger, Erzähler

Zum ersten Mal seit über 20 Jahren ist er mit einer großen Schau in München neu zu entdecken: Oskar Maria Graf (1894–1967), der Rebell, Weltbürger und große Erzähler. Im Mittelpunkt seines Schreibens und unserer Ausstellung: die Zeit des Exils und die Frage nach der »wahren Heimat«.
Schreiben war für Graf ein politischer Akt, ob in München, Wien, Brünn oder New York, wo er über 30 Jahre seines Lebens verbrachte. Sein Hauptwerk »Das Leben meiner Mutter«, von Thomas Mann als »einzigartiges Monument der Liebe und der Pietät« gepriesen, ist dort entstanden. Als Erzähler beschwört
er Landschaften der Erinnerung; in seiner Überzeugung gegen jede Art von Ideologie steht Graf fest wie ein Baum, sein Leben lang. Ein Baum bildet daher das Zentrum der der Ausstellung.

Flucht, Exil, Aufbrechen, Ankommen – diese großen Themen spiegelten sich in den beeindruckenden und berührenden Fotografien von Herlinde Koelbl. Sie zeigt Geflüchtete nach ihrer Ankunft in Deutschland, Italien oder Griechenland, zeigt Aufnahmen des Wartens, des Sich-Einrichtens in einer unbestimmt langen Zwischenzeit.

Und auch unsere neue Ausstellung beschäftigt sich mit diesen Themen, denn die Lebensgeschichte des bayerischen Rebellen Oskar Maria Graf (1894–1967) ist eine Geschichte der Emigration. Seine langjährige Staatenlosigkeit und sein Rückzug in die sprachliche Isolation bieten Anknüpfungspunkte für die heutigen weltpolitischen Fragen nach Flucht und Asyl.
Die Ausstellung zeigt Oskar Maria Graf als internationalen und modernen Schriftsteller. Im Mittelpunkt steht sein Leben und Schreiben in den Jahren des Exils und die Frage nach der »wahren Heimat«. Oskar Maria Graf und seine Frau Mirjam lebten von 1933 bis 1938 in Wien und Brünn und ab 1938 in New York. Schreiben war für Graf ein politischer Akt. Sein Hauptwerk »Das Leben meiner Mutter«, von Thomas Mann als »einzigartiges Monument der Liebe und der Pietät« gepriesen, ist in New York  entstanden. Als Erzähler beschwört er Landschaften der Erinnerung; in seiner Überzeugung gegen jede Art von Ideologie steht Graf fest wie ein Baum, sein Leben lang. Ein Baum bildet daher das Zentrum der der Ausstellung.

Der Besucher folgt bei seinem Weg durch die Ausstellung den Stationen einer Emigration. Begleitet von Oskar Maria Grafs biografischem Weg, werden die in den jeweiligen Phasen wichtigen Themen inszeniert. Die Räume und Denkbilder ermöglichen eine überzeitliche Auseinandersetzung mit den großen Konzepten Politik, Vernetzung, Erinnerung, Sprache und Heimat. Zugleich entfaltet das erzählerische Werk Oskar Maria Grafs seine ganze Kraft, indem die Themen anhand von literarischen Werken versinnbildlicht werden. Neben den politischen Artikeln und der Lyrik sowie dem New York Roman »Flucht ins Mittelmäßige« nimmt der große autobiografische Roman »Das Leben meiner Mutter« eine zentrale Rolle ein.

Eine Ausstellung des Literaturhauses München in Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek und der Monacensia
Kulturpartner: Bayerischer Rundfunk
Leitung Literaturhaus: Tanja Graf
Kuratorinnen: Laura Mokrohs und Karolina Kühn
Wissenschaftliche Beratung: Dr. Elisabeth Tworek, Prof. Waldemar Fromm, Prof. Wilfried F. Schoeller
Gestaltung und Szenografie: unodue{ münchen
Audiobegleitung: Friedrich Ani
Filmberatung: Andreas Ammer

Mit freundlicher Unterstützung durch die Freunde und Förderer des Literaturhauses München

Mo-Mi & Fr 11-19 Uhr
Do 11-21.30 Uhr
Sa/So/Feiertage 10-18 Uhr
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Museen Penzberg Sammlung Campendonk: Tiefenlicht
TIEFENLICHT
Malerei hinter Glas von August Macke bis Gerhard Richter
Ausstellung vom 23.9.2017 bis zum 7.1.2018

Mit dieser Ausstellung zeigt das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk die erste umfassende Schau von Hinterglasbildern des 20. sowie 21. Jahrhunderts. Zu entdecken sind fragile Arbeiten von überraschender Strahlkraft, die sich stilistisch weit von der traditionellen Hinterglasmalerei entfernt haben. Das Licht, das sich auf magische Art in den Bildern fängt, macht in den Werken ein leuchtendes und doch nuanciertes Spiel von Farben und Formen erlebbar.

Um die Bandbreite und den Variantenreichtum der modernen Hinterglasmalerei anzudeuten, zeigt die Ausstellung Werke aus dem Zeitraum von 1912 bis zu den Zeitgenossen, die auch mit Lichtkästen, Videoarbeiten und Installationen hieran anschließen.

Als „Tiefenlicht“ wird das Phänomen von ungewöhnlichem Glanz und Strahlkraft der Farbe speziell in der Hinterglasmalerei bezeichnet, die sich dem Glas als Bildträger verdankt. Die Ambivalenz von Oberflächenglanz und Transparenz, Lichtbrechung und Reflexen verleiht den Werken durch die innige Verbindung von Glas und Farbe „ein seltsam funkelndes Leben“. Hervorgerufen wird es durch den unmittelbaren Kontakt der rückwärtig auf das Glas aufgebrachten Farbe, die das Licht in besonderer Weise reflektiert.

Die Hinterglasmalerei ist als künstlerische Technik der Klassischen Moderne weitgehend unbekannt und kaum erforscht. Dabei wurde sie als nicht-akademische Anregung von vielen und namhaften Künstlern aufgenommen, um ihre besonderen Möglichkeiten auszuloten – vom frei spielerischen Experiment bis zur höchsten technischen Vollendung. Auch zeitgenössische Maler zeigen an der Hinterglasmalerei ein besonderes Interesse.

Die Ausstellung ist Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes zur Hinterglasmalerei der Klassischen Moderne von 1905 bis 1955, das die VolkswagenStiftung dem Museum Penzberg ermöglicht.

Werke von folgenden Künstlern sind in der Ausstellung zu sehen:

modern
Erich Buchholz, Heinrich Campendonk, Walter Dexel, Willi Dirx, Max Ernst, Josef Horn, Floris Jespers, Ida Kerkovius, Hanns Lamers, Edith van Leckwijck, August Macke, Josef Mader, Carlo Mense, Reinhold Nägele, Erwin Pohl, Valentine Prax, Albert Schamoni, Oskar Schlemmer, Werner Schriefers, Arnold Topp, Marianne Uhlenhuth, Nell Walden, Ernst Weiers, Max Wendl

zeitgenössisch

Florian L. Arnold, Juschi Bannaski, Michael Burges, Gabriella Gerosa, Marina Herrmann, Herbert Nauderer, Jochem Poensgen, Gerhard Richter, Thilo Westermann, Bernd Zimmer

Museum Penzberg —
Sammlung Campendonk
Am Museum 1, 82377 Penzberg
(Ehemalige Karlstraße 61)
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Museen Münchner Stadtmuseum: Adolphe Braun
Adolphe Braun. Ein europäisches Photographie-Unternehmen und die Bildkünste im 19. Jahrhundert

6. Oktober 2017 – 21. Januar 2018

Der Franzose Adolphe Braun (1812-1877) zählt zu den erfolgreichsten Fotografen im Europa des 19. Jahrhunderts. Mit einer mehr als 300 Aufnahmen umfassenden Serie von Blumenstillleben gelang ihm1855 auf der Pariser Weltausstellung der künstlerische Durchbruch. Von 1860 an fotografierte Braun mit seiner großformatigen Kamera die alpinen Landschaften und Städte der Schweiz, die gelegentlich von Gustave Courbet als Vorlagen für Gemälde verwendet wurden. Nicht nur in der französischen und deutschen Kunst von Claude Monet, Rosa Bonheur, Eugène Fromentin, Ernest Meissonier oder Anselm Feuerbach waren die Fotografien von Braun als Studien beliebt, auch die amerikanische Stilllebenmalerei von William Harnett verdankt dem Elsässer wesentliche Impulse. Die Tradition des Familienunternehmens wurde nach dem Tode von Adolphe Braun von dem Sohn Gaston Braun weitergeführt, der spektakuläre Fotokampagnen von Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan sowie in Ägypten anläßlich der Eröffnung des Suez-Kanals 1869 realisierte. Ein Sonderkapitel stellt die Zusammenarbeit von Braun mit dem bayerischen Königshaus unter Ludwig II. für die Einrichtung der Königsschlösser Linderhof und Herrenchiemsee dar.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München


Bilder:

Adolphe Braun, Schafherde, 1860-1862, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Adolphe Braun, Chrysanthemen, um 1855, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Gaston Braun und Amédée Mouilleron, Sphinx und Pyramiden von Gizeh, 1869, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum
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Museen Bernried Buchheim Museum: NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
13. Oktober bis 18. Februar 2018

NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
Dass eine ländliche Hauskunst aus Bayern, Böhmen und Schlesien impulsgebend für die Moderne gewesen
sein soll, klingt absurd. Dass es aber doch wahr ist, kehrt der Autor der ersten Monographie über den
»Blauen Reiter« hervor: Lothar-Günther Buchheim. Den Malern der Künstlervereinigung des »Blauen
Reiters« habe die Hinterglasmalerei mit ihrer »volksliedhaft kraftvollen Formensprache«, ihren
leuchtenden Farben und der vereinfachten Perspektive Inspiration gegeben. Mit ihrem »Almanach« hätten
sie die künstlerische Botschaft aus den Dörfern aufgegriffen und weitergetragen.
Als Expressionist im Geiste der »Brücke« und des »Blauen Reiters« kaufte Buchheim Hinterglasbilder des
19. Jahrhunderts. Bei den Darstellungsinhalten seiner Sammlungsstücke handelt es sich nahezu
ausnahmslos um Gnadenbilder und Andachtsbilder. Eine besondere Gruppe bilden die »Nonnenspiegel«,
bei denen die Darstellungen hinter Glas von einer Metallbeschichtung hinterfangen sind. Den Nonnen
dienten sie zur Sündenverschleierung. Während sie die Heiligendarstellungen erblickten, konnten sie sich
doch am Rande eitel selbst in Betracht nehmen. Als Künstler malte Buchheim schließlich seine eigenen
»Heiligen« hinter Glas: Clowns, Akrobaten und Zirkustiere. Das Material ist ihm Quell herrlichster Phantasie
und Experimentierfreude. Die Ausstellung im Buchheim Museum spürt seiner Beschäftigung mit dem
Thema in ganzer Breite nach – und sie lädt die Besucher dazu ein, sich gleich vor Ort unter fachlicher
Betreuung selbst in dieser spannenden Technik auszuprobieren.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung:
Lothar-Günther Buchheim
"Bimbina und Kompanie – dieZirkuswunderschweine", 1945/46
Buchheim Museum
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Theater Landsberg: Stück Plastik - Komödie von Marius von Mayenburg
Stück Plastik
Komödie von Marius von Mayenburg

Landestheater Tübingen

Michael und Ulrike sind kurz vorm Burn-Out. Die Arbeit wächst ihnen über den Kopf, die Erziehung des pubertierenden Sohnes Vincent überfordert sie und der Haushalt macht sich auch nicht von alleine. Und Serge Haulupa, Ulrikes Chef, ein erfolgreicher Konzeptkünstler, dringt mit immer neuen Anforderungen ins labile Familienidyll ein. Hilfe muss her. Und so wird eine Haushaltshilfe engagiert: Jessica Schmitt kocht, putzt, erledigt die Wäsche. Sie manikürt und pedikürt und hilft Vincent bei den Hausaufgaben, hat für alle ein offenes Ohr. Neben dem Haushalt bringt sie auch das Beziehungschaos zwischen Ulrike und Michael in Ordnung, weist dem sexuell verwirrten Vincent den Weg und wird für Ulrikes Chef zur Muse. Sie ist unverzichtbar. Aber wer ist sie eigentlich? Hat sie das schon jemand gefragt? Als Jessica Michael eine Schulter zum Anlehnen bietet, filmt Vincent das mit seiner Kamera. Es kommt zum völlig überraschenden, finalen Showdown!
Marius von Mayenburg, Jahrgang 1972, ist einer der meistgespielten Autoren der deutschen Gegenwartsdramatik. Sein jüngstes Werk „Stück Plastik“ wurde 2015 an der Schaubühne Berlin unter seiner eigenen Regie uraufgeführt. Böse kleine Dialoge voller Situationskomik zeigen die Alltags-und Wohlstandsprobleme unserer gut situierten Mittelschicht: Wie verhält man sich, wenn man plötzlich Arbeitgeber ist? Was ist noch politisch korrekt und was grenzt schon an Demütigung? Solche Fragen sind nur Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was Marius von Mayenburg in seinem neuen Werk, "Stück Plastik", aus dem labilen Familien- und Arbeitsidyll seiner Protagonisten Ulrike und Michael herauskitzelt.
Regie Alexander Marusch

Landsberg Stadttheater
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
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Zugabe Gauting Bsoco: Holzheimer-Reihe "Ich und die Welt" (1)
Holzheimer-Reihe "Ich und die Welt" (1): Ganz so, wie ich bin

Johann Wolfgang von Goethe und Carl Gustav Jung
Sprecher: HANS JÜRGEN STOCKERL
"ICH UND DIE WELT" - NEUE LITERATURREIHE MIT GERD HOLZHEIMER
Die Lesbarkeit von Ich und der Welt
Nach wie vor ist in den Büchern ein Schatz der Menschheit aufgehoben, der Tag für Tag darauf wartet, gehoben zu werden. Dabei geht es nicht um eine wie immer geartete Bildung, schon gar nicht im formalen Sinne – es geht um uns, um unser Herz, um unsere Sinne, um unseren Verstand, und wie wir in dieser Welt stehen, und zu ihr. Ungebrochen ist die Literatur eine mögliche Instanz, im Spiegel anderer Lebensgeschichten, über unseren eigenen Lebenslauf nachzudenken, und im Buch nach Orientierung für eigene grundlegende Möglichkeiten zu suchen. Von der Lesbarkeit der Welt kommen wir zu unserer eigenen Person und wir von uns persönlich zur Welt.

„Person“, „Maske“, „Rolle“ sind alles Begriffe aus der Theatersprache, ohne die wir nicht auskommen in unserem Alltag. Jeder von uns übernimmt eine Rolle, zwangsläufig, es geht gar nicht anders; wir müssen sogar mehrere Rollen ausfüllen, auf privater, auf beruflicher, auf öffentlicher Ebene. Jeder von uns inszeniert sich, der eine mehr der andere weniger. Was aber ist, wenn man glücklich in die eigene Person hinein - gewachsen ist? Was ist dann? Dann muss man darüber hinauswachsen, über sich selbst hinaus, in ein Drittes, anderes.

Besucher dieser Abende brauchen die jeweilige Lektüre überhaupt nicht zu kennen. Worum es geht, wird kurz erörtert, einzelne Textpassagen werden vorgelesen. Unterhaltsames und Vergnügliches gehört selbstverständlich dazu. Wer nicht lachen kann, nimmt das Leben nicht ernst.

Verein Bosco
Oberer Kirchenweg 1
82131 Gauting
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.