HAN BENNINK, der Meistertrommler der Avantgarde in Germering. Wann? Am 26. Oktober mit Joris Roelofs und Phil Donkin in der Stadthalle (siehe TIPP).                   
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heute
Theater Landsberg Stadttheater: Homohalal
Homohalal

Eine Integrations-Komödie von Ibrahim Amir
Theaterlust
Thomas Luft Regie
Es spielen Edith Konrath, Evelyn Plank, Benjamin Hirt, Gabriele Graf, u. a.

Deutschland im Jahr 2037: Man lebt im tolerantesten Land der Welt, harmonisch und erschreckend wenig islamisiert. Gut zwanzig Jahre nach der sogenannten Flüchtlingskrise treffen einstige Asylsuchende, Aktivisten und Helfer bei einer Trauerfeier wieder aufeinander. Im Kampf um mehr Rechte und bessere Lebensbedingungen für Geflüchtete war man sich damals sehr nahe gekommen, verliebte sich, heiratete fürs Bleiberecht oder trennte sich aufgrund der dann scheinbar doch unüberwindbaren kulturellen Gegensätze.

Das Zusammentreffen lässt zuerst eine nahezu euphorische Stimmung aufkommen. Man schwelgt in Erinnerungen an aufregende Zeiten. Gemeinsam Errungenes wird in der rosaroten Rückblende zum großen Sieg einer ganzen Bewegung. Aber der Putz bröckelt schnell, und alte Wunden brechen wieder auf. Lebt man heute das Leben, von dem man damals träumte? Hat man sich damals wirklich integriert und zueinander gefunden? Und wurde politisch irgendetwas erreicht? Was völlig harmlos beginnt, entwickelt sich mit scharfem Witz und äußerst erfrischender „Political Incorrectness“ zu einem Showdown, der sich gewaschen hat. Hier kommt keiner ungeschoren davon, weder die einstmals helfenden Gutmenschen, noch die damals so gefürchteten Überfremder. Alle bekommen ihr Fett ab. Messerscharfes und blitzgescheites Unterhaltungstheater, voll auf der Höhe unserer Zeit.

Die Theaterplattform theaterlust, die schon häufiger Gast im Stadttheater war, beschert dem Landsberger Publikum wieder einmal eine richtige Theaterpremiere.

Stadttheater Landsberg
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
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Konzert Fürstenfeld: Nick Woodland & Band
Nick Woodland & Band
Play it all night long
Reihe BluesFirst

Nick Woodland ─ guitar, vocals; Tom Peschel ─ bass; Klaus Reichardt ─ keys, guitar; Manfred Mildenberger ─ drums

Nick Woodland, geboren 1951 in London, ist ein ebenso exzellenter Blues-Gitarrist wie kreativer Singer/Songwriter. Der Wahl-Münchner spielte in Rockbands wie Amon Düül II und begleitete Popgrößen wie Donna Summer und Marius Müller-Westernhagen. Kritiker halten den Mann mit dunkler Brille, dunkler Melone und britischem Akzent für einen der besten Bluesgitarristen. Seine Musik geht vom Blues hin zu Rock, Reggae, zu tollen Coverversionen und eigenen Songs. Besonders geschätzt wird Nick Woodland auch, weil er zu den wenigen Gitarristen gehört, die einen eigenen Sound haben. Genau dieser originelle Stil spiegelt sich auch in der Besetzung seiner Band wider: Bass spielt Tom Peschel, der mit seinen gefühlvollen Lines die lässige Grundlage für Woodlands Höhenflüge an der Gitarre bildet. Für den nötigen Groove ist Drummer Manfred Mildenberger zuständig und Woodlands alter Weggefährte Klaus Reichardt an Keyboards und Pedal Steel Guitar verleiht der Band eine ganz ureigene Note.
Fürstenfeld 12,
82256 Fürstenfeldbruck
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heute
Kabarett Puchheim: Totales Bamberger Cabaret
Totales Bamberger Cabaret

ALLER UNFUG IST SCHWER
Guter Unfug hat einen Namen: TBC! Während blutige Amateure wie Markus Söder, Sigmar Gabriel und die AfD billigen Unfug produzieren, kommt beim Totalen Bamberger Cabaret nur geprüfter Qualitätsquatsch auf die Bühne.
Mit ihrer einzigartigen Mischung aus fränkischer Coolness und weltoffenem Galgenhumor zünden die Zwerchfellschmeichler von TBC ein Feuerwerk des gepflegten Unfugs und helfen Ihnen dabei, über sich selbst und den weltweiten Wahnsinn zu lachen. Als Retter des Abend-, Morgen- und Nachmittaglandes verbreiten die drei Spassprediger Georg Koeniger, Michael A. Tomis und Florian Hoffmann die Lehren des einzig wahren Unfugs: Sie besorgen es besorgten Bürgern, erklären das Schäufele zum Weltkulturerbe und treten Despoten wie Erdogan, Seehofer und Heidi Klum mal kräftig in den Hintern, anstatt in selbigen zu kriechen.
Deswegen: Vertrauen Sie bei Blödsinn nicht auf irgendwen - vertrauen Sie auf die Unfugsprofis von TBC. Denn wie schon in der Bibel steht: Wer Unfug sät, wird Beifallsstürme ernten.
Puchheimer Kulturcentrum PUC
Oskar-Maria-Graf-Straße 2
82178 Puchheim
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heute
Tipp Fürstenfeld: Nick Woodland & Band
Nick Woodland & Band
Play it all night long
Reihe BluesFirst

Nick Woodland ─ guitar, vocals; Tom Peschel ─ bass; Klaus Reichardt ─ keys, guitar; Manfred Mildenberger ─ drums

Nick Woodland, geboren 1951 in London, ist ein ebenso exzellenter Blues-Gitarrist wie kreativer Singer/Songwriter. Der Wahl-Münchner spielte in Rockbands wie Amon Düül II und begleitete Popgrößen wie Donna Summer und Marius Müller-Westernhagen. Kritiker halten den Mann mit dunkler Brille, dunkler Melone und britischem Akzent für einen der besten Bluesgitarristen. Seine Musik geht vom Blues hin zu Rock, Reggae, zu tollen Coverversionen und eigenen Songs. Besonders geschätzt wird Nick Woodland auch, weil er zu den wenigen Gitarristen gehört, die einen eigenen Sound haben. Genau dieser originelle Stil spiegelt sich auch in der Besetzung seiner Band wider: Bass spielt Tom Peschel, der mit seinen gefühlvollen Lines die lässige Grundlage für Woodlands Höhenflüge an der Gitarre bildet. Für den nötigen Groove ist Drummer Manfred Mildenberger zuständig und Woodlands alter Weggefährte Klaus Reichardt an Keyboards und Pedal Steel Guitar verleiht der Band eine ganz ureigene Note.
Pressestimmen

„Dieses Gitarrenspiel! Woodland spielt so punktgenau ohne überflüssige Schnörkel, dass es eine Wonne ist. Der Mann hat den Rock verstanden! Den Blues sowieso!“ Münchner Merkur

„Noch immer der lässigste, beste und vielseitigste Rhythm‘n‘Blues-Gitarrist weit und breit.“ Süddeutsche Zeitung

„Einer der Großen, ein brillanter Gitarrist.“ Neues Deutschland

„Ein Meister der Blues-Gitarre.“ Passauer Neue Presse

„Einer der besten Bluesmusiker hierzulande.“ Südkurier

„Ein begnadeter Gitarrist.“ Donaukurier

„Es ist ein Blues zu dem Nick Woodlands Gitarre singt. Da gibt es keine Hoffnung, keine Aussicht auf soziale Gerechtigkeit. Es gibt nur die Schönheit, den Trost durch Woodlands Gitarre.“ Südkurier

„Normalerweise spricht er nicht mehr als ein paar karge Sätze am Tag. Was in ihm vorgeht, erfährt man viel besser, wenn er Gitarre spielt. Daraus hört man alles, was ihn bewegt, seine Verzweiflung, seine Freude und seinen Witz.“ Georg Ringsgwandl über Nick Woodland


Fürstenfeld 12,
82256 Fürstenfeldbruck
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Tipp Puchheim: Totales Bamberger Cabaret
Totales Bamberger Cabaret

ALLER UNFUG IST SCHWER
Guter Unfug hat einen Namen: TBC! Während blutige Amateure wie Markus Söder, Sigmar Gabriel und die AfD billigen Unfug produzieren, kommt beim Totalen Bamberger Cabaret nur geprüfter Qualitätsquatsch auf die Bühne.
Mit ihrer einzigartigen Mischung aus fränkischer Coolness und weltoffenem Galgenhumor zünden die Zwerchfellschmeichler von TBC ein Feuerwerk des gepflegten Unfugs und helfen Ihnen dabei, über sich selbst und den weltweiten Wahnsinn zu lachen. Als Retter des Abend-, Morgen- und Nachmittaglandes verbreiten die drei Spassprediger Georg Koeniger, Michael A. Tomis und Florian Hoffmann die Lehren des einzig wahren Unfugs: Sie besorgen es besorgten Bürgern, erklären das Schäufele zum Weltkulturerbe und treten Despoten wie Erdogan, Seehofer und Heidi Klum mal kräftig in den Hintern, anstatt in selbigen zu kriechen.
Deswegen: Vertrauen Sie bei Blödsinn nicht auf irgendwen - vertrauen Sie auf die Unfugsprofis von TBC. Denn wie schon in der Bibel steht: Wer Unfug sät, wird Beifallsstürme ernten.
Puchheimer Kulturcentrum PUC
Oskar-Maria-Graf-Straße 2
82178 Puchheim
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Zugabe Garching: Jörg Alexander - "Faszination der Magie"
Jörg Alexander - "Faszination der Magie"

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit dem zweifachen Deutschen Meister der Zauberkunst, Gewinner des „World Open Close-up-Contests“ und der Auszeichnung „Sarmoti-Award“ aus der Hand von Siegfried und Roy in Las Vegas!
Auch dieses Mal darf sich sein Publikum auf einen spannenden und abwechslungsreichen Streifzug durch die Welt der Illusionen freuen, auf dem Jörg Alexander viele neue Wunder aus seinem Repertoire präsentiert. Dabei kombiniert er eher klassische Zauberkunst mit Mental Magie, zeigt visuelle Effekte für das ganze Publikum und verblüfft einzelne Gäste auf der Bühne.
Was als amüsantes Spiel mit Geldscheinen, Spielkarten und anderen Gegenständen beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem Streifzug entlang der Grenzen der Wahrnehmung und des logischen Denkens. Und spätestens, wenn die „Magie der Gedanken“ in den Mittelpunkt rückt, werden Sie feststellen: „Das ist doch völlig unmöglich!“ Mit virtuoser Fingerfertigkeit, Schauspielkunst, Psychologie und Menschenkenntnis, vor allem aber mit einem verschmitzten Lächeln, präsentiert Jörg Alexander Erlebnisse am Rande der Realität - Staunen inbegriffen.
Zauberkunst auf höchstem Niveau – erstaunlich, charmant und unbegreiflich
Theater im Römerhof
Riemerfeldring 2,
85748 Garching b. München
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Museen München Literaturhaus: INS BLAUE
INS BLAUE
NATUR IN DER LITERATUR

VOM 23.3. BIS ZUM 7.10.2018

EINE AUSSTELLUNG DES LITERATURHAUSES MÜNCHEN
GEFÖRDERT DURCH DIE KULTURSTIFTUNG DES BUNDES

Natur boomt – nicht nur in der Literatur. Je mehr wir uns von ihr entfremden, desto mehr sehnen wir uns nach ihr. Die neue Ausstellung im Literaturhaus München zeigt die »Natur in der Literatur« jenseits von Kitsch und Klischee als überraschend und verspielt, unheimlich und verführerisch. In zehn Kapiteln und einem »geheimen Garten« lässt sie die Besucher berühmte Texte in neuem Kontext entdecken und Neues von berühmten Autoren, darunter Goethe und Kafka, Bettina Brentano und Ingeborg Bachmann. Extra für die Ausstellung verfasste Texte und persönliche Naturstücke von mehr als 30 zeitgenössischen Autoren – darunter Eva Menasse und Teresa Präauer, Marcel Beyer und Martin Mosebach, Marion Poschmann und Anja Kampmann, Michael Fehr und Arno Geiger – laden ein, das eigene Verhältnis zur Natur unter verändertem Blickwinkel zu betrachten.

Leitung Literaturhaus: Tanja Graf
Kuratorin: Heike Gfrereis

Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München


Abbildungen:

Kräutergarten
Foto © Thomas Dashuber

Blüten
Foto © Thomas Dashuber

Naturstück von Teresa Präauer
Foto © Thomas Dashuber
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Museen München Stadtmuseum: Ehem. jüdischer Besitz
„Ehem. jüdischer Besitz”
Erwerbungen des Münchner Stadtmuseums im Nationalsozialismus

Ausstellung vom 27. April bis 23. September 2018

Die Erforschung der Herkunft von Kunstwerken in den eigenen Sammlungsbestän den gehört zu den Schwerpunkten der wissenschaftlichen Arbeit des Münchner Stadtmuseums. Als erstes Museum in München widmet das Haus diesem Thema eine Ausstellung, in der auch die eigene Geschichte in der NS-Zeit beleuchtet wird. Die Präsentation versteht sich als Momentaufnahme in einem Prozess kontinuierlicher Aufarbeitung. Sie zeichnet die vielfältigen Biografien von ausgewählten Exponaten aus den unterschiedlichen Sammlungen des Museums nach. Dazu gehören Kunstgegenstände aus den Bereichen Grafik und Gemälde, Mode und Textilien sowie Kunsthandwerk und Möbel, aber auch Musikinstrumente und Marionetten. Anhand der Vielfalt der unterschiedlichen Sammlungsbeständewird das ganze Ausmaß der nationalsozialistischen Raubaktionen greifbar, die sämtliche Segmente des öffentlichen und privaten Lebens betrafen.Präsentiert werden Objekte mit gesicherten Provenienzen ebenso wie Werke, deren Herkunft bislang ungeklärt ist. Aufgrund der zumeist lückenhaften Quellenlage besteht hier weiterer Forschungsbedarf.
Vor diesem Hintergrund versucht die Ausstellung durch die öffentliche Präsentation der Gegenstände weiterführende Hinweise über die noch ungeklärten Herkunftsgeschichten der Kunstobjekte zu erhalten.Während der NS-Herrschaft erwarb das Münchner Stadtmuseum durch Schenkung, Ankauf oder Tausch über 20.000 Kunst- und Kulturgegenstände, von denen etwa 2.600 Objekte hinsichtlich ihrer Herkunftsgeschichte als kritisch einzustufen sind und bezüglich ihrer Provenienz näher untersucht werden müssen. Die Herkunft von rund 450 Artefakten konnte bereits eindeutig geklärt werden.
Die Ankaufspolitik des Hauses der Jahre 1933 bis 1945 und die Aktivitäten der damaligen Museumsleitung werden in der Ausstellung über ausgewählte Kunstwerke sowie historischeDokumente und Fotografien nachgezeichnet. Weit über die Geschichte des Museums hinaus werden so auch die Bedingungen des Kunsthandels während der Diktatur sichtbar: ein gut organisiertes Netzwerk städtischer Entscheidungsträger und ein funktionierendes Zusammenwirken der verschiedenen, an der systematischen Verfolgungspolitik des NS-Regimes beteiligten Institutionen in München und auf nationaler Ebene.
Bislang beherrschen Kunstwerke namhafter Künstler oder bedeutender jüdischer Kunsthändler und -sammler die Schlagzeilen zu diesem Thema, wie zuletzt der sogenannte „Schwabinger Kunstfund" um die Sammlung Hildebrand Gurlitts. Verstellt wird dadurch der Blick auf die alltäglichen und mitunter sehr privaten Kunst- und Kulturgegenstände, die gleichermaßen der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Enteignungspolitik zum Opfer fielen. Denn von den Repressalien und dem staatlich organisierten Eigentumsentzug der Nationalsozialisten waren auchheute kaum noch bekannte jüdische Künstler, Gewerbetreibende und Privatpersonen betroffen, genauso wie politische Gegner des Regimes.
So wird die Geschichte der Entrechtung und Enteignung im „Dritten Reich" unvollständig bleiben, solange nicht auch dem Schicksal der „kleinen Leute" und dem aus kunsthistorischer Sicht weniger bedeutenden Kultur- und Kunstgegenständen die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Abbildungen:

Albrecht Adam, Gemälde „Im Atelier des Malers Albrecht Adam“ gekauft bei der Kunsthandlung Hugo Helbing
Öl auf Leinwand, 1854
© Münchner Stadtmuseum

Karteikarte zu einem Silberbecher von Johann Michael Ernst aus „beschlagnahmtem jüdischem Kunstgut“
Papier, 1940
© Münchner Stadtmuseum
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Museen München Alpines Museum: gerade wild. Alpenflüsse
gerade wild. Alpenflüsse
Sonderausstellung im Alpinen Museum

Vom 17. Mai 2018 bis zum 17. März 2019 zeigt der DAV die Sonderausstellung zu Alpenflüssen im Alpinen Museum auf der Praterinsel in München.


wild

Wilde Alpenflüsse wie den Tagliamento in Oberitalien, den Oberen Lech oder die Obere Isar gibt es nur noch wenige im Alpenraum. Sie sind ein bedeutender Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Tiere sowie ein faszinierender Erholungsraum für den Menschen.
Alpenflüsse sind wie Lebensadern in der Landschaft.
 

gerade

Heute sind Alpenflüsse meist begradigt, abgeleitet und aufgestaut.
Die Auen werden genutzt.
Die Fische werden durch Querbauwerke am Wandern gehindert.

 

Die Sonderausstellung „gerade wild. Alpenflüsse“ spielt eindrucksvoll mit dem Kontrast zwischen einem Wildfluss und einem begradigten, genutzten Fluss. Das Ausstellungsdesign ist ungewöhnlich, macht neugierig und lädt zum Entdecken ein.

Die Ausstellung ist Teil des Verbundprojektes „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“, an dem 18 Projektpartner beteiligt sind. Sie wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.

Alpines Museum
Praterinsel 5,
80538 München


Abbildungen:

Die Ausleitung der Isar bei Krün. Das Wasser fließt in den Walchensee.
Foto: N. Schnitzer
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Museen Museum Fürstenfeldbruck: Wald-Bilder
Wald-Bilder
Museum Fürstenfeldbruck
Gemäldeausstellung im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung „Identitäten“ des Museumsverbundes „Landpartie – Museen rund um München“

Ausstellung 17. Mai bis 14. Oktober 2018

Landschaft in der Malerei ist oft identifizierbar, doch nie identisch mit der vorgestellten Natur- oder Kulturlandschaft. Landschaftsbilder transportieren Vorstellungen und Befindlichkeiten, die mit der dargestellten Natur wenig zu tun haben. Insbesondere Waldlandschaften wurden seit der Zeit der Romantik um 1800 mit deutscher Kultur und Wesensart gleichgesetzt, eine Grundstimmung, die bis heute zum Ausdruck kommt. Das Motiv des „marschierenden“ deutschen Waldes, der für militärische Wehrhaftigkeit stehen soll, findet man in Gemälden der Romantik, ebenso wie auf Propagandabildern des 20. Jahrhunderts. Der wilde Wald, der als Versteck dient, kann eine Metapher für Freiheit und Widerstand sein. Im Märchenwald steht der Wald für Ängste, Mut, aber auch für Verwandlung.

Für viele Maler des 19. Jahrhunderts war die Waldeinsamkeit ein Symbol für Abkehr vom weltlichen Getriebe; sie diente ihnen als Anregung und Motiv für ihre idyllischen Landschaften.

Werke von Carl Spitzweg, Fritz von Uhde, Gabriele Münter, Gerhard Richter und vielen anderen Malern, Grafikern und Fotografen führen die Vielfalt der Wald- und Baummetaphorik vor Augen und spüren der Herkunft der Vorstellungen nach.


Museum Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck
Abbildungen:

Paul Wilhelm Keller-Reutlingen (1854-1920)
Schafe im Wald
Öl auf Leinwand, 80x120 cm
Sparkasse Fürstenfeldbruck

Fritz Baer
Waldlandschaft
Öl/Karton, 47x58 cm
Museum Fürstenfeldbruck

Arthur Langhammer (1854-1901)
Die Reisigsammlerin, um 1890
Öl auf Leinwand, 74x100 cm
Sparkasse Dachau / Gemäldegalerie Dachau

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Museen Museum Brandhorst: JUTTA KOETHER - TOUR DE MADAME
JUTTA KOETHER - TOUR DE MADAME

Museum Brandhorst18. Mai bis 21. Oktober 2018

Vor allem ist Jutta Koether Malerin. Angesichts ihrer vielgestaltigen künstlerischen Praxis, die zu wesentlichen Teilen auch aus Performances, Musik und literarischen, theoretischen und kritischen Texten besteht, mag diese Beobachtung überraschen. Doch die Ausstellung „Tour de Madame“ führt vor Augen, dass die Malerei Koethers künstlerische Landschaft wie ein Turm überragt und damit die Perspektive bietet, von der aus sich alles andere ordnen lässt. Und dazu ist die Ausstellung eine Grand Tour, eine Tour d’Horizon, eine Tour de Plaisir durch diese Landschaft, während der klar wird, dass die Malerei auch deswegen die prominente Position in Koethers Schaffen einnimmt, weil die Künstlerin sie anders denkt als viele ihrer Zeitgenossinnen und Zeitgenossen – nämlich eben nicht als isolierbares oder bloß historisches Phänomen, sondern als offene Bildfläche. So ist Koethers Malerei oft das, was Malerei in den vergangenen 35 Jahren selten war – ein Medium, um zu erzählen. Koether sucht dabei nicht allein die Analyse und Reflexion, sondern auch den Exzess und das Vergnügen, und sie stellt aus diesen Perspektiven positiv und konstruktiv konnotierte Bezüge zu einer Tradition der Malerei her, die nicht allein auf Referenzen zur Moderne beschränkt sind. Mit rund 150 Werken aus den Jahren von 1983 bis 2018 bietet „Tour de Madame“ zum ersten Mal einen systematischen und chronologischen Überblick über Koethers Malerei. Viele der in der Ausstellung gezeigten Werke und vor allem das Frühwerk sind Entdeckungen. Diese Bilder waren noch nie oder seit ihrer ursprünglichen Präsentation nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen. Die Zusammenführung aller Werkgruppen erlaubt dabei, Koethers Werk in seiner historischen Bedeutung zu erfassen: als groß angelegten Versuch, eine Gegen-Geschichte zu dem männlich dominierten Kanon der Moderne und Postmoderne zu entwerfen. Ihre Zugriffe auf Nicolas Poussin, Vincent van Gogh, Georgia O’Keeffe und andere sind dabei nicht historisierende Rückversicherungen, sondern Aktualisierungen einer Geschichte der Kunst, als deren Teil Koether sich selbstbewusst begreift. Konsequenz und Konsistenz ihres künstlerischen Schaffens lassen keinen Zweifel daran, dass Koether vor allem eines ist – eine der wichtigsten deutschen Malerinnen der letzten Jahrzehnte.

DER „TOUR DE MADAME“-ZYKLUS
Für den zentralen Raum im Untergeschoss des Museums
 Brandhorst hat Koether die Bildserie „Tour de Madame“ (2018) kon zipiert, die in Anordnung und Format auf Cy Twomblys monumentalen „Lepanto“-Zyklus (2001) antwortet. Mit der halbrunden architektonischen Gestaltung im Obergeschoss, die an eine Kirchenapsis erinnert, bildet der monumentale Zyklus
 einen Höhepunkt der ständigen Sammlungspräsentation im
 Museum Brandhorst. Basierend auf dem gleichen Grundriss wurden im Untergeschoss des Museums zwölf Glasscheiben installiert, die zu verschiedenen Blickwinkeln und zu einer Erfahrung des Raums einladen. Dort, gleichsam im Unterleib des Museums, führt uns Koether ihre Schlacht mit der Malerei- und Kunst geschichte vor Augen. In dieser Rückschau leuchten Motive und Dynamiken von
 Koethers Werdegang seit den frühen 1980er-Jahren auf. Die
 rote Farbe verleiht den Gemälden einen formalen und atmosphärischen Zusammenhalt und wird von zwei kleineren, tiefschwarzen und krustigen Bildern unterbrochen und damit in eine rhythmische Form gebracht. In einem der Bilder sehen wir runde Formen, die von Beginn an zum festen Bestand von Koethers
 
Werken gehören und die nun in einem überbordenden All-over die ganze Bildfläche in Beschlag genommen haben. Der Ausgangs- und Endpunkt des Zyklus ist ein Leichenzug, den Koether aus Nicolas Poussins „Die Beerdigung von Phocion“ (1648) entnommen hat. Bei Koether wird die Leinwand zum Leinentuch, das den aufgebahrten Körper bedeckt und dabei ein virtuoses Spiel leuchtender Glanzpunkte entfaltet. Der Topos vom Tod der Malerei, der die so utopischen wie rationalen Entwürfe der Moderne wie ein Gespenst begleitet hat, wird hier zu einem Tod „in“ der Malerei, der sich am Ende in einer verpixelten Variante wiederholt, die die mythologische Szene nur noch schemenhaft erahnen lässt. Das Gemälde erinnert an ihre „Bruised Grids“ und die Raster, die als Verzierung von Taschen oder Bänken oder als Motive ihre Gemälde seit den frühen 2000er-Jahren durchziehen und die sich zu autonomen Bildern verselbstständigten. Auch Cézanne, neben Malern wie Balthus, Freud, Poussin und van Gogh ein wichtiger Referenzpunkt für Koethers Praxis, taucht unter anderem in der Pose ihres Selbstporträts wieder auf, das auf Cézannes Bildnis von Madame Cézanne anspielt und über das Koether ihre Format füllenden Initialen „JK“ projiziert. Das zentrale Bild des Zyklus – eine Paraphrase von Balthus’
 „La Chambre“ (ca. 1953) – zeigt eine nackte weibliche Figur, die lasziv auf einem Bett liegt. Ihr Kopf ist nach hinten verdreht, beim Gesicht sind oben und unten vertauscht. Mit ihrer rechten Hand stützt sie sich ab, um mit ihrer Fußspitze ein Rasterbild aus dem Bild zu kicken. In dieser prekären Stellung hält sie mit ihrer Linken eine transparente Kugel in die Höhe – ein Balanceakt zwischen unten und oben, Schwerkraft und schwebender Leichtigkeit, Widerstand und Hingabe.   Mit dem Titel „Tour de Madame“ verweist sie auf ein weiteres gedankliches Vorbild, Michel de Montaigne. Seine Bibliothek und sein Arbeitszimmer waren auf dem Familienanwesen in einem Turm, dem „Tour de Montaigne“ untergebracht. Diesem gegenüber stand einmal der seiner Frau vorbehaltene Turm, der „Tour de Madame“. Eine zentrale These Montaignes’ ist, dass Denken nur in und durch Bewegung entsteht. Eine Bewegung, die in der Installation und den zwölf Werken aus „Tour de Madame“, ihrer Ballung an aus ihrem ¼uvre bekannten Bezügen, Themen und Motiven, zum Ausdruck kommt.

Museum BrandhorstTheresienstraße 35a,
80333 München


Jutta Koether
Untitled, 1987
Öl auf Malkarton 18 x 24 cm
Courtesy of the artist and Galerie Buchholz, Berlin/Cologne/New York
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Museen Bauernhofmuseum Jexhof: „Zwischen Disco, Minirock und Revolte: die 70er. Lebensgeschichten aus dem Brucker Land“
„Zwischen Disco, Minirock und Revolte: die 70er. Lebensgeschichten aus dem Brucker Land“

Bauernhofmuseum Jexhof
Ausstellung vom 19. Mai bis 04. Nove,ber 2018
Der Jexhof, das Bauernhofmuseum des Landkreises Fürstenfeldbruck bei Schöngeising, zeigt vom 19. Mai bis 4. November 2018 die Ausstellung „Zwischen Disco, Minirock und Revolte: die 70er. Lebensgeschichten aus dem Brucker Land“.

Rote Armee Fraktion, Ölpreisschock, Ostpolitik – viele Krisen und Verwerfungen haben die Gesellschaft in der Bundesrepublik in den 70er-Jahren bewegt. Es ist eine Umbruchphase, die schon in den 60ern ihren Anfang genommen hatte. Wie wurde dieser Abschnitt individuell erlebt, worin manifestierte sich im Leben des Einzelnen der vielbeschworene „wilde“ Zeitgeist? Der konkrete Blick auf Lebensgeschichten in der Region Fürstenfeldbruck soll die Vielfalt der sozialen Identitäten in den 70ern widerspiegeln und persönliche Erinnerungen als Teil des kollektiven Gedächtnisses freilegen. Die biografischen Zeitreisen werden in der Ausstellung durch ausgewählte persönliche Objekte aus Politik, Literatur, Kunst, Musik, Mode und Design greifbar.

Die Sonderausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten des Museums, Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr (montags Ruhetag, außer an Feiertagen) und Sonn- und Feiertag von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen.

Während dieser Öffnungszeiten sorgen die Wirtsleute in der historisch eingerichteten Stube oder davor im Garten mit Kaffee und Kuchen, Getränken und kleinen warmen Speisen bzw. Brotzeiten für das leibliche Wohl der Besucher.

Bauernhofmuseum Jexhof
82296 Schöngeising 


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Museen Franz Marc Museum Kochel: Bilder vom Lesen - Vom Lesen der Bilder
Bilder vom Lesen - Vom Lesen der Bilder

Ausstellung vom 17. Juni bis 23. September 2018

Lesende sind Ort und Zeit enthoben und in eine Phantasiewelt vertieft, die auch der Blick des Malers
nicht zu erreichen vermag. Diese Privatheit und Intimität bestimmen die Bilder von Lesenden, die
seit dem 18. Jahrhundert in der europäischen Malerei zum wichtigen Genre werden. Sie sind Thema
der Ausstellung »Lektüre«, die den Schwerpunkt auf das 20. Jahrhundert legt. Die Exponate von Auguste Renoir, Lovis Corinth, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke, Alberto Giacometti und Pablo Picasso bis zu Paul Klee und Cy Twombly nehmen die besondere – und für den Maler als Motiv besonders reizvolle – Selbstvergessenheit und Entrücktheit der Lesenden in den Blick. Auf einigen Bildern scheint sich jedoch auch das langsame Verschwinden dieser »Kulturtechnik« schon anzudeuten.



Künstler

Ernst Barlach, Max Beckmann, Walter Benjamin, Henri Cartier-Bresson, Daniel Chodowiecki, Lovis Corinth, Tacita Dean, Joseph Ducreux, Adolf Erbslöh, Alberto Giacometti, Armand  Giullaumin, Julio Gonzales, Erich Heckel, Candida Höfer, Karl Hofer, Alexander Kanoldt, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Paul Kleinschmidt, Pierre Klossowski, Henri Lebasque, Max Liebermann, Jean-Etienne Liotard, August Macke, Franz Marc, A. Marquet, Henri Matisse, Adolf Menzel, Gabriele Münter, Emil Nolde, Emil Orlik, Beate Passow, Pablo Picasso, Marcel Proust, Auguste Renoir, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Schönfeld, Rosemarie Trockel, Cy Twombly, Jaques Villeglé, Edouard Vuillard

Die Ausstellung wird durch Führungen mit Lesung und Vermittlungsprojekte für Kinder begleitet.


Franz Marc Museum         
Franz Marc Park 8-10                                                                                                                  
82431 Kochel a. See


Abbildungen:

August Macke - Elisabeth und Walterchen, 1912
Öl auf Leinwand, 89 x 71,5 cm
Kunstmuseum Bonn
Foto: Kunstmuseum Bonn, Reni Hansen

Erich Heckel - Lesendes Mädchen, 1913
Kunstmuseum Bonn
Foto: Kunstmuseum Bonn, Reni Hansen
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heute
Museen München Haus der Kunst: Generations Part 2 - Künstlerinnen im Dialog
Generations Part 2Künstlerinnen im Dialog 

Die Werke von Frauen haben in der Sammlung Goetz seit Beginn einen besonderen Stellenwert. So wurden wichtige Einzelpositionen wie Yayoi Kusama, Rosemarie Trockel, Mona Hatoum oder Gruppierungen wie die Young British Artists schon früh aufgebaut und über die Jahre hinweg durch Neuerwerbungen erweitert. In ihrer Sammelleidenschaft ließ sich Ingvild Goetz von ihrem Interesse an gesellschaftspolitischen Themen, formal-ästhetischen Fragestellungen sowie künstlerischen Materialien leiten und blieb dabei stets für Neuentdeckungen offen. Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens präsentiert die Sammlung Goetz eine dreiteilige Ausstellung im eigenen Museum und im Haus der Kunst, die dem künstlerischen Schaffen von Frauen gewidmet ist und ihre Werke in einen generationsübergreifenden Dialog stellt.

Im zweiten Teil der Ausstellung im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst stehen die Erkundung des Körpers, das Ausloten seiner Grenzen und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Sexualität, Geschlecht und Identität in bewegten Bildern im Zentrum. Denn Videotechnik wird bereits seit ihren Anfängen als künstlerisches Medium zur Selbstreflexion und Dokumentation von Performances eingesetzt. Gezeigt werden Fotografien, Filme und Installationen von Künstlerinnen aus den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. 

Der Experimentalfilm „Kusama‘s Self-Obliteration“ (1967) dokumentiert die Performances und Nackt-Happenings, die Yayoi Kusuma in den 1960er-Jahren in New York aufgeführt hat. Leitmotiv der japanischen Künstlerin sind die Polka Dots, mit denen sie Menschen, Tiere und ihre Umgebung bedeckt. Ähnlich den spirituellen Vorstellungen des Buddhismus sind sie eine Metapher für die persönliche Entgrenzung und der Idee, eins zu werden mit dem Universum. „Kusama‘s Self Obliteration“ spiegelt den Geist der Hippie-Generation, die sich von den Zwängen bürgerlicher Lebens-, Sexual- und Moralvorstellungen befreien wollte. Begleitet von einem esoterischen Sound, beschleunigt oder verlangsamt der Film einzelne Sequenzen, arbeitet mit Überblendungen und Zoom-Effekten, sodass sich die Bilder gleichsam aufzulösen scheinen.

Die Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist erkundet auf eine spielerisch-sinnliche Art den menschlichen Körper und sein Lustempfinden. In ihrem Film „Pickelporno“ (1992) verfolgt sie das Liebesspiel zwischen einem Mann und einer Frau aus der Perspektive des Sexualpartners. Extreme Close-Ups von intimen Körperregionen wechseln sich ab mit Naturaufnahmen und psychedelischen Bildern. Durch die digitale Nachbearbeitung des Filmmaterials, ungewohnte Blickwinkel und eine intensive Farbigkeit versucht die Künstlerin, die körperliche Erregung sichtbar zu machen. Ein wesentliches Gestaltungselement ist die Filmmusik, die das Geschehen zu einem Höhepunkt treibt.

Den nackten Menschen in seiner Verletzlichkeit und Widersprüchlichkeit präsentiert die polnische Künstlerin Aneta Grzeszykowska. Ihr eigener Körper ist dabei nicht nur der Ausgangspunkt ihrer Arbeit, sondern dient ihr auch als künstlerisches Material für ihre Performances. Gleich zu Anfang des formal reduzierten Schwarzweißfilms „Headache“ (2008), sieht man die junge Frau, wie sie eine aus ihrem Mund heraushängende Lunte entzündet. In den folgenden Sequenzen erweckt sie dann den fragmentierten Körper mittels Trickfilmtechnik und Computeranimation in einem absurden Ballett zum Leben. Die einzelnen Körperteile finden dabei nicht zu einer Einheit, sondern werden zu widerstreitenden Elementen. 

Die rumänische Künstlerin Geta Brătescu arbeitete unter dem repressiven kommunistischen Regime lange Zeit im Verborgenen. Aufgrund der Einschränkungen durch die politische Situation konzentrierte sie sich auf den eigenen Körper als Gegenstand ihrer künstlerischen Praxis. In der Einsamkeit ihres Ateliers inszenierte sie Performances, die sie mit der Filmkamera oder fotografisch dokumentierte. Die Hände spielten dabei als künstlerisches Material und Medium eine besondere Rolle. So auch in dem Video „2 x 5“ (1993), in dem sie mit Neugierde die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten ihrer vom Alter gekennzeichneten Hände erkundet.

Um geschlechtliche Ambivalenz geht es in dem Video „Knackered“ (1996), der britischen Film-Regisseurin Sam Taylor-Johnson, das eine junge Frau nackt in schonungsloser Beleuchtung zeigt. Fast unbeweglich steht sie aufrecht mit herabhängenden Armen frontal zum Betrachter. Nur ihre Lippen bewegen sich wie zum Gesang. Doch nach wenigen Momenten wird deutlich, dass die Stimme, die zu hören ist, nicht von ihr stammen kann. Es handelt sich vielmehr um die Aufnahme eines gregorianischen Klageliedes, das der letzte bekannte Kastrat Alessandro Moreschi um die Jahrhundertwende im Vatikan gesungen hat. Durch die Verbindung eines androgynen Frauenkörpers mit der hellen Stimme eines Entmannten konstruiert Taylor-Johnson mit ihrem Video eine vieldeutige, irritierende Situation. 

Buchstäblich ins Innere des Körpers führt uns die Installation „Deep Throat“ (1996) der libanesischen Künstlerin Mona Hatoum. Sie projiziert auf den Teller eines gedeckten Tisches die endoskopischen Bilder einer Magenspiegelung. Der Titel bezieht sich auf den gleichnamigen Pornofilmklassikers, in dem die Hauptdarstellerin ausschließlich beim Oralverkehr sexuelle Lust empfindet. Hatoum verbindet diese männliche Wunschvorstellung mit den Bildern einer medizinischen Kamera, die nicht sexuell stimulieren, sondern Ekel hervorrufen. 

Kuratiert von Cornelia Gockel und Susanne Touw 

Mit Werken von Geta Brătescu, Nathalie Djurberg, Tracey Emin, Aneta Grzeszykowska, Mona Hatoum, Sam Taylor-Johnson, Yayoi Kusama, Ulrike Ottinger, Pipilotti Rist und Rosemarie Trockel

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN


Abbildungen:
Sam Taylor-Johnson
Knackered (Filmstill), 1996
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton)
© (Sam Taylor-Johnson) VG BILD-KUNST Bonn, 2018
Courtesy Sammlung Goetz, München

Mona Hatoum
Deep Throat, 1996
1-Kanal-Multimedia-Videoinstallation (Farbe, ohne Ton), Tisch mit Monitor
© the artist
Courtesy Sammlung Goetz, München
Foto: © (Wilfried Petzi) VG BILD-KUNST Bonn, 2018
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München: Museum fünf Kontinente
Fragende Blicke - Neun Zugänge zu ethnografischen Fotografien

München, Juni 2018. „Fragende Blicke. Neun Zugänge zu ethnografischen Fotografien“ lautet der Titel einer  am  5.  Juli  2018  beginnenden  Foto‐Ausstellung  im  Treppenhaus  des  Museums  Fünf  Kontinente.  54  historische  Originalfotografien  wurden  in  der  Sammlung  Fotografie  des  Museums  ausgesucht  und  in  Zusammenarbeit  von  Unterrichtenden  und  Studierenden  des  Instituts  für  Ethnologie  der  LudwigMaximilians‐Universität München ausgewertet und bearbeitet.
Die  Bilder  wurden  zwischen  1862  und  1956  von  Ethnologen,  Reisenden,  kolonialen  Akteuren  oder  in  Fotostudios aufgenommen. Ihre Entstehungsgeschichten und seinerzeit beabsichtigten Aussagen sind aus  heutiger Sicht nicht immer unproblematisch. Um ihren Betrachtern den historischen Rahmen klar werden zu  lassen und obendrein Einblicke in jene Zeit zu gewähren, als die Verschlüsse der analogen Kameras klickten,  haben  die  jungen  Ausstellungsmacher  von  der  Universität  sich  viele  Gedanken  um  Präsentation  und  Erläuterungstexte gemacht.
„Welche  Fragen  können  wir  heute  aus  ethnologischer  Perspektive  an  historische  Aufnahmen  richten,  welche Antworten dürfen wir erwarten?“ Diese Frage stellten die Ethnologen Paul Hempel (Institut für  Ethnologie, LMU München) und Anka Krämer de Huerta (Sammlung Fotografie, Museum Fünf Kontinente)  sich und neun Studierenden des LMU‐Praxisseminars „Ethnografisches Bildgedächtnis und museale (Re‐)  Präsentation“, das zur Keimzelle der Ausstellung werden sollte.
Es tat den alten Fotos gut, großformatig abgezogen zu werden. Plötzlich wurden Details sichtbar, die auf den  oft nur wenige Zentimeter großen Originalen vorher nur schwer zu erkennen waren. Neben den Bildinhalten  thematisierten die jungen Gastkuratoren auch die Hintergründe der Entstehung der Fotografien und fragten  nach den Gründen für öfter wiederkehrende Darstellungsweisen. Natürlich wurden auch die Menschen  ernst genommen, die einst sowohl vor als auch hinter der Kamera standen. So kristallisierten sich BildGeschichten heraus, die durch den alleinigen Blick aufs Foto selbst weiterhin verborgen geblieben wären.
„Die Recherchen waren intensiv. Es hat allen Freude bereitet, Darstellungen aus vielen verschiedenen  Regionen der Welt gründlich unter die Lupe zu nehmen und dann zum Sprechen zu bringen“, sagt Julia  Blumenschein,  die  im  sechsten  Semester  Ethnologie  und  und  vergleichende  Kultur‐  und  Religionswissenschaften an der Uni München studiert.
Wirkungsweise und Effekt einiger historischer Sterefotografien können die Besucher vor Ort ausprobieren.

Museum Fünf Kontinente
Maximilianstraße 42
80538 München
Abbildungen:
Junge Frau mit Kind im Tragetuch, Yamolemi mit Nichte Liehemi,
Foto: Meinhard Schuster und Otto Zerries, 1954,
Oberer Orinoko/Venezuela, Schwarz-Weiß-Abzug),
Museum Fünf Kontinente, Inv.Nr. FO-39-1-463
„Tanz in der Dämmerung“,
Foto: Heinrich Ubbelohde-Doering, 1932,
La Paz/Bolivien,
Museum Fünf Kontinente, ohne Inv.Nr.
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Lenbachhaus: DAN FLAVIN: UNTITLED (FOR KSENIJA)
DAN FLAVIN: UNTITLED (FOR KSENIJA)
Ausstellung vom 17. Juli bis 30 September 2018

Im Jahr 1994 wurde der vom Architekten Uwe Kiessler gestaltete Kunstbau eröffnet. Mit der unterirdischen Galerie erschloss sich für das Lenbachhaus eine neue Dimension für Sonderausstellungen. Dan Flavin (1933–1996) entwickelte eigens für die Eröffnungsausstellung dieInstallation Untitled (for Ksenija), 1994. Das Spätwerk bekräftigt Flavins fortwährende künstlerischeBeschäftigung im Spannungsfeld von Lichtkunst und Architektur auf eindrückliche Weise. Seine langjährigen Freunde und Wegbegleiter Heiner Friedrich und Philippa de Ménil schenkten dem Lenbachhaus dieses Werk zum Andenken an ihre Eltern Harald und Erika Friedrich sowie John und Dominique de Ménil. Anlässlich des 80. Geburtstags von Heiner Friedrich wird Untitled (for Ksenija) ein weiteres Mal im Kunstbau ausgestellt.Flavin zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Minimal Art. Der wesentliche Ansatz dieser Kunstrichtung liegt in einer radikalen Reduzierung der bildnerischen Mittel auf einfache geometrische Formstrukturen. In ihrer formalen Eindeutigkeit nehmen die Werke stets Bezug auf ihre räumliche Umgebung. Dadurch werden die Wahrnehmung der Betrachterinnen und Betrachter sowie ihr Verhältnis zum Raum zu integralen Bestandteilen der künstlerischen Arbeit.Im Kunstbau bestückte Flavin die vier an der Decke verlaufenden Lichtschienen mit Bändern aus Leuchtstoffröhren in den Farben Grün, Blau, Gelb und Pink. Diese farbliche Setzung betont die leichte Krümmung der Architektur und lässt an die Schienen des unter dem Kunstbau befindlichen U-Bahnhofs denken. Das Licht bewirkt differenzierte Farbprojektionen auf Boden, Wände und Einbauten – aber auch auf den Körper des Besuchers oder der Besucherin. Ohne die Architektur zu verstellen, erzeugt Flavins Installation neue Akzentierungen und Wahrnehmungsmöglichkeiten des Raums.Als Ausstellung in der Ausstellung werden im Medienraum des Kunstbaus Filme von Marcia Hafif gezeigt. Beide Künstler bewegten sich im New York der 1970er Jahre in einer kritisch versierten Kunstszene. Während Flavin sich von der Malerei abwendete und diesen Bruch zum formativen Moment seiner Kunstproduktion erklärte, blieb Malerei bei Hafif die Konstante, die parallel zu ihren Arbeiten in anderen Medien fortbestand.
Kuratiert von Sebastian Schneider

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Luisenstraße 33
80333 München



Abbildungen:
Dan Flavin
Untitled (For Ksenija), 1994
Schenkung von Heiner und Philippa Friedrich im Angedenken an ihre Eltern Erika und Harald Friedrich und Dominique und John de Menil
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto: Lenbachhaus, Ernst Jank
Dan Flavin
Untitled (For Ksenija), 1994
Schenkung von Heiner und Philippa Friedrich im Angedenken an ihre Eltern Erika und Harald Friedrich und Dominique und John de Menil
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto: Lenbachhaus, Ernst Jank
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