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Museen Bernried Buchheim Museum: NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
13. Oktober bis 18. Februar 2018

NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
Dass eine ländliche Hauskunst aus Bayern, Böhmen und Schlesien impulsgebend für die Moderne gewesen sein soll, klingt absurd. Dass es aber doch wahr ist, kehrt der Autor der ersten Monographie über den »Blauen Reiter« hervor: Lothar-Günther Buchheim. Den Malern der Künstlervereinigung des »Blauen
Reiters« habe die Hinterglasmalerei mit ihrer »volksliedhaft kraftvollen Formensprache«, ihren leuchtenden Farben und der vereinfachten Perspektive Inspiration gegeben. Mit ihrem »Almanach« hätten sie die künstlerische Botschaft aus den Dörfern aufgegriffen und weitergetragen.
Als Expressionist im Geiste der »Brücke« und des »Blauen Reiters« kaufte Buchheim Hinterglasbilder des 19. Jahrhunderts. Bei den Darstellungsinhalten seiner Sammlungsstücke handelt es sich nahezu ausnahmslos um Gnadenbilder und Andachtsbilder. Eine besondere Gruppe bilden die »Nonnenspiegel«, bei denen die Darstellungen hinter Glas von einer Metallbeschichtung hinterfangen sind. Den Nonnen dienten sie zur Sündenverschleierung. Während sie die Heiligendarstellungen erblickten, konnten sie sich doch am Rande eitel selbst in Betracht nehmen. Als Künstler malte Buchheim schließlich seine eigenen »Heiligen« hinter Glas: Clowns, Akrobaten und Zirkustiere. Das Material ist ihm Quell herrlichster Phantasie und Experimentierfreude. Die Ausstellung im Buchheim Museum spürt seiner Beschäftigung mit dem Thema in ganzer Breite nach – und sie lädt die Besucher dazu ein, sich gleich vor Ort unter fachlicher Betreuung selbst in dieser spannenden Technik auszuprobieren.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung:
Lothar-Günther Buchheim
"Bimbina und Kompanie – dieZirkuswunderschweine", 1945/46
Buchheim Museum
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Museen Kochel Franz Marc Museum: Franz Marc - Wie sieht ein Pferd die Welt?
Franz Marc - Wie sieht ein Pferd die Welt?

15. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018

»Gibt es für einen Künstler eine geheimnisvollere Ideeals die, wie sich wohl die Natur in dem Auge eines Tieresspiegelt? Wie sieht ein Pferd die Welt oder ein Adler,ein Reh, ein Hund?« –Als Franz Marc 1911/12 diese Zeilenschrieb, hatte er in jahrelanger, intensiver Arbeit dieKomposition für seine großen Pferdebilder entwickelt,für seine heute so bekannten und beliebten Gemälde, aufdenen die Tiere und ihre innige Verbindung zur Natur daszentrale Motiv sind und zum Symbol für sein Natur-undWeltverständnis werden.Als Franz Marcs Gemälde „Große Landschaft I“ im September 2016 als Dauerleihgabe ins Franz Marc Museum nach Kochel am See kam, löste diese große Leinwand eine Folge von Fragen und Recherchen aus, die sichzu einem spannenden „Krimi“ entwickelten. Nicht nur ist das Gemälde selbst geheimnisvoll, indem kompositorisch alles darauf angelegt ist, eine geradezu sehnsuchtsvolle Spannung zwischen der Pferdegruppe am rechten unteren Bildrand und der sich vor den Tieren in die Tiefe entwickelnden Hügellandschaft aufzubauen. Auch der aus der Erinnerung, um 1934/35, formulierte Kommentar von Maria Marc zu dem Bild erschien rätselhaft. In ihren Aufzeichnungen für die 1936 erschienene Monographie zu Franz Marc von AloisSchardt heißt es zur Entstehungsgeschichte des Gemäldes: „... das Bild (wurde) im Frühling mit lichten Farben begonnen. Den ganzen Sommer bis tief in den Herbst hinein in den veränderten Farben der Natur weitergemalt und dann zerschnitten.“Der restauratorische Befund zeigt jedoch, dass das Gemälde nicht zerschnitten wurde, sondern an zwei Seiten beschnitten: Franz Marc schnitt an der oberen, horizontalen Kante der Leinwand einen schmalen Streifen, etwa 5 cm, ab und reduzierte die Leinwand am linken Rand um49,5 cm. Dieser Eingriff war wohlüberlegt. Der Maler unterstrich die in der Komposition angestrebte „Sogwirkung“ der Landschaft, die die Pferdegruppe in der rechten unteren Ecke in ihren Bann zieht. Das links abgetrennte Teilstück der Komposition konnte in der Staatsgalerie Stuttgart unter verschiedenen hier bewahrten Gemäldefragmenten Franz Marcs identifiziert werden. Aus der kompositorisch und farblich wahrnehmbaren Zusammengehörigkeit der beiden Teilstücke ergab sich die Frage, ob dieser visuelle Eindruck sich durch naturwissenschaftliche Untersuchungen bestätigen lässt. Eine Kooperation des Franz Marc Museums und des Doerner Institutes, München machte diese aufwendigen und kostspieligen Untersuchungen möglich.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Bilder:

- Franz Marc
Große Landschaft I, 1910
Öl auf Leinwand, 110,5 x 211,5 cm
Franz Marc Museum.Kochel a. See
Stiftung Etta und Otto Stangl
Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Nicole Wilhelms

- Franz Marc, Pferde auf Bergeshöhe gegen die Luft stehend, 1906, 12,5 x 10,2 cm
Rote und schwarze Kreide und Deckweiß auf Papier, laviert,
Aus Skizzenbuch IV, p.2 Franz Marc Museum, Kochel a. See, Franz Marc Stiftung
Foto: Claus Hansmann, Stockdorf
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Museen Kochel Franz Marc Museum: Hinterglasmalerei - Zwischen Volkskunst und Avantgarde
Hinterglasmalerei - Zwischen Volkskunst und Avantgarde

15. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018

Die Künstler und Künstlerinnen des »Blauen Reiters»waren fasziniert von allen antiakademischen Kunstäußerungen. Besonders schätzten sie die traditionelle bayerische Hinterglasmalerei mit ihren strahlenden Farben. Die Ausstellung im Franz Marc Museum zeigt in zwei Kapiteln, wie die Technik der Hinterglasmalerei den Künstlern als Inspiration und künstlerisches Experimentierfeld diente.Gabriele Münters Ölgemälde„Mann im Sessel (Paul Klee)“von 1913wird in einem Kabinett als Teil einer Rauminstallation präsentiert. Die im Gemälde dargestellte, kunstvoll gestaltete Einrichtung ihres Wohnzimmers lebt in einem Arrangement ausgewählter Objekte und Hinterglasbilder vor einer grünen Wand wieder auf. So entsteht ein atmosphärischer Eindruck der Lebenswelt der Künstlergruppe des »Blauen Reiters«. Es wird deutlich, welchen Stellenwert die Hinterglasbilder für das alltägliche Leben und das Schaffen im kreativen häuslichen Umfeld hatten. In einem zweiten Kabinett sind erstmals das Hinterglasbild Franz Marcs, „Landschaft mit Tieren und Regenbogen“sowie die nach ihm entstandene Stickereiseiner Frau Maria Marc in direkter Gegenüberstellung zu sehen. Bei Marcs Hinterglasbild von 1911 handelt es sich um ein wichtiges Zeugnis seiner künstlerischen Entwicklung. Die Technik der Hinterglasmalerei begünstigt das Streben nach intensiver Farbigkeit und Abstraktion der Formen und ermöglicht das Experimentieren mit Perspektive und Räumlichkeit. Anhand der kunsttechnologischen Dokumentation der Restaurierung des Hinterglasbildes kann nachvollzogen werden, wie Franz Marc die volkstümliche Technik des Hinterglasbildes für seine künstlerischen Anliegen fruchtbar machte: zum Beispiel integrierte er bemalte Silberfolie in das Bild, um eine neuartige Farbwirkung zu erzielen. Maria Marc wiederum griff 1914, also drei Jahre später, die Vorskizze ihres Mannes auf, um die Stickerei „Landschaft mit Tieren und Regenbogen“zu realisieren. Aus den Briefen, welche Franz und Maria Marc während des Krieges austauschten, wird deutlich, welch kreativer Impuls von Franz Marcs Skizzen für das Schaffen seiner Frau Maria ausging. Die gegenseitige künstlerische Inspiration in dem Spannungsfeld zwischen traditioneller Volkskunst und dem avantgardistischen Streben kann in der Kabinettausstellung visuell nachvollzogen werden.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Bilder:

- Gabriele Münter, Johannisgasse in Herford, um 1913
Hinterglasmalerei, 22,1 x 22,1 cm
Franz Marc Museum, Kochel a. See
ahlers collection
© VG Bild Kunst Bonn 2017, Foto: Simone Bretz

- Wassilly Kandinsky, Mythologische Szene (Reiter und Apfelpflückerin), 1911
Öl auf Glas, 15,5 x 19,8 cm
Franz Marc Museum, Kochel a. See
ahlers collection
Foto: Walter Bayer, München
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Kinder Münchner Theater für Kinder: Dornröschen
Dornröschen

Zur Taufe der Königstochter Klein Rosalie hat der Koch Sebastian nur zwölf Feen eingeladen. Die 13. hat er glatt vergessen. Erzürnt darüber, nicht eingeladen zu sein, erscheint diese jedoch während der Feier und belegt das Kind mit einem bösen Fluch. Rosalie solle sich an ihrem 15. Geburtstag an einer Spindel stechen und sterben. Zum Glück kann die Fee der Gerechtigkeit den Fluch noch mildern. Sofort lässt der König alle Spindeln und Spinnräder des Landes verbrennen, doch an ihrem Geburtstag schleicht Prinzessin Rosalie in die Turmkammer und findet dort eine Frau am Spinnrad sitzend. Rosalie sticht sich an der Spindel und alle im Schloss fallen in einen tiefen hundertjährigen Schlaf. Und um Schloss Rosenstein wächst eine riesige todbringende Dornenhecke. Viele Jahre später erfährt der junge Prinz Jascha vom traurigen Schicksal des so genannten „Dornröschens“ und macht sich kurzerhand auf den Weg um die schlafende Schönheit zu erwecken. Doch um sein Ziel zu erreichen muss er viele Gefahren bestehen.

Geeignet ab 4 Jahren
Dauer: 2:05 Stunden
Beginn: 10:00 Uhr

Münchner Theater für Kinder
Dachauer Str. 46
80335 München

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Konzert Olching KOM: Eleven-eleven Matinee - RYTHM CHANGES!
Eleven-eleven Matinee: RYTHM CHANGES!

Mit dem Saxophonisten Christian Elin und dem Pianisten Maruan Sakas haben sich zwei Grenzgänger zu einem besonderen Duo zusammengetan: Beide Musiker sind sowohl im Jazz als auch in der Klassik zu Hause und diese Liebe zur Freiheit der Improvisation sowie zur Klarheit der klassischen Form drückt sich auch in ihren Kompositionen aus. Eine Entdeckung!

Die Spielweise des Duos Elin-Sakas ist geprägt
von einer Haltung des kammermusikalischen Jazz: feine Töne, klangliche Raffinesse und eine große stilistische Offenheit treffen hier aufeinander und geben viel Raum für gemeinsame improvisatorische Höhenflüge.
Christian Elin der Saxophonist, Bassklarinettist und Komponist Christian Elin hat in München und Basel klassisches Saxophon studiert und sich dann intensiv dem Jazz und der Neuen Musik zugewandt. Als Solist und Orchestermusiker arbeitete er mit zahlreichen renommierten Klangkörpern zusammen, darunter das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Münchener Philharmoniker und das Ensemble Modern. 2013 wurde er für seine Solo-CD "streaming" mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Kategorie "Musik" ausgezeichnet. 2015 war er »artist in residence« beim französischen Festival »1001Notes« und führte sein Werk »WAVES« für Sopransaxophon und Streichorchester beim Weltsaxophonkongress in Strasbourg auf.

Der Pianist Maruan Sakas wurde 1985 in Erlangen geboren und lebt seit 2004 in München, wo er zunächst Schulmusik und später Jazzklavier studierte. Seine Lehrer waren u.a. Prof. Franz Massinger und Prof. Leonid Chizik. 2017 wurde er als Professor für Schulpraktisches Klavierspiel an die HfM Dresden berufen, nachdem er bereits von 2010-2017 an der Münchener Musikhochschule unterrichtet hatte. Neben mehreren Bundespreisen beim Wettbewerb »Jugend musiziert« gewann er auch den 1. Preis für Liedimprovisation beim »Wettbewerb für schulpraktisches Klavierspiel« 2008 in Weimar sowie den Jazzförderpreis 2010 des Steinway-Hauses München. Er ist Alumno der Deutschen Studienstiftung sowie der Musikerförderung von Yehudi Menuhin Live Music Now e.V.

Programm

    Maruan Sakas (*1985)
    ECMS (für Sopransaxophon und Klavier)
    Christian Elin (*1976)
    En route (für Sopransaxophon/Baßklarinette und Klavier)
    Christian Elin
    A Midsummer night's dream (für Sopransaxophon und Klavier)
    Maruan Sakas
    Rhythm Changes! (für Baßklarinette und Klavier)
    Christian Elin
    MAY (für Sopransaxophon und Klavier)
    Maruan Sakas
    Some kind of Blues (für Baßklarinette und Klavier)
    Christian Elin
    Hymne angevine (für Baßklarinette und Klavier)


Kulturwerkstatt Olching am Mühlbach
Hauptstraße 68,
82140 Olching
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Kinder Münchner Marionettentheater: Ein Fall für Felix Spürnase
Kinderkrimi: Ein Fall für Felix Spürnase

Die Liste der weltberühmten Detektive ist groß: James Bond, Sherlock Holmes oder auch 
Hercule Poirot. Aber jetzt kommt ein neuer Name dazu: Felix Spürnase!

Unser heutiger Fall beginnt an einem trüben, regnerischen Tag. Felix Spürnase sitzt in seinem kleinen Büro und wartet mal wieder auf einen Auftrag, als Herr Häberlein ihm Neuigkeiten berichtet: Bei Herrn Zeigerlein, dem Uhrenladenbesitzer der Stadt, ist eingebrochen worden. Zwei Uhren sind verschwunden, alle anderen verstellt. Als sich Detektiv Spürnase mit Hilfe von Krimifreund Häberlein auf Spurensuche begibt, ereignet sich auch bei Bäckermeister Mehlig ein Einbruch. Die Stadt ist in heller Aufregung, auch Polizeimeister Willi Wichtig tappt im Dunkeln. Doch der unbekannte Einbrecher hinterlässt Spuren. Als Detektiv Felix Spürnase dann einer Spur in die Kanalisation folgt und von dem Ganoven dort eingesperrt wird scheint die Lösung des Falls in weite Ferne gerückt, bis beim Faschingsladenbesitzer Ludwig Lustig ein Mann auftaucht der einen falschen Bart kaufen möchte.

Ob Spürnase aus seiner Falle entkommt und den Ganoven schnappt? Findet es heraus!


für Kinder ab 5 Jahren
Münchner Marionettentheater, Blumenstraße 32 (Nähe Sendlinger-Tor-Platz)
Beginn: 15.00 Uhr
Dauer: ca. 90 Min. inkl. Pause






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Zugabe Gauting Bosco: Tee bei Sabine: Veronika Klaus, Bühnenplastikerin & Ulrich Schweiger, Bildhauer
Tee bei Sabine: Veronika Klaus, Bühnenplastikerin & Ulrich Schweiger, Bildhauer

Ein Gautinger Künstlerpaar ist an diesem Sonntag zu Gast: Veronika Klaus, ehemalige Waldorfschülerin und Bühnenplastikerin und Ulrich Schweiger, freischaffender Metallbildhauer.
Ein Gautinger Künstlerpaar ist an diesem Sonntag zu Gast: Veronika Klaus und Ulrich Schweiger. Veronika Klaus ist ehemalige Waldorfschülerin und hat nach dem Abitur eine Ausbildung zur Bühnenplastikerin an den städtischen Bühnen
Münster absolviert. Anschließend arbeitete sie in diesem Beruf an verschiedenen Bühnen, bis schließlich die Liebe sie zurück nach Gauting zog: Ulrich Schweiger, der nach einem Philosophiestudium eine Ausbildung zum Holzbildhauer in Garmisch-Partenkirchen machte, zog seit 1992 durch verschiedene Ateliers entlang der Würm und ist, genauso wie Veronika Klaus, nunmehr seit vielen Jahren in der Ateliergemeinschaft Reismühle angekommen. Im Jahr 2012 erhielt Uli Schweiger den Kulturpreis der Gemeinde Gauting. Während er frei schaffend und frei denkend in erster Linie als Metallbildhauer tätig ist, bleibt sie einerseits ihrer Bühnenbildseele treu als Dozentin im Bereich Theater an der Waldorfschule Gröbenzell. Das Paar hat zwei kleine Söhne und meistert gemeinsam die Herausforderung, als Künstlerfamilie im teuren Würmtal zu leben.

Verein Bosco-Service-Team
Oberer Kirchenweg 1
82131 Gauting
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Kabarett Miesbach: Couplet AG
Couplet AG

Die Weltgeschichte tobt, die Couplet-AG macht mit!Das Ensemble um Jürgen Kirner legt wieder einmal gekonnt den satirisch-sarkastischen Finger in genau jene Wunden, die keiner lieb hat, die aber grausig schmerzen.Bianca Bachmann, Bernhard Gruber und Berni Filser befeuern mit Musik von einst bis morgen und gespielter Höchstleistung abgründige Texte, die dem rauchenden Kopf der Truppe – völlig nikotinfrei – in die ewig lästernde Feder fließen.Das dienstälteste, nicht verwandt und nicht verschwägerte sowie mehrfach preisgekrönte Musikkabarett-Ensemble Bayerns hat großartige Nebenwirkungen und birgt das Risiko der Erkenntnis!
Ein Abend mit Volk, Musik, Kabarett und Cabaret. 

17 Instrumente und 4 große Stimmen.Kurz: Vollblut-Kabarettisten on stage!
Regie: Dieter Woll

Waitzinger Keller
Schlierseer Str. 16,
83714 Miesbach
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Konzert Landsberg Stadttheater: Norma Winston
Norma Winstone

„Descansado – Songs for Films“

Auf ihrem neuen Album »Descansado – Songs for Films« interpretieren die große englische Jazzsängerin Norma Winstone und ihre Mitmusiker Stücke legendärer Filmmusikkomponisten wie Michel Legrand, Nino Rota und Ennio Morricone. Für einige dieser Kompositionen hat Winstone eigene Texte geschrieben, »nicht unbedingt von der Handlung der Filme inspiriert, eher von ihrer Atmosphäre«. Andere, wie etwa das im Original von der portugiesischen Gruppe Madredeus stammende Thema aus dem Wim-Wenders-Film »Lisbon Story« singt Norma Winstone als Vokalisen. Das Album erscheint im Januar 2018 bei ECM und das Konzert wird eine rare Möglichkeit sein, das neue Programm von Norma Winstone live zu erleben. Manfred Eicher und ECM suchten sich bewusst das Stadttheater Landsberg als perfekten Spielort aus. Nicht nur, weil das Konzert gut in unser Musikprogramm passt und der Saal sich akustisch hervorragend dafür eignet, sondern auch, weil sich unser Filmforum genau an jene Cineasten wendet, die diesen feingliedrigen Umgang mit Filmmusiken sicher sehr zu schätzen wissen. Somit entsteht wieder eine fruchtbare Zusammenarbeit der Sparten im Theater und eine weitere Kooperation mit einem der qualitativ hochwertigsten Musikverlage der Welt.

Stadttheater Landsberg
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
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Tipp Landsberg Stadttheater: Norma Winston
Norma Winstone

„Descansado – Songs for Films“

Auf ihrem neuen Album »Descansado – Songs for Films« interpretieren die große englische Jazzsängerin Norma Winstone und ihre Mitmusiker Stücke legendärer Filmmusikkomponisten wie Michel Legrand, Nino Rota und Ennio Morricone. Für einige dieser Kompositionen hat Winstone eigene Texte geschrieben, »nicht unbedingt von der Handlung der Filme inspiriert, eher von ihrer Atmosphäre«. Andere, wie etwa das im Original von der portugiesischen Gruppe Madredeus stammende Thema aus dem Wim-Wenders-Film »Lisbon Story« singt Norma Winstone als Vokalisen. Das Album erscheint im Januar 2018 bei ECM und das Konzert wird eine rare Möglichkeit sein, das neue Programm von Norma Winstone live zu erleben. Manfred Eicher und ECM suchten sich bewusst das Stadttheater Landsberg als perfekten Spielort aus. Nicht nur, weil das Konzert gut in unser Musikprogramm passt und der Saal sich akustisch hervorragend dafür eignet, sondern auch, weil sich unser Filmforum genau an jene Cineasten wendet, die diesen feingliedrigen Umgang mit Filmmusiken sicher sehr zu schätzen wissen. Somit entsteht wieder eine fruchtbare Zusammenarbeit der Sparten im Theater und eine weitere Kooperation mit einem der qualitativ hochwertigsten Musikverlage der Welt.

Stadttheater Landsberg
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
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Konzert Garching Bürgerhaus: Münchner Symphoniker - Schubert - Vieuxtemps - Mendelssohn
Münchner Symphoniker - Schubert - Vieuxtemps - Mendelssohn

Schubert | Vieuxtemps | Mendelssohn

Leitung: Giedrė ¦lekytė
Solist: Nikita Boriso-Glebsky (Violine)

Programm:
Schubert: Ouvertüre zu Rosamunde
Vieuxtemps: Violinkonzert Nr. 5
Mendelssohn: Reformationssymphonie

Giedrė ¦lekytė
Die Litauerin Giedrė ¦lekytė zählt zweifelsohne zu der Generation faszinierender junger Künstlerpersönlichkeiten. Als Gastdirigentin erhielt sie Einladungen von Royal Stockholm Philharmonic, Komische Oper Berlin, Göteborgs Symfoniker, Bochumer Symphoniker und vom Staatstheater Darmstadt.
Seit 2016 ist sie 1. Kapellmeisterin beim Stadttheater Klagenfurt.

Nikita Boriso-Glebsky
Er ist einer der vielversprechendsten Geiger seiner Generation. 2010 gewann er den Internationalen Jean Sibelius und den Internationalen Fritz Kreisler Violin-Wettbewerb. Er ist außerdem Preisträger vieler weiterer renommierter Wettbewerbe, wie des Tschaikowsky-, Queen Elisabeth- und des Monte Carlo Violin Masters Wettbewerbs.

Münchner Symphoniker
Regelmäßige nationale und internationale Auftritte haben den Ruf der Münchner Symphoniker im In- und Ausland gefestigt. Das Orchester war auf einigen Welttourneen zu erleben, die in die maßgeblichen Konzertsäle von Brasilien, Mexiko, China, Japan, Korea und die USA führten.

Bürgerhaus Garching
Bürgerpl. 9,
85748 Garching bei München
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Theater Pasinger Fabrik: „Improssibile“
„Improssibile“

Die große Impro-Show in der Pasinger Fabrik
Unglaublich, unmöglich oder ImpRossibile!
Wir sind mit unserer Impro-Show wieder in der Pasinger Fabrik. Auch diesmal heißt es: Jede Szene ein Unikat, jeder Abend eine Uraufführung. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, nichts ist vorbereitet, nichts geprobt. Es gibt kein Skript, alle Szenen entstehen im Moment auf der Bühne. Nach Keith Johnstone:„Sind wir inspiriert, geht alles gut, doch versuchen wir es richtig zu machen, gibt es ein Desaster.“ Wir spielen, was Ihr vorschlagt. Ihr überrascht uns, wir überraschen Euch.
Ob traurig, lustig, skurril oder einfach nur komisch, nichts ist ImpRossibile!
Die Presse zum Auftritt im Oktober 2015 in Attenkirchen: „ImpRossibile begeistert auf der tutuguri-Bühne…. Den Zuschauern hat’s gefallen und geschmeckt. Und die Akteure … wurden mit viel Applaus belohnt.“ (Freisinger Tagblatt vom 14.10.15)

Pasinger Fabrik
August-Exter-Straße 1
81245 München
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Museen Buchheim Museum: BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM !
BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM !
Ausstellung im Buchheim Museum vom 28. Oktober 2017 bis 25. Februar 2018

Die Sammlung „Die Maler der Brücke" von Hermann Gerlinger kommt ins Buchheim Museum! Die Sammlungen Buchheim und Gerlinger ergänzen sich auf das Trefflichste. Buchheim kann mit glanzvollen frühen Hauptwerken der Brücke-Künstler punkten. Gerlinger erschließt das Thema systematisch in seiner gesamten historischen Tiefe und in der gesamten Breite der Gattungen. Die immer noch wachsende Sammlung umfasst mehr als 1.030 Titel, darunter Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken, Dokumente, Skulpturen, Kunsthandwerk und derzeit 48 Gemälde der Brücke-Künstler. Mit dem Umzug der Bestände des Würzburger Sammlers nach Bernried und die Zusammenführung mit der Sammlung Buchheim wird die Bedeutung des Buchheim Museums als Hauptmuseum des deutschen Expressionismus in Süddeutschland weiter ausgebaut. Es kann nun seinen Schwerpunkt „Brücke" mit mehr als 2000 Werken der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe belegen. Die Ankunft wird mit der Auftaktausstellung BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM – einer großen monografischen Zusammenschau beider Sammlungen zum Thema „Brücke“ – gewürdigt. Diese spektakuläre Vereinigung wird sich auf über 1.500 Quadratmeter erstrecken.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried

Bilder:

Erich Heckel, Kinder, 1910, Öl auf Leinwand, Sammlung Hermann Gerlinger © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Erich Heckel, Am Waldteich, 1910, Öl auf Leinwand, Buchheim Museum der Phantasie © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Erich Heckel, Zwei Mädchen am Wasser, 1910, Öl auf Pappe, Sammlung Hermann Gerlinger © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen
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heute
Museen München Lenbachhaus: Gabriele Münter
Gabriele Münter

Bevor Gabriele Münter sich der Malerei zuwandte, hatte sie bereits fotografiert, um 1900 und zwar
zum ersten Mal in den USA. Bald wird sie anfangen zu malen, fast täglich, ihr Leben lang. Und Gabriele Münter geht ins Kino! Sie war eine offene und experimentierfreudige Künstlerin, vieles, was sie geleistet hat, ist bisher nur wenig wahrgenommen worden, weil ihr Werk meist durch den engen Fokus ihrer Biografie und ihrer Beziehung zu Kandinsky interpretiert wurde.
Bis heute sind daher fast nur ihre Bilder aus der Zeit des »Blauen Reiter« im Zentrum der Aufmerksamkeit gewesen. Und so ist der Name Münter vorwiegend mit dem deutschen Expressionismus assoziiert, mit Murnau und dem Münter­ Haus. Münters Werk ist jedoch deutlich facettenreicher, fantasievoller und stilistisch breitgefächerter als bisher bekannt. Mit der ihr im Lenbachhaus gewidmeten Ausstellung wollen wir diese reduzierte Rezeption ihrer Arbeit erweitern. Wir wollen die Komplexität und Eigenständigkeit von Münters Schaffen anhand kunsthistorischer Fragen sichtbar machen und neu bewerten.
Im Mittelpunkt der Schau wird ihr malerisches Oeuvre stehen, welches in verschiedenen thematischen Sektionen präsentiert wird. Von den klassischen Gattungen wie Porträt und Landschaft über Interieur, Abstraktion bis hin zum »Primitivismus« werden wir das reiche Gesamtwerk der Künstlerin vorstellen.
Da Münter ihre künstlerische Laufbahn mit der Fotografie begann, was nachhaltige Spuren in ihrer Malerei hinterließ, werden wir auch eine kleine Sektion dieser Technik widmen. Wir zeigen daher Fotografien, die sie 1899/­1900 während ihrer Reise in die USA geschaffen hat. Zudem wird ihr frühes Interesse für das neue Medium »Film« durch Filmstationen dokumentiert. Ein großer Teil der 130 Gemälde in der Ausstellung wurde noch nie oder letztmals vor Jahrzehnten der Öffentlichkeit präsentiert. Er stammt aus dem Nachlass der Künstlerin, der sich inder Gabriele Münter­ und Johannes Eichner ­Stiftung befindet. Diese Werke werden durch internationale und selten ausgestellte Leihgaben ergänzt.
Die Ausstellung wird durch die Städtische Galerie im Lenbachhaus und durch die Gabriele Münter­ und Johannes Eichner­ Stiftung erarbeitet und findet anlässlich des 140. Geburtstags von Gabriele Münter und des 60. Jubiläums ihrer Schenkung 1957 von Werken der Blaue Reiter ­Künstler an das Lenbachhaus statt.

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
Aktuelle Veranstaltung
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Museen Dachau Neue Galerie: Finnische Künstler und ihre Landschaft
Finnische Künstler und ihre Landschaft

Neue Galerie Dachau
Ausstellung vom 3. November 2017 bis 25. Februar 2018

Auch wenn die meisten Finnen inzwischen in der Stadt leben, gelten sie als besonders naturverbundenes Volk. Zwar hat sich das Land der Rentiere, Wälder und tausend Seen im hohen Norden Europas längst zu einer modernen, global ausgerichteten High Tech-Nation entwickelt, doch ist diese Verbundenheit mit der Natur auch in der zeitgenössischen Kunst der Finnen zu spüren, die nicht selten von intensiver Naturerfahrung gespeist wird. Zum hundertsten Jahrestag der Unabhängigkeit Finnlands am 6. Dezember zeigt die Neue Galerie Arbeiten von acht Künstlern, die in und außerhalb Finnlands leben und sich in ihren Arbeiten immer wieder mit ihrer (Wahl-)Heimat beschäftigen.
Während Aki Koskinen und Kjell Ekström sich in ihren stillen Winterlandschaften von der unmittelbaren Umgebung inspirieren lassen, abstrahiert Tiina Lamminen den Blick auf den See vom immer gleichen Standort aus. Anna Kiiskinen betrachtet die Natur in ihren Bildern im Spiegel einer Wasseroberfläche während sich Talvikki Lehtinen in ihren Bronzeskulpturen auf einfühlsame Weise feinsten Pflanzenstrukturen widmet. Essi Utriainen schmilzt aus winzigen Glassplittern glitzernde Landschaftsidyllen zusammen und Marko Lampisuo führt in seinem Video eindrücklich die Kürze der Tage durch alle Jahreszeiten hindurch vor. Ergänzend dokumentiert Albert Braun als „Außenstehender“ kritisch die aktuelle Situation um das Gelände des geplanten dritten Kernkraftwerk Hanhikivi, das – aus deutscher Sicht – die großflächige Zerstörung sensibler Ökosysteme mit sich bringt.

Neue Galerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 20
85221 Dachau

Bilder:

- Aki Koskinen
Den Waldsehen, 2017

- Anna Kiiskinen
Steine, Wasser, Himmel

- Ekström
Inseln im Winter
Foto Peter Brunner
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Museen Dachau Gemäldegalerie: Önningeby - Eine Künstlerkolonie auf den finnischen Ålandinseln
Önningeby
Eine Künstlerkolonie auf den finnischen Ålandinseln

Gemäldegalerie Dachau
3. November 2017 bis 11. März 2018

Die Künstlerkolonie Önningeby wurde von dem bekannten finnischen Landschaftsmaler Victor Westerholm (1860–1919) begründet, der an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und die Académie Julian in Paris besucht hatte. Er kam 1880 zum ersten Mal auf die Ålandinseln, wo er ein malerisch gelegenes kleines Haus am Lemströmkanal erwarb. Dorthin, wo seiner Meinung nach „der beste Platz auf der ganzen Welt zum Malen“ war, lud er später seine Künstlerfreunde ein. Es kamen schwedische, finnische und auch estnische Künstler, die sich jedes Jahr während der Sommermonate in den umliegenden Gehöften einmieteten. Über die Hälfte von ihnen waren Frauen, die sich weniger der Landschaftsmalerei als figürlichen Motiven widmeten. Ihnen begegnete man hier in dieser Zeit ungewöhnlich vorurteilsfrei.
In Önningeby waren die Künstler überwältigt von der Reinheit der unberührten Natur, den Felsen, dem Wald und der unvergleichlichen Flora, dem besonderen Licht des Nordens und den Farben. Gleichzeitig schätzten Sie die Ruhe der Ostsee-Inseln am Eingang des Bottnischen Meerbusens, die ungestörtes Arbeiten ermöglichte. Zentrum der Künstlerkolonie, die rasch auch durch Presseberichte bekannt wurde, blieb Westerholms gemütliches Zuhause ›Tomtebo‹, wo er und seine Frau Hilma als liebenswürdige Gastgeber jeden willkommen hießen, der über die Jahre dort eintraf. Zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens wurde hingegen der schwedische Maler Johan Axel Gustaf Acke (1859–1924), eine redselige und humorvolle Persönlichkeit. Die Jahre von 1886 bis 1892, in denen er nach Önningeby kam, gelten als die lebhaftesten in der Geschichte der Künstlerkolonie, die sich wie viele andere mit Beginn des Ersten Weltkriegs auflöste.


Gemäldegalerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 3
85221 Dachau

Bilder:

-  HSjöstrand
Strandlandschaft1890
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Pinakothek der Moderne: HELLA JO NGERIUS & LOUISE SCH OUWENBERG. BEYOND THE NEW
HELLA JONGERIUS & LOUISE SCHOUWENBERG. BEYOND THE NEW
PINAKOTHEK DER MODERNEDIE NEUE SAMMLUNG – THE DESIGN MUSEUM

10. NOVEMBER 2017 – 16. SEPTEMBER 2018 (PATERNOSTER-HALLE)

Die niederländische Produktdesignerin Hella Jongerius und die Designtheoretikerin Louise Schouwenberg sind eingeladen, für die Paternoster-Halle der Pinakothek der Moderne eine ortsspezifische Installation zu entwickeln. Die Neue Sammlung – The Design Museum präsentiert bereits seit 2015 ihr zehnmonatiges Ausstellungsformat für zeitgenössische Designpositionen in der zweigeschossigen Paternoster-Halle in der Pinakothek der Moderne, deren architektonische Besonderheit vor allem durch die stete Bewegung der beiden Paternosteraufzüge definiert wird.Hella Jongerius hat insbesondere durch ihre charakteristische Arbeitsweise, eine Verbindung aus Handwerk und industriellen Prozessen, sowie durch ihre markanten Textil- und Farbentwürfe internationale Anerkennung erlangt. Louise Schouwenberg ist Kunst- und Designtheoretikerin und leitet den Fachbereich für Contextual Design an der renommierten Design Academy in Eindhoven. Jongerius und Schouwenberg verfassten 2015 das Manifest „Beyond the New. A Search for Ideals in Design“, welches sie auf dem Salone del Mobile in Mailand vorstellten. Darin kritisieren sie das vorrangige Interesse der Produktindustrie an der Idee des ewig Neuen um der Neuheit willen und plädieren stattdessen für eine wahrhaftige kulturelle Innovation.Die Idee des Neuen wird in der Ausstellung nun auf das Museum und seine Sammlung übertragen. Wie ist Design hier definiert? Wie unterscheiden sich die Anforderungen des Marktes von denkulturellen Ansprüchen des Museums? Kann kulturelle Innovation im Museum verortet sein?  „Ja und Nein”, sagen Jongerius und Schouwenberg. „Auf der einen Seite ist das Museum der ideale Ort, um die vielfältigen kulturellen Bedeutungen von Design verständlich zu machen. Der Besucher kann hier nachvollziehen, welche Exponate zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung das Ergebnis einer kulturellen Innovation waren und im Laufe der Zeit nichts an Bedeutung eingebüßt haben. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, ob in einem Museum die Diskrepanz zwischen Design als kulturellem Artefakt und Design als kommerziellem Gut überzeugend veranschaulicht wird. Kann das Museum tatsächlich Erkenntnisse über die Bedeutung von Design im Alltagsleben der Menschen vermitteln, wenn die Objekte im musealen Kontext ihres Funktionswertes beraubt sind?”Ein thematischer Schwerpunkt der Ausstellung ist der Aspekt des Sammelns und Ausstellens in der Neuen Sammlung – The Design Museum vor dem Hintergrund ihrer geschichtlichen Entwicklung. Anhand verschiedener Installationen wird beleuchtet, wie unterschiedliche Kontexte die Wertschätzung funktionaler Dinge beeinflussen können. Jongerius und Schouwenberg: “Designobjekte sind Vermittler zwischen Menschen und ihrer Umgebung. Sobald man sich ihrer enormen Wirkung bewusst wird, erkennt man auch welche Entwürfe hochwertiger undbedeutungsreicher sind als andere.”

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Bilder:

- Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Die Neue Sammlung – The Design Museum
Foto / Photo: Roel van Tour

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg. Beyond the New. Installationsansicht.
Foto: Labadie / Van Tour
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München: Thomas Feuerstein - Prometheus Delivered
Thomas Feuerstein
Prometheus Delivered

Projekt
Aus Stein wird Fleisch. In seinem spektakulären Projekt „Prometheus delivered“ inszeniert Thomas Feuerstein ein faszinierendes Laboratorium aus blubbernden Bioreaktoren, geheimnisvollen Flüssigkeiten, Pump- und Schlauchsystemen. Sie winden sich um eine klassizistische Marmorskulptur des Prometheus und mäandern durch die gesamte Ausstellung. Es ist die erste institutionelle Einzelausstellung des österreichischen Künstlers in München. Die ERES-Stiftung freut sich, mit Thomas Feuerstein einen der bedeutendsten zeitgenössischen Akteure an der Schnittstelle von Kunst und Naturwissenschaft präsentieren zu können.

Ausgangspunkt der prozessualen Skulptur ist die Zersetzung einer Prometheus-Replik nach Nicolas-Sébastien Adam (1762). Wundersame Protagonisten dieser Verstoffwechselung sind steinfressende (chemolithoautotrophe) Bakterien. Sie verwandeln Marmor zu Gips und werden in einer weiteren komplexen Transformation selbst zur Nahrung menschlicher Leberzellen. Der dem Prometheus-Mythos innewohnende Kreislauf von Zerstörung und Neuerschaffung wird in einem biochemischen Prozess nachgebildet. Zeus kettet Prometheus als Strafe dafür, dass er den Menschen Feuer und damit Technologie brachte, an den Kaukasus. Ein Adler reißt ihm die Leber aus dem Leib – doch wächst sie jede Nacht wieder nach. Endpunkt von Thomas Feuersteins „Prometheus delivered“ ist – in Analogie zum Mythos – ein Bioreaktor, in dem humane Hepatozyten heranwachsen und die schließlich eine neue dreidimensionale Leberskulptur bilden. Wie in der Antike wird die Leber zum Organ und Medium der Zukunftsschau. Denn Feuerstein lässt mit seiner Installation in eine künftige Gesellschaft blicken, die sich nicht länger von Tieren und Pflanzen, sondern möglicherweise von eigenen Körperzellen ernährt.

Die Ausstellung zeigt die Geschichte über Zeichnungen und Objekte, vertont sie über eine literarische Fiktion in Form eines Hörspiels und performiert sie über biochemische Prozesse. Neben fundierten naturwissenschaftlichen Fakten ist die Schau auch Science-Fiction-Story und Splattermovie am Abgrund zum Horror.

Der an der Schnittstelle von angewandter und theoretischer Wissenschaft arbeitende Künstler Thomas Feuerstein (*1968, lebt in Wien) verschränkt in seinen Projekten Erkenntnisse aus Philosophie, Kunstgeschichte und Literatur mit Biotechnologie, Ökonomie und Politik. Daraus entwirft er ein künstlerisches Narrativ, das Fragen nach existenziellen Grundparametern und dem Ursprung von Leben eröffnet.

ERES-Stiftung
Römerstr. 15
D–80801 München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Haus der Kunst: Kiki Smith - Procession
In über drei Jahrzehnten hat die amerikanische Künstlerin Kiki Smith (geb. 1954 in Nürnberg) ein facettenreiches Werk geschaffen, das sich mit den politischen und sozialen, den philosophischen und spirituellen Aspekten der menschlichen Natur befasst. Ihre analytische Durchdringung des Körpers - ohne Scheu vor Tabus und Grenzen der Scham - stellt die Bedingungen menschlichen Daseins zur Diskussion: Alter, Tod und Sterben, Verwundung und Heilung, Ganzheit und Fragmentierung, Sexualität und Geschlecht, Identität und Erinnerung. Dabei nutzt Kiki Smith neben der Skulptur eine Vielzahl anderer Medien, insbesondere Zeichnung, Radierung und Lithografie, auch Buch, Fotografie und Video. Sie verwendet eine Fülle von Materialien, z.B. Bronze, Gips, Glas, Porzellan, Papier, Pigment, Aluminium, Latex, Federn, Haar und Bienenwachs.

Obwohl Kiki Smith im Bewusstsein einer kunstinteressierten Öffentlichkeit präsent ist, fand die Wertschätzung ihres Werks in europäischen Museen vorwiegend in kleineren Projekten Ausdruck: in der Kestner Gesellschaft, Hannover (1998), im Ulmer Museum (2001), der Fondazione Querini Stampalia, Venedig (2005), im Museum Haus Esters, Krefeld, der Kunsthalle Nürnberg (2008), der Fundació Joan Miró, Barcelona (2009) und dem Palais des Papesses, Avignon (2013). Die Ausstellung im Haus der Kunst ist die erste größere Museumspräsentation in Europa. Die ausgewählten Werke verflechten sich zu einer Gesamtdarstellung des gedanklichen Kosmos der Künstlerin. Der Schwerpunkt liegt auf den Skulpturen vom Beginn der Werkentwicklung in den 1980er-Jahren bis zu jüngst entstandenen Arbeiten.

Der Titel der Ausstellung leitet sich etymologisch von „vorbeischreiten" (lat. procedere) ab; er stellt einen Bezug her zur Inszenierung des Künstlers Francis Alÿs aus dem Jahr 2002: Alÿs konzipierte den temporären Auszug von Kunstwerken aus dem MoMA wegen Baumaßnahmen als „The Modern Procession". Repliken bedeutender Werke von Alberto Giacometti oder Marcel Duchamp oder Pablo Picassos Gemälde „Demoiselles d'Avignon" wurden wie Reliquien durch die Straßen von New York getragen, mit Kiki Smith - für viele selbst eine Ikone der Kunst -, über den Köpfen thronend.

Die Werke der 1990er-Jahre zeigen isoliert einzelne menschliche Körperteile: Bauch, Kopf, Hände, Gedärm, oder Gefäße mit den Körperflüssigkeiten Blut, Schweiß, Milch und Tränen. Vom Ganzen abgetrennt präsentiert, wirken sie wie archäologische Funde, oder Reliquien. Dabei machen die Radikalität der Bilderfindungen und die Magie des Materials das Werk von Kiki Smith so einzigartig. Durch ihre Hingabe an das „Drama" des Körpers, vor allem des weiblichen Körpers, ist das gesamte emotionale Spektrum von Gewalt und Verletzlichkeit, von Harmonie und Geborgenheit gegenwärtig.

In diesen Werken kommen so unterschiedliche handwerkliche Techniken wie Glasbläserei, Glasmalerei, Herstellung und Verarbeitung von Porzellan, Gipsabguss, Papiermaché oder Filz zum Einsatz. Mit „Glass Stomach" (1985) präsentiert Kiki Smith den Magen als durchsichtiges Gefäß. Der organische Ort der chemischen Spaltung von Nährstoffen und ihre Umwandlung in Energie ist Laborgerät für alchemistische Experimente. Ihre Entscheidung für einen bestimmten Werkstoff bezeichnet Kiki Smith als „eine nützliche Art zu denken".

Von diesen anatomisch angelegten Darstellungen ausgehend hat sich im Werk der Kiki Smith seitdem ein Universum entfaltet, das von Mädchen und Frauen, Mischwesen, Tieren vieler Art, Gewächsen und Gestirnen bevölkert ist. Mit „Jersey Crows" (1995/2017) setzt Kiki Smith 20 Krähen, die Opfer von Pestiziden wurden und tot vom Himmel fielen, ein Denkmal. Eine solche Installation schafft Kreaturen, deren Habitat durch den Menschen bedroht ist, einen Raum der Wertschätzung, der an den Ritus des Übersetzens sowie an das Bewahren, an Totenbarke und Arche Noah, erinnert. Kiki Smith fragt nach unserem Verhalten gegenüber der Schöpfung. Die Haltung der Künstlerin ist klar: „Man beutet keine Natur aus, die zu einem spricht."

Die Ausstellung lässt diese Geschöpfe am Betrachter vorbeiziehen wie in einer Prozession. Oft sind die verschiedenen Wesenheiten ineinander verwoben: ein abgetrennter Kopf auf dessen Kinn ein Rabenvogel sitzt („Head with Bird II", 1994); oder eine Frau - die Künstlerin selbst -, die eine leblose Katze im Arm hält („Pietà", 1999); eine andere, deren Fuß wie bei einer Geburt noch mit einem Reh verbunden ist („Born", 2002). In der Ausstellung hat „Born", sowie die Skulptur von einer Frau, die dem Bauch eines Wolfes entsteigt („Rapture", 2001), umgeben von den Tapisserien einen ganzen Raum für sich. Die Begegnungen zwischen Mensch und Kreatur drücken Innigkeit und Vertrautheit aus. Insgesamt wird bei den Wesen von Kiki Smith die Grenze zwischen Mensch, Natur und Kosmos durchlässig.

Die Serie von zwölf Tapisserien ist hier erstmals vollständig ausgestellt. Bei ihrer ersten Reise nach Europa erfüllte sich die Künstlerin den Wunsch, die Tapisserien „Zyklus zur Apokalypse" zu sehen, die Herzog Ludwig I. von Anjou in den Jahren 1377-1382 für seine Residenz in Angers fertigen ließ. Dieser 140m breite Wandteppich stellt die Visionen aus der Offenbarung des Johannes dar. In ihrer eigenen Serie von Tapisserien erzählt Kiki Smith eine Art Schöpfungsgeschichte. Schlange, Wolf, Rabenvogel, Eva, Adam, Reh, Berge, Flüsse, Meer und Gestirn sind zu einem bekenntnishaften Weltentwurf verwoben.

Die Ausstellung wird von Petra Giloy-Hirtz kuratiert. Der Katalog erscheint bei Prestel, mit Beiträgen von Julia Bryan Wilson, Petra Giloy-Hirtz, Virginia Raguin und Ulrich Wilmes; gebundenes Buch, 224 Seiten, 23,0 x 27,0 cm, 110 farbige Abbildungen, ISBN: 978-3-7913-5625-9, 49,95 Euro.

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Germany

Bilder:

Kiki Smith
Untitled
1995
Braunes Papier, Methylzellulose, Pferdehaar
134,6 x 45,7 x 127 cm
Photograph by Ellen Labenski, courtesy Pace Gallery
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery

Kiki Smith
Head with Bird
1994
Phosphorbronze und Silberbronze
30,5 x 30,5 x 16,5 cm
Unikat
Photograph by Ellen Page Wilson, courtesy Pace Gallery
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Museum Fürstenfeldbruck: „…dann brach der Krieg herein!“
Sonderausstellung „…dann brach der Krieg herein!“
Grafische Arbeiten aus der Sammlung Kretschmer 1900-1918
26. Oktober 2017 bis 15. April 2018

Der europäische Kunstbetrieb zu Beginn des 20. Jahrhunderts war zum großen Teil geprägt vom Austausch zwischen den Kulturnationen. Fast alle Maler und Grafiker verbrachten einige Zeit in der Kunstmetropole Paris. In den großen Ausstellungen in Berlin und München fanden sich neben deutschen auch Künstler aus zahlreichen anderen europäischen Ländern. Walther Klemm (1883-1957), Margarethe Geibel (1876-1955), Karel Vik (1883-1964) und andere bedeutende Grafikkünstler zeichneten ein idyllisches Bild der Welt vor dem Ersten Weltkrieg mit traditionsreichen Städten, romantischen Landschaften und intakter Natur.

Der Erste Weltkrieg beendete jäh eine lebendige europäische Kunstszene und veränderte Leben und künstlerische Arbeit vieler Künstler nachhaltig. Der Kunstbetrieb – sofern er überhaupt noch stattfand – verlagerte sich auf die nationale Ebene. Insbesondere die Grafik diente allen Regimen als Propagandainstrument. Waren die Bestrebungen in der Kunst Deutschlands vor dem Krieg vom Stolz auf kulturelle Errungenschaften, auf Respekt vor Denkern und Künstlern geprägt, wurden aus bedeutenden Personen und Kunstwerken nun deutsch-nationale Leitbilder, mit deren Hilfe man einen Anspruch auf eine Vormachtstellung in der Welt abzuleiten suchte.

Viele Künstler waren Kriegsteilnehmer, manche auch offizielle Kriegsberichterstatter, und dokumentierten das Grauen des Krieges mehr oder weniger deutlich. In der Kunst Erich Gruners, Josef Weiszs, Raimund Moslers und vieler anderer fanden erschütternde Kriegserlebnisse bis in die 20er Jahre ihren Niederschlag. Die künstlerische Reflektion war zwar subjektiv, dennoch gab es Gemeinsamkeiten. Das Kunstschaffen änderte sich mit dem Krieg radikal - die Unbeschwertheit hatte es auf immer verloren.

Dr. Hans Kretschmer (1913-1992) war nicht nur ein beliebter Fürstenfeldbrucker Arzt, sondern auch ein passionierter Kunstkenner. Jede freie Minute widmete er seiner Tätigkeit als Sammler, ständig auf der Suche nach neuen Stücken. Kretschmer hinterließ über 3000 Blätter - Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen-  aus der Frühzeit druckgrafischer Verfahren im 15. Jahrhundert bis weit in das 20. Jahrhundert hinein. 2005 übereignete die Familie die Sammlung an das Museum Fürstenfeldbruck. Für die aktuelle Ausstellung wurden von mehr als 30 Künstlern über 100 Blätter aus den Entstehungsjahren 1900-1918 ausgewählt.

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Bildnachweis:

01 Brücke, Walther Klemm (1883-1957), Farbholzschnitt, Museum Fürstenfeldbruck

02 Kriegsgefangenen-Lager Krasnojarsk, Otto Schmatt, Farbholzschnitt, 1917, Museum Fürstenfeldbruck

03 Soldaten im Schützengraben, aus „Kriegstagebuch“, Erich Gruner (1881-1966), 1915, Holzschnitt, Museum Fürstenfeldbruck
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Haus der Kunst: Again and Again: Samlung Goetz im Haus der Kunst
Again and Again: Samlung Goetz im Haus der Kunst

HAUS DER KUNST
Ausstellung vom 15. September 2017 bis 08. April 2018

„Again and Again“ veranschaulicht, wie formale und räumliche Strategien der Wiederholung – wie etwa Loop, Mehrkanal-installationen, Split Screen, mehrfache Perspektiven oder Experimente mit Serialität – das erzählerische Instrumentarium digitaler Videoarbeiten der 1990er- und 2000er-Jahre erweitert haben. Die hier versammelten Arbeiten beschäftigen sich mit einem zersplitterten Bild vom Selbst um die Jahrtausendwende. Ein deutliches Interesse an Entwürfen von individueller und kultureller Identität verbinden die Künstlerinnen und Künstler mit einem analytischen Blick auf die Massenmedien, Genderforschung, wissenschaftlichen Fortschritt sowie auf ihr eigenes Medium, den Film. Schon die ersten Beispiele von Videokunst aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren zeigen, wie dieses Medium von Anfang an mit Ideen des Selbst verbunden war. Die Beziehung zwischen dem gefilmten Objekt (oft der Künstler oder die Künstlerin selbst), der Kamera und dem Wiedergabe-Monitor bedeutete, dass die Künstler die Bilder, die sie schufen, simultan anschauen und sofort mit ihrem eigenen Abbild interagieren konnten. Das führte dazu, dass der Wiedergabe-Monitor oft in das Kunstwerk selbst integriert wurde: Künstler benutzten ihn wie einen Spiegel. Diese Verschmelzung der physischen Reflexion mit dem kognitiven Akt der Selbstreflexion hatte zur Folge, dass in der Videokunst der psychologische Zustand elementarer Bestandteil des Werks geworden ist. Um diese Verquickung von Psychologie und bewegtem Bild geht es in den Arbeiten von Kristin Lucas, Doug Aitken und Tracey Emin. In „The Interview“ führt Tracey Emin beispielsweise einen psychoanalytischen Dialog mit sich selbst, der als Gespräch zwischen zwei verschieden gekleideten Traceys inszeniert ist. Die eine Tracey, die auf der Couch sitzt, repräsentiert das Irrationale, während die zweite den Advocatus Diaboli spielt und eine rationalere Version der Ereignisse vorbringt; eine Anordnung, die eindeutig freudianischen Konzepten verpflichtet ist. 

Eine kritische Analyse der Verbindung zwischen persönlicher Identität und Massenmedien prägt mehrere Werke in der Ausstellung, die populärere Formen der Mainstream-Bildproduktion unter die Lupe nehmen: Kino, Fernsehen und Werbung. Mathilde ter Heijne und Candice Breitz verwenden beispielsweise gefundenes Filmmaterial und Sampling-Techniken, um zu zeigen, wie die Medien die Entwicklung der weiblichen Identität beeinflussen. Für die Arbeit „Becoming“ (2003) schlüpft Breitz in die Rolle weiblicher Hollywoodstars, um die abgenutzten Klischees weiblichen Verhaltens im Kino zu analysieren. Der Titel bezieht sich auf das Buch „Das Andere Geschlecht“ (1949), in dem Simone de Beauvoir die Theorie aufstellt, "man wird nicht als Frau geboren, man wird es", sowie auf die populäre MTV-Show „Becoming“, die ehrgeizigen Fans die Gelegenheit bot, Musikvideos ihrer Lieblingsstars nachzustellen. Beim Betreten des Raumes begegnet man einer Hollywoodschau-spielerin, z.B. Meg Ryan, Cameron Diaz oder Julia Roberts, die stereotype und sexistische Sprüche rezitiert, wie sie im Mainstream-Kino oft vorkommen. Umrundet man die Installation, sieht man, wie Breitz diese Szenen in Schwarzweiß nachspielt und dabei besonders auf Körpersprache und Mimik achtet. In Kombination mit ihrem Kurzhaarschnitt und ihrem strengen weißen Hemd stellt Breitz' Nachahmung dieser Gesten die Absurdität von Hollywoods Simplifizierungen des Weiblichen bloß.  Die Arbeiten von Cindy Sherman, Mark Leckey, Ryan Trecartin und Brice Dellsperger sind weitere Beispiele für das sich stets wandelnde Verständnis von Gender-Identität in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren. In der fortlaufenden Serie „Body Double“ (1995) stellt Dellsperger bekannte Filme nach, indem er sich auf einen einzigen oder wenige Protagonisten konzentriert, die dann mithilfe visueller Effekte zur Replik werden. Für „Body Double #17“ stellt er David Lynchs Kultfilm „Twin Peaks: Fire Walk with Me“ (1992) nach.

Dabei lässt er nur zwei Schauspielerinnen auftreten: zwei Schwestern, die sich zwar ähnlich sehen, aber keine eineiigen Zwillinge sind. Szene für Szene werden sowohl Männer- als auch Frauenrollen immer nur von diesen beiden Frauen gespielt; Erwartungen des Publikums werden enttäuscht, da ihm jegliche visuellen Gender-Codes verweigert sind. Im Ergebnis muss der Betrachter ihr „wahres Geschlecht“ mittels Verhaltensdynamik und Handlungen der Charaktere bestimmen. Ryan Trecartin erweitert das Genderspektrum in seiner Arbeit „What’s the Love Making Babies For“ (2003), die sich gegen heteronormative Modelle sexueller Identität und traditionelle Vorstellungen von Fortpflanzung stellt. Indem er eine alternative, "faggy gay"-Existenz vorstellt, bezieht Trecartin kritisch Stellung gegen das klassisch heterosexuelle Familienmodell mit seinen Konnotationen von Selbstoptimierung und Erfolg. Auch Matthew Barneys einflussreicher „Cremaster Cycle“ und Bjørn Melhus’ Achtkanal-Installation „Again and Again (the borderer)“ (1998) befassen sich mit der Biologie der menschlichen Fortpflanzung und gehen auf potenziell verheerende Folgen der Reproduktionstechnologie zum Klonen von Menschen ein. Mit diesen Momenten einer Spaltung oder Replikation des Selbst veranschaulicht die Ausstellung, wie Medien und gesellschaftliche Konstrukten wiederkehrende Identitätsmodelle zyklisch fortschreiben. Das Spektrum von Konzepten des Selbst in „Again and Again“ reicht von Autobiografie und Geständnis (etwa bei Leckey oder Emin) über das Typologische bis hin zum Schematischen (wie bei Sherman oder Melhus). Indem die Arbeiten unterschiedliche Entwürfe persönlicher Identität zwischen Subjekthaftigkeit und Objekthaftigkeit vorstellen, hinterfragen sie den Stellenwert des Individuums am Anbruch des neuen Jahrtausends. Again and Again wird von Daniel Milnes kuratiert.

Mit Arbeiten von:
Doug Aitken (*1968, Redondo Beach, CA)
Matthew Barney (*1967, San Francisco, CA)
Candice Breitz (*1972, Johannesburg)
Brice Dellsperger (*1972, Cannes)
Tracey Emin (*1963, Croydon)
Mathilde ter Heijne (*1969, Straßburg)
Mark Leckey (*1964, Birkenhead)
Kristin Lucas (*1968, Davenport, IA)
Bjørn Melhus (*1966, Kirchheim unter Teck)
Cindy Sherman (*1954, Glen Ridge, NJ)
Ryan Trecartin (*1981, Webster, TX)

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN


Bilder:

- Brice Dellsperger
Body Double 17 (Filmstill)
2001
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton)
Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

- Bjørn Melhus
Again & Again (The borderer) (Filmstill)
1998
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton), auf 8 Monitoren
Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Haus der Kunst: Oscar Murillo & Polina Kanis
Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation

Kapsel 08 / Polina Kanis
The ProcedureMünchen

HAUS DER KUNST
Ausstellung vom 15. September 2017 bis 18. März 2018

Vom 15. September 2017 bis zum 18. März 2018 zeigt das Haus der Kunst die vierte Ausgabe seiner Kapsel-Ausstellungen. Diese Reihe eröffnet Einblicke in gegenwärtige künstlerische Produktionen und Methoden. Sie bietet jungen, international aufstrebenden Künstlern mit einer markanten konzeptuellen Vision die Gelegenheit, eine neue Arbeit zu entwickeln und vorzustellen. In diesem Herbst wurden der aus Kolumbien stammende, in London lebende Künstler Oscar Murillo (*1986) und die derzeit in Amsterdam lebende, russische Künstlerin Polina Kanis (*1985) eingeladen. 

Oscar Murillo
In nur wenigen Jahren hat Oscar Murillo eine der aufregendsten Positionen der Gegenwartskunst entwickelt. Seine ursprüngliche Fokussierung auf die Malerei hat er durch die Integration von Videos, Zeichnungen, Drucktechniken, Skulptur, installativen und performativen Elementen wesentlich erweitert.  Aufsehen erregend war seine Installation „Signalling devices in now bastard territory“ auf der 56. Biennale von Venedig (2015). Dort verhängte er den Zentralpavillon mit einer Reihe schwerer schwarzer Leinwände. Diese waren im selben Jahr erstmalig bei einer Präsentation in Bogotá aufgetaucht. Raumgreifend und extrem dicht, bestehen diese Installationen aus schweren, teilweise zerrissenen und wieder zusammengenähten Leinenstoffen, beidseitig mit schwarzer Ölkreide und Ölfarbe bemalt. Sie sind auf Stahlkonstruktionen drapiert, die an Obduktionstische oder an die Gerüste von Stockbetten erinnern, oder wie an Wäscheleinen aufgehängt, die den Raum ihrerseits neu ordnen. Historische, ökonomische, gesellschaftliche und philosophische Assoziationsfelder sind gegenwärtig: Waagen, die an industriell gefertigten Haken montiert sind, repräsentieren ein System des Messens; ein Gemisch aus Ton und Mais setzt skulpturale Akzente, Lebenszeichen ähnlich. Boden, Wände und Blickachsen verbinden sich zu einer vibrierenden Raumkonstellation. 

Polina Kanis

Für ihre Ausstellung im Haus der Kunst hat Polina Kanis erstmals eine Dreikanalinstallation geschaffen. Damit erweitert sie ihre bisherige filmische Praxis.  Die Protagonisten von Polina Kanis' bisherigen Filmwerken bewohnen geschlossene räumliche Systeme. Sie führen automatisierte und ritualisierte Handlungen aus, die von einer unsichtbaren Instanz gelenkt zu sein scheinen. Mit dieser Art Mikrokosmos drückt Polina Kanis ihr Interesse daran aus, wie architektonische Gegebenheiten Machtstrukturen begünstigten, Menschen beeinflussen und sogar pervertieren. Bereits in ihrem 2016 realisierten Projekt „The Shift“ diente ein Museumsgebäude als Ausgangspunkt für Reflexionen über Gemeinschaft und Isoliertheit. Auch in ihrer eigens für das Haus der Kunst neu geschaffenen Installation „The Procedure“ ist das Gebäude ein Museum, doch diesmal liegt es in Trümmern – es fiel einer nicht genauer benannten Katastrophe zum Opfer. Zwar werden Maßnahmen angestrengt um herauszufinden, was geschehen ist, doch bleiben diese vage und stumm. Alle Befragten antworten mit demselben Satz: „Ich habe nichts gesehen.“  Der Film führt den Betrachter in eine geteilte Welt. Das ehemalige Museum und der umgebende Wald sind zum Sperrgebiet geworden, die Zone und ihre Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten. Die Personen dürfen die andere Seite erst nach einem Verhör an der Grenze betreten, und vielleicht auch nur dann, wenn sie Artefakte aus dem Museum - die sie ausgegraben, gesammelt undherausgeschmuggelt haben –, zum Tausch anbieten.

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN

Bilder:

- Polina Kanis
Celebration
2014
HD Video, Loop
13:27 Min
Courtesy of the artist

- Polina Kanis
Eggs
2010
HD Video
17:16 Min
Courtesy of the artist

- Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation
Haus der Kunst 2017
Installationsansicht/ Installation view
Photo: Maximilian Geuter

- Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation
Haus der Kunst 2017
Installationsansicht/ Installation view
Photo: Maximilian Geuter
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