Blickpunkt:
                                                                                                                                                                                                         4 JAHRE  KULTKOMPLOTT                          1. März 2013 - 1. März 2017                                                                                                                                                     
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Murnau: Arbeiten von Mariela Sartorius
Die Nase vorn

In einer Einzelausstellung im Murnauer Kunstverein sind im Februar 2017 Gemälde der Schriftstellerin und Malerin Mariela Sartorius zu sehen.

Die Münchner Schriftstellerin, Journalistin und Poetin Mariela Sartorius, einem größeren Publikum bekannt durch ihre erfolgreichen Bücher „Der weibliche EQ“, „Die hohe Schuleder Einsamkeit“ oder „Die hohe Kunst der Melancholie“, zeigt ihre Gemälde in einer Einzelausstellung im Kunstverein Murnau (Burggraben 4). Unter dem viel versprechenden Titel „Geheime Zeichen der Natur“ sind großflächige,monochrome Bilder gemalt mit breitem Strich zu sehen, weite Ausblicke wechseln sich mit kleinteiligen Strukturen ab.

Sartorius ist eine Spätberufene: Erst mit 70 Jahren machte sie ihre Leidenschaft zum zweiten Beruf. Die Vernissage ist am Freitag, 10. Februar 2017 um 19 Uhr, die Ausstellung läuft bis zum 25. Februar. Mit dem Porträt der Nase ihres Hundes wurde sie erst kürzlich im Münchner Kunstverein als beste Künstlerin der Ausstellung „Hayward &Tamayo“ gekürt. Jetzt bekommt Mariela Sartorius eine Einzelausstellung im Kunstverein Murnau.
Mariela Sartorius blickt auf eine erfolgreiche,über 50-jährige Karriere als Journalistin, Schriftstellerin und Poetin zurück. Ihr erfolgreichster Buchtitel ist „Die hohe Schuleder Einsamkeit“, sie ist Einzelgängerin aus Überzeugung. Ihre Reportagen, Porträts, Essays und Gedichte wurden in einigen der anerkanntesten deutschen Medien gedruckt, ihre Bücher in viele Sprachen, darunter koreanisch und chinesisch, übersetzt.
Kurz vor ihrem 70. Geburtstag plante ihr Verlag den nächsten Bestseller mit ihr. Doch sie wollte nicht mehr schreiben, trotz des Erfolgs. Sie hängte ihren Beruf an den Nagel – und entdeckte die Malerei für sich .
Der heute 74-Jährigen sieht man ihr Alter keinesfalls an. Sie wirkt um Jahrzehnte jünger, ihre Ausstrahlung kann man getrost als jugendlich bezeichnen. Halbe Sachen mochte sie nie. Und so ist es auch nur logisch, dass sie – anders als viele Hobbymaler, die im Alter ihre Liebe zu Pinsel und Leinwand als Zeitvertreib entdecken – aus ihrer Passion einen zweiten Beruf macht. An diesem Ziel arbeitet sie mit großer Disziplin, ständig entwickelt sie ihre Techniken und malerischen Fähigkeiten weiter. Unterricht nimmt sie bei den bildenden Künstlern Nicola Klemz und Tomas Nittner. Sartorius' Malerei ist geprägt von Neugier, Erfindungsreichtum, Fantasie, Mut zum Ausprobieren.
Aktuell arbeitet sie an einer neuen Serie: Sie besteht aus Experimentalarbeiten, deren Grundlage Fotos sind, die – oft extrem vergrößert – schon in sich Abstraktionen darstellen. Diese Fotos werden mit malerischen Mitteln weiter entwickelt und verfremdet. Foto und Acrylfarben beeinflussen sich gegenseitig. Allgemein betrachtet spiegelt ihre künstlerische Palette die Farben der Natur: Erdige Töne stehen im Wechselspiel zu eisblauen Gletscherimpressionen, schwarze Nacht kontrastiert mit dem Saft grünfrühlingshafter Gebilde.
In früher Jugend bereiste Sartorius auf Touren und Expeditionen mehrfach alle fünf Kontinente – und das Ende der 1950er Jahre, in einer Zeit, in der dies alles andere als selbstverständlich war. So wurde das Reisen in unbekannte Gefilde für sie prägend –und ist es bis heute, real oder bildlich. Mariela Sartorius' Bilder waren seit 2015 in London, Madrid, Santa Fe (New Mexico/USA) und München zu sehen.

Einzelausstellung im Kunstverein Murnau: 10. bis 25. Februar 2017
Vernissage: Freitag, 10. Februar 2017, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 15 - 18 Uhr und Samstag 11 - 15 Uhr
Kunstverein Murnau e.V.
Galerie am Gabriele-Münter-Platz
Burggraben 4
82418 Murnau
Aktuelle Veranstaltung
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Theater Pasinger Fabrik: BENEFIZ - Jeder rettet einen Afrikaner
BENEFIZ - Jeder rettet einen Afrikaner

von Ingrid Lausund
“BENEFIZ” zeigt uns eine bunte Gruppe, offenbar zufällig zusammengewürfelter Personen, die einzig durch ihr Engagement für Afrika geeint scheinen. Man trifft sich zur Probe eines Benefizabends. Zu Beginn noch voller Vorfreude und Tatendrang zwecks der gemeinsamen Sache wird den Protagonisten jedoch schnell klar, dass Ihre Motive und Auffassungen unterschiedlicher nicht sein könnten.
Ingrid Lausunds “BENEFIZ” erörtert die Hintergründe von Mitgefühl und (Zwischen-) Menschlichkeit. Schonungslos werden die Mechanismen aufgedeckt, die es uns erlauben, eigennützige Motive in den Mantel der Barmherzigkeit zu kleiden – der Mensch wird als Egoist entlarvt. Und dennoch, bei aller Häme und Trübsal, es besteht Hoffnung. Mit bestechender Logik und Einfühlsamkeit zeigt uns Lausund die Fehler auf, die unserem Wertesystem innewohnen. Und plötzlich erscheint alles ganz leicht. Man kann erahnen, dass der Wille zu helfen im Kern des Menschseins selbst liegt und befreit werden möchte.
Das ArtikultTheater bleibt seiner Tradition treu und lässt sein Publikum lachen und weinen zugleich. Es stellt sich die Frage: Wann ist man ein guter Mensch? Und sollte man das überhaupt sein? Ist Güte Schwäche? In einer Zeit, wo schlechte Nachrichten an der Tagesordnung sind, wo uns das Fernsehen umfassend informiert und doch distanziert und entfremdet, da kann Theater Grenzen überwinden und Nähe schaffen. Manchmal braucht es nur einen kleinen Schubs in die richtige Richtung…
Ein Stück über Dich und mich, über die Deutschen und Europäer. Und ein Stück über Afrika, eigentlich über den Menschen selbst.
Darsteller: Alia Groschupf, Thomas Linde, Isabell Magath, Katrin Thomaschewski und Reinhard Wespel
Regieassistenz: Anne Liehmann
Regie: Petra Behcet

Pasinger Fabrik GmbH
Kultur- und Bürgerzentrum der Landeshauptstadt München
August-Exter-Str. 1 (S-Bhf. Pasing)
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Kinder München: Die Abenteuer der kleinen Maus
Die Abenteuer der kleinen Maus

„Jeden Tag ein neues Abenteuer“ ist das Motto unserer kleinen Maus. Und so ist es fast selbstverständlich, dass sie beim gemütlichen Morgenfrühstück mit ihrem Mäusefreund Freddy von zwei ausgesprochen lästigen Katern überrascht wird und sich die beiden nach einer wilden Jagd in einem Kanalschacht vor ihren Verfolgern verstecken und dort einen Ausweg aus ihrer misslichen Lage finden müssen. Leider ist dabei die unfreundliche Kanalratte keine große Hilfe - aber die kleine Maus hat eine Idee: eine auf dem Kanalwasser treibende Kiste wird schnell ein Boot für Freddy und so schwimmt zumindest dieser schon einmal einem Fluchtweg aus dem Kanal entgegen. Während unsere Heldin auf ein geeignetes Wasserfahrzeug wartet, kommt es zur Begegnung mit einem sehr hilfsbereiten Gullimonster, das ihr den richtigen Weg an die frische Luft erklärt. Hoffentlich hat auch Freddy die richtige Abzweigung genommen. Auf den Wellen schaukelnd kommt sie nach einiger Zeit an einen Lagerplatz im Hafen. Dort warten viele Kisten mit Spielsachen, die alsbald in ein Spielwarengeschäft transportiert werden sollen. Kasperl Larifari, eine Lokomotive, ein Teddybär und die Puppe Lisa befinden sich in diesen Kisten. Durch die Hilferufe der Maus aufmerksam geworden, retten sie die kleine Maus aus ihrer schwankenden Kiste. Ehe unsere kleine Maus wieder richtig durchatmen kann, befindet sie sich mit den anderen Spielsachen auf dem Weg ins Spielwarengeschäft.


für Kinder ab 4 Jahren
Münchner Marionettentheater, Blumenstraße 32 (Nähe Sendlinger-Tor-Platz)
Beginn: 15.00 Uhr
Dauer: ca. 90 Min. inkl. Pause




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Museen Olching Musikschule 3klang: Ausstellung des Olchinger Fotograf Thomas J. Krebs
Der Olchinger Fotograf Thomas J. Krebs ist seit vielen Jahren begeisterter Porträt-Fotograf und legt dabei sein Hauptaugenmerk auf Musikerinnen und Musiker der Jazz Szene. Seine Aufnahmen, zum großen Teil in einem der renommiertesten Clubs der internationalen Jazzszene entstanden – der Münchener Unterfahrt – laden in den kommenden Wochen interessierte Betrachter zum Verweilen ein.

Die Vernissage am 25. Februar um 19 Uhr ist offen für alle Foto- und Jazzliebhaber: der Fotograph Thomas J. Krebs berichtet an dem Abend über seine Arbeit und führt mit Humor und Geschichten durch die Ausstellung. Mit Philippe Beetz (Klavier) und Vlad Cojocaru (Akkordeon), zwei Musikern der Münchner und internationalen Jazz Szene, erhält der Abend einen feinen musikalischen Rahmen.

Herzliche Einladung ergeht an alle Fotografie- und auch Musikinteressierten.  Wer Aufnahmen erstehen möchte, kann dabei auch Gutes tun: der Erlös von Fotoaufnahmen geht an ein Hilfsprojekt für benachteiligte Kinder! Die Vernissage ist in den Räumen von 3klang im Amperhof, Adlerweg 15 in Olching. Weitere Infos erhalten Sie unter 08142 – 41 00 36.  Der Eintritt ist frei!

Ausstellung kann zu den Bürozeiten täglich mo - fr von 10 bis 12 Uhr besucht werden, zu anderen Zeiten nach Absprache - Tel. 08142 41 00 36! (In den Faschingsferien 27.02. - 5.03. ist leider geschlossen!)

Die Ausstellung ist in den Räumen von 3klang im Amperhof, Adlerweg 15 in Olching.
Weitere Infos erhalten Sie unter 08142 – 41 00 36.  Der Eintritt ist frei!
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Konzert Olching: Philippe Beetz (Klavier) und Vlad Cojocaru (Akkordeon)
Vernissage des Olchinger Fotografen Thomas J. Krebs

Am Samstag 25. Februar findet in den Räumen von 3klang e.V., Schule für Musik, die Vernissage zu einer Fotoausstellung der besonderen Art statt. Der Olchinger Fotograf Thomas J. Krebs ist seit vielen Jahren begeisterter Porträt-Fotograf und legt dabei sein Hauptaugenmerk auf Musikerinnen und Musiker der Jazz Szene. Seine Aufnahmen, zum großen Teil in einem der renommiertesten Clubs der internationalen Jazzszene entstanden – der Münchener Unterfahrt – laden in den kommenden Wochen interessierte Betrachter zum Verweilen ein.

Die Vernissage am 25. Februar um 19 Uhr ist offen für alle Foto- und Jazzliebhaber: der Fotograph Thomas J. Krebs berichtet an dem Abend über seine Arbeit und führt mit Humor und Geschichten durch die Ausstellung. Mit Philippe Beetz (Klavier) und Vlad Cojocaru (Akkordeon), zwei Musikern der Münchner und internationalen Jazz Szene, erhält der Abend einen feinen musikalischen Rahmen.

Herzliche Einladung ergeht an alle Fotografie- und auch Musikinteressierten.  Wer Aufnahmen erstehen möchte, kann dabei auch Gutes tun: der Erlös von Fotoaufnahmen geht an ein Hilfsprojekt für benachteiligte Kinder!

Die Vernissage ist in den Räumen von 3klang im Amperhof, Adlerweg 15 in Olching.
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Theater Landsberg: Wie im Himmel
Wie im Himmel

Theateradaption des erfolgreichen schwedischen Films von Kay Pollak
Metropoltheater München

Nach einem Zusammenbruch beschließt der Stardirigent Daniel Daréus, sein Leben zu entschleunigen und sich in die Einsamkeit seines Heimatdorfes zurückzuziehen. Dort übernimmt Daréus den Kirchenchor und wagt mit den neugierigen, aber eigenwilligen Bewohnern ein Experiment, das durch den gemeinsamen Gesang ihr Leben verändert. Ihm gelingt es seine unendliche Liebe zur Musik an die Menschen weiterzugeben. Neben den ureigenen Stimmen eines jeden Sängers lockt er auch bei jedem lange verschüttete Sehnsüchte hervor. Während die Chormitglieder zu einer selbstbewussten, starken Gemeinschaft zusammenwachsen, findet Daniel selbst seine Liebe zum Leben und zu den Menschen wieder. Doch das gefällt nicht jedem im Dorf und er gerät zwischen die Fronten.
Kay Pollaks Film „Wie im Himmel“ war 2005 für den Oscar als „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert und erhielt zahlreiche Preise. Das Stück erzählt von der Sehnsucht nach Gemeinschaft und persönlicher Freiheit, von großer Liebe und der Kraft der Musik und stellt die alte Frage nach dem Sinn unseres Daseins.
Diesmal besucht das Metropol Theater München Landsberg mit einer ganz besonderen Produktion, bei der sich Jochen Schölch Hilfe für die Regie bei Dominik Wilgenbus geholt hat. Dessen Arbeit hat das Landsberger Publikum bereits bei „Charleys Tante“ der Münchner Kammeroper begeistert

Landsberger Stadttheater
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
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Museen München Haus der Kunst: Haus der Kunst – die Nachkriegsinstitution, 1945-1965
Haus der Kunst –  die Nachkriegsinstitution, 1945-1965

Die neue Präsentation der Archiv Galerie begleitet die Ausstellung "Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik 1945-1965", indem sie die institutionellen Erinnerungen dieser Zeit erforscht. Das Haus der Kunst hatte bereits in den 1990er-Jahren eine Pionierrolle inne. Mitte der 1990er-Jahre war es eins der ersten Häuser, die sich mit der eigenen, teils belasteten Geschichte beschäftigt haben und diese Geschichte nicht nur durch Publikationen, sondern auch am Ursprungsort lesbar gemacht hat. 

Dieses Vorgehen hat auch andere Institutionen ermutigt, ihre eigene Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus in den Blick zu nehmen.  Mit seinem 75-jährigen Bestehen (2012) hat das Haus der Kunst seine Vorreiterrolle weiter ausgebaut. Die Fragestellung kreist seit vier Jahren bereits um die Nachkriegszeit, vernachlässigte Themen wie die Entnazifizierung, sowie um dynamische Formen der Vermittlung und Präsentation von Archivmaterial. Nach 1945 war es Intention der Besatzungsmächte, München als Kulturhauptstadt von Süddeutschland zu re-etablieren. Allerdings waren die namhaften Museen durch Luftangriffe schwer beschädigt. Allein das Haus der Kunst hatte den Krieg beinahe ohne Schaden überdauert und bot großzügige Ausstellungsflächen.

Das Ausstellungsprogramm war Ausdruck der politischen und gesellschaftlichen Zielsetzung. Bereits seit 1946 organisierte man im Sinne der "Reeducation" im Haus der Kunst wiederKunstausstellungen. Gleichzeitig beherbergte das Gebäude noch ein Offizierskasino der amerikanischen Armee. Der endgültige Auszug der amerikanischen Armee erfolgte 1955. Im Mittelpunkt des neuen Projekts zur Nachkriegszeit steht die Produktion von Ausstellungen in den Jahren von 1946 bis 1965. Wenngleich nie explizit zum Thema erhoben, spielten Strategien zur Entnazifizierung eine Rolle; ausdrücklich angestrebt und kommuniziert war die Rehabilitation der Moderne in der Nachkriegszeit.  Entnazifizierung und Rehabilitation bezeichnen eine Entwicklung, die Anfang 1946 begonnen hatte.

In jenem Jahr änderte sich in Zusammenhang mit der Ausstellung "Bayerische Gemälde des 15. und 16. Jahrhunderts" die ursprüngliche Benennung "Haus der Deutschen Kunst" in "Haus der Kunst". Das inhaltliche Spektrum der ersten Präsentationen reichte von deutschen Altmeistern wie Albrecht Dürer über einen Peter Paul Rubens gewidmeten Saal bis hin zur Würdigung genau derjenigen Künstler, die von den Nationalsozialisten verunglimpft worden waren – etwa die Künstler des Blauen Reiters ("Der Blaue Reiter", 1949) sowie "Die Maler am Bauhaus" (1950). Diese Ausstellungen fanden im Westflügel des Gebäudes statt, der ab 1946 die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen beherbergte. Verantwortlich war der Kunsthistoriker Ludwig Grote (1883-1974). Er prägte auf diese Weise in den ersten Nachkriegsjahren das Profil des Haus der Kunst als Ort der Moderne. Grote, der 1951 zum Direktor des Germanischen Nationalmuseums berufen wurde, war auch auf internationalem Parkett tätig, so u.a. als Kommissar der ersten bundesdeutschen Beiträge auf den Biennalen von São Paulo und Venedig. 

Über die Landesgrenzen hinaus suchten die Kuratoren mit dem Ausstellungsprogramm als Teil einer umfassenderen Neuausrichtung von Anfang an auch die internationale künstlerische Solidarität. Mit der Picasso-Retrospektive (1955), für die so berühmte Gemälde wie "Guernica" (entstanden 1937) und "Massaker in Korea" (entstanden 1951) nach München reisten, und der Ausstellung brasilianischer Kunst von 1959 setzten sie die entsprechenden Schwerpunkte. Die internationalen Beziehungen zwischen dem Haus der Kunst und Künstlern überall auf der Welt wurden seit den 1950er-Jahren maßgeblich vom damaligen Direktor Peter A. Ade (1913-2005) gestaltet. So wurde das Haus der Kunst ein wichtiger Ausstellungsort für Avantgarde-Kunst und kann als Fallstudie dienen für weitblickenden Umgang mit Kunst und die Wiederherstellung eines internationalen Renommees. Die neue Ausstellung der Archiv Galerie vollzieht diese Entwicklung nach.

Die Archiv Galerie versteht sich als dynamischer Speicher, dessen Erscheinungsbild sich jährlich wandelt. In Kooperation mit Martin Schmidl und Studenten der Akademie der Bildenden Künste München hat die Kuratorin Sabine Brantl ein Ausstellungsdisplay entwickelt, in dem Dokumente, Ausstellungskataloge, Plakate, Fotografien, Berichte und Filmmaterial aus den Jahren von 1945 bis 1965 eine Plattform für individuelle und kollektive Recherche bieten.  Die Präsentation entsteht in Unterstützung mit dem Archiv des Künstlerverbunds im Haus der Kunst München e.V. Archiv (vormals Ausstellungsleitung) und dem Archiv der Süddeutschen Zeitung

Bilder

1. Ausstellung brasilianischer Künstler
Installationsansicht, 1959
© Archiv des Künstlerverbundes im Haus der Kunst München e.V.

2. George Braques Ausstellung
Installationsansicht, 1963
© Archiv des Künstlerverbundes im Haus der Kunst München e.V.

3. Henry Moore Ausstellung
Installationsansicht, 1960
fotografie stefan moses

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München
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Museen München Lenbachhaus: THOMAS BAYRLE
Thomas Bayrle

Thomas Bayrle (geb. 1937 in Berlin) verdankt die Kunstgeschichte das Bewusstsein für die Sinnlichkeit von Maschinen und die Ästhetik maschineller Produktion. Er ließ sich in den 1950er Jahren zum Weber und Grafiker ausbilden. Als einer der ersten Künstler in Deutschland arbeitete er mit computergenerierten Bildern und bediente sich des Prinzips des Seriellen, was ihn früh in die Nähe der amerikanischen Pop Art rückte. Bayrle befasst sich ästhetisch mit den sozialen Organisationsgesetzen von Individuum und Masse, wobei er seine Bildmotive der Alltagswirklichkeit des Menschen und der ihn umgeben den Waren- und Konsumwelt entnimmt.
Das Wachstum urbaner Strukturen sowie auf Massengebrauch angelegter Fortbewegungsmittel versteht er als einen Kreislauf, der zwar von der Wirtschaft angekurbelt wird, diese aber wiederum auch in Gang hält. Er beschäftigt sich mit diesen Strukturen einerseits kritisch,andererseits bewusst als Konsument und Teilnehmer. Auf der documenta 13 zeigte Bayrle aufgeschnittene Motoren in Betrieb, mit denen er die Ästhetik von Maschinen, aber auch den Lebensrhythmus und die Verfassung des Menschen in der Massengesellschaft visualisierte.
Bayrle stellte 2003 und 2009 auf der Biennale Venedig aus, sowie 1964, 1977 und 2012 bei der documenta Kassel.



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Museen Murnau: Arbeiten von Mariela Sartorius
Die Nase vorn

In einer Einzelausstellung im Murnauer Kunstverein sind im Februar 2017 Gemälde der Schriftstellerin und Malerin Mariela Sartorius zu sehen.

Die Münchner Schriftstellerin, Journalistin und Poetin Mariela Sartorius, einem größeren Publikum bekannt durch ihre erfolgreichen Bücher „Der weibliche EQ“, „Die hohe Schuleder Einsamkeit“ oder „Die hohe Kunst der Melancholie“, zeigt ihre Gemälde in einer Einzelausstellung im Kunstverein Murnau (Burggraben 4). Unter dem viel versprechenden Titel „Geheime Zeichen der Natur“ sind großflächige,monochrome Bilder gemalt mit breitem Strich zu sehen, weite Ausblicke wechseln sich mit kleinteiligen Strukturen ab.

Sartorius ist eine Spätberufene: Erst mit 70 Jahren machte sie ihre Leidenschaft zum zweiten Beruf. Die Vernissage ist am Freitag, 10. Februar 2017 um 19 Uhr, die Ausstellung läuft bis zum 25. Februar. Mit dem Porträt der Nase ihres Hundes wurde sie erst kürzlich im Münchner Kunstverein als beste Künstlerin der Ausstellung „Hayward &Tamayo“ gekürt. Jetzt bekommt Mariela Sartorius eine Einzelausstellung im Kunstverein Murnau.
Mariela Sartorius blickt auf eine erfolgreiche,über 50-jährige Karriere als Journalistin, Schriftstellerin und Poetin zurück. Ihr erfolgreichster Buchtitel ist „Die hohe Schuleder Einsamkeit“, sie ist Einzelgängerin aus Überzeugung. Ihre Reportagen, Porträts, Essays und Gedichte wurden in einigen der anerkanntesten deutschen Medien gedruckt, ihre Bücher in viele Sprachen, darunter koreanisch und chinesisch, übersetzt.
Kurz vor ihrem 70. Geburtstag plante ihr Verlag den nächsten Bestseller mit ihr. Doch sie wollte nicht mehr schreiben, trotz des Erfolgs. Sie hängte ihren Beruf an den Nagel – und entdeckte die Malerei für sich .
Der heute 74-Jährigen sieht man ihr Alter keinesfalls an. Sie wirkt um Jahrzehnte jünger, ihre Ausstrahlung kann man getrost als jugendlich bezeichnen. Halbe Sachen mochte sie nie. Und so ist es auch nur logisch, dass sie – anders als viele Hobbymaler, die im Alter ihre Liebe zu Pinsel und Leinwand als Zeitvertreib entdecken – aus ihrer Passion einen zweiten Beruf macht. An diesem Ziel arbeitet sie mit großer Disziplin, ständig entwickelt sie ihre Techniken und malerischen Fähigkeiten weiter. Unterricht nimmt sie bei den bildenden Künstlern Nicola Klemz und Tomas Nittner. Sartorius' Malerei ist geprägt von Neugier, Erfindungsreichtum, Fantasie, Mut zum Ausprobieren.
Aktuell arbeitet sie an einer neuen Serie: Sie besteht aus Experimentalarbeiten, deren Grundlage Fotos sind, die – oft extrem vergrößert – schon in sich Abstraktionen darstellen. Diese Fotos werden mit malerischen Mitteln weiter entwickelt und verfremdet. Foto und Acrylfarben beeinflussen sich gegenseitig. Allgemein betrachtet spiegelt ihre künstlerische Palette die Farben der Natur: Erdige Töne stehen im Wechselspiel zu eisblauen Gletscherimpressionen, schwarze Nacht kontrastiert mit dem Saft grünfrühlingshafter Gebilde.
In früher Jugend bereiste Sartorius auf Touren und Expeditionen mehrfach alle fünf Kontinente – und das Ende der 1950er Jahre, in einer Zeit, in der dies alles andere als selbstverständlich war. So wurde das Reisen in unbekannte Gefilde für sie prägend –und ist es bis heute, real oder bildlich. Mariela Sartorius' Bilder waren seit 2015 in London, Madrid, Santa Fe (New Mexico/USA) und München zu sehen.

Einzelausstellung im Kunstverein Murnau: 10. bis 25. Februar 2017
Vernissage: Freitag, 10. Februar 2017, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 15 - 18 Uhr und Samstag 11 - 15 Uhr
Kunstverein Murnau e.V.
Galerie am Gabriele-Münter-Platz
Burggraben 4
82418 Murnau
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Museen Olching KOM: Henri Lallemand
Henri Lallemand "Der Impressionismus lebt"

die Stadt Olching hat vom 16. Februar bis 26. Februar den Künstler Henri Lallemand zu Gast, der im KOM seine Ausstellung "Der Impressionismus lebt" präsentiert.

Henri Lallemand lebte nach seinem Kunststudium an der Münchner LMU zwölf Jahre in Frankreich und wurde dort unter anderem mit dem Malpreis des Kunst- und Kulturreferates der Stadt Paris ausgezeichnet. Nahezu 300 Einzelausstellungen präsentierte er in seiner französischen Wahlheimat, in Spanien und in Portugal. Der inzwischen nach Deutschland zurückgekehrte Künstler, der seinen Malstil als „figurativ mit impressionistischen Einflüssen“ beschreibt, zitiert die Werke der großen Meister. Spannend dabei ist Lallemands Vorliebe, seine Arbeiten mit Überraschungsmomenten, die oft erst auf den zweiten Blick erkennbar sind, zu bereichern. Dabei nimmt er auch in Kauf, mit seinen Einfällen Kritiker auf den Plan zu rufen: Wenn der Maler beispielsweise Mozart, Bob Marley, Pavarotti, John Lennon, Verdi, Ray Charles, Beethoven, Richard Wagner u.a. zum letzten Abendmahl versammelt und die Musiker quasi mit Aposteln gleichstellt ...
Die Vernissage am 16. Februar mit musikalischer Einstimmung durch Johann Steer am Saxophon beginnt um 19 Uhr, die Ausstellung ist am 18./19./25. und 26. Februar jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

KOM Olching, 
Hauptstraße 68,
82140 Olching
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Museen Landsberg Statdtverwaltung: Georg Bernhard
Georg Bernhard zu Gast im Verwaltungsgebäude

Der Künstler Georg Bernhard ist eine Persönlichkeit, die die Region Schwaben über 50 Jahre kulturell geprägt hat, insbesondere durch Ausgestaltungen von kirchlichen Räumen. Über 20 Jahre lang war er Professor der FH Augsburg im Fachbereich Gestaltung. Der Träger zahlreicher Preise wie des Kunstpreises der Stadt Augsburg (1963), des Bundesverdienstkreuzes am Bande (1996) und des Kunstpreises des Bezirks Schwaben (1997), zeigt in den Räumlichkeiten der Stadtverwaltung Landsberg am Lech eine Ausstellung mit über 40 Werken der vergangenen zehn Jahre, insbesondere Zeichnungen mit Rohrtusche. Diese Technik stellt in ganz besonderem Maße die zeichnerische Stärke des Künstlers heraus.

Immer wieder steht der Mensch im Mittelpunkt von Bernhards Zeichnungen. Ein gewisses Markenzeichen ist dabei die Verwirbelung der Linien, quasi ein Schwingen und Ineinandergreifen gekonnter Zeichenschwünge. Konturen und Umrisse der Körper scheinen verloren zu gehen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In der Werkreihe „Totentänze“ begegnen uns immer wieder Figuren, die kopfüber in eine andere hineingezeichnet sind oder mit dem als Knochenmann dargestellten Tod ringen. So bauen sich in lockeren Kreisen Figuren auf, entsteht Spannung und Bewegung durch sich wiederholende Elemente in paralleler, ab- oder aufsteigender Folge.

Bernhards profundes kunsthistorisches Interesse führte zur Rezeption bekannter Bildmotive, so unter anderem mit Arbeiten zur griechischen Mythologie, die mit Titeln wie „Orpheus“, „Sappho“ oder „Villa dei Misteri“ in der Ausstellung vertreten sind.

Die durch das Neue Stadtmuseum organisierte Ausstellung mit Arbeiten von Georg Bernhard ist im Foyer und den beiden oberen Stockwerken des Verwaltungsgebäudes in der Katharinenstraße vom 17. Februar bis 31. März zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Zur Eröffnung am Donnerstag, den 16. Februar um 19 Uhr mit Künstlergespräch wird um Anmeldung per Email (neues_stadtmuseum@landsberg.de) gebeten.

Öffnungszeiten ZVG
Mo, Di, Fr: 8 -16 Uhr Mi: 8 -12 Uhr,
Do: 8 -18 Uhr, 1. Sa im Monat: 9 -12 Uhr

Stadt Landsberg am Lech
Katharinenstr. 1
86899 Landsberg am Lech
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Museen Kunsthalle München: SPANIENS GOLDENE ZEIT - DIE ÄRA VALAZQUEZ IN MALEREI UND SKULPTUR
SPANIENS GOLDENE ZEIT - DIE ÄRA VALAZQUEZ IN MALEREI UND SKULPTUR

Das Siglo de Oro, Spaniens  Goldenes Zeitalter, zählt zu den faszinierendsten Kapiteln der abendländischen Kunstgeschichte. Ausgerechnet  im 17. Jahrhundert, als das bis dahin mächtigste Land Europas zusehends seine politische Vorherrschaft verlor, erreichte seine Kunst ihre größte Blüte mit Werken solcher Meister wie El Greco (1541–1614), Diego Velázquez (1599–1660), Francisco de Zurbarán (1598–1664) oder Bartolomé E steban Murillo (1617–1682). 

Die Ausstellung präsentiert anhand von  Gemälden und Skulpturen ein überraschend facettenreiches Panorama des spanischen Siglo de Oro , wie es bislang in diesem Umfang außerhalb Spaniens nicht zu sehen war.  Neben den großen Namen gilt es auch, hierzulande kaum bekannte Meister wie Juan van der Hamen (1596–1631) Alonso Cano (1601–1667)  oder Claudio Coello (1642–1693) zu entdecken. Erstmals in Deutschland werden außerdem bedeutende Bildhauer wie Gregorio Fernández (1576–1636), Juan Martínez Montañés (1568–1649) und Luisa Ignacia Roldán (1652–1706) vorgestellt. Insgesamt versammelt die Ausstellung  rund hundert Meisterwerke aus internationalen Sammlungen, u.a. aus dem Museo del Prado in Madrid,  dem Museo Nacional de Escultura in Valladolid, dem Metropolitan Museum of Art in New York und  dem Musée du Louvre in Paris.

Entlang der Regierungszeiten von Philipp III. (1598–1621), Philipp IV. (1621–1665) und Karl II. (1665–1700) wird das Schaffen der  Künstler in ihrem historischen Kontext gezeigt.  Dazu zeichnet die Ausstellung am Beispiel der wichtigsten Kunstzentren Spaniens – Toledo, Valencia, Valladolid, Sevilla und Madrid – den historischen Wandel des Landes nach, dessen Kunstproduktion eng mit dem Niedergang des einstigen  spanischen Weltreiches im 17. Jahrhundert verbunden war: Staatsbankrotte, verlorene Kriege und die Pest setzten dem Land schwer zu. König und Kirche nutzten jedoch die Kunst als propagandis tisches Instrument, um Stärke und Stabilität zu signalisieren. Vom Hof in Auftrag gegebene Historienmalerei und Porträts  standen im Dienst der Repräsentation königlicher Macht. Auch opulent ausgestattete Stillleben eigneten sich, hohen gesellschaftlichen Status zur Schau zu stellen. Einen Großteil der Aufträge generierte die  katholische Kirche, die Malerei und vor allem Skulptur für ihre gegenreformatorischen Bestrebungen  nutzte: Religiöse Darstellungen sollten die Bevölkerung zum wahren Glauben führen . Eine zentrale Strategie war dabei die emotionale  Ansprache, ja Überwältigung der Betrachter durch drastische Schilderungen des Leidens Jesu und der Heiligen.  Bis heute entfaltet die Lebensechtheit vor allem  der polychromen Skulpturen dieser Zeit eine Wirkung, der man sich kaum entziehen kann. Es ist das Aufeinandertreffen von Realitätsnähe und theatralischer Inszenierung, von Irdischem und Himmlischen,  Profanem und Heiligem, das  die spanische Kunst dieser Zeit  so einzigartig macht. 

Die künstlerische Produktion des  frühen 17. Jahrhunderts war noch von einer großen regionalen Diversität gekennzeichnet , während es später zu einer  Fokussierung auf die Zentren Madrid und Sevilla kam. Die Schau beginnt mit El Grecos exzeptionellem Schaffen in Toledo, der einstigen spanischen Hauptstadt, die auch nach der Verlegung des Regierungssitzes nach Madrid 1561  ein wichtiges religiöses Zentrum blieb. Hier wie in Valencia und Sevilla war das Kunstschaffen vor allem von kirchlichen Auftraggebern bestimmt. Die von den Künstlern entwickelte  Bildsprache fand jedoch an jedem Ort ganz eigene Ausprägungen. Die Werke des in Valencia tätigen Francisco Ribalta (1565–1628) und des dort geborenen Jusepe de Ribera (1591–1652) zeichnen sich z.B. durch ihre  extreme Wirklichkeitsnähe bzw. die dramatischen Helldunkeleffekte  aus.

Sevilla war damals die einwohnerstärkste Stadt der iberischen Halbinsel  und führend im Handel mit den Kolonien. Neben den Werken für Klöster und Kirchen vor Ort  entstandauch eine große Anzahl von Exportware für die Übersee gebiete. Hier schuf Murillo neben religiösen Szenen seine schon damals sehr erfolgreichen  volkstümlichen Genrebilder mit sevillanischen Straßenjungen.  Von zentraler Bedeutung für die  etwas ältere Künstlergeneration von Zurbarán, Velázquez und Cano war der in der andalusischen Metropole arbeitende Maler und Kunsttheoretiker Francisco Pacheco  (1564–1644): Mit dem Ziel, die emotionale Wirkmacht der Kunst durch eine besonders lebensnahe  Wiedergabe zu steigern, etablierte er  neue Darstellungsweisen sowie innovative Techniken für die Polychromierung von Skulpturen. Sein Schüler und Schwiegersohn Velá zquez brillierte schon in seinen frühen Jahren in Sevilla unter anderem als Maler von sogenannten bodegones (Stillleben sowie Wirtshaus- und Küchenszenen). 

Madrid hatte sich durch die dauerhafte Etablierung des Hofes auch zum künstlerischen Zentrum Spaniens entwickelt. Hier führte Philipp IV. die  neue Ära der Kunstförderung fort, die von seinem Großvater Philipp II. mit seiner Sammeltätigkeit und der Ausstattung des  Escorial durch zahlreiche italienische  Künstler eingeleitet worden war. 1623 wurde der junge Velázquez zum Hofmaler ernannt, der als herausragender Porträtist dem bis dahin  einflussreichsten Hofkünstler Vicente Carducho (1576–1638) Konkurrenz machte. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts zählte  Madrid zu den bedeutendsten Kunststädten Europas, während die anderen  Metropolen des Landes an Bedeutung verloren hatten.

Aus dieser Blütezeit zeigt die Ausstellung Werke der Hofmaler Karls II. wie Francisco Rizi  (1608–1685), Juan Carreño de Miranda (1614–1685) und Claudio Coello, die unter anderem in der Nachfolge von Velázquez und Peter Paul Rubens  (1577–1640) stehen. Sie gehören zu den letzten Künstlern, die für die spanischen Habsburger tätig waren: Mit dem Tod Karls im Jahr 1700 fand auch das Siglo de Oro sein Ende.  Die Ausstellung steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft Seiner Majestät Felipe VI. König von Spanien und des  Bundespräsidenten Joachim Gauck. Eine Ausstellungskooperation mit der Gemäldegalerie– Staatliche Museen zu Berlin.

Bilder

1. Diego Velázquez
Die drei Musikanten, um 1616–1618
Öl/Leinwand, 90,4 x 113,2 cm
© Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie
Foto: Jörg P. Anders

2. Jusepe de Ribera
Vision des Belsazar, 1635
Öl/Leinwand, 52 x 64 cm
Galleria Arcivescovile, Mailand
© Arcidiocesi, Milano, Curia Arcivescovile / Paolo Manusardi

3. Juan Sánchez Cotán
Stilleben mit Wildvögeln, um 1600-1603
Öl/Leinwand, 67,8 x 88,7 cm
The Art Institute of Chicago
© The Art Institute of Chicago / Art Resource, NY / Scala, Florence

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
FÜNF HÖFE,
Theatinerstraße 8,
80333 München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Bernried Buchheim Museum: HUNDERTWASSER
HUNDERTWASSER
SCHÖN & GUT

Die Ausstellung des Buchheim Museums zeigt den »ganzen Hundertwasser«. Ohne die dankenswerte Unterstützung von ›Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung‹ in Wien wäre dies nicht möglich gewesen. Von 22 Leihgebern sind 125 originale Werke von Hundertwasser aus allen Gattungen zusammengekommen: Malerei, Druckgrafik, Tapisserien, Architekturmodelle sowie eine Pflanzenkläranlage und eine Humustoilette. Die breite Auswahl repräsentiert die gesamten Spannbreite seines Schaffens in den Jahren von 1951 bis 2000.
Nicht nur der Künstler, sondern auch der Kunsttheoretiker, der politische Aktivist und der Philosoph Hundertwasser kommt hier in seinen tiefsten Beweggründen zur Geltung. Vor uns steht ein Mensch, der die existenziellen Fragen des Lebens ernst nimmt und der in seiner künstlerischen Arbeit unermüdlich um Lösungsansätze ringt.
Die Probleme, die ihn umtrieben, sind heute aktueller denn je. Der britische Starphysiker Stephen Hawking sprach jüngst die Warnung aus, dass es nach jetzigem Stand der Dinge »beinahe Gewissheit« sei, dass sich der Mensch, wenn er nicht grundlegend seine kulturellen Praktiken ändert, in den nächsten 1.000 bis 10.000 Jahren durch Atomkrieg, Erderwärmung, durch gentechnisch erzeugte Viren oder sonstige technologische Entwicklungen selbst auslöscht. Dass »wir die erste Generation« sind, »die den Klimawandel erlebt, und die letzte, die dagegen etwas unternehmen kann«, verdeutlichte Barack Obama anlässlich des zurückliegenden Pariser Klimagipfels.
Wie kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts trat Hundertwasser für die Bewahrung der Erde und der Menschheit vor dem Untergang ein. Hundertwasser entwickelte eine Strategie der ästhetischen Antizipation. Ihm war klar, dass vor der tatsächlichen Lösung eines Problems der Ausweg aus der Misere bildhaft vor Augen geführt werden muss. Er nahm das Gute im Schönen der Kunst vorweg. Mit Gemälden, Grafiken, Architekturen und Worten wies uns die »schönen Wege«, die zu einer Welt führen, in der es sich zu leben lohnt. Durch die sinnliche Kraft seiner Werke ist es ihm gelungen, die Menschen auf der ganzen Welt für seine Ideen zu begeistern. Diesem Impuls möchte das Buchheim Museum neue Geltung verschaffen.

Hundertwasser und Buchheim
Als Verfechter einer selbstbestimmten Kreativität fand Friedensreich Hundertwasser in Lothar-Günther Buchheim einen prominenten Mitstreiter. Hundertwasser stellt 1972 die Forderung nach dem »Fensterrecht« für jeden: »Jede Art der individuellen Gestaltung ist besser als der sterile Tod. Es ist dein Recht, dein Fenster und, soweit dein Arm reicht, auch die Außenseite so zu gestalten, wie es dir entspricht.« Und Buchheim erklärt es zu seiner Mission, »die Leute dazu zu ermutigen, ihren eigenen Augen und ihren eigenen Sinnen zu trauen und selber zu entscheiden, woran sie sich delektieren wollen«. Im 2001 gegründeten Buchheim Museum wird die Phantasie zum Prinzip erhoben. Der Besucher soll aus dem Alltag ausbrechen und eintreten in eine ästhetische Wunderwelt, in der er emotional wie gedanklich neue Wege gehen kann. »Think big!«, war Buchheims Parole, zu der keiner besser passt als Hundertwasser!
Schon früh fanden die beiden Querdenker zusammen. Am 21. Juni 1964 trafen sich Hundertwasser und Buchheim auf der Biennale in Venedig. Sie schlossen einen Buchvertrag ab. Am 24. Juni und am 10. Juli 1964 folgten zwei Besuche Hundertwassers bei Buchheim in Feldafing. Im Buchheim Verlag erschien dann Hundertwassers erste farbig bebilderte Monografie. Zwischen 1974 und 1983 wurden 20 Postkarten sowie acht Jahreskalender mit Hundertwasser-Motiven im Buchheim Verlag herausgegeben. Die im Buchheim Archiv erhaltenen Briefe und Postkarten Hundertwassers zeugen von einem engen Arbeitsverhältnis. Es geht oft um Fragen der Druckqualität. Hundertwasser war schließlich zufrieden mit dem, was Buchheim lieferte: »Endlich komme ich dazu, Ihnen den Eingang des Buches zu bestätigen, ich muss Ihnen gratulieren. Es ist wunderbar geworden«, schreibt er am 2. September 1964. Es besteht Einvernehmen zwischen den beiden Querdenkern. »Der Buchheim ist ein toller Mann, der alles tut und alles kann«, schreibt Hundertwasser auf eine Postkarte an Buchheim.
Nun, 16 Jahre nach Hundertwassers Tod, neun Jahre nach jenem Buchheims und 52 Jahre nach dem Kennenlernen der beiden, findet endlich eine Hundertwasser-Ausstellung im Buchheim Museum statt.

Exponate
125 Arbeiten, davon 27 Gemälde, 66 Grafiken, 15 Umweltposter, 1Tapisserie, 2 Knüpfteppiche, 10 Architekturmodelle, 1 Humustoilette, 1 Pflanzenkläranlage, 1 Verschimmelungsmanifest und 1 Kappe sowie zahlreiche Texte des Künstlers.

Kooperationspartner, Mitwirkende, Leihgeber
HUNDERTWASSER SCHÖN & GUT wurde von Daniel J. Schreiber, dem Direktor des Buchheim Museums, eigens für Bernried kuratiert. Die Ausstellung ist dem Engagement vieler Personen und Institutionen zu verdanken. Kooperation ist »Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung« in Wien, namentlich Joram Harel, Andrea Fürst, Doris Truppe und Herr Bilinski. Hubert Lechner und Stefanie Holtkamp von Lorenz & Zeller in Inning haben den Katalog und die Ausstellungsgrafik gestaltet. Andrea Fürst und Stephan Thomas haben den Katalog lektoriert. In der Druckerei zu Altenburg, namentlich durch Jens Sippenauer, ist das Buch schließlich entstanden. Claudia Neumeier sorgt dür den Auftritt der Ausstellung in den Social Media. Das ganze Unternehmen gebündelt und zum Erfolg geführt hat schließlich das Team des Buchheim Museums.
Leihgeber der Ausstellung sind: Baha Fine Art Kunsthandel, Wien; Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Pinakothek der Moderne; courtesy Die Galerie Frankfurt am Main; Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien; Hamburger Kunsthalle; Osthaus Museum Hagen; Private Collection, Great Britain, courtesy Galerie Thomas, Munich; Privatsammlung LMV; Privatsammlung Süddeutschland; Sammlung Christian Baha; Sammlung Würth; SE – Sammlung Essl, Klosterneuburg / Wien; sowie acht weitere private Sammler aus Europa, die namentlich nicht genannt werden wollen.




Katalog
Zur Ausstellung erscheint im Buchheim Verlag ein Katalog mit Texten von Daniel J. Schreiber und Friedensreich Hundertwasser. 192 Seiten mit über 150 Abbildungen zum Preis von ¤ 29,95. (ISBN 978-3-7659-1093-7)

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried


Copyright-Vermerke für Bilder siehe oben

Bild 1:
Friedensreich Hundertwasser (608) DAS ENDE DER GRIECHEN, OST- UND WESTGOTEN, Mischtechnik, 1964, 49 x 68 cm, Privatsammlung, © 2016 Namida AG, Glarus

Bild 2:
Friedensreich Hundertwasser (781) GRÜNE STADT, Mischtechnik, 1978, 97 x 145 cm, Baha Fine Art Kunsthandel, Wien, © 2016 Namida AG, Glarus

Bild 3:
Friedensreich Hundertwasser (637A) Wartende Häuser, 1973, japanischer Farbholzschnitt, gedruckt von Nakamura Jr. Tokio, Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung, Wien © 2016 Namida AG, Glarus
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Museen Museum Fürstenfeldbruck: Leidenschaft für Heilige
Leidenschaft für Heilige
25 Jahre Museum Fürstenfeldbruck

Mit großer Leidenschaft und kunsthistorischer Kenntnis sammelte der Fürstenfeldbrucker Bäckersohn und Geistliche August Aumiller (1868-1929) Skulpturen und Gemälde von heiligen Männern und Frauen. Mit seinen Erwerbungen aus Klöstern und Kirchen, von Händlern und Bauern brachte er es auf eine Sammlung von über 2000 Kunstwerken vom Mittelalter bis zur Zeit des Rokoko.

Im Fürstenfeldbrucker Kulturleben spielte Aumiller eine wichtige Rolle. Als Hofkaplan der königlichen Landhofkirche Fürstenfeld erwarb er zahlreiche Objekte aus der säkularisierten Zisterzienserabtei Fürstenfeld und betrieb zusammen mit Brucker Bürgern die Gründung eines historischen Museums.

Neuerwerbungen und Bestände des Museums Fürstenfeldbruck, Leihgaben aus dem Diözesanmuseum Freising und aus Privatbesitz gewähren erstmals Einblick in die hochwertige Sammlung, die nach dem Tod des Geistlichen zerstreut wurde.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Funktionen der Heiligen im Wandel der Zeit, zeigt, wie sich Heilige „zu erkennen geben“ und thematisiert Heiligenschein und Märtyrertod unter aktuellen Gesichtspunkten.

Katalog zur Ausstellung ¤ 8,90

Zur Ausstellung gibt es Führungen und ein museumspädagogisches Programm.


Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck
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Museen München Literaturhaus:
"Der ewige Stenz"
Helmut Dietl und sein München


Erstmals in einer großen Ausstellung zu entdecken: Helmut Dietl als Literat und als literarische Figur. Mit seinen Kultserien prägte er wie kein anderer das München-Bild der Siebziger- und Achtzigerjahre. Und er erfand eine geradezu mythische Stadt: die der legendären, von ihm liebevoll-ironisch inszenierten Bussi-Bussi-Schickeria.
Am 30. März 2016 jährte sich der Todestag des großen Filmregisseurs und Autors zum ersten Mal. Tamara Dietl, seine Witwe, stellt dem Literaturhaus nun den bislang unbekannten Nachlass mit vielen überraschenden und kuriosen Stücken zur Verfügung: darin u.a. die berühmte gelbe Chinalackdose aus »Der ganz normale Wahnsinn«.

Dietl, geboren 1944 in Bad Wiessee, in München »sprachlich imprägniert« (Patrick Süskind), studierte Theaterwissenschaft und war Regieassistent an den Kammerspielen, bevor er über die Liebe zum Fernsehen kam und schließlich mit den Serien »Münchner Geschichten« (1974), »Der ganz normale Wahnsinn« (1979/80), »Monaco Franze« (1983) und »Kir Royal« (1986) deutsche Fernsehgeschichte schrieb. Über die Stadt München sagte er:


    »Ich wollte sie besitzen wie eine Geliebte«.

»Der ewige Stenz«, der in Varianten in allen frühen Werken Helmut Dietls die tragende Rolle spielt, ist immer auch sein Alter Ego. Die Ausstellung zeigt, wie sehr Leben und Werk bei Helmut Dietl eins waren: Sein Leben inszenierte er wie einen Film, seine berühmten Fernsehserien – allesamt Autorenfilme avant la lettre – schöpften aus autobiographischem Fundus.

Großartig ergänzt werden sie durch die unvollendet gebliebenen Erinnerungen aus dem Nachlass, die im September unter dem Titel »A bissel was geht immer« im Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheinen (Buchpremiere am 22.9.2016 im Literaturhaus München). Hier beschwört Dietl mit genauem Blick und dem ihm eigenen Humor seine frühe Kindheit in Laim und in Gräfelfing, das Aufwachsen ohne Vater, aber mit drei wichtigen Frauen: der Mutter und den beiden Großmüttern. Seine Jugend im Schwabing der Sechzigerjahre, die ersten literarischen Versuche mit Gedichten und parallel dazu das Entdecken von Theater und Film durch Elfie Pertramer und Walter Sedlmayr.

In der Ausstellung gibt es also viel Neues, Berührendes, Überraschendes über Helmut Dietl zu sehen, mit all den Ingredienzen, die Dietls Klatschreporter Baby Schimmerlos in »Kir Royal« so beschreibt:


    »Ein bissl Geld, ein bissl Sex, ein bissl Tragik, ein bissl Traum, Märchen, Monarchie, Hochfinanz, Industrie, ein bissl Perversität, das wär’ eine Mischung.«

Eine Mischung, der Helmut Dietl ein filmisches Denkmal gesetzt hat, mit unvergesslichen Protagonisten, die das Publikum bis heute amüsieren, rühren und vor allem unterhalten.

Medien-und Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München
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Museen Dachau Neue Galerie: BerufsBilder - Positionen zeitgenössischer Porträtfotografie
BerufsBilder
Positionen zeitgenössischer Porträtfotografie

August Sanders großangelegte Fotoserie Menschen des 20. Jahrhunderts zählt zu den Meisterwerken der Porträtfotografie des vergangenen Jahrhunderts. Das Medium der Fotografie schien ihm besonders geeignet, ein Bild der Gesellschaft seiner Zeit festzuhalten, die sich aus verschiedenen Berufsständen zusammensetzte. Den Schwerpunkt seiner Aufnahmen bildet das ‚Berufsporträtʻ, das er von Bauern, Handwerkern, Arbeitern, Technikern, Akademikern aber auch Künstlern anfertigte. Sanders Werk, das bereits zu seiner Zeit auf große Resonanz stieß, wirkte auf viele nachfolgenden Fotografen inspirierend. Während Sander noch von der Einheit aus Person und Beruf ausging, die schon zu seiner Zeit durch die voranschreitende Industrialisierung und Bürokratisierung nur noch teilweise gegeben war, ist dies heute nur noch in Randbereichen zu finden. Nicht nur viele Berufe seiner Zeit sind längst verschwunden, auch die Zahl der vorhandenen Arbeitsplätze nimmt immer mehr ab. Das Ideal einer lebenserfüllenden Berufsarbeit ist aber nach wie vor aktuell.
Neben Aufnahmen von August Sander zeigt die Neue Galerie Arbeiten von Thomas Bachler & Karen Weinert, Herlinde Koelbl, Joerg Lipskoch, Hannes Rohrer, Stefan Schröder und Albrecht Tübke, die an Sanders ‚Berufsporträts‘ anknüpfend das Berufsleben ihrer eigenen Zeit reflektieren. Wie Sander wählen sie die serielle Darstellung, die zum Vergleich und somit zur Unterscheidung von typischen und individuellen Merkmalen innerhalb einer Gruppe einlädt. Inhaltlich und konzeptuell schlagen sie jedoch andere Wege als ihr Vorbild ein.

Fotos: Joerg Lipskoch: Schiffsmechaniker 2015 / Joerg Lipskoch: Hospizschwester 2015 / Steiffwerk_Giengen3318_-®_hannesrohrer Archiv / Albrecht Tübke: Caves 05 / Albrecht Tübke: Caves 07.

Neue Galerie Dachau
Konrad-Adenauer-Straße 20
85221 Dachau
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.