Bis auf weiteres stellen wir an dieser Stelle Konzerte, Opern und Theaterinszenierungen auf DVD & Blue-ray vor.
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7. DVD & Blue-ray: Prince „Sign ‚O‘ the Times“
8. DVD/Blue-ray: Nataliac Osipova
9. DVD/Blue-ray: Jacques Offenbach - Les Contes D'Hoffmann
10. Kurt Weill AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY
11. Puchheim: 10. Bluesfestival – 1. Tag
12. Fürstenfeld: Tod eines Handlungsreisenden – Trümmer des Lebens
Bilder
Samstag 18.04.2020
DVD & Blue-ray: Prince „Sign ‚O‘ the Times“
Blu-ray mit Atmos und Auro-3D!

Prince Sign ‚O‘ the Times ist einer der Konzertfilme der 80er Jahre. Zu unserem Glück heute wurde er primär auf 35 mm Film für den Kinoeinsatz gedreht und ist daher in unserer High-Definition-Zeit gut zu restaurieren. Denn gute Tonspuren konnte man auch 1987 schon produzieren. Das Surround-Master des Kinofilms diente jetzt als Restaurationsgrundlage für eine Modernisierung mit Immersive-Audio. Die Limited Deluxe Edition mit Cover im LP-Format beherrbergt neben dem Film je eine Bonusdisc mit ausführlichen Interviews der Beteiligten. Film und Bonus liegen je auf Blu-ray Disc und DVD vor.

Wer überhaupt etwas mit Pop der 80er anfangen kann, dürfte genau wissen, was ihn bei diesem Konzertfilm von Prince erwartet: eine wilde Mischung aus melodischem Pop mit treibenden Soul und Funk Rhythmen, ein Hauch Jazz – kurz: Prince auf der Höhe seines Schaffens. Der Meister übernahm damals sogar die Regie… Die Bilder entstanden während zweier Konzerte und einem Nachdreh in Prince’s eigenem Konzert-Venue Paisley Park.

Wie mir Christian Bartsch von Turbine verriet, war die Restauration des Bildes gar nicht so einfach, denn die Originale kamen aus drei verschiedenen Quellen. Das 35 mm Material der Konzerte war aufgrund der notwendigen Lichtempfindlichkeit recht könrig. Damals hatte man nur die Wahl: Entweder stimmungsvolles Licht für die Zuschauer oder gutes Filmlicht. Dazu dienten die Nachdrehs in Paisley Park: Wo es notwendig war, wurde mit gutem Filmlicht nachgedreht, damit alles kinotauglich montiert und dupliziert werden konnte.

Setlist
01. Intro
02. Sign „O“ the Times
03. Play in the Sunshine
04. Little Red Corvette
05. Housequake
06. Slow Love
07. I Could Never Take the Place of Your Man
08. Hot Thing
09. Now’s the Time
10. U Got the Look (Musikvideo)
11. If I Was Your Girlfriend
12. Forever in My Life / It
13. It’s Gonna Be a Beautiful Night
14. The Cross
15. Sign „O“ the Times (Instrumental)

Ausstattung:
Audiokommentar von The Peach and Black Podcast
Interview-Dokumentation „Prince – The Peach & Black Times“ mit Dr. Fink (Keyboards), Levi Seacer Jr. (Bass), Cat Glover (Choreographie, Tanz, Gesang), Susan Rogers (Toningenieurin), Steve Purcell (Cutter), Leroy Bennett (Bühnen- und Lichtdesign), Gert de Bruijn & Michiel Hoogeboezem (Toningenieure), Dave Rusan (Rusan Guitarworks) sowie Edgar Kruize, Autor von Prince: The Dutch Experience*

Bonusmaterial:
Großformatiges Booklet mit Text von Prince-Experten Edgar Kruize und einem Vorwort von Dr. Funkenberry

Bonus Blu-ray Disc / DVD mit Interview-Langfassungen
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Freitag 03.04.2020
DVD/Blue-ray: Nataliac Osipova
Natalia Osipova ist ganz ohne Zweifel die Primaballerina des 21. Jahrhunderts. Sie ist die berühmteste Tänzerin ihrer Generation und knackt ein Superlativ nach dem anderen und wurde etliche Male mit den wichtigsten Auszeichnungen der Ballettwelt geehrt. Die Tänzerin, die ihre Karriere am Bolschoi-Theater begann und dort erste Welterfolge feierte, ist heute Principal Dancer des Royal Ballet in London. Für den Dokumentarfilm "Force of Nature" öffnete Osipova exklusiv ihr Archiv privater Aufnahmen, die ihre Ausbildung von ihrer Kindheit bis zum Beginn ihrer Karriere am Bolschoi zeigen. Als "Kontrapunkt" zu dieser biografischen Erzählung begleitete Regisseur Gerry Fox die Primaballerina während ihrer Vorbereitungen für die fünfte Saison als Principal Dancer am Royal Ballet. Wir erleben die außergewöhnliche Tänzerin On Stage ebenso wie Backstage in dieser hervorragenden Filmdokumentation, die in vielen Ländern auch im Kino zu sehen war sowie beim PayTV-Sender sky arts.


Regie: Gerry Fox
Laufzeit: 1h 22min
Label:  Opus Arte
Art. Nr.: OA1307D
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Montag 23.03.2020
DVD/Blue-ray: Jacques Offenbach - Les Contes D'Hoffmann
Was für eine Besetzung für Jaques Offenbachs wohl bekannteste Oper "Les Contes d'Hoff-mann" ("Hoffmanns Erzählungen")! 
Erwin Schrott, John Osborn, Ermonela Jaho und Christine Rice: Selten hat man dieses Schlüsselwerk Offenbachs in einem luxuriöseren Cast erlebt. Mit diesem Mitschnitt aus der Dutch National Opera Amsterdam überträgt Regisseur Tobias Kratzer das berühmte Stück ins Hier und Jetzt und zeigt, dass Offenbachs heiter-finstere Revue hervorragend in unsere Zeit passt. Eine geteilte Bühne, auf der "oberen Etage" die vermeintlich helle und heile Welt der Gegenwart herrscht, während sich "im  Keller" die unverarbeitete Vergangenheit als sarkastischer Höllentrip entpuppt, ist der zentrale und höchst effektive Regie-Trick.

- Sensationell besetzt mit Erwin Schrott, John Osborn, Ermonela Jaho und Christina Rice
- Höchst einfallsreiche Regie von Tobias Kratzer
- Unsere Gegenwartsgesellschaft wird gekonnt und heiter bis finster auf's Korn genommen
- Grandioser Bühneneffekt der geteilten Bühne als verblüffender inszenatorischer Kunstgriff

Es spielen: Ermonela Jaho, Erwin Schrott, John Osborn
Es spielt das Rotterdam Philharmonic Orchestra unter Carlo Rizzi

    Laufzeit: 165 Min.
    Tonformat: stereo / DTS 5.1
    Bild: 16:9 (NTSC)
    Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch

    Label: CMajor, 2018


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Donnerstag 19.03.2020
Kurt Weill AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY
(Live von den Salzburger Festspielen 1998; Regie: Peter Zadek). Laufzeit: 160 Min.;Regionalcode: 0

Der vom Sprechtheater herkommende Peter Zadek gilt, seitdem er 1983 mit Mozarts Le nozze di Figaro in Stuttgart seine erste Oper inszenierte, auch als gefragter Opernregisseur. Und das zurecht, wie diese DVD-Video-Neuheit beweist. Der Live-Mitschnitt entstand 1998 bei den Salzburger Festspielen, wo Zadek die Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny nach einem Text von Bertolt Brecht und zur Musik Kurt Weills realisierte. Bereits 1931 wurde die Oper mit über fünfzig Aufführungen in Berlin zu einem der größten Opernerfolge der damaligen Zeit. Und die Lieder daraus, allen voran ''O moon of Alabama'', sind bis heute regelrechte Schlager. Unter der Leitung von Dennis Russell Davies wurden sie bei den Salzburger Festspielen 1998 von einem hochkarätig besetzten Sängerensemble interpretiert: Die Titelpartien sangen so namhafte Künstler wie Catherine Malfitano, Gwyneth Jones und Jerry Hadley.


Solisten: Jerry Hadley, Gwyneth Jones, Catherine Malfitano
Orchester: Radio-Sinfonieorchester Wien, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Dirigent: Dennis Russell Davies
Regie: Peter Zadek

Label: Arthaus Musik, 1998
FSK ab 6 freigegeben
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Samstag 07.03.2020
Puchheim: 10. Bluesfestival – 1. Tag
Bilder
Foto Black Patti: Christian Kaufmann
Puchheim. 1962 haben sich die beiden deutschen Horst Lippmann und Fritz Rau aufgemacht, den Blues nach Europa zu bringen, um diesen einem breiteren Publikum vorzustellen. Sie initiierten das bis heute legendäre American Folk Blues Festival und zogen über viele Jahre hinweg jeweils im Herbst mit einem Tross an Musikern und einem Sattelschlepper voll Equipment quer durch Europa. Die Konzerte, Live oder in Studioatmosphäre für Plattenaufnahmen und TV mitgeschnitten, sind heute zeithistorische Dokumente.
Eines der wichtigsten Kriterien der beiden Enthusiasten Lippemann & Rau war ihre Kontinuität. Ihnen ging es nicht darum, Musik-Sensationen zu präsentieren. Sie wollten mit der für sie wichtigsten Kulturform, die letztendlich die Grundlage all der populären Musik ist, die uns bis heute umgibt, vertraut machen,.
Das American Folk Blues Festival gibt es seit 1985 nicht mehr. Hingegen fand am gestrigen Tag der mittlerweile 10. Jahrgang des Puchheimer Bluesfestivals statt. Sie existieren also noch, diese unentwegten Idealisten, die den Blues im Herzen haben und diese musikalische Einzigartigkeit hinaus in die Welt tragen, um sie mit anderen zu teilen. In diesem Fall sind es Ferdinand „Jelly Roll“ Kraemer und Peter Crow C., zwei Münchner, die vor fast zehn Jahren selbst das Duo Black Patti gegründet und sich dem Akustik-Blues verschrieben haben. Zugleich zeichnen sie sich seitdem für das Blues-Programm in Puchheim verantwortlich, das seit einigen Jahren als Festival über zwei Tage die Blues-Gemeinde in ihren Bann zieht.
Eröffnet hat den Freitagabend als Ersatz für den ausgefallenen Joe Chiarello ein akustisches Duo, bestehend aus dem Sänger und Mundharmonikaspieler San 2, alias Daniel Gall und dem Gitarristen Sebastian Schwarzenberger. Beide bewegten sich musikalisch im Fahrwasser des Rhythm & Blues und Soul. Ihre sparsamen aber eindringlichen Arrangements gaben den eigenen Songs, aber auch Coverversionen von Billy Preston bis Ray Charles, Transparenz und Klarheit. In ihrer federnden Gelassenheit war ihr Auftritt zudem eine würdige Eröffnung des Festivals.
Der zweite Teil des Abends gehörte sozusagen den Hausherren. Ferdinand „Jelly Roll“ Kraemer und Peter Crow C. begeisterten mit ihren wunderbar verhangenen, rauen Blueslicks, wie sie einst im tiefen Süden der USA gespielt wurden. Black Patti vermittelten vom ersten Ton an dieses Unwiderstehliche des Blues, das sofort unter jede Oberfläche kriecht und sich gnadenlos seinen Weg zum Herzen bahnt. Mit dem Amerikaner Ryan Donohue am Bass, der an diesem Abend das Duo zu einem Trio aufstockte, bekam die Musik der beiden noch eine zusätzliche rhythmische Komponente, die manchen Songs einen tranceartigen Sog vermittelten - der jedoch nie seine Bodenständigkeit einbüßte.
Zum Abschluss dann Egidio "Juke" Ingala & The Jackknives aus Italien. Frontmann Egidio „Juke“ Ingala verkörpert Blues und Entertainment in Personalunion. Die Musik des Quartetts lebt zudem von Swing und Boogie Woogie, deftigem Rock`n Roll und Soul-Anleihen. Kraftvoll und groovend agierte die Band, so dass der Funke von der Bühne sofort direkt zum Publikum übersprang.
Jörg Konrad

 
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Sonntag 23.02.2020
Fürstenfeld: Tod eines Handlungsreisenden – Trümmer des Lebens
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Fotos: Tom Philippi
Fürstenfeld. Wer sich dem mörderischen Spiel aussetzt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er letztendlich auf der Strecke bleibt. Ja, wenn doch die Erkenntnis nur immer so einfach wäre – wie die eines distanzierten Publikums im Theaterstück. Aus dieser Perspektive ist manches deutlicher zu begreifen, bis hin zu der Überzeugung, das eigene Leben überlegter anzugehen. Ob dies dann aber auch der gelebten Realität entspricht?
Tod eines Handlungsreisenden“, dieses Theaterstück aus dem Jahr 1949(!) hat seine Aktualität bis heute nicht verloren - weil es den Finger tief in eine Wunde legt. Arthur Miller, der für das Drama gleich nach Erscheinen und der ersten Inszenierung am Broadway den Pulitzer-Preis erhielt, hat die Kehrseite des Kapitalismus in seinem ganzen Versagen beleuchtet. Und dass dieses Stück, am gestrigen Abend in der Fürstenfelder Theaterreihe von den Schauspielbühnen Stuttgart präsentiert, auch heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat, ist die eigentliche Tragik.
Miller erzählt das Schicksal des Angestellten Willy Loman, der sein berufliches Leben als Handlungsreisender verbringt. All seine Hoffnungen und Träume, die ihn einst beflügelten selbst zu den Gewinnern des Systems zu gehören, sind am Ende seines Lebens zerplatzt. Er hat eine Geradlinigkeit im Handeln und Denken, eine individuelle und soziale Authentizität zugunsten von materiellem Wohlstand und finanziellem Reichtum aufgegeben - ohne letzteres je zu erreichen. Es ist das Schicksal des sogenannten „kleinen Mannes“, der den Heilsversprechungen des Kapitalismus aufsitzt und am Ende vor den Trümmern seines Lebens steht. Die Träume des Kleinbürgers Loman sind stellvertretend für die vielen Verlierer einer Gesellschaft, die nichts anderes als Besitz anstreben, zerplatzt.
Es ist aber auch ein Stück über die Verantwortlichkeit des Einzelnen, für seine ganz persönlichen Lebensentwürfe und deren Folgen, spätestens dann nämlich, wenn diese Lebenslügen ans Licht kommen.  Denn seine Familie hat diese „doppelte Buchführung“ längst durchschaut. Doch selbst da wacht der Familienvater nicht auf, verdrängt aus Scham, anstatt notwendige Konsequenzen zu ziehen. In den Momenten, wenn er sich von der Familie enttarnt glaubt, verklärt er übergangs- und erbarmungslos die Vergangenheit und versucht mit Durchhalteparolen die gescheiterte Gegenwart zu meistern. Ein solches Verhalten kann letztlich nur in der Katastrophe enden.
Willys Frau Linda, in selbstloser Hingabe gespielt von Letta Stephanie Theiß, der nichts wichtiger ist, als ihrem Mann in allen Belangen zuzustimmen und damit das Trugbild einer funktionierenden Familie aufrecht zu erhalten; die beiden Söhne Biff (Jonas Baeck) und Happy (Jean Paul Baeck), die das Unvermögen des Vaters, seine Insuffizienz längst bemerkt haben – aber unterschiedlich damit umgehen. Hier taucht Charles auf, Willys Freund und Nachbar, der Geld leiht, um das Unglück zu vertuschen; die Geliebte, der Bruder. Hier in diesem Bühnenbild treffen sich aber auch die verschiedenen Zeitachsen, werden Vergangenheit, Gegenwart und Abschied beleuchtet. Trist und illusorisch.
Und Willy Loman selbst? Der wird von Helmut Zierl faszinierend und überzeugend verkörpert. Er bringt diesen kleinen, grauen Spießer mal sympathisch, mal entlarvend, mal verständnisvoll, mal grausam über die Bühne. Er macht die verschiedenen Aspekte einer Seele deutlich, die als Person zum Opfer eines Systems wird, das er nicht durchschaut. Zierl zeigt den Menschen Loman, der im Grunde Gutes will, aber geblendet von den Verheißungen der Gesellschaft ein trauriges Ende findet.
Jörg Konrad
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Autor: Siehe Artikel
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