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Im Blickpunkt - Portraits werden Persönlichkeiten vorgestellt, die auf unterschiedlichste Weise das kulturelle Leben gestalten und bereichern - dabei oftweit über die Landesgrenze hinaus wirkend. Grundlage für diese Portraits ist ein Fragebogen.
Inhaltsverzeichnis
Dance First 2018 - Ich liebe die Ästhetik des Tanzes

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Dance First 2018 - Höchste künstlerische Qualität auch abseits der Metropol...

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Sissi Gossner – Hauptsache gute Musik

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Marie Reiners – Irre teuer essen gehen

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Ela Marion – Eine Wärmflasche in Hosenform

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Matthias Bublath - Viel zu viele Kabel

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Dienstag 29.05.2018
Dance First 2018 - Ich liebe die Ästhetik des Tanzes
Von Juni bis Juli 2018 findet im Veranstaltungsforum Fürstenfeld das 2. dance-first-festival statt. An sieben Abenden werden nationale und internationale Stars der zeitgenössischen Tanzszene in die Kreisstadt an der Amper kommen. Mit Malandain Ballett, der Compagnie Käfig und Ballet Preljocaj werden gleich drei Ensembles aus Frankreich mit dabei sein. Hinzu kommt die National Dance Company Wales, das Bayerische Junior Ballett München und fünf Tanzstudios der Region Fürstenfeldbruck. Verantwortlich für dieses besondere künstlerische Ereignis ist das Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Zusammenarbeit mit Heiner Brummel als künstlerischem Leiter und der Theaterverein Fürstenfeldbruck. Hier wie angekündigt das Interview mit Heiner Brummel.

KultKomplott: Schon in ihrer seit 2010 künstlerisch betreuten Reihe „theater fürstenfeld“, in der große deutschsprachige Theater vor den Toren Münchens zu Gast sind, waren vereinzelt auch (internationale) Tanzgruppen zu erleben. 2016 konnten sie nun ein kleines, hochkarätig besetztes Festival des Tanzes zusammenstellen. 2018 die Fortsetzung. Wie sind sie jetzt an diese Arbeit herangegangen? 
Heiner Brummel: Nachdem die Tanzaufführungen im Rahmen der Fürstenfelder Theaterreihe sehr gut angenommen wurden, haben der Theaterverein Fürstenfeldbruck und das Veranstaltungsforum den Mut gehabt, dem Tanz mit einem Festival eine noch größere Plattform zu geben. Und dieser Mut hat sich ausgezahlt. ‚dancefirst‘ hat den Besuchern 2016 hochklassige, spannende Aufführungen geboten. Die meisten Zuschauer waren begeistert und es hat sich eine offene, kommunikative Festivalatmosphäre entwickelt, die zahlreiche Begegnungen zwischen Künstlern, Zuschauern und Veranstaltern ermöglicht hat. Auch die Auslastung war mit nahezu 4.000 Besuchern überragend.
Nach diesem Erfolg waren alle Beteiligten hochmotiviert, dieses Festival als biennale Veranstaltung zu etablieren. Wir sind dankbar, dass viele Unterstützer bei der Stange geblieben sind und wir einige neue Förderer gewinnen konnten.
Ein so junges Festival wie ‚dancefirst‘ kann man bei der Zweitausgabe nicht neu erfinden. Wichtiger ist es, auf der Basis der gemachten Erfahrungen die Festival-Strukturen zu festigen und die verschiedenen Aktivitäten weiterzuentwickeln. Das grundlegende Konzept, im Rahmen des Festivals neben erstklassigen internationalen Tanzgastspielen auch Aufführungen von hochbegabten Nachwuchskräften und regionalen Amateurtänzern zu präsentieren, wollen wir beibehalten, da es für alle Beteiligten bereichernd war.
Die begleitenden pädagogischen Projekte, in denen Laien unter Anleitung von professionellen Tanzpädagogen praktische Tanzerfahrungen sammeln können, werden ebenfalls fortgesetzt. Die Zusammenarbeit mit Schülerinnen der Brucker Pestalozzi-Schule ist wieder aufgenommen worden. Auch die Idee, ein gemeinsames Stück mit Tänzerinnen verschiedener regionaler Studios mit den Profi-Choreographen David Russo und Pedro Diaz zu erarbeiten, entstand während des ersten Festivals. Die Uraufführung findet beim gemeinsamen Tanzabend der regionalen Gruppen („Made in FFB“) statt. Desweiteren hat ein neues Tanzprojekt mit älteren Menschen begonnen.

KK: Unter welchen Gesichtspunkten haben Sie das Programm zusammengestellt?
HB: Mit dem Festival wollen wir den kulturellen Dialog fördern und die Vielfalt der künstlerischen Stilrichtungen präsentieren. Nachdem 2016 Kompanien aus 3 Kontinenten zu Gast waren, haben wir in diesem Jahr ausschließlich europäische Tanzensembles eingeladen, da wachsende nationalistische Strömungen, Fremdenhass und Eigeninteressen in zunehmendem Maße auch das friedliche Miteinander in Europa gefährden. Diesen Entwicklungen wollen wir entgegentreten, indem wir Tanzkompanien präsentieren, die für Offenheit, internationale Verständigung und künstlerischen Austausch stehen. Die eingeladenen Tanzstücke beschäftigen sich weniger mit tagespolitischen Themen, sie greifen eher grundlegende Fragen des Zusammenlebens auf und suchen nach verbindenden menschlichen Bedürfnissen, Eigenschaften und Konfliktlösungen. Dabei soll die universelle sinnliche Sprache des Tanzes helfen, die sozialen und kulturellen Grenzen zu überwinden.
Inwieweit die tänzerischen Darbietungen die Zuschauer erreichen, berühren oder nachdenklich stimmen, hängt meiner Meinung nach nicht unwesentlich von der künstlerischen Qualität der Aufführungen ab. Dazu gehören für mich eine spannende, kreative Choreographie und erstklassige Tänzer, die hohes technisches Können und eine große künstlerische Ausstrahlung in sich vereinen. Ich liebe die Ästhetik des Tanzes, die Dynamik und Eleganz der Bewegungen, die tiefe Emotionalität von sinnlichen Körperbildern und lasse mich bei der Auswahl der Stücke von der Virtuosität des tänzerischen Ausdrucks beeindrucken.

KK: Können Sie etwas zu den einzelnen Ensembles bzw. Tanzabenden sagen?
HB: Da der ästhetische Aspekt bei der Suche nach hochklassigen Aufführungen eine große Rolle spielte, habe ich mich nach Sichtung der französischen Tanzszene letztlich für Arbeiten von Thierry Malandain (Festivaleröffnung, Dienstag 19. Juni) und Angelin Preljocaj (Festivalabschluss, Mittwoch 25. Juli) entschieden. Sie offenbaren auf eindringliche Weise nicht nur eine einfühlsame, sinnliche Auseinandersetzung mit den Freuden und Leiden des Lebens, sie haben als Pioniere des modernen Tanzes auch nachfolgende Tanzgenerationen beeinflusst. Ihre Arbeiten markieren den Übergang vom klassischen Ballett zum zeitgenössischen Tanz. Dabei bedienen sie sich stilprägender moderner Ausdrucksformen und dokumentieren so wichtige Phasen der Tanzgeschichte. Die Schönheit und Eleganz ihrer Choreographien ist auf eine einzigartige Weise berührend und berauschend. Thierry Malandain wurde 2017 übrigens zum wiederholten Mal als bester Choreograph Frankreichs ausgezeichnet.
Im Unterschied zu Malandain und Preljocaj repräsentiert die Compagnie Käfig die kreative, junge urbane Tanzszene Frankreichs (Mittwoch 27. und Donnerstag 28. Juni). Ihr Leiter Mourad Merzouki sucht immer wieder die Begegnung mit anderen Tanz- und Kunstdisziplinen und hat den Streetdance zusammen mit seinen akrobatischen Tänzern zu einem originären, hochprofessionellen Tanzstil entwickelt. „Pixel“ gehört zu den spektakulärsten Hip-Hop-Kreationen der letzten Jahre und verschmilzt Tanz mit digitalen 3-D-Projektionen.
Die National Dance Company Wales wiederum präsentiert ein junges, facettenreiches Gesicht der britischen Tanzszene. Da die Kompanie mit verschiedenen Ausnahme-Choreographen zusammenarbeitet, spiegeln sich in deren Stücken auch unterschiedliche künstlerische Handschriften wieder, die vom abstrakten Tanz bis zum Tanztheater reichen. Auch die Tänzerinnen und Tänzer bringen unterschiedliche persönliche Stile ein, die in der Gruppe auf wundersame Weise zu einem harmonischen Ganzen zusammenwachsen (Samstag, 14. Juli).
Viele Facetten des modernen Tanzes zeigen auch die Stücke des Bayerischen Junior Balletts München unter Leitung des ehemaligen Direktors des Bayerischen Staatsballetts, Ivan Li¨ka (Mittwoch, 18. Juli). Im Programm „Münchner Freiheit“ werden verschieden zeitgenössische Stücke junger Choreographen gezeigt, unter anderem von Dustin Klein und Maged Mohamed, die schon bei „Bavarian Summit“ 2016 ihr Können zeigten. Auch die Kontakte zu den anderen jungen Choreographen sind nicht abgerissen. Daneben stehen Werke renommierter Choreographen wie Richard Siegal oder Terence Kohler, neoklassische Stücke runden das Programm ab.
Last but not least werden die regionalen Tanzgruppen am Samstag, den 30. Juni unter dem Titel „Made in FFB“ in verschiedenen Uraufführungen ihr beachtliches Können unter Beweis stellen. Nach deren Aufführung sind alle Festival-Besucher und Tanzbegeisterten eingeladen, eine große Party zu feiern. Für alle Zuschauer, die eine Festival-Veranstaltung besuchen, ist der Eintritt frei.
Nähere Informationen über das Programm finden sich in den öffentlich ausliegenden Programmheften und auf der Festival-Website: www.dancefirst.de

KK: Wer ist ihr ganz persönlicher Favorit?
HB: Da ich sehr lange und intensiv nach geeigneten, hochkarätigen Tanzproduktionen gesucht habe, stehe ich natürlich voll und ganz hinter jeder Aufführung und möchte deshalb auch keine herausheben. Jedes Tanzstück hat seinen eigenen Reiz. Aus meiner Sicht kann ich allen Besuchern spannende Aufführungen versprechen, die die ganze Schönheit, Kraft und Sinnlichkeit des Tanzes erlebbar machen und gleichzeitig mit kritischen Augen auf die wechselhaften, emotionalen Momente des menschlichen Zusammenlebens blicken.
Den Fußball-Fans sei noch gesagt, dass sie beim Besuch der Festival-Veranstaltungen kein Spiel der DFB-Elf verpassen.


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Dienstag 22.05.2018
Dance First 2018 - Höchste künstlerische Qualität auch abseits der Metropole München
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Von Juni bis Juli 2018 findet im Veranstaltungsforum Fürstenfeld das 2. dance-first-festival statt. An sieben Abenden werden nationale und internationale Stars der zeitgenössischen Tanzszene in die Kreisstadt an der Amper kommen. Mit Malandain Ballett, der Compagnie Käfig und Ballet Preljocaj werden gleich drei Ensembles aus Frankreich mit dabei sein. Hinzu kommt die National Dance Company Wales, das Bayerische Junior Ballett München und fünf Tanzstudios der Region Fürstenfeldbruck. Verantwortlich für dieses besondere künstlerische Ereignis ist das Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Zusammenarbeit mit Heiner Brummel als künstlerischem Leiter und der Theaterverein Fürstenfeldbruck. Norbert Leinweber vom Veranstaltungsforum spricht hier über die Ambitionen ein derart hochkarätig besetztes Tanzfestival zu organisieren.

KultKomplott: Nach dem dancefirst-Festival 2016 gibt es in diesem Jahr, vom 19. Juni bis zum 25. Juli, in ihrem Haus einen zweiten Jahrgang dieser damals schon überaus erfolgreichen Veranstaltung. Wann fiel die Entscheidung für eine Fortsetzung?
Norbert Leinweber: Schon bei der ersten gemeinsamen Nachbesprechung zwischen dem Veranstalter (Theaterverein Fürstenfeldbruck), dem Künstlerischen Leiter (Heiner Brummel) und den Veranwortlichen des Veranstaltungsforums zeigte sich, dass alle Beteiligten eine Wiederholung des Tanzfestivals anstreben. Schließlich hatte der große Erfolg der Premiere von dancefirst – u. a. 3.900 begeisterte Besucher, sprich eine Gesamtauslastung von 95 % - alle Erwartungen weit übertroffen. Problematisch waren bei der Neuauflage allerdings noch die Finanzierung und die Suche nach geeigneten Produktionen. Mit der Zusage einer Förderung durch den Bezirk Oberbayern konnte das Projekt dann im März 2018 endgültig „auf grün gestellt“ werden. Erfreulicherweise wird das Festival außerdem durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) sowie durch das Engagement von privaten Sponsoren gefördert. Bereits vorher hatte sich unser Künstlerischer Leiter schon erfolgreich auf die Suche nach geeigneten attraktiven Aufführungen gemacht.

KK: Es ist eine Lebens-Erfahrung, dass etwas Neues zu konzipieren nicht unbedingt das Problem ist. Schwieriger scheint es, die selbst gesteckte und vom Publikum angenommene Qualität in Folge auf gleichem Level zu halten. Hat sich unter diesem Aspekt die Planung und Realisation gegenüber 2016 diesmal geändert?
NL: Uns ist klar, dass wir das hohe Niveau des Festivals und die besondere Qualität der gezeigten Produktionen unbedingt wieder erreichen müssen. Aus diesem Grund betreiben wir auch diesmal wieder einen erheblichen technischen und organisatorischen Aufwand. So wird zum Beispiel extra für die beiden „Pixel“-Aufführungen der Compagnie Käfig im Parkett des Stadtsaals eine spezielle Publikumstribüne installiert, die eine optimale Sicht aller Gäste bei dieser spektakulären Aufführung garantiert. Tänzer und Artisten werden hier zu einem Teil der virtuellen Welt und erschaffen mit ihren Bewegungen Bilder, die Illusion und Realität vollständig verschmelzen. Insgesamt können wir aber jetzt ja auch auf einige Erfahrungen sowie auf ein eingespieltes Team und Netzwerk zurückgreifen.

KK: Die Zusammenarbeit des Veranstaltungsforums Fürstenfeld mit Heiner Brummel geht mittlerweile ins neunte Jahr. Wie gestaltet sich das Miteinander, in dem künstlerische und organisatorisch-finanziellen Aspekte mit Heiner Brummel?
NL: Heiner Brummel und uns verbindet der gemeinsame Wunsch, erstklassige Veranstaltungen anzubieten, die sich von üblichen Stadthallenprogrammen abheben. Um dieses Ziel – trotz eines begrenzten Budgets – zu erreichen, arbeiten wir eng und intensiv zusammen. Dadurch ist die Kooperation natürlich nicht ganz frei von Anstrengungen und Reibungen, aber immer partnerschaftlich und vertrauensvoll. Kurz: Beide Seiten wissen und schätzen, was sie aneinander haben und machen Fürstenfeld so zu einer außergewöhnlichen Kulturspielstätte.

KK: Was wünschen Sie sich vom dancefirst-Festival 2018?
NL: Eine möglichst große Resonanz bei Publikum und Medien, begeisterte Gäste, pannenfreie Aufführungen und einen anregenden kulturellen Austausch zwischen Frankreich, Wales und Deutschland. Unser dancefirst-Festival soll sich etablieren und beweisen, dass höchste künstlerische Qualität auch abseits der Metropole München möglich ist.
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Dienstag 01.05.2018
Sissi Gossner – Hauptsache gute Musik
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Sissi Gossner leitet seit 1993 das Odeon Tanzorchester. Sie ist somit eine der ganz wenigen Kapellmeisterinnen in Europa. Im Programm der Formation finden sich Kompositionen aus den 1920er bis 1940er Jahren. Swing und Tanzmusik, Tango und Schlager in Originalarrangements sind die Spezialität des Orchesters, das wahlweise auch in anderen Besetzungen, vom Trio bis zur Big Band, auftreten kann. Sissi Gossner spielt mit ihrem Ensemble zum Konzert, begleitet Tanzveranstaltungen und ist mit ihrer Trichtervioline immer wieder Gast in Fernsehshows und Galaveranstaltungen.
Am 5. Mai tritt das Odeon Tanzorchester unter dem Motto „Leben pur“ im Bürgerhaus in Garching am Rathausplatz 3 auf. Beginn des Konzerts ist um 20.00 Uhr

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Sissi Gossner: Mein Volksschullehrer hat die ersten Weichen gestellt: es gab die unterschiedlichsten Musikgruppen und Chöre an der Schule und ich durfte einfach überall mitmachen. Auch die Zeit im Schulorchester und meine Lehrer im Studium haben mich sehr beeinflusst, vor allem der wunderbare Urs Stiehler und auch Kurt Maas. Und als ich in dem von der Schule veranstalteten Tanzkurs die Musik von Hugo Strasser hörte, war ich total von seiner Big Band begeistert und hätte mir nicht im Traum einfallen lassen, dass ich mal mit diesen wunderbaren Musikern zusammen Musik machen dürfte. Als ich dann Musik vom Pasadena Roof Orchester hörte und die berühmten Bands der Swingära, hatte ich “meine Musik” gefunden, die einfach genau zu mir passt.
 
KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
SG: Dass viele super Musiker diese Art von Musik machen können und wir viele Menschen mit unserer Musik berühren.
 
KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
SG: Was mich total nervt ist Unzuverlässigkeit und dass in den meisten anderen Berufen für eine ähnlich hohe Qualität ein mehrfaches an “Gage” bezahlt wird.
 
KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
SG: Dass es viele junge Menschen auf der ganzen Welt gibt, die sich für eine friedlichere und “bessere” Welt einsetzen und sich auch durch massive Bedrohung nicht einschüchtern lassen.
 
KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
SG: Wenn die ganze Band, das ganze Orchester, zusammen einen “Flow” erlebt und alles passt. Und wenn ich zusammen mit den Musikern des Mittenwalder Jugendorchesters (auch mit den ganz Kleinen 5-jährigen) “echte” Musik machen kann.
 
KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
SG: Außer der Musik, die ich eh mache, gefällt mir vieles: zB Klassik, Musical, Operette oder auch mal echte bayrische Musik.
 
KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
SG: Das ist egal, Hauptsache gute Musik.
 
KK: Was lesen Sie momentan?
SG: Eine Biographie über Maria Callas.
 
KK: Was ärgert Sie maßlos?
SG: Ungerechtigkeit.
 
KK: Was freut Sie ungemein?
SG: Dass man sich beim Musik machen auch ohne Worte und über Landesgrenzen hinaus super versteht.
 
KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
SG: Da ich auch gerne Schreiner geworden wäre, habe ich schon alles mögliche selbst gezimmert. Von Regalen, bis Sofa und Tisch ...
 
KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
SG: Ullrich Tukur finde ich generell wahnsinnig gut und die Filme von Ginger Rogers und Fred Astaire finde ich bezaubernd. Ein/e Schauspieler/-in in einem speziellen Film fällt mir gerade nicht ein.
 
KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
SG: Wenn man es nicht negativ benutzen könnte, würde ich gerne meine Musiker “klonen” können, dann hätte ich immer Ersatz, wenn einer mal ausfällt..., oder dass man sich irgendwohin beamen lassen kann, wie bei “bezaubernde Jeannie” damals.
 
KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
SG: Als Einzelkämpfer empfinde ich mich zu hause beim Organisieren, aber beim Musik machen ist man natürlich ein Team.
 
KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
SG: Morgens im Bett, wenn ich in Ruhe ausschlafen kann.
 
KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
SG: Meistens irgendwas mit Musik.
 
KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
SG: Als erstes würde ich ändern, dass ich nicht nur einen Tag Staatsminister wäre, sondern so lange, bis ich darauf Einfluss hätte, dass das ”Geld” auf der Welt gerechter verteilt wird. Müsste also wahrscheinlich ewig dort arbeiten ...
 
KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
SG: “Nicht ohne meine Musik”
 
KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
SG: Wenn man die jetzige Welt so betrachtet eher gruselig, aber ich hoffe, dass sich die Menschen mit Verstand und Herz nicht unterkriegen lassen.
 
 
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Freitag 20.04.2018
Marie Reiners – Irre teuer essen gehen
Marie Reiners stammt aus Mönchengladbach-Rheydt. Nach eigenen Angaben hat sie schon mit vier Jahren begonnen zu lesen und bald schon wenig „altersgerechtes“. Nach dem Studium von Jura, Germanistik und Theaterwissenschaften, ist sie seit fast drei Jahrzehnten als Fernsehautorin tätig. Arbeitete für Shows (Alles Nichts Oder u.a.) und Sitcoms (Lukas u.a.) und schrieb Drehbücher für verschiedene Serien (Die Sitte, Die Rosenheimcops, Mord mit Aussicht u.a.). In diesem Frühjahr erschien im Fischer-Verlag ihr erster Roman: „Frauen, die Bärbel heißen“.
Am Montag, 23. April wird Marie Reiners in der Stadtbibliothek in der Aumühle in Fürstenfeldbruck in der Bullachstraße 26 um 20.00 Uhr ihr Debüt vorstellen.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Marie Reiners: Die Reflexion über die Menschen und Erlebnisse, die mein Leben positiv oder negativ beeinflusst haben. Aber auch all die Bücher, die ich gelesen habe, und das waren sicher einige tausend. Sie haben mich seit jüngster Kindheit inspiriert und mir einen Blick in unterschiedlichste Welten verschafft. Auch wenn ich Gelesenes in der Regel sofort wieder vergesse, weil ich so viel davon konsumiere, setzt es sich doch als eine Art kreativer Humus im Unterbewussten ab, das hoffe ich jedenfalls. 

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
MR: Mein einziger Anspruch ist es, gut zu unterhalten, egal wen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
MR: Mit dem Klassiker jedes schreibenden Menschen – mir fällt nichts ein. Oder aber ich schlage mich mit meiner Faulheit herum. Oder Variante drei, beim Drehbuch gern genommen – der Sender und/oder wer anders, der was zu sagen hat, redet mir rein und das m.E. nicht sonderlich qualifiziert.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
MR: Ganz aktuell die Lesungen aus „Frauen, die Bärbel heißen“. Als Drehbuchautorin bleibe ich normalerweise (und auch sehr gern) im Hintergrund, und das schlussendliche Ergebnis, also der Film, basiert auf Teamarbeit und die Qualität hängt von vielen Gewerken, Regie, Kamera, Schauspiel etc. ab.
Jetzt habe ich zum ersten Mal auf einer Bühne vor vielen Menschen gestanden und war allein verantwortlich für das, was ich präsentierte und das war ein sehr ungewohntes, anstrengendes, aber auch gutes Gefühl.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
MR: Wenn ich die perfekte Formulierung für einen neuen Gedanken gefunden habe. Oder wenn meine Figuren plötzlich so aberwitzig reagieren, dass ich selbst lachen muss.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
MR: Klar höre ich Musik. Ziemlich querbeet dank Spotify, aber am liebsten lateinamerikanischen Jazz, alten Soul (Chi-Lites u.ä.) oder klassisches Piano. An den Goldbergvariationen von Glenn Gould werde ich mich z.B. niemals satthören.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
MR: Weder noch. Gehört für mich beides eher der Vergangenheit an, ich streame am liebsten.

KK: Was lesen Sie momentan?
MR: Ich lese und höre z.Zt. mehrere Bücher gleichzeitig. Elena Ferrante, vierter Band der Neapelsaga, Fred Vargas „Die Nacht des Zorns“, Karin Alvtegen „Schatten“ und Haruki Murakami „Die Ermordung des Commendatore“.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
MR: Ignoranz, die sich aus Dummheit speist. Und zu warten.

KK: Was freut Sie ungemein?
MR: Einen Parkplatz direkt vor dem Lieblingsrestaurant zu ergattern, obwohl eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Oder ein really-good-hair-day. Oder unerwartetes Lob von Fremden.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
MR: Leider ja. Und zwar einen Kimono. Und feststellen müssen, dass ich dafür gänzlich unbegabt bin und es definitiv lassen sollte, wenn ich nicht eingesperrt werden will.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
MR: Immer wieder aufs Neue von Donald Sutherland in „Wenn die Gondeln Trauer tragen“. Sigourney Weaver in fast all ihren Filmen. Suranne Jones in Dr. Foster. ALLE Darsteller in „Six feet under“. Sarah Lancashire in „Happy Valley“. Und viele mehr...

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
MR: Jede Menge. Zum Beispiel einen E-Roller, der nicht mehr als ein Kilo wiegt und in jede Handtasche passt. Eine automatische Traumaufzeichnungsmaschine. Ein winziges Implantat bevorzugt im Ohrläppchen, das es ermöglicht, alle Sprachen zu sprechen und zu verstehen, vor allem aber die der Hunde.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
MR: Ich bin Einzelkämpferin, wiewohl ich es auch geliebt habe, im Team zu arbeiten, aber dazu ergab sich seit der Sitcom „Lukas“ – also seit Ende der Neunziger – leider nicht mehr die Gelegenheit.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
MR: Beim Autofahren oder beim Hundespaziergang oder beim Lesen oder im Halbschlaf.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
MR: Ich surfe eigentlich ständig im Netz. Regelmäßig alle Branchendienste wie DWDL, Übermedien, auch Literaturblogs, Kochblogs, Reiseblogs. Und ich liebe Podcasts, z.B. Herrengedeck oder WDR ZeitZeichen oder Fest und Flauschig.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
MR: Erstmal würde ich irre teuer essen gehen mit all den hochwichtigen anderen Beamten und sie dann selbst bezahlen lassen und dann würde ich sofort mehr Geld für junge Kreative und auch für freie Bühnen bewilligen.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
MR: Ich hab mich voll und ganz der Fiktion verschrieben. Ein Buch über mich selbst würde mich langweilen. Und andere erst recht.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
MR: Natürlich rosarot. Die Musik spielt eh nur in der Gegenwart.
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Sonntag 15.04.2018
Ela Marion – Eine Wärmflasche in Hosenform
Ela Marion beschäftigt sich schon seit ihrer Kindheit mit Musik. Sie spielte früh verschiedene Instrumente und studierte folgerichtig am Richard Strauss Konservatorium München Jazz-Piano. Da ihre heimliche Liebe schon immer dem Gesang gehörte, schulte sie nebenher ihre Stimme. 2015 veröffentlichte die Olchingerin ihr Debüt-Album „All About Love“. „ …  sie verfügt über einen beachtlichen Tonumfang, ihre Stimme klingt mal wild-drängend, dann wieder zart wie ein Windhauch. Wie ausdrucksstark diese Stimme ist, hört man vor allem, wenn sie Standards und Evergreens wie „Summertime“, „Blue Moon“ und „Hit the Road, Jack!“, schrieb die Süddeutsche Zeitung anlässlich eines Konzertes.
Am 20. April tritt Michaela Schwab, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach (KOM) in Olching, Hauptstraße 68 auf. Beginn des Konzertes ist 20.00 Uhr.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Ela Marion: Meine Eltern: Sie haben immer gefördert, daß ich viel Zeit mit der Musik verbringe. Der Zugang zu Instrumenten war immer gegeben d.h seitdem ich mich erinnern kann waren   Klavier, Gitarre, Flöte, Akkordeon  im Haus. Natürlich wurde auch gemeinsam gesungen.
Ich hatte in meiner Kindheit und Jugend viel mit meiner Schüchternheit zu kämpfen. Das Musikmachen hat mich selbstbewußter und extrovertierter gemacht.
Diese positive Erfahrung hat mich natürlich immer wieder zurück zu den Instrumenten gezogen.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
EM: Ich möchte die Menschen mit meiner Musik bei meinen Konzerten berühren, ihnen Energie und Lebensfreude schenken, sie für kurze Zeit dem Alltag entreißen. Meine Songs erzählen Geschichten, die wir alle erleben. Also sehe ich mich als eine Art Sprachrohr. Meine Musik spiegelt Gefühle, die wir alle kennen.
In ein paar Jahren möchte ich bei den Konzerten Geld sammeln, um bedürftigen und traumatisierten Kindern einen kostenlosen Zugang zum Musizieren zu ermöglichen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
EM: Dem Überangebot an interessanten Künstlern und dadurch erschwerten Zugang zu Engagements an Kulturhäusern. Einem Ungleichgewicht von Einnahmen durch Ticketverkauf und   notwendigen Ausgaben für die Konzertbewerbung. Die Bürokratie in Deutschland - der Zeitaufwand, Genehmigungen einzuholen.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
EM: Die Erlebnisse mit den Instrumenten, mit der Musik beeindrucken mich täglich. Das macht süchtig.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
EM: Ganz klar das Wachstum an den Instrumenten. Das schüttet Glückshormone aus ebenso, wenn man einen neuen Song geschrieben hat.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
EM: Ich liebe es, Funk Musik zu hören und dazu zu tanzen. Momentan die CDs der Münchner Band Organ Explosion.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
EM: Beides.

KK: Was lesen Sie momentan?
EM: Ich möchte mir „Frühstück bei Tiffany“ auf französisch besorgen. Das würde ich gerne lesen. Ich liebe Liebeskomödien.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
EM: Wenn meine Konzertwerbung auf der Straße zerstört, überklebt oder entfernt wird.

KK: Was freut Sie ungemein?
EM: Jedes positive Feedback der Menschen zu meinem Debüt-Album „All about love“ oder einem Konzert von mir.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
EM: Kleider zu nähen wäre eine tolle Sache, aber die Zeit fehlt.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
EM: Emma Thompson. Sie hatte am Anfang ihrer Karriere einen großen Misserfolg, ist aufgestanden und hat weitergemacht. Heute ist sie unglaublich bekannt durch ihre Erfolge als Schauspielerin und Drehbuchautorin. Ich mag ihre Bescheidenheit.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
EM: Für alle von Schmerzen geplagten Frauen: Eine Wärmflasche in Hosenform zum Anziehen.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
EM: Ich stehe zwar alleine auf der Bühne aber ohne die wunderbaren Menschen, die mich täglich unterstützen wäre das nicht möglich. Ich denke man kann nur als Team was erreichen.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
EM: Beim Musizieren in meinem Übungsraum, im Urlaub, auf dem Fahrrad, im Auto

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
EM: Ich bekenne mich – ich liebe Klatsch und Tratsch, Promi-News. Da kann ich wunderbar abschalten.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
EM: Ich würde für Musiker, die selbst Konzerte organisieren, sämtliche Plakatier-Verbote aufheben.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
EM: Meine Droge: Musik

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
EM: Bunt! Voller Überraschungen!
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Samstag 07.04.2018
Matthias Bublath - Viel zu viele Kabel
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Fotos: Zach Smith
Matthias Bublath ist Pianist und Organist. Er komponiert und arrangiert, tritt als Solist auf und schreibt gerade das Programm für ein Big Band Projekt. Der Münchner lebte sieben Jahre in den USA und hat während dieser Zeit in New York seine vielleicht stärksten Erfahrungen gesammelt. Konzertreisen führten ihn unter anderem nach Montreux, Johannesburg und Osaka. Sein Album „Time And Changes“ nahm er in New Orleans auf.
Am Samstag, 14. April tritt Matthias Bublath um 19.30 Uhr im Weßlinger Pfarrstadl Am Kreuzberg 3 auf. Und am 20. April spielt der Pianist im Duo mit dem Geiger Max Grosch um 19.30 Uhr im Schloss Kempfenhausen.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Matthias Bublath: Musikalisch wurde ich in meiner Kindheit und Jugend sehr vom Blues und Boogie Woogie Piano beeinflusst. Erst sehr viel später kam der Jazz hinzu. Meine Jahre in den USA und der New Yorker Jazzszene waren extrem wichtig, da ich dort mit Bands aller erdenklichen Stilrichtungen auftreten konnte. 
 
KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
MB: Mit meiner Musik möchte ich ein breites Publikum erreichen.
 
KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
MB:
Organisatorische Dinge, wie Flugtickets für meine Bands buchen, Verträge aushandeln etc..
 
KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
MB: Meine vorletzte CD habe ich in New Orleans aufgenommen, und habe dies mit einer größeren Reise verbunden. Dabei habe ich viele Menschen getroffen, Zeit in der Natur verbracht und die Sümpfe von Louisiana kennengelernt.  Dabei wird einem klar, warum die Musik in New Orleans so klingt und groovt. Nach Reisen bin ich immer besonders inspiriert.
 
KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
MB: Eigentlich gefällt mir alles, komponieren, arrangieren, üben. Besonders auch die Zusammenarbeit mit Schülern und Studenten bei meinen regelmässigen Workshops. Am schönsten ist es natürlich, wenn die Musik bei einem Liveauftritt endlich lebendig wird!
 
KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
MB: Ich höre eigentlich fast alles. Neben Jazz, Funk, Soul, Pop, Gospel, Latin und Worldmusic auch in letzter Zeit sehr viel klassische Musik. Ich spiele wieder sehr viel Klassik, mal sehen wohin das führt.
 
KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
MB: Ich bin ein Hifi Freak, daher müsste ich wegen der Qualität eigentlich hauptsächlich Vinyl hören - habe aber leider zu wenig davon. Deswegen sind es vor allem CD’s. Ich bin aber kein Plattensammler.
Meine Sammelleidenschaft beschränkt sich vor allem auf alte Tasteninstrumente wie Fender Rhodes, Wurlitzer, Clavinet Moog Synthesizer, Hammondorgeln etc..
 
KK: Was lesen Sie momentan?
MB: Der Roman ”Glaubst du dass es Liebe war?” von Alex Capus. Ein sehr unterhaltsames Buch.
 
KK: Was ärgert Sie maßlos?
MB: Rücksichtslosigkeit.
 
KK: Was freut Sie ungemein?
MB: Ich lerne gerne neben dem Klavier und der Hammondorgel (meinen beiden Hauptinstrumenten) leidenschaftlich gerne weitere Instrumente:  In den letzten Jahren waren das vorwiegend Bass, Gitarre und Schlagzeug. Seit kurzem habe ich eine chromatische Mundharmonika und versuche mich daran. Toots Thielemans ist mein grosses Vorbild!
 
KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
MB: Ich habe in meiner Jugend Hifi Boxen selbst gebaut…einige davon besitze ich heute noch.
 
KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
MB: Ich mag die Filme von Josef Bierbichler und Josef Hader.
 
KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
MB: Einen Ersatz für Klinkenkabel und Stecker. In manchen Bands spiele ich mehrere Keyboards (teilweise 3-4 mit Effektgeräten) und es sind dann für meinen Geschmack viel zu viele Kabel auf der Bühne!
 
KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
MB: Als Bandmusiker natürlich Teamplayer!
 
KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
MB: Morgens nach dem Aufstehen oder am sehr späten Abend. Oft auch beim Sport z.b. beim Fahrradfahren oder Langlaufen.
 
KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
MB: Manchmal die Hammondorgel Blogs – da es mit diesen alten Instrumenten oft technische Probleme gibt. Auf Youtube schaue ich gerne alte Konzertmitschnitte von Rubinstein oder Horovitz – meinen beiden Lieblingspianisten
 
KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
MB: Mehr Jazzclubs und Auftrittsmöglichkeiten für Jazzmusiker.
 
KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
MB: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht, frühestens in 30 Jahren – oder auch gar nicht!
 
KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
MB: Schwer zu sagen, da momentan soviel passiert. Musikalisch kann ich’s genauer sagen: Ich konzentriere mich momentan auf mein Solo Projekt und meine 17 köpfige “Eight Cylinder Bigband” für die ich in letzter Zeit sehr viel komponiert habe.
Autor: Siehe Artikel
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