Blickpunkt:
Interview
Interview
Im Blickpunkt - Portraits werden Persönlichkeiten vorgestellt, die auf unterschiedlichste Weise das kulturelle Leben gestalten und bereichern - dabei oftweit über die Landesgrenze hinaus wirkend. Grundlage für diese Portraits ist ein Fragebogen.
Inhaltsverzeichnis
Andrea Pancur – Die Zukunft passiert sekündlich

7

Sandro Roy – Guter Netzempfang für etwas abgelegene Orte

8

Marialy Pacheco - Wie eine Rose blühen zu sehen

9

Sven Faller – Team! Team! Team!

10

Jenny Evans – Nichts auf später verschieben

11

Erika Stucky - Meine Babysitterinnen kamen aus Kathmandu

12

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Montag 26.06.2017
Andrea Pancur – Die Zukunft passiert sekündlich
Andrea Pancur spielt Klezmer. Genauer: Alpenklezmer. So nennt sie auch ihr neustes Programm. „Da werden Gebirgsjodler zu Nigunim, fröhliche Tänze treffen auf melancholische Weisen, oder ein israelisches Lied, das einst als schmissiger Schlager kursierte, erfährt eine Wandlung ins Intime“, meint ein Veranstalter. Auf jeden Fall spannt die Münchner Sängerin, über die die Süddeutsche Zeitung schreibt, sie wäre eine „Garantin für tiefschürfende Programme”, mit ihrer Band einen weiten musikalischen Bogen. Alpenklezmer erhielten 2014 den deutschen WELTMUSIKPREIS und gastieren am 28. Juli im Olchinger KOM (Kulturwerkstatt Olching am Mühlbach) in der Hauptstraße 68.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Andrea Pancur: Bestimmung, Glück und Pech, kluge und dumme Entscheidungen, Lebenserfahrung und Naivität.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
AP: In erster Linie meine Mitmusiker*innen.  Ich denke, nur, wenn wir gemeinsam beim Musizieren unsere Egos aufgeben und uns der Musik unterordnen, entsteht Kunst. Dieses gemeinsame „Schwingen“ überträgt sich aufs Publikum, für das wir natürlich auch spielen. Aber die einzelnen Menschen im  Publikum erleben nur dann einen guten Konzertabend, wenn wir Musiker uns auf der Bühne gegenseitig erreichen und eine Einheit bilden.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
AP: Stundenlange Autofahrten bei jedem Wetter, Steuerwahnsinn, Booking, das Hundebetreuungssystem für meinen Hund aktivieren, Gagenverhandlungen, dem eigenen Ehrgeiz standhalten, Geld für Projekte auftreiben.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
AP: Das Können meines Automechanikers, mein Auto immer wieder auf Trab zu bringen.
Die Bereitschaft meiner Eltern, mein chaotisches Leben trotz ihres äußerst strukturierten Alltags zu akzeptieren. Das Schnarchpotential meines Hundes. Die Fähigkeit meiner verstorbenen Freundin und Kollegin, der Berliner Akkordeonistin Franka Lampe, mich über ihren Tod hinaus im Alltag und im Beruf zu inspirieren.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
AP: Wenn alle Musiker beim Musizieren ihr Ego aufgeben und aus Handwerk Kunst entsteht. Das sind magische Momente, die nicht herbei geprobt werden können und denen eine sehr schöne Leichtigkeit innewohnt. In diesen Momenten werden die Künstler auf der Bühne zusammen mit dem Publikum eine Einheit – und alle bemerken diesen Moment, der genauso nie mehr wiederholbar ist. Das hat einen nicht zu unterschätzenden Suchtfaktor. Erzwingen geht nicht, so was ergibt sich. Es gibt Tricks wie man an diesen Punkt kommt und doch ist es bei jedem Konzert eine neue Herausforderung an das Vertrauen zum eigenen Können und an das Vertrauen der Kollegen untereinander.
Das gemeinsame Abhängen nach dem Konzert.
Ein schönes Konzertangebot mit fairen Gagen für die Kollegen erfolgreich verhandelt zu haben.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
AP: Ich höre alles, von Grunge und Punk bis zu Klassik aller Epochen, elektronische Musik, Schlager, Freie Impro und Liedermacher/Singer-Song-Writer jeglicher Sorte. Jede Musik hat Wahrheiten zu bieten, die zu entdecken es sich lohnt.
Eine besondere Vorliebe habe ich für historische, musikethnologische Feldaufnahmen.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
AP: CD und digital. Ich würde gerne mehr Vinyl hören, habe aber keinen Plattenspieler mehr und in einem Anfall von geistiger Umnachtung meine gesamte LP – Sammlung auf dem Flohmarkt verkauft.

KK: Was lesen Sie momentan?
AP: Maja Haderlap „Engel des Vergessens“.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
AP: Fehlende Ästhetik bei Umgangsformen, also: Unhöflichkeit und damit einhergehend mangelnder Respekt für das Gegenüber.
Damit zusammenhängend, und vermutlich in die „Langweilig-bäh-ist-das-langweilig-Kerbe“ schlagend: Der männliche Schulterschluss. Mittlerweile bin ich in der glücklichen Lage, dass ich stellvertretend für meine Kollegen behaupte, sie sind emanzipierte  Männer, die durchaus als Nebensächlichkeit registrieren, dass ich weiblich bin. Das hat aber auf die gemeinsame Arbeit keinen Einfluss.

KK: Was freut Sie ungemein?
AP: Kleine, unvorhergesehene Aufmerksamkeiten.
Der tägliche Spaziergang mit meinem Hund.
Die Zusammenarbeit mit den Kollegen.
Sinnfreies, gemeinsames Vorsichhinblödeln.
Vor der Arbeitswelle schwimmen und nicht hinter ihr herhecheln.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
AP: Ja. Sowohl als auch.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
AP: Sandra Hüller und Meryl Streep. In allen  ihren Filmen. Die beiden sind von einem anderen Stern.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
AP: Eine Lesebrille, die schick – wie ein modisches Accessoire -  aussieht, wenn ich sie in die Haare hochschiebe wie eine Sonnenbrille, und die genauso schick aussieht, wenn ich sie auf der Nase habe.
Ein Dings, das alles, was man sucht (Socken, Brille, die richtige Kleidungskombination, Schlüssel, kreative Ideen, Hundeleckerlis, Rechnungen, Verträge, Emails) sofort an den ersten Ort bringt, an dem ich suche. Ich finde meine Sachen immer erst am letzten Ort.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
AP: Mit meinem künstlerischen Fragen: Einzelkämpferin. Die Entscheidung, wann ich was warum so oder so mache, treffe ich alleine.
Im Bandkontext mit allem Drum und Dran: Teamplayerin.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
AP: Beim Nichtstun in der tiefsten, vermeintlich ödesten, Langeweile. In Krisenzeiten. Tja.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
AP: Regelmäßig: Facebook.
Hin und wieder: http://www.dancilla.com/wiki/index.php/Folkloret%C3%A4nze und http://www.klezmershack.com/

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
AP: Als Staatsministerin für Kultur würde ich allen Künstler*innen 2000 ¤ monatlich zur freien Verfügung stellen. Die Kunst ist da, sie muss nur finanziert werden.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
AP: Wo ist der Autoschlüssel und warum macht mein Hund nicht, das, was er soll?

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
AP: Ich habe keine individuelle Vorstellung von der Zukunft. Die Zukunft passiert sekündlich von alleine.
Global versuche ich, nicht nachzudenken. Es steht nicht gut um die Erde, die uns jeden Moment um die Ohren fliegen kann. Oder eben auch nicht. Geschichtliche Großereignisse lassen sich weder in die eine, noch in die andere Richtung vorhersagen. Ich maße mir nicht an, dass ich wirklich etwas zum Erhalt der Welt beitragen kann, denn ich denke, dass die Entscheidungen an ganz anderer Stelle getroffen werden als in Konzertsälen. Dennoch hoffe ich, dass die Botschaft meiner Musik, nämlich die zerbrechliche Schönheit des Lebens zu feiern, verstanden wird und im besten Fall tatsächlich etwas bewirkt. 

(Foto Credits: bauerwerner.com)
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Sonntag 11.06.2017
Sandro Roy – Guter Netzempfang für etwas abgelegene Orte
Sandro Roy hat mit seinem vor zwei Jahren veröffentlichten Album „Where I Come From“ für wahre Begeisterungsstürme gesorgt. „Großartiger Start eines Supertalents“ schrieb der Spiegel und hier auf KultKomplott war über den Geiger damals zu lesen: „Er ist unglaublich schnell und virtuos und verliert auch in den Hochgeschwindigkeitspassagen nie die emotionale Tiefe. Hier ist einer längst aus den „Flegeljahren“ heraus (wenn er denn je „drin“ war).“
1994 als jüngstes Mitglied einer Sinti Familie in Augsburg geboren, wurde ihm die Musik schon in die Wiege gelegt. Sein Großonkel Joseph Roy war Tutti Geiger bei den Wiener Philarmonikern. Sandro begann mit sieben Jahren das Streichinstrument zu spielen. Heute spielt er gleichermaßen Klassik und Jazz, so beim Rheingau Musik Festival, bei Deutsches Mozartfest Augsburg (als Solist mit dem Augsburger Kammerorchester und dem Mozart A-Dur Violinkonzert), beim St. Ingbert International Jazzfestival an der Seite von Bireli Lagrene und Roby Lakatos, beim Elbinsel Gypsy Festival Hamburg und beim Festival „Django in June“ in Northampton. Mittlerweile arbeitet der mit Preisen überhäufte Sandro Roy an seinem zweiten Album, das im September erscheinen wird.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Sandro Roy: Familie, Fleiß und Liebe zur Musik.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
SR: Ich möchte erreichen, dass man noch nach meinem Ableben von mir als Musiker spricht, so bleibt man ewig am Leben.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
SR: Bürokratie und Organisation bestimmen meinen Alltag und machen es mir nicht immer leicht. Das eigentliche "Konzert spielen" ist das einfachste an meinem Beruf.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
SR: Meine Reise nach Paris für die Produktion meines zweiten, bald erscheinenden Albums mit dem Jermaine Landsberger Trio, Marcel Löffler und Stargast Roby Lakatos.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
SR: Die schönsten Momente meiner Arbeit sind die, wo das Publikum mit voller Aufmerksamkeit zuhört und die Band motiviert ist, dies gibt eine besondere Atmosphäre und man spielt noch viel besser als sonst.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
SR: Ich höre ständig Musik, meistens Jazz & Klassik, aber auch jazzverwandte Musik wie RnB oder Hip Hop. Meistgehörte Interpreten sind Chick Corea, Keith Jarrett, Anne-Sophie Mutter.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
SR: Ausschließlich CD oder Digital

KK: Was lesen Sie momentan?
SR: Momentan lese ich zahlreiche Bücher des legendären Violinpädagogen Carl Flesch, um meine Bachelor Arbeit zu vervollständigen.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
SR: Wenn jemand schlechte Stimmung verbreitet, das kann ich nicht gebrauchen.

KK: Was freut Sie ungemein?
SR: Wenn jemand seine Arbeit gut macht und unkompliziert dabei ist.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
SR: Nein, bislang noch nicht.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt? 
SR: Adam Sandler und Steven Segal, weil sie mit ihrem Können und Natürlichkeit immer hochpräsent und interessant bleiben in ihren Rollen.
 
KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt? 
SR: Ich würde mir guten Netzempfang für etwas abgelegene Orte wünschen.
       
KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
SR: Eine Mischung aus beidem.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
SR: Dann wenn ich mit etwas völlig anderem beschäftigt bin.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
SR: Facebook, das deckt so ziemlich alles ab was ich für den Tag wissen muss.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären? 
SR: Ich würde es verbieten, renommierte Orchester mit langer Tradition aufzulösen und würde den Etat für Subventionen für Kultur erhöhen, anstatt ihn zu senken.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
SR: Mein Sinn des Lebens.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
SR: Ewig jung bleiben und ein entspanntes, zufriedenes Leben mit Familie und weiterhin viel Musik natürlich
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Montag 15.05.2017
Marialy Pacheco - Wie eine Rose blühen zu sehen
Marialy Pacheco ist eine der ganz großen Klavierspielerinnen unserer Zeit. Geboren und aufgewachsen in Kuba hat die klassische Musik streng ihren Alltag reglementiert. Dann bekam sie von ihrer Tante Keith Jarretts „Köln Concert“ geschenkt und sie entdeckte eine völlig neue musikalische Welt. „Ich wusste zwar nicht, was er da macht und wie er das macht, mir war nur klar: So will ich auch spielen“, sagte sie kürzlich in einem Interview. Und so tauchte sie begeistert in die Welt des Jazz ein. Chucho Valdez, der Übervater des Cuban Jazz, bezeichnete sie als eine der größten Hoffnungen unter den jungen Klaviertalenten. Jetzt, 34jährig, legt sie mit „Duets“ (Neuklang) ein neues Album vor, das zeigt, dass sie nicht nur klar, temperamentvoll und virtuos spielt, sondern dass sich Marialy Pacheco auch auf musikalische Partner einzulassen versteht. Omar Sosa, Hamilton de Holanda, Miguel Zenon, Rhani Krija und Max Mutzke haben die Ehre, mit ihr gemeinsam zu spielen. Mit Joo Kraus war sie vor gut eineinhalb Jahren zu Gast in Fürstenfeld. Damals schrieb die SZ: „Kaum am Instrument, war sie schon mittendrin in der Kompositionen, verzögerte das Tempo nach Belieben, verlustierte sich in den ungeraden rhythmischen Metren und improvisierte voll überschäumender Lebenslust.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Marialy Pacheco: Drei Dinge waren ausschlaggebend in meinem Leben: Meine Familie, die Tatsache, dass ich in Cuba geboren bin und dass ich Kuba im Alter von 21 Jahren verlassen habe. Diese drei Faktoren zusammen haben die Person und die Musikerin gemacht, die ich heute bin. Aber ich lerne und wachse immer noch. Es ist ein ewiger Prozess. Meine Art zu spielen wäre eine andere, wäre ich keine Kubanerin und hätte ich nicht die Unterstützung von meiner Familie in der Kindheit bekommen, aber die Art wie ich spiele hängt auch mit meiner über zehnjährigen Zeit in Europa zusammen.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
MP: Als Mensch und als Musiker möchte ich das Bestmögliche geben.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
MP: Missgeschicke gehören zum Musikgeschäft und man muss zuversichtlich sein, an sich selber
glauben und lieben, was man tut, um damit jeden Tag aufs Neue umzugehen. Als Jazz Pianistin, in
einer Welt, in der 90 Prozent der Jazz Pianisten Männer sind, musst du stark sein und deine eigene musikalische Qualität für sich sprechen lassen. Es ist essentiell hart an dir zu arbeiten und alles zu geben für das, was du machst, so, dass deine Fähigkeiten nicht in Frage gestellt werden. Jeden Tag werde ich mit Klischees konfrontiert, besonders weil ich eine Lateinamerikanierin, eine Frau und eine Pianistin bin. Die Menschen meinen, ich müsste doch singen, tanzen, auf eine Art und Weise  aussehen, auf eine Art und Weise spielen, und es erschöpft mich, immer aufs Neue gegen dieses Denkmuster anzukämpfen.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
MP: Die Aufnahme meines Albums DUETS war eines der schönsten Erfahrungen dieses Jahres für mich. Ich hatte die Gelegenheit mit Künstlern aufzunehmen, die ich immer bewundert habe und deren Musik in einer besonderen Art und Weise spricht. Als wir die Aufnahmen beendet hatten und ich nach Hause kam, fühlte ich Wehmut. Ich wollte zurück zu diesem Moment und dort für ewig sein.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
MP: Neue Musik zu machen ist das unglaublichste Gefühl im Universum. Der gesamte Prozess. Es ist wie eine Rose blühen zu sehen. Auf der Bühne zu stehen ist ebenfalls magisch. Nichts ist vergleichbar mit dem Gefühl, einen ausverkauften Konzertsaal zu betreten und das Klavier zu sehen, wie es in der Mitte der Bühne auf dich wartet. Unbeschreiblich.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
MP: Das ist schwer zu sagen. Ich mag gute Musik, egal welche Art. Ich habe mir die gesamte Ausgabe von Beethovens Symphonien gekauft, gespielt vom Londoner Philharmonica und ich bin im Moment wie davon besessen. Ich habe mir auch ein altes Album von Mary J. Blige gekauft, welches ich sehr liebe, und kürzlich habe ich oft Brad Mehldau’s „Highway Rider“ gehört. Es ist eines meiner Lieblingsalben.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
MP: Ich höre CD’s. Ich würde gern Vinyl hören, aber ich habe keinen Plattenspieler.

KK: Was lesen Sie momentan?
MP: “The God delusion” von Richard Dawkins

KK: Was ärgert Sie maßlos?
MP: Diskriminierung, Gewalt gegen Frauen und Kinder, Gewalt gegen Tiere, die Naturzerstörung und Machtmissbrauch.

KK: Was freut Sie ungemein?
MP: Überraschungen

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
MP: Noch nicht.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
MP: Leonardo DiCaprio „The Revenant" (Der Rückkehrer)

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
MP: Bequeme High Heels.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
MP: Einzelkämpfer.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
MP: Wenn ich reise.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
MP: Ich lese nicht viel im Internet.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
MP: Kostenlose Musikausbildung für alle.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
MP: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Wenn die Zeit da ist, werde ich darüber nachdenken.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
MP: Ich denke nicht über die Zukunft nach. Ich genieße die Gegenwart und bin dankbar für das, was ich habe und intensiv liebe und intensiv fühle. Jeden Tag.
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Samstag 15.04.2017
Sven Faller – Team! Team! Team!
Sven Faller ist Bassist. Ein vielbeschäftigter und heißbegehrter Bassist. Als idealer Begleiter von Sängerinnen (Jenny Evans, Stefanie Boltz, Lisa Wahlandt), Pianisten (Bob Degen, Walter Lang) und Gitarristen (Larry Coryell, Paulo Morello) hat er Publikum und Kritiker gleichermaßen beeindruckt. Egal ob in New York oder in Kirchschönbach. Auch solistisch ist er unterwegs. Zuletzt mit seinem Programm „Night Music“. Er spielt sein Instrument und liest autobiographische Texte. „Die Nacht als geheimnisvoller Seelenöffner“ - schreibt sein Label. Und Konstantin Wecker bescheinigt dem in der Pfalz geborenen: „Sven Faller ist ein grandioser Musiker, einfühlsam und kreativ – was für eine Bereicherung, ihn auch lesend zu hören! So lebendig, wie er „Die Irren“ spricht, bin ich sofort mittendrin im New Yorker Nachtleben. Das packt ganz unmittelbar. Menschen und Plätze tun sich vor dem inneren Auge auf. Ganz Gegenwart – ganz Sein“. Und Georg Ringsgwandl gibt in der ihm typischen Manier noch einen drauf: „Der Michael Jackson unter den deutschen Bassisten“.
Sven Faller ist mit seinem Trio (Bob Degen Klavier und Guido May Schlagzeug) am 21. April zu Gast im Landsberger Stadttheater.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Sven Faller: Ich habe Träume stets irgendwo in irgendwelchen Tiefen meines Hinterkopfes gehortet und es dem Schicksal überlassen, mir die dazu passenden Bälle irgendwann zuzuspielen.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
SF: Ich habe mich noch nie für ein Spezialisten-Publikum interessiert. Für meine Musik und Texte benötigt man weder Abitur noch eine besondere Schallplattensammlung. Ich habe immer Bock, Menschen aus allen Ecken der Republik zu begegnen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
SF: Steuererklärung, Stau und immer wieder: Stau. Ich verbringe viel mehr Zeit im Auto als auf der Bühne.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
SF: Mit Konstantin Wecker „Stirb ma ned weg“ mit acht Musikern ohne Probe direkt live im Studio aufzunehmen ohne dass irgendwas digital rumgefummelt wurde. Die Perfektion war erreicht, als alle im Raum die gleiche Gänsehaut hatten.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
SF: Nach hunderten Anrufen, Mails und Kilometern: Endlich auf der Bühne... .

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
SF: Ich höre immer alles durcheinander. Gestern im Auto: Johannes-Passion (Ostern kommt!), Billie Holiday, Gonzalo Rubalcaba (mit Pat Metheny und Charlie Haden) und schließlich Ed Sheeran.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
SF: Mp3 im Auto oder Hotel (90%) - daheim mal Vinyl, mal CD.

KK: Was lesen Sie momentan?
SF: „Das Mittelalter“ von Johannes Fried; „Deutschland: Erinnerungen einer Nation“ von Neil MacGregor. Ich bin Sachbuch-Junkie!

KK: Was ärgert Sie maßlos?
SF: Ich bin aus dem Alter raus, mich maßlos zu ärgern. Am meisten regt mich mein Rechner auf, wenn er mitten im Flow hängt. Aber wir versöhnen uns auch schnell wieder.

KK: Was freut Sie ungemein?
SF: Begegnungen mit Leuten, die ich ewig nicht gesehen habe und trotzdem alles nahtlos ans letzte Treffen anschließt.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
SF: In New York habe ich alle möglichen Möbelteile von der Straße für meine winzige Wohnung umgebaut und passend gemacht.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
SF: John Candy in "Planes, Trains & Automobiles“ inspiriert mich immer wieder.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
SF: Ich habe neulich mal den Farbfernseher erfunden - gabs leider schon... .

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
SF: Team! Team! Team! Selbst bei meinen Solo-Auftritten.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
SF: Wenn ich einfach blöd schaue oder „schildkrötel“ (Gerhard Polt), unter einem Baum liege und mir ein Apfel auf den Kopf fällt.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
SF: Jeden Samstag die Fussball-Ergebnisse auf Eurosport.de.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
SF: Ich würde mein Bank-Konto ausgleichen.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
SF: Ich arbeite gerade an einem Buch, das sehr autobiographisch ist, das „German Music“ heißen wird, da mir ein amerikanischer Freund in New York nach einem Konzert mit meiner Band sagte „I love your German Music!"

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
SF: Voller Überraschungen wie mein bisheriges Leben.
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Mittwoch 05.04.2017
Jenny Evans – Nichts auf später verschieben
Jenny Evans ist ein Allroundtalend! Aber an erster Stelle kommt, was Ihre Begabung und ihr Können betrifft, der Gesang. „Gäbe es in Deutschland etwas ähnliches wie einen nationalen Jazz-Poll, so würde Jenny Evans mit Sicherheit in der Sparte weiblicher Jazzgesang seit Jahren die vorderste Plätze belegen. Ihre Interpretation großer Songs der Jazzgeschichte besitzen Klasse“, war vor Jahren in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. Daran hat sich bis heute nichts geändert!
Geboren in der Nähe von London, studierte sie Lehramt und sang im Universitätschor und sammelte als Schauspielerin Bühnenerfahrung. Neben der Alten Musik wurde sie frühzeitig vom Virus des Jazz infiziert. In München gründete sie 1981 ihre erste (Jazz-) Band, eröffnete ihren eigenen Jazzclub (Jenny`s Place), drehte Fernsehfilme (Tatort), tourte durch Japan, Russland und viele europäische Hauptstädte. Rudi Martini, Schlagzeuger, PR-Manager bei WEA in Deutschland und Jennys Ehemann, produzierte einen Großteil ihrer Alben für das Münchner Enja Label.
Der Terminkalender ist bei Jenny derzeit randvoll. Sie leitet einen Chor-Workshop, probt für einen pointierten Abend mit Musik „Von Shakespeare bis BREXIT” und bereitet ihr neues Programm „Naked“ vor, das auch Teil ihres Auftritts am 13. April (Gründonnerstag) im Münchner Jazzclub Unterfahrt sein wird. Mit dabei: Felix Sapotnik, Philipp Stauber und Sven Faller.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Jenny Evans: Die Tatsache, dass meine Eltern mich geliebt haben aber auch, dass ich viele Freiheiten geniessen konnte. So bin ich zu dem geworden, was ich heute bin: stark, selbstbewusst mit einem Hang zur Risikobereitschaft und ein Hedonist, also eine Person, die das Leben genießen will.
 
KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
JE: Früher, dachte ich, ich sänge fürs Publikum. Jetzt weiß ich, dass ich für mich selbst und die Musiker singe. Beim singen, möchte ich aber die Menschen bewegen, zum Weinen, Lachen, Tanzen oder einfach zum Nachdenken bringen.
 
KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
JE: Dass eine anständige Gage bezahlt wird und dass meine Lieblingsmusiker Zeit mit mir zu spielen haben.
 
KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
JE: Zuerst 2015 der Tod meines Mannes, Rudi Martini, der alle meine CDs produzierte und als Agent für mich tätig war.
Dann dass ich genau vor einem Jahr mich in einen Mann verliebte, der aber nach vier Wochen mir sagte, er hätte einfach keine Zeit.
 
KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
JE: Wenn ich beim Singen selbst Gänsehaut krieg, wenn die musikalische Kommunikation auf der Bühne so perfekt ist, dass es einfach funktioniert. Das ist wie ein Orgasmus.
 
KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
JE: Ich höre viel Musik, viel E-Musik vor allem meine große Liebe den Frühbarock und Alte Musik. Dann Sänger und Bands, die mich beim ersten Hören begeistert haben.
 
KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
JE: CDs.
 
KK: Was lesen Sie momentan?
JE: Von Nicci French “Thursday’s Children” mit Frieda Klein, eine Psychiaterin, die bei der Therapie einer jungen Frau, die vergewaltigt worden ist, mit ihrer eigenen Geschichte konfrontiert wird.
 
KK: Was Ärgert Sie maßlos?
JE: Unzuverlässigkeit, z.B. wenn ein Handwerker nicht zum vereinbarten Termin kommt und aggressives Verhalten.
 
KK: Was freut Sie ungemein?
JE: Gutes Essen, gute Gespräche mit Freunden/Freundinnen, Lachen.
 
KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
JE: Ja, ich habe sehr viele Kleidungsstücke, Schmuck, Möbel, Gemälde gemacht.
 
KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
JE: Von Julie Christie und Donald Sutherland in dem Film “Don’t Look Now” (Wenn die Gondeln Trauer tragen)
 
KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
JE: Etwas, dass Gewalt und den Krieg verhindert.
 
KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
JE: Als Frontfrau bin ich natürlich Einzelkämpferin, also Leaderin, aber in der Band bin ich Teamplayer.
 
KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
JE: Im Bett kurz vorm Aufwachen. Ich muss aber sofort die Sachen aufschreiben, so dass ich mich noch daran erinnere.
 
KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
JE: Nur Facebook. Aber auch nicht intensiv
 
KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
JE: Dass mehr Geld für den Jazz ausgegeben wird. Er ist, ja, auch E-Musik
 
KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
JE: Gonna Live Till I Die. Also, das Leben jetzt ausgiebig leben und nichts auf später verschieben
 
KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
JE: Vor allem mein neues Projekt “Naked” mit meinem Singer-Songwriter-Programm präsentieren. Die Motivation war die Antwort von Frage 4. Ich singe eins der Lieder “Four Weeks” bei meinem Konzert am Gründonnerstag, 13. April im Jazzclub Unterfahrt
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Dienstag 21.03.2017
Erika Stucky - Meine Babysitterinnen kamen aus Kathmandu
Erika Stucky wurde auch schon einmal als "Die Anti-Heidi“ bezeichnet und in der ZEIT war zu lesen „Erika Stucky singt und erjodelt sich den Schweizer Blues wunderbar traurig ..“. Das klingt zugegeben ein wenig verrückt. Das ist sie aber auch, zumindest verrückt zu dem, was sich Mainstream nennt. Einmal gefragt, wer denn ihre musikalischen Helden wären, nannte sie so unterschiedliche Namen wie Frank Sinatra und Dean Martin, Frank Zappa, die Boss Buebe (eine Schweizer Volksmusikgruppe). Später arbeitete Erika Stucky mit Carla Bley und George Gruntz, mit Ray Anderson, der WDR Big Band und vielen anderen. Sie spielte Theater in Bochum und initiierte ein Woodstock- und ein Jimi Hendrix Projekt. „Erika Stucky scattet und schreit, schnattert, singt und gehört zur kleinen Riege von Schweizer Sängerinnen und Sängern, die das Jodeln vom Makel der Volkskultur befreit haben. Ihre Auftritte sind von unbekümmerter Originalität und gespickt mit skurrilen Einlagen“, schreibt die Badische Zeitung. Wie das im Original klingt? Am 2. April ist die Schweizerin zu Gast im Gautinger Bosco. „Lust auf die vielleicht großartigste musikalische Irritation seit Jahren?“ - dann nichts wie hin, ins Bosco.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Erika Stucky: nicht unerheblich war die zeit, in der ich kind bzw. teenie war. und das war tatsächlich ziemlich unterschiedlich! als kind (bis 9 jahren ) lebte die family stucky in san francisco. alles war bunt und möglich. voll in der flowerpower zeit. meine babysitterinnen kamen aus kathmandu zurück mit bimmelkettelchen um den hals und die greatful dead spielten neben meinem spielplatz im golden gate park -  teenie war ich dann im oberwallis in der schweiz. skilehrer und alphüttensongs waren dann mein alltag. das prägt!

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
E.St.: meine mitmusiker als erstes… dann wird der kreis grösser: die techniker hinter der scheibe - das publikum - die radiohörer …..
ich freu mich, wenn die sounds, die in der stube entstehen raus in die welt fliegen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
E.St.: büro krams - alles was nicht mit tönen und instrumenten zu tun hat, ist ablenkung. es brauchts auch - aber es lenkt vom eigentlichen musikmachen enorm ab. und wird immer mehr. inzwischen sind wir musiker auch techniker, journalisten und grafiker. modern times!!

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
E.St.: havanna und mexico city waren letztes jahr auf meinem tourplan. ich träum heute noch fast täglich von hausschlachtungen (die übrigens sehr konzentriert und fast zärtlich sind ) und frida kahlo.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
E.St.: wenn ich umringt von meinen musikern eine melodie anpacke und die dann dichter und wärmer und grösser wird. wenn sogar der saxophonist beim spielen lächelt.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
E.St.: ich bin ziemlich langweilig. ich hör immer wieder das gleiche nochmals anders: gestern im zug wars pink floyd, randy newman, und brandy butler…..

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
E.St.: 80% cd  10% mp3 und aiff   10% vinyl

KK: Was lesen Sie momentan?
E.St.: fleisch und blut (das leben des metzgers hans meister ) von susanna schwager. ich bereite mich auf mein nächstes projekt “papito” vor - mein vater war lebenslang metzger (was wohl auch die hausschlachtungs-träume erklärt.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
E.St.: kleinkinder, die aus langeweile und ohnmacht ihre eltern terrorisieren - die kinder können ja sowas von nix dafür, dass ihre erzieher so schwammig auf sie eingehen.

KK: Was freut Sie ungemein?
E.St.: gut erledigte projekte. das kann ein nachtessen sein, ein tanz, eine tour...

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
E.St.: mach ich ständig. kleider näh ich für jedes projekt - möbel bastle ich für die bühne, aus alten kleiderbügeln und tabourettli.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
E.St.: jeanne moreau in film und theater - meryl streep in die brücken am fluss -  penelope cruz in volver - selma hayek in frida… oh da gibts viele!!

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
E.St.: eine melodie, die hass beruhigt. vielleicht auch eine gegen ungeduld und überheblichkeit…

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
E.St.: ich denk ich kann beides ziimli guet. als bandleaderin musst aber auch ein toller einzelkämpfer sein.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
E.St.: beim vespafahren

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
E.St.: musikerwebseiten und dann klickt man sich automatisch weiter auf filmchen und blogs… meistens geht es um töne und melodien...

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
E.St.: ich würd sicher erstmal ein paar tage zuhören müssen. staatsminister für kultur. gott, ist das ein beruf??

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
E.St.: stucky

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
E.St.: next question please…
Autor: Siehe Artikel
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