Blickpunkt:
Interview
Interview
Im Blickpunkt - Portraits werden Persönlichkeiten vorgestellt, die auf unterschiedlichste Weise das kulturelle Leben gestalten und bereichern - dabei oftweit über die Landesgrenze hinaus wirkend. Grundlage für diese Portraits ist ein Fragebogen.
Inhaltsverzeichnis
The Wild Magnolia Mariachis - Happy Apocalypse

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Wolfgang Krebs – Bruno, der innere Schweinehund

26

Sissi Perlinger - Aber eigentlich fand ich King Kong noch bezaubernder

27

Stoppok - Dieser ganze Papierkram liegt mir nicht

28

Thomas Grasberger - Die Dummheit der Welt in Grünpflanzen umwandeln

29

Konstantin Moreth – Eine Ode an die Poesie

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Sonntag 16.10.2016
The Wild Magnolia Mariachis - Happy Apocalypse
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The Wild Magnolia Mariachis existieren seit 1997. Fast zwei Jahrzehnte, mit kurzer Unterbrechung nur, bewegt sich die achtköpfige Band in einem Spannungsfeld von Boogie, Südstaatenrock, Rockabilly und Soul. Eine Mischung, die in der Vergangenheit schon manchen Saal zum (über-) kochen brachte. Nicht zuletzt aus diesem Grund standen sie mit Ten Years After, Steppenwolf oder Dritte Wahl auf der Bühne. Über ihr letztes Album „Boogie Indians“ war im deutschen Musikmagazin bluesnews zu lesen: „Leute, die`s wild brauchen, werden „Boogie Indians“ lieben. Und Leute, die Zwischentöne, Tanzbares und Können brauchen, wird es nicht anders gehen.“
Am 28. Oktober werden The Wild Magnolia Mariachis in voller Besetzung (SUDI (Vocals, Guitars), TITO (Giutars, Vocals), ROQUE (Bass), MOSQUITO (Keyboards), CHRISTOS (Drums), ANGELICA (Baritone Saxophone), WALTER (Trumpet), OLLI (Tenor Saxophone) und MANITO (Blues harp) im Kulturzentrum am Olchinger Mühlbach (KOM) auftreten. Christian Sudendorf (SUDI) hat sich hat zuvor noch unseren Fragen gestellt.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Christian Sudendorf: Viel Rock'n'Roll hören und keine Kompromisse eingehen! Heutzutage klingen alle gleich, weil durch Youtube und all diesem Krimskrams alles zugänglich ist und jeder alles können will. Dadurch klingen alle gleich! Wenn du zu einer Mariachis Show gehst, kriegst du eine Rock'n'Roll show geboten, so wie es sich gehört!!!!

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
ChrS: Jeder der Bock auf Spaß und Rock'n'Roll hat ist herzlich eingeladen, in die Welt der Wild Magnolia Mariachis einzutauchen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
ChrS: Familie, Alter, Zeit und deutlich weniger Auftrittsmöglichkeiten als noch in den Neunzigern. Aber so geht es allen.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
ChrS: Dass wir immer noch in der Lage sind neue Rock'n'Roll Songs zu schreiben, die frisch klingen und Coverversionen unseren eigenen Stempel aufzudrücken. Das ist nach so langer Zeit nicht selbstverständlich und beeindruckt mich immer wieder.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
ChrS: Live spielen und das Bier danach.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
ChrS: Hören tun wir so ziemlich alles, na ja fast alles, aber der Fokus liegt ganz klar auf Rock'n'Roll, Classic Rock, Rockabilly, Soul, Blues.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
ChrS: CD. Mein Plattenspieler eiert ein wenig und die meisten haben gar keinen mehr.

KK: Was lesen Sie momentan?
ChrS: "Born To Run" von Bruce Springsteen

KK: Was ärgert Sie maßlos?
ChrS: Ungerechtigkeit.

KK: Was freut Sie ungemein?
ChrS: Dass es mehr Leute gibt als man denkt, die so ticken wie wir.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
ChrS: Aber ja doch! Gerade in den Achtzigern hat sich jeder seine Kutte selbst zusammengestellt....
Unsere Saxophonistin ist mal auf einer Party in meine Gitarre geplumpst und hat so den Hals abgebrochen, der Corpus ist jetzt ein Aschenbecher in einer Kneipe .... na ja, jetzt darf man ja nicht mehr in Kneipen rauchen … .

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
ChrS: Oh Gott. Kann man nicht beantworten … zu viele gute Filme mit zu vielen guten Schauspielern mit leider oft zu durchsichtigen Drehbüchern

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
ChrS: Zeitmaschine

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
ChrS: Einzelkämpfer!!!! Mit ein bisschen Team im Rücken!

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
ChrS: Wenn man es am wenigsten erwartet und es gerade überhaupt nicht passt einen Einfall zu haben.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
ChrS: Nicht viele … irgendwas mit Gitarren und Musik.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
ChrS: -

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
ChrS: Happy Apocalypse.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
ChrS: Ich stelle sie mir lieber gar nicht vor, sondern leb mal fröhlich vor mich hin, die Zukunft kommt schon früh genug und ich hoffe unsere Kinder haben dann noch eine!
Autor: Siehe Artikel
Sonntag 02.10.2016
Wolfgang Krebs – Bruno, der innere Schweinehund
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Wolfgang Krebs wird am 11. Oktober in Fürstenfeld zum letzten Mal sein Programm „Können Sie Bayern“ präsentieren, in dem er die parodistische Dreifaltigkeit der bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber, Beckstein und Seehofer aufs Korn nimmt. Hier wird der tägliche Überlebenskampf in weiß-blau geprobt und, wer will, kann sich zugleich den Bayern-TÜV abnehmen lassen. Die Mainpost schrieb über einen dieser Auftritte im April: „Wolfgang Krebs gefiel in beeindruckender Wandlungsfähigkeit in vielen Rollen: Angela Merkel, Horst Seehofer, Günther Beckstein, Markus Söder, Meggy Montana und als Gemeinderat Schorsch. Alles in den Schatten stellte er allerdings mit seiner an Brillanz kaum zu überbietenden Rolle als Edmund Stoiber.“ Wer dieses Programm schon immer einmal erleben wollte: Letzte Gelegenheit am 11.10. in Fürstenfeld.
Ab November gibt’s dann nämlich das neue Programm, „Die Watschenbaum-Gala“. „Wer schießt den größten Bock, verzapft den aberwitzigsten Unsinn, redet das dümmste Zeug? An diesem Abend werden verschiedene Kandidaten gesammelt und präsentiert - wie bei einer Oscar-Verleihung in festlichem Rahmen. Nachdem alle Kandidaten hinreichend geschmäht wurden, stimmt das Publikum ab, und der Ministerpräsident des ehemaligen Bayern schreitet zur Anti-Laudatio und Überreichung in (geistiger) Abwesenheit“, ist im neuen Programm nachzulesen. Klingt komisch, ist mit Sicherheit komisch. Denn natürlich sind sie auch hier wieder alle mit von der Partie: Seehofer, Stoiber, Söder, der Schorsch Scheberl und der Meggy Montana.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Wolfgang Krebs: Meine Geburt, mein Teddybär, meine Sehschwäche, meine Schüchternheit und ein unfassbares Schweineglück!

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
WK: Lachen machen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
WK: Mit meiner Faulheit. Lieber grabe ich zum zehnten Mal den Garten um oder streiche den Swimming-Pool in gefülltem Zustand neu, als mich an den Schreibtisch zu setzen oder auf eine Bühne zu gehen. Wenn er aber siegt, der Bruno (so heißt mein innerere Schweinehund), dann gibt es keine schönere Betätigung!

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
WK: Mein runder Geburtstag. Ich habe 100 Gäste eingeladen (also vier pro Lebensjahr…), und der Abend war so, wie ich ihn mir gewünscht habe: lustig, aufregend, rührend und überraschend!

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
WK: Wenn mir Menschen sagen: Das war ein schöner Abend!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
WK: Viel! Von fast allem! Neues, Altes, Wildes, Ruhiges. Und Chris Roberts!

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
WK: Meinen Ohren ist der Tonträger egal.

KK: Was lesen Sie momentan?
WK: Geburtstagskarten.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
WK: Wenn Menschen von „Paradigmenwechsel“ reden, wenn sie Änderung meinen.

KK: Was freut Sie ungemein?
WK: Wenn Menschen von Änderung reden, wenn sie Änderung meinen.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
WK: Kleidung nicht, Möbel viel! Auch den Stuhl, auf dem ich momentan sitze.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
WK: Heinz Erhardt in „Drillinge an Bord“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
WK: Ja.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
WK: Ein Gerät zur Vermeidung der Wellenbildung beim Einsteigen in die Badewanne.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
WK: Einzeln hat man schon verloren.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
WK: In einer entspannten.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
WK: Deutsche Bahn, Ebay und Internet Movie Data Base.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
WK: Weniger Geld für die Theater in den Metropolen, mehr Geld für Theater in der Provinz. Mir fällt gerade ein – das ist ja Sache der Länder und der Kommunen. Dann müsste ich zusätzlich noch ändern, dass das Sache der Länder und Kommunen ist.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
WK: Hab ich schon. Der Titel: „Nur Bayern im Kopf“.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
WK: Wie die Vergangenheit, nur anders.
Autor: Siehe Artikel
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Donnerstag 08.09.2016
Sissi Perlinger - Aber eigentlich fand ich King Kong noch bezaubernder
Sissi Perlinger polarisiert. Und das ist gut so! Für die einen ist sie eine „postfeministische Entertainerin“ (Spiegel), für die anderen ist sie ganz einfach ein „Allround-Talent“ (Berliner Kurier). In ihrer beruflichen Vita ist nachzulesen, dass sie Kabarettistin, Comedian, ernste Schauspielerin,  Sängerin (mit dreineinhalb Oktaven), Tänzerin, Musikerin, Buchautorin, Kostümdesignerin, Moderatorin, Bühnenschamanin, Skurril Entertainerin sei. Noch Fragen?
Auf jeden Fall tourt „Prinzessin Lillifee“, wie sie sich selbst nennt, seit Jahrzehnten quer durch die Republik und zeigt „Wie Lachen das Altern erleichtert“ (Deutschlandfunk). Das Publikum ist begeistert und altert tatsächlich leichter! Geboren in Furth am Wald hat sie schon von Kindesbeinen an getanzt und gesungen. „Ich habe natürlich die gesamte Faschingskiste meiner Mutter aufgetragen. Ich bin sehr gern mit bodenlangen Abendkleidern – mit einem Papageien auf dem Hut und einem kleinen Waschbär auf der Schulter – herumgelaufen.“ Daran hat sich bis heute nur wenig geändert. Am Freitag 16. September ist Sissi Perlinger mit ihrem Programm „Ich bleib dann mal jung“ zu Gast im Stockwerk Gröbenzell.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Sissi Perlinger: Meine Seele hat sich Eltern rausgesucht, die mich in Frieden gelassen haben.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
SP: Ich möchte mein Publikum inspirieren und so dolle zum Lachen bringen, dass ihr Immunsystem 2 Wochen lang gestärkt ist.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
SP: Keine, daran merke ich dass ich mit dem was ich tue auf dem richtigen Dampfer bin.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
SP: Das meine Hände mit den Schlagzeugstöcken inzwischen echt schnell wirbeln können und dass ich plötzlich Dinge spiele, die ungeplant einfach aus mir raus brechen.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
SP: Wenn mir ne geile Pointe einfällt und ich laut lachen muss.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
SP: Ich mache nur noch selber Musik, das Hören strengt mich an seit dem ich 3 Jahre lang einen schweren Tinnitus hatte.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
SP: Ich lausche gerne den gezupften Klängen meiner Nylon Gitarre.“

KK: Was lesen Sie momentan?
SP: Ich habe grade durch Zufall aus verschiedensten Richtungen 4 Bücher von Luisa Francia bekommen.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
SP: Nix mehr. Ich arbeite seit vielen Jahren daran mich nicht mehr aufwühlen zu lassen, sondern mir nur noch beim Ärgern zuzuschauen und dann eine lustige Kabarett Nummer darüber zu schreiben.

KK: Was freut Sie ungemein?
SP: Wenn Leute mir sagen, dass meine Show das Schönste war, was sie je gesehen haben. Dann bin ich sehr glücklich, weil die ganze Liebe, die ich da rein gesteckt habe, angekommen ist.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
SP: Ich habe früher alle meine Kostüme selber gemacht, heute habe ich Profi Schneider am Start aber ich bastele mir noch immer gerne alle möglichen privaten Sachen zusammen.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
SP: Adrien Brody in King Kong. Er ist so wunderbar verliebt in Naomi, aber eigentlich fand ich King Kong noch bezaubernder.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
SP: Ich trinke sehr viel Tee, aber am Nachmittag auch gerne mal nen Kaffee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
SP: Ich würde gerne eine Maschine erfinden, mit der man Plastikmüll zu stabilen Platten pressen kann, um dann daraus Häuser bauen zu können. Dann könnte man in Indien sehr vielen Menschen ein Dach über´m Kopf geben und der Müll würde weniger werden.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
SP: Ich war schon als Kind ein Einzelgänger und bin nur allein im Wald rum gestromert.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
SP: Das ist völlig unberechenbar! Es ist oft gut wenn Trubel herrscht und ich mich nur hinsetze und zuschaue, aber ich lebe auch oft Monate lang sehr zurückgezogen und arbeite täglich viele Stunden, da werden die Synapsen auch gut geölt. Wichtig ist immer was zum Aufschreiben dabei zu haben.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
SP: Ich habe eine private Facebook Seite und kenne alle meine Freunde wirklich persönlich. Was die so posten ist sehr informativ hochinteressant und inspirierend. Das lese ich immer wieder sehr gern.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
SP: Ich würde den kleinen freien Theatern und Musikbühnen viel mehr Subventionen zukommen lassen, denn dort entsteht Kunst, die unseren Alltag reflektiert und die Themen behandelt, die die Menschen heute beschäftigen.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
SP: Jeden Tag ein Hühner Dapperl in die richtige Richtung.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
SP: Ich möchte mit meiner englischen Show endlich auf Welt-Tournee gehen.
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Montag 29.08.2016
Stoppok - Dieser ganze Papierkram liegt mir nicht
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Stefan Stoppok ist deutscher Liedermacher. Hört man seine Songs – am besten Live – dann will die Bezeichnung nicht immer passen. Denn Stoppok ist ebenso Rocker, als auch Entertainer, er erinnert mal an Helge Schneider, dann wieder spielt er Blues oder einen schnoddrigen Reggae. Seine Texte sind wie die Bücher von Wilhelm Genazino: Hart an der Realität, humorvoll bis satirisch, geduldig, erfolgreich, individuell, manchmal traumverloren. Ein singender Flaneur und genialer Schwarzmaler, der das Leben so nimmt wie es ist – aber Haltung zeigt.
Seit 2008 kommen Stoppok & Artgenossen nach Landsberg und geben ein ganz besonderes Konzert. Zwischen zehn bis fünfzig Musiker teilen sich dann die Bühne im alten Stadttheater und lassen die fast vergessene Sessionatmosphäre wieder aufleben. Am 2. Oktober ist es wieder soweit. Diesmal sind als Gäste mit dabei: Arthur Brown (ja, genau der von THE CRAZY WORLD OF ….), Christina Lux, Martin Gallop & Azhar Kamal. Eine illustre Schar wie immer, die viel (gute) Musik und Spaß verspricht (Es gibt noch einige Stehplätze!!! Zu reservieren hier!

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Stoppok: Der frühe Tod meines Vaters, ich war 12 und ich fing an, intensiv Musik zu machen, um den Schmerz auszuhalten. Dann waren meine Jahre als Straßenmusiker mit Sicherheit auch sehr ausschlaggebend für meinen weiteren Werdegang.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
ST: Dazu habe ich keine klare Vorstellungen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
ST: Mit dem Finanzamt, bzw. mit der Buchhaltung – dieser ganze Papierkram liegt mir nicht. Sonst gibt es so gut wie keine Widrigkeiten.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
ST: Eine Studiosession in Jackson Brownes Groovemaster Studio in Santa Monica, Los Angeles.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
ST: Eindeutig die Momente auf der Bühne!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
ST: Jede Form von Musik, bei der man klar spüren kann, dass da jemand mit ganzer Seele dabei ist.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
ST: Da es nicht alles auf Vinyl gibt, hält es sich die Waage.

KK: Was lesen Sie momentan?
ST: Nix. Ich bin überzeugter Nicht-Leser, außer die Tageszeitung und natürlich Briefe und E-Mails.....

KK: Was ärgert Sie maßlos?
ST: Dummheit gepaart mit Ignoranz!

KK: Was freut Sie ungemein?
ST: Wache Menschen, die Verantwortung für sich und andere übernehmen.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
ST: Möbelstücke schon viele, Tische, Bänke, Regale, Schränke und Kleidungsstücke nur selber entworfen.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
ST: Ralf Richter in „Bang Boom Bang“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
ST: Kaffee!

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
ST: Ein Anti-Grützen-Programm!

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
ST: Schwer zu sagen, ich kann beides gut!

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
ST: Es gibt keine spezielle Situation dafür.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
ST: Tagesschau.de

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
ST: Jegliche Form von Kultur gleichermaßen subventionieren.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
ST: Kann ich hier nicht schreiben, sonst klaut mir einer den Titel, der ist genial!

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
ST: Noch mindestens 20 Jahre genauso wie bisher!
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Mittwoch 03.08.2016
Thomas Grasberger - Die Dummheit der Welt in Grünpflanzen umwandeln
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Thomas Grasberger hat 2001 eine „Gebrauchsanweisung für München“ veröffentlicht. Später folgten dann „Grant. Der Blues des Südens“, „Flins. Das Geld des Südens“ und „Stenz. Die Lust des Südens“. Wer sich mit der bayerischen Seele und Kulturgeschichte beschäftigt – egal wo auf dieser Welt – für den sind Grasbergers unterhaltsame Bücher eine Pflichtlektüre.
Thomas Grasberger arbeitet seit langem für den Bayerischen Rundfunk (Bayern 2), für den er Radio-Reportagen und Features macht. Seine Themen reichen von der bayerischen Zeit- und Kulturgeschichte über Reisereportagen bis zu Wissenschaftsthemen. Er lebt mit seiner Frau und den beiden Söhnen in München.
Am 21. September wird der 1964 in Altötting geborene Journalist und Autor in Fürstenfeld im Rahmen der Reihe „Literatur in Fürstenfeld“ den fundierten Faktenreichtum dieser bayerischen Kultur- und Sittengeschichte dem Publikum nahe bringen.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Thomas Grasberger: Erstens: Eine gelungene Zeugung, für die ich meinen Eltern danken möchte. Zweitens: eine gelungene Geburt, für die ich meiner Hebamme danken möchte. Drittens: eine alltagsphilosophische Grundausbildung, für die ich meiner Großmutter danken möchte, die mich früh lehrte, dass es zwar nirgendwo so zugeht wie auf dieser Welt, man darüber aber nie den Humor verlieren darf.
Und viertens: Oberst Stanislaw Petrow, der am 26. September 1983 kurz vor Mitternacht als leitender Offizier in der Kommandozentrale der sowjetischen Satellitenüberwachung bei einem Fehlalarm der Atomraketenwarnsysteme die Nerven behielt und so vermutlich den Ausbruch des Dritten Weltkriegs verhinderte. Ohne Petrow wäre ich wohl nicht geworden, was ich bin. Er soll damals übrigens in die Runde seiner Mitarbeiter gerufen haben: "Hinsetzen! Weiterarbeiten!" Ein schönes Motto, wie ich finde! Vor allem in aufgeregten Zeiten.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
ThG: Ziel meiner Tätigkeit ist neben Völkerverständigung und Weltfrieden vor allem die Befreiung der werktätigen Massen Norddeutschlands aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit, insbesondere was ihr Bild von Baiern und seinen Bewohnern angeht.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
ThG: Mit der Weichbodenrolle meines Bürostuhls. Die hat schon mehrere Male den Versuch unternommen, sich vor Dienstschluss unerlaubterweise vom Fußkreuz zu entfernen – was die Statik des Stuhls und den Schaffensprozess des Autors erheblich beeinträchtigt. Ich hab ihr mehrere Abmahnungen erteilt. Bisher vergeblich.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt.
ThG: Das Gehen mit den Füßen hat mich unlängst wieder stark beeindruckt. Vor allem an den Fersen. Es hat mich aber auch sehr bewegt: Genau gesagt, 27 Kilometer weit. Das war die erste Etappe einer Fernwanderung in Richtung Bodensee, die ich gerade mit meinem jüngeren Sohn unternehme.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
ThG: Am Abend den Laden zuzumachen und genau zu wissen, wie es am nächsten Tag weiter geht.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
ThG: Klassik.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
ThG: Radio.


KK: Was lesen Sie momentan?
ThG: „Windgeflüster – chinesische Gedichte über die Vergänglichkeit“. Übersetzt vom Münchner Sinologen Thomas Höllmann.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
ThG: Maßlos ärgert mich, wenn ich mich wieder einmal maßlos geärgert habe. Da geht dann nämlich fast kein Ende mehr her. Was aber gottseidank (und meiner Frau sei Dank) mit zunehmendem Alter immer seltener vorkommt.

KK: Was freut Sie ungemein?
ThG: Wenn ich mich wieder einmal maßlos nicht geärgert habe. Das freut mich dann sehr.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
ThG: Nein, ich habe zwar viel Schönes gemacht – am schönsten sind meines Erachtens meine beiden wunderbaren Söhne. Dafür waren allerdings weder Kleidungs- noch Möbelstücke erforderlich.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
ThG: Am liebsten sehe ich den Dings, den ... no, wie heißt er denn gleich wieder. Na, sie wissen schon, der in… Dings… mitgespielt hat... Ja genau, der.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
ThG: Beides, gleichermaßen; aber nie gleichzeitig!

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
ThG: Einen Apparat, der die Dummheit der Welt in Grünpflanzen umwandeln kann. In Biergartenkastanien zum Beispiel.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
ThG: Ich habe im Dialog mit mir selbst schon genügend Auseinandersetzungen: Da brauch ich doch keine Dritten! Aber im Ernst: Ich arbeite bei Gelegenheit auch sehr gern mit Kollegen zusammen.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
ThG: Beim Gehen. Beim Duschen. Beim Schlafen – letzteres sorgt sogar für die besten Einfälle. Die sich dann leider oft als Ausfälle erweisen, weil sie mir in der Früh nicht mehr einfallen.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
ThG: Tages- und Wochenzeitungen, Presseschauen, Wissenschaftsseiten und Newsticker. Und als Löwen- Fan natürlich „dieblaue24.com“.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
ThG: Ich würde dafür sorgen, dass jeder bayerische Staatsbürger mindestens einmal die Staatliche Münzsammlung in München besucht haben muss.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
ThG: „Kreuzweis! Ihr Grasberger“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
ThG: Lang und unübersichtlich.
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Samstag 16.07.2016
Konstantin Moreth – Eine Ode an die Poesie
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Fotos: Saskia Pavek
Konstantin Moreth hat vor zwei Jahren sein eigenes „professionelles freies Theaterensemble“ gegründet, die Moreth Company. Der am Schauspiel München ausgebildete Theatermacher spielte unter anderem am Residenztheater München,  am Schauspielhaus Zürich, am Prinzregententheater München und am Metropoltheater München. Hinzu kommen etliche Rollen fürs Fernsehen und in der Vergangenheit schon einzelne Inszenierungen. Der heute am Ammersee lebende Moreth hat mit seiner Company im Landsberger Stadttheater eine Heimat gefunden. Hier probt er mit seinem Ensemble, hier kommen Neuinszenierungen erstmals auf die Bühne – wie jetzt „Cyrano“. Am 27. Juli hat dieses Stück im Amphytrion des Stadttheater Landsberg Premiere und läuft dann an gleicher Stelle insgesamt sieben Mal. (Termine unter: www.morethcompany.de)


KultKomplott: Herr Moreth, in diesem Jahr bringen Sie mit ihrer Company „Cyrano“ auf die Bühne, oder sagen wir besser in den Garten des Landsberger Stadttheaters, diese 1897 in Paris uraufgeführte Mantel- und Degen-Komödie. Im letzten Jahr waren es „Gefährliche Liebschaften“. Was reizt Sie an diesen doch etwas älteren Stoffen?
Konstantin Moreth: Das Zeitlose, das Moderne an diesen literarisch großartigen Vorlagen. Die grundlegenden Menschheitsthemen sind doch immer die gleichen.
In „Cyrano“ beispielsweise das Thema „Schönheit“: Was zählt als attraktiv, was als hässlich. Liebt man jemanden wegen seiner inneren Werte, oder doch eher wegen seiner äußeren Wohlgestalt? Bin ich hässlich, weil ich mich so fühle? Oder macht ein brillanter Geist jemanden attraktiv? Akzeptiere ich mich so, wie ich bin? - das sind alles Fragen, die den modernen Menschen genauso umtreiben.
Wenn es gelingt, sich in einem Jahrhunderte alten Stoff wiederzufinden, scheint mir das noch reizvoller als in einem heutigen. Was nicht heißt, dass ich keine aktuellen Stücke inszeniere, ich mache das sogar relativ häufig.

KK: Vor zwei Jahren haben Sie ihre eigene Theater-Company gegründet. Was war Ihre Intention hierfür?
KM: Die künstlerische Unabhängigkeit. Den Gedanken, mit einem Stamm von Leuten, die sich teils über Jahre zusammengefunden haben, die Stücke zu realisieren, die wir uns aussuchen, hatte ich schon eine ganze Weile. Nun haben wir es einfach mal gewagt und sehen, wie weit wir damit kommen.

KK: „Cyrano“ ist die zweite Inszenierung der in Landsberg ansässigen Company. Wie schätzen Sie die bisherige Arbeit und Entwicklung diese mutigen Unternehmens ein?
KM: Erfreulicherweise wurden die „Gefährlichen Liebschaften“ vom Landsberger Publikum sehr gut aufgenommen. Wir haben ja vier Vorstellungen gespielt, die sehr gut besucht bis ausverkauft waren. Auch die persönliche Resonanz des Publikums war mehr als erfreulich. Das macht natürlich Mut, weiter zu arbeiten.
Für die Beteiligten war es bisher eine schöne, sicherlich manchmal anstrengende Erfahrung, da wir ja vieles selbst stemmen müssen, für das es an einem  festen Haus Mitarbeiter gibt. Da sind alle gefragt auch mal zu bügeln, Requisiten zu besorgen oder Kaffee zu kochen.
Wenn ich mir die künstlerische Arbeit betrachte, so ist es genau, wie ich es mir vorgestellt habe: In entspannter Atmosphäre entwickeln wir unsere Stücke, die Schauspieler können sich mit all ihrer Kreativität einbringen, und ich setze den inszenatorischen und konzeptionellen Rahmen.

KK: Welche Unterstützung haben Sie für diese Arbeit bisher erfahren und wo sehen Sie gibt es noch Handlungsbedarf?
KM: Wir haben schon sehr viel Unterstützung von verschiedenen Seiten  bekommen: Allen voran Florian Werner, der Leiter des Stadttheaters und sein Team, Sabine März-Lerch, die Vorsitzende des Freundeskreises des Theaters TILL, und der Freundeskreis selbst. Letztes Jahr wurden wir zudem von dem Verein „Kultur und Leben e.V. und der Hans-Heinrich-Martin-Stiftung finanziell großzügig gefördert. Eine regelmäßige Förderung aus öffentlichen Mitteln streben wir natürlich an, wie auch den Verkauf von Vorstellungen im deutschsprachigen Raum. Da sind wir noch sehr am Anfang.

KK: Am 27. Juli ist Premiere für „Cyrano“. Was kann das Publikum erwarten?
KM: Einen prallen Theaterabend voller Komik, Drama und Herz, eine rührende, tiefkomische und auch traurige Liebesgeschichte und last but not least eine Ode an die Poesie.

KK: Gibt es schon Pläne für die Zukunft?
KM: Es gibt natürlich jede Menge Ideen, seit langem habe ich ein großes Shakespeare-Projekt vor, das einen Großteil der Company-Spieler involvieren könnte, aber was die nächste Produktion sein wird, ist noch offen.
Autor: Siehe Artikel
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