Blickpunkt:
Interview
Interview
Im Blickpunkt - Portraits werden Persönlichkeiten vorgestellt, die auf unterschiedlichste Weise das kulturelle Leben gestalten und bereichern - dabei oftweit über die Landesgrenze hinaus wirkend. Grundlage für diese Portraits ist ein Fragebogen.
Inhaltsverzeichnis
Edwin Kimmler - Es gibt da draußen sehr viel Interessantes zu entdeck...

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Christian Gruber - Kammermusiker mit Leib und Seele

32

Stephanie Lottermoser - Die besten Einfälle unter Stresseinfluss

33

Willy Astor - Es gibt verdammt viele gute Nachrichten

34

Alfred Dorfer - Es empfiehlt sich Sozialkompetenz

35

Rainer Wöffler - „Ohne Musik wäre ich verreckt“

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Sonntag 10.04.2016
Edwin Kimmler - Es gibt da draußen sehr viel Interessantes zu entdecken
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Edwin Kimmler ist Autodidakt. Damit gehört der Multiinstrumentalist einer aussterbenden Spezies an. Musiker, die sich ohne akademische Ausbildung allein ihrer Leidenschaft verpflichtet fühlen. Das klingt schon einmal nach Blues. Aber Kimmler spielt auch Soul und Swing, Boogie und Ragtime, Calypso und Bossa. Und das alles auf Gitarren, Klavier und Mundharmonika. Seit 1978 hat er über 3000 Konzerte gegeben. Am Donnerstag, 21. April kommt punkt 19.30 Uhr noch eines hinzu: In Germering. Hier, im Nachtasyl der Stadthalle, gastiert Edwin Kimmler erstmalig und hat zudem ein neues Programm im Gepäck …...

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Edwin Kimmler: Im zarten Alter von 8 Jahren kam ich durch einen damaligen Freund, der Gitarre spielte, mit Musik in Berührung, ohne zu jener Zeit zu wissen, ob ich dafür talentiert bin! Aber ich spürte was in mir, was mich dann nicht mehr los ließ!

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
EK: Ich freue mich einfach über jeden, der offen ist für Künstler, die abseits des Mainstreams ihren eigenen Weg gehen und deshalb in der Regel sehr authentisch sind!

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
EK: Als Künstler, der nicht in den großen Medien vertreten ist, habe ich natürlich immer wieder mit den Problemen mangelnder Popularität zu kämpfen und das auch jetzt in meinem 38. Bühnenjahr

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
EK: In meiner konzertfreien Zeit im Januar und Februar dieses Jahres sind mir 3 wie ich finde sehr gute neue Kompositionen gelungen! Darüber freue ich mich riesig!

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
EK: Kreativität, stehende Ovationen nach Konzerten, ein fertiggestelltes neues Album!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
EK: Ich höre viel Musik und unterstütze Künstler und kleine Plattenlabels, die Musik präsentieren, die authentisch ist und aus einem inneren Bedürfnis sich musikalisch auszudrücken resultiert.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
EK: Beides.

KK: Was lesen Sie momentan?
EK: Ich schätze Bücher sehr, habe aber ehrlich gesagt wenig Durchhaltevermögen ganze Bücher zu lesen, was ich sehr schade finde! So begrenzt sich mein Leseeifer mehr auf Fach-Zeitschriften und Fach-Bücher, in denen ich mir bestimmte Artikel rauspicke!

KK: Was ärgert Sie maßlos?
EK: Ingnoranz und Intoleranz.

KK: Was freut Sie ungemein?
EK: Menschen, die mir offen und interessiert begegnen, wo es um ein Miteinander und nicht Gegeneinander geht.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
EK: Leider nein.....dafür habe ich wohl kein Talent!

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
EK: Da gibt es nun nicht den bestimmten! Grundsätzlich geht es mir so wie in der Musik, ich schätze die „kleinen“ und leidenschaftlichen Filme, die es in entsprechenden Programm-Kinos zu sehen gibt! Die haben zumeist für mich weitaus mehr Tiefgang, als es das Mainstream-Kino zu bieten hat! Da geht es noch um wirkliche Geschichten, die berühren und nichts mit oberflächlichem Klamauk oder schnell vergänglichen Knall-Effekten zu tun haben!

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
EK: Beides.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
EK: TV- und Radio-Formate, die ein Forum bieten für Künstler aus allen Bereichen, denen es vor allem um die Kunst geht und erst in zweiter Linie um kommerzielle Inhalte

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
EK: Ich würde mich sehr freuen, wenn es wieder mehr Leute gäbe, die einfach mal Künstlern eine Chance geben, die wenig mediale Unterstützung haben! Es gibt da draußen sehr viel Interessantes zu entdecken, das dürft ihr mir glauben!!!!!!!! Von daher würde ich mir wünschen, vom Einzelkämpfer mehr zum Teamplayer zu werden!

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
EK: Meine Kreativität kann ich überhaupt nicht planen...das passiert meistens wenn ich es überhaupt nicht erwarte!

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
EK: Ich lese gerne Beiträge über Musik und beschäftige mich auch viel mit Instrumenten und den entsprechenden Internet-Seiten dazu

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
EK: Oh, ich würde mich sofort darum bemühen, dass es wieder mehr Unterstützung für Kultur im allgemeinen gibt, so daß Kulturämter und kleine Bühnen wieder die Möglichkeit bekämen, Veranstaltungen anzubieten, die nicht sofort ein großer finanzieller Erfolg sein müssen, sondern durch Aufbau-Arbeit gedeihen können!

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
EK: „Ich bin meinen Weg gegangen“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
EK: Solange es mir mein Körper erlaubt auf der Bühne zu stehen und mich musikalisch weiterzuentwickeln.
Autor: Siehe Artikel
Mittwoch 30.03.2016
Christian Gruber - Kammermusiker mit Leib und Seele
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Christian Gruber ist seit 2008 künstlerischer Leiter des Landsberger Festival Faszination Gitarre. Vom 7. bis zum 10. April findet heuer diese weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte Veranstaltung nun schon zum 5. Mal statt. Bestehend aus Workshops und Konzerten widmen sich außergewöhnliche nationale und internationale Stars der Gitarrenszene einem aufgeschlossenem und interessierten Publikum.  Christian Gruber, der seit über dreißig Jahren im Gitarrenduo Gruber & Maklar  an renommierten Spielstätten wie der Manhattan School of Music in New York,  dem Tschaikowsky-Saal der Philharmonie in Moskau, der Gendai Guitar Hall in Tokyo oder im Concertgebouw in Amsterdam Erfahrungen sammelte, konnte hier freundschaftliche Beziehungen zu Gitarristen unterschiedlichster stilistischer Ausrichtung knüpfen und sie als Lehrer oder musikalische Gäste für sein Festival in Landsberg gewinnen. So konnte hier eine Begegnung zwischen Profis und Gitarrenschülern und einem begeisterungsfähigen wie enthusiastischen Publikum entstehen, die mittlerweile Tradition hat.
Das diesjährige Programm:
Donnerstag, 07.04.2016, 20.00 Uhr
Guitar Gala Night / Gitarrenduo Gruber & Maklar; Amadeus Guitar Duo.
Freitag, 08.04.2016, 20.00 Uhr
Tilman Hoppstock, Gitarre & Peter Wolf, Cello; Atanas Ourkouzounov, Gitarre & Mie Ougura, Querflöte.
Samstag, 09. April 2016, 11.00 Uhr
Immer wieder Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Fakstheater Augsburg.
Samstag, 09.04.2016, 20.00 Uhr
Pavel Steidl, Tschechien.
Sonntag, 10.04.2016, 15.00 Uhr
Die Teilnehmer der Workshops präsentieren die Stücke, die sie gemeinsam mit den Dozenten erarbeitet und verfeinert haben, außerdem hören Sie das Ergebnis der Arbeit des Gitarrenensembles.
Sonntag, 10.04.2016, 19.00 Uhr
Sandra Rumolino, Gesang; Kevin Seddiki, Gitarre, Zarb.
Mehr Infos unter: http://faszination-gitarre.de/category/konzerte/


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Christian Gruber: In erster Linie meine Familie, in der immer viel musiziert und gesungen wurde.
Meine Eltern konnten wunderschön miteinander singen, meine Mutter hatte eine glockenreine Stimme, mein Vater hat hervorragend Zither gespielt und konnte auf der Gitarre begleiten. Meine beiden älteren Brüder begannen auch schon sehr früh Instrumente zu lernen, Akkordeon, Geige, Klavier, Bass. Da war also immer Musik, und die Begeisterung am gemeinsamen Musizieren hat mich bis heute geprägt.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
ChG: Meine Arbeit ist ja geteilt in mehrere Bereiche: Als Musiker,  der auf der Bühne steht, möchte ich mein Publikum erreichen und mit meiner bzw. unserer Musik berühren. Wenn ich Konzertakquise betreibe möchte ich den Veranstalter erreichen und ihn überzeugen uns einzuladen. Als Pädagoge möchte ich meinen Schülern helfen, die in ihnen steckenden Anlagen voll entfalten zu können.  Und als Organisator des Festivals möchte ich viele Facetten des Instruments Gitarre einem breiteren Publikum präsentieren und den musikalischen Nachwuchs fördern. 

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
ChG: Einerseits als Künstler kreativ zu bleiben und intuitiv zu arbeiten, andererseits  den Konzertbetrieb, und alles was damit zusammenhängt, am Laufen zu halten, ist manchmal nicht ganz einfach.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
ChG: Kürzlich wurde ich von einem höllischen Lärm aus dem Schlaf gerissen, Als ich aus dem Fenster schaute, war ein sehr altes Haus in der Nachbarschaft bereits zur Hälfte abgerissen. Nach einer Stunde war das Haus dem Erdboden gleich, das hat mich irgendwie beeindruckt!

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
ChG: Wenn ich beim Üben oder auf der Bühne einen Zustand erreiche, wo meine Vorstellung mit dem, was ich gerade tue, deckungsgleich wird. Dann erlebe ich die Musik und bin sozusagen im Hier und Jetzt. 

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
ChG: Ich höre verschiedenste Arten von Musik: Symphonische Musik, Kammermusik, Klaviermusik, Jazz, Folk, je nach Stimmung.  Die Musik, die mich vielleicht am stärksten berührt ist von Franz Schubert.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
ChG: Meistens CD, weil´s einfach praktischer ist.

KK: Was lesen Sie momentan?
ChG: „Mönch und Krieger“ von Konstantin Wecker

KK: Was ärgert Sie maßlos?
ChG: Ich kann mich oft maßlos über Kleinigkeiten aufregen, während ich bei wirklich gewichtigen Sachen eher die Fassung bewahre. Am meisten ärgert mich aber, wenn ich mich über Nichtigkeiten ärgere, weil ich dann in einen negativen Zustand gelange, der meiner Seele und letztlich meinem Körper schadet.

KK: Was freut Sie ungemein?
ChG: Da gibt es viele Dinge: Einen freundlichen Menschen zu treffen, mit der Familie einen schönen Abend - am besten mit Musik - zu verbringen, ein tolles Konzert zu erleben, bei schönem Wetter in der Natur zu sein und und und … .

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
ChG: Das einzige was ich bisher selbst gemacht habe, waren Regale.  Ansonsten kleinere Bastelarbeiten oder gröbere Sachen am Haus. An Möbel traue ich mich nicht so recht ran.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
ChG: Reese Witherspoon in  „Walk The Line“ als June Carter Cash. Danny Kaye in „Der Hofnarr“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
ChG: Ausschließlich Tee. Können Sie sich vorstellen, dass ich in meinem Leben noch nie einen Schluck Kaffee getrunken habe?

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
ChG: Strahlungsfreie Mobiltelefone.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
ChG: Beides. Ich liebe es selbstständig zu sein und meinen Tagesablauf meistens selbst bestimmen zu können. Beim Musizieren bin ich absoluter Teamplayer, Kammermusiker mit Leib und Seele.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
ChG: Es muss irgendetwas sein, wo das Bewusstsein auf Empfang schalten kann. Das passiert oft beim Joggen, manchmal  aber z.B. auch, wenn man gerade einen interessanten Artikel gelesen hat, der gar nichts mit dem Thema zu tun hat. Also immer dann, wenn man den Fokus nicht darauf richtet, jetzt einen genialen Einfall zu haben.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
ChG: Blogs lese ich so gut wie keine. Webseiten je nachdem, mit was ich mich gerade beschäftige. Da ist das Internet schon eine große Hilfe.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
ChG: Mit einem  „Tag der Kultur“  würde ich Künstler und kleinere Veranstalter unterstützen, die für unsere Kulturlandschaft wertvolle Arbeit leisten, aber normalerweise von den Subventionsgeldern, die in große Opernhäuser oder Kulturgroßprojekte fließen, nichts abbekommen.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
ChG: „I verzupf mi“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
ChG: Wenn ich mal laut träumen darf, dann möchte ich mich wieder mehr auf die kreative Seite meiner Arbeit konzentrieren,  weniger organisieren, mehr arrangieren, komponieren, nach ausgefalleneren Programmen und Besetzungen suchen. Und ein Sekretariat würde für mich die ganze organisatorische Arbeit erledigen.
Autor: Siehe Artikel
Montag 14.03.2016
Stephanie Lottermoser - Die besten Einfälle unter Stresseinfluss
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Stephanie Lottermoser spielt Saxophon und sie singt. Von der sogenannten Jazzpolizei hält sie wenig. Sie liebt die Freiheit dieser Musik und die Randbereiche des Jazz, wie Soul und Funk. Da wundert es nicht, dass sie bis heute von ihrem 6-monatigem Pariser Stipendium schwärmt. Hier, an der Seine, ist ein idealer Tummelplatz für alle jazzenden Groove-Freaks. Und dass die Münchnerin Chansons mag, wundert spätestens jetzt nicht mehr. Musikalisch dokumentiert hat Stephanie Lottermoser ihre Kunst zuletzt auf der CD „Paris Song Book“ (Downhill Records). Wer sie Live hören möchte, der sollte am Donnerstag, 14. April ins Puchheimer Kulturcentrum PUC kommen. Die Reihe „Jazz Around The World“ präsentiert das Stepahnie Lottermoser Quintett

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Stephanie Lottermoser: Meine Familie (im positivsten Sinne!). Ansonsten: jeder und alles Gute/weniger Gute/Schlechte und einfach so Geschehene.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
StL: Wen: Alle die das wollen. Was: Meine Musik mit allem was dazu gehört weiterentwickeln und damit automatisch auch mich selbst.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
StL: Chauvinismus, Sexismus.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
StL: Mein 6-monatiger Aufenthalt in Paris an der „Cite International des Arts“.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
StL: Das Komponieren an sich und wenn diese Musik dann gespielt wird und sich im Zusammenspiel weiterentwickelt, wenn Menschen auf Konzerte kommen um meine Musik zu hören und Freude daran haben, wenn ich beim Spielen alles um mich herum vergesse und nur bei/in der Musik bin.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
StL: Ich höre sehr viel und sehr gerne Musik, v.a. gehe ich auch so oft wie möglich auf Konzerte -
v.a. Jazz, Funk, Soul, Pop, Country, Blues.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
StL: Eher CD, aber eigentlich höre und kaufe ich ich die meiste Musik über Itunes, weil das unterwegs einfach am praktischsten ist. Aber die Tonqualität von Vinyl erreicht das beides leider nicht...!

KK: Was lesen Sie momentan?
StL: Roger Willemsen: „Das Hohe Haus. Ein Jahr im Parlament“; Hermann Hesse: „Das Glasperlenspiel“.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
StL: Die zunehmende rechte Gesinnung in Deutschland und Europa. Unreflektiertheit und Unüberlegtheit und daraus folgendes Handeln. ...in der Musik: Lounge-Versionen von großartigen Songs - neu eingesungen und unterlegt mit Elektrobeats.

KK: Was freut Sie ungemein?
StL: Menschen die helfen!!! Mein Freund, meine Familie, meine Freunde ...dass ich das tun kann/darf was ich tue.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
StL: Gemacht nicht, aber manchmal selbst geändert oder versucht zu ändern. Manchmal war´s danach besser, manchmal aber auch nicht mehr brauchbar ;-)

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
StL: Robert Redford in „All Is Lost“; Natalie Portman in „Black Swan“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
StL: Espresso!!!

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
StL: Ein Mittel für mehr Offenheit.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
StL: Einzelkämpfer hinter der Bühne/um die Bühne herum; musikalisch und persönlich Teamplayer

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
StL: Nachts. Wenn ich Personen treffe die mich beeindrucken. Unter Stresseinfluss. In emotionalen Situationen (negativ und positiv).

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
StL: Nachrichten, Konzertveranstaltungsseiten, Modeseiten :-), Seiten über Paris.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
StL: Vielleicht etwas egoistisch oder lobbyistisch, aber: Mehr Subventionen für Jazz in Form von Konzertsälen, Werbe-/Imageförderung, Spielstättenförderung, Stipendien.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
StL: „Be yourself, no matter what they say“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
StL:  ... offen ….
Autor: Siehe Artikel
Dienstag 23.02.2016
Willy Astor - Es gibt verdammt viele gute Nachrichten
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Willy Astor ist seit dreißig Jahren auf Bühnen unterwegs. „Er ist ein scharfsinniger Humorist“, sagt kein geringerer als Fredl Fesl über ihn. Dabei ist der vom Hasenbergl stammende Astor eine Art Spätberufener, der nach einer Werkzeugmacherlehre erst noch eine Ausbildung zum Maschinenbautechniker abschloss. Aber dann wurde er Wortakrobat, Kabarettist, Komponist, Musiker. Ein hartes Stück Arbeit, übrigens, diese Wortreime. „Diese Wortspielnummern sind ein molekularer Prozess, fast eine feinstoffliche Arbeit“, erzählte Willy Astor in einem Interview. „Erst brauchst du eine Grundidee, dann gibt es eine Formelsammlung und dann versuchst du es charmant zusammenzubasteln, dass es humoristisch wird.“. Am 6. März ist Willy Astor zu Gast in Fürstenfeld und präsentiert sein Programm: Reim Time.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Willy Astor: Ich wollte nicht als Nobody in einer Fabrik meine Seele verkaufen. Ich musste raus aus der Anonymität und aus einem vorbestimmten Leben mit Reiheneckhaus und Thuja-Hecke. Das war mein Antrieb...

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
WA: Ganz klar: Ich möchte die Leute glücklich machen - Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das ist ein schöner Sinn des Lebens, oder?

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
WA: Da gibt es so einiges: Reisestress, Packstress, der Autoverkehr oder technische Defekte während der Show. Aber das alles wird durch einen schönen Abend wieder relativiert. Die bedrückendste Zeit ist vielleicht während einer Schaffensphase, wenn mir grad nix einfällt. Bei mir kommt der Humor ja noch direkt vom Erzeuger...

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
WA: Dass es so viele tausende Helfer gibt, die sich um die Flüchtlinge kümmern - von Passau bis nach Berlin. Ohne diese Menschen würde schon lange Anarchie in Deutschland herrschen. Darum sollten sie auch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden...

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
WA: Wenn die Besucher grinsend und fröhlich das Foyer verlassen!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
WA: Ich höre viel Crossover: Also Bach und Mozart, aber auch die Black Eyed Peas, Chansons, Gitarrenmusik, etc...

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
WA: Mittlerweile wieder Beides! Ich habe mir auch wieder einen Plattenspieler gekauft.

KK: Was lesen Sie momentan?
WA: Meinen Söhnen die Leviten (lacht).

KK: Was ärgert Sie maßlos?
WA: Dass es so viele A....löcher gibt, wie bei der AFD. Und dass es in Deutschland und der Welt so viel Hass gibt.

KK: Was freut Sie ungemein?
WA: Dass es auch gute, verdammt viele gute Nachrichten gibt!

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
WA: Das nicht, aber eine große Wand in meiner Wohnung bemalt.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
WA: Robert De Niro und Al Pacino in „Heat“ und Katharine Hephurn in „Warte, bis es dunkel ist“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
WA: Ich liebe Kaffee. Tee trinke ich dann, wenn ich zu viel Kaffee getrunken habe.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
WA: Friedensmacher. Diese schöne Welt ist groß genug für alle und kann alle ernähren.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
WA: Beides: Als Solokünstler bist du oft alleine bei der Entstehung der Stücke. Das ist die Einsamkeit pur. On Tour sind wir ein kleines wunderbares Team - das macht riesigen Spaß.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
WA: Oft am morgen im Bett, wenn der Geist noch frisch ist.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
WA: Keine, ich bin old school. Da ist mir derzeit die Zeit zu schade. Ich bin nämlich gerade am komponieren.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
WA: Die kleinen Theater subventionieren.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
WA: „War doch viel Schönes dabei!“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
WA: Am liebsten rosig - auch für meine Kinder. Und dass ich im Alter einen Haufen Freunde um meinen Tisch setzen kann.
Autor: Siehe Artikel
Montag 15.02.2016
Alfred Dorfer - Es empfiehlt sich Sozialkompetenz
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Alfred Dorfer hat erst 2007, nach 25jähriger Unterbrechung, seine Dissertation geschrieben. Das Thema: Funktion von Satire in Diktaturen - Mussolini, Hitler und die DDR. Dabei wäre er fast Fußballer geworden - aufgrund eines Probetrainings bei Rapid Wien mit sechs Jahren (heute ist er Fan von Austria Wien). Dann kam noch irgendwann der Wunsch, sich als Chirurg ausbilden zu lassen, bevor er tatsächlich Schauspieler wurde. Später Kabarettist. Er drehte Filme mit Josef Hader und Adele Nauhauser, bekam Preise in Österreich und Deutschland (Bayrischer Kabarettpreis). Alfred Dorfer gastiert am 26. Februar um 20 Uhr im Stadtsaal zu Fürstenfeld mit seinem Soloprogramm „Fremd“.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Alfred Dorfer: In erster Linie Glück und das Zusammentreffen mit den richtigen Menschen zu den richtigen Zeitpunkten.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
AD: Im Grunde alle, die halbwegs Interesse an meiner Arbeit haben könnten. Ich halte nichts von Kunst für eine bestimmte Gruppe.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
AD: Lange Anfahrtszeiten und nicht ganz optimale akustische Verhältnisse am Veranstaltungsort.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
AD: Wie Europa sich binnen kürzester Zeit gewandelt hat, von einer abgeschotteten Insel der Seligen, über die Willkommenskultur zu einer beginnenden Festung.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
AD: Zu bemerken, dass das Publikum sich mit dem harmonisiert, was ich tue.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
AD: In erster Linie Klassik mittlerweile oder, wenn ich drohe einzuschlafen bei langen Autofahrten: Reggae.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
AD: CD, für anderes bin ich zu schlampig.

KK: Was lesen Sie momentan?
AD: Die abendländische Geschichte des Selbsthasses, sehr interessant, besonders, was die jetzige Situation betrifft.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
AD: Ideologisches Gequatsche ohne Blick auf die Realität.

KK: Was freut Sie ungemein?
AD: Wenn aus einer Misere endlich eine ernsthafte Diskussion entstehen könnte, wie etwa nach den Vorfällen in Köln.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
AD: Nein, und das ist sehr gut so.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
AD: Marlon Brando in „Apokalypse Now“, Robert De Niro in „Midnight Run“, Ellen Barkin immer, genauso wie Simone Signoret oder Oskar Werner.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
AD: Kaffee

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
AD: Ein App, der mich nach Hause beamt.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
AD: In unserem Job bist du notgedrungen beides, auch wenn du allein auftrittst, bist du von einigen anderen abhängig, also empfiehlt sich Sozialkompetenz.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
AD: Kann man nicht sagen, das ist wirklich immer möglich und nie.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
AD: Blogs gar nicht, da mir dieser Meinungskult auf den Docht geht. Websites gelegentlich für Reisen oder Fußballneuigkeiten.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
AD: Ich würde die Ministerien vom Kultur und Bildung zusammen legen, da diese beiden untrennbar sind.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
AD: „Langsam werd ich, wie ich war“, nein Blödsinn. Besser: „So wars, oder fast"

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
AD: Da bin ich ganz schwach, da meine Vorstellungen über die Zukunft immer sehr unkonkret waren und ich die Dinge auf mich zukommen ließ.
Autor: Siehe Artikel
Montag 08.02.2016
Rainer Wöffler - „Ohne Musik wäre ich verreckt“
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Rainer Wöfflers Lehrmeister in Sachen Musik waren zehn Bluesplatten, die einst Rory Gallagher in einem Radiointerview als seine wichtigsten Einflüsse nannte. Nicht leicht für einen 13jährigen, sich vom saarländischen Dudweiler aus diese Alben von Leabbelly bis Blind Boy Fuller zu besorgen. Etwas leichter fiel es ihm hingegen, Aufnahmen von Gallagher zu ordern. So jedenfalls verfiel Rainer Wölffler langsam aber unwiderruflich dem Blues. Heute gilt er zudem als Experte für historische Gitarren, speziell Resonatorgitarren - natürlich im Bluesbereich. Und er schreibt Beiträge für Musik-Zeitschriften - genau, ebenfalls zum Thema Blues. Und wenn sie nun wissen möchten, wie der Blues klingt, den Rainer Wöffler heute spielt, dann kommen sie am 26. Februar um 20 Uhr ins Bräustüberl in Maisach. Rainer Wöffler spielt gemeinsam mit Tanja Wirz als „The Red Hot Serenaders“.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Rainer Wöffler: Mir ist die richtige Musik zum richtigen Zeitpunkt über den Weg gelaufen. Und die richtigen Instrumente. Und die richtigen Menschen.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
RW: Mich selber!

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
RW: Schlechte Organisation, kaputtes Bandmobil, schlechte Pizzas, mies gelaunte Wirte ...

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
RW: Mein Sohn will Ballett-Tänzer werden. Und das mir als Blueser!

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
RW: Wenn die Musik so richtig schön von selber läuft, wenn der Raum gut klingt ohne jede Verstärkung, wenn im Publikum Leute sitzen, die begreifen, was wir da tun. Und natürlich wenn junge Menschen tanzen zu Deiner Musik!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
RW: Jede Art von Musik aus den zwanziger und dreißiger Jahren. Blues, Swing, Hawaii, Tango, Gospel, italienische Mandolinen, Arabisches mit der Oud, Rembetiko aus Griechenland, und, und , und....

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
RW: Vinyl! Wir produzieren auch grad eine Vinyl Platte aus einem Studio, das nur mit 40‘er Jahre Equipment aufnimmt!

KK: Was lesen Sie momentan?   
RW: Alte Ausgaben vom Klett/Cotta Almanach zum Thema Kochen.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
RW: Dummheit

KK: Was freut Sie ungemein? 
RW: Menschen zu treffen, die genauso empfinden wie ich.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
RW: Jawoll, ich habe eigenhändig die Holzweinkisten ausgetrunken, die mir jetzt als Gewürzregal und Büchergestell dienen.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
RW: Anthony Quinn in „Alexis Sorbas“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
RW: Tee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
RW: Die Zeitmaschine rückwärts.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
RW: Kann Beides.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
RW: Beim Musizieren.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
RW: Keine.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
RW: Die alten Musiksendungen im Radio sofort wieder einführen, die mir meinen musikalischen Weg in jungen Jahren geprägt haben. Manfred Miller mit seiner „Bluestime“-Sendung zum Beispiel. Es gibt heutzutage keine Sendungen mehr, wo einem Musik mit Hintergrund erklärt wird.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
RW: „Ohne Musik wär ich verreckt!“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
RW: Gar nicht - der Moment ist das Einzigste was zählt.
Autor: Siehe Artikel
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.