Blickpunkt:
Interview
Interview
Im Blickpunkt - Portraits werden Persönlichkeiten vorgestellt, die auf unterschiedlichste Weise das kulturelle Leben gestalten und bereichern - dabei oftweit über die Landesgrenze hinaus wirkend. Grundlage für diese Portraits ist ein Fragebogen.
Inhaltsverzeichnis
Stephanie Lottermoser - Die besten Einfälle unter Stresseinfluss

37

Willy Astor - Es gibt verdammt viele gute Nachrichten

38

Alfred Dorfer - Es empfiehlt sich Sozialkompetenz

39

Rainer Wöffler - „Ohne Musik wäre ich verreckt“

40

Nessie Tausendschön - „Es kann nur eine geben”

41

Jörg Steinleitner - Ein bisschen Demut schadet niemandem

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Montag 14.03.2016
Stephanie Lottermoser - Die besten Einfälle unter Stresseinfluss
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Stephanie Lottermoser spielt Saxophon und sie singt. Von der sogenannten Jazzpolizei hält sie wenig. Sie liebt die Freiheit dieser Musik und die Randbereiche des Jazz, wie Soul und Funk. Da wundert es nicht, dass sie bis heute von ihrem 6-monatigem Pariser Stipendium schwärmt. Hier, an der Seine, ist ein idealer Tummelplatz für alle jazzenden Groove-Freaks. Und dass die Münchnerin Chansons mag, wundert spätestens jetzt nicht mehr. Musikalisch dokumentiert hat Stephanie Lottermoser ihre Kunst zuletzt auf der CD „Paris Song Book“ (Downhill Records). Wer sie Live hören möchte, der sollte am Donnerstag, 14. April ins Puchheimer Kulturcentrum PUC kommen. Die Reihe „Jazz Around The World“ präsentiert das Stepahnie Lottermoser Quintett

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Stephanie Lottermoser: Meine Familie (im positivsten Sinne!). Ansonsten: jeder und alles Gute/weniger Gute/Schlechte und einfach so Geschehene.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
StL: Wen: Alle die das wollen. Was: Meine Musik mit allem was dazu gehört weiterentwickeln und damit automatisch auch mich selbst.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
StL: Chauvinismus, Sexismus.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
StL: Mein 6-monatiger Aufenthalt in Paris an der „Cite International des Arts“.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
StL: Das Komponieren an sich und wenn diese Musik dann gespielt wird und sich im Zusammenspiel weiterentwickelt, wenn Menschen auf Konzerte kommen um meine Musik zu hören und Freude daran haben, wenn ich beim Spielen alles um mich herum vergesse und nur bei/in der Musik bin.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
StL: Ich höre sehr viel und sehr gerne Musik, v.a. gehe ich auch so oft wie möglich auf Konzerte -
v.a. Jazz, Funk, Soul, Pop, Country, Blues.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
StL: Eher CD, aber eigentlich höre und kaufe ich ich die meiste Musik über Itunes, weil das unterwegs einfach am praktischsten ist. Aber die Tonqualität von Vinyl erreicht das beides leider nicht...!

KK: Was lesen Sie momentan?
StL: Roger Willemsen: „Das Hohe Haus. Ein Jahr im Parlament“; Hermann Hesse: „Das Glasperlenspiel“.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
StL: Die zunehmende rechte Gesinnung in Deutschland und Europa. Unreflektiertheit und Unüberlegtheit und daraus folgendes Handeln. ...in der Musik: Lounge-Versionen von großartigen Songs - neu eingesungen und unterlegt mit Elektrobeats.

KK: Was freut Sie ungemein?
StL: Menschen die helfen!!! Mein Freund, meine Familie, meine Freunde ...dass ich das tun kann/darf was ich tue.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
StL: Gemacht nicht, aber manchmal selbst geändert oder versucht zu ändern. Manchmal war´s danach besser, manchmal aber auch nicht mehr brauchbar ;-)

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
StL: Robert Redford in „All Is Lost“; Natalie Portman in „Black Swan“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
StL: Espresso!!!

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
StL: Ein Mittel für mehr Offenheit.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
StL: Einzelkämpfer hinter der Bühne/um die Bühne herum; musikalisch und persönlich Teamplayer

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
StL: Nachts. Wenn ich Personen treffe die mich beeindrucken. Unter Stresseinfluss. In emotionalen Situationen (negativ und positiv).

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
StL: Nachrichten, Konzertveranstaltungsseiten, Modeseiten :-), Seiten über Paris.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
StL: Vielleicht etwas egoistisch oder lobbyistisch, aber: Mehr Subventionen für Jazz in Form von Konzertsälen, Werbe-/Imageförderung, Spielstättenförderung, Stipendien.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
StL: „Be yourself, no matter what they say“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
StL:  ... offen ….
Autor: Siehe Artikel
Dienstag 23.02.2016
Willy Astor - Es gibt verdammt viele gute Nachrichten
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Willy Astor ist seit dreißig Jahren auf Bühnen unterwegs. „Er ist ein scharfsinniger Humorist“, sagt kein geringerer als Fredl Fesl über ihn. Dabei ist der vom Hasenbergl stammende Astor eine Art Spätberufener, der nach einer Werkzeugmacherlehre erst noch eine Ausbildung zum Maschinenbautechniker abschloss. Aber dann wurde er Wortakrobat, Kabarettist, Komponist, Musiker. Ein hartes Stück Arbeit, übrigens, diese Wortreime. „Diese Wortspielnummern sind ein molekularer Prozess, fast eine feinstoffliche Arbeit“, erzählte Willy Astor in einem Interview. „Erst brauchst du eine Grundidee, dann gibt es eine Formelsammlung und dann versuchst du es charmant zusammenzubasteln, dass es humoristisch wird.“. Am 6. März ist Willy Astor zu Gast in Fürstenfeld und präsentiert sein Programm: Reim Time.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Willy Astor: Ich wollte nicht als Nobody in einer Fabrik meine Seele verkaufen. Ich musste raus aus der Anonymität und aus einem vorbestimmten Leben mit Reiheneckhaus und Thuja-Hecke. Das war mein Antrieb...

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
WA: Ganz klar: Ich möchte die Leute glücklich machen - Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das ist ein schöner Sinn des Lebens, oder?

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
WA: Da gibt es so einiges: Reisestress, Packstress, der Autoverkehr oder technische Defekte während der Show. Aber das alles wird durch einen schönen Abend wieder relativiert. Die bedrückendste Zeit ist vielleicht während einer Schaffensphase, wenn mir grad nix einfällt. Bei mir kommt der Humor ja noch direkt vom Erzeuger...

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
WA: Dass es so viele tausende Helfer gibt, die sich um die Flüchtlinge kümmern - von Passau bis nach Berlin. Ohne diese Menschen würde schon lange Anarchie in Deutschland herrschen. Darum sollten sie auch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden...

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
WA: Wenn die Besucher grinsend und fröhlich das Foyer verlassen!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
WA: Ich höre viel Crossover: Also Bach und Mozart, aber auch die Black Eyed Peas, Chansons, Gitarrenmusik, etc...

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
WA: Mittlerweile wieder Beides! Ich habe mir auch wieder einen Plattenspieler gekauft.

KK: Was lesen Sie momentan?
WA: Meinen Söhnen die Leviten (lacht).

KK: Was ärgert Sie maßlos?
WA: Dass es so viele A....löcher gibt, wie bei der AFD. Und dass es in Deutschland und der Welt so viel Hass gibt.

KK: Was freut Sie ungemein?
WA: Dass es auch gute, verdammt viele gute Nachrichten gibt!

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
WA: Das nicht, aber eine große Wand in meiner Wohnung bemalt.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
WA: Robert De Niro und Al Pacino in „Heat“ und Katharine Hephurn in „Warte, bis es dunkel ist“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
WA: Ich liebe Kaffee. Tee trinke ich dann, wenn ich zu viel Kaffee getrunken habe.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
WA: Friedensmacher. Diese schöne Welt ist groß genug für alle und kann alle ernähren.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
WA: Beides: Als Solokünstler bist du oft alleine bei der Entstehung der Stücke. Das ist die Einsamkeit pur. On Tour sind wir ein kleines wunderbares Team - das macht riesigen Spaß.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
WA: Oft am morgen im Bett, wenn der Geist noch frisch ist.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
WA: Keine, ich bin old school. Da ist mir derzeit die Zeit zu schade. Ich bin nämlich gerade am komponieren.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
WA: Die kleinen Theater subventionieren.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
WA: „War doch viel Schönes dabei!“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
WA: Am liebsten rosig - auch für meine Kinder. Und dass ich im Alter einen Haufen Freunde um meinen Tisch setzen kann.
Autor: Siehe Artikel
Montag 15.02.2016
Alfred Dorfer - Es empfiehlt sich Sozialkompetenz
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Alfred Dorfer hat erst 2007, nach 25jähriger Unterbrechung, seine Dissertation geschrieben. Das Thema: Funktion von Satire in Diktaturen - Mussolini, Hitler und die DDR. Dabei wäre er fast Fußballer geworden - aufgrund eines Probetrainings bei Rapid Wien mit sechs Jahren (heute ist er Fan von Austria Wien). Dann kam noch irgendwann der Wunsch, sich als Chirurg ausbilden zu lassen, bevor er tatsächlich Schauspieler wurde. Später Kabarettist. Er drehte Filme mit Josef Hader und Adele Nauhauser, bekam Preise in Österreich und Deutschland (Bayrischer Kabarettpreis). Alfred Dorfer gastiert am 26. Februar um 20 Uhr im Stadtsaal zu Fürstenfeld mit seinem Soloprogramm „Fremd“.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Alfred Dorfer: In erster Linie Glück und das Zusammentreffen mit den richtigen Menschen zu den richtigen Zeitpunkten.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
AD: Im Grunde alle, die halbwegs Interesse an meiner Arbeit haben könnten. Ich halte nichts von Kunst für eine bestimmte Gruppe.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
AD: Lange Anfahrtszeiten und nicht ganz optimale akustische Verhältnisse am Veranstaltungsort.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
AD: Wie Europa sich binnen kürzester Zeit gewandelt hat, von einer abgeschotteten Insel der Seligen, über die Willkommenskultur zu einer beginnenden Festung.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
AD: Zu bemerken, dass das Publikum sich mit dem harmonisiert, was ich tue.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
AD: In erster Linie Klassik mittlerweile oder, wenn ich drohe einzuschlafen bei langen Autofahrten: Reggae.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
AD: CD, für anderes bin ich zu schlampig.

KK: Was lesen Sie momentan?
AD: Die abendländische Geschichte des Selbsthasses, sehr interessant, besonders, was die jetzige Situation betrifft.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
AD: Ideologisches Gequatsche ohne Blick auf die Realität.

KK: Was freut Sie ungemein?
AD: Wenn aus einer Misere endlich eine ernsthafte Diskussion entstehen könnte, wie etwa nach den Vorfällen in Köln.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
AD: Nein, und das ist sehr gut so.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
AD: Marlon Brando in „Apokalypse Now“, Robert De Niro in „Midnight Run“, Ellen Barkin immer, genauso wie Simone Signoret oder Oskar Werner.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
AD: Kaffee

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
AD: Ein App, der mich nach Hause beamt.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
AD: In unserem Job bist du notgedrungen beides, auch wenn du allein auftrittst, bist du von einigen anderen abhängig, also empfiehlt sich Sozialkompetenz.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
AD: Kann man nicht sagen, das ist wirklich immer möglich und nie.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
AD: Blogs gar nicht, da mir dieser Meinungskult auf den Docht geht. Websites gelegentlich für Reisen oder Fußballneuigkeiten.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
AD: Ich würde die Ministerien vom Kultur und Bildung zusammen legen, da diese beiden untrennbar sind.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
AD: „Langsam werd ich, wie ich war“, nein Blödsinn. Besser: „So wars, oder fast"

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
AD: Da bin ich ganz schwach, da meine Vorstellungen über die Zukunft immer sehr unkonkret waren und ich die Dinge auf mich zukommen ließ.
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Montag 08.02.2016
Rainer Wöffler - „Ohne Musik wäre ich verreckt“
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Rainer Wöfflers Lehrmeister in Sachen Musik waren zehn Bluesplatten, die einst Rory Gallagher in einem Radiointerview als seine wichtigsten Einflüsse nannte. Nicht leicht für einen 13jährigen, sich vom saarländischen Dudweiler aus diese Alben von Leabbelly bis Blind Boy Fuller zu besorgen. Etwas leichter fiel es ihm hingegen, Aufnahmen von Gallagher zu ordern. So jedenfalls verfiel Rainer Wölffler langsam aber unwiderruflich dem Blues. Heute gilt er zudem als Experte für historische Gitarren, speziell Resonatorgitarren - natürlich im Bluesbereich. Und er schreibt Beiträge für Musik-Zeitschriften - genau, ebenfalls zum Thema Blues. Und wenn sie nun wissen möchten, wie der Blues klingt, den Rainer Wöffler heute spielt, dann kommen sie am 26. Februar um 20 Uhr ins Bräustüberl in Maisach. Rainer Wöffler spielt gemeinsam mit Tanja Wirz als „The Red Hot Serenaders“.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Rainer Wöffler: Mir ist die richtige Musik zum richtigen Zeitpunkt über den Weg gelaufen. Und die richtigen Instrumente. Und die richtigen Menschen.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
RW: Mich selber!

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
RW: Schlechte Organisation, kaputtes Bandmobil, schlechte Pizzas, mies gelaunte Wirte ...

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
RW: Mein Sohn will Ballett-Tänzer werden. Und das mir als Blueser!

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
RW: Wenn die Musik so richtig schön von selber läuft, wenn der Raum gut klingt ohne jede Verstärkung, wenn im Publikum Leute sitzen, die begreifen, was wir da tun. Und natürlich wenn junge Menschen tanzen zu Deiner Musik!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
RW: Jede Art von Musik aus den zwanziger und dreißiger Jahren. Blues, Swing, Hawaii, Tango, Gospel, italienische Mandolinen, Arabisches mit der Oud, Rembetiko aus Griechenland, und, und , und....

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
RW: Vinyl! Wir produzieren auch grad eine Vinyl Platte aus einem Studio, das nur mit 40‘er Jahre Equipment aufnimmt!

KK: Was lesen Sie momentan?   
RW: Alte Ausgaben vom Klett/Cotta Almanach zum Thema Kochen.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
RW: Dummheit

KK: Was freut Sie ungemein? 
RW: Menschen zu treffen, die genauso empfinden wie ich.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
RW: Jawoll, ich habe eigenhändig die Holzweinkisten ausgetrunken, die mir jetzt als Gewürzregal und Büchergestell dienen.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
RW: Anthony Quinn in „Alexis Sorbas“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
RW: Tee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
RW: Die Zeitmaschine rückwärts.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
RW: Kann Beides.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
RW: Beim Musizieren.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
RW: Keine.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
RW: Die alten Musiksendungen im Radio sofort wieder einführen, die mir meinen musikalischen Weg in jungen Jahren geprägt haben. Manfred Miller mit seiner „Bluestime“-Sendung zum Beispiel. Es gibt heutzutage keine Sendungen mehr, wo einem Musik mit Hintergrund erklärt wird.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
RW: „Ohne Musik wär ich verreckt!“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
RW: Gar nicht - der Moment ist das Einzigste was zählt.
Autor: Siehe Artikel
Dienstag 02.02.2016
Nessie Tausendschön - „Es kann nur eine geben”
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Nessi Tausendschön ist Diseuse. Man könnte auch sagen eine Chansonette, über die die Weinheimer Nachrichten schreiben: „ ...große Komödiantin und virtuose Stimmakrobatin mit dem Temperament eines Vulkans ...“
Doch von Beruf ist Nessie Zierpflanzengärtnerin. Studiert hat sie natürlich auch, nämlich Theaterwissenschaften, Germanistik und iberoromanische Philologie - mit Abschluss. Wahrscheinlich brotlose Kunst, den irgendwann entschied sie sich für die Bühne, für das singende Fach. Und da sie politisch auch schon immer inkorrekt war, was lag das näher als das Kabarett? „In der Tat ist Nessi Tausendschön eine anerkannte Marke der deutschen Kabarettkultur“, schreibt die Welt am Sonntag. Und dafür gab`s Preise über Preise: Internationaler Kabarettpreis „Salzburger Stier“; Handelsblatt Kabarettpreis im Kommödchen, Düsseldorf; Deutscher Kleinkunstpreis; Kleinkunstpreis Hasper Hammer in Hagen; Kabarettpreis „Theresienstein“ in Hof usw. Am 18. Februar gastiert Nessi Tausendschön in der Germeringer Stadthalle mit ihrem Programm: „Die wunderbare Welt der Amnesie“.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Nessie Tausendschön: Sozialisierung in der Familie und so auch die Möglichkeit zu studieren, welches ich natürlich auch der deutschen Sozialdemokratie verdanke, was mir ermöglichte, Wissen zu erhaschen. Und natürlich die Spiegelung in der Beziehung, nicht zuletzt aber die Freude am Machen.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
NT: Ich möchte attraktive, active und offene Menschen erreichen, möchte sie unterhalten, erstaunen, bekehren, belehren und laben.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
NT: Mutlosikkeit.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
NT: Die Willkommenskultur mit all ihren Schwierigkeiten.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
NT: Wenn ich auf der Bühne in der Lage bin, mich von allen Zwängen zu befreien, nein, sagen wir: Von den meisten und zusammen mit den Zuschauern und Zuschauerinnen die Entstehung von Improvisationen zu zelebrieren und in anarchischer Art und Weise mit dem Publikum zu kommunizieren.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
NT: Jazz, Singer/Songwriter, Pop, Chanson.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
NT: Beides, aber öfter Vinyl, manchmal sogar noch Schellack.

KK: Was lesen Sie momentan?
NT: „Think” von James Adams und „Männer brauchen Grenzen” von Tina Teubner.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
NT: Ungerechtigkeit.

KK: Was freut Sie ungemein?
NT: Wenn sich ab und an das Gute in den Menschen offenbart oder wenn mir jemand die Füße krault.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
NT: Ja, ich habe früher in den Seminaren diverse Pullover gestrickt , außerdem restauriere ich gerne alte Möbel.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
NT: Brad Pitt in „Benjamin Button” und Famke Jansen in „Goldenye”.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
NT: Tee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
NT: Einen Roboter, der die elende Bürokratie, z.B. die Steuererklärung, selbstständig ohne mein Zutun erledigt.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
NT: Leider wohl eher Einzelkämferin.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
NT: Beim Auto- oder Zugfahren. Und beim Briefeschreiben.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
NT: spiegel.de, faz manchmal.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
NT: Ich würde den Zugang zu Kultur allen Menschen ermöglichen wollen und der Kultur die Wichtigkeit einräumen, die ihr gebührt.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
NT: Zunächst: „Es kann nur eine geben”. Den wirklichen Titel kann ich noch nicht nennen, sonst klaut ihn jemand.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
NT: Während die jungen Menschen arbeiten, verschwende ich meine üppige Rente im Hellen und Warmen. Der Kapitalismus hat sich aufgefressen, man spricht noch miteinander.
Autor: Siehe Artikel
Samstag 16.01.2016
Jörg Steinleitner - Ein bisschen Demut schadet niemandem
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Jörg Steinleitner war Seefahrer, Tennistrainer, Zeitungsredakteur, Kellner, Bauarbeiter, Radiomoderator und Verleger. Heute arbeitet der Allgäuer als Schriftsteller, Journalist und Rechtsanwalt. Als Autor veröffentlichte er Romane, Kurzgeschichten, Reiseerzählungen und Krimis. Im letzten Jahr erschien im Piper Verlag „Maibock: Ein Fall für Anne Loop“, der fünfte Band der Anne-Loop-Reihe. Und wenn einer wie Jörg Steinleitner mit seinen Büchern auf Lesetour geht, versteht es sich fast von selbst, dass hier mehr geboten wird, als der Autor und sein Buch. Am Freitag, 29. Januar wird Jörg Steinleitner um 20 Uhr im Puchheimer Kulturcentrum PUC ein kriminalistisches Live-Hörspiel-Kabarett mit Musik aufführen. Der Titel: „Maibock“. Die SZ schrieb: „ Von exotischen Trommeln und Kalimba über das bayrische Akkordeon und ein aus Plastikrohren gebasteltes Alphorn bis hin zu Vogelflöten, Entspannungskugeln und Kugelschreibern, nutzte Helmut Sinz ein absurdes Arsenal an Instrumenten, um im perfekten Timing Mayers und Steinleitners Lesung zu pointieren. Ein Riesenspaß."


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Jörg Steinleitner: Ich meine, dass die Unterstützung durch meine Eltern - und nach dem frühen Tod meines Vaters - meiner Mutter mich ermutigt haben, den künstlerischen Weg immer weiter zu gehen. Inhaltlich trägt mich meine Begeisterung für die Literatur und die Tatsache, dass ich gerne vor vielen Menschen auftrete.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
JSt: Wer zu einem meiner Auftritte kommt, soll für eineinhalb Stunden sein sonstiges Leben vergessen. Wer eines meiner Bücher liest, soll Spaß dabei haben.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
JSt: Termindruck, Existenz- und andere Ängste, Rückenschmerzen, Kater, Schlafprobleme, Erkältungen, defekte Computer, lahme Internetverbindungen sowie mit jodelnden Wanderern in Tischdeckenhemden, Seppelhüten und Stirnbändern für die Wadln am Gartenzaun.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
JSt: Meine Begegnungen mit Geflüchteten. Die haben mich berührt und gefreut, denn da habe ich gespürt, um was es im Leben wirklich geht. Außerdem freut es mich sehr, dass ich jüngst mein erstes künstlerisches Projekt mit meiner zwölfjährigen Tochter realisieren konnte: Wir haben das Kinderbuch "Juni im Blauen Land" geschrieben, eine kleine nostalgische Dorfgeschichte.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
JSt: Das Gefühl zu haben, dass ein Satz oder Text gelungen ist.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
JSt: Ich höre kaum Musik - und wenn, dann wird sie von meiner Frau ausgewählt. Mir fehlt die Zeit zum Musikhören. Wenn ich nicht schreibe, lese ich oder gehe Dauerlaufen. Ich spiele aber Klavier und Akkordeon. Für unser neues "Juni im Blauen Land"-Kinderprogramm spiele ich auch auf der Bühne Akkordeon.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
JSt: Am meisten hören wir in unserer Familie mittlerweile über diese Downloadplattformen Musik. Das missfällt mir, aber wie gesagt, habe ich musikalisch bei uns nicht viel zu melden.

KK: Was lesen Sie momentan?
JSt: Oliver Pötzschs neuen Henkerstochter-Roman, weil ich gerade ein Interview mit ihm, mit dem ich übrigens auch befreundet bin, vorbereite. Sie müssen wissen, dass ich neben meiner schriftstellerischen Arbeit regelmäßig Interviews mit anderen Autoren führe. Und mit meinem Sohn (7) lese ich augenblicklich zum fünften Mal "Karlsson vom Dach", mit meiner kleineren Tochter (10) Karl Valentins gesammelte Werke und mit meiner großen Tochter (12) lese ich die "Blechtrommel". Das machen wir immer abends vor dem Einschlafen. Jedes Kind bekommt seine eigene Geschichte. Denn Lesen und Vorgelesenbekommen macht Kinder schlau.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
JSt: Wie respektlos viele Menschen mit anderen umgehen. Ein bisschen Demut schadet niemandem.

KK: Was freut Sie ungemein?
JSt: Die prachtvolle bayerische Natur. Die Sonne. Meine Familie. Eine Flasche Wein. Ein gutes Essen. Bewegung.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
JSt: Als Bub habe ich Socken für mich und einen Pullunder für meine Puppe gestrickt. Möbelstücke baut bei uns meine Frau, ich bin handwerklich nicht einmal fähig, ein Loch in eine Wand zu bohren.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
JSt: Da fällt mir jetzt nichts ein. Ich schaue nicht viel fern - und seit ich auf dem Dorf wohne, komme ich nur noch selten ins Kino. Letzteres ist allerdings sehr schade.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
JSt: Beides. Ich trinke morgens immer erst einen Milchkaffee und dann einen Liter Tee. Auch den ganzen Tag über trinke ich beim Schreiben Tee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
JSt: Die perfekte, unwiderstehliche, unvergessliche, zeitlos gute Liebesgeschichte.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
JSt: Ich arbeite gerne mit anderen zusammen, komme mir dabei aber mitunter recht allein vor.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
JSt: Wenn ich faul sein darf.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
JSt: Spiegel Online. Ansonsten lese ich vor allem Gedrucktes.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
JSt: Die Kulturförderung würde ich etwas umverteilen. Ich finde es ein Unding, in welch hohem Maße Theater, Orchester und Oper gefördert werden im Verhältnis zur Literatur, wo fast gar nichts passiert.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
JSt: Mit einer Autobiographie warten wir mal noch ein paar Jahre.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
JSt: Das übersteigt meine Vorstellungskraft. Ich bin bereits von der Gegenwart gewaltig beeindruckt. Aber man sollte sich diesbezüglich entspannen - früher war die Zukunft ja auch besser als sie es heute ist, und trotzdem wird es sie aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin geben.
Autor: Siehe Artikel
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