Blickpunkt:
Interview
Interview
Im Blickpunkt - Portraits werden Persönlichkeiten vorgestellt, die auf unterschiedlichste Weise das kulturelle Leben gestalten und bereichern - dabei oftweit über die Landesgrenze hinaus wirkend. Grundlage für diese Portraits ist ein Fragebogen.
Inhaltsverzeichnis
Nessie Tausendschön - „Es kann nur eine geben”

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Jörg Steinleitner - Ein bisschen Demut schadet niemandem

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Philipp Stauber - Eigentlich ein „Beatle“

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KultKomp(l)ott

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Auf, zu neuen Ufern

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Ohne Titel

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Dienstag 02.02.2016
Nessie Tausendschön - „Es kann nur eine geben”
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Nessi Tausendschön ist Diseuse. Man könnte auch sagen eine Chansonette, über die die Weinheimer Nachrichten schreiben: „ ...große Komödiantin und virtuose Stimmakrobatin mit dem Temperament eines Vulkans ...“
Doch von Beruf ist Nessie Zierpflanzengärtnerin. Studiert hat sie natürlich auch, nämlich Theaterwissenschaften, Germanistik und iberoromanische Philologie - mit Abschluss. Wahrscheinlich brotlose Kunst, den irgendwann entschied sie sich für die Bühne, für das singende Fach. Und da sie politisch auch schon immer inkorrekt war, was lag das näher als das Kabarett? „In der Tat ist Nessi Tausendschön eine anerkannte Marke der deutschen Kabarettkultur“, schreibt die Welt am Sonntag. Und dafür gab`s Preise über Preise: Internationaler Kabarettpreis „Salzburger Stier“; Handelsblatt Kabarettpreis im Kommödchen, Düsseldorf; Deutscher Kleinkunstpreis; Kleinkunstpreis Hasper Hammer in Hagen; Kabarettpreis „Theresienstein“ in Hof usw. Am 18. Februar gastiert Nessi Tausendschön in der Germeringer Stadthalle mit ihrem Programm: „Die wunderbare Welt der Amnesie“.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Nessie Tausendschön: Sozialisierung in der Familie und so auch die Möglichkeit zu studieren, welches ich natürlich auch der deutschen Sozialdemokratie verdanke, was mir ermöglichte, Wissen zu erhaschen. Und natürlich die Spiegelung in der Beziehung, nicht zuletzt aber die Freude am Machen.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
NT: Ich möchte attraktive, active und offene Menschen erreichen, möchte sie unterhalten, erstaunen, bekehren, belehren und laben.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
NT: Mutlosikkeit.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
NT: Die Willkommenskultur mit all ihren Schwierigkeiten.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
NT: Wenn ich auf der Bühne in der Lage bin, mich von allen Zwängen zu befreien, nein, sagen wir: Von den meisten und zusammen mit den Zuschauern und Zuschauerinnen die Entstehung von Improvisationen zu zelebrieren und in anarchischer Art und Weise mit dem Publikum zu kommunizieren.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
NT: Jazz, Singer/Songwriter, Pop, Chanson.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
NT: Beides, aber öfter Vinyl, manchmal sogar noch Schellack.

KK: Was lesen Sie momentan?
NT: „Think” von James Adams und „Männer brauchen Grenzen” von Tina Teubner.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
NT: Ungerechtigkeit.

KK: Was freut Sie ungemein?
NT: Wenn sich ab und an das Gute in den Menschen offenbart oder wenn mir jemand die Füße krault.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
NT: Ja, ich habe früher in den Seminaren diverse Pullover gestrickt , außerdem restauriere ich gerne alte Möbel.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
NT: Brad Pitt in „Benjamin Button” und Famke Jansen in „Goldenye”.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
NT: Tee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
NT: Einen Roboter, der die elende Bürokratie, z.B. die Steuererklärung, selbstständig ohne mein Zutun erledigt.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
NT: Leider wohl eher Einzelkämferin.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
NT: Beim Auto- oder Zugfahren. Und beim Briefeschreiben.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
NT: spiegel.de, faz manchmal.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
NT: Ich würde den Zugang zu Kultur allen Menschen ermöglichen wollen und der Kultur die Wichtigkeit einräumen, die ihr gebührt.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
NT: Zunächst: „Es kann nur eine geben”. Den wirklichen Titel kann ich noch nicht nennen, sonst klaut ihn jemand.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
NT: Während die jungen Menschen arbeiten, verschwende ich meine üppige Rente im Hellen und Warmen. Der Kapitalismus hat sich aufgefressen, man spricht noch miteinander.
Autor: Siehe Artikel
Samstag 16.01.2016
Jörg Steinleitner - Ein bisschen Demut schadet niemandem
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Jörg Steinleitner war Seefahrer, Tennistrainer, Zeitungsredakteur, Kellner, Bauarbeiter, Radiomoderator und Verleger. Heute arbeitet der Allgäuer als Schriftsteller, Journalist und Rechtsanwalt. Als Autor veröffentlichte er Romane, Kurzgeschichten, Reiseerzählungen und Krimis. Im letzten Jahr erschien im Piper Verlag „Maibock: Ein Fall für Anne Loop“, der fünfte Band der Anne-Loop-Reihe. Und wenn einer wie Jörg Steinleitner mit seinen Büchern auf Lesetour geht, versteht es sich fast von selbst, dass hier mehr geboten wird, als der Autor und sein Buch. Am Freitag, 29. Januar wird Jörg Steinleitner um 20 Uhr im Puchheimer Kulturcentrum PUC ein kriminalistisches Live-Hörspiel-Kabarett mit Musik aufführen. Der Titel: „Maibock“. Die SZ schrieb: „ Von exotischen Trommeln und Kalimba über das bayrische Akkordeon und ein aus Plastikrohren gebasteltes Alphorn bis hin zu Vogelflöten, Entspannungskugeln und Kugelschreibern, nutzte Helmut Sinz ein absurdes Arsenal an Instrumenten, um im perfekten Timing Mayers und Steinleitners Lesung zu pointieren. Ein Riesenspaß."


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Jörg Steinleitner: Ich meine, dass die Unterstützung durch meine Eltern - und nach dem frühen Tod meines Vaters - meiner Mutter mich ermutigt haben, den künstlerischen Weg immer weiter zu gehen. Inhaltlich trägt mich meine Begeisterung für die Literatur und die Tatsache, dass ich gerne vor vielen Menschen auftrete.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
JSt: Wer zu einem meiner Auftritte kommt, soll für eineinhalb Stunden sein sonstiges Leben vergessen. Wer eines meiner Bücher liest, soll Spaß dabei haben.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
JSt: Termindruck, Existenz- und andere Ängste, Rückenschmerzen, Kater, Schlafprobleme, Erkältungen, defekte Computer, lahme Internetverbindungen sowie mit jodelnden Wanderern in Tischdeckenhemden, Seppelhüten und Stirnbändern für die Wadln am Gartenzaun.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
JSt: Meine Begegnungen mit Geflüchteten. Die haben mich berührt und gefreut, denn da habe ich gespürt, um was es im Leben wirklich geht. Außerdem freut es mich sehr, dass ich jüngst mein erstes künstlerisches Projekt mit meiner zwölfjährigen Tochter realisieren konnte: Wir haben das Kinderbuch "Juni im Blauen Land" geschrieben, eine kleine nostalgische Dorfgeschichte.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
JSt: Das Gefühl zu haben, dass ein Satz oder Text gelungen ist.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
JSt: Ich höre kaum Musik - und wenn, dann wird sie von meiner Frau ausgewählt. Mir fehlt die Zeit zum Musikhören. Wenn ich nicht schreibe, lese ich oder gehe Dauerlaufen. Ich spiele aber Klavier und Akkordeon. Für unser neues "Juni im Blauen Land"-Kinderprogramm spiele ich auch auf der Bühne Akkordeon.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
JSt: Am meisten hören wir in unserer Familie mittlerweile über diese Downloadplattformen Musik. Das missfällt mir, aber wie gesagt, habe ich musikalisch bei uns nicht viel zu melden.

KK: Was lesen Sie momentan?
JSt: Oliver Pötzschs neuen Henkerstochter-Roman, weil ich gerade ein Interview mit ihm, mit dem ich übrigens auch befreundet bin, vorbereite. Sie müssen wissen, dass ich neben meiner schriftstellerischen Arbeit regelmäßig Interviews mit anderen Autoren führe. Und mit meinem Sohn (7) lese ich augenblicklich zum fünften Mal "Karlsson vom Dach", mit meiner kleineren Tochter (10) Karl Valentins gesammelte Werke und mit meiner großen Tochter (12) lese ich die "Blechtrommel". Das machen wir immer abends vor dem Einschlafen. Jedes Kind bekommt seine eigene Geschichte. Denn Lesen und Vorgelesenbekommen macht Kinder schlau.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
JSt: Wie respektlos viele Menschen mit anderen umgehen. Ein bisschen Demut schadet niemandem.

KK: Was freut Sie ungemein?
JSt: Die prachtvolle bayerische Natur. Die Sonne. Meine Familie. Eine Flasche Wein. Ein gutes Essen. Bewegung.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
JSt: Als Bub habe ich Socken für mich und einen Pullunder für meine Puppe gestrickt. Möbelstücke baut bei uns meine Frau, ich bin handwerklich nicht einmal fähig, ein Loch in eine Wand zu bohren.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
JSt: Da fällt mir jetzt nichts ein. Ich schaue nicht viel fern - und seit ich auf dem Dorf wohne, komme ich nur noch selten ins Kino. Letzteres ist allerdings sehr schade.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
JSt: Beides. Ich trinke morgens immer erst einen Milchkaffee und dann einen Liter Tee. Auch den ganzen Tag über trinke ich beim Schreiben Tee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
JSt: Die perfekte, unwiderstehliche, unvergessliche, zeitlos gute Liebesgeschichte.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
JSt: Ich arbeite gerne mit anderen zusammen, komme mir dabei aber mitunter recht allein vor.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
JSt: Wenn ich faul sein darf.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
JSt: Spiegel Online. Ansonsten lese ich vor allem Gedrucktes.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
JSt: Die Kulturförderung würde ich etwas umverteilen. Ich finde es ein Unding, in welch hohem Maße Theater, Orchester und Oper gefördert werden im Verhältnis zur Literatur, wo fast gar nichts passiert.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
JSt: Mit einer Autobiographie warten wir mal noch ein paar Jahre.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
JSt: Das übersteigt meine Vorstellungskraft. Ich bin bereits von der Gegenwart gewaltig beeindruckt. Aber man sollte sich diesbezüglich entspannen - früher war die Zukunft ja auch besser als sie es heute ist, und trotzdem wird es sie aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin geben.
Autor: Siehe Artikel
Montag 11.01.2016
Philipp Stauber - Eigentlich ein „Beatle“
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Fotos: Oskar Neubauer
Philipp Stauber ist in Olchging bei München aufgewachsen. Begonnen hat er seine musikalische Karriere auf dem Klavier. Mit zwölf wechselte er zur Gitarre. Unter dem Einfluss seiner Lehrer Kosta Lukacs, Karl Ratzer und Joe Pass war der Weg zum Jazz geebnet. Er spielte mit Dusko Goykovich, Giora Feidman, Tony Lakatos, Bobby Watson, Roman Schwaller und vielen vielen anderen. 2001 erschien sein erstes Album unter eigenem Namen „Slowfood“, eingespielt im Trio mit Henning Sieverts und Till Martin. Über „Foolish Hearts“, erschienen 2011, schrieb das Jazzpodium, dass es eines der feinsten Jazzgitarren-Alben sei, die je aus deutschen Landen kamen. Im letzten Jahr erschien nun „Sugar“, eingespielt im Quintett. Es sei „Swingender zeitloser Jazz, elegant und immer dem Blues verhaftet“, urteilt seine Plattenfirma GML Music. Am Freitag, 29. Januar wird um 19.30 Uhr in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach in der Hauptstraße 68 Philipp Stauber mit Till Martin, Henning Sieverts und Bastian Jütte ein Heimspiel geben.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Philipp Stauber: Der sehr frühe Traum Musiker zu werden, eigentlich ein „Beatle“... .

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
PhSt: Spannende musikalische Erlebnisse im "Hier & Jetzt", aus dem Moment geboren - geht am besten im Jazz & Blues.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
PhSt: Ständig wechselnde akustische Bedingungen und ein hohes Aufkommen von "Gschaftlhubern " in der Branche.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
PhSt: Die Situation der Flüchtlinge.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
PhSt: Aufhebung von Raum und Zeit beim Musikmachen, Seelenverwandtschaft unter Musikern.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
PhSt: Bach-Blues-Beatles-Bebop.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
PhSt: Unwichtig.

KK: Was lesen Sie momentan?
PhSt: „Die großen Denker“ von Harald Lesch (Weihnachtsgeschenk für meinen Sohn).

KK: Was ärgert Sie maßlos?
PhSt: Alles Braune.

KK: Was freut Sie ungemein?
PhSt: Empathie, Hilfsbereitschaft.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
PhSt: Noch nie...

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
PhSt: Forest Whitaker in „Bird“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
PhSt: Kaffee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
PhSt: Eine perfekt gestimmte Gitarre die Auftritte ausmacht und die Steuererklärung erledigt.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
PhSt: Beides gleichermaßen.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
PhSt: Wenn es ganz brenzlig wird - oder ganz entspannt ist...

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
PhSt: Keine.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
PhSt: Freier Eintritt für unser Konzert am 29.1. in Olching.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
PhSt: "Von Olching in die weite Welt".

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
PhSt: Spannend.
Autor: Siehe Artikel
Mittwoch 06.01.2016
KultKomp(l)ott
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KW

Autor: Siehe Artikel
Mittwoch 06.01.2016
Auf, zu neuen Ufern
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KW

Autor: Siehe Artikel
Dienstag 05.01.2016
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KW

Autor: Siehe Artikel
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