Blickpunkt:
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Inhaltsverzeichnis
Die Venus als Weihnachtsstern?

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Der „Riesenmond“ am 14. November!!

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Der „Fränkische Galilei“

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Das erste kosmische „Hallo“?

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Eiskalte Brocken

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Auf zu neuen Horizonten

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Donnerstag 01.12.2016
Die Venus als Weihnachtsstern?
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Der letzte Monat des Jahres bietet tatsächlich außerordentliche Möglichkeiten für astronomische Beobachtungen. Während der immer früher einsetzenden Dunkelheit wird deutlich, dass der Planet Venus den Abendhimmel beherrscht. Ihre Untergangszeiten in Bezug auf den Sonnenuntergang verlagern sich immer weiter bis 20 Uhr, sodass ihr strahlendes Leuchten bequem am Westhimmel zu sehen ist. Damit haben wir einen perfekten Weihnachtsstern, dem die leuchtschwächeren Planeten Mars und Saturn zur Seite stehen.
Die Sommersternbilder verabschieden sich endgültig aus der Sichtbarkeit, währenddessen das Herbstviereck noch bis 24 Uhr ebenfalls in westlicher Richtung erkennbar bleibt. Den Blick in Richtung Süden beherrscht nun das Wintersechseck, wobei der höchststehende Stern Capella aus dem Fuhrmann besonders deutlich sichtbar wird, ist doch dieser Stern der dritthellste, den man bei uns beobachten kann. Sein Name leitet sich aus dem lateinischen Wort Capra (Ziege) ab, was wiederum den Hinweis auf den Ziegenhirten gibt, welcher der Legende nach dem Göttervater Zeus schützend zur Seite stand. Der lateinische Sternbildname Auriga (Wagenlenker) gibt allerdings den Hinweis darauf, dass man in späteren Zeiten in diesem Sternbild den Fuhrmann Erichthonius sah, der einst den Vierspänner erfunden haben soll. Gegen 22 Uhr steht tief unter der Capella als Pendant der hellste Nachtstern Sirius aus dem Großen Hund. In den frühen Morgenstunden ist dann der Planetenriese Jupiter recht hell in östlicher Richtung auszumachen.

Die Venus als abendlicher Weihnachtsstern ist natürlich ein großer Zufall. Da viele Menschen an den Adventsabenden und zur Weihnachtszeit ihren Blick zum Himmel lenken, wird das sehr hell leuchtende Objekt nicht nur auffallen, sondern letztendlich an die historische Überlieferung des Sterns von Bethlehem erinnern. Die Venus wird aus wissenschaftlicher Sicht nicht für die Erscheinung verantwortlich gemacht, die den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg wies, doch Geheimnisse um den Schwesterplaneten der Erde gab es schon immer. Allerdings sind heute viele Rätsel gelöst und die einstmals propagierte Besiedlung unseres Nachbarplaneten ist seit einigen Jahren endgültig vom Tisch. Zwar besitzt der nach der römischen Göttin der Liebe und Schönheit benannte Planet mit Ishtar Terra und Aphrodite Terra zwei riesige Kontinente, doch der gewaltige Treibhauseffekt sorgt für unwirtliche Temperaturen um 470 ° C, egal ob an den Polen oder am Äquator. Da die Atmosphäre fast vollständig aus CO 2 besteht, es Schwefelsäure regnet und ein Luftdruck wie in 900 m Meerestiefe herrscht, sieht man auch kaum Chancen, einen lebenserhaltenden Raumanzug für den Abstieg zu konstruieren. Der Venus-Besucher müsste buchstäblich in die Hölle hinabsteigen, was ein viel zu waghalsiges Unterfangen wäre.
Andererseits hat man aber auf Venus auch Spuren des früheren Vorhandseins von Wasser und der damit verbundenen Möglichkeit der Bildung von Lebensformen gefunden. Das sind mahnende Entwicklungen, die die Bewohner des Planeten Erde eigentlich nachdenklich stimmen sollten: Die auf unserem Planeten festgestellte Tendenz der Bildung eines Treibhauseffektes könnte der Anfang einer nicht umkehrbaren Reaktion sein, wie sie die Venus schon vor mehr als 700 Millionen Jahren durchlaufen hat.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Dienstag 01.11.2016
Der „Riesenmond“ am 14. November!!
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Das Herbstviereck wird nun mehr und mehr zur dominierenden Konstellation und verdrängt das Sommerdreieck in Richtung Westen. Der Wandel der jahreszeitlichen Sternbilder schreitet rasant voran, denn mit den zunehmend kürzer werdenden Tagen werden im Osten mit dem Fuhrmann, dem Stier und den Zwillingen sogar schon die ersten Wintersternbilder sichtbar. Die Planeten halten sich in ihren Beobachtungsmöglichkeiten weiterhin zurück. Zwar ist die Venus nun als Abendstern im Westen immer besser sichtbar und Jupiter wird am morgendlichen Osthimmel gut zu sehen sein, doch alle anderen Planeten verabschieden sich aus der Sichtbarkeit.
Ähnlich wie unsere Sonne ist auch auf den Begleiter der Erde immer Verlass. Denn seine Auf – und Untergänge begleiten uns ebenso verlässlich wie die der Sonne. Allerdings ist der nach der römischen Mondgöttin Luna bezeichnete Himmelskörper dabei nicht immer einfach aufzufinden, verschieben sich doch seine Aufgänge täglich um rund 50 Minuten. Damit wird klar, dass es sogar Tage ohne Mondaufgang gibt. Denn geht der Mond kurz vor Mitternacht auf, so erfolgt der nächste Aufgang erst am übernächsten Tag kurz nach Mitternacht. Am deutlichsten wird uns die Existenz des Erdbegleiters immer an dem Tag, an dem er zum selben Zeitpunkt im Osten aufgeht, wie die Sonne gegenüberliegend im Westen untergeht. Dann haben wir Vollmond.
Im Monat November nun wird zum ersten Mal seit 68 Jahren ein Ereignis eintreten, das sich aus der Ellipsenbahn des Mondes um die Erde ergibt. In normalen Fällen ist der Vollmond rund 384.000 km von der Erde entfernt. Im sogenannten Apogäum erreicht er die größte Erdferne mit mehr als 405.000 Kilometern. Der aufgehende Mond erscheint in diesem besonderen Fall somit recht klein. Nun wird aber am 14. November genau der umgekehrte Fall eintreten. Der Vollmond geht fast genau zu dem Zeitpunkt auf, wo er den erdnächsten Punkt (das Perigäum) durchläuft. Damit sind also die Voraussetzungen für das Erscheinen eines sehr großen Mondes gegeben, hat doch der Erdtrabant zu diesem Zeitpunkt einen Abstand von gerade einmal 356.510 km.
Bei absolut freier Sicht in Richtung Osten wird sich die Mondscheibe um immerhin acht Prozent größer zeigen als im Normalfall bzw. um 16 Prozent größer als in Erdferne. Da dies wirklich sehr augenfällig ist, sollte man die Betrachtung dieses „Riesenmondes“ nicht versäumen. Wenn allerdings am Abend des 14. Novembers gegen 18.04 Uhr erneut schlechtes Wetter die Observierung dieses Naturphänomens beeinträchtigt oder gar verhindert, dann wartet man halt bis zum nächsten Mal. Schon am 25.11. 2034 wiederholt sich das Ereignis und der „Supervollmond“ wird dann sogar noch ein Prozent größer sein.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Samstag 01.10.2016
Der „Fränkische Galilei“
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Im Monat Oktober werden die Tage nun merklich kürzer, so dass sich die Möglichkeiten der Stern- und Planetenbeobachtungen deutlich verbessern. Letztere bleibt jedoch schwierig, denn die meisten Planeten sind nur noch in der Dämmerung bei freier Sicht erkennbar. So stehen Merkur und Jupiter tief am östlichen Morgenhimmel, während Venus und Saturn am westlichen Abendhimmel knapp über dem Horizont sichtbar werden. Lediglich der Wüstenplanet Mars ist im Süden besser aufzuspüren. Doch auch seine Sichtbarkeit nimmt im Laufe des Monats immer mehr ab.
So können mit dem Sommerdreieck, gebildet aus den hellen Sternen Deneb (im Schwan), Atair (im Adler) und Wega (in der Leier) hoch im Süden, und dem Herbstviereck im Südosten gleich zwei große Konstellationen bewundert werden. Das herbstliche Quadrat setzt sich aus den drei Pegasus-Sternen Algenib, Scheat und Markab, sowie dem Andromeda-Stern Sirrah zusammen.
Nicht nur die fränkische Kleinstadt Königstein ist mit Johann Müller stolz auf einen bekannten Astronomen, der als Regiomontanus in fernen Ländern zu astronomischen Ruhm gelangte (siehe Kosmos Juni/2016). Auch das mittelfränkische Gunzenhausen hält den Namen eines großen Himmelsforschers in Ehren: Simon Mayr. Das achte Kind eines Büttners wurde dort am 20. Januar 1573 geboren und latinisierte später seinen Namen zu Simon Marius. Unter diesem Namen erlangte er in der astronomischen Wissenschaft eine hohe Anerkennung, da er fast gleichzeitig wie Galileo Galilei das damals neu entwickelte Fernrohr zur Beobachtung des Himmels einsetzte. So kam es, wie es kommen musste: Die günstigen Sichtbedingungen erlaubten beiden Forschern die visuelle Erforschung des Jupiter, dem Riesen unseres Sonnensystems. Wie heute feststeht, machten beide fast zur gleichen Zeit die Entdeckung, dass der Planetengigant vier Hauptmonde besitzt. Schon bald kam es zum Streit und Galileo Galilei bezichtigte Simon Mayr des Plagiats. Heute wissen wir, dass der berühmte Italiener seine Entdeckung tatsächlich mindestens einen Tag vor dem Franken gemacht hat und die vier Monde Io, Ganymed, Europa und Callisto noch heute als die Galileischen Monde bezeichnet werden.
Der Bekanntheit des „Fränkischen Galilei“ konnte dies aber keinen Abbruch tun. Er gilt heute sogar als der akribischere und korrektere Wissenschaftler, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass sein italienischer Gegenspieler als geschäftlich umtriebiger galt. So aber arbeitete Marius weiter im Stillen und konnte als einer der ersten Beobachter unseres Zentralgestirns Sonnenflecken nachweisen.
Der später in Ansbach tätige Hofastronom war auch als Arzt und Mathematiker sehr erfolgreich. Ganz nebenbei leistete er durch seine Jupiterbeobachtungen einen entscheidenden Beitrag dazu, dass sich unter den Gelehrten das heliozentrische Weltbild des Nicolaus Copernicus immer stärker durchsetzte. Waren doch Jupiter und seine vier großen Monde ein eigenständiges System, in dem sich die Monde um ihren Planeten bewegten und alle gemeinsam wiederum um die Sonne. Nach der erfolgreichen Veröffentlichung seines Hauptwerkes „Mundus Jovialis“ im Jahr 1614, wollte auch seine Vaterstadt Gunzenhausen ihren großen Sohn würdigen. Man schenkte ihm immerhin einen kleinen Silberbecher – zu sechseinhalb Gulden.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 01.09.2016
Das erste kosmische „Hallo“?
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Im Monat September werden sich die Bedingungen für die Beobachtung des Sternhimmels fast täglich verbessern. Die Tageslänge verkürzt sich im Laufe des Monats um zwei Stunden. Am 22.9. haben wir Tagundnachtgleiche und der Herbst beginnt. Bereits am Monatsanfang bieten tief im Süden die Planeten Mars und Saturn gemeinsam mit dem hellen Stern Antares aus dem Skorpion ein reizvolles Dreieck. Zu ihnen gesellt sich am 8.9. der zunehmende Mond. Die nahe der Sonne stehenden Planeten Venus und Merkur sind am Morgenhimmel nur schwer aufzuspüren und Jupiter bleibt uns verborgen, da er sich am Taghimmel befindet.
So ist das Sommerdreieck der Beherrscher des Abend- und Nachthimmels, wobei die sehr hell strahlende Wega aus dem Sternbild Leier am auffälligsten und recht leicht in der Nähe des Zenits zu finden ist.
Mit dem ersten Nachweis von Gravitationswellen hatte die astronomische Forschung in diesem Jahr bereits eine besondere Entdeckung zu vermelden. Nun kommt aber die Präsentation eines Exoplaneten beim sonnennächsten Stern im Sternbild Centaurus einer absoluten Sensation gleich. Um seine Einmaligkeit herauszustellen, wurde für diesen Stern im Abstand von rund 4,24 Lichtjahren einmalig der Name Proxima Centauri („Nächstgelegener Stern im Zentauren“) vergeben. Eigentlich galten die wesentlich helleren und größeren Nachbarsterne Alpha Centauri A und B als aussichtsreichere Kandidaten, denn Proxima selbst ist eine eher blasse und kühlere Sonne aus der Gruppe der Roten Zwergsterne. Doch nun wurde gerade hier ein ferner Planet entdeckt, der in nur 11 Tagen einmal den Hauptstern Proxima umrundet und dabei einen Abstand von 7 Millionen Kilometern aufweist. Die große Aufmerksamkeit für diesen Exoplaneten mit der vorläufigen Bezeichnung Proxima Centauri b resultiert aber gerade aus diesem Umstand heraus, gilt doch diese Entfernung zum eher kühlen Stern trotzdem als habitable Zone. Sie ist eigentlich recht einfach mit nicht zu warm und nicht zu kalt zu beschreiben und ist eines der wichtigsten Herausstellungsmerkmale unserer Erde in Bezug auf unsere Sonne. Unsere 150 Millionen Kilometer Abstand zur Sonne und die damit verbundene Existenz von flüssigem Wasser stellen die Grundlage für das Leben auf unserem blauen Planeten dar. Nun stellt sich logischerweise die Frage, ob der neue Planet Proxima b bei möglichem Vorhandensein von Wasser eventuell auch Leben beherbergen könnte. Diese Frage ist nicht ganz von der Hand zu weisen, denn sie war bei der Entdeckung der 3500 anderen Exoplaneten bei fernen Sternen schon immer mit im Spiel. Gerade einmal 10 Planeten wurden dabei in habitablen Zonen gefunden und feuerten so die Spekulationen über fremdes Leben auf anderen erdähnlichen Himmelskörpern noch zusätzlich an. Doch nun ein mögliches Vorhandensein in allernächster Nähe? Überlegt man sich diese Tatsache aber einmal genauer, wird einem schnell klar, dass die direkte Kontaktaufnahme ziemlich langwierig wäre. Selbst die schnellste Raumsonde Voyager 1, die sich immerhin mit sagenhaften 17 Kilometern pro Sekunde in den Kosmos hinaus bewegt und somit mehr als 500 Millionen Kilometer jährlich zurücklegt, würde Proxima Centauri b erst in ca. 65 000 Jahren erreichen. Soviel zur Hinreise.
Ein extrem gebündelter Lichtimpuls könnte natürlich in die Richtung unseres neuen Nachbarn gesendet werden. Hier müsste man knapp 9 Jahre auf das erste kosmische „Hallo“ warten. Aber was, wenn es ausbliebe?
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Klaus Huch
Montag 01.08.2016
Eiskalte Brocken
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Einzelmeteroit Hoba und 33 Fragmente des Gibeon-Meteteoritenschwarms in der Mall von Windhoek.
Für die Beobachtung des Sternhimmels sollte man sich nun auf das Sommerdreieck mit den Konstellationen Leier, Schwan und Adler konzentrieren, denn die Planeten Jupiter und Venus gehen schon kurz nach Sonnenuntergang ebenfalls unter. Mars und Saturn sind nur noch sehr flach im Süden zu erkennen und beenden gemeinsam mit dem Sternbild Skorpion ihre Sichtbarkeit gegen  Mitternacht.   
Im August wird es die St.-Laurentius-Nacht sein, die das größte jährliche Aufkommen von Sternschnuppen (Meteoren) erwarten lässt. Seit Jahrhunderten ist dies zur gleichen Zeit zu beobachten und daher glaubte man im Mittelalter die Tränen des Märtyrers Laurentius in der Nacht vom Himmel fallen zu sehen. Astronomisch betrachtet kreuzt die Erde wie jedes Jahr zu diesem Zeitpunkt die stark verschmutze Bahn des periodischen Kometen Swift-Tuttle. Die heutige Bezeichnung Perseidenstrom kommt daher, dass die meisten dieser „Shooting Stars“ auch aus dem Sternbild Perseus zu strömen scheinen. Ihre kurzzeitige, aber teilweise enorme Helligkeit resultiert aus der Relativgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Sekunde, die ihrerseits in der Eigenbewegung der kleinen Materieklumpen und dem gleichzeitigen Umlauf der Erde um die Sonne begründet ist. Rast also ein solches interplanetares Teilchen durch die Lufthülle der Erde,  so wird es im Bruchteil einer Sekunde zerstrahlt: Die eiskalten Brocken werden sofort in heißes Gas verwandelt. Die Leuchtspur eines solchen Vorgangs kann man dann mit viel Glück vor allem in der Nacht vom 11. zum 12. August zwischen 22 Uhr und 4 Uhr aufleuchten sehen. Den Prognosen zu Folge können dabei pro Stunde zwischen 80 und 140 Meteore auftreten. Allerdings erreichen nur selten Bruchstücke die Erdoberfläche, so wie es am 6. März in Oberbayern der Fall war. Insgesamt 6 Fragmente des Meteoriten Stubenberg mit maximal 1320 Gramm Gewicht konnten bislang gefunden werden.
In dieser Hinsicht birgt das afrikanische Land Namibia gleich zwei Superlative. Zum einen ging hier vor 20.000 Jahren bei Gibeon der größte je gefundene Schwarm von Meteoriten im Süden des Landes nieder und zum anderen ist im Norden mit dem Hoba der größte Einzelmeteorit der Welt zu finden.
Das ca. 180 x 350 km große Streufeld von Trümmern eines zerborstenen Meteoriten wurde nach dem Hauptfundort Gibeon benannt. 33 Fragmente dieser bis zu 555 kg schweren Eisenbrocken sind heute in Namibias Hauptstadt mitten in der Fußgängerzone ausgestellt. Die Zahl der Bewunderer scheint allerdings recht groß zu sein, denn drei der ausgestellten Metallbrocken haben Liebhaber gefunden und wurden kurzerhand entwendet.
Ganz anders ist dies bei dem fast 60 Tonnen wiegenden Giganten, der heute auf der Farm Hoba in der Nähe von Grootfontein zu bestaunen ist. Sein Auffinden wäre in der heutigen Zeit moderner Landwirtschaft kaum möglich, doch im Entdeckungsjahr 1905 wurden die Felder noch mit tiefschürfenden Ochsengespannen beackert und so blieb der Pflug damals einfach stecken. Schnell begann man zu graben und fand so den größten Einzelmeteoriten der Erde. Der Hoba überstand alle Versuche des Ausgrabens und ist auch nie wie andere Großfunde zerteilt worden. So ist der aus Eisen (82%) und Nickel (17%) bestehende Metallbrocken heute ein namibisches Nationaldenkmal.
Autor: Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Freitag 01.07.2016
Auf zu neuen Horizonten
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Der Monat Juli bietet vor allem in Blickrichtung Süden außergewöhnliche Konstellationen. Bereits in der Dämmerung fällt deutlich auf, dass ein rötlich leuchtendes Objekt flach über dem Horizont steht. Es ist der Planet Mars, der in diesem Monat eine große Annäherung zur Erde erreicht und damit für uns besonders hell erscheint. Ihm zur Seite stehen der Planet Saturn und der Stern Antares aus dem Sternbild Skorpion. In seiner Helligkeit wird Mars nur von Jupiter übertroffen. In westlicher Richtung ist der Riesenplanet ebenfalls bereits kurz nach Sonnenuntergang deutlich zu erkennen.
Mit zunehmender Dunkelheit ist auch das Sommerdreieck, gebildet aus den hellsten Objekten der Konstellationen Adler, Leier und Schwan, sichtbar. Deren jeweilige Hauptsterne Atair, Wega und Deneb sind leicht in Zenitnähe auffindbar.
Immer spektakulärere Forschungsergebnisse der amerikanischen Raumsonde New Horizons werden jetzt genau ein Jahr nach der Passage des Zwergplaneten Pluto und seines größten Mondes Charon von der NASA veröffentlicht. Neben Bildern, die beweisen, dass sogar dieses ferne Himmelsobjekt eine Atmosphäre besitzt, konnten imposante Bilder von scharf umrissenen Verwerfungen, ausgedehnten Tiefebenen und zerklüfteten Bergen dokumentiert werden. Dabei liegt der Aufbruch der natürlich unbemannten Raumsonde zu neuen Horizonten mehr als 10 Jahre zurück, denn der Start zu dieser Reise an den Rand des Sonnensystems war bereits im Januar 2006. Erst jetzt können die Ergebnisse der knapp zweitägigen Passage vom Juli 2015 nach und nach veröffentlicht werden: Der Bordcomputer ist zwar robust und zuverlässig, seine Geheimnisse lässt er sich aber nur sehr langsam entlocken, da der Speicher nur schrittweise und sehr vorsichtig gelehrt werden kann. In dieser enormen Entfernung zur Erde käme ein Absturz des Rechners einem Totalverlust gleich.
Auch der Autor wird jetzt zu neuen Horizonten aufbrechen. Der Reiz einer Reise in das südliche Afrika liegt ja auch in der Möglichkeit, den Geheimnissen des Südsternhimmels auf die Spur zu kommen. Es sind nicht nur die ungewöhnlichen Sternbilder, die einst von Seefahrern kreiert worden, die man neu für sich entdecken kann (siehe KOSMOS 6/2016: „Johann Müller - der Sohn eines unterfränkischen Müllers“). Auch der Blick auf die beiden Magellanschen Wolken, die als irreguläre Zwerggalaxien die unmittelbare Nachbarschaft unserer Heimatgalaxis darstellen, ist genauso ungewöhnlich wie der Anblick der gigantischen Himmelsbrücke der Milchstraße selbst. Am deutlichsten wird natürlich die Qualität der Himmelsansicht zu Tage treten, denn hierzulande hat die Lichtverschmutzung insbesondere in der Nähe der Großstädte schlichtweg dazu geführt, dass nur wenige Sternbilder überhaupt noch deutlich sichtbar und somit überhaupt noch bekannt sind. Dort hingegen erwartet den Astrofan aufgrund der Abgelegenheit und der damit verbundenen völligen Dunkelheit ein großartiger Anblick des unverfälschten südlichen Firmaments. 
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
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