Blickpunkt:
Kosmos
Kosmos
Inhaltsverzeichnis
Gammablitze aus dem All

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„Wissenschaft in die Schulen!“

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Farbiges Feuerspiel

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Sonnenfinsternis im März

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Bilder vom Rand des Weltalls

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Aufbruch zu neuen Horizonten

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Montag 01.06.2015
Gammablitze aus dem All
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Quelle: NASA
In den nächsten Wochen verkürzt sich die nächtliche Beobachtungszeit auf weniger als sieben Stunden. Man kann sich daher noch stärker als bisher auf die Planetenbeobachtung konzentrieren. Vor allem die nun extrem helle Venus hoch im Westen bietet einen wunderbaren Fixpunkt in der Dämmerung. Mit dem Einsetzen der Dunkelheit wird dann der Planetenriese Jupiter in unmittelbarer Nähe des Abendsterns sichtbar. Am 21.6. gesellt sich sogar die Sichel des zunehmenden Mondes hinzu, so dass ein interessantes Himmelsdreieck entsteht.
Gegen 23 Uhr werden die Sternbilder Großer und Kleiner Bär und der Bärenhüter hoch im Süden für den Betrachter sichtbar. Diese drei Sternbilder beherrschen momentan den spätabendlichen Himmel. Der Skorpion, als typisches Sommersternbild, ist nur knapp über den Horizont ebenfalls in südlicher Richtung zu entdecken. Sein Hauptstern Antares steht direkt unterhalb des Ringplaneten Saturn.
In den Fachzeitschriften ist in der letzten Zeit ein Phänomen in den Focus gerückt: Die sogenannten GRBs (Gamma-ray bursts), zu deutsch Gammastrahlenexplosionen. Diese Ausbrüche entstehen, wenn eine besonders energiereiche Supernova in kürzester Zeit unvorstellbare Mengen an Energie in Form von Gammastrahlung aussenden. Erstmals entdeckte man diese Himmelserscheinung 1967 eher zufällig mit den US-amerikanischen Vela-Überwachungssatelliten, die im Grunde der Aufklärung oberirdischer Atombombentests dienten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man erst sechs Jahre später der wahren Identität diese Gammablitze auf die Spur kam. Im Jahre 2008 konnte der NASA-Satellit SWIFT den bisher energiereichsten Strahlungsausbruch bei einem Stern im Sternbild Bärenhüter nachweisen. GRB 080319B war von seiner Leuchtkraft her 1.000.000.000.000.000 Mal heller als unsere Sonne.
Was würde passieren, wenn der Gammablitz einer solchen Hypernova in Richtung Erde gelangt ? Eine Apokalypse aus dem All und damit ein Horrorszenario und Endzeitstimmung? Ganz von der Hand zu weisen ist dieser Extremfall nicht. Denn die zwar unsichtbaren, aber doch hochenergetischen Gammastrahlen des GRB könnten die empfindliche Ozonschicht der Erde erheblich ausdünnen, was wiederum dazu führen würde, dass die gefährliche UV-Strahlung der Sonne über Jahre die Erdoberfläche erreicht. Ohne diesen natürlichen Schutz wäre ein Großteil des Lebens auf der Erde stark gefährdet.
Neue wissenschaftliche Studien zeigen allerdings, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses äußerst gering ist. Nur einmal innerhalb einer Milliarde Jahre könnte uns ein solcher GRB erreichen. Unsere Existenz am Rande der Galaxis scheint also relativ ungefährdet. Ein interessanter Umkehrschluss der Untersuchungen ist allerdings der Fakt, dass 90% aller Galaxien ein zu hohes Aufkommen an Gammablitzen haben, sodass die Entstehung von komplexen Leben, das einige Milliarden Jahre zur Entwicklung benötigt, nahezu unmöglich erscheint. Sollten wir also doch einzigartig sein?
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Freitag 01.05.2015
„Wissenschaft in die Schulen!“
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Unverkennbar: Die Tage werden länger und die Nächte kürzer. Im Monat Mai zeigt sich dies besonders deutlich. Jeder Tag bringt vier Minuten mehr Licht und die Tageslänge wächst bis zum Monatsende um eineinhalb Stunden. So ist es nicht verwunderlich, dass die strahlend helle Venus den Reigen der zu beobachtenden Nachtobjekte über dem Westhorizont erst nach 20.30 Uhr MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit) eröffnet. Später kommen in gleicher Himmelsrichtung mit den Zwillingen und dem Fuhrmann die letzten noch verbliebenen Wintersternbilder dazu. Im Süden beherrscht der Löwe gemeinsam mit dem ihm zur Seite stehenden Jupiter die Szenerie. Hoch über ihm erreicht der Große Bär, auch als Großer Wagen bekannt, im Zenit stehend seine höchste Jahresposition. Nach Mitternacht kann in der Nähe des Sternbild Skorpion der momentan der Sonne genau gegenüberstehende Saturn im Süden beobachtet werden. Selbst mit einem Fernglas lässt sich seine ovale Flächenausdehnung erkennen. Sein ausgeprägtes Ringsystem - immerhin mit 28 Erddurchmessern vermessen - erreicht momentan seine beste Sichtbarkeit.
Inzwischen wurden von der partiellen Sonnenfinsternis vom 20.3.2015 viele interessante Bilder veröffentlicht. Leider begleitete die Verfinsterung auch auch ein gehöriger Grad von Unwissenheit. Die Gefahr, dass eine ungeschützte Beobachtung die Möglichkeit einer Verletzung der Netzhaut des Auges nach sich ziehen kann, führte zu sonderbaren Verhaltensweisen. So wurde in manchen Schulen Deutschlands die Beobachtung strikt untersagt, teilweise sogar spezielle Vorhänge installiert, um das Augenlicht der Schüler (und Lehrer) zu schützen. Dabei hätte als Beispiel eine doppelt gefaltete Rettungsdecke sowohl den Schutz gewährleistet, als auch als eine Beobachtungsmöglichkeit geschaffen.
Auch in den neuen Medien waren viele irreführende Informationen zu finden. Dies gipfelte in Aussagen, die die Möglichkeit der Beobachtung der Sonnenfinsternis auf der Tagseite und gleichzeitig der Mondfinsternis auf der Nachtseite offerierten. Hier zeigte sich wieder einmal, dass angelesenes Halbwissen zu den unglaublichsten Fehlmeldungen führt. Vergleicht man dies mit der Arbeit des Hubble Heritage Teams, das seit zwei Jahrzehnten amerikanischen Schülern und Lehrern die großartigen Aufnahmen des seit 25 Jahren arbeitenden Weltraumteleskops Hubble näher bringt, wird deutlich, wie wichtig Bildungsinhalte der ältesten Naturwissenschaft nicht nur für den heranwachsenden Menschen sind. In Deutschland ist dieser Schritt mit der Aktion „WIS - Wissenschaft in die Schulen!“ (http://www.wissenschaft-schulen.de/) inzwischen auch schon getan.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Mittwoch 01.04.2015
Farbiges Feuerspiel
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Nachdem die Sonne am 20.März den Frühlingspunkt durchlaufen hat, sind die Tage wieder länger als die Nächte und die Beobachtungszeiten des nächtlichen Himmels verringern sich bald merklich. Trotzdem zeigt sich Venus als brillant leuchtender Abendstern am Westhimmel. Jupiter dominiert den Südhimmel als hellstes Objekt. Saturn beherrscht im Laufe der Nacht den Osthimmel. Die Wintersternbilder verabschieden sich durch den Tageslängenzuwachs vom westlichen Nachthimmel und überlassen den Frühlingssternbildern Löwe und Jungfrau im Süden und Südosten  den Vorrang.
„Auch die Märzabende halten interessante Beobachtungen am Sternhimmel bereit.“ So begann der letzte Kosmos-Artikel vom 2. März. Dies hat sich für viele Himmelsbeobachter am Abend des 15.3. um 19.44 Uhr rein zufällig bewahrheitet, denn eine sehr helle und äußerst eindrucksvolle Feuerkugel konnte trotz Straßenlaternen und Autoscheinwerfern über mehrere Sekunden deutlich beobachtet werden.
Solche Erscheinungen, die auch Boliden genannt werden, stellen das typische Zerfallen eines außerirdischen Objektes von der ungefähren Größe eines Basketballs am Ende ihrer Flugbahn dar. In Höhen von 100 bis 120 km beginnen die aus den Tiefen des Sonnensystems stammenden Brocken (Meteoride) mit den oberen atmosphärischen Schichten zu reagieren. Aufgrund der enormen Reibungshitze kommt es dabei zu einem Zerstrahlungsprozess, denn die eiskalten Materialien des Körpers wandeln sich in Sekundenbruchteilen vom festen in den gasförmigen Aggregatzustand. Dies führt zu den hellen Leuchterscheinungen, die auch als Meteor bezeichnet werden.
Bei fast unglaublichen Geschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Sekunde können die finalen Zerfallsmomente eines solchen Boliden von einem farbigen Feuerspiel und grandioser Helligkeit begleitet werden, was auch einige eher zufällig gewonnene Amateur-Aufnahmen vom 15. März deutlich zeigen. 
Da es seit einiger Zeit auch in Süddeutschland ein ausgeklügeltes Feuerkugel-Überwachungssystem mit automatischen Kameras gibt, ist das Ereignis wissenschaftlich gut dokumentiert. Durch die Fisheye-Objektive (Objektiv mit sehr großem Blickwinkel) dieser Kameras kann letztendlich die tatsächliche Flugbahn des Boliden berechnet werden. Das Objekt bewegte sich demnach in ca. 80 km Höhe über weite Teile Bayerns in südöstliche Richtung. Das Ereignis endete dann über der Schweiz, wo sich die von der Feuerkugel aufgestaute Luft in einem deutlich hörbaren Überschallknall entlud. In wieweit aber am Ende der Flugbahnparabel durch die Fragmentierung letzte, kleine Bruchstücke auf der Erde eingeschlagen sind, wird die Suche im Streufeld des Boliden zeigen.
Die zufälligen Beobachter haben auf jeden Fall einen dieser seltenen und gleichzeitig erhabenen Augenblicke der Vergänglichkeit des Kosmos erlebt - den man nicht so schnell vergessen wird. Natürlich durfte man sich auch bei dieser riesigen Sternschnuppe etwas (riesiges) wünschen. 
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Montag 02.03.2015
Sonnenfinsternis im März
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Auch die Märzabende halten interessante Beobachtungen am Sternenhimmel bereit. Zum einen erreicht Venus seine östlichste Position zur Sonne (Elongation) und ist als hellleuchtendes Objekt schon in der frühen Abenddämmerung erkennbar. Der ihm zur Seite stehende Mars verblasst geradezu neben dem Schwesterplaneten der Erde.
Zum anderen bleibt Jupiter der Beherrscher der Nacht und ist das auffälligste Objekt im Süden. Zu Beginn der zweiten Nachthälfte gesellt sich Saturn im Osten zu ihm. Bereits am 20.März durchläuft die Sonne den Frühlingspunkt. An diesem Tag ist Frühlingsanfang und Tagundnachtgleiche (dabei handelt es sich um die beiden Tage im Jahr, an denen die Sonne an den so genannten Äquinoktialpunkten steht. Überall auf der Erde sind dann Tag und Nacht exakt gleich lang. Aufgrund der Schaltjahre in unserem Kalender kann der genaue Zeitpunkt geringfügig schwanken).
Am selben Tag (20. März) ereignet sich zwischen 9.30 Uhr und 11.50 Uhr eine teilweise Sonnenfinsternis. Bei gutem Wetter kann man mit entsprechenden Spezialbrillen die Bedeckung von rund zwei Dritteln der Sonne durch den Neumond beobachten.
Am darauffolgenden 21.März werden die Tage dann wieder länger als die Nächte - das Sommerhalbjahr beginnt.
Bald schon werden die Wintersternbilder im Wandel der Jahreszeiten der Vergangenheit angehören. Damit schwindet auch die Möglichkeit der Beobachtung von Sternbildern, die eigentlich zum südlichen Sternhimmel gehören. Strenggenommen geht diese Trennungslinie mitten durch die Wintersternbilder, die uns in den vergangenen Monaten zu gewohnten abendlichen Begleitern geworden sind. Allen voran ist da natürlich der Himmelsjäger Orion zu nennen. Der Himmelsäquator, der den nördlichen vom südlichen Sternhimmel trennt, verläuft mitten durch dieses Sternbild. Während zum Beispiel sein rötlich leuchtender Schulterstern Beteigeuze noch ein Nordstern ist, sind die Gürtelsterne und der Fußstern Rigel Sterne des Südhimmels. Auch die Hundssterne sind in den nördlichen Prokyon (Kleiner Hund) und den südlichen Sirius (Großer Hund) zu trennen.
Neben dem hellsten Nachtstern Sirius ist auch Kanopus als der zweithellster Nachtstern ein Südobjekt. Er ist der Hauptstern des Sternbildes Carina (Schiffskiel - Teil des Schiffes der Argonauten). Die Namensgebung vieler Südsternbilder erfolgte  übrigens durch Seefahrer längst vergangener Jahrhunderte. So finden sich hier in der südlichen Hemisphäre entdeckte Tiere wie Tukan und Pavo (Paradiesvogel) ebenso wieder, wie die absonderliche Bezeichnungen Antlia (Luftpumpe), Fornax (Chemischer Ofen) und Norma (Tafelberg). Neben dem Schiff der Argonauten befinden sich mit dem Sextanten, dem Winkelmaß und dem Schiffskompass unabdingbare Peilgeräte der Navigatoren. In den Bezeichnungen Große Magellansche Wolke und Kleine Magellansche Wolke ist sogar der große Weltumsegler selbst verewigt. Hierbei handelt es sich um zwei kleine, aber mit bloßem Auge sichtbare Begleitgalaxien unserer Milchstraße.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Sonntag 01.02.2015
Bilder vom Rand des Weltalls
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Der Februar zeigt uns deutlich: Die Tage werden wieder länger. Während am Monatsanfang die Sonne gegen 7:45 Uhr auf- und gegen 17:20 Uhr untergeht, hat sich die Tageslänge bis zum Monatsende um fast eineinhalb Stunden verlängert. Dadurch werden die Beobachtungsmöglichkeiten des nächtlichen Himmels eindeutig kürzer. Trotzdem sind in den Abendstunden Mars und Venus im Westen gut zu sehen, während Jupiter hoch im Süden die Nacht und Saturn im Osten die frühen Morgenstunden beherrschen. Vor allem der Planetenriese Jupiter bildet gemeinsam mit dem Wintersechseck nach wie vor einen beeindruckenden Anblick.
Erneut ist es das auf 5000m Höhe in der chilenischen Atacama-Wüste befindliche europäische Radioeleskop ALMA, das mit seinen Forschungsergebnissen in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses rückt. Der aus 66 Parabolspiegeln mit jeweils 12m Durchmesser bestehende Teleskopverbund (Array) hat in der letzten Zeit die entferntesten Objekte des Universums untersucht. Die Ergebnisse der Radioastronomen aus den schwer zugänglichen Bereichen des Kosmos wurden mit den optischen Bildern des japanischen Subaru-Teleskops kombiniert. Ein in dieser Wissenschaft übliches Verfahren.
Subaru ist übrigens die japanische Bezeichnung für das Siebengestirn (die Plejaden), wobei das Teleskop selbst seit mehr als einem Jahrzehnt erfolgreich auf dem Gipfel des Mauna Kea in Hawaii arbeitet. Die aus dieser Symbiose entstandenen Bilder sind vielleicht nicht sonderlich spektakulär. Doch AzTEC-3, ein Galaxien-Baustein im jungen Kosmos in dem 10.000(!!) neue Sterne pro Jahr entstehen, stellt das weitenfernteste bisher erfasste Objekt im Weltall dar. Das rötliche Licht dieser Galaxiengruppen wurde vor 12,6 Milliarden Jahren abgestrahlt, also zu einer Zeit, als das junge Universum gerade einmal eine Milliarde Jahre alt war. Somit gibt diese Aufnahme gewissermaßen das Licht vom Rande des frühen Kosmos wieder. Obwohl zum Zeitpunkt der Lichtabstrahlung extrem jung, stellen sie heute quasi die ältesten bekannten Objekte des Kosmos dar.
So wie das gesamte Universum expandiert, entfernt sich auch AzTEC-3 heute noch weiter von uns. Die Fluchtgeschwindigkeit beträgt mit unvorstellbaren 275 000 Kilometer pro Sekunde fast Lichtgeschwindigkeit. Diese aus der sogenannten Rotverschiebung (hierbei handelt es sich um die Verlängerung der gemessenen Wellenlänge gegenüber der ursprünglich emittierten Strahlung) der Objekte resultierende Entdeckung gelang im Übrigen erstmals dem genialen Edwin Hubble (1889-1953). Entscheidende Unterstützung erfuhr der US-amerikanische Astronom dabei von seiner Mitarbeiterin Henrietta Leavitt (1868-1921), der ersten großen Astronomin der Geschichte.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Donnerstag 01.01.2015
Aufbruch zu neuen Horizonten
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Schon in der Silvesternacht hätte man, bei entsprechenden Bedingungen, die Pracht des Sternenhimmels in vollen Zügen genießen können. Alle Wintersternbilder zeigen sich von nun an in ihrem vollen Glanz. Sirius, der hellste Nachtstern am Firmament, steht um Mitternacht genau im Süden. Ihm stehen alle Sterne des Wintersechsecks (Capella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und Pollux in den Zwillingen) wie auch die Gürtelsterne des Orion eindrucksvoll zur Seite. Im Südosten gesellt sich noch der helle Jupiter dazu. Alle anderen Planeten sind in den ersten beiden Wochen nicht sichtbar. Erst Mitte Januar ergibt sich kurzzeitig die Möglichkeiten der Merkur- und Venusbeobachtung kurz nach Sonnenuntergang im Südwesten.
Vom Weltall aus gesehen ist unsere Erde ein verschwindend kleiner blauer Punkt, wie schon Carl Sagan, der US-amerikanische Astronom, Astrophysiker, Fernsehmoderator, Sachbuchautor und Schriftsteller (1934 - 1996) in seinem gleichnamigen Bestseller „Blauer Punkt im All“ feststellte. Doch der Mensch wird eines Tages den Heimatplaneten verlassen und zu neuen Horizonten aufbrechen. Entgegen den Science-Fiction-Visionen von Ausflügen zu extrasolaren Systemen, wird dieser Ausflug allerdings nur bis vor unsere „Haustür“ stattfinden. Die Planeten unseres Sonnensystems und deren Monde sowie Asteroiden und Kometen werden die unmittelbaren Ziele sein.
Wie dies aussehen könnte, zeigt „Wanderers“, eine Collage visionärer Stationen der Forschung des schwedischen Animationskünstlers Erik Wernquist, unterlegt mit der Stimme Carl Sagans. (http://www.starobserver.org/ap141208.html)
Die faszinierenden Reiseziele gelten seit langem schon als Fixpunkte zukünftiger Weltraummissionen und gehen fraglos weit über den ersten Zwischenaufenthalt Mars hinaus: Man sieht Raumfahrer der Zukunft, die durch die Saturnringe schweben, Jupiter von einem ihrem Raumschiff aus erforschen, bei geringer Gravitation von einer hohen Klippe auf dem Uranusmond Miranda springen oder über die Eislandschaften des Jupitermondes Europa wandern.
Heute natürlich noch ferne Träume, doch eines Tages vielleicht Wirklichkeit. Sollte man allerdings mehr auf die aktuellen Realitäten der Wissenschaft Astronomie Wert legen, so kann man die angegebene deutschsprachige Website des englischsprachigen Pendants Astronomy Picture oft the Day dafür nutzen, denn sie stellt täglich eine Neuigkeit aus der Welt der Forschung ins Netz. Nimmt man zum Beispiel das spektakuläre Bild des europäischen ALMA - Teleskops vom 10.11. dieses Jahres, so sieht man den Ausgangspunkt aller planetarer Entwicklungen. Das Bild von HL Tauri zeigt erstmals, wie von der Theorie vorausgesagt, ein noch junges Sonnensystem, das eine solare Scheibe besitzt, welche bereits deutlich die Bahnen der zukünftigen Planeten zeigt. Ein Rückblick auf die Entstehung unseres Daseins, denn genauso hat unser Sonnensystem einst vor fünf Milliarden Jahren begonnen zu existieren.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
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