Blickpunkt:
Kosmos
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Inhaltsverzeichnis
Von Sonnenhunden, Grünen Blitzen und Roten Kobolden

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Blue Moon, Blutmond, Supermond - Finsternis

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Ein Meilenstein in der kosmischen Fernerkundung

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Exoplaneten - Ferne Welten

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Gammablitze aus dem All

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„Wissenschaft in die Schulen!“

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Donnerstag 01.10.2015
Von Sonnenhunden, Grünen Blitzen und Roten Kobolden
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Fotos: NASA und ISUAL Project
Nachdem bereits am 23.9. die zweite Tagundnachtgleiche des Jahres stattfand (die erste war am 20. März), sind ab Oktober die Nächte bereits wieder länger als die Tage. Durch die frühere Dunkelheit ergeben sich nun wieder bessere Möglichkeiten der nächtlichen Himmelsbeobachtung. Saturn zeigt sich jetzt viel höher stehend im Südwesten, ganz in der Nähe des Sternbildes Skorpion und seines Hauptsterns Antares. Sein Namensursprung, in der Übersetzung „Gegenmars“, wird momentan sehr plausibel. Denn der „echte“ Mars steht ihm am frühen Morgen im Osten genau gegenüber und wird derzeit in seinem Glanz von Venus und Jupiter flankiert. Diese „Planetenparade“ findet  direkt unterhalb des Sternbildes Löwe mit seinem hellen Hauptstern Regulus statt. Die Namensgebung von Regulus (lat. „Kleiner König“ oder „Prinz“) ist der Tatsache geschuldet, dass dieser Stern, der genau auf der scheinbaren Planetenbahn (Ekliptik) liegt, oft „hohen Besuch“ von vorbeiziehenden Planeten bekommt. Auch Bedeckungen durch Planeten, die Wanderer unseres Sonnensystems, gab es, doch diese sind sehr selten: So wird erst am 1.Oktober 2044 die helle Venus den Regulus bedecken.
Atmosphärische Phänomene finden nur in größeren Abständen statt und sind zudem zeitlich sehr kurze Ereignisse. So kann man eine Sternschnuppe oder einen Gewitterblitz oftmals nur für Sekundenbruchteile erkennen. Anders verhält es sich bei Haloerscheinungen (farbige oder weiße Lichtkreise, -bögen und -flecken am Himmel), wenn sich in der Hochatmosphäre bei besonders ruhiger Luft und tiefen Temperaturen Eispartikel so ausrichten, dass ihre Prismenwirkung im Abstand von 22 westlich und östlich der Sonne sogenannte „Sun Dogs“ bilden. Diese Sonnenhunde sind dann teilweise einige Minuten sichtbar.
Für viele Beobachter hat natürlich auch der Sonnenuntergang seinen Reiz. Zum einen kann man dabei ebenfalls durch Lichtbrechung an Eiskristallen Sonnensäulen erkennen, die noch hellrot nachleuchten, wenn die Sonne schon längst untergegangen ist. Ebenso selten ist das „Green Flash“- Phänomen. In den letzten Momenten des Sonnenunterganges zeigt sich dieser grell leuchtende grüne Blitz direkt über der verzerrten Sonnenscheibe.
Auch manche Sommernächte zeigen „himmlische Erleuchtungen“. So haben vor allem in den letzten Jahren in Deutschland „Nachtleuchtende Wolken“ und sogar Polarlichter für Aufsehen gesorgt. Das wohl seltenste atmosphärische Phänomen sind aber die „Red Sprites“. Diese „Roten Kobolde“ wurden 2003 eher zufällig von Kosmonauten der ISS eindeutig nachgewiesen, als sie Gewitter fotografierten. Die in rund 80 km Höhe auftretenden elektrischen Entladungen steigen bis zu 30 km empor, also entgegengesetzt der eigentlichen Blitzausrichtungen. Dieser Erstnachweis der „Roten Kobolde“ aus dem Erdorbit heraus ist allerdings mit einer unglaublichen Tragik verbunden, denn die Astronauten, welche die Fotos zur Erde sandten, stürzten wenig später mit dem Space Shuttle Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ab - ein Umstand, der wenig später auch zur Einstellung des Programms des wiederverwendbaren Raumgleiters beitrug.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Samstag 26.09.2015
Blue Moon, Blutmond, Supermond - Finsternis
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Die Tage werden nun deutlich kürzer und so sind bereits in den Abendstunden interessante Beobachtungen am Sternenhimmel möglich. Momentan regiert noch immer deutlich das Sommerdreieck. Deneb im Schwan ist neben Atair (Adler) und Wega (Leier) der lichtschwächste der drei Hauptsterne. Der arabische Namensursprung verweist auf das Hinterteil des Schwanes. Die frühe Astronomie sah in allen drei Sternbildern stymphalische Vögel (kranichgroße Vogelungeheuer) aus der griechischen Mythologie. Deneb selbst ist ein blauer Überriesenstern mit fast 200fachem Sonnendurchmesser. Seine jetzige Position am Abendhimmel zeigt in die Richtung des Herbstvierecks im Osten, das nun unwiderruflich in den nächsten Wochen aufsteigen und zum bestimmenden Blickfang am Firmament werden wird.
Die Planeten haben sich fast komplett in die Nichtsichtbarkeit verabschiedet. Einzig Saturn ist am Abendhimmel tief im Südwesten für knapp eine Stunde nach Sonnenuntergang zu sehen. Venus wird im Südosten zum Morgenstern. Allerdings nur kurz, dann überstrahlt ihn die aufgehende Sonne.
Unser Erdmond, Luna wie er astronomisch korrekt genannt wird, ist eigentlich nur einer von über 200 Monden in unserem Sonnensystem, doch für die Menschheit hat er seit Jahrtausenden eine fast mystische Bedeutung. Schon auf der berühmten Himmelsscheibe von Nebra, der ersten bekannten Himmelsdarstellung unserer Vorfahren, ist er als zunehmender Sichelmond und als Vollmond gleich zweifach erkennbar. Auf seiner elliptischen Bahn um die Erde kann er uns im Extremfall auf 356.410 km nahe kommen. Man spricht beim aufgehenden Vollmond auch vom „Supermond“. Die erdzugewandte Seite des Trabanten wirkt dann besonders groß. Geht er hingegen im erdfernsten Punkt von 406.740 km auf, wirkt er deutlich kleiner.
Im Juli dieses Jahres gab es  am 2. und am 31. des Monats einen Vollmond. Dieses seltene Ereignis wird als „Blue Moon“ bezeichnet. Die sich daraus ergebende Anzahl von 13 Vollmonden im Kalenderjahr wurde noch im Mittelalter als Unglückszeichen gedeutet - worauf der bis heute bestehende Mythos dieser Unglückszahl zurückzuführen ist.
Im September ist es nach sieben Jahren des Wartens in unserer Region endlich wieder soweit. Am 28.9. ist zwischen 4:11 Uhr und 5:23 Uhr eine totale Mondfinsternis zu beobachten. Der komplett im Kernschattenkegel der Erde stehende Himmelskörper wird dann in ein rötlich-bräunliches Licht getaucht, welches durch die atmosphärische Brechung des roten Spektralfarbenanteils des Sonnenlichtes hervorgerufen wird. In diesem Fall wird von einem „Blutmond“ gesprochen.
Wer sich also zeitig vor dem Ereignis über die Wetterbedingungen informiert und das frühe Aufstehen nicht scheut, sollte diesen wunderbaren Anblick einer totalen Mondfinsternis nicht verpassen, denn auf die nächste dieser Art müssen wir wieder knapp drei Jahre warten.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Samstag 01.08.2015
Ein Meilenstein in der kosmischen Fernerkundung
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In den Augusttagen tritt neben den zwei hellsten Sternen Arktur im Sternbild Bootes und Wega im Sternbild Leier ein weiterer Stern in den Vordergrund, der wie Wega ebenfalls zum sogenannten Sommerdreieck gehört. Es ist Atair, der Hauptstern des Adlers, der sich bereits in der Abenddämmerung markant vom Himmelshintergrund abhebt. Sein arabischer Name (Atair oder auch Altair) bedeutet soviel wie „der Fliegende“ oder auch „der Flüchtende“. Ein Hinweis auf den Mythos um ein Adlerpaar, das ebenfalls in arabischen Schriften Erwähnung findet. Im Gegensatz zum fallenden (weiblichen) Adler (Wega), der vom tödlichen Pfeil des Schützen (Sagittarius) getroffen wird, verfehlt das für das männliche Tier vorgesehene Bogengeschoss sein Ziel und so steigt der Atair zum Himmelszenit empor. Jener fehlgeschossene Pfeil ist übrigens als Sternbild Pfeil (Sagitta) direkt oberhalb von Atair sichtbar.
Die Planeten spielen im Monat August nur eine Nebenrolle. Einzig Saturn, tief im Südwesten vor dem Sternbild Skorpion stehend, ist eindrucksvoll. Dafür kann man am 12. August in der mondlosen zweiten Nachthälfte innerhalb einer Viertelstunde bis zu 30 Sternschnuppen des Perseidenstromes beobachten.
Zu welchen ingenieurtechnischen Meisterleistungen die Raumfahrt fähig ist, haben die letzten Wochen und Monate verdeutlicht. Nachdem die Mission Rosetta zum Kometen „Tschuri“ bereits ein voller Erfolg war und derzeit die Raumsonde „Dawn“ den ehemals größten Asteroiden und jetzigen Zwergplaneten Ceres untersucht, hat die Hype um die Pluto-Mission „New Horizons“ sämtliche Rekorde der Onlineklicks auf dem Gebiet der Raumforschung gesprengt.
Auch wenn bis jetzt aufgrund der riesigen Entfernungen der Raumsonde nur ein Bruchteil der Bildaufnahmen zur Leitstelle der NASA gelangt sind, stellt diese Unternehmung schon jetzt ein Meilenstein in der kosmischen Fernerkundung dar. Amerikanische Raumsonden haben somit alle neun Planeten des Sonnensystems erforscht. Denn als der Raumflugkörper vor fast zehn Jahren gestartet wurde, galt der 1930 von dem US-amerikanischer Astronomen Clyde Tombaugh entdeckte Pluto noch als Planet. Die 2006 erfolgte Herabstufung zum Zwergplaneten konnte den jetzigen Missionserfolg nicht schmälern. Die bei einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Sekunde(!) geschossenen Fotos sind einfach sensationell. Riesige Eisgebirgsformationen, mehr als acht Kilometer tiefe Schluchten und dunkle, bis zu -240 C  kalte Polgebiete geben den Forschern schon jetzt Rätsel auf. Die wissenschaftliche Ausbeute scheint immens zu werden, wenn es weiter gelingen sollte, die nunmehr schon über fünf Milliarden Kilometer weit entfernte Raumsonde sowohl auf Kurs zu halten, als auch die Datenspeicher abzurufen. Eines ist allerdings gewiss: Die Mission hat gezeigt, dass in den eisigen Welten des fernen Sonnensystems genügend astronomische Rätsel auf ihre Entschlüsselung warten.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Dienstag 30.06.2015
Exoplaneten - Ferne Welten
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Im Monat Juli werden die Tage kaum merklich länger, die Nächte entsprechend nur wenig kürzer. Dadurch ändert sich die nächtliche Beobachtungszeit des Sternenhimmels kaum.
Die Venus glänzt strahlend im Westen. Ihre Annäherung an Jupiter wird besonders zum Monatsanfang immer deutlicher. Am Abend des 18. Juli gesellt sich tief im Westen stehend noch die Sichel des zunehmenden Mondes zu dem Planetenpaar. Ein wunderbares Schauspiel, dessen gezielte Beobachtung durch ein einfaches Fernglas an Faszination gewinnt.
Zum Monatsende hin werden Venus und Jupiter allerdings schon mit der Sonne untergehen und somit ihre Abendsichtbarkeit beenden. Die Sterne des Sommerdreiecks (Schwan, Adler, Leier) beherrschen nun den Himmel in südlicher Richtung auffällig. Dabei ist die fast im Zenit stehende Wega, Hauptstern in der Leier, das hellste Objekt.
Seit fast zwanzig Jahren forschen Astronomen nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. War die Durchforschung des Alls nach diesen sogenannten „Exoplaneten“ zunächst sehr aufwendig und mit der legendären Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen zu vergleichen, haben mittlerweile innovative Beobachtungsmethoden und ausgefeilte Auswertungssoftware  zur Entdeckung von mehr als 2000 fernen Welten geführt.
Dabei konzentriert sich die Suche auf Planeten, die einerseits die uns bekannte Lebensgrundlage Wasser aufweisen und andererseits ihre Umlaufbahnen um den fernen Mutterstern in der sogenannten habitablen Zone, auch Lebenszone genannt, vollziehen. Diese ist mit der Astronomischen Einheit (AE) dem mittleren Abstandes zwischen Erde und Sonne ungefähr gleichzusetzen.
Was hat diese Suche bisher gebracht? Wir kennen nun etliche ferne Planeten, die dem Giganten Jupiter in vielfacher Hinsicht gleichen, ja zum Teil noch extremere Werte aufweisen. Die Suche nach fernen Planeten mit ähnlichen Grundlagen, wie sie unsere Erde besitzt, verläuft hingegen schleppend. Es ist äußerst schwierig, bei den hohen Entfernungswerten erdähnliche „Exoplaneten“ zu identifizieren. Und wenn doch, handelt es sich häufig um kleinere Gasplaneten.
Es sind daher mit dem Kepler - Weltraumteleskop der NASA nur wenige erdähnlichen Exoplaneten nachgewiesen worden. Das bislang erdähnlichste Objekt ist der „Exoplanet“ Kepler 186-f, in ca. 490 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Schwan, dessen Umlaufbahn nicht zu dicht an seinem Zentralgestirn verläuft. Entdeckt wurde dieser Himmelskörper im Übrigen mit der Transitmethode, wobei das sichtbare Vorbeiziehen eines Planeten vor seinem Stern beobachtet und anhand seiner Helligkeitsverschiebung vermessen wird. Leider konnte auf Kepler 186-f kein Wasser nachgewiesen werden. Ein der Erde ähnlicher Himmelskörper ist somit auch nach zwei Jahrzehnten intensiver Forschung (bisher) nicht nachweisbar. So stellt sich also die Frage weiter: Sind wir allein im All?
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Montag 01.06.2015
Gammablitze aus dem All
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Quelle: NASA
In den nächsten Wochen verkürzt sich die nächtliche Beobachtungszeit auf weniger als sieben Stunden. Man kann sich daher noch stärker als bisher auf die Planetenbeobachtung konzentrieren. Vor allem die nun extrem helle Venus hoch im Westen bietet einen wunderbaren Fixpunkt in der Dämmerung. Mit dem Einsetzen der Dunkelheit wird dann der Planetenriese Jupiter in unmittelbarer Nähe des Abendsterns sichtbar. Am 21.6. gesellt sich sogar die Sichel des zunehmenden Mondes hinzu, so dass ein interessantes Himmelsdreieck entsteht.
Gegen 23 Uhr werden die Sternbilder Großer und Kleiner Bär und der Bärenhüter hoch im Süden für den Betrachter sichtbar. Diese drei Sternbilder beherrschen momentan den spätabendlichen Himmel. Der Skorpion, als typisches Sommersternbild, ist nur knapp über den Horizont ebenfalls in südlicher Richtung zu entdecken. Sein Hauptstern Antares steht direkt unterhalb des Ringplaneten Saturn.
In den Fachzeitschriften ist in der letzten Zeit ein Phänomen in den Focus gerückt: Die sogenannten GRBs (Gamma-ray bursts), zu deutsch Gammastrahlenexplosionen. Diese Ausbrüche entstehen, wenn eine besonders energiereiche Supernova in kürzester Zeit unvorstellbare Mengen an Energie in Form von Gammastrahlung aussenden. Erstmals entdeckte man diese Himmelserscheinung 1967 eher zufällig mit den US-amerikanischen Vela-Überwachungssatelliten, die im Grunde der Aufklärung oberirdischer Atombombentests dienten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man erst sechs Jahre später der wahren Identität diese Gammablitze auf die Spur kam. Im Jahre 2008 konnte der NASA-Satellit SWIFT den bisher energiereichsten Strahlungsausbruch bei einem Stern im Sternbild Bärenhüter nachweisen. GRB 080319B war von seiner Leuchtkraft her 1.000.000.000.000.000 Mal heller als unsere Sonne.
Was würde passieren, wenn der Gammablitz einer solchen Hypernova in Richtung Erde gelangt ? Eine Apokalypse aus dem All und damit ein Horrorszenario und Endzeitstimmung? Ganz von der Hand zu weisen ist dieser Extremfall nicht. Denn die zwar unsichtbaren, aber doch hochenergetischen Gammastrahlen des GRB könnten die empfindliche Ozonschicht der Erde erheblich ausdünnen, was wiederum dazu führen würde, dass die gefährliche UV-Strahlung der Sonne über Jahre die Erdoberfläche erreicht. Ohne diesen natürlichen Schutz wäre ein Großteil des Lebens auf der Erde stark gefährdet.
Neue wissenschaftliche Studien zeigen allerdings, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses äußerst gering ist. Nur einmal innerhalb einer Milliarde Jahre könnte uns ein solcher GRB erreichen. Unsere Existenz am Rande der Galaxis scheint also relativ ungefährdet. Ein interessanter Umkehrschluss der Untersuchungen ist allerdings der Fakt, dass 90% aller Galaxien ein zu hohes Aufkommen an Gammablitzen haben, sodass die Entstehung von komplexen Leben, das einige Milliarden Jahre zur Entwicklung benötigt, nahezu unmöglich erscheint. Sollten wir also doch einzigartig sein?
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Freitag 01.05.2015
„Wissenschaft in die Schulen!“
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Unverkennbar: Die Tage werden länger und die Nächte kürzer. Im Monat Mai zeigt sich dies besonders deutlich. Jeder Tag bringt vier Minuten mehr Licht und die Tageslänge wächst bis zum Monatsende um eineinhalb Stunden. So ist es nicht verwunderlich, dass die strahlend helle Venus den Reigen der zu beobachtenden Nachtobjekte über dem Westhorizont erst nach 20.30 Uhr MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit) eröffnet. Später kommen in gleicher Himmelsrichtung mit den Zwillingen und dem Fuhrmann die letzten noch verbliebenen Wintersternbilder dazu. Im Süden beherrscht der Löwe gemeinsam mit dem ihm zur Seite stehenden Jupiter die Szenerie. Hoch über ihm erreicht der Große Bär, auch als Großer Wagen bekannt, im Zenit stehend seine höchste Jahresposition. Nach Mitternacht kann in der Nähe des Sternbild Skorpion der momentan der Sonne genau gegenüberstehende Saturn im Süden beobachtet werden. Selbst mit einem Fernglas lässt sich seine ovale Flächenausdehnung erkennen. Sein ausgeprägtes Ringsystem - immerhin mit 28 Erddurchmessern vermessen - erreicht momentan seine beste Sichtbarkeit.
Inzwischen wurden von der partiellen Sonnenfinsternis vom 20.3.2015 viele interessante Bilder veröffentlicht. Leider begleitete die Verfinsterung auch auch ein gehöriger Grad von Unwissenheit. Die Gefahr, dass eine ungeschützte Beobachtung die Möglichkeit einer Verletzung der Netzhaut des Auges nach sich ziehen kann, führte zu sonderbaren Verhaltensweisen. So wurde in manchen Schulen Deutschlands die Beobachtung strikt untersagt, teilweise sogar spezielle Vorhänge installiert, um das Augenlicht der Schüler (und Lehrer) zu schützen. Dabei hätte als Beispiel eine doppelt gefaltete Rettungsdecke sowohl den Schutz gewährleistet, als auch als eine Beobachtungsmöglichkeit geschaffen.
Auch in den neuen Medien waren viele irreführende Informationen zu finden. Dies gipfelte in Aussagen, die die Möglichkeit der Beobachtung der Sonnenfinsternis auf der Tagseite und gleichzeitig der Mondfinsternis auf der Nachtseite offerierten. Hier zeigte sich wieder einmal, dass angelesenes Halbwissen zu den unglaublichsten Fehlmeldungen führt. Vergleicht man dies mit der Arbeit des Hubble Heritage Teams, das seit zwei Jahrzehnten amerikanischen Schülern und Lehrern die großartigen Aufnahmen des seit 25 Jahren arbeitenden Weltraumteleskops Hubble näher bringt, wird deutlich, wie wichtig Bildungsinhalte der ältesten Naturwissenschaft nicht nur für den heranwachsenden Menschen sind. In Deutschland ist dieser Schritt mit der Aktion „WIS - Wissenschaft in die Schulen!“ (http://www.wissenschaft-schulen.de/) inzwischen auch schon getan.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
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