Blickpunkt:
Kosmos
Kosmos
Inhaltsverzeichnis
Bilder vom Rand des Weltalls

31

Aufbruch zu neuen Horizonten

32

Rendezvous mit einem Kometen

33

Das Maul des Fisches

34

Blickpunkt Mars

35

Kometen als Unglücksbringer und Partymotor

36

Ältere Artikel finden Sie im Archiv:
Startseite, Seite 1, Seite 2, Seite 3, Seite 4, Seite 5, Seite 6, Seite 7,

Sonntag 01.02.2015
Bilder vom Rand des Weltalls
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Der Februar zeigt uns deutlich: Die Tage werden wieder länger. Während am Monatsanfang die Sonne gegen 7:45 Uhr auf- und gegen 17:20 Uhr untergeht, hat sich die Tageslänge bis zum Monatsende um fast eineinhalb Stunden verlängert. Dadurch werden die Beobachtungsmöglichkeiten des nächtlichen Himmels eindeutig kürzer. Trotzdem sind in den Abendstunden Mars und Venus im Westen gut zu sehen, während Jupiter hoch im Süden die Nacht und Saturn im Osten die frühen Morgenstunden beherrschen. Vor allem der Planetenriese Jupiter bildet gemeinsam mit dem Wintersechseck nach wie vor einen beeindruckenden Anblick.
Erneut ist es das auf 5000m Höhe in der chilenischen Atacama-Wüste befindliche europäische Radioeleskop ALMA, das mit seinen Forschungsergebnissen in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses rückt. Der aus 66 Parabolspiegeln mit jeweils 12m Durchmesser bestehende Teleskopverbund (Array) hat in der letzten Zeit die entferntesten Objekte des Universums untersucht. Die Ergebnisse der Radioastronomen aus den schwer zugänglichen Bereichen des Kosmos wurden mit den optischen Bildern des japanischen Subaru-Teleskops kombiniert. Ein in dieser Wissenschaft übliches Verfahren.
Subaru ist übrigens die japanische Bezeichnung für das Siebengestirn (die Plejaden), wobei das Teleskop selbst seit mehr als einem Jahrzehnt erfolgreich auf dem Gipfel des Mauna Kea in Hawaii arbeitet. Die aus dieser Symbiose entstandenen Bilder sind vielleicht nicht sonderlich spektakulär. Doch AzTEC-3, ein Galaxien-Baustein im jungen Kosmos in dem 10.000(!!) neue Sterne pro Jahr entstehen, stellt das weitenfernteste bisher erfasste Objekt im Weltall dar. Das rötliche Licht dieser Galaxiengruppen wurde vor 12,6 Milliarden Jahren abgestrahlt, also zu einer Zeit, als das junge Universum gerade einmal eine Milliarde Jahre alt war. Somit gibt diese Aufnahme gewissermaßen das Licht vom Rande des frühen Kosmos wieder. Obwohl zum Zeitpunkt der Lichtabstrahlung extrem jung, stellen sie heute quasi die ältesten bekannten Objekte des Kosmos dar.
So wie das gesamte Universum expandiert, entfernt sich auch AzTEC-3 heute noch weiter von uns. Die Fluchtgeschwindigkeit beträgt mit unvorstellbaren 275 000 Kilometer pro Sekunde fast Lichtgeschwindigkeit. Diese aus der sogenannten Rotverschiebung (hierbei handelt es sich um die Verlängerung der gemessenen Wellenlänge gegenüber der ursprünglich emittierten Strahlung) der Objekte resultierende Entdeckung gelang im Übrigen erstmals dem genialen Edwin Hubble (1889-1953). Entscheidende Unterstützung erfuhr der US-amerikanische Astronom dabei von seiner Mitarbeiterin Henrietta Leavitt (1868-1921), der ersten großen Astronomin der Geschichte.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 01.01.2015
Aufbruch zu neuen Horizonten
Bilder
Bilder
Bilder
Schon in der Silvesternacht hätte man, bei entsprechenden Bedingungen, die Pracht des Sternenhimmels in vollen Zügen genießen können. Alle Wintersternbilder zeigen sich von nun an in ihrem vollen Glanz. Sirius, der hellste Nachtstern am Firmament, steht um Mitternacht genau im Süden. Ihm stehen alle Sterne des Wintersechsecks (Capella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und Pollux in den Zwillingen) wie auch die Gürtelsterne des Orion eindrucksvoll zur Seite. Im Südosten gesellt sich noch der helle Jupiter dazu. Alle anderen Planeten sind in den ersten beiden Wochen nicht sichtbar. Erst Mitte Januar ergibt sich kurzzeitig die Möglichkeiten der Merkur- und Venusbeobachtung kurz nach Sonnenuntergang im Südwesten.
Vom Weltall aus gesehen ist unsere Erde ein verschwindend kleiner blauer Punkt, wie schon Carl Sagan, der US-amerikanische Astronom, Astrophysiker, Fernsehmoderator, Sachbuchautor und Schriftsteller (1934 - 1996) in seinem gleichnamigen Bestseller „Blauer Punkt im All“ feststellte. Doch der Mensch wird eines Tages den Heimatplaneten verlassen und zu neuen Horizonten aufbrechen. Entgegen den Science-Fiction-Visionen von Ausflügen zu extrasolaren Systemen, wird dieser Ausflug allerdings nur bis vor unsere „Haustür“ stattfinden. Die Planeten unseres Sonnensystems und deren Monde sowie Asteroiden und Kometen werden die unmittelbaren Ziele sein.
Wie dies aussehen könnte, zeigt „Wanderers“, eine Collage visionärer Stationen der Forschung des schwedischen Animationskünstlers Erik Wernquist, unterlegt mit der Stimme Carl Sagans. (http://www.starobserver.org/ap141208.html)
Die faszinierenden Reiseziele gelten seit langem schon als Fixpunkte zukünftiger Weltraummissionen und gehen fraglos weit über den ersten Zwischenaufenthalt Mars hinaus: Man sieht Raumfahrer der Zukunft, die durch die Saturnringe schweben, Jupiter von einem ihrem Raumschiff aus erforschen, bei geringer Gravitation von einer hohen Klippe auf dem Uranusmond Miranda springen oder über die Eislandschaften des Jupitermondes Europa wandern.
Heute natürlich noch ferne Träume, doch eines Tages vielleicht Wirklichkeit. Sollte man allerdings mehr auf die aktuellen Realitäten der Wissenschaft Astronomie Wert legen, so kann man die angegebene deutschsprachige Website des englischsprachigen Pendants Astronomy Picture oft the Day dafür nutzen, denn sie stellt täglich eine Neuigkeit aus der Welt der Forschung ins Netz. Nimmt man zum Beispiel das spektakuläre Bild des europäischen ALMA - Teleskops vom 10.11. dieses Jahres, so sieht man den Ausgangspunkt aller planetarer Entwicklungen. Das Bild von HL Tauri zeigt erstmals, wie von der Theorie vorausgesagt, ein noch junges Sonnensystem, das eine solare Scheibe besitzt, welche bereits deutlich die Bahnen der zukünftigen Planeten zeigt. Ein Rückblick auf die Entstehung unseres Daseins, denn genauso hat unser Sonnensystem einst vor fünf Milliarden Jahren begonnen zu existieren.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Montag 01.12.2014
Rendezvous mit einem Kometen
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit bietet sich für den Himmelsbeobachter schon gegen 17 Uhr die Möglichkeit, den Zauber der hellen und bildbeherrschenden Wintersterne zu genießen. Gerade wenn zur Weihnachtszeit das störende Licht des Mondes verschwunden ist, zeigen sich die glanzvollen Sterne des Wintersechsecks. Vom hellsten Stern der Nacht, dem Hundsstern Sirius, geht es über Prokonsul im Kleinen Hund und die Zwillingsecke mit Kastor und Pollux hinauf zur hellen Kapella im Fuhrmann. Flankiert von Hildebrand im Stier und von Riegel im Orion zeigen sich die Gürtelsterne des Himmelsjägers in ihrer ganzen Pracht.
Es ist kaum zu glauben, doch die große Aufregung um den Komet ISON liegt tatsächlich schon wieder ein Jahr zurück. Riesig waren die Erwartungen um den vermeintlich neuen Weihnachtsstern und gewaltig war das Medienvakuum nach seinem traurigen und wenig ruhmvollen Ende.
Nun, der Flugplan der europäischen Raumsonde Rosette war dahingehend nicht abgestimmt, doch diesmal knapp ein Jahr später war das erneute Rendezvous mit einem Kometen um ein Vielfaches erfolgreicher.
Man könnte sogar sagen, dass sowohl luftfahrttechnisch als auch astronomisch Grenzen überschritten wurden, die historische Vergleiche nicht zu scheuen brauchen. Zum einen ist die Landung der Tochtersonde Phiale auf dem Kometen Chruschtschow-Gerassimenko und der gleichzeitige Geleitschutz der Muttersonde Rosette durchaus mit der ersten Mondlandung vor nun schon 45 Jahren vergleichbar, auch wenn ein historischer Satz vor Ort fehlte und dafür die Jubelszenen im Darmstädter Kontrollzentrum im Gedächtnis bleiben. Zum anderen steht man in der Fachwissenschaft vor einer ähnlichen Situation wie vor genau 90 Jahren, als ein bis dahin unbekannter Doktorand namens Edwin P. Rubble in den Neujahrstagen des Jahres 1925 den Andromeda-Nebel als ferne Galaxie klassifizierte, mehr als eine Millionen Lichtjahre entfernt und damit eindeutig nicht zu unserer Milchstraße zählend. Auch jetzt müssen möglicherweise die Lehrbücher wieder umgeschrieben werden, denn die alte Theorie, dass Kometen als schmutzige Schneebälle zu betrachten sind, kann nach den felsenreichen Fotos der beiden ES-Sonden kaum mehr aufrecht erhalten werden. Letztlich ist es jedoch wieder ein eindeutiges und gleichzeitig wunderbares Beweisstück dafür, dass die älteste Naturwissenschaft der Menschheit jederzeit spannend bleibt und außerdem immer für eine Überraschung gut ist.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Samstag 01.11.2014
Das Maul des Fisches
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Auch der graue Monat November kann besondere Reize für die abendliche Beobachtung haben, denn einerseits ist es mit dem Ende der Sommerzeit nun schon ab 17.30 Uhr möglich, die ersten Sterne am Himmel zu entdecken. Andererseits können in nebelfreien Nächten gute Sichtverhältnisse entstehen.
Die ersten Tage des Monats bestimmt der zunehmende Mond die Dämmerungszeit. Am 6. November ist Vollmond und die abnehmende Phase verlagert sich in die zweite Nachthälfte. Der Wandel seiner Lichtgestalt ist somit in der ersten Monatshälfte besonders gut erkennbar.
Einige Planeten geben ihre Zurückhaltung auf und zeigen sich teilweise schon von ihrer prächtigen Seite. Allen voran die Venus, die sich als strahlend heller „Abendstern“ bis zu zwei Stunden nach Sonnenuntergang im Südwesten befindet. Der ihr zur Seite stehende Saturn ist aufgrund der Nähe zur Sonne allerdings kaum mehr sichtbar. Im Laufe der Nacht wird der Jupiter dann zum Beherrscher des Himmels. Mars hingegen ist zum Morgen hin besser zu beobachten.
Hat man einen guten Standpunkt in Richtung Süden und ist darüber hinaus auch der Blick zum Horizont nicht verstellt, erkennt man einen Stern des Südhimmel, der nur in dieser Jahreszeit zwischen 19 Uhr und 20 Uhr im Süden gut sichtbar wird. Es ist Fomalhaut aus dem Sternbild Südlicher Fisch.
Er ist beispielgebend für die Tatsache, dass die arabische Astronomie die Namensgebung am Sternhimmel entscheidend geprägt hat. Die fremdländisch klingenden Bezeichnungen haben oft ganz einfache Erklärungen. So bedeutet „Fom - al - ha - ut“  eigentlich „das Maul des Fisches“. Viele andere Sterne am Himmel tragen ebenfalls uralte arabischen Bezeichnungen, die auf die Kataloge und Sternkarten der maurischen Seefahrervölker zurückgehen. Ihre Navigatoren waren aufgrund ihrer Kenntnisse überall gefragte Fachleute, denn die Fähigkeit, auch nachts nach den Sternen segeln zu können, brachte entscheidende zeitliche Vorteile im mediterranen Handel.
So kann man davon ausgehen, dass Fomalhaut - in Wirklichkeit ein mit 200 Millionen Jahren sehr junger Stern in 25 Lichtjahren Entfernung - hinsichtlich seiner flachen Lage knapp über dem Horizont gewissermaßen als Leitstern der Navigation fungierte und somit die Beibehaltung des nächtlichen Kurses ermöglichte. Viel Spaß also beim Aufsuchen und Navigieren!
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Dienstag 30.09.2014
Blickpunkt Mars
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Die Sterne des Sommerdreiecks und des Herbstvierecks sind weiterhin die eindrucksvollsten Objekte, die im Westen und Süden das abendliche Himmelsszenario bestimmen. Hoch im Zenit steht das Himmels-W der Cassiopeia, während der Große Wagen deutlich flacher am Nordhimmel seine Nachtfahrt fortsetzt. Die Wanderer am Himmel, auch als Planeten bekannt, sind weniger gut sichtbar. Es sind nur kurze Momente, in denen eine Planetenbeobachtung am nächtlichen Firmament möglich ist. Auf ihrer Bahn um das Zentralgestirn gehen Merkur und Venus momentan mit der Sonne auf und wieder unter. Dabei stehen sie der Sonne so nah, dass sie von Deutschland aus ohne Hilfsmittel nicht gesehen werden können. Auch die Planetenriesen Jupiter und Saturn sind kaum wahrnehmbar: Während der Ringplanet Saturn kurz nach 20 Uhr bereits am Westhimmel in der Dämmerung verschwindet, erscheint Jupiter nur kurz vor Sonnenaufgang.
Nur der „kleine Bruderplanet“ der Erde, Mars (aufgrund seiner orange- bis blutroten Farbe nach dem römischen Kriegsgott benannt), ist am Abend tief im Süden zumindest bis gegen 21 Uhr aufzuspüren.
Auch die Raumfahrt hat den roten Planeten schon vor Jahren für sich entdeckt. Die Hintergründe dafür liegen allerdings klar auf der Hand, denn er ist der einzige Planet, auf dem jemals Menschen landen könnten. Nach dem heutigen Stand der Technologie wäre eine Marsexpedition mit einem internationalen „Marsionauten“-Team durchaus realisierbar. Im Jahre 2010 gab es bereits mit dem Projekt „Mars 500“ ein irdisches Labor, bei dem der Flug und der Aufenthalt auf dem Wüstenplaneten simuliert wurden. Die sechs Freiwilligen kamen in den anberaumten 520 Tagen recht gut miteinander aus. Eine reale Mission zum Nachbarplaneten und zurück würde allerdings mehr als 750 Tage dauern und das Problem der Schwerelosigkeit wäre zu berücksichtigen. Trotzdem zeigten sich alle Beteiligten optimistisch. Man peilt nach wie vor einen Start um 2025 an.
Der Planet selbst wird nach dem Start einer indischen Raumsonde inzwischen von fünf verschiedenen Satelliten umrundet, die nach entsprechenden Landeplätzen für bemannte und unbemannte Missionen Ausschau halten. Auf der Marsoberfläche sind zwei von der Erde aus ferngesteuerte Rover mit der Erkundung der Bodenbeschaffenheit beschäftigt. Während das modernere Fahrzeug namens Curiosity bereits Wasser im Boden nachweisen konnte, ist das kleinere Vehikel namens Opportunity ein Beispiel für extreme Zuverlässigkeit: Eigentlich nur für 90 Tage ausgelegt, arbeitet er fast problemlos im elften Jahr an seinen Aufgaben. Fragt sich nur, ob er noch aktiv ist, wenn eines Tages Menschen den roten Planeten besuchen.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Montag 01.09.2014
Kometen als Unglücksbringer und Partymotor
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Am 23. September durchläuft die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne den Herbstpunkt und wir haben, zum zweiten Mal in diesem Jahr, Tagundnachtgleiche, d.h. Tages- und Nachtlänge betragen genau 12 Stunden.
Das Sommerdreieck, gebildet aus den Hauptsternen der Sternbilder Leier (Wega), Adler (Atair) und Schwan (Deneb), ist noch immer die dominierende Besonderheit am Abendhimmel. Doch wird sich in den nächsten Wochen mit dem Herbstviereck unweigerlich eine neue Konstellation von Sternen am Himmel präsentieren.
Die Planeten Mars und Jupiter gehen jetzt schon kurz nach 21 Uhr gemeinsam mit dem Skorpionsstern Antares in südwestlicher Richtung unter. Der Morgenstern Venus ist nur noch kurze Zeit vor Sonnenaufgang in der Dämmerung erkennbar, sodass der ebenfalls in den Morgenstunden sichtbare Jupiter beherrschender Planet bleibt.
Für eine wissenschaftliche Sensation sorgte unlängst die europäische Raumsonde Rosetta. Nach über zehnjährigem Anflug »kreuzt« sie seit dem 6. August die Bahn des Kometen Churyumov-Gerasimenko mit einem mittleren Abstand von nur 100 km. Dabei entstanden grandiose Aufnahmen von einem Himmelskörper, der sich seit der Entstehung unseres Sonnensystems im Gegensatz zu unserer Erde nur wenig verändert hat. Der ungewöhnliche Name stammt übrigens der Tradition entsprechend von den beiden ukrainischen Entdeckern.
In der Vergangenheit betrachtete man die „Schweifsterne“ weniger unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Sie wurden bis ins späte Mittelalter fast ausschließlich als Unglücksbringer und Sendboten des Bösen regelrecht verteufelt und für die Schrecken des Krieges verantwortlich gemacht. Das gemeinsame Auftreten der Pest und eines Kometen am Himmel galt als Geißel Gottes, ja sogar Brunnen sollen sie vergiftet haben. Derartiger Aberglaube hielt sich noch bis in die Zeit um 1910, als anlässlich der Wiederkehr von Halley, dem bekanntesten aller Kometen, selbst in Deutschland entsprechende Panik verbreitet wurde.
Beim „Vorüberflug“ dieser kosmischen Vagabunden „sitzen“ wir im wahrsten Sinne des Wortes in der ersten Reihe und können uns getrost zurücklehnen, wenn ein Komet seine langgestreckte Ellipsenbahn mit einem weithin leuchtenden Schweif um die Sonne zieht. So hatte zum Beispiel die Erscheinung des Kometen Mc Naught im Januar des Jahre 2007 tausende von Schaulustigen an die südaustralischen Strände gelockt. Die Zuschauer waren derart begeistert von dem großartigen Anblick, dass es spontane Beachparties gab. Diese fanden natürlich fernab jeglicher „Kometen-Ängste“ statt.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.