Blickpunkt:
Kosmos
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Inhaltsverzeichnis
Farbiges Feuerspiel

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Sonnenfinsternis im März

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Bilder vom Rand des Weltalls

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Aufbruch zu neuen Horizonten

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Rendezvous mit einem Kometen

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Das Maul des Fisches

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Mittwoch 01.04.2015
Farbiges Feuerspiel
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Nachdem die Sonne am 20.März den Frühlingspunkt durchlaufen hat, sind die Tage wieder länger als die Nächte und die Beobachtungszeiten des nächtlichen Himmels verringern sich bald merklich. Trotzdem zeigt sich Venus als brillant leuchtender Abendstern am Westhimmel. Jupiter dominiert den Südhimmel als hellstes Objekt. Saturn beherrscht im Laufe der Nacht den Osthimmel. Die Wintersternbilder verabschieden sich durch den Tageslängenzuwachs vom westlichen Nachthimmel und überlassen den Frühlingssternbildern Löwe und Jungfrau im Süden und Südosten  den Vorrang.
„Auch die Märzabende halten interessante Beobachtungen am Sternhimmel bereit.“ So begann der letzte Kosmos-Artikel vom 2. März. Dies hat sich für viele Himmelsbeobachter am Abend des 15.3. um 19.44 Uhr rein zufällig bewahrheitet, denn eine sehr helle und äußerst eindrucksvolle Feuerkugel konnte trotz Straßenlaternen und Autoscheinwerfern über mehrere Sekunden deutlich beobachtet werden.
Solche Erscheinungen, die auch Boliden genannt werden, stellen das typische Zerfallen eines außerirdischen Objektes von der ungefähren Größe eines Basketballs am Ende ihrer Flugbahn dar. In Höhen von 100 bis 120 km beginnen die aus den Tiefen des Sonnensystems stammenden Brocken (Meteoride) mit den oberen atmosphärischen Schichten zu reagieren. Aufgrund der enormen Reibungshitze kommt es dabei zu einem Zerstrahlungsprozess, denn die eiskalten Materialien des Körpers wandeln sich in Sekundenbruchteilen vom festen in den gasförmigen Aggregatzustand. Dies führt zu den hellen Leuchterscheinungen, die auch als Meteor bezeichnet werden.
Bei fast unglaublichen Geschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Sekunde können die finalen Zerfallsmomente eines solchen Boliden von einem farbigen Feuerspiel und grandioser Helligkeit begleitet werden, was auch einige eher zufällig gewonnene Amateur-Aufnahmen vom 15. März deutlich zeigen. 
Da es seit einiger Zeit auch in Süddeutschland ein ausgeklügeltes Feuerkugel-Überwachungssystem mit automatischen Kameras gibt, ist das Ereignis wissenschaftlich gut dokumentiert. Durch die Fisheye-Objektive (Objektiv mit sehr großem Blickwinkel) dieser Kameras kann letztendlich die tatsächliche Flugbahn des Boliden berechnet werden. Das Objekt bewegte sich demnach in ca. 80 km Höhe über weite Teile Bayerns in südöstliche Richtung. Das Ereignis endete dann über der Schweiz, wo sich die von der Feuerkugel aufgestaute Luft in einem deutlich hörbaren Überschallknall entlud. In wieweit aber am Ende der Flugbahnparabel durch die Fragmentierung letzte, kleine Bruchstücke auf der Erde eingeschlagen sind, wird die Suche im Streufeld des Boliden zeigen.
Die zufälligen Beobachter haben auf jeden Fall einen dieser seltenen und gleichzeitig erhabenen Augenblicke der Vergänglichkeit des Kosmos erlebt - den man nicht so schnell vergessen wird. Natürlich durfte man sich auch bei dieser riesigen Sternschnuppe etwas (riesiges) wünschen. 
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Montag 02.03.2015
Sonnenfinsternis im März
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Auch die Märzabende halten interessante Beobachtungen am Sternenhimmel bereit. Zum einen erreicht Venus seine östlichste Position zur Sonne (Elongation) und ist als hellleuchtendes Objekt schon in der frühen Abenddämmerung erkennbar. Der ihm zur Seite stehende Mars verblasst geradezu neben dem Schwesterplaneten der Erde.
Zum anderen bleibt Jupiter der Beherrscher der Nacht und ist das auffälligste Objekt im Süden. Zu Beginn der zweiten Nachthälfte gesellt sich Saturn im Osten zu ihm. Bereits am 20.März durchläuft die Sonne den Frühlingspunkt. An diesem Tag ist Frühlingsanfang und Tagundnachtgleiche (dabei handelt es sich um die beiden Tage im Jahr, an denen die Sonne an den so genannten Äquinoktialpunkten steht. Überall auf der Erde sind dann Tag und Nacht exakt gleich lang. Aufgrund der Schaltjahre in unserem Kalender kann der genaue Zeitpunkt geringfügig schwanken).
Am selben Tag (20. März) ereignet sich zwischen 9.30 Uhr und 11.50 Uhr eine teilweise Sonnenfinsternis. Bei gutem Wetter kann man mit entsprechenden Spezialbrillen die Bedeckung von rund zwei Dritteln der Sonne durch den Neumond beobachten.
Am darauffolgenden 21.März werden die Tage dann wieder länger als die Nächte - das Sommerhalbjahr beginnt.
Bald schon werden die Wintersternbilder im Wandel der Jahreszeiten der Vergangenheit angehören. Damit schwindet auch die Möglichkeit der Beobachtung von Sternbildern, die eigentlich zum südlichen Sternhimmel gehören. Strenggenommen geht diese Trennungslinie mitten durch die Wintersternbilder, die uns in den vergangenen Monaten zu gewohnten abendlichen Begleitern geworden sind. Allen voran ist da natürlich der Himmelsjäger Orion zu nennen. Der Himmelsäquator, der den nördlichen vom südlichen Sternhimmel trennt, verläuft mitten durch dieses Sternbild. Während zum Beispiel sein rötlich leuchtender Schulterstern Beteigeuze noch ein Nordstern ist, sind die Gürtelsterne und der Fußstern Rigel Sterne des Südhimmels. Auch die Hundssterne sind in den nördlichen Prokyon (Kleiner Hund) und den südlichen Sirius (Großer Hund) zu trennen.
Neben dem hellsten Nachtstern Sirius ist auch Kanopus als der zweithellster Nachtstern ein Südobjekt. Er ist der Hauptstern des Sternbildes Carina (Schiffskiel - Teil des Schiffes der Argonauten). Die Namensgebung vieler Südsternbilder erfolgte  übrigens durch Seefahrer längst vergangener Jahrhunderte. So finden sich hier in der südlichen Hemisphäre entdeckte Tiere wie Tukan und Pavo (Paradiesvogel) ebenso wieder, wie die absonderliche Bezeichnungen Antlia (Luftpumpe), Fornax (Chemischer Ofen) und Norma (Tafelberg). Neben dem Schiff der Argonauten befinden sich mit dem Sextanten, dem Winkelmaß und dem Schiffskompass unabdingbare Peilgeräte der Navigatoren. In den Bezeichnungen Große Magellansche Wolke und Kleine Magellansche Wolke ist sogar der große Weltumsegler selbst verewigt. Hierbei handelt es sich um zwei kleine, aber mit bloßem Auge sichtbare Begleitgalaxien unserer Milchstraße.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Sonntag 01.02.2015
Bilder vom Rand des Weltalls
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Der Februar zeigt uns deutlich: Die Tage werden wieder länger. Während am Monatsanfang die Sonne gegen 7:45 Uhr auf- und gegen 17:20 Uhr untergeht, hat sich die Tageslänge bis zum Monatsende um fast eineinhalb Stunden verlängert. Dadurch werden die Beobachtungsmöglichkeiten des nächtlichen Himmels eindeutig kürzer. Trotzdem sind in den Abendstunden Mars und Venus im Westen gut zu sehen, während Jupiter hoch im Süden die Nacht und Saturn im Osten die frühen Morgenstunden beherrschen. Vor allem der Planetenriese Jupiter bildet gemeinsam mit dem Wintersechseck nach wie vor einen beeindruckenden Anblick.
Erneut ist es das auf 5000m Höhe in der chilenischen Atacama-Wüste befindliche europäische Radioeleskop ALMA, das mit seinen Forschungsergebnissen in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses rückt. Der aus 66 Parabolspiegeln mit jeweils 12m Durchmesser bestehende Teleskopverbund (Array) hat in der letzten Zeit die entferntesten Objekte des Universums untersucht. Die Ergebnisse der Radioastronomen aus den schwer zugänglichen Bereichen des Kosmos wurden mit den optischen Bildern des japanischen Subaru-Teleskops kombiniert. Ein in dieser Wissenschaft übliches Verfahren.
Subaru ist übrigens die japanische Bezeichnung für das Siebengestirn (die Plejaden), wobei das Teleskop selbst seit mehr als einem Jahrzehnt erfolgreich auf dem Gipfel des Mauna Kea in Hawaii arbeitet. Die aus dieser Symbiose entstandenen Bilder sind vielleicht nicht sonderlich spektakulär. Doch AzTEC-3, ein Galaxien-Baustein im jungen Kosmos in dem 10.000(!!) neue Sterne pro Jahr entstehen, stellt das weitenfernteste bisher erfasste Objekt im Weltall dar. Das rötliche Licht dieser Galaxiengruppen wurde vor 12,6 Milliarden Jahren abgestrahlt, also zu einer Zeit, als das junge Universum gerade einmal eine Milliarde Jahre alt war. Somit gibt diese Aufnahme gewissermaßen das Licht vom Rande des frühen Kosmos wieder. Obwohl zum Zeitpunkt der Lichtabstrahlung extrem jung, stellen sie heute quasi die ältesten bekannten Objekte des Kosmos dar.
So wie das gesamte Universum expandiert, entfernt sich auch AzTEC-3 heute noch weiter von uns. Die Fluchtgeschwindigkeit beträgt mit unvorstellbaren 275 000 Kilometer pro Sekunde fast Lichtgeschwindigkeit. Diese aus der sogenannten Rotverschiebung (hierbei handelt es sich um die Verlängerung der gemessenen Wellenlänge gegenüber der ursprünglich emittierten Strahlung) der Objekte resultierende Entdeckung gelang im Übrigen erstmals dem genialen Edwin Hubble (1889-1953). Entscheidende Unterstützung erfuhr der US-amerikanische Astronom dabei von seiner Mitarbeiterin Henrietta Leavitt (1868-1921), der ersten großen Astronomin der Geschichte.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Donnerstag 01.01.2015
Aufbruch zu neuen Horizonten
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Schon in der Silvesternacht hätte man, bei entsprechenden Bedingungen, die Pracht des Sternenhimmels in vollen Zügen genießen können. Alle Wintersternbilder zeigen sich von nun an in ihrem vollen Glanz. Sirius, der hellste Nachtstern am Firmament, steht um Mitternacht genau im Süden. Ihm stehen alle Sterne des Wintersechsecks (Capella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und Pollux in den Zwillingen) wie auch die Gürtelsterne des Orion eindrucksvoll zur Seite. Im Südosten gesellt sich noch der helle Jupiter dazu. Alle anderen Planeten sind in den ersten beiden Wochen nicht sichtbar. Erst Mitte Januar ergibt sich kurzzeitig die Möglichkeiten der Merkur- und Venusbeobachtung kurz nach Sonnenuntergang im Südwesten.
Vom Weltall aus gesehen ist unsere Erde ein verschwindend kleiner blauer Punkt, wie schon Carl Sagan, der US-amerikanische Astronom, Astrophysiker, Fernsehmoderator, Sachbuchautor und Schriftsteller (1934 - 1996) in seinem gleichnamigen Bestseller „Blauer Punkt im All“ feststellte. Doch der Mensch wird eines Tages den Heimatplaneten verlassen und zu neuen Horizonten aufbrechen. Entgegen den Science-Fiction-Visionen von Ausflügen zu extrasolaren Systemen, wird dieser Ausflug allerdings nur bis vor unsere „Haustür“ stattfinden. Die Planeten unseres Sonnensystems und deren Monde sowie Asteroiden und Kometen werden die unmittelbaren Ziele sein.
Wie dies aussehen könnte, zeigt „Wanderers“, eine Collage visionärer Stationen der Forschung des schwedischen Animationskünstlers Erik Wernquist, unterlegt mit der Stimme Carl Sagans. (http://www.starobserver.org/ap141208.html)
Die faszinierenden Reiseziele gelten seit langem schon als Fixpunkte zukünftiger Weltraummissionen und gehen fraglos weit über den ersten Zwischenaufenthalt Mars hinaus: Man sieht Raumfahrer der Zukunft, die durch die Saturnringe schweben, Jupiter von einem ihrem Raumschiff aus erforschen, bei geringer Gravitation von einer hohen Klippe auf dem Uranusmond Miranda springen oder über die Eislandschaften des Jupitermondes Europa wandern.
Heute natürlich noch ferne Träume, doch eines Tages vielleicht Wirklichkeit. Sollte man allerdings mehr auf die aktuellen Realitäten der Wissenschaft Astronomie Wert legen, so kann man die angegebene deutschsprachige Website des englischsprachigen Pendants Astronomy Picture oft the Day dafür nutzen, denn sie stellt täglich eine Neuigkeit aus der Welt der Forschung ins Netz. Nimmt man zum Beispiel das spektakuläre Bild des europäischen ALMA - Teleskops vom 10.11. dieses Jahres, so sieht man den Ausgangspunkt aller planetarer Entwicklungen. Das Bild von HL Tauri zeigt erstmals, wie von der Theorie vorausgesagt, ein noch junges Sonnensystem, das eine solare Scheibe besitzt, welche bereits deutlich die Bahnen der zukünftigen Planeten zeigt. Ein Rückblick auf die Entstehung unseres Daseins, denn genauso hat unser Sonnensystem einst vor fünf Milliarden Jahren begonnen zu existieren.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Montag 01.12.2014
Rendezvous mit einem Kometen
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Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit bietet sich für den Himmelsbeobachter schon gegen 17 Uhr die Möglichkeit, den Zauber der hellen und bildbeherrschenden Wintersterne zu genießen. Gerade wenn zur Weihnachtszeit das störende Licht des Mondes verschwunden ist, zeigen sich die glanzvollen Sterne des Wintersechsecks. Vom hellsten Stern der Nacht, dem Hundsstern Sirius, geht es über Prokonsul im Kleinen Hund und die Zwillingsecke mit Kastor und Pollux hinauf zur hellen Kapella im Fuhrmann. Flankiert von Hildebrand im Stier und von Riegel im Orion zeigen sich die Gürtelsterne des Himmelsjägers in ihrer ganzen Pracht.
Es ist kaum zu glauben, doch die große Aufregung um den Komet ISON liegt tatsächlich schon wieder ein Jahr zurück. Riesig waren die Erwartungen um den vermeintlich neuen Weihnachtsstern und gewaltig war das Medienvakuum nach seinem traurigen und wenig ruhmvollen Ende.
Nun, der Flugplan der europäischen Raumsonde Rosette war dahingehend nicht abgestimmt, doch diesmal knapp ein Jahr später war das erneute Rendezvous mit einem Kometen um ein Vielfaches erfolgreicher.
Man könnte sogar sagen, dass sowohl luftfahrttechnisch als auch astronomisch Grenzen überschritten wurden, die historische Vergleiche nicht zu scheuen brauchen. Zum einen ist die Landung der Tochtersonde Phiale auf dem Kometen Chruschtschow-Gerassimenko und der gleichzeitige Geleitschutz der Muttersonde Rosette durchaus mit der ersten Mondlandung vor nun schon 45 Jahren vergleichbar, auch wenn ein historischer Satz vor Ort fehlte und dafür die Jubelszenen im Darmstädter Kontrollzentrum im Gedächtnis bleiben. Zum anderen steht man in der Fachwissenschaft vor einer ähnlichen Situation wie vor genau 90 Jahren, als ein bis dahin unbekannter Doktorand namens Edwin P. Rubble in den Neujahrstagen des Jahres 1925 den Andromeda-Nebel als ferne Galaxie klassifizierte, mehr als eine Millionen Lichtjahre entfernt und damit eindeutig nicht zu unserer Milchstraße zählend. Auch jetzt müssen möglicherweise die Lehrbücher wieder umgeschrieben werden, denn die alte Theorie, dass Kometen als schmutzige Schneebälle zu betrachten sind, kann nach den felsenreichen Fotos der beiden ES-Sonden kaum mehr aufrecht erhalten werden. Letztlich ist es jedoch wieder ein eindeutiges und gleichzeitig wunderbares Beweisstück dafür, dass die älteste Naturwissenschaft der Menschheit jederzeit spannend bleibt und außerdem immer für eine Überraschung gut ist.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Samstag 01.11.2014
Das Maul des Fisches
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Auch der graue Monat November kann besondere Reize für die abendliche Beobachtung haben, denn einerseits ist es mit dem Ende der Sommerzeit nun schon ab 17.30 Uhr möglich, die ersten Sterne am Himmel zu entdecken. Andererseits können in nebelfreien Nächten gute Sichtverhältnisse entstehen.
Die ersten Tage des Monats bestimmt der zunehmende Mond die Dämmerungszeit. Am 6. November ist Vollmond und die abnehmende Phase verlagert sich in die zweite Nachthälfte. Der Wandel seiner Lichtgestalt ist somit in der ersten Monatshälfte besonders gut erkennbar.
Einige Planeten geben ihre Zurückhaltung auf und zeigen sich teilweise schon von ihrer prächtigen Seite. Allen voran die Venus, die sich als strahlend heller „Abendstern“ bis zu zwei Stunden nach Sonnenuntergang im Südwesten befindet. Der ihr zur Seite stehende Saturn ist aufgrund der Nähe zur Sonne allerdings kaum mehr sichtbar. Im Laufe der Nacht wird der Jupiter dann zum Beherrscher des Himmels. Mars hingegen ist zum Morgen hin besser zu beobachten.
Hat man einen guten Standpunkt in Richtung Süden und ist darüber hinaus auch der Blick zum Horizont nicht verstellt, erkennt man einen Stern des Südhimmel, der nur in dieser Jahreszeit zwischen 19 Uhr und 20 Uhr im Süden gut sichtbar wird. Es ist Fomalhaut aus dem Sternbild Südlicher Fisch.
Er ist beispielgebend für die Tatsache, dass die arabische Astronomie die Namensgebung am Sternhimmel entscheidend geprägt hat. Die fremdländisch klingenden Bezeichnungen haben oft ganz einfache Erklärungen. So bedeutet „Fom - al - ha - ut“  eigentlich „das Maul des Fisches“. Viele andere Sterne am Himmel tragen ebenfalls uralte arabischen Bezeichnungen, die auf die Kataloge und Sternkarten der maurischen Seefahrervölker zurückgehen. Ihre Navigatoren waren aufgrund ihrer Kenntnisse überall gefragte Fachleute, denn die Fähigkeit, auch nachts nach den Sternen segeln zu können, brachte entscheidende zeitliche Vorteile im mediterranen Handel.
So kann man davon ausgehen, dass Fomalhaut - in Wirklichkeit ein mit 200 Millionen Jahren sehr junger Stern in 25 Lichtjahren Entfernung - hinsichtlich seiner flachen Lage knapp über dem Horizont gewissermaßen als Leitstern der Navigation fungierte und somit die Beibehaltung des nächtlichen Kurses ermöglichte. Viel Spaß also beim Aufsuchen und Navigieren!
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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