Blickpunkt:
Kosmos
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Inhaltsverzeichnis
Rendezvous mit einem Kometen

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Das Maul des Fisches

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Blickpunkt Mars

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Kometen als Unglücksbringer und Partymotor

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Von Kosmonauten, Astronauten und Taikonauten

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Saturn der Wächter

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Montag 01.12.2014
Rendezvous mit einem Kometen
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Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit bietet sich für den Himmelsbeobachter schon gegen 17 Uhr die Möglichkeit, den Zauber der hellen und bildbeherrschenden Wintersterne zu genießen. Gerade wenn zur Weihnachtszeit das störende Licht des Mondes verschwunden ist, zeigen sich die glanzvollen Sterne des Wintersechsecks. Vom hellsten Stern der Nacht, dem Hundsstern Sirius, geht es über Prokonsul im Kleinen Hund und die Zwillingsecke mit Kastor und Pollux hinauf zur hellen Kapella im Fuhrmann. Flankiert von Hildebrand im Stier und von Riegel im Orion zeigen sich die Gürtelsterne des Himmelsjägers in ihrer ganzen Pracht.
Es ist kaum zu glauben, doch die große Aufregung um den Komet ISON liegt tatsächlich schon wieder ein Jahr zurück. Riesig waren die Erwartungen um den vermeintlich neuen Weihnachtsstern und gewaltig war das Medienvakuum nach seinem traurigen und wenig ruhmvollen Ende.
Nun, der Flugplan der europäischen Raumsonde Rosette war dahingehend nicht abgestimmt, doch diesmal knapp ein Jahr später war das erneute Rendezvous mit einem Kometen um ein Vielfaches erfolgreicher.
Man könnte sogar sagen, dass sowohl luftfahrttechnisch als auch astronomisch Grenzen überschritten wurden, die historische Vergleiche nicht zu scheuen brauchen. Zum einen ist die Landung der Tochtersonde Phiale auf dem Kometen Chruschtschow-Gerassimenko und der gleichzeitige Geleitschutz der Muttersonde Rosette durchaus mit der ersten Mondlandung vor nun schon 45 Jahren vergleichbar, auch wenn ein historischer Satz vor Ort fehlte und dafür die Jubelszenen im Darmstädter Kontrollzentrum im Gedächtnis bleiben. Zum anderen steht man in der Fachwissenschaft vor einer ähnlichen Situation wie vor genau 90 Jahren, als ein bis dahin unbekannter Doktorand namens Edwin P. Rubble in den Neujahrstagen des Jahres 1925 den Andromeda-Nebel als ferne Galaxie klassifizierte, mehr als eine Millionen Lichtjahre entfernt und damit eindeutig nicht zu unserer Milchstraße zählend. Auch jetzt müssen möglicherweise die Lehrbücher wieder umgeschrieben werden, denn die alte Theorie, dass Kometen als schmutzige Schneebälle zu betrachten sind, kann nach den felsenreichen Fotos der beiden ES-Sonden kaum mehr aufrecht erhalten werden. Letztlich ist es jedoch wieder ein eindeutiges und gleichzeitig wunderbares Beweisstück dafür, dass die älteste Naturwissenschaft der Menschheit jederzeit spannend bleibt und außerdem immer für eine Überraschung gut ist.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Samstag 01.11.2014
Das Maul des Fisches
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Auch der graue Monat November kann besondere Reize für die abendliche Beobachtung haben, denn einerseits ist es mit dem Ende der Sommerzeit nun schon ab 17.30 Uhr möglich, die ersten Sterne am Himmel zu entdecken. Andererseits können in nebelfreien Nächten gute Sichtverhältnisse entstehen.
Die ersten Tage des Monats bestimmt der zunehmende Mond die Dämmerungszeit. Am 6. November ist Vollmond und die abnehmende Phase verlagert sich in die zweite Nachthälfte. Der Wandel seiner Lichtgestalt ist somit in der ersten Monatshälfte besonders gut erkennbar.
Einige Planeten geben ihre Zurückhaltung auf und zeigen sich teilweise schon von ihrer prächtigen Seite. Allen voran die Venus, die sich als strahlend heller „Abendstern“ bis zu zwei Stunden nach Sonnenuntergang im Südwesten befindet. Der ihr zur Seite stehende Saturn ist aufgrund der Nähe zur Sonne allerdings kaum mehr sichtbar. Im Laufe der Nacht wird der Jupiter dann zum Beherrscher des Himmels. Mars hingegen ist zum Morgen hin besser zu beobachten.
Hat man einen guten Standpunkt in Richtung Süden und ist darüber hinaus auch der Blick zum Horizont nicht verstellt, erkennt man einen Stern des Südhimmel, der nur in dieser Jahreszeit zwischen 19 Uhr und 20 Uhr im Süden gut sichtbar wird. Es ist Fomalhaut aus dem Sternbild Südlicher Fisch.
Er ist beispielgebend für die Tatsache, dass die arabische Astronomie die Namensgebung am Sternhimmel entscheidend geprägt hat. Die fremdländisch klingenden Bezeichnungen haben oft ganz einfache Erklärungen. So bedeutet „Fom - al - ha - ut“  eigentlich „das Maul des Fisches“. Viele andere Sterne am Himmel tragen ebenfalls uralte arabischen Bezeichnungen, die auf die Kataloge und Sternkarten der maurischen Seefahrervölker zurückgehen. Ihre Navigatoren waren aufgrund ihrer Kenntnisse überall gefragte Fachleute, denn die Fähigkeit, auch nachts nach den Sternen segeln zu können, brachte entscheidende zeitliche Vorteile im mediterranen Handel.
So kann man davon ausgehen, dass Fomalhaut - in Wirklichkeit ein mit 200 Millionen Jahren sehr junger Stern in 25 Lichtjahren Entfernung - hinsichtlich seiner flachen Lage knapp über dem Horizont gewissermaßen als Leitstern der Navigation fungierte und somit die Beibehaltung des nächtlichen Kurses ermöglichte. Viel Spaß also beim Aufsuchen und Navigieren!
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Dienstag 30.09.2014
Blickpunkt Mars
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Die Sterne des Sommerdreiecks und des Herbstvierecks sind weiterhin die eindrucksvollsten Objekte, die im Westen und Süden das abendliche Himmelsszenario bestimmen. Hoch im Zenit steht das Himmels-W der Cassiopeia, während der Große Wagen deutlich flacher am Nordhimmel seine Nachtfahrt fortsetzt. Die Wanderer am Himmel, auch als Planeten bekannt, sind weniger gut sichtbar. Es sind nur kurze Momente, in denen eine Planetenbeobachtung am nächtlichen Firmament möglich ist. Auf ihrer Bahn um das Zentralgestirn gehen Merkur und Venus momentan mit der Sonne auf und wieder unter. Dabei stehen sie der Sonne so nah, dass sie von Deutschland aus ohne Hilfsmittel nicht gesehen werden können. Auch die Planetenriesen Jupiter und Saturn sind kaum wahrnehmbar: Während der Ringplanet Saturn kurz nach 20 Uhr bereits am Westhimmel in der Dämmerung verschwindet, erscheint Jupiter nur kurz vor Sonnenaufgang.
Nur der „kleine Bruderplanet“ der Erde, Mars (aufgrund seiner orange- bis blutroten Farbe nach dem römischen Kriegsgott benannt), ist am Abend tief im Süden zumindest bis gegen 21 Uhr aufzuspüren.
Auch die Raumfahrt hat den roten Planeten schon vor Jahren für sich entdeckt. Die Hintergründe dafür liegen allerdings klar auf der Hand, denn er ist der einzige Planet, auf dem jemals Menschen landen könnten. Nach dem heutigen Stand der Technologie wäre eine Marsexpedition mit einem internationalen „Marsionauten“-Team durchaus realisierbar. Im Jahre 2010 gab es bereits mit dem Projekt „Mars 500“ ein irdisches Labor, bei dem der Flug und der Aufenthalt auf dem Wüstenplaneten simuliert wurden. Die sechs Freiwilligen kamen in den anberaumten 520 Tagen recht gut miteinander aus. Eine reale Mission zum Nachbarplaneten und zurück würde allerdings mehr als 750 Tage dauern und das Problem der Schwerelosigkeit wäre zu berücksichtigen. Trotzdem zeigten sich alle Beteiligten optimistisch. Man peilt nach wie vor einen Start um 2025 an.
Der Planet selbst wird nach dem Start einer indischen Raumsonde inzwischen von fünf verschiedenen Satelliten umrundet, die nach entsprechenden Landeplätzen für bemannte und unbemannte Missionen Ausschau halten. Auf der Marsoberfläche sind zwei von der Erde aus ferngesteuerte Rover mit der Erkundung der Bodenbeschaffenheit beschäftigt. Während das modernere Fahrzeug namens Curiosity bereits Wasser im Boden nachweisen konnte, ist das kleinere Vehikel namens Opportunity ein Beispiel für extreme Zuverlässigkeit: Eigentlich nur für 90 Tage ausgelegt, arbeitet er fast problemlos im elften Jahr an seinen Aufgaben. Fragt sich nur, ob er noch aktiv ist, wenn eines Tages Menschen den roten Planeten besuchen.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
Montag 01.09.2014
Kometen als Unglücksbringer und Partymotor
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Am 23. September durchläuft die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne den Herbstpunkt und wir haben, zum zweiten Mal in diesem Jahr, Tagundnachtgleiche, d.h. Tages- und Nachtlänge betragen genau 12 Stunden.
Das Sommerdreieck, gebildet aus den Hauptsternen der Sternbilder Leier (Wega), Adler (Atair) und Schwan (Deneb), ist noch immer die dominierende Besonderheit am Abendhimmel. Doch wird sich in den nächsten Wochen mit dem Herbstviereck unweigerlich eine neue Konstellation von Sternen am Himmel präsentieren.
Die Planeten Mars und Jupiter gehen jetzt schon kurz nach 21 Uhr gemeinsam mit dem Skorpionsstern Antares in südwestlicher Richtung unter. Der Morgenstern Venus ist nur noch kurze Zeit vor Sonnenaufgang in der Dämmerung erkennbar, sodass der ebenfalls in den Morgenstunden sichtbare Jupiter beherrschender Planet bleibt.
Für eine wissenschaftliche Sensation sorgte unlängst die europäische Raumsonde Rosetta. Nach über zehnjährigem Anflug »kreuzt« sie seit dem 6. August die Bahn des Kometen Churyumov-Gerasimenko mit einem mittleren Abstand von nur 100 km. Dabei entstanden grandiose Aufnahmen von einem Himmelskörper, der sich seit der Entstehung unseres Sonnensystems im Gegensatz zu unserer Erde nur wenig verändert hat. Der ungewöhnliche Name stammt übrigens der Tradition entsprechend von den beiden ukrainischen Entdeckern.
In der Vergangenheit betrachtete man die „Schweifsterne“ weniger unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Sie wurden bis ins späte Mittelalter fast ausschließlich als Unglücksbringer und Sendboten des Bösen regelrecht verteufelt und für die Schrecken des Krieges verantwortlich gemacht. Das gemeinsame Auftreten der Pest und eines Kometen am Himmel galt als Geißel Gottes, ja sogar Brunnen sollen sie vergiftet haben. Derartiger Aberglaube hielt sich noch bis in die Zeit um 1910, als anlässlich der Wiederkehr von Halley, dem bekanntesten aller Kometen, selbst in Deutschland entsprechende Panik verbreitet wurde.
Beim „Vorüberflug“ dieser kosmischen Vagabunden „sitzen“ wir im wahrsten Sinne des Wortes in der ersten Reihe und können uns getrost zurücklehnen, wenn ein Komet seine langgestreckte Ellipsenbahn mit einem weithin leuchtenden Schweif um die Sonne zieht. So hatte zum Beispiel die Erscheinung des Kometen Mc Naught im Januar des Jahre 2007 tausende von Schaulustigen an die südaustralischen Strände gelockt. Die Zuschauer waren derart begeistert von dem großartigen Anblick, dass es spontane Beachparties gab. Diese fanden natürlich fernab jeglicher „Kometen-Ängste“ statt.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Freitag 01.08.2014
Von Kosmonauten, Astronauten und Taikonauten
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Fotos: NASA
Im Monat August werden die Tage nun merklich kürzer, wodurch sich die Beobachtungsbedingungen des Sternenhimmels von Nacht zu Nacht verbessern. Die Tageslänge schwindet vom Monatsanfang bis zum Monatsende immerhin um fast zwei Stunden, so dass sich die Pracht des sternenbedeckten Abendhimmels immer früher entfalten kann.
In westlicher Blickrichtung beherrschen nach wie vor der Große Wagen (Großer Bär) und der Bärenhüter Bootes mit dem hellen Stern Arktur das Firmament, während im Süden die Planeten Mars und Saturn in den Sternbildern Jungfrau und Waage  zusammen mit den Sternen Antares und Spica eine wenn auch recht tiefstehende, so doch sehr sehenswerte Konstellation bilden (siehe Kosmos Monat Juli). Am 27. August stehen dann Mars und Saturn recht nahe. Noch unmittelbarer beieinander, fast wie ein Doppelstern leuchtend, sind Venus und Jupiter am frühen Morgen des 18. August in östlicher Richtung für Frühaufsteher sichtbar.
Und noch eine astronomische gibt es im August. Der Erdmond kommt am 10. August mit 365900 km der Erde extrem nahe. Wundern Sie sich nicht, der "Super-Mond" genannte Vollmond ist an diesem Tag keine optische Täuschung.
Wenn man gezielt den Vorbeiflug der internationalen Raumstation ISS verfolgen will, so empfiehlt es sich, zunächst auf der Webseite www.heavens-above.com die geografischen Koordinaten des eigenen Standorts einzugeben (was nicht allzu schwer fallen dürfte). Dadurch wird die Flugbahn der ISS am nächtlichen Himmel für die zehn folgenden Tagen deutlich gemacht. Die Raumstation selbst ist durch das eindrucksvoll reflektierte Sonnenlicht auf ihrem bis zu sechsminütigem Vorüberflug von West nach Ost dann fast sensationell zu beobachten.
Derzeit befindet sich mit Alexander Gerst der insgesamt elfte Deutsche im All. Er wird für rund sechs Monate auf der ISS die Erde umkreisen. Er war in diesem Sommer übrigens der einzige deutsche Fußballfan, der das WM-Endspiel in Rio de Janeiro aus rund 415 km Höhe mitverfolgen konnte. Dem deutschen Team übermittelte er später zum WM-Erfolg „luftige“ Grüße.
Übrigens ist Gerst ein „Kosmonaut“. Dieser Terminus ist ein Überbleibsel aus den Zeiten des kalten Krieges und wurde für die Raumfahrer der sowjetischen/russischen Expeditionen genutzt. Die NASA arbeitet fieberhaft an einem neuen Raumschiff namens „Orion“. Momentan gibt es kein amerikanisches Transportsystem und somit sind auch „Astronauten“ (Raumfahrer der NASA) in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. 
Eine dritte Raumflugnation liegt im Fernen Osten. Die Chinesen betreiben ein völlig eigenständiges Weltraumprogramm. Sie kooperieren derzeit mit keiner anderen Weltraumagentur. Tapfer senden sie ihre „Taikonauten“ (Raumfahrer, die vom chinesischen  Kosmodrom Xichang auf die Reise ins All geschossen werden) zu ihrer unabhängigen Weltraumstation Tiangong 1. Theoretisch könnten sie sogar bald bemannt auf dem Mond landen, denn die unbemannte Station Chang’e 3 (Jadehase) mit dem Mondrover Yutu arbeitetet dort sehr erfolgreich. Würden eines Tages „Taikonauten“ auf dem Mond stehen, wären nicht nur deren erste Worte recht interessant. Sie könnten dann auch nach amerikanischen Souveniren der ersten bemannten Astronauten-Ausflüge im vergangenen Jahrtausend Ausschau halten, um so auch die letzten Zweifler an der einstigen Mondlandung widerlegen zu können.   
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Montag 30.06.2014
Saturn der Wächter
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Die Abende des Sommermonats Juli sind bekannt für ihre sehr späte Dämmerung. Dies ist bedingt durch den Tagbogen der Sonne, der sich momentan fast 16 Stunden von Nordost nach Nordwest erstreckt. Bedenkt man, dass durch die Dämmerung weitere Beobachtungszeiten entfallen, so sind es im günstigsten Fall knapp sieben Stunden, an denen man den Nachthimmel genießen kann.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass uns durch die Sommerzeit erst nach 22.30 Uhr erste Sterne erscheinen. Hierbei sollte man seinen Blick in Richtung Zenit lenken. Dort ist der Stern Wega als erstes auffälliges Objekt zu erkennen. Der auf arabischen Ursprung zurückführbare Sternenname bedeutet soviel wie herabstürzende Adler. Allerdings ist die Wega der hellste Stern im Sternbild der Leier. Hier ist ein historisches Musikinstrument an den Himmel versetzt wurden. So bestehen zwei Bedeutungsinhalte für ein Sternbild.
Auch die in unseren Breiten als Großer Wagen bekannte Formation steht jetzt hoch am Himmel und sein Auffinden sollte kein Problem darstellen. Unter den sieben Sternen sind auch die anderen lichtschwächeren Sterne zu erkennen, mit denen sie gemeinsam die Konfiguration Großer Bär bilden, die ja bekanntermaßen Eingang in die internationalen Sternkarten gefunden hat.
Möchte man eines der interessantesten Objekte des Sommerhimmels aufsuchen, so ist die Voraussetzung, dass die Sicht in Richtung Süden nicht durch künstliche oder natürliche „Hindernisse“ gestört wird. Ist dies nicht der Fall, findet man gegen 23 Uhr recht schnell einen deutlich in rötlicher Farbe leuchtenden Stern. Es ist Antares aus dem Sternbild des Skorpions, ein Sternengigant, der mehrere zehntausend Mal mehr Energie abstrahlt als unsere Sonne und dessen Umfang im Vergleich bis weit über die Marsbahn hinaus reichen würde. Sein rötlicher Schein führte übrigens auch zur Namensgebung, denn Anti-Mares bedeutet soviel wie der „Gegenmars“. Ein Hinweis darauf, dass man diesen Stern leicht mit dem Planeten selbst verwechseln kann.
Wer diesen Vergleich nicht scheut, der sollte den roten Planeten gleich mit aufsuchen, denn er ist noch immer im Sternbild Jungfrau neben dessen Hauptstern Spica  in südwestlicher Richtung deutlich sichtbar. Dieser ohnehin schon interessante Anblick wird noch durch den Umstand aufgewertet, dass der Ringplanet Saturn zwischen diesen beiden Himmelsobjekten fast wie ein Schiedsrichter wacht - welch Zufall, in Zeiten der WM.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Autor: Siehe Artikel
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