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Inhaltsverzeichnis
Von Kosmonauten, Astronauten und Taikonauten

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Saturn der Wächter

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Mars besucht die Jungfrau

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Der Löwe - Beherrscher des Frühlingshimmels

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Vom Krebs und Krebsnebel

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Von Hundssternen und Hundstagen

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Freitag 01.08.2014
Von Kosmonauten, Astronauten und Taikonauten
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Fotos: NASA
Im Monat August werden die Tage nun merklich kürzer, wodurch sich die Beobachtungsbedingungen des Sternenhimmels von Nacht zu Nacht verbessern. Die Tageslänge schwindet vom Monatsanfang bis zum Monatsende immerhin um fast zwei Stunden, so dass sich die Pracht des sternenbedeckten Abendhimmels immer früher entfalten kann.
In westlicher Blickrichtung beherrschen nach wie vor der Große Wagen (Großer Bär) und der Bärenhüter Bootes mit dem hellen Stern Arktur das Firmament, während im Süden die Planeten Mars und Saturn in den Sternbildern Jungfrau und Waage  zusammen mit den Sternen Antares und Spica eine wenn auch recht tiefstehende, so doch sehr sehenswerte Konstellation bilden (siehe Kosmos Monat Juli). Am 27. August stehen dann Mars und Saturn recht nahe. Noch unmittelbarer beieinander, fast wie ein Doppelstern leuchtend, sind Venus und Jupiter am frühen Morgen des 18. August in östlicher Richtung für Frühaufsteher sichtbar.
Und noch eine astronomische gibt es im August. Der Erdmond kommt am 10. August mit 365900 km der Erde extrem nahe. Wundern Sie sich nicht, der "Super-Mond" genannte Vollmond ist an diesem Tag keine optische Täuschung.
Wenn man gezielt den Vorbeiflug der internationalen Raumstation ISS verfolgen will, so empfiehlt es sich, zunächst auf der Webseite www.heavens-above.com die geografischen Koordinaten des eigenen Standorts einzugeben (was nicht allzu schwer fallen dürfte). Dadurch wird die Flugbahn der ISS am nächtlichen Himmel für die zehn folgenden Tagen deutlich gemacht. Die Raumstation selbst ist durch das eindrucksvoll reflektierte Sonnenlicht auf ihrem bis zu sechsminütigem Vorüberflug von West nach Ost dann fast sensationell zu beobachten.
Derzeit befindet sich mit Alexander Gerst der insgesamt elfte Deutsche im All. Er wird für rund sechs Monate auf der ISS die Erde umkreisen. Er war in diesem Sommer übrigens der einzige deutsche Fußballfan, der das WM-Endspiel in Rio de Janeiro aus rund 415 km Höhe mitverfolgen konnte. Dem deutschen Team übermittelte er später zum WM-Erfolg „luftige“ Grüße.
Übrigens ist Gerst ein „Kosmonaut“. Dieser Terminus ist ein Überbleibsel aus den Zeiten des kalten Krieges und wurde für die Raumfahrer der sowjetischen/russischen Expeditionen genutzt. Die NASA arbeitet fieberhaft an einem neuen Raumschiff namens „Orion“. Momentan gibt es kein amerikanisches Transportsystem und somit sind auch „Astronauten“ (Raumfahrer der NASA) in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. 
Eine dritte Raumflugnation liegt im Fernen Osten. Die Chinesen betreiben ein völlig eigenständiges Weltraumprogramm. Sie kooperieren derzeit mit keiner anderen Weltraumagentur. Tapfer senden sie ihre „Taikonauten“ (Raumfahrer, die vom chinesischen  Kosmodrom Xichang auf die Reise ins All geschossen werden) zu ihrer unabhängigen Weltraumstation Tiangong 1. Theoretisch könnten sie sogar bald bemannt auf dem Mond landen, denn die unbemannte Station Chang’e 3 (Jadehase) mit dem Mondrover Yutu arbeitetet dort sehr erfolgreich. Würden eines Tages „Taikonauten“ auf dem Mond stehen, wären nicht nur deren erste Worte recht interessant. Sie könnten dann auch nach amerikanischen Souveniren der ersten bemannten Astronauten-Ausflüge im vergangenen Jahrtausend Ausschau halten, um so auch die letzten Zweifler an der einstigen Mondlandung widerlegen zu können.   
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Montag 30.06.2014
Saturn der Wächter
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Die Abende des Sommermonats Juli sind bekannt für ihre sehr späte Dämmerung. Dies ist bedingt durch den Tagbogen der Sonne, der sich momentan fast 16 Stunden von Nordost nach Nordwest erstreckt. Bedenkt man, dass durch die Dämmerung weitere Beobachtungszeiten entfallen, so sind es im günstigsten Fall knapp sieben Stunden, an denen man den Nachthimmel genießen kann.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass uns durch die Sommerzeit erst nach 22.30 Uhr erste Sterne erscheinen. Hierbei sollte man seinen Blick in Richtung Zenit lenken. Dort ist der Stern Wega als erstes auffälliges Objekt zu erkennen. Der auf arabischen Ursprung zurückführbare Sternenname bedeutet soviel wie herabstürzende Adler. Allerdings ist die Wega der hellste Stern im Sternbild der Leier. Hier ist ein historisches Musikinstrument an den Himmel versetzt wurden. So bestehen zwei Bedeutungsinhalte für ein Sternbild.
Auch die in unseren Breiten als Großer Wagen bekannte Formation steht jetzt hoch am Himmel und sein Auffinden sollte kein Problem darstellen. Unter den sieben Sternen sind auch die anderen lichtschwächeren Sterne zu erkennen, mit denen sie gemeinsam die Konfiguration Großer Bär bilden, die ja bekanntermaßen Eingang in die internationalen Sternkarten gefunden hat.
Möchte man eines der interessantesten Objekte des Sommerhimmels aufsuchen, so ist die Voraussetzung, dass die Sicht in Richtung Süden nicht durch künstliche oder natürliche „Hindernisse“ gestört wird. Ist dies nicht der Fall, findet man gegen 23 Uhr recht schnell einen deutlich in rötlicher Farbe leuchtenden Stern. Es ist Antares aus dem Sternbild des Skorpions, ein Sternengigant, der mehrere zehntausend Mal mehr Energie abstrahlt als unsere Sonne und dessen Umfang im Vergleich bis weit über die Marsbahn hinaus reichen würde. Sein rötlicher Schein führte übrigens auch zur Namensgebung, denn Anti-Mares bedeutet soviel wie der „Gegenmars“. Ein Hinweis darauf, dass man diesen Stern leicht mit dem Planeten selbst verwechseln kann.
Wer diesen Vergleich nicht scheut, der sollte den roten Planeten gleich mit aufsuchen, denn er ist noch immer im Sternbild Jungfrau neben dessen Hauptstern Spica  in südwestlicher Richtung deutlich sichtbar. Dieser ohnehin schon interessante Anblick wird noch durch den Umstand aufgewertet, dass der Ringplanet Saturn zwischen diesen beiden Himmelsobjekten fast wie ein Schiedsrichter wacht - welch Zufall, in Zeiten der WM.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Sonntag 01.06.2014
Mars besucht die Jungfrau
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In den kommenden Tagen wird die immer später einsetzende Dämmerung die Sichtbarkeit der Gestirne weiter in den späten Abend verlagern. Dabei steigt der Mars zum Beherrscher des Abendhimmels auf. Der rote Planet steht gegen 21 Uhr im Süden und ist damit das erste Objekt, das in der zunehmenden Dunkelheit erkennbar wird.  Seine deutlich rote Färbung ist ohne Hilfsmittel  erkennbar. Jüngste Forschungen des ferngesteuerten amerikanischen Mars-Roboters Curiosity haben bestätigt, dass diese rötlichen Farbgebungen das Resultat von Eisen-Oxidationen der staubigen Kruste des Planeten sind.
Mars selbst steht Anfang Juni im Sternbild der Jungfrau. Der Begriff Planet bedeutet soviel wie „Wandelstern“, was in seinem Fall deutlich wird, in dem er seine Stellung im Laufe des Monats deutlich verändert. Mars „wandert“ in Richtung Spica, dem hellsten Stern im Sternbild Jungfrau
Das Stern-Planeten-Pärchen wird dann durch seinen sehr schönen Kontrast zwischen ruhigem Reflektionslicht und unruhigem Sternenfunkeln auffallen.
In der klassischen griechischen Mythologie wird die Jungfrau als Erntegöttin angesehen und schon in alten Sternatlanten stets als ein Strauß Kornähren dargestellt. Da der Hauptstern Spica (lat. „Ähre“) als erster Stern dieser Konstellation aufgeht, ist er mit großer Wahrscheinlichkeit für ihre Namensnennung verantwortlich.
Das Aufsuchen anderer Planeten ist hingegen nicht ganz so einfach. Jupiter steht noch immer in der Nähe der Zwillingssterne Kastor und Pollux, ist aber nur in den Abendstunden im Westen sichtbar. Der Ringplanet Saturn hingegen erreicht kurz nach Mitternacht den Südpunkt. Mit rund 25 Grad Höhe steht er aber nur recht flach über dem Horizont. Sein Ringsystem ist allerdings ein lohnenswertes Objekt für eine Feldstecherbeobachtung. Der Anblick erinnert an eine schräg ins Licht gehaltene analoge Schallplatte. Venus bleibt Morgenstern und ist im Verlaufe des Monats teilweise fast zwei Stunden vor Sonnenaufgang als deutlich hellstes Objekt strahlend hell in östlicher Richtung aufzufinden. Frühaufsteher sollten sich den 24.Juni notieren, denn an diesem Tag gesellt sich die schmale abnehmende Mondsichel zu dem hellen Planeten.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Samstag 03.05.2014
Der Löwe - Beherrscher des Frühlingshimmels
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Der Löwe ist das eindeutig markanteste Sternbild im Frühling. Obwohl sich durch die Sommerzeit die Möglichkeit der Beobachtung immer weiter in die Zeit nach 21 Uhr verschiebt, ist das Aufsuchen dieser Konstellation in der Dämmerung ein sehr lohnendes Ziel für jeden Beobachter.
Als Tierkreissternbild ist der Löwe schon vor mehr als zweitausend Jahren auf den Deckenmalereien im ägyptischen Tempel zu Dendera dargestellt worden. Mit dem Hauptstern Regulus besitzt es ein überaus bemerkenswertes Objekt.  Seine Übersetzung aus dem Lateinischen, „Kleiner König“ oder „Prinz“, deutet diese Besonderheit an. Aufgrund seiner direkt auf der Ekliptik liegenden Bahn erhält er im Lauf des Kalenderjahres häufig Besuch von anderen Himmelskörpern. Da wäre zum einen der Mond in seinen verschiedenen abnehmenden bzw. zunehmenden Phasen. Zum anderen nähern sich ihm immer wieder Planeten, die zu reizvollen Begegnungen führen, in denen Regulus mit den ihn „streifenden“ Planeten als (scheinbares) Doppelobjekt zu erkennen ist. Wenn auch ein solches direktes Zusammentreffen derzeit in weiter Ferne liegt (am 1.Oktober 2044 bedeckt die Venus den Stern vollständig), sind in den kommenden Monaten die Planeten Jupiter und Mars in seiner Nähe. Während Jupiter, nach wie vor im Sternbild Zwillinge stehend, Regulus östlich flankiert, steht der Mars im Sternbild der Jungfrau auf der westlichen Flanke in ähnlichem Abstand. 
Damit sind zwei der fünf ohne Hilfsmittel zu beobachtenden Planeten recht gut am abendlichen Himmel zu sehen. Der Ringplanet Saturn gesellt sich nach 23 Uhr tief im Osten stehend zu dem bereits erkennbaren Mars und Jupiter, so dass am nächtlichen Sternenhimmel ein Planetentrio in geringem Abstand zueinander betrachtet werden kann.
In den frühen Morgenstunden zeigt sich am östlichen Himmel rund eine Stunde vor Sonnenaufgang die Venus. Der nach der römischen Göttin der Liebe und Schönheit benannte Planet, der neben dem Mond zu den hellsten Himmelserscheinungen gehört, ist über den ganzen Monat mit dem bloßen Auge zu entdecken.
Um den 22. Mai wird sich somit neben der Venus, dem Mars, dem Jupiter und dem Saturn, auch der fünfte ohne Hilfsmittel sichtbare Planet, der Merkur, für einige wenige Tagen zeigen. Er steht am Abend tief im Westen. Allerdings sollte man beachten, dass keine störenden Einflüsse den Blick auf den Horizont behindern. Somit könnte das seltene Ereignis gelingen, diese fünf Planeten in nur einer einzigen Nacht aufzusuchen. Zuletzt war dies 2004 und 2008 möglich.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Dienstag 01.04.2014
Vom Krebs und Krebsnebel
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Mit der Umstellung auf die umstrittene Sommerzeit Ende März haben sich die Bedingungen für das Betrachten der Gestirne im Monat April mit einem Schlag geändert. Das optimale Beobachten in der Zeit gegen 19 Uhr ist vorbei. Jetzt ist ein zufrieden stellendes Aufsuchen der Konstellationen erst nach 21 Uhr möglich, nachdem die nautische Dämmerung eingesetzt hat. Hierbei handelt es sich um die Position der Sonne, die zu diesem Zeitpunkt bereits 12 Grad unter dem Horizont stehen muss. Erst dann ist der Himmel soweit verdunkelt, dass die Sichtbarkeit der meisten Sterne garantiert ist.
Am Sternhimmel zeigen sich nun große Veränderungen, denn die Wintersternbilder, die uns über viele Monate begleitet haben und zu einem vertrauten Anblick geworden sind, verschwinden jetzt immer schneller aus unserem Blickfeld. Der Himmelsjäger Orion und der Große Hund nehmen ebenso Abschied wie der Himmelsstier Taurus. In westlicher Richtung stehen sie nach dem Sonnenuntergang noch einige Zeit recht tief, bevor sie der Sonne untergehend folgen. Lediglich die Sternbilder Fuhrmann und Kleiner Hund sind ebenso wie die vertraut gewordene Konstellation der Zwillingssterne Kastor und Pollux mit dem Planetenriesen Jupiter im Gefolge noch etwas länger sichtbar.
Es sind nun die Frühlingssternbilder, die den spätabendlichen Himmel mit ihren Sternen beherrschen. Das momentan um 21 Uhr in südlicher Richtung stehende Sternbild Krebs kann allerdings nicht mit besonders glänzenden Sternen aufwarten. Der Bereich zwischen den deutlich helleren Sternbildern Zwillinge und Löwe ist relativ sternenleer und hat auch nur ein auffälliges Himmelsobjekt zu bieten: Die Praesepe. Sie ist ein offener Sternhaufen, der auch als „Krippe“ oder M 44 bezeichnet wird. Ungefähr 1000 Sterne verschiedenster Größe und Alters haben sich hier zu einer Familie zusammengefügt. Ein für das Fernglas lohnendes Objekt.
In diesem Zusammenhang gilt es einem weit verbreiteten Irrtum zu begegnen. Der Name Krebsnebel könnte zu der Schlussfolgerung führen, dieses Objekt könne im Sternbild Krebs gefunden werden. Es wird aber nur aufgrund seiner auf Fotografien deutlich ausgeprägten krebsähnlichen Struktur so genannt, obwohl es selbst im Sternbild Stier zu finden ist.
Im Inneren dieses Krebsnebels, Überreste der gigantischen Explosion einer Supernova aus dem Jahr 1054, verbirgt sich eines der spektakulärsten Objekte am Firmament. So spektakulär, dass selbst in der Zeit der Entdeckung 1967 noch lange große Zweifel an der Korrektheit der Beobachtung blieben und intelligente Lebewesen für ihre Herkunft verantwortlich gemacht wurden. Es ist der Krebsnebelpulsar, der noch heute, fast 1000 Jahre nach dem eigentlichen Ereignis, mit seinen gewaltigen Kräften einen kosmischen Leuchtturm antreibt. Der auf 30 km Durchmesser geschrumpfte Sternenrest dreht sich so schnell um seine Achse, dass der Leuchtturmeffekt präzise 33 mal in der Sekunde auftritt. Obwohl er, neueren Forschungsergebnissen folgend, ein eher langsamer Vertreter dieser stellaren Spezies ist, zeigte sich hier deutlich, welch großartige Geheimnisse im Kosmos verborgen sein können.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Samstag 01.03.2014
Von Hundssternen und Hundstagen
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Die ungewöhnliche Wetterlage mit ihren milden Temperaturen ermöglicht momentan besonders angenehme Beobachtungen des Sternhimmels, sind doch Märznächte für gewöhnlich wesentlich kälter. So kann man nach wie vor seinen Blick auf den Beherrscher des Abendhimmels, den Planetengiganten Jupiter lenken. Als Planet, was ja nichts anderes als „Wanderer“ bedeutet, bewegt er sich fast unmerklich durch das Sternbild der Zwillinge. Zwar rast der nach dem griechischen Gottvater Jovian benannte Planet mit 13 Kilometer pro Sekunde um die Sonne, doch sind es trotzdem fast 12 Jahre, die er für einen Sonnenumlauf benötigt. Daher ist seine relative Bewegung am Himmel recht langsam.
Seine derzeitige Position lässt sich ziemlich genau oberhalb der beiden Hundssterne verfolgen. Damit steht der Planet eigentlich an der Stelle, wo wir im Hochsommer die Sonne finden würden. Die Sternbilder Großer und Kleiner Hund mit ihren Hauptsternen Sirius und Prokyon sind dann logischerweise nicht zu sehen, da sie von der gleißend hellen Sonne überstrahlt werden. Trotzdem nennt man diese oftmals extrem heißen Tage Hundstage, da die Sonne sich oberhalb dieser beiden Sternbilder befindet. Vor gut 15 Jahren jedoch waren die Sterne während der totalen Sonnenfinsternis vom 11.August 1999 für gut zwei Minuten am Mittagshimmel sichtbar - ein Ereignis, das sich erst im Jahre 2081 wiederholt.
Sirius, der Hauptstern des Sternbildes Großer Hund, wurde ja in der letzten Kosmosausgabe hinlänglich beschrieben. Sein etwas schwächer leuchtender Bruderstern Prokyon ist genau zwischen ihm und den Zwillingssternen sichtbar, wobei der Zwillingsstern Pollux der Näherstehende ist. Prokyon selbst ist mit rund 11 Lichtjahren Abstand zur Sonne einer der sonnennächsten Sterne überhaupt. Sein griechischer Name bedeutet im Übrigen „vor dem Hund“. Ein Hinweis auf den Umstand, dass der Stern immer vor dem helleren Sirius aufgeht. Interessant ist auch der Name des Nachbarsterns Gomeisa. Der Name des zweithellsten Sterns in diesem Sternbild heißt soviel wie „Der Schluchzende“. Der mythologische Hintergrund hierfür ist das nachvollziehbare Verhalten der Hunde, die als treue Begleiter den Tod ihres Herrn, des Himmelsjägers Orion, beweinen.
Für den Beobachter, der gegen 20 Uhr seinen Blick in den Süden lenken sollte, sind diese hellen Sterne und die Erscheinung des strahlenden Jupiters sehr lohnenswerte Himmelsobjekte. Also, viel Spaß beim Aufsuchen!
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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