Blickpunkt:
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Inhaltsverzeichnis
Mars besucht die Jungfrau

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Der Löwe - Beherrscher des Frühlingshimmels

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Vom Krebs und Krebsnebel

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Von Hundssternen und Hundstagen

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Jupiter besucht die Zwillinge

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Orion - Herrscher am Winterhimmel

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Sonntag 01.06.2014
Mars besucht die Jungfrau
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In den kommenden Tagen wird die immer später einsetzende Dämmerung die Sichtbarkeit der Gestirne weiter in den späten Abend verlagern. Dabei steigt der Mars zum Beherrscher des Abendhimmels auf. Der rote Planet steht gegen 21 Uhr im Süden und ist damit das erste Objekt, das in der zunehmenden Dunkelheit erkennbar wird.  Seine deutlich rote Färbung ist ohne Hilfsmittel  erkennbar. Jüngste Forschungen des ferngesteuerten amerikanischen Mars-Roboters Curiosity haben bestätigt, dass diese rötlichen Farbgebungen das Resultat von Eisen-Oxidationen der staubigen Kruste des Planeten sind.
Mars selbst steht Anfang Juni im Sternbild der Jungfrau. Der Begriff Planet bedeutet soviel wie „Wandelstern“, was in seinem Fall deutlich wird, in dem er seine Stellung im Laufe des Monats deutlich verändert. Mars „wandert“ in Richtung Spica, dem hellsten Stern im Sternbild Jungfrau
Das Stern-Planeten-Pärchen wird dann durch seinen sehr schönen Kontrast zwischen ruhigem Reflektionslicht und unruhigem Sternenfunkeln auffallen.
In der klassischen griechischen Mythologie wird die Jungfrau als Erntegöttin angesehen und schon in alten Sternatlanten stets als ein Strauß Kornähren dargestellt. Da der Hauptstern Spica (lat. „Ähre“) als erster Stern dieser Konstellation aufgeht, ist er mit großer Wahrscheinlichkeit für ihre Namensnennung verantwortlich.
Das Aufsuchen anderer Planeten ist hingegen nicht ganz so einfach. Jupiter steht noch immer in der Nähe der Zwillingssterne Kastor und Pollux, ist aber nur in den Abendstunden im Westen sichtbar. Der Ringplanet Saturn hingegen erreicht kurz nach Mitternacht den Südpunkt. Mit rund 25 Grad Höhe steht er aber nur recht flach über dem Horizont. Sein Ringsystem ist allerdings ein lohnenswertes Objekt für eine Feldstecherbeobachtung. Der Anblick erinnert an eine schräg ins Licht gehaltene analoge Schallplatte. Venus bleibt Morgenstern und ist im Verlaufe des Monats teilweise fast zwei Stunden vor Sonnenaufgang als deutlich hellstes Objekt strahlend hell in östlicher Richtung aufzufinden. Frühaufsteher sollten sich den 24.Juni notieren, denn an diesem Tag gesellt sich die schmale abnehmende Mondsichel zu dem hellen Planeten.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Samstag 03.05.2014
Der Löwe - Beherrscher des Frühlingshimmels
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Der Löwe ist das eindeutig markanteste Sternbild im Frühling. Obwohl sich durch die Sommerzeit die Möglichkeit der Beobachtung immer weiter in die Zeit nach 21 Uhr verschiebt, ist das Aufsuchen dieser Konstellation in der Dämmerung ein sehr lohnendes Ziel für jeden Beobachter.
Als Tierkreissternbild ist der Löwe schon vor mehr als zweitausend Jahren auf den Deckenmalereien im ägyptischen Tempel zu Dendera dargestellt worden. Mit dem Hauptstern Regulus besitzt es ein überaus bemerkenswertes Objekt.  Seine Übersetzung aus dem Lateinischen, „Kleiner König“ oder „Prinz“, deutet diese Besonderheit an. Aufgrund seiner direkt auf der Ekliptik liegenden Bahn erhält er im Lauf des Kalenderjahres häufig Besuch von anderen Himmelskörpern. Da wäre zum einen der Mond in seinen verschiedenen abnehmenden bzw. zunehmenden Phasen. Zum anderen nähern sich ihm immer wieder Planeten, die zu reizvollen Begegnungen führen, in denen Regulus mit den ihn „streifenden“ Planeten als (scheinbares) Doppelobjekt zu erkennen ist. Wenn auch ein solches direktes Zusammentreffen derzeit in weiter Ferne liegt (am 1.Oktober 2044 bedeckt die Venus den Stern vollständig), sind in den kommenden Monaten die Planeten Jupiter und Mars in seiner Nähe. Während Jupiter, nach wie vor im Sternbild Zwillinge stehend, Regulus östlich flankiert, steht der Mars im Sternbild der Jungfrau auf der westlichen Flanke in ähnlichem Abstand. 
Damit sind zwei der fünf ohne Hilfsmittel zu beobachtenden Planeten recht gut am abendlichen Himmel zu sehen. Der Ringplanet Saturn gesellt sich nach 23 Uhr tief im Osten stehend zu dem bereits erkennbaren Mars und Jupiter, so dass am nächtlichen Sternenhimmel ein Planetentrio in geringem Abstand zueinander betrachtet werden kann.
In den frühen Morgenstunden zeigt sich am östlichen Himmel rund eine Stunde vor Sonnenaufgang die Venus. Der nach der römischen Göttin der Liebe und Schönheit benannte Planet, der neben dem Mond zu den hellsten Himmelserscheinungen gehört, ist über den ganzen Monat mit dem bloßen Auge zu entdecken.
Um den 22. Mai wird sich somit neben der Venus, dem Mars, dem Jupiter und dem Saturn, auch der fünfte ohne Hilfsmittel sichtbare Planet, der Merkur, für einige wenige Tagen zeigen. Er steht am Abend tief im Westen. Allerdings sollte man beachten, dass keine störenden Einflüsse den Blick auf den Horizont behindern. Somit könnte das seltene Ereignis gelingen, diese fünf Planeten in nur einer einzigen Nacht aufzusuchen. Zuletzt war dies 2004 und 2008 möglich.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Dienstag 01.04.2014
Vom Krebs und Krebsnebel
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Mit der Umstellung auf die umstrittene Sommerzeit Ende März haben sich die Bedingungen für das Betrachten der Gestirne im Monat April mit einem Schlag geändert. Das optimale Beobachten in der Zeit gegen 19 Uhr ist vorbei. Jetzt ist ein zufrieden stellendes Aufsuchen der Konstellationen erst nach 21 Uhr möglich, nachdem die nautische Dämmerung eingesetzt hat. Hierbei handelt es sich um die Position der Sonne, die zu diesem Zeitpunkt bereits 12 Grad unter dem Horizont stehen muss. Erst dann ist der Himmel soweit verdunkelt, dass die Sichtbarkeit der meisten Sterne garantiert ist.
Am Sternhimmel zeigen sich nun große Veränderungen, denn die Wintersternbilder, die uns über viele Monate begleitet haben und zu einem vertrauten Anblick geworden sind, verschwinden jetzt immer schneller aus unserem Blickfeld. Der Himmelsjäger Orion und der Große Hund nehmen ebenso Abschied wie der Himmelsstier Taurus. In westlicher Richtung stehen sie nach dem Sonnenuntergang noch einige Zeit recht tief, bevor sie der Sonne untergehend folgen. Lediglich die Sternbilder Fuhrmann und Kleiner Hund sind ebenso wie die vertraut gewordene Konstellation der Zwillingssterne Kastor und Pollux mit dem Planetenriesen Jupiter im Gefolge noch etwas länger sichtbar.
Es sind nun die Frühlingssternbilder, die den spätabendlichen Himmel mit ihren Sternen beherrschen. Das momentan um 21 Uhr in südlicher Richtung stehende Sternbild Krebs kann allerdings nicht mit besonders glänzenden Sternen aufwarten. Der Bereich zwischen den deutlich helleren Sternbildern Zwillinge und Löwe ist relativ sternenleer und hat auch nur ein auffälliges Himmelsobjekt zu bieten: Die Praesepe. Sie ist ein offener Sternhaufen, der auch als „Krippe“ oder M 44 bezeichnet wird. Ungefähr 1000 Sterne verschiedenster Größe und Alters haben sich hier zu einer Familie zusammengefügt. Ein für das Fernglas lohnendes Objekt.
In diesem Zusammenhang gilt es einem weit verbreiteten Irrtum zu begegnen. Der Name Krebsnebel könnte zu der Schlussfolgerung führen, dieses Objekt könne im Sternbild Krebs gefunden werden. Es wird aber nur aufgrund seiner auf Fotografien deutlich ausgeprägten krebsähnlichen Struktur so genannt, obwohl es selbst im Sternbild Stier zu finden ist.
Im Inneren dieses Krebsnebels, Überreste der gigantischen Explosion einer Supernova aus dem Jahr 1054, verbirgt sich eines der spektakulärsten Objekte am Firmament. So spektakulär, dass selbst in der Zeit der Entdeckung 1967 noch lange große Zweifel an der Korrektheit der Beobachtung blieben und intelligente Lebewesen für ihre Herkunft verantwortlich gemacht wurden. Es ist der Krebsnebelpulsar, der noch heute, fast 1000 Jahre nach dem eigentlichen Ereignis, mit seinen gewaltigen Kräften einen kosmischen Leuchtturm antreibt. Der auf 30 km Durchmesser geschrumpfte Sternenrest dreht sich so schnell um seine Achse, dass der Leuchtturmeffekt präzise 33 mal in der Sekunde auftritt. Obwohl er, neueren Forschungsergebnissen folgend, ein eher langsamer Vertreter dieser stellaren Spezies ist, zeigte sich hier deutlich, welch großartige Geheimnisse im Kosmos verborgen sein können.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Samstag 01.03.2014
Von Hundssternen und Hundstagen
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Die ungewöhnliche Wetterlage mit ihren milden Temperaturen ermöglicht momentan besonders angenehme Beobachtungen des Sternhimmels, sind doch Märznächte für gewöhnlich wesentlich kälter. So kann man nach wie vor seinen Blick auf den Beherrscher des Abendhimmels, den Planetengiganten Jupiter lenken. Als Planet, was ja nichts anderes als „Wanderer“ bedeutet, bewegt er sich fast unmerklich durch das Sternbild der Zwillinge. Zwar rast der nach dem griechischen Gottvater Jovian benannte Planet mit 13 Kilometer pro Sekunde um die Sonne, doch sind es trotzdem fast 12 Jahre, die er für einen Sonnenumlauf benötigt. Daher ist seine relative Bewegung am Himmel recht langsam.
Seine derzeitige Position lässt sich ziemlich genau oberhalb der beiden Hundssterne verfolgen. Damit steht der Planet eigentlich an der Stelle, wo wir im Hochsommer die Sonne finden würden. Die Sternbilder Großer und Kleiner Hund mit ihren Hauptsternen Sirius und Prokyon sind dann logischerweise nicht zu sehen, da sie von der gleißend hellen Sonne überstrahlt werden. Trotzdem nennt man diese oftmals extrem heißen Tage Hundstage, da die Sonne sich oberhalb dieser beiden Sternbilder befindet. Vor gut 15 Jahren jedoch waren die Sterne während der totalen Sonnenfinsternis vom 11.August 1999 für gut zwei Minuten am Mittagshimmel sichtbar - ein Ereignis, das sich erst im Jahre 2081 wiederholt.
Sirius, der Hauptstern des Sternbildes Großer Hund, wurde ja in der letzten Kosmosausgabe hinlänglich beschrieben. Sein etwas schwächer leuchtender Bruderstern Prokyon ist genau zwischen ihm und den Zwillingssternen sichtbar, wobei der Zwillingsstern Pollux der Näherstehende ist. Prokyon selbst ist mit rund 11 Lichtjahren Abstand zur Sonne einer der sonnennächsten Sterne überhaupt. Sein griechischer Name bedeutet im Übrigen „vor dem Hund“. Ein Hinweis auf den Umstand, dass der Stern immer vor dem helleren Sirius aufgeht. Interessant ist auch der Name des Nachbarsterns Gomeisa. Der Name des zweithellsten Sterns in diesem Sternbild heißt soviel wie „Der Schluchzende“. Der mythologische Hintergrund hierfür ist das nachvollziehbare Verhalten der Hunde, die als treue Begleiter den Tod ihres Herrn, des Himmelsjägers Orion, beweinen.
Für den Beobachter, der gegen 20 Uhr seinen Blick in den Süden lenken sollte, sind diese hellen Sterne und die Erscheinung des strahlenden Jupiters sehr lohnenswerte Himmelsobjekte. Also, viel Spaß beim Aufsuchen!
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Samstag 01.02.2014
Jupiter besucht die Zwillinge
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Kalte Nächte scheinen zwar nicht besonders einladend für eine Sternenbeobachtung, doch oftmals sind es gerade die klare Luft und die Durchsicht der Atmosphäre, im Fachjargon auch „seeing“ genannt, die einen abendlichen Blick zum Himmel zu einem Erlebnis werden lassen.
In den nächsten Wochen werden vor allem die Zwillingssterne Kastor und Pollux im Blickpunkt des Interesses treten, denn sie bekommen, wie schon so oft in den vergangenen Jahrzehnten, prominenten Besuch. Diesmal ist es der Planetenriese Jupiter, der auf seiner durch die Ekliptik vorgegeben Bahn relativ dicht an den Zwillingssternen vorbeizieht.
Schon mit einem Fernglas, das man leicht auf einem Stativ montieren kann oder nur an einem Fensterrahmen fixiert, sind die streifenförmigen Bänder des größten Planeten des Sonnensystems gegen 21 Uhr im Süden deutlich zu erkennen. Es handelt sich hierbei um turbulente Wetterkapriolen in der Hochatmosphäre des Planeten. Jupiter selbst verfügt über keine feste Oberfläche. Raumsonden, wie die europäisch-amerikanische „Galileo“, haben diese Streifenbänder erforscht und farbenreich wiedergegeben. Am eindrucksvollsten ist dabei ein gigantischer Wirbelsturm. Von Galileo Galilei noch als „Große Rote Fleck“ bezeichnet, entpuppte sich der Zyklon als Wetterbestimmer mit fast zweifachem Erddurchmesser.
Der Planet selbst steht in einem leicht erkennbaren Dreieck zu den beiden Hauptsternen des Tierkreis-Sternbildes der Zwillinge Kastor und Pollux und kann deutlich durch seine dominante Helligkeit erkannt werden. Er ist momentan von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang sichtbar.
Gemeinsam mit dem vorbeiziehenden Jupiter sind die nahezu gleich hellen Kastor und Pollux eine eindrucksvolle Konstellation. Die beiden Sterne stehen allerdings nicht in gleicher Entfernung zur Erde. Während das Licht von Kastor über 50 Jahre bis zu uns braucht, ist das des Pollux nur 34 Jahre unterwegs. Im Vergleich braucht das vom Jupiter reflektierte Licht der Sonne im günstigsten Fall 30 Minuten bis zur Erde.
Kastor und Pollux, in der griechischen Mythologie als Söhne des Zeus bekannt, galten als unzertrennliche Zwillinge. Als der sterbliche Kastor im Kampf getötet wurde, forderte der unsterbliche Pollux von Zeus den Tod, da er nicht von seinem Bruder getrennt sein wollte. Diese Bruderliebe zeigte sogar bei Zeus Wirkung, sodass die Brüder daraufhin gleiche Zeiten sowohl im Hades (der Unterwelt, dem Aufenthaltsort Kastors) als auch auf dem Olymp (dem Berg der Götter, dem Aufenthaltsort Pollux) verweilen durften. Auch am Sternhimmel sind sie in unseren Breiten rund ein halbes Jahr zu sehen, bevor sie sich ebenfalls für sechs Monate in die sommerliche Nichtsichtbarkeit zurückziehen. Daher sollte man die günstigen Sichtverhältnisse der Trio-Konstellation jetzt unbedingt nutzen.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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Mittwoch 01.01.2014
Orion - Herrscher am Winterhimmel
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Lenkt man an einem kalten und klaren Winterabend seinen Blick in südöstliche Richtung, so fallen sofort drei Sterne auf, die in ihrer Ausrichtung, ihrem Abstand zueinander und ihrer ebenbürtigen Helligkeit eine absolute Einzigartigkeit darstellen: Die Gürtelsterne des Orion. Für die alten ägyptischen Sterngelehrten waren diese drei Sterne auch gleichzeitig Himmelskörper, die in ihrer Anordnung auf den Aufgangsort ihres heiligen Sothis-Sternes am Horizont hinwiesen. In Anlehnung an sein ägyptisches Vorbild wird dieses Objekt heute Sirius genannt und ist Hauptstern des Sternbildes Großer Hund.
Die drei Sterne des Orion-Gürtels haben allerdings Bezeichnungen, die auf die Einträge in alten arabischen Almanachen zurückgehen: Alnitak, Alnilam und Mintanka. Hiermit werden ihre Positionen am Gürtel selbst beschrieben. Im Mittelalter hatte sich für diesen dreisternigen Himmelszeiger auch der Name „Jakobsstab“ herausgebildet. Direkt unter dem mittleren Stern befindet sich das Schwert des Orion. Der diffuse Nebelfleck, der sich hier befindet, ist der berühmte Orionnebel, die Brutstätte tausender junger Sterne.
Die altägyptische Mythologie sah im Sternbild Orion die Gottheit Osiris. Er war Herrscher der Unterwelt und für die Menschen am Nil schon vor tausenden Jahren eine der wichtigsten Gestalten ihrer Mythologie, womit deutlich wird, welche Stellung für sie das Sternbild Orion hatte.
Neben den drei Gürtelsternen vervollständige vier weitere, teilweise sehr helle Erscheinungen die prachtvolle Sternenkonstellation. Das glanzvollste Objekt ist der untere Fußstern Rigel. Neben zwei weiteren Sternen mit den Bezeichnungen Saiph und Bellatrix ist vor allem ein rötlich leuchtendes Objekt erwähnenswert: Beteigeuze, der linke Schulterstern des Orion. Außergewöhnlich sind übrigens auch seine Ausmaße, denn er gehört mit rund 660fachem Sonnendurchmesser und der zehntausendfachen Leuchtkraft unseres Zentralgestirns zu den absoluten Giganten im Kosmos. Der Sternenname selbst, der auch als „verletzte Schulter des Kriegers“ gedeutet wird, ist gleichzeitig der Fingerzeig auf die griechische Sagenwelt, in der vom großen Himmelsjäger Orion ausgiebig die Rede ist. Für seine Treffsicherheit bekannt, wurde er zu einer allseitigen Gefahr. Sein vorauseilender Ruhm wurde ihm letztendlich zum Verhängnis, denn der von der eifersüchtigen Göttin Hera ausgesandte Skorpion versetzte ihm den tödlichen Stich. Daraufhin wurden er und das giftige Tier vom Göttervater Zeus an den Himmel versetzt. Er verfügte auch, dass beide Sternbilder in weitem Abstand zueinander stehen. Dies ist auch der Grund dafür, dass die beiden Sternbilder niemals gemeinsam am gestirnten Himmel zu sehen sind und man fast genau ein halbes Jahr Zeitabstand benötigt, um diese vielleicht schönsten Sternbilder zu bewundern. In den kommenden Nächten und Monaten wird nun der Orion als Herrscher des Winterhimmels unser leuchtender Begleiter.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
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