Musik
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Inhaltsverzeichnis
William Basinski „On Time Out Of Time“

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Aksham feat. Elina Duni „Aksham“

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Youn Sun Nah „Immersion“

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Dominic Miller „Absinthe“

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Nina Simone & Etta James

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Bob Dylan „Debut Album“

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Mittwoch 03.04.2019
William Basinski „On Time Out Of Time“
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Tape Loops sind zugeschnittene Tonbandschleifen, die ein bestimmtes, zuvor auserwähltes Klangereignis wiedergeben. Auf Wunsch endlos. So entsteht ein akustisches Phänomen, welches als musikalische Grundlage genutzt und weiterverarbeitet werden kann. Schon in den 1950er Jahren wurden in der experimentellen Musik derartige Mittel zur kreativen Klangerzeugung eingesetzt.
William Basinski gehört zu den wichtigsten Avantgarde-Komponisten heute, die mit Tape Loops arbeiten und dabei Stimmungen und Atmosphären von exzentrischen Würde,Wucht und auch Anziehungskraft erschaffen. Es sind Sounds, die aus einer anderen Dimension zu kommen scheinen, überlagerte Tonfolgen, oft hart an der Grenze zur Stille, manchmal sich bedrohlich aufbäumend, zumindest Emotionen auslösend. Nicklas Baschek hat einmal über den US-Amerikaner Basinsky geschrieben, dass er mit seinem Werk eine klangliche Metapher für Tod, Zerfall und Trauer schafft.
Auch auf Basinskis neuem Album „On Time Out Of Time“ sind diese Assoziationen spürbar. Flächige, langsam durch den Raum mäandernde Tontrauben, die von tieftönenden, hybriden Bässen unterlegt sind. So entsteht eine sinistre Atmosphäre, unaufhaltsam, bedrohlich und geheimnisvoll. Wie nicht von dieser, unserer Welt.
Die Grundlage für die vorliegenden packenden, dunklen Sounds sind Quellenaufnahmen, die exklusiv aus dem Gravitationswellen-Observatorium LIGO stammen und auf denen die vor 1,3 Milliarden Jahren entstandenen Geräusche der Verschmelzung zweier weitläufiger massiver Schwarzer Löcher eingefangen sind. Basinski hat dieses kosmische Ereignis zu klaustrophobischen Klangwolken aufbereitet (siehe Kosmos-Artikel: 67. Vom Verschmelzen Schwarzer Löcher).
Schon seit vielen Jahren arbeitet der Ton(ver-)dichter mit Filtern, Echogeräten und Hall an einer Synthese, die angelegt ist zwischen Ambient und Noise. Ohne Brian Enos bahnbrechenden Versuche Mitte der 1970er Jahre und später (die auf Alben wie „Discreet Music“, „Ambient 1: Music for Airports“ oder „Apollo: Atmospheres and Soundtracks“ kongenial dokumentiert sind), wäre Basinski diese überzeugende Arbeit wohl nie gelungen. Er hat das, was als eine anspruchsvolle Form der Hintergrundmusik gedacht war, weitergeführt zu einer eigenständigen Kunstform – die zudem mit anderen Kunstformen auf wunderbare Weise kommuniziert.
Man könnte diese tönenden Collagen auch als eine aus Klängen bestehende Graphik begreifen, in der die Sounds mit Farben korrespondieren, in der Musik als innere Landschaft ihren Ausdruck findet. Basinski vermittelt zwischen seelischen Zeiträumen und dem akustisch Rätselhaften des Universums. Grenzen werden bei ihm durchlässig, Gegensätzliches löst sich bei ihm auf. Was bleibt ist Faszination.
alfred e.


William Basinski
„On Time Out Of Time“
Temporary Residence Limited

Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 28.03.2019
Aksham feat. Elina Duni „Aksham“
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Die letzten Alben von Elina Duni klangen wie eine Reminiszenz an eine untergegangene Welt. Sie waren Nachruf auf Verblichenes und Aufarbeitung von Ertragenem. Die Sängerin hat Traditionen und Zeitgeschichte ihrer albanischen Heimat rückblickend thematisiert. Getragen waren diese Werke von Sehnsucht und Melancholie, von Schmerz und Intimität.
Im Juni 2017 hat sich die heute in der Schweiz lebende Elina Duni mit dem Trio des Pianisten Marc Perrenoud und dem Trompeter David Enhco für einige Konzerte zusammengetan. Und da das Ergebnis des gemeinschaftlichen Miteinanders von allen Musikern als so überaus positiv empfunden wurde, entschloss man sich, diesem Quintett einen Namen zu geben und unter AKSHAM weiter zu spielen.
Mittlerweile liegt auch schon das Debüt dieser Formation vor. Es ist ein Album, dessen Musik luftig und fließend daherkommt und mit einem Hauch expansivem Temperament die Koordinaten des Jazz ausleuchtet. Manches klingt wunderbar entspannt, manches rauscht virtuos durch Raum und Zeit, manches atmet den Zauber glänzender Kantilenen, manches ist improvisiert, manches swingt sogar.
Die Kompositionen stammen überwiegend aus der Feder von Elina Duni und Marc Perrenoud. Bei den Texten hat man sich, neben den Poemen der Sängerin, für Gedichte und Balladen von James Joyce und Paul Verlaine entschieden. Auch dadurch bekommt die Gesamtaufnahme einen weltlichen Gestus, deutlich hin zur zeitgenössischen Musik.
Elina Dunis stimmliche Gestaltungskraft ist beeindruckend, ihr Singen ist schwingende Emotionalität. Sie berührt mit ihre Phrasierung, wirkt nie maniriert oder aufgesetzt. Hingabe und Können hält sie geschickt in Balance und gesungene Geschichten lässt sie glaubhaft erscheinen. Große Gefühle verwandelt sie in große Kunst. 
In Marc Perrenoud hat Elina Duni einen Pianisten, der spielend begleitet und führt, der unterstützt und solistisch brilliert. Der sich weder durch die Üppigkeit extravaganter Akkorde hervortut, noch zu großer Attitüde neigt. In unverschämter Nähe zu allem, was wie Leidenschaft klingt. Und gleichzeitig aquarelliert David Encho auf seiner Trompete in flüchtigen Farben, setzt impressionistische Kürzel und vervollständigt die Songs mit eigenen originellen Themen. Trotz der geschlossenen Gruppenarbeit berührt der individuelle Glanz. Wie ein strahlendes Mosaik, zusammengesetzt aus fantasievollen Facetten. Nichts glaubt man schon einmal gehört zu haben. Die romantische Aura des Albums fordert zugleich heraus, ist, besonders durch ihre zarten Brüche, anspruchsvoll. Musik direkt aus dem Herzen. Schön, stolz, überzeugend.
Jörg Konrad


Aksham feat. Elina Duni
„Aksham“
Nome Records
Autor: Siehe Artikel
Dienstag 12.03.2019
Youn Sun Nah „Immersion“
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Youn Sun Nahs letzte Aufnahmen erschienen auf einem deutschen Label. Nun veröffentlicht die Südkoreanerin ihr neues Album auf Warner Music. Dieser Schritt bekommt ihrer Musik ausgezeichnet. Die Stimme klingt entschlossener, die Songs wirken stringenter, die gesamte Umsetzung ihrer Ideen ist überzeugender. Als Sängerin bewegt sie sich geschickt und ideenreich zwischen den Stilen, zeigt ihr unglaubliches Talent in den Bereich Folklore, Rock und Pop. Sie beherrscht die stimmlich lasziven Dämmerstunden des Jazz ebenso, wie die schroffen Herausforderungen provozierender Texturen. Sie versteht sich in psychedelisch angehauchten Originalen zu behaupten und ihnen eine sehr persönlich eingefärbte Note zu geben und interpretiert Standards der Popgeschichte so eigenwillig wie verwegen.
Das alles ist insofern bemerkenswert, da „Immersion“ wie ein, zugegeben aus Erfahrung und Können gespeister Neuanfang klingt. Dabei hätte Youn Sun Nah mit der bisherigen veritablen Jazzattitüde auch einfach weitermachen können. Denn damit war sie erfolgreich, hat große Säle in Europa und in Fernost gefüllt. Aber es liegt in der Natur ihrer Persönlichkeit, ausgetretene Wege zu verlassen und neues Terrain zu erkunden. Es geht ihr um die Balance zwischen Herausforderung und Emotionalität, zwischen stimmlich formulierten Idealen und offenen Gestaltungsmöglichkeiten. Insofern ist „Immersion“ alles andere als schlichter Crossover, der altbackenes zitiert und Klischees bedient. Sie bringt äusserst gezielt Gegensätze unter einen Hut, zeigt größtmögliches Formbewußtsein und hat eine bemerkenswerte Band um sich versammelt. Allesamt Instrumentalisten aus der Seine-Metropole, in der auch Youn Sun Nah seit fast fünfundzwanzig Jahren lebt. Vielleicht könnte man die dreizehn Songs ihres neuen Albums zusammenfassend auch als gesungene Liebhaberei einer Weltbürgerin bezeichnen, für Menschen, die einen Herkunftsnachweis nicht nötig haben.
Jörg Konrad

Youn Sun Nah
„Immersion“
Warner

Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 07.03.2019
Dominic Miller „Absinthe“
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Foto: Christoph Brombart / ECM Records
„Es ist so schwierig, einfache Musik zu kreieren. Wir alle wollen nur unsere Intelligenz und Komplexität zeigen. Ich glaube nicht, dass wir das eigentlich nötig haben“, erzählte Dominic Miller dieser Tage in einem Interview. Einfach ist die Musik auf seinem zweiten Album "Absinthe" , das der Gitarrist für ECM aufnahm, ganz sicher nicht. Aber sie wirkt so mühelos, so unverkrampft und dadurch beruhigend. Das ist die große Kunst, die zu verwirklichen tatsächlich schwierig ist. Eben nicht in manischer Hingabe seine ganze Virtuosität in Form von Schnelligkeit auszuspielen, eben nicht die Harmonien endlos zu schichten und immer wieder zu wechseln, bis die Musik verstopft klingt und nicht mehr atmen kann. Zurückhaltung, Stille, klare aber knappe Strukturen, das ist eine Herangehensweise, die Dominic Miller liegt. Trotzdem liebt er das Risiko, die Herausforderung, ja auch das Radikale. Aber nicht in Form von Lautstärke und überbordender Komplexität. Sprechen wir einfachheitshalber vom radikalen reduzieren.
Miller lebt in Südfrankreich und auch „Absinthe“ ist in Frankreich eingespielt worden, im Studio La Buissonne,  ca. 20 Kilometer nordöstlich von Avignon. Der Gitarrist liebt die Farben und die Landschaft dieser Gegend, hat einen Bezug für die Malerei der Impressionisten, die hier in der Nähe gewohnt und gearbeitet haben. Und auch die zehn Kompositionen auf „Absinthe“ besitzen etwas von dieser intensiven Flüchtigkeit, von diesen ineinander übergehenden Farben. Landschaften scheinen bei Dominic Miller Klang zu werden, Unbewusstes wird bei ihm hörbar, Nuanciertes bekommt bei ihm eine Bestimmung.
Miller hat diese Aufnahmen im Quintett eingespielt. Der Bandoneon-Spieler Santiago Agrias, ein Schüler des großen Dino Saluzzi, bringt Gedanken der Wehmut und des Fernwehs in die Musik. Er ist, zumindest was diese Aufnahme betrifft, ein Meister der kleinen, unprätentiösen Form. Manu Katche, das Schlagzeug spielende Bindeglied zwischen Jazz und Pop, mit unglaublicher Studioerfahrung und Disziplin, passt sich in die Musik ein, verzichtet ganz auf  anarchische Kunststücke, trommelt stattdessen voller Empathie und Demut. Mike Lindup zeigt an den Keyboards seine sensible Seite. Wie beiläufig setzt er einzelne harmonische Tupfer, bleibt überwiegend im Hintergrund. Und auch Nicolas Fiszman hält sich zurück, verdichtet am Bass mit wenigen Griffen den Unterbau dieser Musik, schafft Sicherheit, zeigt seinen Respekt. Musik, die aus dem Alltag einen Festtag werden lässt, ruhig und unaufgeregt. Ein Album für die Ewigkeit.
Jörg Konrad

Dominic Miller
„Absinthe“
ECM
Autor: Siehe Artikel
Samstag 16.02.2019
Nina Simone & Etta James
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„Früher“ war natürlich nicht alles besser, aber vieles eben anders. Trifft diese Binsenweisheit auch auf Jazzsängerinnen zu? Sieht man sich heute das Verhältnis zwischen der Anzahl an veröffentlichten Alben und der Qualität der Gesangsstimmen an, liegt die Vergangenheit deutlich im Vorteil. Oder anders: Eine Schwemme an apostrophierten Jazz-Sängerinnen überflutet heutzutage den Markt. Die Qualität bleibt jedoch größtenteils auf der Strecke. Zumindest in diesem Punkt ist die Gegenwart klarer Verlierer, wobei Ausnahmen bekannterweise jede Regel bestätigen.
Von Nina Simone war während ihrer gesamten Karriere nie so ganz klar, ob sie nun Jazz-, Folk-, Blues-, Soul- oder Protestsängerin war. Sie selbst verstand sich, zumindest in der Zeit, als ihr Debüt-Album „Little Girl Blue“ entstand, als klassische Pianistin. „Ich war keine Jazzmusikerin“, schreibt sie in ihrer Autobiographie „Meine schwarze Seele“, „sondern eine klassische Pianistin und ich improvisierte über Arrangements populärer Songs, indem ich klassische Motive verwendete … Wenn ich zum Beispiel zu spielen begann, wusste ich nicht, wann und wo ich mit dem Text einsetzen würde“.
Das war 1957, sollte sich in den folgenden Jahren aber gewaltig ändern. „Little Girl Blue“ war Eunice Kathleen Waymons, wie die Sängerin mit bürgerlichem Namen hieß, ihr erstes Album, das sie in einer langen, vierzehn Stunden andauernden Sitzung für das New Yorker Plattenlabel Bethlehem aufnahm. Sie selbst stellte die elf Songs zusammen. Mit dabei der Gershwin-Klassiker „I Loves You Porgy“, der als Single ausgekoppelt sich auf Anhieb über eine Millionen Mal verkaufte. Ein anderer Megahit wurde das entspannt swingende „My Baby Just Cares For Me“. Hier stellte sich der Erfolg jedoch erst dreißig Jahre später ein - als Werbejingel für ein „Channel“-Produkt.
Nina Simones Stimme? Dieter Bartetzko schrieb in seinem Nachruf auf die Künstlerin 2003: „ ….. kehlig, guttural, eine Geröllhalde der Sehnsüchte und enttäuschten Hoffnungen“. „Seelenwund“ wäre auch so eine Metapher, die zu ihrer Stimme passt, wenn sie nicht gerade einen kämpferischen Song über die Rassendiskriminierung interpretierte, oder hingebungsvoll und innig ein Liebeslied sang. Dass sie sich bei den Aufnahmen am Klavier stets selbst begleitete, versteht sich. Auf „Little Girl Blue“ am Bass Jimmy Bond, am Schlagzeug Albert „Tootie“ Heath.
Drei Jahre später lieferte eine andere große Sängerin ihr Debüt mit Langzeitwirkung: Etta James. „At Last“ hieß ihr erstes Album und auch von diesem, das ihr erfolgreichstes sein sollte, koppelte man gleich einige Songs als Single aus. Etta James Stimme war nicht so wandelbar und vielseitig. Dafür erstrahlte ihr Gesang durch Klarheit, Temperament und Authentizität. Man spürt bis heute ihre Hingabe und Leidenschaft und glaubt ihr jedes intonierte Gefühl aufs Wort. Rhythm´n  Blues ist ihr Ausdrucksmittel schlechthin und in Riley Hampton hatte sie zudem einen exquisiten Arrangeur und Orchesterleiter an ihrer Seite.
Und auch Etta James bekam dreieinhalb(!) Jahrzehnte später, dank der Allmacht der Werbung, noch einen Riesenhit aus dieser vorliegenden Sammlung. „I Just Wanna Make Love To You“, ein Bluessong von Willie Dixon, kämpfte sich, im zuge einer amerikanischen Getränkefirma, 1996 noch einmal in die UK Singles Chart bis auf Platz 5 vor. Die vorliegende LP beinhaltet gegenüber dem Original noch vier zusätzliche Bonus Tracks, die Etta James mit dem Sänger Harvey Fuqua als Vocal-Duet einspielte.
Jörg Konrad


Nina Simone
„Little Girl Blue“

Etta James
„At Last!“

Beide Aufnahmen erschienen bei Glamourama Records
Jeweils LP + 7“ Single
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 14.02.2019
Bob Dylan „Debut Album“
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Den endgültigen Entschluss, ein erstes eigenes Album aufzunehmen, soll Bob Dylan am Krankenbett von Woody Guthrie gefasst haben. Überredet hat ihn hierzu Pete Seeger, mit dem sich Dylan öfter im Krankenzimmer des legendären Singer-Songwriters im Greystone Hospital bei New York traf. Hier wurde Goothrie, der an dem Nervenleiden Chorea Huntington litt, häufiger behandelt – bis er 1967 starb. Pete Seeger gab auch gleich die Empfehlung, wo genau das Debüt Dylans erscheinen sollte: Auf dem Folklabel Broadside Records.
Und obwohl auf dem dann in ganzen sechs Stunden über zwei Nachmittage eingespielten und 1962 veröffentlichten „Debut“, wie die LP kurzerhand genannt wurde, nur zwei Originalkompositionen von Dylan stammen, manifestierte schon diese Produktion seinen Ruf als ein junger, überaus talentierter Songschreiber.
Heute, achtundfünfzig Jahre und ungezählte Produktionen später, klingen die dreizehn Songs des von John Hammond produzierten Album frisch und unverbraucht, aber auch voller Verzweiflung und Wut, was nicht zuletzt mit dem Leidenszustand seines großen Idols Woody Guthrie im Zusammenhang zu sehen ist. Die Songs berühren in ihrer Direktheit und provozierenden Schärfe heute noch ebenso, wie zur Zeit ihrer Entstehung. Dylans nörgelnder Sprechgesang, seine für damalige Verhältnisse ruppige Gitarrenbegleitung, die immer wieder eine starke Beziehung zum Blues ausweist, eröffneten dem Folk völlig neue Horizonte. Das alles klang nach Protest und Aufbegehren und eben nicht nach braver traditioneller Volkskunst.
Bei der Songauswahl entschied sich Dylan für alte Folksongs, von Curtis Jones und Bukka White und natürlich die alte Gospelnummer „In My Time Of Dyin´“, die später in einer kombattanten Version von Led Zeppelin zum längsten Studiotrack gehörten, den die  Hardrocker einspielten.
In den beiden eigenen Kompositionen, „Talkin´ New York“ und „Song to Woody“ verarbeitet Dylan seine ersten New Yorker Eindrücke, das Suchen nach passenden Spielmöglichkeiten und natürlich die unheilbare Krankheit seines musikalisches Leitbildes Woody Guthrie.
Nun ist „Debut Album“ als audiophile Pressung auf 180g schwerem Vinyl neu verlegt worden. In ausgezeichneter Klangqualität versteht sich und, als Zugabe, mit einer 7“ Bonus-Single mit den Titeln „Mixed-Up Confusion“ und „Corrina, Corrina“. Ein Fest – für alte und für neue Dylan-Fans.
Viktor Brauer

Bob Dylan
„Debut Album“
Glamourama Records
LP + 7“ Single
Autor: Siehe Artikel
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.