Blickpunkt:
Interview
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Im Blickpunkt - Portraits werden Persönlichkeiten vorgestellt, die auf unterschiedlichste Weise das kulturelle Leben gestalten und bereichern - dabei oftweit über die Landesgrenze hinaus wirkend. Grundlage für diese Portraits ist ein Fragebogen.
Inhaltsverzeichnis
Annette Neuffer - Das Essen kommt immer zu spät

7

HG Butzko - Hab ich zwei linke Hände?

8

Philipp Weber – Ein Akt der Notwehr

9

Isabelle Faust – Wenn sich das Herz öffnet

10

Max von Milland - Eher so der Libero

11

Thorsten Klentze - Mit Stichsäge und Bohrmaschine

12

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Dienstag 14.03.2017
Annette Neuffer - Das Essen kommt immer zu spät
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Annette Neuffer ist als Sängerin ein Glücksfall“, war vor einiger Zeit im Klassik- und Jazzmagazin Rondo zu lesen. Das ist aber nur die eine Wahrheit. Denn Annette Neuffer ist zudem eine großartige Instrumentalistin an Trompete und Flügelhorn. Studiert hat die Münchnerin in Graz und Stuttgart, hat mit Woody Shaw, Benny Golson und anderen hochkarätigen Solisten gespielt. Viele Jahre war sie Sängerin in der Big Band von Al Porcino, dem einstigen Trompeter bei Stan Kenton, Woody Herman und Ella Fitzgerald.
Zudem ist Annette Neuffer seit über zehn Jahren passionierte Parfumeurin. „Ich war immer schon eine Nase auf zwei Beinen und habe alle Gerüche meiner Umwelt aufgesogen“, erzählte sie in einem Interview. Unter www.naturparfum.net bekommt man Einblick in die Arbeit ihrer Duftmanufaktur. Wer aber die heute in Freising lebende Musikerin Annette Neuffer erleben möchte, der hat am Freitag, den 24. März um 19.30 Uhr in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach (KOM) in Olching in der Hauptstr. 68 die Möglichkeit. Hier wird „Deutschlands eleganteste Trompeterin und Sängerin“ mit ihrem Quintett auftreten.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Annette Neuffer: Meine Oma!

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
AN: Die Leute, die bisher dachten "Jazz mag ich nicht" und die, die es schon immer besser wussten.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
AN: Das Essen kommt immer zu spät, wenn man es ganz eilig hat. Stau, Autopannen und Umziehen in der Toilette - die Kleinste bisher hatte ich in Tokio. Vergessene Kleider, Instrumente oder Noten.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
AN: Positiv: Ein Konzert von Dusko Goykovich. Unglaublich, wie er mit 85 Trompete spielt. Und die Disziplin, die er hat, immer noch jeden Tag mehrere Stunden zu üben.
Negativ: Dass immer mehr ein politisches und menschliches Klima aufkommt, von dem wir eigentlich gedacht hätten, dass es der Vergangenheit angehören sollte. Überall schießen die Autokraten wie Pilze aus dem Boden, mitsamt dem Gefolge, das einfache Antworten sucht. Außerdem bin ich über den Umgang mit "Nutz"tieren entsetzt in einer Gesellschaft, die sich für zivilisiert hält. Überhaupt, dass alles skrupellos ausgebeutet wird zugunsten des Wirtschaftswachstums. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das dauerhaft so weitergehen kann.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
AN: Wenn alle im Blindflug einloggen, inklusive Publikum! Die Gespräche und der Rotwein danach. Wenn meine Schüler/innen Fortschritte machen und sich selbst erfolgreich auf die Bühne stellen oder die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule schaffen.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
AN: Ja natürlich: bei Jazz bevorzugt die 1940er, 1950er Jahre und bei Klassik am liebsten Bach und überhaupt Barockmusik.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
AN: Beides, aber lieber Vinyl - ich mag es gerne analog!

KK: Was lesen Sie momentan?
AN: "Die souveräne Stimme" von Olaf Nollmeyer, ein äußerst empfehlenswertes Fachbuch über angewandte Stimmphysiologie.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
AN: Wenn unrhythmisches Geplümmsel ohne Melodie und Harmonie als Jazz verkauft wird.

KK: Was freut Sie ungemein?
AN: Wenn es richtig swingt.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
AN: Während meiner Schulzeit im Olchinger Gymnasium ist im Unterricht eine umfangreiche Kollektion von Strickwerken entstanden. In der letzten Zeit leider nicht mehr, ich überlege mir aber schon länger, mal den "Bier und Stricken" Abend im Freisinger Furtnerbräu zu besuchen, eine grandiose und äußerst vielversprechende Kombination. Vielleicht sollte man sich dafür ein weniger kompliziertes Muster zurechtlegen.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
AN: Von "einer der am meisten überschätzten Schauspielerinnen" Hollywoods Meryl Streep und Clint Eastwood in "Die Brücken am Fluss".

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
AN: Eine selbstübende Trompete!

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
AN: Überwiegend Einzelkämpfer, aber mit dem richtigen Team auch sehr gerne Teamplayer. Ich habe nur eine ziemliche Aversion gegen Fremdbestimmung.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
AN: Das kann ich nicht pauschal sagen, aber mir sind schon mal zwei gute Bluestexte auf einmal eingefallen, als ich mich mit meiner Tochter durch die Mathehausaufgaben quälen musste. Also in Situationen, wo ich überhaupt nicht nach Einfällen suche.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
AN: Eigentlich keine Bestimmten. Ganz unterschiedlich, je nachdem, welche Information gerade benötigt wird.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
AN: Ich würde sofort ein Dekret für mehr Musik- und Kunstunterricht an den Schulen erlassen.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
AN: Swing Till Sunrise

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
AN: Als Wundergreisin a la Buena Vista Social Club wäre schön.
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Montag 06.03.2017
HG Butzko - Hab ich zwei linke Hände?
HG Butzko ist der „heimliche Star auf Deutschlands Kleinkunstbühnen“, „der Hirnschrittmacher des deutschen Kabaretts.“ HG steht übrigens für Hans-Günter und bevor der in Gelsenkirchen aufgewachsene Butzko („ICH BIN DER LEBENDE BEWEIS, DASS MAN IN GELSENKIRCHEN AUFWACHSEN UND NOCH MIT ANDEREN THEMEN UNTERHALTEN KANN, ALS FUSSBALL“) den Deutschen Kleinkunstpreis, den Bayrischen Kabarettpreis, den Mindener Stichling, den Schwäbischen Kabarettpreis erhalten hat, arbeitete er als Schauspieler und Regisseur. Nun schreibt er seine eigenen Texte, die unter Titeln wie „Herrschaftszeiten“ oder „Super Vision“ auf die Bühne und ins Fernsehen kamen. Sein neuestes Programm heißt „Menschliche Intelligenz“. „Religionen sind Kartelle zur Durchsetzung von Machtinteressen. Deswegen brauchen Religionen unbedingt religiöse Menschen, um ihnen Gottesfurcht einzuflößen. Während religiöse Menschen nicht unbedingt Religionen brauchen, um den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen“, ist Butzkos Credo. Am 29. März ist HG Butzko zu Gast im Kubiz Unterhaching, in der Jahnstraße 1. Frühzeitig Karten sichern!!!


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
HG Butzko: 1. Papi; 2. Mami; 3. Der Moment, in dem die beiden sich ganz doll lieb hatten.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
HGB: Dass Lachen nicht nur mit Schenkelklopfen entstehen kann, sondern auch mit Stirntippen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
HG: Die Verlässlichkeit der Deutschen Bahn.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
HGB: Die letzte Wahlentscheidung der US-Amerikaner. Die Frage ist ja nicht: Was stimmt nicht mit Donald Trump? Die Frage ist: Was stimmt nicht mit einem Land, in dem so jemand Präsident werden kann?

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
HGB: Wenn die Geistesblitze in meinem Gehirn sich mit den Geistesblitzen in den Gehirnen des Publikums verbinden

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
HGB: Von Klassik bis Techno ist alles dabei.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
HGB: Mp3

KK: Was lesen Sie momentan?
HGB: "Keine Macht den Doofen" von Michael Schmidt-Salomon.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
HGB: Uneinsichtigkeit, nicht zuletzt auch meine eigene.

KK: Was freut Sie ungemein?
HGB: Diese vielen kleinen Momente im Leben, die zeigen, dass die Welt ein sehr liebevoller Ort sein kann.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
HGB: Hallo? Hab ich zwei linke Hände?

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
HGB: Das gesamte Ensemble der US-Serie "Shameless".

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
HGB: Weltfrieden.

KK: Fühlen Sie sich eh er als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
HGB: Einzelplayer

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
HGB: Das wollen Sie gar nicht wissen.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
HGB: Fischer im Recht; Blog der Republik; Makroskop.eu; Übermedien; Block 5

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
HGB: Einen Tag lang in allen Kindergärten und Schulen des Landes interkulturelle Mitmach-Theater und Tanz-Projekte veranstalten, zur Überwindung von Vorurteilen und Intoleranz.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
HGB: Geschenkt.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
HGB: Meine eigene endlich. Die der Welt unendlich.
Autor: Siehe Artikel
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Montag 06.02.2017
Philipp Weber – Ein Akt der Notwehr
Philipp Weber stammt aus dem Odenwald, einer Gegend, über die er selbst meint: „Bei uns sagen sich Hase und Igel nicht gute Nacht, die leisten gegenseitig Sterbehilfe.“
In Tübingen studierte er Germanistik, Psychologie, Geschichte, Medizin, Biologie und Chemie. Doch er entschied sich anders und wurde 2004 hauptberuflicher „Kabarettist, Autor und Verbraucherschützer“. Entgegen einem Großteil seiner Berufskollegen arbeitete Philipp Weber in seiner bisherigen Karriere nicht ausschließlich als Solist, sondern war bis 2014 neben Mathias Tretter und Klaus von Wagner Mitglied des Ersten Deutschen Zwangsensembles.
Unter eigenem Namen hat der vielfache Preisträger bisher fünf Programme auf die Bühne gebracht. Sein neuestes heißt „Ich liebe ihn“. Am 16. Februar wird Philipp Weber, „Der Turboquassler“ (SZ), im Gautinger Bosco das Publikum mit seiner bissigen Satire  begeistern. Und am 9. Dezember 2017 in Fürstenfeld!!!


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Philipp Weber: Zum einen Heimat im Odenwald. Odenwälder haben von Geburt aus viel Humor, denn den braucht man da auch. Wenn man sich da das Leben nicht selbst schön macht, ist man verloren. Denn bei uns sagen sich Hase und Igel nicht gute Nacht, die leisten gegenseitig Sterbehilfe! Und zum anderen meine Mutter. Sie war CSU Politikerin. Kabarettist zu werden, ist da ein Akt der Notwehr.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
PhW: Ich möchte vor allem die Leute ein bisschen aufrichten, sie zum Lachen bringen, damit sie sich schütteln und die schweren Steine von ihren Schultern plumpsen. Und natürlich, wie es das Kabarett verlangt, den Blick auf wichtige Themen richten. Und vor allem auch auf Themen, die auf Grund des aktuellen, politischen Tagesgeschehens zur Zeit hinten überfallen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
PhW: Müdigkeit, Schwerhörigkeit und schlecht belegten Broten. Doch ein Profi wie ich kann
das meistern.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
PhW: Die Premiere meines neuen Programms. Weil es beeindruckend ist, wie man sich nach zwölf Jahren Bühnenleben immer noch so in die Hosen sch.... kann!

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
PhW: Der erste Schluck Bier nach einem tollen Auftritt.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
PhW: Ich mag ruhige Musik, ohne das sie depressiv ist. Chillig, wie man heute sagt. Und ganz viel Gitarre muss dabei sein.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
PhW: Ich bin schon auf Polycarbonat-Basis eingestiegen.

KK: Was lesen Sie momentan?
PhW: Ob Sie es glauben oder nicht: ein bretonisches Kochbuch. Es gibt wirklich nichts, was mich so entspannt wie Kochbücher!

KK: Was ärgert Sie maßlos?
PhW: Was alle anständigen Menschen in Deutschland gerade nervt. Wohin man guckt, sind Intoleranz, Aggression, Nationalismus, Rassismus, Chauvinismus und sprachlosmachende Dummheit auf dem Vormarsch!

KK: Was freut Sie ungemein?
PhW: Dass das allen vernünftigen Menschen eine Aufgabe gibt und Kabarettisten viel Material. Ich überlasse den Vollidioten nicht kampflos dieses Land.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
PhW: Äh, nein!

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
PhW: Al Pacino. "Im Auftrag des Teufels".

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
PhW: Eine Steuerhilfe für Wähler im Falle eines plötzlichen Rechtsrucks.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
PhW: Ich mag beides gerne.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
PhW: Ganz langweilig. Im Urlaub.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
PhW: Vimeo ist super. Wer es nicht kennt. Reinschauen, stöbern, entspannen

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
PhW: Ich würde auf jeden Fall versuchen, mehr die kleinen Kulturvereine auf dem Land zu fördern. Ich kenne so viele tolle Vereine, die eine super Arbeit machen und keinen Pfennig Förderung dafür bekommen. Da gibt es eine Stadt-Land-Schieflage. Viele Gemeinden können sich auch gar keinen eigenen Kulturbetrieb mehr leisten. Ich kann auch jeden Bürger nur inständig raten, wenn es noch ein städtisches Kulturangebot gibt: Nehmen Sie es wahr. Wenn die Besucherzahlen sinken, wird da
schnell mit dem Rotstift gearbeitet.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
PhW: „Philipp Weber - ein Mann steht seinen Weg!“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
PhW: Rosig, weil sonst stelle ich sie mir lieber nicht vor!
Autor: Siehe Artikel
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Fotos: Detelev Schneider und Felix Broede
Montag 23.01.2017
Isabelle Faust – Wenn sich das Herz öffnet
Isabelle Faust spielt im Jahr bis zu 120 Konzerte. Hinzu kommen Probenarbeiten zu den Aufnahmen für Harmonia Mundi, ECM oder CPO. So hat sie allein im Jahr 2008 "nebenher" zusammen mit dem russischen Pianisten Alexander Melnikow die zehn Violinsonaten von Ludwig van Beethoven eingespielt. Ein Großprojekt, über das der NDR jubelte: „Hier stimmt einfach alles“. Sie tritt auf als Solistin in großen internationalen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo oder dem Freiburger Barockorchester. Für ihre Einspielungen erhielt sie den „Echo Klassik", den „Gramophone Award 2012" und den japanischen „Record Academy Award".
Seit 1996 brilliert die Geigerin auf der 150 Jahre alten Dornröschen-Stradivari, die ihr von der Landesbank Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wurde. Fünf Jahre brauchte Isabelle Faust, bis sie aus diesem einzigartigen Instrument alle Klangmöglichkeiten schöpfen konnte. „Heute ist sie ganz erschlossen, nur eben ein wenig wetterfühlig, vielleicht sogar noch mehr als andere Stradivaris“, erzählte sie in einem Interview.
Am 11. Februar gastiert Isabella Faust gemeinsam mit eben jener Dornröschen-Stradivari und mit ihrem Pianisten Alexander Melnikow in Iffeldorf anlässlich der dortigen Meisterkonzerte. Beginn des Konzerts ist 19 Uhr (siehe TIPP)


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Isabelle Faust: Neben vielen anderen vor allem die Liebe und Intelligenz meiner Eltern.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
IF: Alle, aber das ist natürlich illusorisch.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
IF: Oberflächlichkeit.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
IF: Silvester in den Bergen unter Sternenhimmel in totaler Stille.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
IF: Wenn sich das Herz öffnet.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
IF: Live Musik.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
IF: Ich finde Vinyl schöner, aber CD leider praktischer.

KK: Was lesen Sie momentan?
IF: "Hölderlin" von Stefan Zweig.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
IF: Rücksichtslosigkeit.

KK: Was freut Sie ungemein?
IF: Ein unerwartetes Lächeln.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
IF: In frühen Jahren habe ich tatsächlich auch mal einen Schal gestrickt.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
IF: Jack Nicholson in „one flew over the cuckoo's nest“.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
IF: Einen Koffer, der sich selbst packt und die Treppen hochhüpft.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
IF: Teamplayer.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
IF: Wenn ich mich wohl fühle.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
IF:Die Nachrichten.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
IF: Ich würde dem Bildungsminister den nicht ausreichend existierenden Musik- und Kunstunterricht in den Schulen dringend ans Herz legen.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
IF: „Autobiographie einer, die nie eine schreiben wird“.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
IF: Ich denke, es gibt da leider einige harte Nüsse zu knacken für die Generationen nach uns...
Autor: Siehe Artikel
Montag 16.01.2017
Max von Milland - Eher so der Libero
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Max von Milland gehört zu jener Spezies, die aus den Bergen kommt, um die Welt zu erobern. Am liebsten mit seinen Songs, wie zum Beispiel „Wia’s Früher Wor“, „Nia Bin I Der“ oder „Wia’s Geaht“. So spricht man in Südtirol, genauer in der Gegend um Brixen, wo Max von Milland geboren wurde. Heute lebt er in München, fährt aber immer wieder liebend gern in die Heimat („Das tut total gut, um zu entschleunigen“). Doch nach kurzer Zeit packt ihn dann wieder die Sehnsucht nach dem Puls der Großstadt. Aber wie sehr er an seiner Heimat hängt, zeigt übrigens der Name seines eigenen Labels: „0472“ - ist die Telefonvorwahl von Brixen. Was Max von Milland, der eigentlich Maximilian Hilpold heißt, für Musik macht? Eine Mischung aus Beatles, Kings of Leon und Jack Johnson – sagt man. Am 1. Februar ist der 31jährige zu Gast in Fürstenfeld. Restkarten gibt es noch …..


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Max von Milland: Hauptfaktor war meine Mutter würde ich sagen.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
MvM: Viele musikinteressierte Menschen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
MvM: Pauschale Interviewfragen.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
MvM: Das geschlossene JA der Südtiroler zum Verfassungsreferendum in Italien.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
MvM: Das lesen der Fanbriefe.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
MvM: Ich finde die neue Single von Sido und Kool Savas "Masafaka" sehr berührend.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
MvM: Ich höre maßgeblich .wav und .mp3.

KK: Was lesen Sie momentan?
MvM: Fanbriefe.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
MvM: Dass Oasis immer noch keine offizielle Stellung zu den Reunionen-Gerüchten abgegeben haben.

KK: Was freut Sie ungemein?
MvM: Wenn Oasis die Reunion-Gerüchte bestätigen würden.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
MvM: Ja ich hatte mal ein selbstgemachtes Batik-Shirt, wurde mir aber von einem weiblichen Fan vom Leib gerissen :-(

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
MvM: Von Tom Hanks in "Cast Away", sein Zusammenspiel mit Wilson treibt mir immer Tränen in die Augen. Großes Kino.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
MvM: Super wäre so ein Mittel, das einen lange wach hält, über mehrere Stunden und sehr konzentriert arbeiten lässt. Wie so ein Pulver, das man nimmt, um keine Müdigkeit zu verspüren. Das würde sicher viele Menschen interessieren.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
MvM: Ich würde sagen ich bin eher so der Libero. Oft defensiv aber im richtigen Moment offensiv.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
MvM: Die suche ich noch.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
MvM: Um zu wissen was in Politik und Weltgeschehen passiert, besuche ich mehrmals täglich die Nachrichtenseite "Der Postillon". Das sind seriöse und vor allem objektive Nachrichten.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
MvM: Ich würde Max von Milland Texte in allen Schulen zur Pflichtlektüre erklären.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
MvM: Max von Milland - Die ganze Wahrheit und endlich auch auf Hochdeutsch.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
MvM: Imagine all the people sharing all the world.
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Mittwoch 04.01.2017
Thorsten Klentze - Mit Stichsäge und Bohrmaschine
Thorsten Klentze beherrschte die ganze Breite der akustischen Jazzgitarre, ließ swingende Joe Pass-Passagen ebenso einfließen wie das folkloristische Feuer des Flamenco oder die lyrische Zurückhaltung der klassischen Schule“, war vor einigen Jahren in einer Konzertbesprechung des Gitarristen zu lesen. Der aus Hamburg stammende und seit Anfang der 1980er Jahre bei München lebende Thorsten Klentze, hat sich im Laufe der Jahre einen veritablen Ruf in der Szene erspielt. Seine Alben (unter anderen mit Roger Jannotta, Charlie Mariano, David Friedman, Marika Falk eingespielt) fast ausschließlich aus Eigenkompositionen bestehend, haben durchweg ausgezeichnete Kritiken bekommen. Zudem unterrichtet er im WERKHAUS in der Leonrodtstraße in München. „Ich bin sehr froh, daß ich meine Musikschule habe“, erzählte er in einem Interview „die mich und meine Familie ernährt und die mir ermöglicht, zumindest jedes zweite Jahr meine aktuellen Kompositionen auf CD zu präsentieren. Die Produktion spare ich mir immer erst zusammen, zahle dann das Studio, den Techniker, die Musiker und so weiter und da die Labels heute kein Risiko mehr eingehen wollen, kriegen sie die Produktion geschenkt, gegen ein paar hundert Freiexemplare.“
Die letzte CD von Thorsten Klentze „Klentze-Jannotta-Tietze“ (Konnex)


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Thorsten Klentze: Die späte 1960er Generation hatte ganz starken Einfluss auf die 1970er. Es war eine hochpolitische Zeit, die Zeit des geteilten Deutschlands, die Anerkennung der Oder/Neiße Grenze als Garant für den europäischen Frieden, das Entstehen und die Auseinandersetzung mit der RAF, deren Sympathisanten und den damaligen Repräsentanten der Politik, die daraus entstehende Friedensbewegung mit ihren Massendemos gegen die Stationierung amerikanischer Atomwaffen in Deutschland und die Anti Atomkraft Bewegung - und ich mitten drin.
Die Musiker dieser Zeit, die ich bewunderte, hatten extremen Einfluss auf ihre Generation. Sie waren „scheinbar“ unabhängig von Kommerzialität, wahnsinnig experimentierfreudig und hochpolitisch.
Als ich 14 Jahre alt war, brachte meine Schwester aus den USA Schallplatten von Paul Simon, Carol King, David Crosby und Joni Mitchell mit. Damit war der Virus gesetzt. Anfang der 1970er Jahre waren wir überzeugt, dass wir mit Musik die Welt verändern würden: „Give peace a chance“. So begann ich die Klampfe gegen das Klavier zu tauschen, übte wie ein Wilder und hatte schon bald erste kleine Auftritte im Denni´s Pan, Logo und anderen Folkclubs in Hamburg.
Die Begegnung mit Hannes Wader, Franz Josef Degenhardt, Ralf McTell und Bert Jansch als 16/17 jähriger gaben mir enormes Selbstvertrauen.
Meine musikalische Welt veränderte sich mit den Klängen des zeitgenössischen Jazz. Ein Konzert und die Begegnung mit Zbigniew Seifert, Wolfgang Dauner und Charlie Mariano wirkte sehr nachhaltig. Auch ein Konzert des Gary Burton Quintetts mit Mick Goodrick, Steve Swallow, Bob Moses und dem ganz jungen Pat Metheny im „Onkel Pö“ in Hamburg waren Intitialzündungen.
Eberhard Webers Gruppe „Colours“, Jan Gabarek und ganz besonders: Toto Blankes „Electric Circus“ waren starke Einflüsse. Mit Toto hatte ich eine besondere Verbindung!

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
ThK: Ich möchte die Ohren und Herzen meiner Mitmenschen für Ungehörtes, Ungewöhnliches öffnen. Ich bin auf der Suche nach neuen Melodie- und Harmonieverbindungen. Der Jazz kann, anders als die moderne zeitgenössische E-Musik, die Menschen durch seine groovenden Elemente in seinen Bann ziehen. Leider fehlt der Mehrzahl meiner Zeitgenossen:
- die Offenheit und Neugierde auf ungewohnte Klänge,
- die Faszination an der Spontanität der frei erfundenen Kommunikation zwischen den praktizierenden Musikern.
Dieses - sich darauf Einlassen - ist äußerst spannend und verändert die Sicht auf unser Leben. Ich wünschte, Jazz wäre etwas populärer, z.B. wie !!! Fußball !!!.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
ThK: Mangelnde Zeit!!! Ich wünschte, ich hätte pro Tag 3 Stunden für mich, von denen meine Mitmenschen nichts wissen. Ich muss sehr oft angefangene oder halbfertige Projekte unterbrechen und komme erst Tage oder Wochen später dazu, sie wieder aufzugreifen. Dann finde ich nicht immer leicht den Anschluss.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?                                                                               
ThK: Die Flüchtlingswelle, die uns im letzten Jahr überrollt hat und die darauf folgenden Reaktionen. Die Unfähigkeit vieler Mitbürger sich vorzustellen, wie es wäre, selbst an Leib und Leben bedroht und zur Flucht gezwungen zu sein. Der unfassbare Rechtsruck in unseren westlichen Gesellschaften. Die Wahl von Donald Trump in den USA. Mich erschüttert, dass sich Menschen trauen, öffentlich ihre Mittelmäßigkeit und mangelnde Bildung zur Schau zu stellen und auch noch stolz darauf sind.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
ThK:
   - In den kreativen Prozessen, wenn nach hartem Ringen um eine schlüssige Lösung, endlich der Knoten platzt und sich mir ein neues, noch nicht dagewesenes Ganzes offenbart.
   - Auf der Bühne, ist es der Moment, in dem die ganze Band im gleichen Puls swingt und man einfach loslassen kann.
   - Beim Unterrichten ist es das Glück, das ich in meinen Schülern wecke, wenn sie über sich selbst  hinauswachsen und plötzlich Fähigkeiten entwickeln, die ihnen vorher unerreichbar erschienen.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
ThK: Ich liebe Kompositionen, musikalische Konzepte, Überraschungen, Witz. Die Stilrichtung ist mir dabei egal. Ich mag keine Monotonie. EMINEM ist für mich ein Gräuel.
Ich liebe die großen Emotionen von Lutawslawski, Esa-Pekka Salonen, Schönberg und Rihm.
Ich liebe die Chorwerke von Fauré, Duruflé bis Penderecki.
Ich liebe den Witz von Béla Bartok, Nino Rota, Martial Solal, Frank Zappa, Mike Patton.
Ich liebe den perfekten Kontrapunkt von Bach und Piazzolla,
Ich liebe die großen Virtuosen des Jazz (müßig, sie alle aufzuzählen).
Ich liebe die Spielfreude und Spontanität des Jazz - durchdachte Formen, Rhythmen und Harmonien, - aber auch die absolute Freiheit, wenn das “große Ganze“ im Focus bleibt.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
ThK: Beides. Als die ersten CDs herauskamen, hatte ich das Empfinden, 60 Minuten durchgehende musikalische Berieselung sei zu lang. Die kleineren zeitlichen Abschnitte von ca. 25 Minuten fördern das bewusstere Hören. Das empfinde ich heute nicht mehr so.
Gesamtkonzepte lassen sich viel besser darstellen und der Zugriff auf die einzelnen Tracks und die Möglichkeit, in den Tracks zu scrollen, sind überzeugend. 

KK: Was lesen Sie momentan?
ThK: Sarah Wagenknecht „Reichtum ohne Gier“, Ingeborg Bachmann „Erzählungen“, Stephen Witt „How the music got free“.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
ThK: Mich ärgert diese freiwillige, kollektive, kommerzialisierte Verblödung der Gesellschaft.
“The Voice of Germany“ ist für mich der Inbegriff der Inhaltslosigkeit. Die Menschen in unserer Gesellschaft hören langweilige Musik.
Leider hat unsere Medienwelt kein Interesse an neuer Musik. Die Radiostationen spielen den ganzen Tag die Musik der 1970er und 1980er Jahre (als ob es heute keine guten Songwriter mehr gäbe). Dadurch haben wir einen Grad der Banalität in unserer Alltäglichkeit erreicht, der wiederum
Banalität erzeugt. Denn wenn man heute im Musikgeschäft erfolgreich sein will, kann man das nur mit der immer gleichen Songwriter-Sülze, mit der wir schon in den 1970er Jahren gelangweilt wurden.
Und wenn ich heute die 60- bis 70jährigen Vokuhilas in ihren viel zu engen Lederklamotten zu „Smoke on the Water“ tanzen sehe, dann denke ich mir: Oh Gott, wie peinlich! Und ich glaube,  den meisten Jugendlichen geht es wie mir.
Musik und Kunst ist im allgemeinen Alltag entbehrlich, also bleibt der Durchschnittskonsument bei dem Sound seiner Jugend hängen. Um neue Sounds zu entdecken, bräuchte man eine gewisse Neugier und Offenheit, die alten Hörgewohnheiten über Bord zu werfen und natürlich Zeit für die Recherche.

KK: Was freut Sie ungemein?
ThK: Ich freue mich jeden Tag darüber, dass ich als freier Mensch meinen Leidenschaften nachgehen kann, Musik zu spielen und zu schreiben. Auch, wenn das Geld immer knapp ist, weil es mir trotz dieser großen Zahl an eigenständigen und ungewöhnlichen Kompositionen, die ich in meinem Leben geschrieben habe, nicht möglich ist, von den Tantiemen zu leben. Ich bin ungemein dankbar für die 70 Jahre Frieden in Europa, die mir das ermöglichen.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
ThK: Ich habe die Regale in meinen Arbeitsräumen aus Leimholzplatten mit Stichsäge und Bohrmaschine so gebaut, dass sie meinen Bedürfnissen entsprechen und es auch noch wohnlich wirkt. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind Sie in welchem Film beeindruckt?
ThK: Mein Sohn Bela ist Schauspieler und natürlich bin ich von ihm beeindruckt.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
ThK: Kaffee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
ThK: Einen Virus, der die Menschheit infiziert und der demjenigen höllische Kopfschmerzen bereitet, der anderen mit seinem Verhalten schadet.
Oder ein „Backfire System“ für alle Waffen weltweit, damit dieser Kinderkram mal aufhört.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
ThK: Einzelkämpfer.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
ThK: In meinen Ruhephasen. Nachts, wenn keiner anruft oder etwas von mir will. Manchmal in der Sauna oder im Bett. Voraussetzung für die, manchmal blitzartigen Einfälle, sind intensive Arbeitsphasen. Wenn die Einfälle kommen, muss ich sie allerdings sofort notieren, sonst sind sie verloren.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
ThK: So gut wie keine, regelmäßig. Nur bei Bedarf, wenn ich recherchiere.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
ThK: Ich würde dafür sorgen, dass die durch Kultur erwirtschafteten Gewinne fairer verteilt würden. Das betrifft allerdings nicht nur die durch Kultur erwirtschafteten Gewinne..................

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
ThK: Keine Ahnung. Vielleicht:  “Mein Leben als Don Quichot“.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
ThK: Gelassen. In Ehrung und Achtung vor der Menschheit.


Zum weiterlesen:
www.klentze.de
Autor: Siehe Artikel
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