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1. SMUGGLING HENDRIX
2. ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN
3. PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN
4. TERMINATOR: DARK FATE
5. M. C. ESCHER – REISE IN DIE UNENDLICHKEIT
6. AFTER THE WEDDING
Donnerstag 07.11.2019
SMUGGLING HENDRIX
Ab 14. November 2019 im Kino
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Nikosia, Zypern 2018: Das Leben von YIANNIS (Adam Bousdoukos), einem erfolglosen griechisch-zypriotischen Musiker, hat sich nicht so entwickelt, wie er es sich vorgestellt hatte. Von seiner Freundin verlassen, nicht in der Lage, seine Miete zu zahlen, spürt er zudem den Atem seiner Gläubiger im Nacken. Er entschließt sich, die Insel ein für alle Mal mit seinem einzigen treuen Freund und geliebten Hund JIMI zu verlassen. Der Plan von Yiannis wird jedoch gefährdet, als Jimi drei Tage vor seiner geplanten Abreise davonläuft und die UN-Pufferzone zu der von der Türkei kontrollierten Seite der Insel überquert. Als er Jimi endlich wiederfindet, wird er mit einem absurden Gesetz konfrontiert, das den Grenzübertritt für Tiere verbietet. Yiannis sitzt in der Klemme und muss eine Alternative finden, wie er seinen Hund zurückbringen kann. Er lernt HASAN (Fatih Al) kennen, der auf der anderen Seite der Grenze lebt und der ihm dabei helfen will, Jimi zurück zu schmuggeln – doch die Uhr tickt…

Ein Film von Marios Piperides
Mit Adam Bousdoukos, Fatih Al, Vicky Papadopoulou, Özgür Karadeniz u.a.


Kommentar des Regisseurs
Ich wuchs in einer ziemlich konventionellen griechisch-zypriotischen Umgebung auf, unmittelbar nach der türkischen Invasion im Jahr 1974. Ich war umgeben von Geschichten über „die Türken“, diesen Feind, der Mord und Barbarei über unsere Gesellschaft gebracht hatte – eine Wahrnehmung, die sich während meines Wehrdienstes Mitte der 90er Jahre noch verstärkte. Jahrelang konnte ich die Dächer der „anderen Seite“ von Nikosia und die Berge dahinter sehen, konnte das Rufen zum Gebet in der Moschee hören und die türkischen Soldaten auf ihren Posten beobachten. Aber während ich in der Lage war, dies alles aus der Ferne zu beobachten oder die Geschichten zu hören, die man sich erzählte, war nichts davon Teil meines eigenen, physischen Erlebens. Meinen Eindruck vom türkischen Teil Nikosias hatte ich lediglich über Familiengeschichten, von Lehrern und aus den Medien erhalten.
Jahre später, 2003, wurde der erste Checkpoint zwischen den beiden Seiten eröffnet, was mir erlaubte, den Teil meiner Heimat zu besuchen, den ich die ersten drei Jahrzehnte meines Lebens nur aus anderer Leute Erzählungen kannte. Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich die Grenze überschritt. Alles war anders und seltsam, aber gleichzeitig vertraut: die Plätze, die Gebäude, die Architektur, die Gerüche, die Menschen. Eine unbequeme, vertraute Fremdheit.
In den folgenden Jahren hatte ich die Gelegenheit, die andere Seite hautnah zu erleben, persönliche und berufliche Bindungen zu denen aufzubauen, die unsere Insel mit uns teilen.  Das hat mein eigenes Leben bereichert, und ich begann einiges von dem zu hinterfragen, womit ich aufgewachsen war. Die persönlichen Geschichten, die ich erfahren durfte, waren sehr unterschiedlich: von äußerst tragisch bis regelrecht absurd. Das löste in mir den Wunsch aus, mit einem Film eine Story zu erzählen, die beide Seiten einfängt.
So entstand SMUGGLING HENDRIX, eine Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Dass ein Mann so treu an seinem Hund hängt, ist ein unbeschwerter Einstieg, der die Diskrepanz zu den ernsteren Themen ausgleichen kann. Im Kleinen spiegelt die Handlung die komplexe soziale Dynamik der heutigen Zeit wider: die geteilte Insel Zypern, die rechtlichen Probleme mit verlorenem Besitztum und das heikle Thema der türkischen Siedler, die all die Jahre nie ein Gesicht erhalten haben und von Politikern beider Seiten als Verhandlungsmasse benutzt wurden.


Adam Bousdoukos
Adam Bousdoukos hatte seine erste große Rolle neben Mehmet Kurtulus als der chaotische Costa in Fatih Akins spannendem Debüt KURZ UND SCHMERZLOS (1998), das ihn über Nacht berühmt machte. Für seine darstellerische Leistung in diesem Film bekam er den Bronzenen Leoparden in Locarno und später auch den Adolf-Grimme-Preis. Er wirkte in weiteren Filmen des gefeierten Regisseurs mit, darunter in GEGEN DIE WAND (2004) und SOUL KITCHEN (2009), wofür er am Drehbuch mitgeschrieben hatte. Dieser Film wurde bei den 66. Filmfestspielen in Venedig mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet. Zuletzt agierte er in Akins AUS DEM NICHTS (2017) und DER GOLDENE HANDSCHUH (2019). In weiteren Filmen war er u. a. in Aaron Lehmanns HIGHWAY TO HELLAS (2014), Alexis Alexious MITTWOCH 04:45 (2015) und Florian Ross’ VIELMACHGLAS (2018) zu sehen.


Fatih Al
Fatih Al ist in Ankara geboren und aufgewachsen. In den letzten 15 Jahren hat er sich als versierter und vielseitiger Schauspieler etabliert, der mit großer Bandbreite in Theaterstücken, Filmen und Fernsehserien in Erscheinung trat. Er hatte eine Hauptrolle in der 2011er Staffel von MAGNIFICENT CENTURY, einer der beliebtesten türkischen Fernsehserien aller Zeiten.
Seine Filmographie umfasst u.a.:
Ümit Inals SOFRA SIRLARI (2018),
THE VISITOR (2015) von Mehmet Eryilmaz,
DAIRE (2014) von Atıl İnanç, für die Fatih Al beim Ankara International Film Festival den Preis als bester Schauspieler erhielt und
OUR GRAND DESPAIR (2011) des verstorbenen Regisseurs Seyfi Teoman, der damit für den Goldenen Bären der Berlinale nominiert war.


Vicky Papadopoulou
Vicky Papadopoulou ist in Athen geboren und aufgewachsen. Seit 2003 arbeitet sie kontinuierlich als Schauspielerin für Theater, Kino und Fernsehen. Sie hatte bereits Engagements am National Theatre of Greece, dem Karolos Koun Art Theatre und dem italienischen Piccolo Teatro di Milano, wo sie mit Regisseur Bob Wilson an der Produktion von „Odyssey“ mitwirkte.
Papadopoulou wirkte auch in folgenden Spielfilmen mit:
THE REPUBLIC (2015) von Dimitris Tzetzas,
STRATOS (2014) von Yannis Economides, für den sie den Preis der Griechischen Akademie als beste Nebendarstellerin erhielt,
CHRISTMAS TANGO (2011) von Nikos Koutelidakis,
KLEINE VERBRECHEN (2008) von Christos Georgiou und
DYING IN ATHENS (2006) von Nikos Panayotopoulos.
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Donnerstag 31.10.2019
ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN
Ab 07. November 2019 im Kino
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In dem Kino-Dokumentarfilm ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN - MARIO ADORF blickt der Regisseur Dominik Wessely auf das Leben und die einzigartige Karriere Mario Adorfs und erzählt von seiner Leidenschaft für Theater, Kino, Gesang und das Schreiben von Geschichten.
Die Leinwand und die Bühne haben das leben des 89jährigen Künstlers, einer der größten deutschen Schauspiel-Stars der vergangenen 60 Jahre, bis heute geprägt. Wie hat er seine Rollen ausgesucht? Was fasziniert ihn bis heute an der Schauspielerei? ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN – MARIO ADORF gibt bislang verborgene Einblicke in sein privates Leben, seine Sicht auf die Welt, die Politik, die Liebe und auch auf das Älterwerden.

Ein Dokumentarfilm von Dominik Wessely



STATEMENT DES REGISSEURS DOMINIK WESSELY

Was ich noch erzählen wollte... Von der Schwierigkeit und vom Vergnügen, einen Film mit und über Mario Adorf zu drehen

Bald 90 prall-volle Jahre, rund 200 Filme, Begegnungen und Zusammenarbeiten mit Kortner, Siodmak, Peckinpah, Wilder, der Bardot, mit Fassbinder, Herzog, Schlöndorff, Dietl und, ja, auch mit Dr. Dieter Wedel – wie soll das alles in einen Film passen? 
Mario Adorfs Biographie quillt über von Erlebnissen, Begegnungen, Anekdoten. Es ist schlicht unmöglich, der Fülle dieses Lebens in einem Dokumentarfilm von 90 oder 100 Minuten gerecht zu werden. Die Qual der Wahl lautet also: Unterlassungssünden begehen, oder in Oberflächlichkeit enden?
Ich habe mich entschieden, die Aufgabe mit einer gewissen Unbekümmertheit und mit dem Mut zur Lücke anzugehen.
Der eine oder die andere wird deshalb längere Erzählungen zu Marios Bösewicht-Paraderolle Santer in Winnetou I vermissen, oder seine hinreißenden (und bitterbösen) Anekdoten zu Werner Herzogs Dschungelabenteuer Fitzcarraldo. und hat er nicht auch diesen schrecklich faszinierenden Patriarchen in Tom Toelles düsterer Heimatroman-Verfilmung Via mala gespielt? Hat er. Und schreibt er nicht auch seit Jahrzehnten wunderbar kurzweilige Bücher? Macht er. Ich bekenne mich also schuldig.
Dennoch: Der Gott des Dokumentarfilms war uns gnädig. Entstanden ist eine Momentaufnahme, in der die „großen Themen“ ebenso ihren Platz gefunden haben wie Fundsachen des Alltags: Ein zufälliges Wiedersehen auf einer Straßenkreuzung in Rom, Marios Begegnung mit der eigenen Vergangenheit in einer magischen Videothek...
ES HÄTTE NICHT SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN  – das ist ein möglicher Film über Mario Adorf, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber immer voller Zuneigung, getragen von einem einfach hinreißenden Erzähler.
Caro amico, es war mir eine Ehre!
Dominik Wessely
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Mittwoch 23.10.2019
PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN
Ab 31. Oktober 2019 im Kino
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Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Pariser Malerin Marianne (Noémie Merlant) im Jahr 1770 auf eine einsame Insel an der Küste der Bretagne: Sie soll heimlich ein Gemälde von Héloïse (Adèle Haenel) anfertigen, die gerade eine Klosterschule für junge adelige Frauen verlassen hat und bald verheiratet werden soll. Denn Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, um gegen die von ihrer Mutter (Valeria Golino) arrangierte Ehe zu protestieren. So beobachtet Marianne Héloïse während ihrer Spaziergänge an die Küste und malt abends aus dem Gedächtnis heraus ihr Porträt. Langsam wächst zwischen den eindringlichen Blicken eine unwiderstehliche Anziehungskraft…


Ein Film von CÉLINE SCIAMMA
Mit NOÉMIE MERLANT, ADÈLE HAENEL, LUÀNA BAJRAMI, VALERIA GOLINO u.a.


Im späten 18. Jahrhundert unterrichtet Marianne (NOÉMIE MERLANT) eine Klasse junger Frauen und bringt ihnen die Kunst des Malens bei. Eines der Mädchen macht Marianne auf ein Gemälde aufmerksam, das sie entdeckt hat. Darauf sieht man eine aufrechte, stolze Frau mitten in der Nacht – dass Teile ihres Kleides in Flammen stehen, scheint ihr nichts auszumachen. Marianne treten beim Anblick des Gemäldes Tränen in die Augen, unweigerlich muss sie an das Jahr 1770 zurückdenken…
 
Marianne ist eine junge Malerin. Sie ist die einzige Frau auf einem wild schaukelnden Boot, das vom französischen Festland auf eine entlegene Insel in der Bretagne übersetzt, umgeben von Männern an den Rudern. Als eine hohe Welle ihre Kiste von Bord spült, zögert sie keinen Moment und springt hinterher. In der Kiste befinden sich ihre Malutensilien, die wichtigsten Dinge in ihrem Leben. Mariannes verstorbener Vater war ein renommierter Porträtmaler, von ihm hat sie ihr Handwerk erlernt und seine Nachfolge angetreten. Nun hat sie einen Auftrag auf der Insel.
 
Nachdem sie sich ihrer nassen Kleider entledigen und vor dem Kamin wieder etwas aufwärmen konnte, lernt Marianne ihre Auftraggeberin kennen. Die Herzogin (VALERIA GOLINO) will, dass sie ihre jüngere Tochter Héloïse (ADÈLE HAENEL) porträtiert. Gerade erst wurde sie von einer Klosterschule für junge adelige Frauen geholt. An Stelle ihrer älteren Schwester, die den Freitod gewählt hat und von den Klippen der Insel gesprungen, soll Héloïse in Mailand einen italienischen Edelmann heiraten, um ihr – und damit der Familie – Wohlstand und soziale Stellung zu sichern. Das Porträt ist als Geschenk an den zukünftigen Ehemann gedacht und soll die Abmachung besiegeln.
 
Doch Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, um gegen die arrangierte Ehe zu rebellieren. Sie denkt gar nicht daran, einen Mann zu heiraten, den sie nicht kennt. Ein Maler hat sich an ihrem Widerstand bereits die Zähne ausgebissen und ist wieder abgereist, bevor er seine Arbeit vollenden konnte. Die Herzogin weiß, wie schwer es für eine Frau ist, sich ohne Mann an der Seite in der Gesellschaft zu behaupten, deshalb hat sie Marianne ausgewählt, um Héloïse täuschen zu können. Sie darf nicht erfahren, was der wahre Auftrag der Malerin ist: Marianne soll Héloïse tagsüber Gesellschaft leisten, insgeheim ihr Gesicht studieren. Und abends ohne das Wissen von Héloïse aus dem Gedächtnis heraus an dem Porträt arbeiten. 

Das erste Treffen der beiden jungen Frauen verläuft dramatisch. Marianne sieht, wie Héloïse mit voller Geschwindigkeit auf die Klippen zuläuft, von denen sich schon ihre Schwester gestürzt hat, und erst im letzten Moment abrupt abbremst. Das habe sie schon immer machen wollen, sagt sie zu Marianne, als sie sich zu ihr umdreht und erstmals ihr Gesicht zeigt – das Gesicht, das Marianne malen soll. Sich von der Klippe stürzen, fragt Marianne. Laufen, sagt Héloïse. 
 
Die beiden jungen Frauen freunden sich in den nächsten Tagen an und Marianne hat ein schlechtes Gewissen, Héloïse gegenüber nicht ehrlich sein zu können. Am Abend tut sie sich schwer bei der Arbeit an dem Gemälde, das nur langsam Fortschritte macht – es ist ein unmöglicher Auftrag. Tagsüber reden sie miteinander, vertrauen sich ihre Geheimnisse und Sehnsüchte an, kommen sich dabei immer näher und sind froh darüber, endlich eine verwandte Seele getroffen zu haben. Wieder allein im Zimmer stellt Marianne fest, dass sich mehr und mehr all ihre Gedanken um Héloïse drehen. Wenn sie zusammen sind, treffen sich ihre Blicke immer öfter.
 
Die gemeinsame Zeit neigt sich dem Ende entgegen. Zusammen mit der Herzogin, die Geschäfte auf dem Festland zu erledigen hat, soll Marianne die Insel wieder verlassen. Tatsächlich ist es ihr gelungen, das Gemälde fertigzustellen. Wie erwartet, ist Héloïse entsetzt über den Verrat. Mehr noch schockiert sie aber, dass das Porträt eine einzige Enttäuschung ist. Es ist leblos, lustlos und uninspiriert. Kurzentschlossen bietet sie ihrer Mutter an, in der Zeit ihrer Abwesenheit Marianne Model zu stehen. Bis zu ihrer Rückkehr in einer Woche soll ein neues Gemälde fertiggestellt sein. Die Herzogin willigt ein.
 
Héloïse und Marianne bleiben nun allein auf dem Anwesen zurück. Nur das einfache Hausmädchen Sophie (LUÀNA BAJRAMI) ist an ihrer Seite. Marianne nimmt die Arbeit wieder auf. Nun sehen sich die beiden jungen Frauen unentwegt in die Augen. Die Spannung zwischen ihnen steigt ins Unermessliche. Da ist Verlangen, Sehnsucht, Liebe. 
 
 
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Donnerstag 17.10.2019
TERMINATOR: DARK FATE
Ab 24. Oktober 2019 im Kino
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TERMINATOR: DARK FATE („Terminator 6: Dark Fate”, 2019) vereint den Oscar®-prämierten Filmemacher James Cameron mit seinen Hauptdarstellern Linda Hamilton und Arnold Schwarzenegger, die bereits als Stars des Original-Franchise überzeugt haben. Nun, nach 28 Jahren, steht ein neues, spannendes Action-Abenteuer ins Haus, das nahtlos an die Handlung von TERMINATOR 2: JUDGMENT DAY („Terminator 2: Tag der Abrechnung”, 1991) anschließt. Mehr als zwei Dekaden sind vergangen, seit es Sarah Connor gelungen ist, den Tag der Abrechnung abzuwenden. Damals hat sie die Zukunft neu geschrieben und das Schicksal der Menschheit in andere Bahnen gelenkt. Dani Ramos (Natalia Reyes) führt mit ihrem Bruder (Diego Boneta) und Vater in Mexico City ein einfaches Leben. Bis ein neuer, hoch entwickelter und tödlicher Terminator – bekannt als Rev-9 (Gabriel Luna) – aus der Zukunft in der Zeit zurückreist, um sie zu töten. Um zu überleben, muss Dani sich mit zwei Kriegern zusammenschließen, mit Grace (Mackenzie Davis), einer Supersoldatin aus der Zukunft, sowie der kampferprobten Sarah Connor (Linda Hamilton). Da trifft das Trio, während der Rev-9 alles und jeden, der sich ihm bei der Suche nach Dani in den Weg stellt, gnadenlos tötet und dabei alles zerstört, auf einen T-800 (Arnold Schwarzenegger). Dieser Terminator aus Sarahs Vergangenheit ist möglicherweise ihre größte Hoffnung aufs Überleben.


Regie: Tim Miller
Mit: Linda Hamilton, Arnold Schwarzenegger, Mackenzie Davis, Natalia Reyes, Gabriel Luna, Diego Boneta u.a.

1984 waren sich die Filmemacher James Cameron und Gale Anne Hurd noch nicht darüber im Klaren, was für ein globales Phänomen sie mit THE TERMINATOR geschaffen hatten. Ihr niedrig budgetierter, hoch origineller Science-Fiction-Action-Film handelt von einem Cyborg, der durch die Zeit zurückreist, um die menschliche Rasse auszulöschen. Dunkel und hart war der Film, klug geschrieben und höchst unterhaltsam. Er zeichnete sich durch ein hohes Tempo aus und hatte eine weibliche Heldin – für jene Zeit höchst ungewöhnlich.
Im Zentrum der Geschichte steht die Kellnerin Sarah Connor, die von einem Terminator, Modell T-800, gejagt wird. Dessen Auftrag besteht darin, ihren ungeborenen Sohn zu töten, der später Anführer der menschlichen Widerstandsbewegung sein werden soll. Auftraggeber des gnadenlosen T-800 ist Skynet, eine von Cyberdyne kreierte K.I., die die Menschheit ausrotten will. Zudem wird Kyle Reese in der Zeit zurückgeschickt, um Sarah zu beschützen und die Menschheit zu retten.
Ungeheure Mundpropaganda und positivste Besprechungen von renommierten Kritikern machten die Hauptdarsteller von THE TERMINATOR, Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton, zu Weltstars, Cameron war fortan der Mann in Sachen Blockbuster-Unterhaltung.
Cameron und Hurd, die ihr Handwerk in Roger Cormans Low-Budget-Film-Mekka New World Pictures gelernt hatten, hielten die Kosten dank einfallsreicher Spezialeffekte niedrig und setzten auf das Charisma ihrer Protagonisten Hamilton und Schwarzenegger. Stan Winston, ein Pionier in Sachen Spezialeffekte-Make-up Design, schuf Schwarzeneggers Cyborg-Look, zu dem er sich von Camerons Zeichnungen inspirieren ließ.
Der Erfolg des Films führte 1991 zum mit TERMINATOR 2: JUDGMENT DAY (bzw. T-2) betitelten Sequel, das neue Actionfilm-Standards setzte. In T-2 treten zudem ein verbesserter, noch tödlicherer Terminator – T-1000, gespielt von Robert Patrick –, und Edward Furlong als Sarahs Sohn John Connor, seines Zeichens zukünftiger Führer des Widerstands, in Erscheinung. Der Film schlug damals mit noch nie dagewesenen 94 Millionen Dollar Produktionskosten zu Buche – circa 15 Mal mehr als die 6,4 Millionen Dollar von THE TERMINATOR. Modernste CGI-Technik gab es da zu bestaunen, zwei unglaublich realistische Terminatoren wurden zum Leben erweckt. Vielfach wurde das Werk ausgezeichnet, darunter Academy Awards® für den Besten Tonschnitt, die Beste Tonmischung, das beste Make-up und die Besten visuellen Effekte. Außerdem avancierte T-2 mit weltweit eingespielten 518 Millionen Dollar zum umsatzstärksten Film des Jahres.  
Drei weitere Filme und eine Serie um den Terminator folgten – jedoch ohne Beteiligung von Cameron und Hamilton. Dies hat sich nun bei TERMINATOR: DARK FATE geändert, bei dem die Geschichte von JUDGEMENT DAY in die Gegenwart geführt wird.
„Vor allem wollten wir in Bezug auf die Form mit DARK FATE zu den Wurzeln zurückkehren. TERMINATOR 1 und 2 besitzen in der Filmgeschichte einen ganz speziellen Status und wir wollten nun Jims Vision der Serie weiterspinnen“, erklärt Produzent David Ellison. „Und es gab nur eine Möglichkeit, um dies zu gewährleisten – James Cameron musste wieder mit an Bord genommen werden.”
Cameron beschreibt TERMINATOR: DARK FATE als echte Fortsetzung von TERMINATOR 2, die wieder den Ton von THE TERMINATOR und dessen Sequel trifft. „Der Film ist genauso intensiv und gnadenlos wie seine Vorgänger, es herrscht wieder dieses Gefühl bitteren Terrors”, sagt er. „In unserem ersten Film wollten wir das Publikum mit einer dunklen Zukunft erschrecken und um eine Frau, die einem ans Herz wächst, bangen lassen. Der neue Film erzählt von der Konfrontation der Menschheit mit einer übermächtigen künstlichen Intelligenz. Ein hoch aktuelles Thema, das heute noch viel brisanter ist als 1984 bzw. 1991.”
Ein Terminator des 21. Jahrhunderts
Als Regisseur von TERMINATOR: DARK FATE wählte Cameron höchstpersönlich Tim Miller, der unter anderem den Blockbuster DEADPOOL inszeniert hat, einer der weltweit umsatzstärksten Filme mit einem sogenannten R-Rating. Dieses besagt, dass Kinder unter 17 Jahren den Film in den USA nur in Begleitung Erwachsener sehen dürfen. Ellison war mit der Wahl Millers vollkommen einverstanden, war er doch ein Fan von DEADPOOL seitdem er eine frühe Schnittversion gesehen hatte. „Ich hielt die Action und die Welt, die hier kreiert wurde, schlechtweg für brillant. Tim hat da nicht nur das Superhelden-Genre, sondern auch die Welt der R-Rated-Filme neu erfunden. Genau einen solchen Regisseur brauchten wir für TERMINATOR: DARK FATE”, sagt er.
Miller, der sich selbst als „Science-Fiction-Nerd” beschreibt, machte sich mit Cameron und Ellison daran, ein Writers’ Room mit den besten Fantasy-Autoren unserer Tage zusammenzustellen, darunter David S. Goyer (BATMAN BEGINS, THE DARK KNIGHT), Neal Stephenson (Seveneves, Cryptonomicon), Joe Abercrombie (The Blade Itself, Best Served Cold), Greg Bear (Darwin’s Radio, Anvil of Stars), Neal Asher (Prador Moon, Gridlinked), Josh Friedman (AVATAR 2, 2021; WAR OF THE WORLDS, „Krieg der Welten“, 2005) und Warren Ellis (IRON MAN THREE, „Iron Man 3“, 2013; Gun Machine). Diese sollten im Zuge diverser Brainstormings mögliche Handlungskniffe ersinnen.
„Wie setzten uns mit Jim und Produzent David Ellison in ein Zimmer und überlegten, was für verschiedene Szenarien möglich waren”, erklärt Miller. „Wir dachten darüber nach, ob die Handlung in der Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft spielen sollte. Sollte unser Fokus auf Sarah oder John liegen? Wir waren uns einig, dass wir einige neu starke Charaktere einführen mussten und wollten dabei jedoch an unserer Trinitätsstruktur – Jäger, Beschützer und Beute – festhalten.”
Millers Vorsatz war es, im gesamten Verlauf der Produktion der „Marke” Terminator treu zu bleiben und gleichzeitig seine ganz eigene Handschrift in den Film einzubringen. „Ich hatte nie im Sinn, meinen Film so zu drehen, wie dies Jim Cameron tun würde”, sagt er. „Aber ich wusste von seinen Filmen, dass das Geheimnis eines Terminator-Abenteuers in den Figuren liegt. Es musste also Figuren, Figuren, Figuren heißen. Jim ist besonders gut, wenn es um kleine Details geht, man hat bei ihm stets das Gefühl, dass man bei ihm echten Menschen dabei zusieht, wie sie mit extrem schwierigen und ungewöhnlichsten Situationen umgehen.”
Ein andrer wichtiger Aspekt, den Miller bei TERMINATOR: DARK FATE von Cameron übernahm, war das Tempo. „Jim fängt stets ganz langsam an, lässt einem viel Zeit, die Figuren kennenzulernen. Und dann nimmt er Tempo auf. Wenn die Action einmal einsetzt, hört sie nicht mehr auf”, erläutert der Regisseur. „Das versteht er besser als jeder andere.”
Cameron an seiner Seite zu haben, war für Miller von Beginn an von essenzieller Notwendigkeit – wegen dessen beständigem Interesse an Technologie sowie seines tiefen Wissens um die Charaktere, die er vor Jahren ersonnen hat: „Er kennt das Material wie kein Zweiter und hat seit Jahren darüber nachgedacht. Und obwohl er nie geplant hat, diesen Film zu drehen, hat er sich beständig mit K.I. auseinandergesetzt und nie die Verbindung zu seiner Story verloren.” 
Aber warum hat sich Cameron entschlossen, nach fast drei Dekaden ein neues Kapitel seines beliebten Science-Fiktion-Epos aufzuschlagen? „Über die Jahre habe ich mich immer wieder mit Leuten ausgetauscht, die sich mit dem Themenkreis K.I. beschäftigen”, erklärt der Filmemacher. „Sie sind sich alle darüber einig, dass es einmal eine K.I. geben wird, die unserem Gehirn ebenbürtig oder sogar überlegen sein wird. Sie behaupten nicht, dass wir eines Tages von Skynet beherrscht werden. Aber genau wissen wir das nicht, oder?”
Cameron sagt, dass die Debatte ihn an die Zeiten in den 30er und 40er Jahren erinnert, in denen die Nuklearwissenschaftler freudig darüber nachdachten, wie man die Welt mittels der Atomspaltung energietechnisch in ein neues Jahrtausend bringen könnte. „Man machte sich überhaupt keine Gedanken darüber, dass die so gewonnene Energie auch für Kriegszwecke missbraucht werden könnte”, sagt er. „Aber das Erste, was wir mit der Nuklearenergie taten, war, zwei Städte dem Erdboden gleichzumachen und Hundertausende Menschen zu töten. Also ist unser Szenario durchaus glaubwürdig.”
Miller ist diesbezüglich eher optimistisch und bezieht sich lieber auf eine Maxime von Arthur C. Clarke: „Die Zukunft ist nicht nur unbekannter als man sich vorstellen kann, sie ist vielmehr unbekannter als überhaupt vorstellbar.” Und er fügt hinzu: „Ich glaube nicht, dass die K.I. vorhat, uns zu töten. Wir wissen nicht, worauf sie abzielt, sicher ist jedoch, dass wir uns einmal an nur einem Tag so stark weiterentwickeln werden können wie ehedem in Millionen von Jahren. Im Augenblick ziehe ich es vor, zu glauben, dass sie besser ist als wir.” 


Sie sind zurück
Für Fans des Franchise dürfte das aufregendste Element von TERMINATOR: DARK FATE die Rückkehr der Stars Linda Hamilton und Arnold Schwarzenegger sein. „Als Fan fragte ich mich, wie ich selbst zu einem weiteren TERMINATOR-Film stehen würde”, sagt Miller. „‚Braucht es das Sequel wirklich’? Und dann hörte ich, dass Linda wieder mit von der Partie sein würde, um die Geschichte von Sarah Connor zu Ende zu bringen. Aus diesem Grund sagte ich zu. Für mich als Regisseur war dies der Grund, den Film zu machen. Damit will ich keinesfalls den anderen Schauspielern zu nahe treten, aber für mich gibt es nur eine Sarah Connor und die heißt Linda Hamilton.”
Die Schauspielerin wird so eng mit dieser Rolle in Verbindung gebracht, dass für die Filmemacher überhaupt kein Zweifel darüber bestand, dass man sie für TERMINATOR: DARK FATE um ihre Rückkehr bitten musste. „Niemand kann sich jemand anderes in der Rolle vorstellen”, sagt Cameron. „Ohne Linda hätten wir Sarah nicht wieder zum Leben erwecken können. Wenn Sarah auf der Leinwand erscheint, hat man das Gefühl, im richtigen Film zu sitzen.”
Ihre revolutionäre Figur, eine weibliche Heldin, in einer Zeit, in der so ein Part fast ausschließlich Männern zustand, machte sie in THE TERMINATOR zur Ikone. Als Sarah Connor spielte sie eine zunächst etwas naive Kellnerin, die zur Guerillakriegerin mutiert, um ihren Sohn zu retten. Diese Rolle hat Hamilton nun erneut übernommen. Älter ist sie geworden, weiser – und definitiv zorniger.
Und obwohl in aktuellen Actionfilmen wie WONDER WOMAN („Wonder Woman“, 2017) oder CAPTAIN MARVEL („Captain Marvel“, 2019) die zentralen Rollen mit Frauen besetzt sind, steht Sarah Connor, so Cameron, für sich selbst. „Wie viele dieser Figuren sind über 40 Jahre alt?”, fragt er. „Die Liste ist extrem kurz. Wie viele sind über 60? Eine dicke fette Null. Derweilen laden die Kerle jenseits der 80 immer noch ihre Waffen. In unserer Gesellschaft werden ältere Frauen gerne übersehen. In der klassischen Mythologie stehen sie für Weisheit, sind Zauberinnen oder Seherinnen – zumindest aber immer starke Persönlichkeiten. Diese Attribute haben wir in der Figur der Sarah vereint. Sie ist eine Action-Heroin wie sie im Buche steht. So jemanden haben wir auf der Leinwand noch nie gesehen.”
Die Idee, nach mehr als zwei Dekaden diese Rolle wieder zu übernehmen, sagte Hamilton zu. „Nach T-2 hatte ich das Gefühl, den Part der Kriegerin vollkommen ausgelotet zu haben”, erklärt sie. „Damals sah ich keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten und wollte nicht auf diese Rolle festgelegt werden. Aber nach 28 Jahren hat sich Sarah dramatisch verändert – das wollte ich erforschen“.
Glaubt man dem Ausführenden Produzenten John J. Kelly, war Hamiltons Wiederbelebung der ikonischen Rolle überfällig. „Lange Jahre haben wir auf ihren erneuten Auftritt gewartet. Jetzt ist sie wieder da – und liefert”, weiß er. „Ich bin mir sicher, dass das Publikum von ihrem neuen Auftritt absolut hingerissen sein wird. Schlichtweg, weil sie fantastisch ist.”  
Die Ausführende Produzentin Bonnie Curtis ergänzt: „Es macht ausgesprochen viel Spaß, einem Künstler, der weiß, was er seinem Publikum schuldet, bei der Arbeit zuzusehen. Linda ist sich dieser Tatsache vollkommen bewusst. Und sie liefert – selbstbewusst und ruhig. Dann begreift man: ‚Ja klar, das ist der Grund, warum die Figur zu einer Ikone geworden ist’. Es hat nichts mit der Figur der Sarah Connor zu tun. Es hat damit zu tun, wie Linda Hamilton Sarah Connor spielt.”
„THE TERMINATOR hört damit auf, dass Sarah alle verliert, die sie liebt”, weiß Hamilton. In T-2 hat sie ihr Leben dem Schutz ihres Sohnes John verschrieben. Mit einem Ergebnis, dass sie so nicht erwartet hat. „Zu Beginn unseres aktuellen Films ist sie verloren, innerlich gebrochen und besitzt keine Wurzeln mehr”, erläutert die Schauspielerin. „Nach all den Opfern, die sie gebracht hat, muss sie feststellen, dass die Zukunft sich nicht so verändert hat, wie sie hoffte. Es stimmt zwar, dass sie Cyberdyne zerstört hat, nun aber gibt’s diese neue K.I. namens Legion. Das macht sie wirklich fertig. Ihr bleibt nur noch, die Technologie, die Zukunft und die Maschinen zu hassen. Sie begibt sich auf eine weitere Reise, auf der sie nach dem letzten Funken von Menschlichkeit sucht, der in ihr steckt.”  
Längst legendär ist das Fitness-Training, das Hamilton für ihren Part in T-2 einst absolvierte. Nun musste sie sich wieder in Form bringen. Sie trainierte in New Orleans beim Fitnessexperten Mackie Shilstone, der auch professionelle Athleten wie Serena Williams und Peyton Manning betreut. „Es gab diesmal zehnmal so viel Action wie bei T-2”, sagt Hamilton. „Nachdem ich das Skript gelesen hatte, wandte ich mich an einen Freund und sagte: ‚Ich muss meine Angelegenheiten regeln. Vielleicht komme ich nicht mehr zurück’. Ich habe sogar nachgefragt, ob ich wegen meines Alters als Sarah diesmal nicht dick sein könnte”, ergänzt sie lachend. „Dann würde ich nicht mehr so hart arbeiten müssen. Würde das die Leute nicht schockieren? Aber dieser Vorschlag wurde abgelehnt!“
Stattdessen musste sich Hamilton dreimal täglich einem intensiven Training unterziehen, um Fett zu verbrennen und Muskeln aufzubauen. „Es war ein spannendes Unterfangen, denn man bekommt den Körper nicht mehr so hin wie früher. Man muss ihn dem Alter entsprechend formen.”
Aber es ging nicht nur um Fitness und Muskeln, Hamilton besuchte zudem in Texas den Taktik- und Militärberater Jack Nevils. „Linda ist ein leidenschaftlicher Profi und zudem lernt sie superschnell”, sagt Nevils, der 25 Jahre aktiven Dienst als Airborne Ranger und Green Beret hinter sich hat. „Sie ist immer bestens vorbereitet. Sie will alles tun, was körperlich nur möglich ist. Linda drängt: ‚Coach, lass mich das tun…’ Sie will unbedingt glaubwürdig wirken, da macht sie keine Abstriche. Es war mir ein Vergnügen, sie zu trainieren.”
Laut Hamilton gefiel ihr bei TERMINATOR: DARK FATE vor allem der Umstand, dass sie wieder mit ihren Ko-Stars der beiden vorangegangenen Filme vor der Kamera stehen durfte. „Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht, wie ikonisch diese Filme sind, obwohl ich natürlich weiß, dass viele Leute sie so einschätzen. Ich habe mich nur darauf gefreut, Arnold wiederzusehen. Das habe ich jedoch erst voll registriert, als ich ihn am Set wieder traf.”
Schwarzenegger schlüpft erneut in die Rolle des T-800 Terminator, die Filmemacher bestehen jedoch darauf, dass er nicht derselbe Cyborg wie in den vorangegangenen beiden Filmen ist. Es ist dasselbe Modell, mit derselben Hardware und demselben Programm. Aber dieser Terminator hat seine ganz eigene Geschichte. Es ist ihm gelungen, in der Vergangenheit zu bleiben. Er hat es geschafft, sich ein Leben aufzubauen und dabei vorgegeben, ein lebendes Wesen zu sein.
„Ich hätte nie Teil eines TERMINATOR-Films sein können, ohne mit einem alten Freund zusammenzuarbeiten, den ich seit 35 Jahren kenne – selbst wenn der Stab inzwischen an eine neue Generation von Figuren weitergegeben wurde”, sagt Cameron. „Wir haben viel Zeit darauf verwandt, ihn zum bislang spannendsten aller T-800 zu machen. Und natürlich gibt’s auch ein paar gute Gags, die Arnold auf seine ureigene Weise verantwortet.”
Miller pflichtet dem bei und ergänzt: „Jeder will an seiner Reise teilhaben und sehen wie seine Story weitergeht. Es ist eine ganz spezielle Geschichte mit ganz wichtigen Momenten für den Film.”
Schwarzenegger gibt unumwunden zu, dass THE TERMINATOR seine Karriere als Schauspieler in Gang brachte. „Ich hatte da schon die Titelrolle in CONAN THE BARBARIAN („Conan, der Barbar”, 1982) gespielt, aber da ging’s primär um meinen Körper und meine Muskeln“, erinnert er sich. „Dieser Schublade wollte ich entfliehen. THE TERMINATOR war der erste Film, bei dem es um meine Augen, mein Gesicht und ums Schauspielen ging. Es war nur ein kleiner Film, dafür aber brillant geschrieben, toll ausgestattet und inszeniert. Er war für mich und fürs Filmemachen ein echter Durchbruch.”
Schwarzenegger ist besonders stolz auf die Tatsache, dass das American Film Institute den Terminator zu den 50 besten Helden (Nr. 48) und den besten Bösewichten (Nr. 22) der Filmgeschichte zählt. „Die Idee dahinter bestand, einen Schurken zu schaffen, der nachhaltig beeindruckte: ‚Der ist echt cool! Kannst du dir vorstellen, solche Kräfte zu haben’? Die Zuschauer finden ihn gleichermaßen inspirierend wie unterhaltend.”
Ein Teil des Spaßes, den Part zu spielen, beruht laut Schwarzenegger auf dem Umstand, dass er sich definitiv mit seinem Cyborg-Alter-Ego identifizieren kann. „Bodybuilding setzt ein maschinengleiches Verhalten voraus”, erklärt er. „Es geht ums ständige Wiederholen, ums Ausschalten aller Emotionen und das Fokussieren auf ein Ziel. Diesmal ist es etwas anders. Hier wird der Terminator etwas menschlicher. Er ist sich darüber im Klaren, dass er eine Maschine ist. Aber er hat so viel Zeit unter Menschen verbracht, dass er sich ihnen angenähert hat. Das hat die Sache für mich aus schauspielerischer Sicht herausfordernder und spannender gemacht. Ich musste mich stark auf Tim Miller verlassen, der mir immer gesagt hat, wann ich zulegen muss oder mich einbremsen soll. Er hat einen tollen Job gemacht.”  
Schwarzenegger und Hamilton wieder vereint zu sehen, hat allen Beteiligten eine riesige Freude bereitet, besonders jedoch Miller. „Aus irgendeinem Grund wurde dies mir erst sehr spät während des Drehs bewusst. Eines Nachts saß sich vor den Monitoren”, erinnert sich der Regisseur, „zwei Kameras liefen. Eine war auf Linda gerichtet, die andere auf Arnold. Da wurde mir plötzlich siedend heiß bewusst, dass ich gerade dabei war, einen TERMINATOR-Film zu drehen. Es war eine famose Szene. Arnold hatte gerade einen für ihn typischen, wunderbar komischen Moment und Linda gab ihm kräftig kontra! Wenn die Kamera ausgeschaltet ist, ist sie die süßeste Person, die man sich vorstellen kann. Wenn diese jedoch läuft, kann sie in ihrer Rolle richtig arg vom Leder ziehen.”
Ellison war ebenfalls begeistert, die beiden Leinwandlegenden wieder vereint zu sehen. „Es war einer dieser Momente, die ich nie vergessen werde“, sagt er. „Ich sah T-2 erstmals als Achtjähriger im Kino. Ich verliebte mich gleich in die Story und die Figuren. Dieser Film hat in mir den Wunsch geweckt, in der Filmindustrie zu arbeiten. Entsprechend belohnend war es für mich, mit Arnold und Linda am Set zu stehen und diese Figuren wiederzubeleben. Ein Traum ist für mich wahr geworden.


Die Neuzugänge
Miller hat ein vielfältiges, talentiertes Ensemble zusammengestellt, was seiner Meinung nach notwendig war, um dem Franchise die Zukunft zu sichern. Zur Besetzung gehören die Kanadierin Mackenzie Davis, die Kolumbianerin Natalia Reyes, Diego Boneta aus Mexico City und der in Austin geborene und aufgewachsene Gabriel Luna. Gemeinsam mit Hamilton und dem aus Österreich stammenden Schwarzenegger bilden sie den bis dato internationalsten Cast eines TERMINATOR-Films.
„Ich kann es kaum erwarten, bis das Publikum die neue Besetzung sieht, die die Story spannend erweitert”, sagt Miller. „Natalia Reyes ist als Dani Ramos fantastisch. Mackenzie Davis spielt Grace, eine Soldatin aus der Zukunft, die zurückkehrt, um Dani zu beschützen. Dani ist zwar jung, aber dank Natalias starkem Spiel verleiht sie dem Part Tiefe. Dann haben wir Diego Boneta im Part von Danis Bruder. Er ist sehr witzig und charismatisch und liefert eine echt reife Leistung ab. Er macht klar, warum Dani so speziell ist. Und schließlich ist da noch Gabriel Luna als unser neuer Terminator.”
Reyes, Star der überaus populären kolumbianischen TV-Serie „Lady, La Vendedora de Rosas” gibt in TERMINATOR: DARK FATE ihr US-Spielfilmdebüt. Cameron beschreibt ihre Figur als „Mädchen von nebenan”, das in einer Fabrik in Mexico City arbeitet. „Es erschien mir überaus interessant, dass die wichtigste Person der Welt eine Mexikanerin aus der Arbeiterklasse ist”, sagt Cameron. „Sie glaubt nicht, dass sie etwas Besonderes ist – aber scheinbar gibt es da jemanden, der dies annimmt. Man kann Danis Reise mit der von Sarah aus dem ersten Film vergleichen. Die Zukunft will sie tot sehen, wir wissen aber nicht warum.”
Glaubt man Reyes, sieht sie sich zu Beginn des Films als Person, mit der sich das Publikum identifizieren kann. „Sie führt mit ihrer Familie in Mexico City ein ganz normales Leben, als plötzlich ein Terminator auftaucht”, erklärt sie. „Sie reagiert, wie wir alle reagieren würden. Dann tauchen Grace und Sarah auf, um sie zu beschützen. Plötzlich lebt sie in einer ganz anderen Welt. Es dauert eine ganze Weile bis sie begreift, was gerade passiert.”
„In dem Moment, in dem diese drei Figuren auf der Flucht sind, nimmt der Film Fahrt auf und wird zu einem an den Nerven zerrenden Abenteuer“, weiß Reyes. „Aktivität, Dynamik und Spannung sind angesagt. Diesen Film zu machen, war zugleich eine Reise wie eine Riesenerfahrung. Allein schon die Menge von Leuten, die involviert waren. Dazu die schwere Arbeit und all die Kameras. So einen Aufwand habe ich noch nie gesehen. Jede Woche galt es neue Abenteuer zu bestehen. Wir absolvierten ein Unterwassertraining, hatte Züge und Hubschrauber. Es war alles sehr aufregend und ich freue mich, dass ich Teil dieser Geschichte sein durfte.”

Grace, gespielt von Davis, ist eine Terminator-Jägerin aus der Zukunft. Sie ist eigentlich ein Mensch, jedoch technisch verbessert. Davis war begeistert, dass sie Hamilton als wilde Leinwandkriegerin begleiten durfte. „Sarah Connor ist für die Filmgeschichte und in Sachen Action sehr wichtig, nicht nur, weil sie eine Frau ist”, sagt Davis. „Sie ist zudem ein extrem cooler Typ. Es hat mir wirklich gefallen, Teil des Teams sein und dabei an der Seite der echten Sarah Connor stehen zu dürfen. Es war spannend, sie in ihren 60ern kennenzulernen und zu erfahren, was für eine Frau sie nun ist. Es ist höchst ungewöhnlich so eine Frau auf der Leinwand porträtiert zu sehen und es war für mich toll, Teil davon zu sein.”
An Sarah gefällt vor allem, so glaubt Davis, dass sie nicht nur ihr Leben riskiert, sondern auch auf jegliche Normalität verzichtet, um ihre Aufgabe zu meistern. Sie setzt sich einfach ihrem Schicksal aus. Sie hofft und glaubt, dass ihre Figur ähnlich angelegt ist. „Wir träumen alle davon, dass wir einmal die Chance bekommen, uns zu beweisen, aber nicht allen von uns ist das vergönnt.”
Wie Hamilton hat auch Davis in Texas am Militärtraining von Nevils teilgenommen. „Grace besitzt als Elitesoldatin einen militärischen Hintergrund”, erklärt der Veteran der Special Forces. „Also musste Mackenzie genauso intuitiv handeln wie eine Elitekämpferin. Das musste glaubwürdig wirken. Es sind nämlich die kleinen Dinge, die eine Figur authentisch wirken lassen.”        

Das Militärtraining, dem obendrein eine Vorbereitung auf ihre Stunts folgte, war laut Davis für ihre Rolle essentiell: „Ich wollte mich wie eine Soldatin oder Athletin bewegen. Es wäre schwierig gewesen, dies nur zu spielen. Also unterzog ich mich einer physischen und mentalen Transformation.”

Miller sagt, dass er die Schauspielerin gleichermaßen wegen ihrer sympathischen Ausstrahlung als auch ihrer angeborenen Athletik besetzte. „Das Publikum muss sich mit ihr identifizieren können. Ich brauchte keine Frau, die nur Gewichte hebt und so tut, als wäre sie eine Actionheldin”, führt der Regisseur aus. „Mackenzie hat alles darangesetzt, um als Supersoldatin zu überzeugen und gleichzeitig ist es ihr gelungen, dabei nichts von ihrer Humanität zu verlieren.”
In der Zukunft aus der sie zurückkehrt, um Dani zu schützen, wurde sie schwer verletzt und im Zuge einer Operation technisch optimiert. „Sie ist mehr als nur ein klassischer Cyborg”, sagt Miller. „Ihr Knochenmark hat man mit einer Art Silikat ersetzt, was ihre Gliedmaßen nahezu unzerbrechlich macht. Ihre Muskelfasern wurden enger verwoben und so verstärkt, sie nimmt gewisse Chemikalien ein, die sie schneller reagieren lassen. Zudem ist ihr Gehirn unglaublich weiterentwickelt, ihre Denkprozesse sind beschleunigt und sie ist sehr, sehr schnell. Es ist schwierig – wenn auch nicht unmöglich – ihr Schaden zuzufügen. Aber das hat seinen Preis.”
Stunt-Koordinator Freddy Bouciegues ergänzt: „Obwohl man in Graces Körper einige mechanische Teile verbaut hat, ist sie nicht so schwer wie ein T-800 oder der Rev-9. Entsprechend ist sie schneller. Sie ist für den Kampf gebaut, sie gleicht einem Hochoktan-Rennwagen.” 
Dani und Grace ins Zentrum der Geschichte zu stellen, sprach Miller an. „Ich finde es viel spannender, wenn man Frauen harte Actionrollen überträgt”, erklärt er. „Wir entschlossen uns, unsere Story aus Sicht unserer neuen Charaktere zu erzählen. Sie verfolgen neue Ziele, haben neue Perspektiven und eine andere Art emotionaler Bindung. Das fand ich sehr anregend.”


Der neue Terminator
Aus der Zukunft kehrt ein neuer Terminator, genannt Rev-9, in die Gegenwart zurück. Er ist ein hoch moderner Killerroboter, viel ausgefeilter und effizienter als alle seine Vorgänger. „Er ist verdammt spektakulär”, sagt Cameron. „Wir haben viel Zeit darauf verwendet, ihn zu entwerfen. Ich halte ihn für überaus beeindruckend. Er unterscheidet sich stark von seinen Vorgängern. Nicht nur ob seiner Fähigkeiten, sondern auch wegen seiner ‚Personalität’. Er ist nicht so kalt, er ist kein rein mechanischer Cyborg. Er ist persönlich und charmant – und zugleich absolut tödlich.”

Luna, der Rev-9 spielt, erinnert sich, dass seine Mutter ihn als etwa Zehnjährigen ins Kino mitgenommen hat, um TERMINATOR 2: JUDGMENT DAY zu sehen.: „Später habe ich dann noch das Original gesehen und war sehr beeindruckt und der Verbindung bzw. den Veränderungen zwischen den beiden Filmen. Es gibt definitiv eine Brücke zwischen den alten und neuen Actionfilmen und der Art, wie sie gemacht sind. Und das hat mit Cameron zu tun. Er hat von Film zu Film die Latte höhergelegt.  Außerdem es war super, dieses Triumvirat aus Sarah, Grace und Dani zu sehen. Sie sind wie ein Rudel von Löwinnen, an deren Fersen ich mich hefte.”
Luna und Schwarzenegger freundeten sich eng an, während sie im Verlauf des Drehs gemeinsam in einem Fitnessstudio in Budapest trainierten. „Als ich Arnold traf, begannen wir eine Art Lehrer-Schüler-Beziehung”, erzählt Luna. „Es war mir eine Ehre, so viel Zeit mit ihm verbringen zu dürfen. Er war sehr großzügig und ließ mich an seiner Erfahrung und an seinem Wissen teilhaben. Er ist ein extrem intelligenter Mann.”

Schwarzenegger war sehr davon angetan, wie Luna sich in die Aufgabe hineinstürzte, sich für seine Rolle in Form zu bringen. „Es ist extrem schwierig, den Körper in nur sechs Monaten zu verändern”, weiß er. „Man muss dazu überaus diszipliniert sein – und Schauspieler sind nicht unbedingt die diszipliniertesten Menschen. Aber wenn man sich die Fotos von ihm ansieht als er seinen Vertrag unterschrieb und dann die späteren, die während des Drehs aufgenommen wurden, erkennt man einen Unterschied wie Tag und Nacht.”

Der Rev-9 verbindet Elemente des ursprünglichen T-800 und des T-1000, der in T-2 zum Einsatz kam. Aber insgesamt ist er wesentlich verbessert. Der neue Terminator besitzt ein Endoskelett aus Metall, eine flüssige Haut und ist in der Lage, verschiedenste Klingen zu formen”, erklärt Miller. „Er kann sich zudem in zwei Einheiten aufspalten, die unabhängig voneinander kämpfen und verschiedene Fähigkeiten besitzen. Obwohl er als Einheit insgesamt stärker ist, gibt es strategische Momente, in denen er sich teilt und von zwei Seiten aus angreift.”
Stunt-Koordinator Bouciegues oblag es, mit Miller zu arbeiten, um den unglaublichen Rev-9 glaubwürdig zum Leben zu erwecken. Dabei galt es zu berücksichtigen, dass der neue Terminator auch Schwachstellen hat. „So kann er nur Klingen von einer gewissen Länge produzieren und muss sich dazu anderer Teile seines Körpers bedienen”, führt er aus. „Das war ein ganz spezifischer Wunsch von Tim”.    
Die Filmemacher sind sich darüber einig, dass die größte Verbesserung des Rev-9 darin besteht, dass er menschliche Emotionen simulieren kann. Der Rev-9 ist darauf fokussiert, sein Zielobjekt zu töten – und entsprechend tut er alles, um an Dani heranzukommen. „Ein K.I., die auf die Weltherrschaft abzielt, würde die Menschen sicherlich voll und ganz begriffen haben”, erläutert Miller. „Und so wäre Charme und Tücke in manchen Fällen wohl überaus effektiver, als einen Lastwagen zu stehlen und damit in ein Gebäude hineinzurasen. Dennoch bleibt er eine quasi nicht aufzuhaltende Maschine mit nur einem einzigen Ziel.”      


Und … Action
Um sicherzustellen, dass all jene physischen Details, die Camerons TERMINATOR-Filme auszeichnen und von der üblichen Actiondurchschnittsware unterscheiden, gewährleistet waren, stellte Miller ein ausgesuchtes Kreativ-Team zusammen. Dem gehörten unter anderem Chefkameramann Ken Seng, Produktionsdesignerin Sonja Klaus, Kostümdesignerin Ngila Dickson, Philip J. Silvera, Regisseur des zweiten Drehstabs und überwachender Stunt-Koordinator, Neil Corbould, Überwacher der Spezialeffekte, Eric Barba, Überwacher der visuellen Effekte, sowie Cutter Julian Clarke an. 
Die Dreharbeiten begannen im Mai 2018 im Herzen von Madrid. Klaus fiel die Aufgabe zu, die Locations in der spanischen Hauptstadt – und später in den Budapester Origo Studios – in Mexico City und Umgebung zu verwandeln. „Wir verfügten im Madrid über eine überaus talentierte Crew, die hier das gewünschte mexikanische Environment errichtete – Farben und Feeling inklusive”, sagt Cameron.
Klaus erzählt, dass Spanien sich in vielerlei Hinsicht hervorragen eignete, als Mexiko durchzugehen. „Beide Länder haben eine ähnliche Topographie, Formen und Licht gleichen einander”, erklärt sie. „Es gibt herrliche Aussichten, speziell in Almeria, wo Sergio Leone einige der klassischen Spaghetti-Western gedreht hat. Beide Länder sind traditionell katholisch, das heißt sie besitzen eine ähnliche Ikonographie.”
Danis typisch spanisches Haus stand in einem Madrider Stadtviertel, dessen Gebäude Mitte des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. „Es ist von essentieller Notwendigkeit, dass das Publikum Empathie für Dani, ihren Bruder, ihren Vater und deren Hund aufbringt”, sagt Klaus. „So mussten wir zunächst zeigen, wie sie in Mexico City lebt. Wir engagierten drei Künstler, die die Hausmauern mit Graffiti verzierten, mit den landestypischen ‚alebrijes’, jenen bunten, tierähnlichen Fantasiefiguren.”
Eine klassische, TERMINATOR-typische Autoverfolgungsjagd wurde auf einer Schnellstraße außerhalb von Murcia in Südspanien in Szene gesetzt. Der Rev-9 steuert einen riesigen Bagger, der Sarah, Dani, ihren Bruder Diego und Grace verfolgt. Dabei schleudert er, während er unaufhaltsam näherkommt, Fahrzeuge wie Spielzeugauto durch die Luft. Die Sequenz war unglaublich kompliziert zu realisieren. Zwei Wochen lang waren das erste und das zweite Drehteam mit ihr befasst. Die Temperaturen betrugen dabei um die 44 Grad Celsius, was die Sache für die Schauspieler und die Crew zusätzlich erschwerte.
„Die Sequenz findet zwischen Mexico City und Juárez statt”, erläutert Klaus. „Sie ist ungefähr fünf Minuten lang, deckt jedoch einen wichtigen Teil der der Geschichte ab. Wir begaben uns nach Murcia, weil wir ein düsteres, trockenes Gefühl evozieren wollten. Je weiter die Szene voranschreitet desto trockener wird es – und entsprechend entsättigen sich die Farben.”
Bezüglich der Stunts, die einem die Haare zu Berge stehen lassen, entschied man sich, glaubt man Silvera, Regisseur des zweiten Drehteams, für eine praktische, analoge Herangehensweise. „Für diese Autosequenz engagierten wir ein von Mike Massa geleitetes Stuntteam. Die Fahrer, die Besten ihres Fachs, kamen aus aller Herren Länder, darunter aus Großbritannien, den USA, Spanien und Budapest. Unser Ziel war es, das Publikum die Gefahr dieser Verfolgungsjagd hautnah spüren zu lassen. Der Terminator musste wirklich bedrohlich wirken. Man glaubt ihm seine Wildheit, seine Entschlossenheit und den Drang seine Mission zu erfüllen.”
Zur Verfolgungsjagd gehört ein gefährlicher Autounfall, der so spektakulär ist, dass er mit Hilfe eines ferngesteuerten Fahrzeugs realisiert werden musste. „Tim war diesbezüglich ungeheuer hartnäckig. Er wollte einen Zusammenstoß bei circa 110 Stundenkilometer. Da einen Stuntfahrer einzusetzen, wäre keine gute Idee gewesen”, erklärt der legendäre, viel gefragte Spezialeffekte-Überwacher Neil Corbould, der etwa bei MISSION: IMPOSSIBLE – FALLOUT („Mission: Impossible“, 2018) oder GRAVITY mitgewirkt hat. „Wir flogen einen Stuntfahrer aus Großbritannien ein, der das ferngelenkte Auto wie im Schlaf beherrschte. Das Auto traf ohne zu bremsen mit 110 Stundenkilometern auf das andere. Es war ferngesteuert und der Stuntfahrer lenkte es exakt so, wie wir es ihm sagten.”
Nachdem die Dreharbeiten in Spanien abgeschlossen waren, zog der Filmtross in die ungarischen Origo Studios um, wo der Großteil der Sets errichtet worden war. Die Produktion nahm hier langsam Formen an. Auf dem Gelände errichtete man die mexikanische Grenze samt der dazugehörigen Graffiti-bemalten Mauer. Gedreht wurde außerdem in der Umgebung von Budapest, unter anderem in der hochmodernen Mercedes-Fabrik in Kecskemét.
Neil Corbould wurde engagiert, um die aufwändigen Spezialeffekte zu ermöglichen und anschließend zu überwachen. „Die größte diesbezügliche Herausforderung war das C-5 Raumschiff”, erklärt er. „Nachdem ich das Skript gelesen hatte, begann ich zu überlegen, wie wir dessen Szenen gestalten konnten. Dazu benötigten wir zwei rotierende Sets, das eine musste sich vertikal, das andere horizontal bewegen lassen. Alles musste minutiös geplant werden, damit die Kamera alles perfekt einfangen konnte. Als dies geschehen war, übergaben wir an Eric Barba, der für die visuellen Effekte zuständig war. Er musste fürs perfekte Finishing sorgen.”
Miller fügt hinzu: „Die rotierenden C5-Sets, die Neil und dessen Team bauten, waren unglaublich. Riesige, kinetische Skulpturen, die es uns ermöglichten, einen Crash mit Schauspielern und Stuntleuten lebensecht nachzuvollziehen. Wir verbrachten Wochen innerhalb dieses Sets, der im Prinzip einem riesigen Hamsterrad glich. Er ließ sich 360 Grad um die eigene Achse drehen und gleichzeitig horizontal und vertikal bewegen. Es war wirklich unglaublich.”
„Es ist eine Sequenz, die für mächtige Adrenalinschübe sorgt. Ich denke wir haben es hier mit einer der coolsten und aufregendsten Szenen des Films zu tun”, sagt Bouciegues. „Es ist wahrhaft unglaublich zu sehen, wie die Beteiligten in diese furchterregende Situation kommen.” 
Miller hält die Unterwassersequenz für besonders aufregend. Ein Humvee stürzt da von einem Damm ins Wasser, versinkt und wird vom Fluss mitgerissen – gnadenlos verfolgt von Rev-9. „Der Humvee stand auf einem gigantischen hydraulischen Scherenaufzug, der das monströse Gefährt auch unter Wasser transportierte”, erklärt er. „Das Wasser dringt ein und die Schauspieler müssen so tun, als drohten sie zu ertrinken. Das fiel ihnen nicht weiter schwer, denn in dieser Situation hatten sie durchaus das Gefühl, dass sie ertrinken könnten. Aber es war, obwohl erschreckend echt anzusehen, alles sehr sicher. Ich spielte mit den Schauspielern – unter penibler Aufsicht des Stunt- bzw. Spezialeffektteams – sämtliche Szenen durch. Einige davon waren sehr schwierig und heikel und ich konnte das gut die Situation der Schauspieler gut nachvollziehen. Aber im Gegensatz zu meinen Darstellern, war ich da immer nur ein paar Minuten beschäftigt, während sie die Strapazen regelmäßig mehrere Stunden lang ertragen mussten. Aber sie haben all das gemeinsam perfekt gemeistert. Jede noch so schwierige Szene haben sie mit einem Lächeln quittiert“.


Ein würdiger Nachfolger
So sehr sich Cameron freute, an dem Film mitzuarbeiten, so sehr war er sich bewusst, dass er hier als Produzent und nicht als Regisseur firmierte. Entsprechend legte er den Film in die Hände von Tim Miller und dessen Team. „Ich arbeitete im Vorfeld mit Tim und den anderen Autoren, um mit ihnen das bestmögliche Skript zu erarbeiten. Als das geschehen war, hatte er freie Hand. Ich glaube absolut, dass ausschließlich der Regisseur für die kreative Umsetzung zuständig ist – zusammen mit seinen Schauspielern, dem Chefkameramann, dem Produktionsdesigner etc. Mein Job war es, den Film auf die Schienen zu hieven, dann musste Tim sein eigenes Ding machen.”
Das ursprüngliche Ziel, eine Fortsetzung von T-1 und T-2 zu realisieren, ist in Sachen Tonalität und Story laut Cameron voll aufgegangen. „Wir haben ein R-Rating, die Umsetzung ist düster, schnell und intensiv. Wir erzählen linear. Die gesamte Story spielt sich im Verlauf von 36 Stunden ab. Es ist eine wilde Achterbahnfahrt durch eine Art Techno-Hölle, die in unserer heutigen Zeit endet.”
Miller hofft, dass ihm ein prototypisches TERMINATOR-Abenteuer für das gespannte Publikum gelungen ist. „Linda Hamilton ist zurück, Arnold ist zurück, Jim war beteiligt und wir hatten zig neue Ideen und frisches Blut”, fügt er hinzu. „Ich hoffe, dass mir ein würdiger Nachfolger von zwei wahrlich großen Filmen geglückt ist. Man sorgt sich um jede einzelne Figur. Jede hat ihren eigenen großen Moment. Die Zuschauer können mit ihnen weinen und jubeln. Wir haben unglaubliche Actionsequenzen, die den Herzschlag beschleunigen, und einen unvorhersehbaren, Haken schlagenden Plot. Ich hoffe, dass mir beste Unterhaltung gelungen ist – aber das werden letztendlich die Zuschauer entscheiden.”
„Mit TERMINATOR: DARK FATE habe ich versucht, den beiden Vorgängerfilmen, die wir alle lieben, meine Ehre zu erweisen“, schließt er. Ich hoffe, dass dies auch alle TERMINATOR-Fans erkennen und wir eine neue Generation von Anhängern der Figuren, die Jim geschaffen hat, gewinnen werden“.
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Donnerstag 10.10.2019
M. C. ESCHER – REISE IN DIE UNENDLICHKEIT
Ab 10. Oktober 2019 im Kino
Bilder
Treppen, die gleichzeitig aufsteigen und hinabgehen, um sich in einem Kreis zu verbinden. Figuren, die sich in 2DSchablonen verwandeln, um wieder plastisch zu werden. Paradoxe Landschaften und surreale Stadtszenen. Metamorphosen, in denen sich Vögel zu Fischen und wieder zu Vögeln transformieren – M. C. Eschers Werk fasziniert Millionen von Fans. Der niederländische Grafiker (1898-1972) inspiriert auch heute noch Filmemacher, Maler und Musiker gleichermaßen. Escher ist en vogue, eine Ikone der Kunstwelt.  Die ihm gewidmete Dokumentation M.C. ESCHER – REISE IN DIE UNENDLICHKEIT lässt ihn anhand von Briefen, Tagebuchaufzeichnungen, Notizen und Vorträgen selbst zu Wort kommen. Ein faszinierendes Erlebnis und ein Einblick in das Schaffen eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.
 
In der deutschen Fassung leiht Matthias Brandt (POLIZEIRUF 110) Escher seine unverwechselbare Stimme, in der Originalfassung Stephen Fry (GOSFORD PARK).
 
„Wir beten das Chaos an, weil wir es lieben, Ordnung zu schaffen.“ M. C. Escher


M. C. ESCHER: BIOGRAFIE

Maurits Cornelis Escher wurde am 17. Juli 1898 in Leeuwarden in der niederländischen Provinz Friesland geboren. Er war der jüngste von fünf Söhnen. Sein Vater, der angesehene Wasserbauingenieur George Arnold Escher, lebte mit seiner Familie im Princessehof in Leeuwarden. 1903 zogen die Eschers nach Arnheim, Provinz Gelderland. Dort besuchte M. C. Escher auch die Schule. Escher war ein schlechter Schüler, selbst im Fach Kunsterziehung konnte er keine guten schulischen Leistungen vorweisen. Aber er kam mit der Technik des Linolschnitts das erste Mal während seiner Oberschule in Kontakt, als er in Kunst von F. W. van der Haagen unterrichtet wurde. 
Nach einem erneuten Umzug der Familie Escher im Jahr 1917 nach Oosterbeek in der Provinz Gelderland begann M. C. Escher 1919 ein Architekturstudium in Haarlem. Allerdings brach er das Studium nach einer Woche wieder ab und beschäftigte sich danach mit grafischen Techniken. Gefördert wurde er dabei vom niederländischen Künstler Samuel Jessurun de Mesquita, der an der Kunstschule in Harleem lehrte und Escher z. B. die Holzschnitt-Technik beibrachte. De Mesquita, dessen Eltern portugiesische Juden waren, übte insgesamt einen großen Einfluss auf Escher aus. Er blieb seinem Lehrer zeitlebens verbunden und erlebte dessen Deportation ins KZ Auschwitz im Jahr 1944 als großes Trauma. Escher rettete rund 450 Werke seines Lehrers, die die Nazis beim Verwüsten des Ateliers auf die Straße geworfen hatten. 
Ab 1921 bereiste M. C. Escher mehrfach Italien, wo er zu Fuß oder auf einem Esel die italienische Landschaft und die kleinen Ortschaften erkundete. Er besuchte auch Spanien und machte dort in der Alhambra mit der arabischen Ornamentik des wiederkehrenden Motivs Bekanntschaft. Eine Entdeckung, die sein Schaffen nachhaltig prägte. 
Als Escher 1923 die Amalfiküste bereiste, lernte er in einer Pension in Ravello Jetta Umiker kennen. Die Tochter eines Industriellen, die mit ihren Eltern Russland nach der Oktoberrevolution verlassen musste, lebte in der Schweiz und war selbst künstlerisch begabt. 1924 heiratete Escher Jetta in Viareggio. Das Paar ließ sich in Rom nieder. In ihrem Haus in Monteverde kamen die drei Söhne George, Arthur und Jan zur Welt. 
Während der 1920er Jahre erlangte Escher bereits eine gewisse Popularität und hatte 1929 gleich fünf Ausstellungen in den Niederlanden und der Schweiz. Bis 1937 entstanden überwiegend mediterrane Landschaftsbilder. Mit der Lithografie „Castrovalva“, einem kleinen Dorf in den Abruzzen, gelang ihm 1930 der Durchbruch. Dieses Werk wurde sogar von Kritikern in den USA gelobt. 
1935 fällte die an sich unpolitische Familie die Entscheidung, das seit 1922 faschistische Italien zu verlassen. Die Eschers zogen nach Château-d’¼x in der Schweiz. 1936 bereiste Escher mit einem Frachtschiff den Mittelmeerraum. Die Fahrtkosten für sich und seine Frau bezahlte Escher mit Holzschnitten und Lithographien, die er während der Reise anfertigte. Nach einem zweiten Besuch der Alhambra 1936 veränderte sich Eschers Thematik. Er beschäftigte sich zunehmend mit Metamorphosen und versuchte die Illusion der Unendlichkeit in seinen Arbeiten zu erzeugen. Unmögliche Perspektiven und geometrische Figuren bevölkerten nun seine Werke. 
1937 folgte ein weiterer Umzug in die Nähe von Brüssel. Als die Nationalsozialisten 1941 in Brüssel einmarschierten, zog die Familie nach Baarn in der niederländischen Provinz Utrecht. Erst nach dem Krieg wuchs das Interesse an Eschers Kunst. M. C. Escher hatte die Mezzotinto-Technik erlernt und sich seit 1946 verstärkt perspektivischen Inhalten zugewandt. Er erhielt einige gut bezahlte Aufträge und verkaufte viele seiner Drucke.
In den 50er Jahren war er in den USA bereits ein gefragter Künstler. Sein großer Durchbruch in Europa erfolgte im September 1954, als ihm das Stedelijk Museum in Amsterdam eine Einzelausstellung anlässlich eines gleichzeitig dort abgehaltenen Mathematiker-Kongresses gewährte.
1955 erhielt M. C. Escher mit dem „OranjeNaussau-Orden“ die Ritterwürde. Die letzten beiden Ausstellungen zu seinen Lebzeiten fanden 1969 im Rheinischen Landesmuseum Bonn und in der Kunsthalle Bern statt. In den 60er Jahren und mit dem Aufkommen der Hippiebewegung war der Name Escher weltweit bekannt und verschaffte dem Künstler ausreichende Einkünfte.
1964 erkrankte Escher und musste mehrfach operiert werden. Am 27. März 1972 starb M. C. Escher im Rosa-Spier-Haus in Hilversum, Provinz Nordholland.
 


ROBIN LUTZ (REGISSEUR)
 
Nachdem er 16 Jahre lang in Frankreich gelebt und gearbeitet hatte, gründete Robin Lutz 1988 in den Niederlanden seine eigene Firma für kulturelle, audiovisuelle Produktionen. Die Firma legt ihren Fokus auf Dokumentarfilme, die bereits mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.

DIRECTOR’S STATEMENT 
 
Robin Lutz hat zusammen mit Marijnke de Jong den Film M. C. ESCHER – REISE IN DIE UNENDLICHKEIT konzipiert. Als sie mit ihrer Arbeit am Film begannen, traten sie mit der Escher Foundation in Kontakt, die alle Bildrechte an den Escher-Werken besitzt. Die Stiftung erklärte sich zu einer Kooperation bereit. Mit ihrem riesigen Netzwerk ist die Escher Foundation auch ein unentbehrlicher Partner, wenn es um Kooperationen mit den vielen Ausstellungen geht, die sich in den kommenden Jahren mit Eschers Kunst befassen werden. Neben der Stiftung war auch das Escher-Museum in Den Haag ein wichtiger Partner zur Umsetzung des Filmprojekts. Außerdem ist Sir Roger Penrose, emeritierter Mathematikprofessor der Oxford University, der Schirmherr des Films. 
 
„Ich fürchte, es gibt nur eine Person, die einen guten Film über meine Drucke machen kann: ich selbst“, schrieb Escher an einen amerikanischen Sammler im Jahr 1969. 
Das ist genau das, was Escher in diesem Film tut: Er ist der Regisseur, nicht wortwörtlich aber symbolisch. Maurits Cornelis Escher war nicht nur ein visionärer Grafiker, sondern auch ein scharfer Beobachter, der seine Beobachtungen in einer Vielzahl von Tagebüchern, Briefen, Vorträgen und Katalogen festhielt. Das erlaubt uns, sein persönliches Leben anhand seiner eigenen Worte zu rekonstruieren. In seinen Beobachtungen finden sich all seine Ängste, seine Zweifel, seine euphorischen Momente, seine politischen Überlegungen, seine Begeisterung, die Beschreibung seiner künstlerischen Fortschritte und natürlich auch seine eigene Meinung zu seiner Arbeit wieder.  Der Zuschauer kann so den Film mit den Augen Eschers erleben: Die Kamera ist Escher. M. C. Escher wird in seinen eignen Worten erzählen, was er gesehen, gefühlt hat und was ihn inspiriert, in Staunen versetzt und verärgert hat. Wir werden in seine Fußstapfen treten und ihm so nah wie möglich kommen. Die Kamera ist Eschers Auge!
Der Film zeigt auch historische Aufnahmen von Leeuwarden, wo Escher geboren wurde, von Haarlem, wo er ausgebildet wurde, von Italien, wo er während Mussolinis Aufstieg lebte, von Spanien vor Franco, wo er seine Inspiration für das „Flächenfüllen“ fand und den Niederlanden während der deutschen Besatzung. Ebenso gibt es Bilder aus den 50er und 60er Jahren, als er mit seiner Familie in Baarn lebte. 
Escher kommentierte scharfsinnig die turbulente Welt um ihn herum, konzentrierte sich aber vollständig auf seine Kunst. Nach einer langen Periode, in der er vor allem traditionelle Arbeiten erschuf, gelang ihm nach dem 2. Weltkrieg mit seinen typischen „Escher-Drucken“ der Durchbruch. In diesen Arbeiten zeigt Escher eine Welt, die auf den ersten Blick logisch erscheint, sich dann aber als vollkommen unmöglich in der Realität herausstellt. Im Film zeigen 3D-Animationen, wie Escher Ideen in seinen Grafiken Gestalt verlieh und wie sich sein Denk- und Arbeitsprozess nach und nach entwickelte. 
Auch wenn Kunsthistoriker Escher gegenüber oft kritisch sind, so ist er doch nach Rembrandt und Van Gogh einer der berühmtesten niederländischen Künstler. Seine Arbeiten erkennt man sofort. Woher er seine Inspriation bezog, wie er lebte, wer der geniale Grafiker war, der wie besessen arbeitete und schließlich die Welt in Staunen versetzte, erzählt der Film. 
Escher war über seinen riesigen Erfolg, vor allem bei der Jugend, verblüfft. Eschers Söhne George und Jan sowie die Popikone Graham Nash setzen Eschers Leben im Film in einen zeitgeschichtlichen Kontext. Die Aussagen der Söhne sind dabei eine direkte Ergänzung zu Eschers eigenen Erzählungen. Graham Nash ist ein großer Sammler von Eschers Arbeiten, dank denen er Kunst für sich entdeckte. Jetzt ist er nicht nur als Sänger bekannt, sondern auch als Kunstsammler und Herausgeber von Büchern über Kunst. 
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Mittwoch 02.10.2019
AFTER THE WEDDING
Ab 17. Oktober 2019 im Kino
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Zwischen Isabel (Michelle Williams) und Theresa (Julianne Moore) liegen Welten. Während Isabel jeden Tag für den Erhalt eines Waisenhauses in Kalkutta kämpft, kennt die Multimillionärin Theresa solche Probleme nur aus der Zeitung. Trotzdem will sie Isabels Lebenswerk vor der Schließung retten und bietet ihr eine großzügige Summe Geld an. Einzige Bedingung ist ein persönliches Kennenlernen in New York. Nur widerwillig macht sich Isabel auf den Weg und trifft mitten in den Hochzeitsvorbereitungen von Theresas 21-jähriger Tochter Grace (Abby Quinn) in New York ein. Bevor sie sich versieht, ist sie nicht nur Teil der luxuriösen Hochzeitsgesellschaft, auch trifft sie dort auf ihre alte Liebe Oscar (Bill Crudup). Isabel erkennt, dass sie und ihr Projekt nicht zufällig ausgewählt wurden. Denn Theresa weiß um ihr so lang gehütetes Geheimnis und fordert einen weit höheren Preis von Isabel um das Waisenhaus zu retten…

Regie und Drehbuch: Bart Freundlich
Mit Michelle Williams, Julianne Moore, Billy Crudup, Abby Quinn u.v.a
 
In Bart Freundlichs („Rebound“) packender Familiengeschichte AFTER THE WEDDING stehen zwei Superstars des US-Kinos erstmals gemeinsam vor der Kamera: Oscar®-Gewinnerin Julianne Moore („Still Alice“) und die Oscar®-nominierte Michelle Williams („Brokeback Mountain“). In einer Welt, in der die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter auseinanderklafft, gewinnt Bart Freundlichs einfühlsame Neuverfilmung von Susanne Biers gefeiertem Drama „Nach der Hochzeit“, nicht nur an unerwarteter Brisanz, er rückt auch zwei Frauen in den Mittelpunkt des Geschehens. AFTER THE WEDDING feierte seine Weltpremiere als Eröffnungsfilm des Sundance Filmfestival 2019 und eröffnete ebenfalls das 54. Internationale Filmfestival von Karlovy Vary bei dem Julianne Moore mit dem Kristallglobus für außerordentliche künstlerische Verdienste um das Weltkino geehrt wurde.


PRODUKTIONSNOTIZEN
 
Der richtige Mann für den Job
 
Als Produzent Joel B. Michaels erstmals den Oscar®-nominierten Film NACH DER HOCHZEIT („Efter bryluppet“, 2006) von Susanne Bier sah, war er ergriffen von dem zutiefst menschlichen Drama der Geschichte. „Mich faszinierte besonders, dass sich der Film in die Grauzonen des Lebens bewegt, in einen Bereich, wo sich die Grenzen zwischen dem, was moralisch richtig oder falsch ist, vermischen. Als Menschen machen wir uns vermutlich alle schuldig, weil wir auf die eine oder andere Weise andere zu manipulieren versuchen, aber selbst wenn man die besten Absichten hat, kann man großen Schaden anrichten, wenn man die Wahrheit verbiegt, um sie einer persönlichen Erzählung anzupassen.“
 
Michaels bemühte sich bei der dänischen Produktionsfirma mit großer Leidenschaft um die englischsprachigen Verfilmungsrechte, war aber nicht der Einzige, der diese Idee hatte. Mitte 2007 gelang es ihm schließlich, sich auch gegen deutlich größere Mitbewerber durchzusetzen. Er ließ ein erstes Drehbuch erstellen – und suchte danach Jahre lang nach dem richtigen Regisseur für den Stoff. 2016 schlug ihm ein Freund vor, er solle doch einmal bei Bart Freundlich anfragen. Michaels wusste, dass Freundlich als Regisseur ein Meister im Umgang mit komplexen menschlichen Beziehungen ist – und obendrein einen exzellenten Ruf besitzt als Filmemacher, der ein Händchen bei der Führung von Schauspielern hat, ein actor’s director. 
 
„Bart verstand sofort, worum es bei dem Film gehen sollte – wenn wir uns über die Geschichte unterhielten, dann immer so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte“, erzählt Michaels. „Wir hatten mehrere Gespräche, und ich fand, dass er sofort den Nerv der Psyche und Psychologie der Figuren traf.“
 
Freundlich war längst ein Fan der Arbeit von Susanne Bier, NACH DER HOCHZEIT hatte er indes bislang nicht gesehen. Die intensive Entwicklung der Figuren und die überaus moderne Erzählweise sprachen ihn sofort an. „Es ist eine Geschichte, die in der wahren Welt spielt“, findet er. „Wir alle können uns darin wiedererkennen. Ich war fasziniert davon und wollte dieser Form menschlicher Schwäche nachspüren. Ebenso wollte ich einen genaueren Blick auf die Freuden werfen, die von den Menschen ausgehen, mit denen wir im Verlauf unseres Lebens Beziehungen eingehen. Letzten Endes befinden wir uns alle auf dieser Reise – und keiner von uns hat Einfluss darauf, wo sie uns schließlich hinführt.“
 
Freundlich und Michaels unterhielten sich auch über einen weiteren entscheidenden Aspekt der Geschichte. In Biers Originalfilm stehen zwei Männer im Mittelpunkt. Michaels fand jedoch, dass der Film noch deutlich besser funktionieren würde, wenn es um zwei Frauen ginge. Freundlich dachte kurz darüber nach. Und stimmte Michaels dann zu, dass dieser Wechsel die Geschichte noch dringlicher und zeitgemäßer sein lassen würde. Besonders auch angesichts des auffälligen Mangels an bedeutenden und komplexen weiblichen Hauptfiguren im amerikanischen Kino sowie des aktuellen Klimas im Land hinsichtlich der Machtstrukturen und der momentanen brisanten Genderdebatten. Freundlich machte sich sofort daran, das Drehbuch entsprechend umzuschreiben.

„Die Originalgeschichte lässt sich mit nichts vergleichen, was ich jemals gemacht habe“, merkt Bart Freundlich an. „Sie hatte viele Ebenen und unterschiedlichste, dreidimensionale Figuren im Überfluss. Ich empfand es also als aufregende Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen, die sich darum dreht, was es für diese Frauen bedeutet, gewisse folgenschwere Entscheidungen zu treffen, und sich dann mit den Konsequenzen dieser Handlungen zu befassen.“
 
 


Superstars vor der Kamera
 
Julianne Moore war ein erklärter Fan von Susanne Biers Film. Als Freundlich, mit dem sie verheiratet ist, mit der Adaption der Geschichte begann, fand sie gleich, dass die Rolle der Theresa eine interessante Herausforderung für sie als Schauspielerin sein könnte. Beim Schreiben gab sie ihrem Mann wertvolle Ratschläge und beschäftigte sich bereits intensiv damit, wie die Figuren sind und wie sie zueinanderstehen. „Ich liebe Familiengeschichten und Filme, in denen Beziehungen im Mittelpunkt stehen“, sagt Julianne Moore. „Darum geht es doch im Leben. Ich denke, jeder von uns hat eine Geschichte, die es lohnt, erzählt zu werden. Nichts interessiert mich mehr als diese persönlichen Erzählungen.“
 
Als Freundlich das Drehbuch fertiggestellt hatte, gab Julianne Moore ihre endgültige Zusage, Theresa zu spielen. „Die Besetzung eines Films ist niemals einfach“, meint Produzent Joel B. Michaels. „Aber als Julie schon so früh zu uns gestoßen war, fiel es doch auffallend leichter, auch für die anderen Rollen ganz besondere Schauspieler zu gewinnen. Ihr und Bart ist es zu verdanken, dass Michelle Williams und Billy Crudup zum Cast stießen.“
 
Bart Freundlich findet, dass die Besetzung einer der erfreulichsten Aspekte beim Prozess des Filmemachens ist – und dass das Casting von AFTER THE WEDDING eine ganz besondere Erfahrung war. Zum ersten Mal in seiner Laufbahn gelang es ihm, jede Rolle genau mit dem Schauspieler zu besetzen, der ihm beim Schreiben des Drehbuchs vorgeschwebt war. Schon seit langer Zeit ist er beeindruckt von Michelle Williams‘ Können und der emotionalen Wärme, mit der sie ihre Figuren immer ganz unverkennbar sein lässt. Mit Crudup hatte er zuvor schon an zwei Filmen gearbeitet. Die beiden sind eng miteinander befreundet.
 
Michelle Williams fand die emotionalen Höhen und Tiefen, die die Figuren in dieser Geschichte durchlaufen, absolut faszinierend. „Ich bin immer interessiert daran, Figuren zu spielen, wie ich sie noch nie zuvor gespielt habe, von denen ich nicht von vornherein weiß, wie ich sie anpacken soll“, erzählt sie. „Ich fand es spannend, dass ich mich wirklich strecken musste, um Isabel spielen zu können – eine Erfahrung, die durchaus auch etwas schmerzhaft war, weil ich mich an Orte bewegen musste, die mir bislang fremd gewesen waren.“
 
Williams war auch beeindruckt davon, wie groß Isabels Loyalität zu den Kindern des Waisenhauses ist. Tatsächlich vertraute sie Produzent Harry Finkel an, dass sie vor Drehstart unbedingt selbst Erfahrungen bei der Arbeit in einer solchen Einrichtung sammeln wollte. 
 
Die Überlegung, was einen „guten Vater“ ausmacht, beschäftigte Billy Crudup. Er und Freundlich hatten davor schon oft über ihre Rollen als Väter diskutiert. Die Themen des Films, was ein Elternteil seinen Kindern vermitteln will, wie man sie beschützen kann und wie man manchmal als Eltern versagt, sprachen die beiden ganz unmittelbar an. Crudup merkt an, dass es sich ganz natürlich und logisch anfühlte, etwas, was sie bislang nur als Freunde ausgetauscht hatten, gemeinsam auch in einem Film nachzuforschen. 
 
„Es bringt mir immer ungeheuer viel, mit Bart zu arbeiten“, erklärt Crudup. „Er versteht auf ganz intuitive Weise, wie sich monumentale Dinge oft in ganz kleinen Zusammenhängen abspielen. Bei fast jedem Gespräch, das wir über Oscar hatten, ging es immer darum, wie ich es schaffen könnte, die Dinge, die ihn innerlich zerreißen, nach außen immer so gut wie möglich herunterzuspielen. Dass ich dabei immer den richtigen Weg einschlug, hat viel damit zu tun, dass Bart genau wusste, was richtig für die Figur war.“
 
Julianne Moore machte sich sehr früh stark dafür, dass Abby Quinn für die Rolle der Grace in Betracht gezogen werden sollte. „Sie ist umwerfend“, findet Moore. „Weil ich als Partnerin meines Mannes in alle Phasen der Produktion involviert war, war ich auch bei allen Vorsprechterminen mit dabei. Sie stach sofort hervor. Es sah alles völlig mühelos aus, sie war ganz offen, es war wunderbar dabei zuzusehen. Ich habe die ganze Zeit gedacht: ,Bitte, bitte, gebt ihr die Rolle!‘“
 
Weil der Zeitplan eingedampft wurde und die Schauspieler vor dem Dreh nur wenig Zeit hatten, ihre Rollen zu proben, war Quinn besorgt, ob es ihr gelingen könnte, Grace im Kontext der engen familiären Beziehungen der Figur überzeugend darzustellen. Aber ihre Ängste stellten sich als unbegründet heraus. 
 
„Gleich nachdem ich Julie und Bart getroffen hatte, wusste ich, dass alles gut werden würde“, lacht sie. „Ich habe mehrere Stunden mit ihnen in ihrem Haus verbracht. Wir unterhielten uns über ihre Kinder und wo sie aufwachsen. Einfach nur Zeit mit ihnen zu verbringen und sich mit ihnen über unser Leben zu unterhalten, war eine hervorragende Basis für eine Verbindung zu Julie. Und ich hatte eine Gelegenheit zu verstehen, wie Bart sich die Figur vorstellte, bevor wir uns überhaupt zum ersten Mal am Drehort trafen.“
 
„Ich stellte schnell fest, dass ich mit Billy Crudup, Michelle Williams, Julianne Moore und Abby Quinn Schauspieler an meiner Seite hatte, die sich mit großer Lust den Konflikten und Widersprüchen stellten“, erklärt Freundlich. „Sie hatten Freude daran, eine Lage nach der anderen abzuziehen und immer neue Einblicke zu gewähren, was hier wirklich vor sich geht. Sie strebten danach zu entdecken, wie sehr diesen Menschen ihr Verhalten bewusst ist – und wieviel davon sich in ihrem Unterbewusstsein abspielt.“
 
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