Haben Sie einen Artikel verpasst? Dann klicken Sie hier. Im Archiv finden Sie auch ältere Veröffentlichungen.
1. Souad Massi „Oumniya“
2. Louis Sclavis „Characters On A Wall“
3. Iggy Pop „Free“
4. Vor 40 Jahren: Joni Mitchell "Mingus"
5. Mette Juul „Change“
6. Aki Takase & Rudi Mahall „Fifty Fifty“
Samstag 09.11.2019
Souad Massi „Oumniya“
Bilder
Obwohl Souad Massi seit über zwei Jahrzehnten in Frankreich lebt, fühlt sie sich ihrer Heimat Algerien stark verbunden. Kräftige Wurzeln versorgen sie noch immer mit den Träumen und Melancholien, mit den Geschichten, die sich häufig um Ungerechtigkeiten drehen, den Landschaften und vor allem mit den Menschen des nordafrikanischen Landes. Besonders deutlich wird das in der Musik Souades. Sie stützt sich dabei auf die Tradition der Chaabi-Folklore, der Volksmusik Algeriens, die sich aus ganz verschiedenen Stilen zusammensetzt und bis heute eine wichtige kulturelle Stellung inne hat. Besonders im Zentrum Algiers kamen in den 1920er Jahren viele Kulturen und Einflüsse zusammen. Hier trafen sich Berber und Andalusier, Muslime lebten Tür an Tür mit jüdischen Familien und auch das osmanische Reich und das frühe Christentum hatten ihre Spuren hinterlassen. Gesteuert wurde das Leben in jener Zeit von der französischen Kolonialherrschaft, die bis 1962 den Alltag bestimmte.
Aus diesem reichen Fundus an Ethnien und Stimmungen schöpft Souad Massi auch auf ihrem mittlerweile siebten Album „Oumniya“. Es ist sehr engagierte Musik, die sich nicht nur mit den Sonnenseiten des Lebens beschäftigt. Sie selbst sieht sich in einer Reihe mit westlichen Protestsängern wie Bob Dylan und Joan Baez, die über ihre Kompositionen und Texte schon immer auch auf Missstände und Diskriminierungen verwiesen haben. „Ich gehöre zu einer Kultur, in der Frauen kämpfen müssen, um respektiert zu werden“, sagte Souad dieser Tage in einem Interview. „Aber überall müssen sie um ihre Existenz kämpfen und sich das Recht zu sprechen erkämpfen“.
Natürlich kommt neben Politik und Emanzipation auch die Poesie zum Tragen, die für sie ein globales Erleben ist, eine Art internationales Fühlen und Erleben. Zugleich liebt sie die Vielfalt des Lebens. Schon als Teenager begeisterte sie sich für alte arabische Poesie und  las mit Begeisterung die Romane von Victor Hugo. Sie hörte Musik von Aretha Franklin und James Brown, sah leidenschaftlich gern Western von Sergio Leone und spielte Fußball. Dann wollte Souad selbst ein Instrument erlernen. Doch das war in Algerien allein den Männern vorbehalten. „Ich hatte Angst eine Frau zu sein, weil der Status von Frauen in Algerien mich verängstigte.“
Sie begann aufzubegehren, sich mit einengenden gesellschaftlichen Verhältnissen auseinanderzusetzen und stieß dabei an Grenzen – die sie mühevoll überwand.
Und all dieses Erlebte bringt sie in ihrer Musik mit tiefer, warmer Stimme bewegend zum Ausdruck. Ihre Verletzlichkeit ist zu spüren, wie aber auch ihr fester, kämpferischer Wille. Zudem erstrahlen ihre Songs, trotz mancher Tristesse, durch Temperament und Eleganz. Auf „Oumniya“ ist die Musik Ventil und Vision zu gleichen Teilen.
Jörg Konrad
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Dienstag 29.10.2019
Louis Sclavis „Characters On A Wall“
Bilder
Von der Berliner Mauer, die vor drei Jahrzehnten im Rahmen einer friedlichen Revolte des Volkes ihres Zweckes beraubt wurde, sagte man, sie sei die längste Freiluft-Galerie der Welt. Das mag ein wenig zynisch klingen. Denn diese kunterbunte, durch viel Kreativität gekennzeichnete Projektionsfläche war nur von westlicher Seite zu betrachten. Die graue Rückseite war Teil des sogenannten Todesstreifens. Der zugängliche Teil wurde auf diese Art humor-und lustvoll entweiht. Hier bekam der Wall eine respektlose Fassade, die die Absurdität des Bauwerkes deutlich machte.
Ernest Pignon-Ernest ist ein französischer Künstler, der seine Werke, es handelt sich um Zeichnungen, Graphiken, überarbeitete Fotografien u.ä., an Mauern und Hauswänden platziert. Sie sind auf diese Weise nicht nur der Öffentlichkeit zugänglich, sondern ein Teil der Öffentlichkeit selbst, wodurch weniger das Werk des Künstlers im Mittelpunkt steht, sondern, ähnlich der Berliner Freiluft-Galerie, der Standort in seiner Gesamtheit. Und so wie sich dieser Ort durch die Zeit, durch Witterungseinflüsse oder architektonische Entwicklungen verändert, verändert sich auch Wirkung des Kunstobjekts stetig.
Louis Sclavis, Klarinettist aus Lyon, fühlt sich von der Kunst Ernest Pignon-Ernests inspiriert. Mit „Characters On A Wall“ hat Sclavis nun schon ein zweites Album veröffentlicht, das seine enge Verbundenheit mit den Arbeiten Pignon-Ernests musikalisch zum Ausdruck bringt.
Sclavis gelingt es, sich auf sehr sehr differenzierte und empathische Weise diesen Werken musikalisch anzunähern, seine Gefühle und Gedanken klanglich auszudrücken. Gemeinsam mit Benjamin Moussay (Piano), Sarah Murcia (Bass) und Christophe Lavergne (Schlagzeug) bleibt der Ausgangspunkt der Musik ein magischer, ein offener Ort. Nichts wird durch virtuose oder dynamische Betriebsamkeit entweiht. Musik aus dem Blickwinkel eines fühlenden Betrachters. Die Stille, die Sensibilität in der Hingabe wirkt subtil und fasziniert durch eine akustische Balance. Dabei ist diese Musik universell. Sie „funktioniert“ ebenso großartig ohne Vorgaben. Trotzdem ist „Characters On A Wall“ weitab jedweder Selbstinszenierung eine respektvolle Verbeugung vor der Kunst. Und Sclavis zeigt sich als Mittler, als ein Meister der Einfühlungsgabe.
Jörg Konrad

Louis Sclavis
„Characters On A Wall“
ECM
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Samstag 12.10.2019
Iggy Pop „Free“
Bilder
An manchen Alben kommt man einfach nicht vorbei. Und wer Iggy Pops Karriere auch nur ein klein wenig von außen betrachtet und dabei seine Wandlung von der Punk-Ikone schlechthin zum nörgelnder Jazzcrooner (Jamie Saft „Loneliness Road“), zum Chansonier („Après“) oder zum vokalen Electro-Dance-Einpeitscher (Underworld „Teatime Dub“) verfolgt hat, für den ist „Free“ einfach Pflicht. Und Freude zugleich. Denn was der 1947 in Michigan geborene James Newell „Jim“ Osterberg, wie Pop mit bürgerlichem Namen heißt, auf seiner neuesten Veröffentlichung präsentiert, ist Reife, großartige Musikalität und, man glaubt es kaum - Verinnerlichung. Spätestens mit diesem Album gehört er endgültig in die Reihe der ganz wenigen in Würde gealterten Rock`n Roll Helden vergangener Jahre.
Das wichtigste Instrument auf „Free“, welch ein einfacher, wie auch passender Titel, sind nicht heulende und kreischende Gitarren („Ich kann die Scheißgitarren nicht mehr hören“, sagte er in einem Interview dem Spiegel), sondern die Trompetenexkursionen(!) Leron Thomas. Dieser hat das Album auch produziert und der gut einer halben Stunde langen musikalischen Spritztour auch noch einen Hauch Ambient verpasst.
Doch allein Iggy Pops von Drogenexzessen und Karrieretiefs gestählte Stimme bricht jedes Hintergrundrauschen gnadenlos auf, gibt verfeinerten Klangflächen eine völlig neue Dimension. Das aufeinanderprallen von Gegensätzen ist hier das exzellente Ergebnis einer bewußtseinserweiternden Selbstreflexion. Die alten, subversiven Geschichten werden von Iggy Pop auf „Free“ mit neuem, manchmal selbstironischen Unterton erzählt. Die einstige Wut ist einer raffinierten Lässigkeit gewichen, die Unangepasstheit einer Melancholie.
Dabei ist dieses Album, so einschmeichelnd und elysisch es auch klingen mag, radikaler als manches aus der Vergangenheit des Sängers. Schließlich gehören lärmender Rock`n Roll oder knalliger Post-Punk heute zum Mainstream. Volksmusik in erweitertem Sinn. Kreativität klingt anders. Zum Beispiel so wie „Free“, wo die Intensität sich auch in den stillen Momenten Bahn bricht und die Reduktion bzw. Sparsamkeit der musikalischen Mittel einer Art Provokation gleich kommt.
Jörg Konrad

Iggy Pop
„Free“
Caroline
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Freitag 27.09.2019
Vor 40 Jahren: Joni Mitchell "Mingus"
Bilder
„Ich bin Malerin, die Lieder schreibt“, hat Joni Mitchell einmal in einem Interview gesagt. Was sie damit zum Ausdruck bringen wollte ist, dass sie sich in ihrer individuellen Kreativität von außen nicht beeinflussen lässt. Schon gar nicht, was Erwartungshaltungen betrifft. Man weiß nie, an welchen (auch klanglichen) Farben, Formen und Formaten sie als nächstes arbeitet. Diese Sichtweise hat sie ihr gesamtes künstlerisches Leben beibehalten. Das einzige, was sie in der Gegenwart aufhält ähnliches zu tun, ist ihr Alter und die damit einhergehende Fragilität, die es ihr heute, 75jährig, scheinbar nicht mehr vergönnt, die Welt mit neuen musikalischen Ideen zu überraschen. Aber wer weiß.
Als die in der kanadischen Provinz Alberta geborene Sängerin, Gitarristin und Komponistin 1978 ein Album mit dem großen Jazzbassisten Charles Mingus einspielte, sprach sie davon, dass sie noch nie in einem Aufnahmeprozess so laut habe eine Uhr ticken hören. Diese Metapher hatte ihren Ursprung darin, dass Charles Mingus bei der Zusammenarbeit an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) in fortgeschrittenem Stadium erkrankt war und man nicht wusste, wieviel Zeit ihm bleiben würde. Die Veröffentlichung von „Mingus“, dem Album, dass, trotz etlicher Kritik bei seinem Erscheinen, heute in den Kanon von hybriden Geniestreichen aus Blues, Jazz, Rock und Country gehört, hat er dann tatsächlich nicht mehr erlebt. 
Vielleicht war „Mingus“ der Höhepunkt in der Auseinandersetzung Joni Michells mit jazzmusikalischen Strukturen. Denn nachdem die SingerSongwritering mit Alben wie „Clouds“, „Blue“ oder „Court And Sparks“ eine ganze Generation von amerikanischen Liedermachern (Neil Young, David Crosby, James Taylor, Jackson Brownie) nachhaltig beeinflusste, verließ sie die ausgetretenen Pfade des Folk und stürzte sich kopfüber in das Abenteuer Jazz.
Für „The Hissing of Summer Lawns“, 1975 erschienen und mit Musikern wie Joe Sample und Wilton Felder (The Crusaders), Chuck Findley und Bud Shank eingespielt, erhielt sie ebenfalls anfangs derbe Kritiken. Aber das hielt sie nicht davon ab, auf ihrem Weg der musikalischen Öffnung hin zu komplizierteren Kompositions- und Interpretationstechniken selbstbewusst voranzuschreiten.
Als nächstes folgte der Geniestreich „Hejira“. Hier arbeitete sie erstmals mit dem Bassisten Jaco Pastorious und dem Schlagzeuger John Guerin. Dies zeigt, wie wichtig für die Sängerin der rhythmische Aspekt in ihrer Musik wurde.
Als nächstes lud sie mit Wayne Shorter und Herbie Hancock, Peter Erskine, Airto Moreira und Don Alias gleich eine ganze Band an Jazzmusikern ins Studio ein, um „Don Juan Reckless Daughter“ einzuspielen. Mit dem Stück „Paprika Plains“ befindet sich zudem eine 16-minütige Orchesterkomposition auf dem Album, die von Michael Gibbs orchestriert wurde und wie man sie von der Sängerin bis dahin noch nicht gehört hatte.
All diese Arbeiten haben ihr in der Musikwelt später hohe Achtung eingebracht. Und nicht zuletzt aufgrund dieses ungewöhnlich mutigen, aber auch überzeugenden Umgangs mit musikalischen Grenzerfahrungen hat sich Charles Mingus bei Joni Mitchell gemeldet, damit sie für eine neue Arbeit des Ausnahmeinstrumentalisten und Komponisten Texte schreibt. Mingus gehörte über zweieinhalb Jahrzehnte zu den überragenden Bassisten des Jazz. Er verknüpfte in seiner Musik auf  völlig unorthodoxe Weise Gospel, Blues, New Orleans Zitate, Bebop, freie Improvisation und er schuf, virtuos und mit sicherem Gespür für dynamische Gruppensounds, unsterbliche Werke des Jazz. Als Persönlichkeit war dieser Mingus eine Urgewalt, ein Hurrican, der alles hinwegfegte, was sich seinen musikalischen Ideen und Vorstellungen in den Weg zu stellen wagte.
Mingus traf Joni Mitchell mehrmals in seiner New Yorker Wohnung, wo sie die einzelnen Kompositionen durchgingen und an ihnen gemeinsam arbeiteten. Es waren letztendlich drei neue Songs, die so für das Album „Mingus“ von Joni Mitchell entstanden. Hinzu kam eine der schönsten Kompositionen die der Bassist überhaupt schrieb, für die Joni einen neuen Text verfasste: Goodbye Pork Pie. Mingus spielte diese Nummer 1959 erstmals ein. Sie war Lester Young gewidmet – eine Abschieds-Ballade an den bedeutenden Tenorsaxophonisten.
Die restlichen Titel des Albums „Mingus“ stammen von Joni Mitchell, die sie wieder mit einem halben Dutzend Jazzmusiker einspielte.
Es ist wunderbare Musik, deren Melancholie ebenso berührt, wie die temperamentvolleren Stücke mitreißen. Die einmalige Sinnlichkeit in Joni Mitchells Stimme steht in einem korrespondierenden Gegensatz zu den kunstvollen Improvisationen von Wayne Shorter und Herbie Hancock. Ihre Stimme fliegt über die unerhörten Akkorde wie eine Schwalbe vor dem Gewitter, beschrieb die Sängerin Judith Holofernes einmal Jonis Gesang.
Auch Charles Mingus, zu dieser Zeit ausschließlich im Rollstuhl sitzend und zum Bassspiel nicht mehr in der Lage, singt an Jonis Seite und ist in originalen Dialogen mit ihr zu hören. Dem Album sind einige Bilder beigelegt - allesamt Portraits von Charles Mingus. Gemalt von Joni Mitchell.
Jörg Konrad


Joni Mitchell
"Mingus"
Elektra
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Samstag 21.09.2019
Mette Juul „Change“
Bilder
Sie ist als Sängerin eine der stillen, der zurückhaltenden Künstlerinnen. Davon gibt es im Jazz nicht viele. Die Versuchung scheint riesig, vokale Akrobatik zu präsentieren, die Stimmbänder gnadenlos zu (über-)fordern, mit der Vitalkapazität lauthals zu prahlen. Aber sich ganz in den Dienst der Musik zustellen? Sich unter-, oder sagen wir besser sich dienend einzuordnen, um Atmosphären stimmig zu gestalten? Das ist die eigentliche große Kunst.
Die Dänin Mette Juul hat sich für diesen Weg entschieden. Jeder ihrer Songs auf „Change“, egal ob aus eigener Feder, oder von Cole Porter bzw. Antonio Carlos Jobim komponiert, ist eine Hymne auf die Ruhe, auf das Spartanische und das Sinnliche. Ihr gelingt es, trotz aller Nachdenklichkeit und Anteilnahme, dabei nie rührselig oder gar larmoyant zu klingen. Denn unter der Oberfläche ihrer Interpretationen steckt eine ordentliche Portion gezügelter Intensität gepaart mit ausdrucksstarker Gestaltungskraft. Juul versteht es, aufgrund ihrer stillen Hingabe, auch mit weniger anspruchsvollen Texten für Aufmerksamkeit zu sorgen. Ihre Songs atmen den Geist intimer Offenbarungen und laden den Hörer ein, ihr auf der ganz persönlichen Reise ins Zentrum eigener Gefühlswelten zu folgen. Schön ist hier nur eine Floskel und bedeutet schon gar nicht die Abwesenheit von Spannung.
Mette Juuls Begleitmusiker gehören zu den großen melodischen Stützen des modernen Jazz. Allen voran Bassist Lars Danielsson und Ulf Wakenius, der Gitarrist. Beide schützen die Sängerin auf ihren imaginären Wegen, geben ihren Liedern flankierende Sicherheiten. Manchmal spürt man sie leise, ohne dass man sie wirklich hört. So sparsam sie begleiten, so empathisch und unterstützend fallen ihre Beiträge aus. Hier haben sich Musiker auf ihren Reisen durch Raum und Zeit gefunden – und mit Sicherheit auch eine begeisterte Hörerschaft.
Jörg Konrad

Mette Juul
„Change“
Universal
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Dienstag 10.09.2019
Aki Takase & Rudi Mahall „Fifty Fifty“
Bilder
Die Wege, die Aki Takase und Rudi Mahall musikalisch abschreiten, zeugen ebenso von einer inneren Vertrautheit, wie von Abenteuerlust und Experimentierfreude. Beide scheinen bei ihren gemeinsamen Treffen stets randvoll mit Ideen und vitaler Spiellust. Vieles von dem, was sie musikalisch auf die Beine stellen, ist dem Augenblick entsprungen. Manche Ideen sind im Vorfeld wage abgesprochen. Stets fühlt sich einer der beiden für den „Song“ verantwortlich. Und dann gibt es ja immer noch die prall gefüllte Jazzhistorie, die beide verinnerlicht haben und die für geerdete Zitate und instrumentale Motive einfach wie geschaffen ist.
„Fifty Fifty“ - der Name ist Programm. Jeder der beiden klassisch geschulten Instrumentalisten bringt sich zur Hälfte ein. Und am Ende hat man das Gefühl, es kommen über einhundert Prozent an Spannung, Musikalität und Seele - bei voller Risikobereitschaft - zusammen. Aki Takase, die im letzten Jahr den Jazzpreis Berlin erhielt, spielt Piano/Toypiano und Orgel – Rudi Mahall ist der europäische Spezialist an Klarinette und Bassklarinette. Beide Instrumente greifen ineinander, finden hier immer wieder musikalische Situationen, die sich nach mutigem Abtasten anhören, entstehen spontane Gedanken, die weitergeführt werden, die mal dissonant, mal harmonisch klingen, die mal stolpern, mal perfekt sitzen. Es ist wie ein elementares Gespräch unterschiedlicher Charaktere, die die Überzeugung zur Toleranz und die Hinwendung zur Offenheit eint. Es wird verdichtet und seziert, destilliert, auch provoziert und intensiviert. Das Ergebnis: Grenzenlose Musik.
Jörg Konrad

Rudi Mahall ist mit seiner Band DIE ENTTÄUSCHUNG am 25. Oktober zu Gast in der Germeringer Stadthalle!

Aki Takase & Rudi Mahall
„Fifty Fifty“
Trouble In The East
(Die Musik ist als LP zu bezeiehn unter info@troubleintheeast-records.com oder gerhardgschloessl@gmail.com. Sie kostet 15 Euro plus Versand)
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
© 2019 kultkomplott.de | Impressum
Nutzungsbedingungen & Datenschutzerklärung
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.