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1. CUNNINGHAM
2. THE KINDERNESS OF STRANGERS – KLEINE WUNDER UNTER FREMDEN
3. A RAINY DAY IN NEW YORK
4. AMAZING GRACE
5. BITTE NACH MITTE!
6. SMUGGLING HENDRIX
Donnerstag 12.12.2019
CUNNINGHAM
Ab 19. Dezember 2019 im Kino
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Der Dokumentarfilm CUNNINGHAM erweckt die legendären Choreografien von Merce Cunningham – getanzt von den letzten Mitgliedern seiner berühmten Company – noch einmal zum Leben. In poetischen Bildern begleitet der Film, Cunninghams künstlerischen Werdegang in der Zeit von 1944  bis 1972, der geprägt war von Risikofreude und innovativer Kraft. Von den frühen Jahren in New York, in denen sich Cunningham als Tänzer durchzusetzen versuchte, bis zu seinem Durchbruch als einer der visionärsten Choreografen der Welt. Unterstützt durch die 3D-Technologie verbinden sich seine Geschichte und seine Ideen zu einer emotionalen Reise in die Welt des Choreografen. Sein Lebenswerk und seine Ideen beeinflussen noch heute Künstler und Choreografen auf der ganzen Welt.

Regie ALLA KOVGAN

Mercier Philip „Merce“ Cunningham (16. April 1919 – 26. Juli 2009) war ein weltberühmter amerikanischer Tänzer und Choreograf, der über 50 Jahre zur Spitze des zeitgenössischen amerikanischen Tanzes gehörte. Er wurde bekannt durch seine häufige Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Disziplinen, darunter die Musiker John Cage und David Tudor und die Maler und Konzeptkünstler Robert Rauschenberg und Bruce Nauman. Werke, die gemeinsam mit diesen Künstlern entstanden, hatten tiefgreifenden Einfluss, nicht nur auf den zeitgenössischen Tanz sondern, auf die gesamte Kunstwelt. Die Merce Cunningham Dance Company wurde 1953 gegründet und löste sich 2011 nach Cunninghams Tod auf. Im Lauf seiner 70-jährigen Karriere schuf er mehr als 150 Choreografien und über 800 Events, bei denen er Auszüge seiner Arbeiten in einem völlig neuen Umfeld in Szene setzte. Er wurde bekannt durch seine Experimente mit Zufallsprozessen und nutzte dafür die modernsten Technologien seiner Zeit – dazu gehörten auch Film, Video und computergestützte Bewegungserfassung.
Als Choreograf, Lehrer und Leiter der Merce Cunningham Dance Company hatte er wesentlichen Einfluss auf den zeitgenössischen Tanz. Viele der Tänzer, die unter Cunningham trainierten, wie Paul Taylor, Remy Charlip, Viola Farber, Charles Moulton, Karole Armitage, Robert Kovich, Foofwa d’Imobilité, Kimberly Bartosik, Flo Ankah und Jonah Bokaer gründeten ihre eigene Company. Cunningham erhielt einige der wichtigsten Auszeichnungen im Kunstbereich, darunter auch die National Medal of Arts und ein MacArthur-Fellowship.
Er wurde außerdem mit dem japanischen Praemium Imperiale und dem britischen Laurence Olivier Award ausgezeichnet und wurde zum Mitglied der französischen Ehrenlegion ernannt. Cunninghams Werke wurden u.a. vom Pariser Opernballett, dem New York City Ballet, dem American Ballet Theatre, dem White Oak Dance Project und der Londoner Rambert Dance Company auf die Bühne gebracht. 2009 gab die Cunningham Dance Foundation den „Legacy Plan” bekannt, ein richtungsweisender Plan, um den Fortbestand von Cunninghams Arbeit zu gewährleisten und sein künstlerisches Vermächtnis zu feiern und zu erhalten. CUNNINGHAM ist das erste und einzige Filmprojekt, für das der Cunningham Trust eine Genehmigung erteilte.



CUNNINGHAM, selbst ein Kunstwerk, erzählt Cunninghams Geschichte und den steinigen Weg zu internationaler Anerkennung mit Hilfe seiner Tänze. Sein Erfolg war bittersüß, denn er trat erst ein, nachdem seine Glanzzeit als Tänzer hinter ihm lag, seine Zusammenarbeit mit Robert Rauschenberg beendet war und die Tänzer seine Company verlassen hatten. Obwohl Merce sich danach noch 40 Jahre lang immer wieder neu erfand, war der Geist der ersten Jahre, in denen die Tanzcompany seine künstlerische Familie war, für immer verloren. Mit seiner Mischung aus imaginären Welten und bewegender Lebensgeschichte verbindet CUNNINGHAM dokumentarisches und narratives Erzählen und bewahrt dabei das empfindliche Gleichgewicht zwischen Fakten und Fiktion, Wahrheit und Dichtung.


TÄNZE IN 3D
Mit Tänzen wie „Septet” (erschaffen zu Musik von Erik Satie) und „Antic Meet” (inspiriert von Dostojewskis Roman) oder „Summerspace” (eine Referenz an Einsteins Theorien) bewies Merce immer wieder seine künstlerische Vielseitigkeit. 14 ausgewählte Tänze machen etwa Zweidrittel von CUNNINGHAM aus. Jeder der Tänze vermittelt eine seiner Grundideen und wird mit Hilfe der 3D-Technologie völlig neu in Szene gesetzt. In den Einstellungen wird die räumliche Beziehung zwischen den Tänzern hervorgehoben, wodurch der Zuschauer einen besonderen Einblick erhält. Das Publikum erlebt den Film, als ob er zwischen die Tänzer treten und vollkommen in die Vorstellungswelt des Choreografen eintauchen kann.
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Donnerstag 05.12.2019
THE KINDERNESS OF STRANGERS – KLEINE WUNDER UNTER FREMDEN
Ab 12. Dezember 2019 im Kino
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Clara (Zoe Kazan) flüchtet mit ihren beiden Söhnen nach New York, um ihrem gewalttätigen Ehemann, einem Polizisten, zu entkommen. Die drei besitzen nicht viel mehr als ihr Auto und als dieses abgeschleppt wird, stehen sie mittellos auf der Straße. An ihrem absoluten Tiefpunkt angekommen, begegnet Clara warmherzigen Fremden, die ihr zeigen, dass sie nicht allein ist. Darunter die selbstlose Krankenschwester Alice (Andrea Riseborough), der Ex-Häftling Marc (Tahar Rahim), der in Timofeys (Bill Nighy) russischem Restaurant Winter Palace eine zweite Chance bekommen hat, und Jeff (Caleb Landry Jones), der versucht, seinen Platz im Leben zu finden. Das Winter Palace wird zum Ort der unerwarteten Begegnungen von Menschen in Lebenskrisen, die in schicksalhaften Wendungen zusammenfinden.

Regie & Drehbuch LONE SCHERFIG
Mit ZOE KAZAN, ANDREA RISEBOROUGH, TAHAR RAHIM, CALEB LANDRY JONES



EINFÜHRUNG VON LONE SCHERFIG
 
Es gibt Themen und Geschichten, denen ich mich schon seit langer Zeit intensiver widmen wollte. Schließlich fand ich einen Weg, sie alle in einem einzigen Film miteinander zu verknüpfen.
 
Der Plot und die Szenen des Films basieren auf meiner Freude am Geschichtenerzählen. Aber sie sind auch als Antwort auf die Zeichen der Zeit zu verstehen, auf Entwicklungen, die in die falsche Richtung gehen. Wir sehen zerbrechliche Menschen, die aber entschlossen sind, zu kämpfen und dabei entdecken, dass sie ein gemeinsames Schicksal teilen. 
 
New York ist eine internationale Stadt, hochdramatisch, spannungsvoll und einfach wunderschön. Für viele Menschen ist New York die absolute Lieblingsstadt. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte konnte ich beobachten, wie das politische Klima Auswirkungen auf die Stadt hat – bis hinein in die kleinsten Details. Die Figuren des Films sind Ausschnitte einer Millionenbevölkerung, die im Umfeld unzähliger Probleme für die Hoffnung stehen.
 
Ich bewundere die Nächstenliebe und Wohltätigkeit der Amerikaner. Ungeachtet der aktuellen politischen Landschaft findet man auf der ganzen Welt immer noch viel Güte, Zuneigung und Verantwortungsgefühl. Wenn Amerikaner die Hände reichen, dann tun sie das mit sehr langen Armen. Dieser Film spielt in Amerika, aber er ist alles andere als eine typische Hollywood-Geschichte. 
 
Meine Wurzeln liegen in der klassischen europäischen Filmtradition. Da ich keine Amerikanerin bin, musste ich bei diesem Film wirklich zuhören, recherchieren und sicherstellen, dass die amerikanischen Schauspieler und Crewmitglieder bei mir auch ein offenes Ohr finden und gewährleistet ist, dass dieser Film tief in New York verwurzelt ist.
 
Dieser Film berührt, und meiner Ansicht nach liegt das gerade auch an den vielen Momenten, in denen sich Humor in die Geschichte einschleicht. Weil ich diese Geschichte selbst geschrieben habe, musste ich nicht auf die Ideen eines anderen Autors Rücksicht nehmen. Stattdessen konnte ich frei ernste Themen mit quirliger Leichtigkeit verbinden. 
 
Ich bin den Schauspielern sehr dankbar. Denn sie verstanden, dass sie den kreativen Freiraum hatten, sich selbst in die Figuren und Szenen einzubringen. Ich habe sie ausgewählt, weil jeder Einzelne auf seine Weise außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt und eine gewisse Unschuld vermitteln kann, die auch ihren Figuren eigen ist. Die Schauspieler konnten ihren Figuren Eigenschaften geben, die ich selbst nicht habe. Sie haben Ideen und Tiefgründigkeit eingebracht. Instinktiv haben sie alle den von mir angestrebten Erzählton verstanden – wie auch die etwas ungewöhnliche dramaturgische Struktur, dass nach und nach das große Thema des Films Gestalt annimmt: Nächstenliebe und Barmherzigkeit.



LANGINHALT

Buffalo, knapp 500 Kilometer nordwestlich von New York. Es ist früh am Morgen. Lautlos bewegt sich Clara (Zoe Kazan) aus ihrem Bett, während ihr Mann Richard (Esben Smed) noch tief schläft. Leise flüsternd weckt die 26-Jährige im Kinderzimmer nebenan ihren Sohn Anthony (Jack Fulton) und dessen jüngeren Bruder Jude (Finlay Wojtak-Hissong). Schnell sind die beiden angezogen und wenige Habseligkeiten gepackt. 
 
Als kurz darauf die Wohnungstür geräuschlos ins Schloss fällt, beginnt Claras Flucht in Angst. Eine Flucht vor einem gewalttätigen Mann, der sie jahrelang misshandelte. Als auch die beiden Jungen Opfer seines explosiven Zorns werden, zieht die junge Mutter die für sie einzig mögliche Konsequenz. Sie flieht aus ihrem alten Leben in die Anonymität, um ihre Söhne zu schützen und in New York einen Neuanfang zu wagen.
 
Leid ist auch der Alltag von Alice (Andrea Riseborough). Die Krankenschwester ist die gute Seele einer New Yorker Notaufnahmestation. Mit unermüdlichem Einsatz umsorgt sie ihre Patienten, arbeitet in ihrer Freizeit in einer Suppenküche und leitet eine Selbsthilfegruppe mit dem Motto „Vergebung“, die sich regelmäßig in der Kirche ihres Viertels trifft. Alice ist immer für andere da, doch niemand kümmert sich um sie. Stets kommt und bleibt sie allein, wenn sie im russischen Restaurant von Timofey (Bill Nighy) zu Abend isst. Auch heute verlässt sie ohne Begleitung ihr Stammlokal, ohne zu ahnen, dass die Hoffnung auf ein Ende ihrer Einsamkeit ganz nah ist.
 
Marc (Tahar Rahim) ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden. Mit seinem Anwalt John Peter (Jay Baruchel), der ihn nach vier Jahren seiner unschuldig verbüßten Strafe, aus der Haft holte, feiert er seine neu gewonnene Freiheit. Als Marc seinen einzigen Freund verabschiedet und als letzter Gast zurückbleibt, um zu bezahlen, macht er die Bekanntschaft von drei Männern, die sein Leben verändern werden. Obwohl er ein völliger Fremder für sie ist, wird er von Timofey und dessen zwei Investorenfreunden auf ein paar Gläser eingeladen. Einige Drinks später ist Unglaubliches passiert: Marc, der mit seinem verstorbenen Bruder früher ein Restaurant führte, wird die Leitung des russischen Restaurants anvertraut. Für alle ist es ein Schritt ins Ungewisse, doch Marc ist sicher, das finanziell angeschlagene Lokal zum Erfolg führen zu können.
 
Von solchem Selbstbewusstsein kann Jeff (Caleb Landry Jones) nur träumen. Jeden Job, den er angetreten hat, hat der liebenswerte, aber etwas schusselige und total verunsicherte junge Mann wieder verloren. „Du kannst einfach gar nichts richtig“, zog sein letzter Chef ein hässliches Fazit. Niederlagen und Demütigungen gehören zu Jeffs Leben, doch auch für diesen Unsichtbaren, der davon träumt, endlich einmal gesehen und als Mensch wahrgenommen zu werden, gibt es Hoffnung. Hoffnung durch die Güte von Fremden.
 
„New York wird für euch eine Art Schule sein“, verspricht Clara ihren Söhnen, als sie mit ihrem Auto in der Metropole am Hudson eintreffen. Eine harte Schule, wie sich schnell herausstellen wird. Clara hat kein Geld, weil ihr Mann auch die Kontrolle über Konto und Kreditkarte nie abgegeben hat. Und sie kann sich an keine Behörde wenden, weil Richard Polizist ist und sie dadurch sofort aufspüren könnte. Selbst ihr Schwiegervater, der ihr eigentlich gewogen ist, wagt es nicht, Clara zu helfen und sich gegen seinen aggressiven Sohn zu stellen. 
 
Mittellos und ohne Unterkunft versuchen sich Clara und ihre Söhne im eisigen New Yorker Winter durchzuschlagen. Unauffällig mischt sich die junge Frau auf Empfängen und Feiern unter die Gäste, klaut Kleinigkeiten zum Essen und wärmt sich mit ihrer Familie tagsüber in Bibliotheken auf. Als sie eines Abends auch in Timofeys Lokal Horsd'½uvres mitgehen lassen will, spricht Restaurantleiter Marc sie an. Mit kleinen, wenig glaubwürdigen Lügen hält sie ihn auf Distanz und stiehlt sich schließlich schnell davon. 
 
Ohne voneinander zu wissen, werden sich einige dieser Gestrandeten in Alices Suppenküche begegnen. Auch Jeff, der hier unerwartet zu einem Job gekommen ist und Alice unterstützt. Als er mit vier Monaten Mietrückstand aus seinem Apartment geworfen wird, verbringt er die eisige Nacht auf der Straße und verliert dabei fast sein Leben. In der Notaufnahme erwacht, bedankt er sich bei seinem Schutzengel Alice, die ihn vorübergehend aufnimmt. Dass sie selbst Zuneigung, menschliche Wärme und Zuspruch benötigt, behält sie für sich. 
 
Der Arbeit im Krankenhaus fühlt sich die sensible Krankenschwester schon länger nicht mehr gewachsen, aber in ihrer Selbsthilfegruppe blüht sie auf. Auch Marc besucht diese regelmäßig, vor allem John Peter zuliebe, der hier Vergebung sucht. Vergebung für viele verlorene Fälle und Klienten, denen er nicht helfen konnte. Noch weiß er nicht, dass sich das ändern und er sogar die Liebe finden wird.
 
Gefunden wird auch Clara, doch für sie und ihre Söhne ist es kein Trost, sondern blankes Entsetzen. Nachdem Claras Auto gestohlen wird, und die kleine Familie ausgehungert, aber ohne Geld in ein chinesisches Lokal geht, taucht wie aus dem Nichts Richard auf. Ohne sich irgendwie schuldig zu fühlen, bietet er Clara Vergebung und die Rückkehr nach Hause an. Doch bei der ersten Gelegenheit ergreifen die Drei die Flucht und landen schließlich nachts in der Kirche, in der die selbstlose Alice den Bedürftigen hilft. Für wenige Stunden finden sie so Ruhe und Frieden, dann kostet die Neugier des kleinen Jude, der, während die anderen schlafen, draußen den Zauber des Winters entdeckt, den Jungen fast das Leben.
 
Im Krankenhaus kümmert sich Alice rührend um ihn, stemmt sich mit Macht gegen Richards Bemühungen, seinen Sohn zu besuchen und den Aufenthaltsort seiner Familie herauszubekommen. Dass Alice und Anthony Zuflucht in Timofeys Restaurant gesucht und schließlich in Marcs Wohnung eine Unterkunft gefunden haben, bleibt Richard verborgen. Noch. 
 
In den folgenden Tagen werden sich Fremde näherkommen und sich einander öffnen. Wird eine einsame gute Seele erkennen, dass sie Trost und Licht für eine andere sein kann. Wird sich ein exzentrischer russischer Kauz als gutherziger Amerikaner outen. Wird New York sich als Metropole zeigen, in der über Härte, Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit am Ende Zuwendung, Mitgefühl und Liebe triumphieren…



INTERVIEW MIT LONE SCHERFIG
 
Wie kam es zu diesem Projekt? Woher hatten Sie die Idee dafür?
Es gab Szenen, die ich unbedingt auf der Leinwand sehen und Figuren, die ich unbedingt zum Leben erwecken wollte. Es gab Momente des Mitgefühls und der Güte, die ich auf die Leinwand bannen wollte. Und New York war eine große Inspiration für diesen Film – die Schönheit dieser Stadt und das ganze Drama, dass sich so viele Menschen hier von einem Gehaltsscheck zum nächsten durchkämpfen. Es gab also Themen und Dinge, die mich beschäftigten, die ich liebte. All das ist in diesem Film, in dieser dramaturgischen Maschine, verschmolzen. Es ging darum, all das in eine Geschichte einzubinden und dann hoffentlich ein Ende finden zu können, das optimistisch und voller Hoffnung ist.  
 
Das Drehbuch haben Sie selbst geschrieben. Hat sich dadurch etwas verändert, beispielsweise Ihr Inszenierungsansatz? Sie hatten doch als Autorin mehr Einfluss auf die Struktur, mehr Kontrolle über den Stoff. Richtig?
Man denkt vielleicht, weil ich das Drehbuch geschrieben habe, hätte ich eine ziemlich ausgefeilte Vorstellung davon gehabt, wie sich alles entwickeln müsste. Tatsächlich war genau das Gegenteil der Fall. Denn ich hatte nicht mehr das Gefühl, den Autor verteidigen oder sicherstellen zu müssen, dass das Drehbuch im Verlauf des filmischen Prozesses intakt bleibt. Ich bin grundsätzlich sehr offen für das, was Schauspieler in einen Film einbringen können. Dieser Film ist mit Darstellern besetzt, deren Meinungen mich interessieren, deren instinktiv getroffene Entscheidungen ich wirklich mag. Die Schauspieler hatten also kreativ durchaus großen Einfluss, nicht zuletzt auch, weil ich nicht in meiner Muttersprache drehte. Gerade deshalb war es nötig, auf sie zu hören und von ihnen inspiriert zu werden. Wir arbeiteten hier ja mit klugen und brillanten Schauspielern. Jeder von ihnen war in der Lage, Ideen einzubringen, die besser als das waren, was im Drehbuch stand. Sie hatten also großen kreativen Freiraum. 
 
Warum spielt diese Geschichte in New York, und nicht beispielsweise in Berlin oder London? Was war das Besondere an dieser Stadt, das Sie auf die Leinwand bringen wollten? Was war das richtige dramaturgische Umfeld für Ihre Geschichte?
Meiner Ansicht nach könnte sie in jeder Großstadt der westlichen Welt spielen. Wir sehen hier Fremde, die irgendwie verloren und in einer fast ausweglosen Lage sind. Diese Menschen begegnen sich - entweder zufällig oder, weil sie Hilfe von anderen benötigen. Und schließlich werden sie füreinander zu engsten Verbündeten. New York kann aber für jeden zu seiner Stadt, zur Hauptstadt, werden. New York ist international, extreme Schönheit und extremes menschliches Drama sind hier eng miteinander verbunden. Deshalb war das für mich der richtige Schauplatz für diese Geschichte. Besonders beeindruckt haben mich Nächstenliebe und Barmherzigkeit – die Art und Weise, wie Menschen in New York anderen die helfende Hand reichen und dabei die Arme weit ausstrecken. Davon können wir Europäer meines Erachtens viel lernen. 
 
Wenn man an Ihre bisherigen Filme denkt, gibt es immer diese interessante Mischung aus Komödie, Drama und Tragödie. Wie haben Sie das strukturiert, kontrolliert und ausbalanciert?
In gewisser Weise steht die Figur von Bill Nighy beispielhaft für diese Mischung, aber auch die von Zoe Kazan dargestellte Figur weist wirklich tragische Aspekte auf. Wie haben Sie all das im Gleichgewicht gehalten?  Ich habe mehrere Jahre in England gearbeitet. Dadurch bin ich, glaube ich, noch furchtloser geworden, humorvolle, dramatische und emotional intensive Momente miteinander zu verschmelzen. Der Zuschauer hat damit kein Problem. In England ist es tatsächlich so, dass je tiefer die Menschen dort in einer Krise stecken, desto mehr Witze machen sie. Für mich ist das einfach ein Weg, mich mit ernsten Themen auseinanderzusetzen. Tatsächlich erlaubt mir die emotionale Tiefgründigkeit, Spaß zu haben und etwas Humorvolles entwickeln zu können, das nicht nur oberflächlich ist, sondern einen Gedanken dahinter transportiert. Irgendwie lande ich am Ende immer bei dieser Mischung. Wenn ein Film gleichermaßen dramatische und humorvolle Momente hat, lässt er sich auch schwerer erklären. Dieser Film aber ist meiner Ansicht nach emotionaler als einige meiner früheren Filme. Der Zuschauer wird hier mehr Tränen vergießen können, und ich werde umso glücklicher sein, wenn ich im Kino die Zuschauer an Stellen lachen sehe, von denen ich hoffte, sie würden als lustig empfunden werden.
 
Viel Humor bringt Bill Nighy ein, mit dem Sie vorher bereits zusammengearbeitet hatten. Was zeichnet ihn als Schauspieler aus, das Sie in der Zusammenarbeit besonders schätzen? 
Bill Nighy ist einfach unglaublich loyal und inspirierend. Darüber hinaus hat er einen sehr guten Geschmack. Und das nicht nur modisch im Hinblick auf seine Kleidung, sondern auch im Hinblick auf seine kreativen Entscheidungen als Schauspieler und auf sein Timing. Es macht einfach Spaß, für ihn zu schreiben, denn man hat bereits eine gewisse Vorstellung davon, wie er das Geschriebene später umsetzen wird. Beim Verfassen des Drehbuchs freut man sich bereits im Voraus, wie er das angehen wird. Er hat etwas an sich, das sonst niemand hat. Und seine Stimme ist meiner Ansicht nach ein ungewöhnlich guter dramaturgischer Motor, um Dinge zu erzählen, die hochemotional sein können. Gleichzeitig kann diese Stimme für Entspannung und Lachen, und nach etwas Ernstem für komische Auflockerung sorgen.
 
THE KINDNESS OF STRANGERS – KLEINE WUNDER UNTER FREMDEN ist ein Ensemblefilm mit vielen unterschiedlichen Stimmen und Schauspielern aus der ganzen Welt. Sie haben schon erwähnt, dass Sie bei den Dreharbeiten das kreative Miteinander sehr förderten. Wie gelang es Ihnen, diese unterschiedlichen Stimmen und Ansätze, die jeder Einzelne in dieses Projekt einbrachte, in Balance zu halten?
Alle Schauspieler, die sich diesem Projekt anschlossen und die ich unbedingt dabeihaben wollte, hatten schon in anderen Filmen bewiesen, wie gut sie unterschiedliche dramaturgische Töne und unterschiedliche Rollen meistern können. Ich wusste also bereits, dass sie außerordentlich talentiert waren, nur wenige schlechte Angewohnheiten hatten und in puncto Stoffauswahl anderen Dingen vertrauten. All das konnte ich in ihren früheren Arbeiten erkennen, ich konnte darauf bauen, dass sie sich zurechtfinden und mehr leisten würden, als ich mir ursprünglich vielleicht erhofft hatte. Trotzdem habe ich sie auch angespornt und animiert. Im Grunde weiß ich nicht genau, wie es letztlich gelang, ihnen zu vermitteln, welchen Erzählton ich für bestimmte Momente anstrebte. Denn man hat ja immer so wenig Zeit und kaum Gelegenheit für Proben. Das bestimmt auch das Tempo des Films. Weil es ein Ensemblefilm ist, gibt es viele Szenen, in denen sie nicht einmal gemeinsam zu sehen sind. Trotzdem muss man sie als eine Gruppe, als eine organische logische Einheit wahrnehmen und empfinden können. Das ist hier gelungen. Und verantwortlich dafür sind zum Teil die Schauspieler selbst mit ihrem Vertrauen, ihrer Kreativität und ihrem guten Geschmack.
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Donnerstag 28.11.2019
A RAINY DAY IN NEW YORK
Ab 05.Dezember 2019 im Kino
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Mit seiner College-Liebe Ashleigh (Elle Fanning) plant Gatsby (Timothée Chalamet) ein romantisches Wochenende in New York. Ashleigh soll für die College-Zeitung den berühmten Regisseur Roland Pollard (Liev Schreiber) interviewen, in der verbleibenden Zeit möchte Gatsby ihr seine Stadt zeigen – und das ist vor allem das alte New York mit Klassikern wie der Bemelmans Bar und einer Kutschfahrt durch den Central Park. Doch Ashleigh wird von Roland Pollard nach dem Interview zu einem Screening seines neuesten Films eingeladen. Während sie mit ihm, seinem Drehbuchautor Ted Davidoff (Jude Law) und dem gefeierten Filmstar Francisco Vega (Diego Luna) von einer unerwarteten Situation in die nächste schlittert, muss sie Gatsby immer wieder vertrösten. Auf sich allein gestellt lässt dieser sich im Regen durch die Straßen New Yorks treiben. Und trifft dabei nicht nur auf Chan (Selena Gomez), die schlagfertige jüngere Schwester seiner Ex-Freundin, er hat auch ein Gespräch mit seiner Mutter (Cherry Jones), das für ihn alles verändert. So ist am Ende eines regnerischen Tages für beide, Gatsby und Ashleigh, nichts mehr so, wie sie es zuvor erwartet hatten ...
A RAINY DAY IN NEW YORK ist eine Liebeserklärung an das alte New York, ein so nostalgisches wie romantisches Portrait der Stadt der Städte – und eine Liebesgeschichte, in der Woody Allen einen liebevollen Blick auf die kleinen und großen Wunder und Katastrophen des Lebens wirft.    Als Gatsby, gebürtiger New Yorker aus reichem Hause, beweist Timothée Chalamet (Call Me By Your Name, Beautiful Boy) einmal mehr sein Ausnahmetalent, als seine Freundin Ashleigh, die aus Arizona stammt und lange nicht so weltgewandt ist wie Gatsby sich zumindest gibt, begeistert Elle Fanning (Die Verführten, Mary Shelley). Und auch in den weiteren Rollen überzeugt ein hochkarätiges Ensemble, darunter Selena Gomez, Jude Law, Diego Luna und Liev Schreiber.

Drehbuch und Regie Woody Allen
Mit Timothée Chalamet, Elle Fanning, Selena Gomez, Jude Law, Diego Luna, Liev Schreiber u.v.m

A RAINY DAY IN NEW YORK folgt Gatsby (Timothée Chalamet) und Ashleigh (Elle Fanning), einem jungen Paar, deren Planung eines romantischen Wochenendes in New York sich auf amüsante Weise zerschlägt.
Grund für Gatsby und Ashleighs Kurztrip ist Ashleighs Auftrag, für die College-Zeitung in Manhattan ihren Lieblingsregisseur Roland Pollard (Liev Schreiber) zu interviewen. Als stolzer New Yorker will Gatsby es sich nicht nehmen lassen, seiner Freundin in der Heimatstadt seine Lieblingsorte zu zeigen. Schließlich ist die in Arizona geborene Ashleigh seit ihrer Kindheit nicht mehr in New York gewesen.

Ärgerlicherweise fällt der Termin von Ashleighs Interview mit Pollard ausgerechnet mit einer Party von Gatsbys Mutter zusammen, die er nur zu gerne verpassen möchte. Zu seinen wohlhabenden Eltern und vor allem seiner Mutter (Cherry Jones) hat Gatsby kein sonderlich gutes Verhältnis, weil sie zeitlebens viel zu hohe Erwartungen an ihn gestellt haben. Während sie Geld als heiliges Merkmal ihres sozialen Status schätzen, hat Gatsby ein eher spielerisches Verhältnis dazu. „Beim Glücksspiel geht es Gatsby nicht ums Geld“, erklärt Regisseur Woody Allen. „Er hat einfach ein ganz natürliches Gespür dafür – und die Sache ist höchst verführerisch und süchtig machend. Das Geld kommt und geht, es bedeutet ihm nichts.“

Wie sein Namensvetter aus dem berühmten Roman von F. Scott Fitzgerald ist Gatsby das Geschöpf einer vergangenen Ära. Er zieht alte Hollywood-Filme und Songs von Gershwin jeder Form von moderner Unterhaltungskultur vor. „Er ist ganz er selbst und interessiert sich nur für das, was ihn eben interessiert“, beschreibt Allen seinen Protagonisten. „Er mag alte Musik, alte Dinge und Regentage. Sein Geschmack und seine Gefühle sind sein ganz eigenes Ding, und davon bringt ihn auch niemand ab.“ Selbst Gatsbys Vorliebe fürs Glücksspiel ist Teil seines aus der Zeit gefallenen Lebensgefühls, wie Allen betont: „Für ihn hat das etwas Nostalgisches. Es erinnert ihn an ein New York zu Zeiten Damon Runyons, in denen die Straßen rund um den Broadway angeblich voller Spieler und Pferdewetter waren. All das gehört zu Gatsbys romantischer Lebenseinstellung.“
Genau wie ihr Freund ist auch Ashleigh wohlbehütet in einer gut situierten Familie aufgewachsen, doch dank einer Jugend im Südwesten ist sie zu einer sehr viel sorgenfreieren und unbekümmerteren jungen Frau herangewachsen. Gatsbys innere Konflikte sind ihr fremd, und sie plant, als Journalistin Karriere zu machen. Doch dadurch, dass sie in Arizona aufgewachsen ist, ist sie auch weniger weltgewandt als Gatsby. „Ashleigh ist ein nettes Kleinstadt-Mädchen“, meint Allen. „Sie kann reiten, angeln und Golf spielen. Sie ist intelligent und anständig, aber sie ist nicht so gewieft wie man es auf den Straße New Yorks wird.“

Sobald die beiden in New York ankommen sind, setzt Gatsby Ashleigh an einem Hotel in Soho ab, wo sie Roland Pollard zum Interview treffen soll. Noch bevor sie dem bekannten Regisseur auch nur eine erste Frage stellen kann, hat er für sie schon eine exklusive Enthüllung parat: er hat jegliches Selbstvertrauen als Künstler verloren und steht kurz davor, seinen neuen Film aufzugeben. „Pollard ist ein Perfektionist, der sich ständig in Frage stellt und jedes Mal glaubt, seine Arbeit sei nicht gut genug“, sagt Allen. „Künstler wie er sind sich selbst die härtesten Kritiker, viel gnadenloser als die Öffentlichkeit“. Als ehrliche Bewunderin von Pollards Werk bittet Ashleigh ihn, nicht aufzugeben, und versichert ihm, dass seine besten Arbeiten noch vor ihm liegen. Gerührt von ihrem Vertrauen in ihn, lädt der Regisseur sie ein, sich eine Rohfassung seines neuen Films anzusehen. Die Studentin fühlt sich geehrt, dass Pollard ihre Meinung so hoch schätzt, und erkennt, dass sie über eine große Geschichte gestolpert ist. So sagt sie ihre Lunch-Verabredung mit Gatsby ab. Der ist nicht nur enttäuscht, sondern auch misstrauisch, wie nah Ashleigh dem Filmemacher innerhalb kürzester Zeit gekommen zu sein scheint.

Ashleighs Absage des verabredeten Mittagessens wird zu dem Moment, von dem an der geplante Tag in New York für sie und Gatsby aus den Fugen gerät. Von nun an werden sie den Rest des Tages getrennt voneinander verbringen. Und Ashleigh verbringt dabei nicht nur Zeit mit Pollard, sondern lernt schließlich auch seinen leidgeprüften Drehbuchautoren Ted Davidoff (Jude Law) sowie den attraktiven Filmstar Francisco Vega (Diego Luna) kennen.
Unterdessen besucht Gatsby einen Schulfreund, der einen Film im Greenwich Village dreht, und lässt sich überreden, selbst eine kleine Rolle zu übernehmen. Zu seiner großen Überraschung gehört dazu auch, dass er eine Frau küssen muss – und die ist niemand anderes als Chan (Selena Gomez), die jüngere Schwester seiner Ex-Freundin Amy. Mit ihrer frechen, zupackenden Art drängt Chan Gatsby dazu, bei ihrem Kuss mit ganz besonderem Eifer vorzugehen. Dass er darauf besteht, seinen Mund geschlossen zu halten, passt ihr gar nicht – und überhaupt neckt und provoziert sie ihn in einer Tour. „Chan ist eine Meisterin herabsetzender Kommentare“, beschreibt Allen die junge Frau. „Sie hat einen messerscharfen Verstand und ist eine aufmerksame Beobachterin. Und ihr Sarkasmus ist ohne Frage auch ihre Art zu flirten.“

Gatsby und Chan verbringen den Tag zusammen, zunächst in ihrer Wohnung, später im Metropolitan Museum of Art. Während sie bei ihr sind, setzt sich Gatsby an das Klavier der Familie und singt „Everything Happens to Me“, ein gängiges Lied aus den 1940er Jahren über den glücklosesten Mann der Welt. Der Song mag auf den ersten Blick keine naheliegende Wahl für Gatsby sein, der in seinem Leben ja jede Menge Privilegien genießen durfte. Doch er zeigt eben auch, dass der junge Mann nicht unbedingt glücklich ist. „Er ist ein Einzelgänger“, führt Allen aus. „Er hat seine Jugend nicht mit Gleichaltrigen verbracht, sondern saß allein in seinem Zimmer und hörte Schallplatten. Die stereotypen Erwartungen seiner Mutter kann und will er nicht erfüllen, weil er ihre Werte nicht teilt. Keine Frage: er ist ein trauriger Junge.“ Chan ist von Gatsbys Darbietung des Liedes jedenfalls höchst angetan, und die beiden tauschen sich über ihre gemeinsame Vorliebe für alte, romantische Hollywoodfilme aus.

Unterdessen sitzt Ashleigh in der Vorführung von Roland Pollards neuem Film, die zu einem Debakel zu werden droht. Der Regisseur ist derart entmutigt, dass er das Screening verlässt um allein zu sein und nachzudenken. Ashleigh, der gut gefällt was sie sieht, beschließt zu bleiben und sich gemeinsam mit dem Drehbuchautor Davidoff auch den Rest anzusehen. In dessen Auto machen sie sich anschließend auf um Pollard zu suchen. Unterwegs entdeckt Ted zufällig, dass seine Frau Connie (Rebecca Hall) eine Affäre hat. Um mit ihr alleine darüber sprechen zu können, setzt er Ashleigh in ein Taxi, damit sie Pollard in einem Filmstudio finden kann.

Weil Ashleigh Pollard, Davidoff und die Arbeit der beiden ehrlich bewundert, wird sie für die Männer in ihren Krisen zu einem echten, tröstenden Halt. „Ashleigh ist noch nicht verdorben vom Zynismus und den Lügen des Lebens – und sie ist auf ihrer Seite“, meint Allen. „In ihrer ehrlichen Art ist sie für die beiden eine echte Inspiration. Sie kennt ihre Arbeit und hat großen Respekt vor ihr. Nichts an ihr ist heuchlerisch, sondern ihr Lob für den Film vollkommen ehrlich. Diese direkte Offenheit ist genau das, was sie in diesem Moment brauchen, um sich wieder besser zu fühlen.“
Derweil gesteht Chan Gatsby beim gemeinsamen Museumsbesuch, dass sie schon immer für ihn geschwärmt hat. Dass er sie bei seinen Besuchen bei ihrer Schwester Amy nie wahrgenommen zu haben scheint, ärgert sie. Alles, was Amy an ihm stets ein wenig seltsam fand, mag Chan an Gatsby ganz besonders, etwa als er Amy einmal an einem Regentag mit in den Central Park nahm. „Chan findet solche Dinge romantisch, denn auch sie hat diese Seite“, sagt Allen. „Die empfindsamsten Menschen versuchen ja genau das hinter Zynismus zu verstecken. Doch man muss nur ein wenig an der Oberfläche kratzen und ihre gefühlvolle Seite kommt zum Vorschein.“

Auf der Suche nach Pollard trifft Ashleigh im Filmstudio auf den Schauspieler Francisco Vega (Diego Luna), ein Womanizer, der Ashleighs Lieblichkeit als Einladung versteht. „Für ihn ist sie nur ein hübsches blondes Mädchen“, ergänzt der Regisseur. „Er ist der Typ Mann, der mit jeder Frau flirtet, die ihm in die Quere kommt.“ Die Aufmerksamkeit des attraktiven Stars schmeichelt ihr und macht sie so nervös, dass sie sich nicht klar zu Gatsby als ihrem Freund bekennt: „Mit einem Mal befindet sich Ashleigh in einer unangenehmen Situation. Einerseits will sie Gatsby nicht Unrecht tun, aber gleichzeitig hat sie das Gefühl, Vega beeindrucken zu müssen.“
Unweit einer ägyptischen Grabstätte im Museum trifft Gatsby zufällig auf seine Tante und seinen Onkel, was auch bedeutet, dass er um einen Besuch bei der Party seiner Eltern nicht mehr herum kommt. Als er, zurück im Hotel, Ashleigh zusammen mit Vega im Fernsehen sieht, ist er davon überzeugt, dass seine Freundin ihn verlassen hat. So muss er sich eine Erklärung dafür ausdenken, warum er ohne sie zuhause auftaucht. Doch seine Lösung für die Situation hat nicht den gewünschten Erfolg, was zu einem unerwarteten Gespräch mit seiner Mutter führt.

Alle Figuren in A RAINY DAY IN NEW YORK ringen auf die eine oder andere Weise mit ihrer Identität. Gatsby hat dabei die offensichtlichsten Schwierigkeiten: er weiß schlicht noch nicht genau, wer er eigentlich ist. Derweil entpuppt sich seine Mutter (Cherry Jones) als vollkommen andere Person, als er immer gedacht hatte. Im Fall von Ashleigh werden wir immer wieder daran erinnert, dass auch ihre Identität noch nicht gefestigt ist: als sie auf Vega trifft, ist sie derart von seinem Ruhm verunsichert, dass sie sich nicht einmal an ihren eigenen Namen erinnert, und gleich zweimal im Film zückt sie ihren Führerschein um sich auszuweisen. Drehbuchautor Davidoff lebt unterdessen im Schatten von Regisseur Pollard, stets einen Schritt entfernt vom Ruhm des Auteurs. Pollard selbst hat unterdessen den Bezug zu dem Künstler verloren, der er einmal war, und Schauspieler Vega kämpft dagegen an, stets in einer bestimmten Schublade festzustecken.

Eng verknüpft mit diesem wiederkehrenden Motiv der Identität ist die Sehnsucht der Figuren, gesehen und wahrgenommen zu werden. Gatsby wünscht sich, dass seine Mutter erkennt und akzeptiert, wer er wirklich ist. Chan ist gekränkt, dass Gatsby sie früher nicht wahrgenommen hat. Vega trägt zunächst eine Maske, weswegen Ashleigh ihn erst erkennt, als er sie abnimmt. Und Gatsbys Mutter beschließt, dass es endlich an der Zeit ist, ihrem Sohn ihr wahres Ich zu zeigen. „Für diese Figuren ist es wichtig, dass die anderen durch ihre äußere Hülle hindurchsehen und erkennen, wer sie wirklich sind“, erklärt Allen. „So ist es ja oft im Leben. Man schwärmt für jemanden, doch der sieht einen einfach nicht. Nicht im körperlichen Sinne natürlich, sondern einfach, weil man scheinbar keinen bleibenden Eindruck im Leben des anderen hinterlässt.“
Passend zu diesen Bemühungen, um ihrer selbst willen erkannt zu werden, ist es ein Merkmal des visuellen Stils des Films, dass die Gesichter der Protagonisten häufig verdeckt oder im Schatten sind. So ist zum Beispiel im Fenster des Autos am Filmset im Greenwich Village eine Reflektion des Straßenbildes zu sehen statt der Gesichter von Gatsby und Chan im Inneren des Wagens. „Im Kino geht es darum, nicht immer alles eindeutig zu zeigen“, gibt Kameramann Vittorio Storaro zu Protokoll, der mit Woody Allen bereits bei CAFÉ SOCIETY und WONDER WHEEL zusammengearbeitet hat. „Es könnte in den meisten Fällen passender sein, dass die Charaktere von etwas verdeckt werden oder nur teilweise sichtbar sind. Man muss schließlich unterschiedliche Momente und Situationen schaffen, um das Interesse des Publikums aufrecht zu halten.“
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Donnerstag 21.11.2019
AMAZING GRACE
Ab 28. November 2019 im Kino
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1972 steht Aretha Franklin im Zenit ihrer Karriere. Doch nach 20 Studioalben, inklusive elf Nummer-eins-Hits, beschließt die Queen of Soul zu ihren musikalischen Wurzeln zurückzukehren: In der Missionary Baptist Church in Watts, Los Angeles, gibt sie zusammen mit dem Southern California Community Chor und der Gospellegende Reverend James Cleveland ein Konzert und lässt einen Mitschnitt für das Album aufnehmen. Das Ergebnis „Amazing Grace“ ist bis heute das meistverkaufte Gospelalbum aller Zeiten. Festgehalten wurde das Konzert von einem Filmteam unter der Regie von Sydney Pollack. Aufgrund technischer und juristischer Schwierigkeiten wurden die Aufnahmen jedoch nie öffentlich gezeigt. Erst jetzt, 47 Jahre später, erstrahlt der Film erstmals auf der großen Leinwand. 
 
Ein Film von Allan Elliott & Sydney Pollack
Mit Aretha Franklin, James Cleveland, C.L. Franklin, Mick Jagger, Alexander Hamilton, Southern California Community Choir u.a.


Der Film
Aretha Franklin befand sich noch in der Planung ihres neuen Albums als Warner Brothers bereits zustimmte, die Aufnahmen 1972 filmisch festzuhalten. Das Filmstudio hatte zuvor sehr gute Erfahrungen mit Konzertfilmen gemacht: Der Film WOODSTOCK von Michael Wadleigh brachte 1970 etwa 17 Millionen US-Dollar ein, während die Rechte am Film für nur 100.000 US-Dollar eingekauft worden waren. Warner Communications erhoffte sich von AMAZING GRACE den gleichen Erfolg.
Eigentlich sollte der Dokumentarfilmer Jim Signorelli für die Aufnahmen verantwortlich sein. Doch als Sydney Pollack in einer Besprechung mit dem Geschäftsführer von Warner Brothers, Ted Ashley, von dem Projekt erfuhr, wollte er es übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt war Sydney Pollack frisch für den Oscar® als bester Regisseur nominiert worden mit seinem Film NUR PFERDEN GIBT MAN DEN GNADENSCHUSS. Als er den Namen Aretha Franklin  hörte, unterschrieb er den Vertrag sofort.
Der Film wurde live in der Kirche von Gospellegende James Cleveland in Watts, Kalifornien, vor einem Publikum aufgezeichnet. „Amazing Grace“ sollte das meistverkaufte Album Franklins sowie das bekannteste Gospelalbum aller Zeiten werden. 
Jedoch wurde der Film nie in der Öffentlichkeit gezeigt.
 
Sydney Pollack war eigentlich Spielfilmregisseur und es daher gewohnt, dass Bild und Ton unabhängig voneinander aufgenommen und nachträglich synchronisiert werden. Nach den beiden erfolgreichen Aufnahmetagen verzweifelten die Cutter und Tonmeister, denn es gab keine Filmklappenoder andere Markierungen, um den Klang mit dem Bild zu synchronisieren. Pollack engagierte Lippenleser und Spezialisten, hatte aber auch damit kein Glück. Schließlich wurde das Projekt aufgegeben.
Erst nach 40 Jahren fanden Wexler, Alan Elliot und auch Pollack wieder zusammen. Gemeinsam baten sie Warner Brothers um die Genehmigung, mithilfe neuer digitaler Technologien die Audiospuren den Filmaufnahmen anzupassen und aus dem Rohmaterial einen Film zu erschaffen.
47 Jahre später bezeugt der Film die Größe und den Einfluss Aretha Franklins. AMAZING GRACE lädt das Publikum zu einer Reise in die Vergangenheit ein –  das Ziel ist einer der bedeutendsten Momente in der amerikanischen Musikgeschichte.


Das Album
Atlantic Records war das Zuhause von Ray Charles; Crosby, Stills and Nash (and Young); Led Zeppelin; Cream; Roberta Flack; John Coltrane und einer Vielzahl anderer Jazz-, R&B- und Pop-Künstler. The Coasters, The Drifters, Ruth Brown, Ray Charles, Solomon Burke, Otis Redding, Sam & Dave, Wilson Picket – sie alle stehen ganz oben auf der Liste der afroamerikanischen Stars, welche das Label zwischen 1950 und 1960 herausbrachte.
 
Aretha Franklin wurde zuerst bei Columbia Records von John Hammond unter Vertrag genommen und war damit Kollegin von Billie Holiday, Count Basie, Bob Dylan und Bruce Springsteen. Als ihr Erfolg bei Columbia jedoch ausblieb, unterzeichnete sie bei Atlantic Records. Unter der Leitung von Jerry Wexler begann sich ihre Karriere schließlich zu entfalten.      Ihre Reihe von Hits – „I Never Loved A Man“, „Respect“, „Baby I Love You“, „Chain of Fools“, „Think“, „Don’t Play That Song“ – hielt Atlantic Records an der Spitze der Pop- und R&B- Charts. 
Die Liebe zur Soulmusik, von den Supremes bis zu Al Green, hatte die Amerikaner über jegliche Grenzen hinaus vereint. Anfang der 1970er war die Bürgerrechtsbewegung jedoch zerrüttet, verbunden mit den Anschlägen auf Martin Luther King und Malcolm X. Dies führte zum Wachstum der Black-Power-Bewegung und zu einem zunehmenden Rückzug der Afroamerikaner – und ihrer Musik – aus der weißen Mainstreamkultur. Labels wie Atlantic Records (das 1970 Teil von Warner Communications wurde) sahen ihre Zukunft eher im explodierenden Markt für weiße Rockgruppen und Singer-Songwriter.
 
Im Jahr 1971 war Aretha Franklin bekannt als Queen of Soul. Sie und ihr Produzent Jerry Wexler von Atlantic Records entschieden jedoch, dass ihr nächstes Album sie zurück zur Musik ihrer Jugend führen sollte: In die Welt der amerikanischen Gospelmusik. Ihr eigener Vater C.L. Franklin war einer der bekanntesten Prediger und ein großartiger Sänger. Er tourte mit seiner Gospelshow durchs ganze Land und bezog dabei auch oft seine Tochter Aretha mit ein. So lernte sie direkt von den Großen: darunter Mahalia Jackson, Clara Ward und Sam Cooke.
„Amazing Grace“ erweist sich als ein bedeutender Teil der amerikanischen Musikgeschichte sowie als eine Hommage an den Gospel, der die amerikanische Musik in den 1960er Jahren stark beeinflusst hatte. Es ist Arethas wichtigstes Album und das meistverkaufte LiveGospelalbum aller Zeiten, das auch fast 50 Jahre nach seiner Veröffentlichung nichts an Reiz verloren hat.
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Donnerstag 14.11.2019
BITTE NACH MITTE!
Ab 21. November 2019 im Kino
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Eine Schauspielschule im Umbruch. Ist ein Spiegel der Zeit. Ob Drittes Reich, Gründung der DDR oder die Wende, immer hat das auch Einfluss auf die auszubildenden Schauspieler und Schauspielerinnen. „Die Schauspielschule Ernst Busch“ ist ein Film hinter die Kulissen der Geschichte und unter die Bretter, die die Welt bedeuten.
30 Jahre Mauerfall – das sind auch 30 Jahre Geschichte der „Ernst Busch“, der renommiertesten Schauspielschule Deutschlands. Die Jahre während des Mauerfalls stehen im Zentrum des Films. Die Geschichte und Geschichten erzählen die Absolventen selbst: u.a. Leander Haußmann, Lars Eidinger, Nina Hoss, Mark Waschke, Thomas Ostermeier und Rainald Grebe.
Nach der „Wende“ sollte diese Institution aus dem Osten der Stadt abgewickelt werden. Dann kämpften Studierende und Dozenten. Was klein und aussichtslos begann, wurde schließlich nach 30 Jahren zum triumphalen Erfolg:  Die „Ernst Busch“ steht heute als Neubau in Berlin Mitte.
Happy End!

Ein Film von Anne Osterloh

Im Sommer 2018 ist es soweit. Die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ zieht nach Berlin Mitte. Kurz vor ihrem Auszug verfolgen wir in unserem Dokumentarfilm die Geschichte der ältesten deutschen Schauspielschule.

Woher kommt ihr Mythos? Wie sind Schule und Studiengänge gewachsen. Und vor allem welche Geschichte hat sie. Wie hat sie sich in Zeiten des Wandels positioniert. Woher kommt sie und wohin geht sie? Den Umzug der Schauspielschule nehmen wir zum Anlass, zu erinnern und vorauszuschauen. Von 2017-1905.

Wir hören Geschichten von Lehrenden, Studentinnen und Studenten und Absolventeninnen und Absolventen, die nun Stars sind. Und, dass Schauspielen, immer ein Abbild der Gesellschaft ist.
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Donnerstag 07.11.2019
SMUGGLING HENDRIX
Ab 14. November 2019 im Kino
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Nikosia, Zypern 2018: Das Leben von YIANNIS (Adam Bousdoukos), einem erfolglosen griechisch-zypriotischen Musiker, hat sich nicht so entwickelt, wie er es sich vorgestellt hatte. Von seiner Freundin verlassen, nicht in der Lage, seine Miete zu zahlen, spürt er zudem den Atem seiner Gläubiger im Nacken. Er entschließt sich, die Insel ein für alle Mal mit seinem einzigen treuen Freund und geliebten Hund JIMI zu verlassen. Der Plan von Yiannis wird jedoch gefährdet, als Jimi drei Tage vor seiner geplanten Abreise davonläuft und die UN-Pufferzone zu der von der Türkei kontrollierten Seite der Insel überquert. Als er Jimi endlich wiederfindet, wird er mit einem absurden Gesetz konfrontiert, das den Grenzübertritt für Tiere verbietet. Yiannis sitzt in der Klemme und muss eine Alternative finden, wie er seinen Hund zurückbringen kann. Er lernt HASAN (Fatih Al) kennen, der auf der anderen Seite der Grenze lebt und der ihm dabei helfen will, Jimi zurück zu schmuggeln – doch die Uhr tickt…

Ein Film von Marios Piperides
Mit Adam Bousdoukos, Fatih Al, Vicky Papadopoulou, Özgür Karadeniz u.a.


Kommentar des Regisseurs
Ich wuchs in einer ziemlich konventionellen griechisch-zypriotischen Umgebung auf, unmittelbar nach der türkischen Invasion im Jahr 1974. Ich war umgeben von Geschichten über „die Türken“, diesen Feind, der Mord und Barbarei über unsere Gesellschaft gebracht hatte – eine Wahrnehmung, die sich während meines Wehrdienstes Mitte der 90er Jahre noch verstärkte. Jahrelang konnte ich die Dächer der „anderen Seite“ von Nikosia und die Berge dahinter sehen, konnte das Rufen zum Gebet in der Moschee hören und die türkischen Soldaten auf ihren Posten beobachten. Aber während ich in der Lage war, dies alles aus der Ferne zu beobachten oder die Geschichten zu hören, die man sich erzählte, war nichts davon Teil meines eigenen, physischen Erlebens. Meinen Eindruck vom türkischen Teil Nikosias hatte ich lediglich über Familiengeschichten, von Lehrern und aus den Medien erhalten.
Jahre später, 2003, wurde der erste Checkpoint zwischen den beiden Seiten eröffnet, was mir erlaubte, den Teil meiner Heimat zu besuchen, den ich die ersten drei Jahrzehnte meines Lebens nur aus anderer Leute Erzählungen kannte. Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich die Grenze überschritt. Alles war anders und seltsam, aber gleichzeitig vertraut: die Plätze, die Gebäude, die Architektur, die Gerüche, die Menschen. Eine unbequeme, vertraute Fremdheit.
In den folgenden Jahren hatte ich die Gelegenheit, die andere Seite hautnah zu erleben, persönliche und berufliche Bindungen zu denen aufzubauen, die unsere Insel mit uns teilen.  Das hat mein eigenes Leben bereichert, und ich begann einiges von dem zu hinterfragen, womit ich aufgewachsen war. Die persönlichen Geschichten, die ich erfahren durfte, waren sehr unterschiedlich: von äußerst tragisch bis regelrecht absurd. Das löste in mir den Wunsch aus, mit einem Film eine Story zu erzählen, die beide Seiten einfängt.
So entstand SMUGGLING HENDRIX, eine Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Dass ein Mann so treu an seinem Hund hängt, ist ein unbeschwerter Einstieg, der die Diskrepanz zu den ernsteren Themen ausgleichen kann. Im Kleinen spiegelt die Handlung die komplexe soziale Dynamik der heutigen Zeit wider: die geteilte Insel Zypern, die rechtlichen Probleme mit verlorenem Besitztum und das heikle Thema der türkischen Siedler, die all die Jahre nie ein Gesicht erhalten haben und von Politikern beider Seiten als Verhandlungsmasse benutzt wurden.


Adam Bousdoukos
Adam Bousdoukos hatte seine erste große Rolle neben Mehmet Kurtulus als der chaotische Costa in Fatih Akins spannendem Debüt KURZ UND SCHMERZLOS (1998), das ihn über Nacht berühmt machte. Für seine darstellerische Leistung in diesem Film bekam er den Bronzenen Leoparden in Locarno und später auch den Adolf-Grimme-Preis. Er wirkte in weiteren Filmen des gefeierten Regisseurs mit, darunter in GEGEN DIE WAND (2004) und SOUL KITCHEN (2009), wofür er am Drehbuch mitgeschrieben hatte. Dieser Film wurde bei den 66. Filmfestspielen in Venedig mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet. Zuletzt agierte er in Akins AUS DEM NICHTS (2017) und DER GOLDENE HANDSCHUH (2019). In weiteren Filmen war er u. a. in Aaron Lehmanns HIGHWAY TO HELLAS (2014), Alexis Alexious MITTWOCH 04:45 (2015) und Florian Ross’ VIELMACHGLAS (2018) zu sehen.


Fatih Al
Fatih Al ist in Ankara geboren und aufgewachsen. In den letzten 15 Jahren hat er sich als versierter und vielseitiger Schauspieler etabliert, der mit großer Bandbreite in Theaterstücken, Filmen und Fernsehserien in Erscheinung trat. Er hatte eine Hauptrolle in der 2011er Staffel von MAGNIFICENT CENTURY, einer der beliebtesten türkischen Fernsehserien aller Zeiten.
Seine Filmographie umfasst u.a.:
Ümit Inals SOFRA SIRLARI (2018),
THE VISITOR (2015) von Mehmet Eryilmaz,
DAIRE (2014) von Atıl İnanç, für die Fatih Al beim Ankara International Film Festival den Preis als bester Schauspieler erhielt und
OUR GRAND DESPAIR (2011) des verstorbenen Regisseurs Seyfi Teoman, der damit für den Goldenen Bären der Berlinale nominiert war.


Vicky Papadopoulou
Vicky Papadopoulou ist in Athen geboren und aufgewachsen. Seit 2003 arbeitet sie kontinuierlich als Schauspielerin für Theater, Kino und Fernsehen. Sie hatte bereits Engagements am National Theatre of Greece, dem Karolos Koun Art Theatre und dem italienischen Piccolo Teatro di Milano, wo sie mit Regisseur Bob Wilson an der Produktion von „Odyssey“ mitwirkte.
Papadopoulou wirkte auch in folgenden Spielfilmen mit:
THE REPUBLIC (2015) von Dimitris Tzetzas,
STRATOS (2014) von Yannis Economides, für den sie den Preis der Griechischen Akademie als beste Nebendarstellerin erhielt,
CHRISTMAS TANGO (2011) von Nikos Koutelidakis,
KLEINE VERBRECHEN (2008) von Christos Georgiou und
DYING IN ATHENS (2006) von Nikos Panayotopoulos.
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