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1. Gekreuzigter
2. Gegen den Strom
3. Museum Fürstenfeldbruck: non konform – Autark und eigenständig
4. Bernried: Das Buchheim Museum geht online
5. Fürstenfeldbruck: WETTER UND MENSCH – Wetterkundliche Studien
6. München Lenbachhaus: Restitution von 16 Zeichnungen Alfred Kubins
Bilder
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Samstag 04.04.2020
Gekreuzigter
Bruno Konrad
Gegen den Strom, 1984
Siebdruck, 56 x 46cm



Bruno Konrad (* 13. Dezember 1930 in Kaunas, Litauen; † 25. März 2007 in Höckendorf bei Dresden) war ein deutscher Maler und Grafiker. Von 1985 bis 1994 war er Professor für Grafik.
Leben

Nach dem Erlernen des Bäckerhandwerks und einer kurzen Tätigkeit als Plakatmaler ging er 1954 nach Dresden und bereitete sich an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät auf ein künstlerisches Studium vor. 1957 bis 1962 studierte er Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Er erhielt 1963 den Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau. Nach seinem Studium arbeitete er zwei Jahre als freischaffender Künstler und dann als Aspirant bei Rudolf Bergander. Anschließend lehrte er seit 1965 an seiner ehemaligen Ausbildungsstätte. 1985 wurde er zum Professor für Grafik berufen. Als Dozent sowie als Mitglied der Prüfungskommission war er auch für das Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie in Bochum tätig.

Ab 1994 ging Konrad in den Ruhestand und lebte in Höckendorf. Dort engagierte er sich im ortsansässigen Kulturverein. Konrad starb 2007. Sein Grab befindet sich auf dem Loschwitzer Friedhof in Dresden.
Ausstellungen

Einzelausstellungen mit seinen Werken fanden in Dresden, Ahrenshoop, Dippoldiswalde und Wachenheim an der Weinstraße statt.

Auf internationalen Ausstellungen war er in Zwickau, Warschau, St. Petersburg, Algerien, Hefei (China), Wien, Hamburg, Emden und Bochum vertreten.

(Quelle: Wikipedia)
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Freitag 20.03.2020
Gegen den Strom
Bruno Konrad
Gegen den Strom, 1984
Siebdruck, 56 x 46cm



Bruno Konrad (* 13. Dezember 1930 in Kaunas, Litauen; † 25. März 2007 in Höckendorf bei Dresden) war ein deutscher Maler und Grafiker. Von 1985 bis 1994 war er Professor für Grafik.
Leben

Nach dem Erlernen des Bäckerhandwerks und einer kurzen Tätigkeit als Plakatmaler ging er 1954 nach Dresden und bereitete sich an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät auf ein künstlerisches Studium vor. 1957 bis 1962 studierte er Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Er erhielt 1963 den Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau. Nach seinem Studium arbeitete er zwei Jahre als freischaffender Künstler und dann als Aspirant bei Rudolf Bergander. Anschließend lehrte er seit 1965 an seiner ehemaligen Ausbildungsstätte. 1985 wurde er zum Professor für Grafik berufen. Als Dozent sowie als Mitglied der Prüfungskommission war er auch für das Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie in Bochum tätig.

Ab 1994 ging Konrad in den Ruhestand und lebte in Höckendorf. Dort engagierte er sich im ortsansässigen Kulturverein. Konrad starb 2007. Sein Grab befindet sich auf dem Loschwitzer Friedhof in Dresden.
Ausstellungen

Einzelausstellungen mit seinen Werken fanden in Dresden, Ahrenshoop, Dippoldiswalde und Wachenheim an der Weinstraße statt.

Auf internationalen Ausstellungen war er in Zwickau, Warschau, St. Petersburg, Algerien, Hefei (China), Wien, Hamburg, Emden und Bochum vertreten.

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Bilder
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Mittwoch 11.03.2020
Museum Fürstenfeldbruck: non konform – Autark und eigenständig
Fürstenfeldbruck. Kunst hat in jeder absolutistischen Gesellschaft einen ganz außergewöhnlichen Stellenwert. Es gibt hier zum einen die staatsnahe und dementsprechend auch geförderte Szene. Sie zeichnet sich gegenüber den Machthabern durch wohlwollende bis propagandistische Inhalte aus, die den ideologischen Richtlinien entsprechen und die Sicht- und Handlungsweisen der Regenten unterstützen.
Und es gibt eine inoffizielle Szene, die sich unangepasst und individuell ausdrückt und sich im äußersten Fall als eine Art Gegenbewegung zur sogenannten Staatskunst versteht. Neben dem rein künstlerischen Ausdruck finden dabei sehr oft auch kritische, unangepasste oder aufklärerische Inhalte ihren Platz.
Noch bis zum 19. April ist im Museum Fürstenfeldbruck die überaus interessante Schau  „non konform – Russische Kunst aus der Sammlung Breitscheidel“ zu sehen. Im Kunsthaus sind 80 Werke von neun Künstlern ausgestellt, deren Sozialisation zum Großteil in der UdSSR stattfand und die entsprechend mit der kommunistischen Gesellschaft hautnah konfrontiert waren und auch heute wieder als Außenseiter im heimischen Kunstbetrieb gelten.
Zusammengetragen hat diese Arbeiten Lusine Breitscheidel, als Tochter eines Künstlers im heutigen Armenien geboren und seit Jahren in Fürstenfeldbruck lebend.
Bei den Arbeiten handelt es sich fast ausschließlich um sehr persönliche künstlerische Reflexionen, also weder um staatsnahe, noch im deutlichen Widerspruch zur Staatsmacht stehende Bilder. Und im Grunde ist es genau diese Perspektive, die der Ausstellung einen ganz besonderen Reiz gibt. Denn von diesen Künstlern weiß man im Westen so gut wie nichts.
Bekannt geworden sind aus vergangener Zeit die Maler, die sich mit dem Regime kritisch auseinandergesetzt haben, die eingesperrt wurden, die in den Westen übergesiedelt sind. Andere Künstler hatten kaum eine internationale Reputation und waren somit für den Rest der Welt unsichtbar und namenlos.
Der Blick, den das Fürstenfeldbrucker Museum in diese Kunstszene ermöglicht, zeigt einen sehr modernen Ansatz. Dabei wirkt viel von dem Ausgestellten wirkt autark, eigenständig, individualistisch – eben nonkonformistisch. Zwar haben Maler wie Valery Valius, Nikita Knitka oder Vladimir Kurdyukov die Geschichte der internationalen Kunst als auch die der Moderne leidenschaftlich studiert. Doch ihre Entwicklung, die Auseinandersetzung mit Themen und Sujets fand abseits der großen Ausstellungen und Biennalen, fern von westlichen Diskussionen und Moden statt. All diese Maler gingen letztendlich eigene Wege und kamen entsprechend diesem sehr subjektiven, fast privaten Ansatz zu völlig eigenständigen Aussagen. Diese haben nur ganz am Rande etwas mit dem sogenannten Sozialistischen Realismus zu tun, sieht man einmal davon ab, dass sich ihr Leben zum Großteil in der sozialistischen Realität abspielte. Aber genau dies ist auch der Grund, warum sie im eigenen Land isoliert waren, außer in Freundes- und Bekanntenkreisen kaum Möglichkeiten bekamen, offiziell für ihre Kunst zu werben.
Das Ergebnis dieses intensiven Prozesses, als ein Ausdruck ihrer Lebens- und Denkweise, ist ausgereift. Allein die Bilder von Nikita Knitka, der schon kurz nach seiner Geburt an zerebraler Kinderlähmung erkrankte und im letzten Jahr erst 40jährig verstarb, sind eine kleine Sensation. Inspiriert von Romanen der Weltliteratur und mit religiösen Themen sind in ihrer expressiven Formensprache und Farbe eine individuelle Welt für sich. Schrundige Oberflächen, pastellene Töne und scharfe Konturen geben den kraftvollen Bildern Leidenschaft und Sehnsucht.
Oder Vladimir Kurdyukovs, der Vater von Nikita Knitka und seine Bezüge zu Don Quijote. Cervantes Ritter von der traurigen Gestalt scheint in seinem Idealismus und dem vergeblichen Kampf eine zentrale Rolle in der geistigen Auseinandersetzung vieler Maler zu sein. Hier finden sie ein Gleichnis, eine Metapher, die ihrer Persönlichkeit entspricht und die ihr ganz individuelles Schicksal symbolisiert. Diese für sie unglaublich wichtigen, fundamentalen Helden der Kunstgeschichte sind es, die ihnen als Kraftquelle für alles Schöpferische dienen und uns heute und hier beseelte Bilder bescheren.
Jörg Konrad

Abbildungen:

Nikita Knikta
Ich, 2003
Sammlung Breitscheidel
Fotografie: Wolfgang Pulfer

Alexander Ossipov
Die Parabel über den Fischer, 2010
Sammlung Breitscheidel
Fotografie: Wolfgang Pulfer
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Sonntag 29.09.2019
Bernried: Das Buchheim Museum geht online
Bilder
Die Sammlung des Buchheim Museums geht online! Ab Montag(30. September 2019) 11 Uhr sind die ersten 104 Werke unter der Adresse sammlung.buchheimmuseum.de zu sehen. Die Seite ist auch über buchheimmuseum.de ansteuerbar. Es werden kontinuierlich weitere Werke eingestellt. Ziel ist es, die Sammlung umfassend mit ihren Werktiteln im Internet zugänglich zu machen. 
Ohne Einschränkungen kann die Online Plattform privat und wissenschaftlich genutzt werden.
Anlass ist die Halbzeit des Projektes zur Provenienzforschung am Buchheim Museum. Die ersten beiden Jahre dieses umfangreichen Forschungsvorhabens wurden durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste und die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern gefördert. Nun geht es mit der Förderung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste für weitere zwei Jahre in die Verlängerung. Zunächst gehen Objekte ins Netz, für welche die Provenienzrecherchen für die Zeit zwischen 1933–1945 abgeschlossen werden konnten. Weitere Ergebnisse werden kontinuierlich bis zum Ende des Projektes online gestellt.
Das Buchheim Museum gewährt nun den Blick hinter die Kulissen, barrierefrei und weltweit zugänglich. Das ist eine Pionierleistung für ein nichtstaatliches Museum! Die »Sammlung Online« wächst beständig und soll nicht nur Plattform für Fachpublikum sein. Von der einfachen bis zur Expertensuche lassen sich Werkübersichten und detaillierte Objektdaten, Hintergrundinformationen und die Ergebnisse unserer Forschung finden. Alle Werke werden im Bild präsentiert, ohne Passepartout und oft auch von der Rückseite.
Jeder findet Antworten auf Fragen wie: Wann hat Lothar-Günther Buchheim begonnen zu sammeln? Wer ist die verführerische Frau auf Kirchners »Akt auf blauem Grund«? Kann ich den »Waldteich« von Erich Heckel sehen, wenn ich nach Bernried komme und in welchem Saal hängt er? Wie sieht eigentlich die Rückseite der »Weiden« von Karl Schmidt-Rottluff aus? Wer hat den Kriegszyklus von Otto Dix veröffentlicht?
Es gibt viel zu entdecken und zu lernen!

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung (Vorschau PAULA MODERSOHN-BECKER - Ausstellung
Vom 16. November 2019 bis 15. März 2020

- Paula Modersohn-Becker,
Mädchenakt mit Blumenvase, 1907,
Öl auf Leinwand, 89 x 109 cm,
Von der Heydt-Museum Wuppertal
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Dienstag 09.07.2019
Fürstenfeldbruck: WETTER UND MENSCH – Wetterkundliche Studien
Bilder
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Fürstenfeldbruck. Das Wetter ist weit mehr als eine (durch angepasste Kleidung) zu ertragende Begleiterscheinung unseres Lebens. Es formt, beglückt oder erschüttert die Welt – seitdem sie besteht. Es beeinflusst das Gemüt und löst Katastrophen aus, es ist der Ausgangspunkt für Moden und der Inhalt unzähliger Gespräche, es verhindert Expeditionen und ermutigt zu Ausflügen, es schafft ausreichend Nahrung und ist die Grundlage wissenschaftlicher Forschung und politischer Diskussionen. Es löst Emotionen aus und es ist die Vorstufe fast aller künstlerischen Betrachtungen und Darstellungen, sofern sich diese in der Natur abspielen. Kurz: Das Wetter ist für den Menschen existenziell. Und daraus folgt wiederum: Alle reden vom Wetter – auch wir und zu Recht.

Wetter und Mensch“ lautet der Titel einer noch bis zum 24. November 2019 laufenden Ausstellung im Museum Fürstenfeldbruck . Ein dankbares, ein vielfältiges Thema, auf das die Museumsleiterinnen Angelika Mundorff und Dr. Barbara Kink setzen. Und es bleibt dabei nicht allein bei einem Blick zurück in die Jahrhunderte, als die Landschaftsmalerei von Sonne, Sturm und Regen geprägt war. „Wetter und Mensch“ schafft einen großen, das  Leben umspannenden und von Verantwortung geprägten Bogen, der die ersten Wetteraufzeichnungen der Region und Wetterphänomene als Gottesstrafen ebenso einbezieht, wie Maler vom Format eines Carl Spitzweg, Carl Rottmanns oder Hermann Lindes. Gleichzeitig ermöglicht die Ausstellung einen kleinen Überblick über die Unwetterkatastrophen im Landkreis, bis hin zur gegenwärtige Sorge um das Fortbestehen der Menschheit, als eine Folge des globalen Klimawandels. Es sind eine Menge Themen, die in Fürstenfeldbruck unter dem schützenden Dach des Wetters zusammenfinden.
Gleichzeitig aber ist diese Auseinandersetzung auch notwendig, um den Kern des Themas zu erfassen und die Auswirkungen einer Klimakatastrophe wenigstens ansatzweise zu verstehen.

Im wissenschaftlichen Teil der Ausstellung steht zu Anfang die Person des letzten Fürstenfelder Abt Gerard Führer, der in den Jahren seiner kirchlichen Leitungsaufgaben (1796–1803) erste wetterkundliche Studien durchführte. Zu sehen sind in „Wetter und Mensch“ Führers originalen Handschriften, Meteorologische Tabellen (Notenblättern ähnlich), die er mit Akribie führte und der Bayrischen Akademie der Wissenschaften vorlegte
 
„Wetterphänomene in der Kunst“ beinhaltet dann eine Vielzahl von künstlerischen Arbeiten, die sich auf vielfältige Weise mit den Wirkungen des Wetters auf den Menschen beschäftigen.
In jeder Form der Landschaftsmalerei ist die vom Wetter abhängige Dialektik zwischen Künstler und Objekt deutlich spürbar. Oder anders: ohne Wetter keine Landschaftsmalerei. Der Maler gibt bei allem was er künstlerisch schafft in diesem Metier zugleich auch Auskunft über die Beschaffenheit der (meteorologischen) Welt. Egal ob es sich um einzelne Motive (Bäume, Himmel, Seen), ob es sich um das Licht(!) oder um den Ausdruck der Stimmung eines Bildes handelt. Die Jahreszeiten sind nun einmal wetterabhängig.
Wie diese Phänomene vom Maler bewusst oder unbewusst in Szene gesetzt werden, ob der Künstler entsprechend der Epoche, in der er lebte, sich deutlicher oder hintergründiger mit den meteorologischen Gegebenheiten auseinandersetzte, ist natürlich von Werk zu Werk verschieden.

Der dritte Teil der Ausstellung gehört dann den Wetterereignissen, Wetterkapriolen, Wetterkatastrophen, mit denen zum einen die Menschheit immer wieder zu kämpfen hat und die zum anderen speziell anhand von realen Geschehnissen innerhalb der Region betrachtet werden. Hier finden bäuerliche Votivtafeln ebenso Eingang, wie kriegsentscheidende Wetterphänomene aus der Geschichte bis hin zum Amperhochwasser der letzten drei Jahrhunderte.

So schlägt die Ausstellung „Wetter und Mensch“ auf interessante und sehenswerte Weise Brücken von Regionalem zu Überregionalem, von individuell Gefühltem zu real Geschehenem. Kunst schafft Wirklichkeit und umgekehrt und verändert dabei jede Form, so dass neue Perspektiven entstehen können.
Die Ausstellung „Wetter und Mensch“ im Museum Fürstenfeldbruck ist noch bis zum 24. November zu sehen.
Jörg Konrad

Abbildungen:

Julius Exter (1863-1939)
Heranziehendes Gewitter
Mischtechnik auf Pappe, 21x30 cm
Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

Carl Spitzweg (1808-1885)
Institutsspaziergang, Studie, 1859/60,
l. u. bez. Nachlaßstempel
WWV 1167, Öl auf Karton, 17,
8x28,8 cm
Privatbesitz
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Mittwoch 15.05.2019
München Lenbachhaus: Restitution von 16 Zeichnungen Alfred Kubins
Bilder
Das Lenbachhaus München hat am 15. Mai 2019 sechzehn Zeichnungen des österreichischen Künstlers Alfred Kubin (1877–1959) restituiert. Proaktive Recherchen des Lenbachhauses hatten ergeben, dass die Blätter dem Ehepaar Maximilian und Hertha Morgenstern NS-verfolgungsbedingt entzogen wurden. Grundlage für die Restitution der Zeichnungen sind die Grundsätze der Washingtoner Konferenz von 1998 in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden. Die Landeshauptstadt München bezieht diesbezüglich eine klare Position: Das Unrecht, das während des „Dritten Reichs“ begangen wurde, darf sich nicht wiederholen. Die öffentliche Hand setzt sich daher nachdrücklich dafür ein, geraubte Kunstwerke zu identifizieren, die Vorkriegsbesitzer bzw. deren Nacherben zu ermitteln und eine gerechte und faire Lösung zu finden. Die 16 Zeichnungen von Alfred Kubin stammen ursprünglich aus der Wiener Kunstsammlung von Maximilian und Hertha Morgenstern und gelangten durch den Hamburger Apotheker und Sammler Kurt Otte (1902–1983) in die Sammlung des Lenbachhauses. Bei Maximilian Morgenstern handelt es sich um einen der wichtigsten Sammler von Alfred Kubin. Morgenstern und Kubin kannten sich seit ca. 1911/1914 und waren bis zu Maximilian Morgensterns Tod 1946 freundschaftlich verbunden.

Im Juni 1938, drei Monate nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938, schrieb Hertha Morgenstern an Otte, dass sie Zeichnungen aus ihrer Sammlung veräußern wolle. Sie bezog sich in ihrem Schreiben auf frühere Gespräche mit Otte, in denen dieser sein Interesse an den Zeichnungen bekundet hatte. Ihr Ehemann Maximilian Morgenstern war offensichtlich nicht in Wien anwesend. Hertha Morgenstern hat diesen Verkauf nur wenige Wochen vor dem Inkrafttreten der zwangsweisen „Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden“ getätigt, vermutlich um einer Schätzung und späteren „Beschlagnahme“ dieser Objekte zu entgehen. Sie sprach auch von drückenden Steuern, womit die „Reichsfluchtsteuer“ gemeint war, die den zur Emigration gezwungenen Personen auferlegt wurde. Im Juni 1938 sendete Hertha Morgenstern 44 Zeichnungen zur Ansicht nach Hamburg, von denen Otte 20 Zeichnungen auswählte. Otte bedauerte ihr gegenüber die Umstände des Verkaufs und bot ihr 30 RM pro Zeichnung an, insgesamt also 600 RM. In Hertha Morgensterns „Vermögensanmeldung“ vom 14.7.1938 wurden andere, nicht näher bezeichnete Zeichnungen von Kubin allerdings mit je 75 RM bewertet. Generell erfolgte der Verkauf zu einem Zeitpunkt, als eine freie Verfügung über den Kaufpreis nahezu ausgeschlossen war. Wenige Wochen später, Ende Juli 1938, schrieb Maximilian Morgenstern an Kurt Otte, dass er die Blätter gar nicht hatte verkaufen wollen und dass er bedauere, dass seine schöne Sammlung nun derart zerrissen sei. Unklar bleibt, was mit den restlichen 24 Zeichnungen geschah. Dem Ehepaar Morgenstern gelang 1939 die rettende Flucht nach Großbritannien, wo Maximilian Morgenstern 1946 verstarb.

Das Lenbachhaus hat das Kubin-Archiv von 1971 bis 1983 als wichtige Ergänzung zur Sammlung des „Blauen Reiter“ direkt von Kurt Otte angekauft. Otte hatte das Archiv seit den frühen 1920er Jahren in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler aufgebaut. Bei Abschluss der Sammeltätigkeit handelte es sich um das größte Einzelarchiv zu einem bildenden Künstler dieser Generation. Das äußerst umfangreiche Archiv umfasst unter anderem Zeichnungen, Mappenwerke, lithographische Werke, Tagebücher, Briefe, Fotografien und Tonbänder von und über Alfred Kubin sowie Grafiken anderer Künstlerinnen und Künstlern. Bestandteil des Kubin-Archivs waren die vorgenannten 16 Kubin-Zeichnungen. Unklar ist der Verbleib der vier weiteren von Kurt Otte aus der Sammlung Morgenstern ausgewählten Kubin-Zeichnungen. Sie wurden nicht an das Lenbachhaus weitergegeben. Insgesamt galt die Provenienz der Objekte des Kubin-Archivs zum damaligen Zeitpunkt, 1971, als unbedenklich. Es handelte sich um einen gutgläubigen Erwerb.

Im Zuge der systematischen und proaktiven wissenschaftlichen Überprüfung des Sammlungsbestandes konnte nun herausgefunden werden, dass die Kubin-Zeichnungen Maximilian und Hertha Morgenstern 1938 NS-verfolgungsbedingt entzogen wurden. Nach Abschluss der Recherchen konnte gemeinsam mit den Nachkommen eine faire und gerechte Lösung im Sinne der Washingtoner Prinzipien gefunden und die vorgenannten Kunstwerke an die rechtmäßigen Nacherben restituiert werden.

Quelle:
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

Abbildung:
Alfred Kubin
Der Vogel im Walde, 1904
Kleisterfarben
Kub 285
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