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1. Elina Duni „Lost Ships“
2. J. Peter Schwalm & Arve Henriksen „Neuzeit“
3. Sinfonieorchester Basel „Live From Stadtcasino Basel – Beethove...
4. Dino Saluzzi „Albores“
5. Mulo Francel „Crossing Life Lines“
6. Anja Lechner & Francois Couturier „Lontano“
Montag 30.11.2020
Elina Duni „Lost Ships“
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Charles Aznavour ist, neben seinen schauspielerischen Talenten, für die meisten der Inbegriff des französischen Chansonniers. Als ewiger Botschafter Frankreichs stand „der kleine Grandseigneur“ mit der großen Stimme auch in über siebzig Filmen vor der Kamera. Erst als er vor zwei Jahren starb, wurde vielen wieder bewusst, das Schahnur Waghinak Asnawurjan, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, im Grunde armenischer Abstammung war.
Für Elina Duni, die in der Schweiz lebende Sängerin mit albanischen Wurzeln, Grund genug, auf ihrem neuen Album „Lost Ship“ einen Song Aznavours in ihr Repertoire aufzunehmen. „Hier Encore“ ist der melancholisch angehauchte Blick eines alternden Menschen zurück in seine Jugend, als er die schier endlos erscheinende Kraft und den grenzenlosen Tatendrang eines Halbwüchsigen wie nebenher noch verschwendete. Elina Duni bringt in dieser Ballade in der sparsamen Begleitung von Gitarrist Rob Luft ihre ganze empathische Leidenschaft zum Ausdruck. Stolz und Trauer, Natürlichkeit und Hingabe, Geschmeidigkeit und Fragilität halten sich die Waage. Es ist eine Interpretation, die ihren Reiz aus der Einfachheit bezieht. Hier zeigt sich Elina Duni nicht als eine stimmlich virtuose Künstlerin, oder von den einschlägigen Jazz-Diven beeinflusste Sängerin. Ganz leise und unscheinbar kommt dieser Song daher, fast intim.
Das heißt aber nicht, dass sie während des gesamten Vortrags nicht auch der einen oder anderen kräftiger interpretierten Note den Vorzug gäbe. Aber in derartigen Fällen handelt es sich nur um kurze Momente, die sie sofort mit entgegengesetzten Gestaltungsmitteln wieder ausgleicht. Im Changieren unterschiedlicher Resonanzen bekommen ihre Songs diesen lebendigen, mitfühlenden Charakter. Weitab jeder Sentimentalität.
Nein, ein Paradiesvogel ist Elina Duni ganz sicher nicht. Ihre künstlerische Präsenz unterfüttert sie mit einer schlichten, reduzierten, einprägsamen Sangeskunst. Etliche Titel auf „Lost Ship“ hat sie gemeinsam mit ihrem Gitarristen Rob Luft geschrieben. Es sind Titel, in denen sie gesellschaftliche Konflikte und manch eigene schmerzliche Erfahrung verarbeitet hat und sie hier deutlich artikuliert. Und dabei ist es wichtig, bei sich zu bleiben, das eigene Wesen in das Zentrum zu stellen. Von dieser Glaubwürdigkeit zehrt ihre Kunst.
Hinzu kommen Bearbeitungen italienischer und nordamerikanischer Folklore und natürlich wunderbar stimmige Traditionals ihrer Heimat Amenien.
Dass sie tatsächlich auch eine Nummer von Frank Sinatra im Programm hat, verwundert zumindest in der Theorie. Hört man dann „I'm A Fool To Want You“, natürlich ohne dieses überarrangierte, zum dahinschmelzen strapazierte Streichorchester, klingt der Song aus dem Mund von Elina Duni völlig logisch. Man würde denken, er sei ihr wie auf die Seele geschrieben. Und damit kann man ihr eigentlich nur das schönste Kompliment überhaupt machen: Egal was sie singt, immer bleibt sie bei sich, ist ihre Persönlichkeit zu spüren, bekommt der Song eine ganz individuelle Note.
Jörg Konrad

Elina Duni
„Lost Ships“
ECM
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Mittwoch 25.11.2020
J. Peter Schwalm & Arve Henriksen „Neuzeit“
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„Neuzeit“ - der Titel  ist Programm. J. Peter Schwalm schrieb im Februar dieses Jahres, als das Leben in den urbanen Metropolen weltweit zum erliegen kam, als die ersten Menschen an Covid19 erkrankten und starben, als die vergleichenden Statistiken begannen die Nachrichtensendungen zu dominieren, die ersten Stücke für dieses Album. Ihm war es klar, dass ein neues Zeitalter anbrechen würde. Die sich rasend schnell ausbreitende Pandemie, die Wahrscheinlichkeit des Klimawandels, die populistischen Verschrobenheiten von Führungspolitikern bestimmen bis heute den Zeitgeist. In welche Richtung entwickelt sich die Menschheit? „Es gibt Möglichkeiten, die Dinge in Ordnung zu bringen“, meint der elektroakustische Komponist, der durch seine jahrelange Zusammenarbeit mit Brian Eno bekannt wurde. „Natürlich hat immer alles eine dunkle Seite.“
Für sein Projekt „Neuzeit“ nahm Schwalm Kontakt mit dem Trompeter, Perkussionisten und Sänger Arve Henriksen auf. Der Norweger hat schon in der Vergangenheit bemerkenswerte Aufnahmen eingespielt. Neben etlichen Produktionen unter eigenem Namen, die überwiegend im Grenzbereich von Elektronik, Jazz, Klassik und Folklore angesiedelt sind, ist er auch Gründungsmitglied des seit über 20 Jahren bestehenden Free-Space-Ambient-Projekts Supersilent.
Beide, Schwalm und Henriksen, finden auf „Neuzeit“ geistesverwandt zueinander. Sie verbinden ihre Lebenseinstellungen und musikalischen Horizonte und schaffen weit mehr als einen Sound-Kommentar in diesen instabilen Zeiten. Ausgehend davon, dass es für diese Aufnahmen keine persönlichen Kontakte gab, lebt das Album trotzdem von einer sehr persönlichen, lebendigen Wärme. Auch wenn das Mahnende, das Nachdenkliche, wie auch das Zweifelnde in allen acht Stücken deutlich zu spüren ist, vermittelt ein Großteil der Musik Zuversicht, einer vom Humanismus und Klangideal gespeisten Zuversicht.  
Denn aus den dunkel gefärbten Soundcollagen wachsen immer wieder kleine, zarte, gebrechliche Leitmotive, die sich an den wenigen rhythmischen Verstrebungen originell emporranken. Es sind lyrisch sangbare Linien, reduzierte poetische Perspektiven, die den Raum unvergleichlich ausfüllen. Zum Steine erweichen.  
Jörg Konrad

J. Peter Schwalm & Arve Henriksen
„Neuzeit“
Rare Noise
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Montag 16.11.2020
Sinfonieorchester Basel „Live From Stadtcasino Basel – Beethoven, Satie, Strauss, Dvorak“
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Das Stadtcasino Basel ist ein Musentemplel par excellenc. Der 1876 errichtete Konzertsaal in der  drittgrößten Stadt der Schweiz wurde nach vier Jahren Umbauzeit im Sommer dieses Jahres wieder eröffnet. Zum Auftakt spielte das hier beheimatete Sinfonieorchester Basel. Auf dem Programm: Eine Zusammenstellung hochangesehener Komponisten unterschiedlichster Epochen.
Herzstück des Eröffnungsabend war Antonin Dvoraks Symphony Nr. 9 „From The New World“. Ein Stück, das das inspirierende Ergebnis des dreijährigen Aufenthaltes von Dvorak in den USA zum Ausdruck bringt und sicher zu den bekanntesten (und am häufigsten aufgenommen) Kompositionen des im böhmischen Nelahozeves geborenen Tonsetzers gehört. Das Baseler Sinfonieorchester interpretiert die rhythmischen und harmonischen Eigenheiten, die auf Einflüsse indianischer und afroamerikanischer Kulturen beruhen, mit erfrischender Weitläufigkeit. Die zum Tail schroff ausgearbeiteten Kontraste der Musik leben von einer mitreißenden Dynamik, der es weder an Klarheit, noch an Emotion mangelt. Das Stück selbst atmet tatsächlich einen Hauch „exotische Welt“ und erinnert insgesamt an die Herangehensweise Dvoraks, der sich vielen seiner kompositorischen Arbeiten über die Folklore näherte.
Eröffnet wird das vorliegende Album mit einem Stück von, wie kann es anders sein, Ludwig van Beethoven. Hier handelt es sich um die Overtüre aus „Die Weihe des Hauses“, mit der schon einmal ein Musiksaal eröffnet wurde: 1822 das Theater in der Josefstadt in Wien. Dabei handelt es sich um eine Adaption des Beethoven Werkes Die Ruinen von Athen. Ein Stück von der Besetzung wie konzipiert für einen der akustisch weltweit besten Konzertsäle. Denn hier, in diesem Instrumentalwerk mit Holz- und Blechbläsern, Streichern und Pauken kommt das Potenzial des Raumklanges voll zur Geltung.
Dass das Sinfonieorchester Basel auch die leiseren, stilleren, differenzierteren Werke der Klassik beherrscht, kommt in Claude Debussy Orchesterbearbeitung der 3. Gymnopedies von Erik Satie zur Geltung. Hier ist das Schwebende, das Verweilende des Augenblicks der Klaviervorlage in eine schwärmerische Orchesterfassung übertragen. Ivor Bolton gibt den tragenden Momenten der Komposition Raum, ohne jemals oberflächlich zu wirken.
Mit Richard Strauss „Morgen!“, aus „Vier Lieder“ stellt das Orchester sein Feingefühl und seine Subtilität unter Beweis. Es unterstützt und trägt die Sopranistin Christina Landshamer, gibt ihr Halt und inspiriert die Sängerin, die bewegend und zauberhaft zugleich diese aufblühende Melodie stimmlich umspielt.
Jörg Konrad

Sinfonieorchester Basel
„Live From Stadtcasino Basel – Beethoven, Satie, Strauss, Dvorak“
Berlin Classics
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Donnerstag 12.11.2020
Dino Saluzzi „Albores“
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Was uns unendlich fasziniert, sind Geschichten. Sie ermöglichen es, die Welt und menschliche Gefühle darin zu beschreiben, über den Alltag nachzudenken, das Außergewöhnliche hervorzuheben und sowohl der eigenen, als auch der Fantasie anderer zu folgen. Sie bieten uns im besten Fall poetische Fiktionen, offenbaren nicht selten Verblüffendes, skizzieren Absurdes, können aber auch radikal sein. Die besten Geschichten entwickeln Stimmungen, die alles andere vergessen lassen. Manchmal eben auch die Realität.
Jorge Luis Borges sagte einmal, er möchte leise schlichte Geschichten erzählen. Das hat er im Grunde sein Leben lang getan. Leise schlichte Geschichten – aber immer mit immenser Wirkung. Und darin ähnelt der große argentinische Autor einem anderen großen Landsmann: Dino Saluzzi.
Wenn es einen Instrumentalisten gibt, der als ein großer Erzähler von berührenden Geschichten gilt, die leise, schlicht aber eben auch mit großer Wirkung musikalisch vorgetragen werden, dann ist es Dino Saluzzi.
Der Bandoneonspieler aus der Provinz Salta im Norden des südamerikanischen Landes erzählt auf „Albores“ insgesamt neun Geschichten. Die Konturen dieser schwingenden Chroniken sind fließend, gehen ineinander über, sind inspiriert von Befindlichkeiten und Personen, von Realismen und Lyrizismen. Sie glänzen letztendlich aber durch ihre freie Interpretation, einer Art melancholischer Improvisation, die einer emotionalen Reise durch grundverschiedene Stimmungen gleichkommt. Auf „Albores“ paaren sich auf diese Weise souveräne Gelassenheit und hohes spieltechnisches Können. Saluzzi musiziert atemberaubend und schöpft aus einer grenzenlos erscheinenden Lebenserfahrung, die vor allem seine sensible Innerlichkeit zum Ausdruck bringt. Seine Solostimme ächzt und knarrt dabei, sie flüstert und jubiliert, ist auf der Straße zu Hause und hat doch auch das Zeug zur Hochkultur. Sie verbreitet Wehmut und Glück, lässt Tränen der Trauer und der Freude fließen. 85 ist Dino Saluzzi im Mai geworden und ein Geschichten erzählender Visionär ein Leben lang geblieben.
Jörg Konrad

Dino Saluzzi
„Albores“
ECM
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Mittwoch 04.11.2020
Mulo Francel „Crossing Life Lines“
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Diese Vielfalt ist atemberaubend. Mulo Francel widmet sich auf seinem aktuellen Album den unterschiedlichsten Komponisten und Spielarten des Jazz und bleibt doch dabei immer er selbst. Das ist bei diesem breiten Ausdrucks-Spektrum, das von Smetana über Chopin, bis hin zu den großen Standards des Great American Songbooks und eigenen Kompositionen reicht, nicht selbstverständlich. Zudem musiziert sein Allstar-Team mal in tranceartiger Reggae-Manier, swingt im Django Reinhardt-Style, fasziniert mit südosteuropäischem Temperament, verlustiert sich im Hardbop oder klingt wie eine bienenfleißige Klezmerband. Und immer führt Mulo Francel mit seinem geschmeidigen, auch abgeklärten, dynamischen, immer sehr musikalischen Saxophon-Sound durch dieses Labyrinth von Befindlichkeiten. Als einer der wohl besten deutschen, wenn nicht gar europäischen Saxophonisten ist er der rote Faden auf diesem engagiertem Album.
Die Idee für „Crossing Life Lines“ kam Francel während eines Konzertes mit seiner Stammformation Quadro Nuevo im polnischen Gliwice. Deutschland und Osteuropa – eine Beziehung, die durch ein friedliches Miteinander, aber auch durch schreckliche Kriege und nachfolgendem Leid gekennzeichnet ist. Die Spuren dieser wechselvollen Geschichte sind auch in Mulo Francels Leben spürbar. „Die Familie meiner Mutter ist oberbayrisch, mein Großvater väterlicherseits ist Sudetendeutscher, meine Großmutter – seine Ehefrau – tschechischer Abstammung“, sagte er kürzlich dem Magazin Jazzthetik.
Ähnlich lesen sich die Biographien vieler Menschen um uns. Etliche Familien haben Angehörige, deren Biographien von Flucht und Vertreibung gekennzeichnet sind, die stark vertraut sind mit dem, was heute Migration genannt wird. Und so hat auch jeder einzelne Titel dieses Albums Bezüge zur osteuropäischen Kultur, oder ist inspiriert von Menschen und Situationen, die Erfahrung mit diesem Ost-West-Thema haben.
Und natürlich hat sich Mulo Francel für dieses thematische Jazzalbum Musikerkollegen ausgesucht, die eigene Erfahrungen diesbezüglich mit einbringen. So der aus Baku stammende wieselflinke, großartig improvisierende Pianist David Gazarov, die polnische Vibraphonistin Izabella Effenberg oder Gitarrist Philipp Schiepeck mit böhmischen Familienwurzeln.
„Crossing Life Lines“ ist ein mitreißendes Jazzalbum, das zeigt, wie inspirierend und modern Mainstream anno 2020 klingen kann und zugleich Haltung zeigt. Mulo Francel: „Wir zelebrieren mit unserer Musik kulturelle Vielfalt – und 75 Jahre Frieden.“
Jörg Konrad

Mulo Francel
„Crossing Life Lines“
GLM
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Dienstag 27.10.2020
Anja Lechner & Francois Couturier „Lontano“
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Das Miteinander von Anja Lechner und Francois Courturier lebt von dem Erklimmen gemeinsamer Höhepunkte. Nicht im sportlichen Sinn, sondern rein musikalisch. Ihr Spiel ist gekennzeichnet durch ein ständiges Erproben, ein sich Herausfordern, sich suchen und letztendlich finden. So entsteht im Abwägen von Befindlichkeiten und im Experimentieren mit Akzenten ein lyrisches Fest berührender Geschichten. Wobei die wechselnde Distanz zwischen den Solisten, bei aller Nähe, die entscheidende Rolle spielt. Wie schon der Titel ihres neuen Albums „Lontano“ vermuten lässt, findet ein unentwegter Austausch verschiedener Ausgangspunkte statt, als dynamische Quelle farbiger Klangreisen.
Die Cellistin Anja Lechner und der Pianist Francois Courturier überbrücken das Gegensätzliche, nehmen den anderen respektvoll wahr, kommunizieren frei und formbewusst und minimieren damit jedweden Kontrast. Das Repertoire, das beide hier erschließen, ist breit gefächert. Es reicht von einem südamerikanischen Zamba, über Miniaturen des Georgiers Giya Kancheli, einer Komposition des Tunesiers Anouar Brahem, bis hin zu eigenen Stücken, die von Johann Sebastian Bach, dem Spanier Frederic Mompou oder dem griechisch-armenischer Komponisten Georges I. Gurdjieff inspiriert sind. Musik als Mittler zwischen den Welten von Jazz und Klassik und Folklore. Sie sind die instrumentalen Eckpfeiler dieser Aufnahme. Zwischen ihnen gibt es spontane und wohlüberlegte Diskurse, explosive und zärtliche Strömungen, Traditionelles und Modernes. Alles klingt wie pure Selbstverständlichkeit und berührend schön.
Jörg Konrad

Anja Lechner & Francois Couturier
„Lontano“
ECM
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Autor: Siehe Artikel
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