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1. Arte: DAS VERHÖR IN DER NACHT
2. Arte: FINALE IN BERLIN
3. Arte: IN DEN GÄNGEN
4. Arte: DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN
5. DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT
6. SCHWESTERLEIN
Donnerstag 26.11.2020
Arte: DAS VERHÖR IN DER NACHT
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Foto: ZDF / Sandra Hoever
Ein Polizist, eine Terrorverdächtige und eine tickende Uhr: Daniel Kehlmanns Theaterstück "Heilig Abend", die Vorlage zu diesem Fernsehfilm (2019), spielt am Weihnachtsabend. Eine Philosophieprofessorin wird auf dem Weg zum weihnachtlichen Familienessen aufgehalten und in ihrem Hotelzimmer verhört. Sie soll einen Bombenanschlag mit ihrem Ex-Mann geplant haben ...
Philosophie-Professorin Judith ist auf dem Weg zu ihren Eltern, um mit ihnen Weihnachten zu feiern. Aber daraus wird nichts, denn beim Verlassen ihres Hotels wird sie von einem Staatsschutz-Beamten abgefangen. Es beginnt ein zermürbendes Verhör. Thomas weiß sehr viel über Judiths Leben, ihre jüngere Vergangenheit, ihre Beziehungen, ihre politische Haltung. Offenbar wurde die Professorin seit längerem ausgespäht. Thomas konfrontiert die 46-Jährige mit dem Verdacht, sie habe einen Bombenanschlag geplant – und zwar noch am selben Abend und möglicherweise gemeinsam mit ihrem Ex-Mann, den man bereits am Vortag verhaftet hat. Judith beteuert ihre Unschuld, während Thomas hartnäckig versucht, ein Geständnis aus ihr herauszupressen. Auf der einen Seite ein Polizist, der die Menschen vor Terror beschützen muss, und auf der anderen Seite eine Professorin, für die die Ungleichheit in der Welt so groß und ungerecht ist, dass auch Gewalt als Widerstand gegen dieses System der Unterdrückung berechtigt ist. Wird sie gestehen oder kann sie Thomas von ihrer Unschuld überzeugen?

Regie: Matti Geschonneck
Mit: Charly Hübner, Sophie von Kessel, Michèle Fichtner u.a.


(Film läuft am Freitag, 27. November 2020 um 20.15 Uhr auf Arte und ist anschließend verfügbar bis 26. Dezember)
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Donnerstag 19.11.2020
Arte: FINALE IN BERLIN
Getarnt als Damenunterwäschevertreter, soll der britische Geheimdienstler Harry Palmer in dem wendungsreichen Agententhriller an der Berliner Mauer das Überlaufen des russischen Oberst Stok arrangieren. Doch der todsichere Plan läuft aus dem Ruder. - Zweiter Film (1966) in der erfolgreichen Trilogie mit Michael Caine als Agent Harry Palmer. Regie: Guy Hamilton
Oberst Stok vom russischen Geheimdienst, der für die Sicherheit an der Berliner Mauer zuständig ist, möchte in den Westen überlaufen. Getarnt als Damenunterwäschevertreter wird der britische Agent Harry Palmer nach Berlin geschickt, wo er von seinem Kollegen Johnny Vulkan empfangen wird. Trotz seiner Zweifel an der Aufrichtigkeit Stoks beginnt Palmer, mit dem Fluchthelfer Otto Kreutzmann einen todsicheren Fluchtweg zu planen. Während der Vorbereitungen lernt Palmer das amerikanische Model Samantha kennen. In Wahrheit ist sie jedoch eine israelische Agentin, die von Nazi-Kriegsverbrechern auf Schweizer Bankkonten verstecktem Geld auf der Spur ist. Dokumente, die Palmer an Kreutzmann übergeben soll, stammen von einem dieser Verbrecher. Zur Übergabe kommt es nicht, denn Kreutzmann wird bei Ausführung des Fluchtplans von Oberst Stok getötet. Warum aber setzt Vulkan seinen Kollegen Palmer außer Gefecht und nimmt die Papiere an sich?

Regie: Guy Hamilton
Mit     Michael Caine (Harry Palmer), Paul Hubschmid (Johnny Vulkan), Oskar Homolka (Oberst Stok), Eva Renzi (Samantha Steel), Guy Doleman (Ross), Hugh Burden (Hallam), Heinz Schubert (Aaron Levine), Günter Meisner (Otto Kreutzmann) u.a.

(Film läuft am Montag, 23. November 2020 um 20.15 Uhr auf Arte)
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Donnerstag 12.11.2020
Arte: IN DEN GÄNGEN
Die Tage in den Gängen im Großmarkt sind monoton und lang. Doch der Alltag von Christian, 27, an seiner neuen Arbeitsstelle wird jäh durch seine Kollegin Marion erhellt. Der Kaffeeautomat wird ihr Treffpunkt, doch Marion ist verheiratet ... - Der zweite abendfüllende Spielfilm von Regisseur Thomas Stuber feierte 2018 im Rahmen der 68. Berlinale seine Uraufführung.
Liebe und Tod auf dem Großmarkt: Nachdem der 27-jährige Christian den Job auf dem Bau wegen einer Unbeherrschtheit verloren hat, fängt er in einem Großmarkt bei der Warenverräumung an. Christian taucht in eine ihm unbekannte Welt ein: die langen Gänge, das Gewusel um die Kassen, die Gabelstapler. Bruno weist ihn in die Arbeit ein, unterrichtet ihn im Staplerfahren, wird ein väterlicher Freund. In den Gängen trifft Christian auf die Kollegin bei den Süßwaren, die 39-jährige Marion. Der Kaffeeautomat wird ihr Treffpunkt, sie kommen sich näher. Bald ist Christian anerkanntes Mitglied der Großmarktfamilie. Er besteht die Staplerprüfung. Und er hat sich längst in die geheimnisvolle Marion verguckt, der ganze Großmarkt fiebert mit. Aber sie bleiben vorsichtig im Umgang miteinander, denn die Süßwaren-Marion ist verheiratet. Beim Weihnachtsfest, Heiligabend auf der Laderampe, scheinen Christians Avancen endlich belohnt zu werden: Sie halten Händchen. Doch bald darauf kommt Marion nicht mehr zum Dienst, und Christian ist verzweifelt. Es ist schließlich Bruno, der ihm verrät, dass die Marion krankgeschrieben ist. Und dass der Grund, warum Marion erst mal nicht wiederkommt, ihr Mann sei, denn der sei ein Arschloch. Christian hält die Ungewissheit nicht mehr aus. Er fährt zu Marion, verschafft sich Zugang zur Wohnung und versucht Marions Geheimnis zu lüften. Aber da ist nichts. Er fällt in ein tiefes Loch, kommt verspätet zum Dienst. Dann taucht Marion im Großmarkt auf, als wäre sie nie weg gewesen. Im Tiefkühllager, dick eingepackt wie Eskimos, kommen sich die beiden so nah wie nie zuvor. Aber das Glück ist nur von kurzer Dauer …

Regie: Thomas Stuber

Mit: Franz Rogowski (Christian), Sandra Hüller (Marion), Peter Kurth (Bruno), Andreas Leupold (Rudi), Michael Specht (Paletten-Klaus), Matthias Brenner (Jürgen), Henning Peker (Wolfgang), Ramona Kunze-Libnow (Irina)

(Film läuft am Freitag, 13. November 2020 um 20.15 Uhr auf Arte und ist anschließend verfügbar vom 13.11.2020 bis 10.02.2021)
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Donnerstag 05.11.2020
Arte: DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN
DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN

Florence Green (Emily Mortimer) hat früh ihren Mann verloren, doch ihre gemeinsame Liebe zu Büchern aller Art lässt sie nicht los. Sie investiert ihr gesamtes Vermögen in die Verwirklichung ihres Traums von einem eigenen Buchladen – ausgerechnet im verträumten englischen Hardborough, Ende der 50er Jahre, wo die Arbeiter dem Bücherlesen skeptisch gegenüberstehen und die Aristokratie energisch vorgibt, was Hochkultur ist und was nicht.

Doch trotz der Widerstände hat sie Erfolg und rasch finden auch progressive, polarisierende Werke wie Nabokovs "Lolita" oder Bradburys "Fahrenheit 451" bei den Dorfbewohnern Anklang. Vor allem der seit langem zurückgezogen lebende Mr. Brundish (Bill Nighy) findet Gefallen am neuen Buchladen und dessen Besitzerin.

Doch Florence Greens sanfte Kulturrevolution bleibt nicht unbemerkt: Die alteingesessene graue Eminenz Violet Gamart (Patricia Clarkson) befürchtet einen Kontrollverlust in ihrem Heimatdorf und steht den radikalen Veränderungen mit Argwohn gegenüber. Mit aller Macht versucht sie Florence Steine in den Weg zu legen und die beiden Frauen beginnen eine Auseinandersetzung über Moderne und Konvention...

Regie: Isabel Coixet
Film-Länge: 110 Min

(Film läuft am Freitag, 6. November 2020 um 20.15 Uhr auf Arte)
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Donnerstag 29.10.2020
DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT
Ab 05. November 2020 im Kino
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Heshmat ist ein vorbildlicher Ehemann und Vater, jeden Morgen bricht er sehr früh zur Arbeit auf. Wohin fährt er? Pouya kann sich nicht vorstellen, einen anderen Menschen zu töten, trotzdem bekommt er den Befehl. Kann es einen Ausweg für ihn geben? Javad besucht seine Freundin Nana um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Doch dieser Tag hält für beide noch eine andere Überraschung bereit.
Bahram ist Arzt, darf aber nicht praktizieren. Als ihn seine Nichte Darya aus Deutschland besucht, beschließt er, ihr den Grund für sein Außenseiterdasein zu offenbaren. DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT erzählt vier Geschichten über Menschen, deren Leben vor existenziellen Herausforderungen stehen. Sie werfen die Fragen auf, wie integer ein Mensch in einem absoluten Regime bleiben, welche moralische Schuld er ertragen kann, ohne zu zerbrechen, und zu welchem Preis es gelingt, die individuelle Freiheit zu bewahren.

Ein Film von Mohammad Rasoulof
Mit: Ehsan Mirhosseini, Shaghayegh Shourian, Kaveh Ahangar u.a.


DIRECTOR ́S STATEMENT            

Vor etwa einem Jahr sah ich, während ich in Teheran die Straße überquerte, einen meiner Vernehmungsbeamten aus einer Bank kommen. Plötzlich überfiel mich ein unbeschreibliches Gefühl. Ich folgte ihm eine Weile, ohne dass er mich wahrnahm. Nach zehn Jahren war er ein wenig gealtert. Ich war versucht, mit dem Handy ein Foto von ihm zu machen, zu ihm hinzurennen, mich zu Erkennen zu geben und ihm all meine Fragen wütend ins Gesicht zu schreien. Als ich ihn aber näher betrachtete und seine Angewohnheiten beobachtete, sah ich, dass er kein böses Monster war.           Wie gelingt es autokratischen Herrschern, Menschen in bloße Zahnräder ihrer autokratischen Maschinen zu verwandeln? In autoritären Staaten ist es die einzige Aufgabe des Gesetzes, den Staat zu erhalten, nicht die Ermöglichung und Regelung der Beziehungen zwischen den Menschen. Ich komme aus solch einem Staat.           
Von solchen persönlichen Erfahrungen angetrieben, wollte ich Geschichten erzählen, die Fragen stellen: Haben wir als verantwortliche Bürger*innen eine Wahl, wenn wir die unmenschlichen Befehle von Despoten umsetzen sollen? Zu welchem Grad können wir als menschliche Wesen für die Erfüllung dieser Befehle verantwortlich gemacht werden? Im Angesicht dieser autokratischen Maschine, wo stehen wir, wenn es um menschliche Gefühle geht, im Verhältnis zu der Dualität aus Liebe und moralischer Verantwortung?
Mohammad Rasoulof


ÜBER DEN REGISSEUR          

Der iranische Independent-Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Mohammad Rasoulof wurde 1972 in Shiraz (Iran) geboren. Während seines Soziologiestudiums startete er seine Laufbahn als Filmemacher mit Dokumentationen und Kurzfilmen. Sein erster Langfilm GAGOOMAN (THE TWILIGHT, 2002) wurde beim Fajr Film Festival im Iran als bester Film ausgezeichnet. Nach der Veröffentlichung seines zweiten Films JAZIREH AHANI (DIE EISERNE INSEL, 2005) geriet er in den Fokus der iranischen Zensurbehörden. Dies führte dazu, dass seine Möglichkeiten, Filme zu produzieren und im Iran zu zeigen, stark eingeschränkt oder untersagt wurden. Bis heute hat Mohammad Rasoulof sieben abendfüllende Filme fertiggestellt, keiner von ihnen konnte auf Grund der Zensurbestimmungen im Iran gezeigt werden, obwohl sie sich in anderen Ländern eines großen Publikumszuspruchs erfreuen.           
Rasoulofs Kino nutzte meist allegorische Erzählweisen als Ausdrucksmittel, bis er sich 2010 zu einer direkteren Form entschied. Im März 2010 wurde Rasoulof bei Dreharbeiten festgenommen, als er zusammen mit Jafar Panahi bei einem Film Regie führte. Im anschließenden Prozess wurde er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, eine Strafe, die später auf ein Jahr reduziert wurde. Schließlich kam er auf Bewährung frei.
Mohammad Rasoulof wurde für seine Filme mit vielen Preisen ausgezeichnet. 2011 gewann er in Cannes in der Sektion Un Certain Regard den Preis für die beste Regie für BÉ OMID É DIDAR (GOODBYE, 2011). 2013 erhielt er dort den FIPRESCI-Preis der Internationalen Filmkritik für DAST NEVESHTEHA NEMISOOZAND (MANUSCRIPTS DON’T BURN, 2013). Zuletzt gewann er 2017 den Un Certain Regard-Hauptpreis für LERD (A MAN OF INTEGRITY, 2017) beim Cannes Film Festival. Als er im September 2017 in den Iran zurückkehrte, wurde ihm offiziell das Verbot erteilt, das Land zu verlassen – ein Urteilsspruch, der bis heute gültig ist. Er wurde beschuldigt, die „nationale Sicherheit zu gefährden“ und „Propaganda gegen die muslimische Regierung zu verbreiten“. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, einhergehend mit dem Verbot der Mitgliedschaft in jeder Art von politischer oder gesellschaftlicher Organisation.
All diese Einschränkungen haben Rasoulof nicht davon abgehalten, Filme zu machen. 2019 arbeitete er als Produzent und Drehbuchautor an den Spielfilmen HATCHBACK GHERMEZ (THE RED HATCHBACK) und PESAR-MADAR (SON-MOTHER). Außerdem vollendete er die Arbeit als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent an seinem neuen Spielfilm SHEYTAN VOJUD NADAR (DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT).


PRODUKTIONSNOTIZEN

Mohammad Rasoulof war es wichtig, in DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT die Perspektive der jungen Generation im Iran einfließen zu lassen, die wesent-lich internationaler ausgerichtet ist als die zwei Generationen davor. Für das Schauspielensemble arbeitete er wie bereits in der Vergangenheit mit Laiendar-steller*innen zusammen, verpflichtete aber gleichzeitig einige der angesehens-ten Schauspieler*innen des Landes.
Als Schauplätze der vier Episoden schwebten dem Regisseur Orte mit einer jeweils sehr eigenen Landschaft und Atmosphäre vor. Regie und Team reis-ten daher zu Beginn 40 Tage lang durch den Iran, um Locations zu finden, die der Vorstellung von Rasoulof entsprachen.
DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT entstand ohne eine Produktionsgeneh-migung durch den iranischen Staat, denn diese wäre, wie Koproduzent Kaveh Farnam erklärte, sowieso nicht erteilt worden. Stattdessen reichten er und Kopro-duzent Farzad Pak Anträge für die Dreharbeiten von vier Kurzfilmen ein, jeder in einer anderen Stadt. In den Anträgen waren jeweils andere Regisseur*innen und Drehbuchautor*innen genannt – Freunde des Filmteams, die mit ihrer Nennung in diesen Anträgen ebenfalls ein großes Risiko eingegangen sind. Mohammad Rasoulof leitete die Dreharbeiten, wo immer es verantwortbar war, teilweise war er durch eine Verkleidung unkenntlich gemacht. An manchen Drehorten, z. B. am Teheraner Flughafen, konnte er sich nicht zeigen, die Regiearbeit am Set wurde dort von der Regieassistenz übernommen.
Mohammad Rasoulof beschrieb in einem Interview, dass seine Drehtage immer mit einem Blick auf sein Smartphone begannen, immer in der Erwartung, die gegen ihn gerichtete einjährige Gefängnisstrafe könnte vollstreckt werden. Eine Woche vor Ende der Dreharbeiten traf dann tatsächlich die Benachrichtigung ein, dass die Gefängnisstrafe in erster Instanz vor Gericht bestätigt wurde. Die restlichen Drehtage fanden in der Unklarheit statt, wann der Gerichtsbescheid genau in Kraft treten würde, ein massiver psychischer Druck, den Rasoulof, wie er später erwähnte, ohne die Solidarität seines Teams nicht ausgehalten hätte.
Schnitt und Postproduktion fanden nach Abschluss des Drehs in Teheran und Hamburg statt.
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Donnerstag 22.10.2020
SCHWESTERLEIN
Ab 29. Oktober 2020 im Kino
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Lisa, einst brillante Theaterautorin, schreibt nicht mehr. Sie lebt mit ihrer Familie in der Schweiz, doch ihr Herz ist in Berlin geblieben – bei ihrem Zwillingsbruder Sven, dem berühmten Bühnendarsteller. Seit dieser an einer aggressiven Leukämie erkrankt ist, sind die Geschwister noch  enger verbunden. Lisa weigert sich, den Schicksalsschlag hinzunehmen und setzt alle Hebel in  Bewegung, um Sven wieder auf die Bühne zu bringen. Er ist ihr Seelenverwandter, für den sie alles andere vernachlässigt. Selbst als ihre Ehe in Schieflage gerät, hat sie nur Augen für ihren Bruder, in  dem sich ihre tiefsten Sehnsüchte spiegeln: Er weckt in ihr das Verlangen, wieder kreativ zu sein, sich lebendig zu fühlen.
Mit Schwesterlein ist den Schweizer Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond ein aufwühlendes Drama gelungen, das sich voll und ganz auf seine überragenden Hauptdarsteller verlassen kann: Nina Hoss und Lars Eidinger verkörpern das innige Geschwisterpaar voller Glaubwürdigkeit und leidenschaftlicher Intensität. Eine berührende Liebeserklärung an die Kunst und die belebende Kraft der Kreativität.

Ein Film von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond
Mit Nina Hoss, Lars Eidinger, Marthe Keller, Jens Albinus u.a.


Anmerkung der Regisseurinnen

Schwesterlein ist für uns etwas Besonderes. Der Film vereint drei zentrale Punkte aus unserem Leben: die Stadt Berlin, der wir seit über fünfzehn Jahren verbunden sind, das Theater, denn wir sind beide Schauspielerinnen, und die außer-gewöhnliche Freundschaft, die uns seit unserer Kindheit verbindet. Stéphanie und Véronique, das sind zunächst zwei Jugendliche, die ihre Leidenschaft für die Bühne teilen und beschließen, diese zu ihrem Beruf zu machen. Gemeinsam haben wir viele Stücke kreiert und gemeinsam haben wir uns ins Abenteuer des Filmemachens gestürzt.
Beim Schreiben von Schwesterlein sind wir von dem untypischen Duo ausge-gangen, das wir bilden und das sich manchmal im stürmischen Schaffensprozess lebendiger fühlt als im Alltagsleben, so wie die Zwillinge in unserem Film, die in der Gegenwart des jeweils anderen stets mit ihrer gemeinsamen Vorstellungswelt verbunden sind. Wir haben sie in einer Theaterfamilie angesiedelt, denn uns fasziniert die Leidenschaft, die die „Theatermenschen“ beseelt. In diesem Milieu ist ein Schauspieler, wenn er nicht spielt, nicht existent, er wird von der Welt vergessen.  Doch sobald er auf der Bühne steht, strahlt er, getragen von der Präsenz des Publikums. Durch diese absolute Liebe zum Theater, die unseren Figuren innewohnt, drückt der Film auf seine Weise die Unentbehrlichkeit des Traums als Fluchtmöglichkeit vor dem Realen aus.
Schwesterlein, das ist auch Lisas untergründige Reise durch die Krankheit ihres Bruders, ihres Doubles, hin zu ihrer Kreativität. Um die Schatten zu verjagen, findet Lisa wieder zum Schreiben zurück und tritt selbst aus der Dunkelheit heraus. Durch die untrennbaren Bande, die diese beiden Wesen verbindet, feiert unser Film die Zerbrechlichkeit und die Kraft des Lebens, die Macht der Übertragung, und erzählt davon, dass das Ende eines Lebens der Beginn eines anderen sein kann. 
Stéphanie Chuat & Véronique Reymond
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Autor: Siehe Artikel
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