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Konzert heute

Fürstenfeldbruck: Philharmonischer Chor Fürstenfeld

Philharmonischer Chor Fürstenfeld
Unsere PhilChor-Musicals sind ein ganz eigenes Genre, das man sonst so nicht findet. Es war Günter Mayr, der 1978 die Idee hatte, die musikalischen und schauspielerischen Talente der Sängerinnen und Sänger des Philharmonischen Chores in einem Mix aus anspruchsvoller klassischer Musik und leichter Muse in Kombination mit witziger Unterhaltung und auch Klamauk auf die Bühne im Sparkassensaal zu bringen. Was anfangs die Brucker Gesangssolisten waren wurden dann schnell die legendären Faschingskonzerte und seit 2023 trifft der Name „PhilChor-Musical“ das aktuelle Konzept am besten.

Die musikalische Ausrichtung hat sich von vorwiegend Melodien aus Opern und Operetten hin zu aktuellen Popsongs, Swingtime und Schlagern entwickelt wobei natürlich auch die Klassik nicht fehlen darf. Aus einer moderierten Nummernrevue wurde eine durchgehende Geschichte mit Kostümen und Bühnenbildern, in der auch schauspielerische Elemente ihren Platz finden. Dem Zeitgeist haben wir mit dem aktuellen Konzept Rechnung getragen, unverändertgeblieben ist die Freude, unser Publikum aufs Beste zu unterhalten.

Sie dürfen sich auch 2026 wieder auf gute 2 Stunden Unterhaltung freuen, wenn wir dieses Mal in den „Olymp“ aufsteigen werden.
Sparkassensaal FürstenfeldbruckHauptstraße 8, 82256 Fürstenfeldbruck
Theater heute

Gauting: Das achte Leben (Für Brilka)

Metropoltheater München: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili

Ein Jahrhundert – so mitreißend und eindringlich gezeichnet wie eine klassische Tragödie. 
Mit der Geburt von Stasia, Tochter eines georgischen Schokoladenfabrikanten, 1900 in Georgien, beginnt das erste der acht Leben und damit die Familienchronik der Jaschis, die sich über ein gesamtes Jahrhundert, sechs Generationen und die politischen Umstürze Georgiens und der Sowjetunion hinweg bis ins Deutschland des Jahres 2007 entfaltet.
 
Niza, Urenkelin von Stasia, schreibt für ihre Nichte Brilka die Familiengeschichte auf: von Stasia, die gerne Tänzerin in Paris geworden wäre, aber bis zum Schluss wie ein leibhaftig gewordener Anachronismus klaglos ihr zurückgezogenes, georgisches Leben führt; von deren schönen Schwester Christine, die ihre Begegnung mit der höchsten politischen Macht ein Leben lang büßen muss; von Stasias Kindern, Kostja, der mit Leib und Seele Sowjet-Apparatschik und trotzdem niemals glücklich wird, und Kitty, die, physisch wie psychisch gebrochen, das Land verlassen muss, sich aber im westlichen Exil ein Leben und eine Karriere aufbaut; von Elene, Kostjas wilder Tochter, die gegen das ihr aufgezwungene starre System aufbegehrt, und von Daria und Niza, Elenes Töchtern, die ungleicher nicht sein könnten und sich doch gegenseitig der einzige Halt sind.
 
In einem großen, rauschhaften Bogen, in dem alle Leben, Geschehnisse und getroffenen Entscheidungen unausweichlich miteinander und mit den politischen Großereignissen der jeweiligen Zeit verwoben sind, erzählt „Das achte Leben“ von Verrat, Schmerz, Anpassung, Widerstand, Revolution, Krieg, Gewalt und Macht, aber auch von Liebe, Leidenschaft, Hoffnung und kurzen Momenten des Glücks.
 
Nino Haratischwili hat - vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Historie Georgiens und der Sowjetunion während des politisch so prägenden 20. Jahrhunderts - mit ihrem Epos Figuren erschaffen, die sich in ihrer steten Zerrissenheit und schicksalhaften Intensität weit in unsere Seele eingraben und dort lange nachhallen. Am Ende formt sich die Erkenntnis, dass kein Leben seiner Geschichte entkommt: Der Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart ist unauslöschlich.

Regie JOCHEN SCHÖLCH
Mit MAJA AMME, MICHELE CUCIUFFO, VANESSA ECKART/ DASCHA VON WABERER, GERD LOHMEYER, VICTORIA MAYER, PATRICK NELLESSEN, SOPHIE ROGALL, ANUSCHKA TOCHTERMANN, ELI WASSERSCHEID

Einführung 18:15 Uhr
bosco, Bürger- und Kulturhaus GautingOberer Kirchenweg 1, 82131 Gauting
Konzert heute

Unterschleißheim: DINNERKONZERT SCHOKOLADENZAUBER

DINNERKONZERT SCHOKOLADENZAUBER Musik: Quintett der Nymphenburger Streichersolisten

Literarische Lesung: Wolfgang Binder

Bei Schokoladenzauber erleben Sie im festlich gedeckten Raum „Eastside“ im Victor’s Residenz-Hotel ein literarisch-musikalisches Dreigang-Schokoladen-Menü der Sonderklasse:

- Ziegenkäse-Nuss-Praline auf Wildkräutern mit Schokoladen-Vinaigrette
- Geschmorte Ochsenbäckchen auf Erbsenpüree und glacierten Karotten an Schokoladen-Portwein-Jus oder- Gegrilltes Zanderfilet an weißer Schokoladen-Kardamom-Sahne auf Erbsenpüree und glacierten Karotten oder
- Kürbis-Curry veredelt mit dunkler Schokolade und zartem Duftreis
- Toblerone-Mousse mit marinierten Orangen

Zwischen den Gängen liest der beliebte BR-Moderator Wolfgang Binder verführerische literarische Texte zu Schokolade, und ein Chocolatier nimmt Sie bei einer Schokoladenverkostung mit auf die Reise der wundersamen Verwandlung einer Kakaobohne zur Edelschokolade.

Die musikalischen Akzente setzen die Nymphenburger Streichersolisten: Das aus hochkarätigen Solistinnen, Solisten und Stimmführern der etablierten Münchner Kammermusik- und Orchesterszene bestehende Quintett spielt atmosphärisch passende barocke und klassische Werke. Musikalische Reife, technische Brillanz und Homogenität, mitreißende, temperamentvolle und lebendig strukturierte Interpretationen prägen das Quintett ebenso wie eine begeisternde Spielfreude.

Schokoladenzauber am Valentinstag – freuen Sie sich auf einen auserlesenen Genuss für alle Sinne! 
Victor's Residenz-Hotel MünchenKeplerstraße 14, 85716 Unterschleißheim
Konzert heute

Unterhaching: Münchner Volkssängerbühne - Der Ring des Bajuwaren

Münchner Volkssängerbühne: Der Ring des Bajuwaren 
Wenn Richard Wagner wüsste … wenn er wüsste, dass sein imposantes Nibelungenlied in dieser Inszenierung der Münchner-Volkssänger-Bühne e.V. an die Isar zwischen Camping und Kleingarten verlegt wird, er würde sich entrüstet im Grabe umdrehen… oder Tränen lachen.

Wir befinden uns in den Münchner Isarauen. An diesem wunderschönen Fleckerl Bayerns pflegen seit Jahrzehnten Camper und Kleingärtner eine meist harmonische Nachbarschaft und teilen sich - auch meist harmonisch - die Sanitäranlagen. Doch als Gott Wotan, seines Zeichens Besitzer des alteingesessenen Campingplatzes, beschließt, zu modernisieren und eine Zweigstelle seiner Berliner Glampingstätte „Walhall“ daraus zu machen, wehren sich die Kleingärtner. Ein Kampf, ganz im Sinne der Nibelungensage, um Macht, Liebe und Besitz beginnt. Denn nur dem, der die Macht über die Stätten der Notdurft besitzt, ist Reichtum und Freiheit garantiert.

Der Schatz der Nibelungen wird zum Toilettenpapier, die Schlüssel zum Ring, Walhall zum Campingplatz und Siegfried zum Kleingärtner. Ob Wagner sich das hätte träumen lassen?
Kultur- und Bildungszentrum Unterhaching (KUBIZ)
Jahnstraße 1
82008 Unterhaching
Kabarett heute

Ottobrunn: Christoph Sonntag – Ein Tritt Frei

Christoph Sonntag – Ein Tritt FreiProduktion: HOC Events

Christoph Sonntag ist der König des schwäbischen Kabaretts. Einigen wird er von unterschiedlichen TV-Auftritten bekannt sein.
Die Zeiten sind hart. Oder etwa nicht?

Natürlich können wir die Welt nicht einfach weglachen. Aber Lachen hilft – es rückt die Dinge wieder ins richtige Licht. Und wer weiß, vielleicht ist es der erste Schritt zur Lösung. Also, worauf warten wir? Lasst uns loslegen! Mit gezielten Tritten in die Hinterteile all jener, die uns an der Nase herumführen, uns bevormunden und eigentlich zum Brüllen komisch wären – wenn sie es nicht so verdammt ernst meinen würden.
Ein wilder, bunter Sonntag voller Überraschungen – so noch nie erlebt. Lebendig, rasant, brandaktuell, urkomisch, musikalisch und einfach spektakulär. Kurz gesagt: Eine kabarettistische Rundumattacke, die man
nicht verpassen darf!

Wolf-Ferrari-HausRathausplatz 2, 85521 Ottobrunn
Konzert heute

Pasing: Anna Piechotta – Zu viel Emotionen

Anna Piechotta – Zu viel Emotionen
Die psychische Pubertät beginnt bekanntlich mit etwa dreizehn Jahren. Wer denkt, die ist mit sechzehn vorbei, hat sich geschnitten. Denn mit Anfang vierzig bin ich erst richtig drin! Okay, eine Künstlerin braucht starke Gefühle. Wie soll sie sonst bewegende Lieder schreiben? Aber ich hab eindeutig zu viele davon: Da gibt es den Drang die Welt zu retten, die Freude aufs Alter, die Angst vorm Altern, den Wunsch meinen Hund zu vergiften, das schlechte Gewissen, weil ich den Wunsch habe meinen Hund zu vergiften, die Sehnsucht nach der großen Hollywood-Liebe, die Lust auf zwanglosen Sex, den Heißhunger auf kalorienreiches Essen, den unbändigen Willen einen Hit zu schreiben, die innere Leere, weil ich seit Jahren versuche einen Hit zu schreiben, die bedingungslose Liebe zu meinem Kind und den Hass auf Mütter, die basteln können.

Wie soll man mit all diesen Emotionen fertigwerden? Wie kann ich sie filtern? Keine Ahnung.
Aber ich versuch´s – in meinen Liedern.
Die vielfach preisgekrönte Chansonniere und Kabarettistin Anna Piechotta, zuletzt mit dem renommierten Bayerischen Kabarettpreis 2023 (Musik) ausgezeichnet, vollzieht in ihrem Programm „Zu viel Emotionen“ eine kontemplative Reflexion, um als Frau mittleren Alters endlich ihre Ich-Identität zu beziehen. Ob dies gelingt, sei in Frage gestellt. Was aber nicht in Frage steht – es wird lustig dabei, geistreich und extrem musikalisch.
Pasinger Fabrik GmbHAugust-Exter-Straße 1, 81245 München
Theater heute

Landsberg: LaTriviata - Improtheater

LaTriviata
Improtheater
Der perfekte Abend zum Valentinstag und Faschingssamstag! LaTriviata ist Deutschlands erstes und einziges Ensemble für improvisiertes Musiktheater. Jede Vorstellung ist eine Welturaufführung, eine Premiere und Unikat zugleich. Denn kein Abend ähnelt dem anderen. Nur eines ist gewiss: Die Ideen sprudeln und Lacher sind garantiert.

Seit 2002 bietet das klassisch ausgebildete Ensemble regelmäßig improvisierte Opern. Ein deutschlandweit einzigartiger, musikalischer Spaß auf höchstem Niveau! Vier Sängerinnen und Sänger gestalten jeden Abend völlig neu. Ohne Berührungsängste stürzen sich die Solisten auf die Vorgaben aus dem Publikum und komponieren, dichten, singen und spielen simultan Arien, Duette, Chöre oder ganze Opern, die komisch, skurril oder auch traurig sein können, aber garantiert nie langweilig oder vorhersehbar. Mit dabei ist Maria Helgath, dem Landsberger Publikum aus „Mein lieber Schwan“ und „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ bestens bekannt und als Pianist Michael Armann, der mit dem fastfood theater schon oft bei uns war und den man in Landsberg auch als Chorleiter der „the sweet 60s“ kennt.
Stadttheater LandsbergSchlossergasse 381, 86899 Landsberg am Lech
Zugabe heute

Puchheim: Salsa Party - Fiesta del Amor

Salsa Party - Fiesta del Amor
An diesem Abend verwandelt sich das PUC in einen Ort voller Lebensfreude, Leidenschaft und Rhythmus. Die Tanzschule Salsamás lädt ein zu einem Abend, an dem Musik und Tanz die Sprache der Herzen sprechen.
Die lateinamerikanische Musik trägt in jedem Schlag von Congas, Bongos und Timbales die Wärme und Intensität ihrer Kultur. Salsa, Bachata und Kizomba sind nicht nur Tänze - sie sind Ausdruck von Freude, Sehnsucht und Verbindung. Den Alltag loszulassen, sich von den Klängen führen zu lassen und Menschen miteinander zu verbinden ist das Besondere daran.
Mit im Programm sind Workshops in Salsa, Bachata & Kizomba für Singles und Paare, Anfänger und Fortgeschrittene. Wir tanzen die Show "My Intuition", begleitet von den Schüler:innen der Tanzschule Salsamás. Und zum Abschluss gibt es noch eine Tanzparty, die niemanden stillstehen lässt.
Programmleitung: Pablo de Queiroz & Silvina Igova 
Puchheimer Kulturcentrum PUCOskar-Maria-Graf-Straße 2, 82178 Puchheim
Konzert heute

Maisach: Joscho Stephan Trio

Joscho Stephan Trio
Wie kein anderer prägt Joscho Stephan mit seinem Spiel den modernen Gypsy Swing: Mit seinem authentischen Ton, mit harmonischer Raffinesse und rhythmischem Gespür, vor allem aber mit atemberaubender Solotechnik hat er sich einen herausragenden Ruf in der internationalen Gitarrenszene erspielt. Wie kein anderer versteht er es, aus der Vielzahl der aktuellen Gypsy Swing Adaptionen herauszustechen, indem er neben zahlreichen Interpretationen der bekannten Klassiker des Genres den Gypsy Swing mit Latin, Klassik und Rock verbindet. Hier zeigt sich Stephans Stärke als kreativer Visionär. Und das begeistert das junge und alte Konzertpublikum gleichermaßen. Joschos Youtube-Version von „Hey Joe“ hat mittlerweile die 3 Millionen-Marke geknackt. Sein Debütalbum „Swinging Strings“ wurde 1999 vom amerikanischen Fachmagazin „Guitar Player“ zur CD des Monats gewählt. Das renommierte „Acoustic Guitar Magazine“ feierte Joscho Stephan bereits 2004 als Garanten für die Zukunft der Gypsy-Jazz-Gitarre. Für die CD „Guitar Heroes“ konnte er 2015 Gitarrengrößen wie Bireli Lagrène, Stochelo Rosenberg und Tommy Emmanuel als Gäste gewinnen. Inzwischen ist Joscho selbst ein gefragter Gast und wirkte unter anderem auf den aktuellen Alben von Peter Kraus und Daniel Hope mit. Auch in den USA begeisterte er mit Konzerten u.a. in Nashville, Chicago, San Francisco, Detroit oder im legendären Jazzclub Birdland und im Lincoln Center in New York. Auf dem australischen Kontinent tourte Joscho Stephan mit Tommy Emmanuel. Zu seinem aktuellen Trio gehören Sven Jungbeck, Rhythmusgitarre, und Volker Kamp, Kontrabass. In dieser Besetzung ist das Trio seit 2018 unterwegs und hat seitdem zahlreiche Tourneen und Konzerte u.a. in Italien, Portugal, Spanien, Ungarn, Kroatien, Schweiz oder Estland gespielt.
Bräustüberl MaisachHauptstraße 24, 82216 Maisach
Konzert heute

Freising: de andern & Big Iron Creek

de andern & Big Iron Creek
"Big Iron Creek" ist eine sechsköpfige Band aus dem Raum Freising und München, die seit 2013 Bühnen zum Beben bringt. Was als lokale Jam-Session begann, hat sich längst zu einer festen Größe auf Events und Festivals der Region entwickelt. Ob Uferlos-Festival, das Open Air am Freisinger Marienplatz oder die Munich Marketing Night im Kesselhaus. 
Die Homebase ist ganz klar Freising. 
Ihre Leidenschaft sind Rock- und Popsongs der letzten vier Jahrzehnte – energiegeladen, tanzbar und mit ordentlich Wumms. 
Von Boston und Journey über Queen, Bowie und Billy Idol bis zu Rage Against the Machine, Blink 182, Red Hot Chili Peppers und Imagine Dragons – wir mixen Kult-Hits und moderne Klassiker zu einem Set, das Generationen verbindet.

"De andern", seit vielen Jahren teilen die fünf Musiker der Formation „de andern“ die Leidenschaft für die Rockmusik. 
Dabei greifen sie auf den schier unerschöpflichen Pool zurück, den Weltstars wie Eric Clapton, Melissa Etheridge, Jo Cocker, Janis Joplin und unzählige Künstler mehr, geschaffen haben.
Die Auswahl der Rocksongs, die Interpretation und die routinierte Präsentation sind für „de andern“ die wichtigsten Eckpfeiler für einen emotionsgeladenen Rockevent.
Lindenkeller
Veitsmüllerweg 2
85354 Freising
Konzert heute

Dachau: Angela Hewitt spielt Johann Sebastian Bach

Angela Hewitt spielt Johann Sebastian Bach
Angela Hewitt nimmt eine einzigartige Stellung unter den führenden Pianistinnen und Pianisten unserer Zeit ein. Neben ihrem breit gefächerten Repertoire sowie regelmäßigen Auftritten in Recitals und mit renommierten Orchestern in ganz Europa, Amerika und Asien hat sie sich durch ihre preisgekrönten Aufnahmen und Aufführungen der Werke von Johann Sebastian Bach als eine der führenden Bach-Interpretinnen weltweit etabliert. Im Jahr 2020 erhielt sie die Bach-Medaille der Stadt Leipzig, eine große Ehre, da diese erstmals in ihrer 17-jährigen Geschichte an eine Frau verliehen wurde.

In eine musikalische Familie hineingeboren, begann Angela Hewitt ihr Klavierstudium im Alter von drei Jahren, mit vier Jahren trat sie bereits öffentlich auf und gewann ein Jahr später ihr erstes Stipendium. Sie studierte bei Jean-Paul Sévilla an der Universität von Ottawa und gewann 1985 die Toronto International Bach Piano Competition, der ihre erfolgreiche Laufbahn als Pianistin einleitete. 2018 erhielt sie den Governor General’s Lifetime Achievement Award, nachdem sie bereits 2015 die
höchste Auszeichnung ihres Heimatlandes verliehen bekommen hatte: sie wurde Companion of the Order of Canada, eine Ehre, die gleichzeitig nur 165 lebenden Kanadiern zuteilwird. 2006 war ihr von Königin Elizabeth II. ein OBE verliehen worden. Angela Hewitt ist Mitglied der Royal Society of Canada, sie hat sieben Ehrendoktorwürden inne und ist Visiting Fellow des Peterhouse College in Cambridge.

Programm:
Johann Sebastian Bach, Toccata D-Dur BWV 912
Französische Suite G-Dur Nr. 5 BWV 816
Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll BWV 903
Partita G-Dur Nr. 5 BWV 829; Italienisches Konzert F-Dur BWV 971
Präludium und Fuge a-Moll BWV 894
Schloss Dachau
Schlossstraße 1
85221 Dachau 
Konzert heute

Habach: Federnelken

Federnelken
Der Mu?nchner Band Federnelken zuzuho?ren, versetzt einen schnell in ein gut gelauntes 80er-Jahre-Feeling: NDW-Sound, Glitzerklamotten, Stromgitarren. Zart wie eine Federnelke ist allerdings nur der eine oder andere Song oder Refrain. Die Band reißt mit ihrem druckvollen Indie-Pop und den Hooks, die ihm Ohr bleiben, schon mal die Hu?tte ab.

Hört man die kess görige Gitarristin und Sängerin Vroni, denkt man sofort an Annette Humpe, und zwar in einem charmant moderaten Bairisch.

Beheimatet zwischen dem Lenggrieser Hirschbachstu?berl und dem Mittleren Ring, sind die Federnelken nach fu?nf Jahren in die Ho?he gewachsen und haben einen unbekannten Planeten entdeckt: ein Idyll aus Rock'n'Roll rund um echte Mu?nchner und Isartaler Geschichten.
Village im Kulturtal ObermühleObermühle 1, 82392 Habach
Museen heute

Buchheim Museum: KLANGVOLLE STILLE. STEINSKULPTUREN VON KUBACH & KROPP

KLANGVOLLE STILLE. STEINSKULPTUREN VON KUBACH & KROPP

Ausstellung vom 05. August 2025 bis 15. März 2026
Buchheim Museum der Phantasie

Das Künstlerpaar Livia Kubach und Michael Kropp verwendet in seiner Arbeit meist schwarze Granite aus unterschiedlichen Regionen des Globus. Die Struktur der bearbeiteten Steine zeigt sich kristallin oder amorph, geschliffen und poliert oder rau und mit Bruchkanten. Zunächst faszinieren die Objekte und Skulpturen durch ihre besondere Ästhe k. Sie vermi eln Ruhe und Konzentra on und üben auf den Betrachter eine starke, beinahe magische Anziehungskra aus.
Jenseits der Faszina on der Oberfläche haben die Arbeiten von Kubach & Kropp auch optische und akustische Eigenscha en: Sie fordern den Betrachter dazu auf, durch Positionswechsel den optischen Veränderungen im Stein und dem subtilen Spiel mit dem Licht zu folgen. Einige sind dazu entworfen, ihnen Töne zu entlocken, diese dürfen bei Führungen bespielt werden. Livia Kubach, Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie und Meisterschülerin von Günther Uecker, und Michael Kropp, als Musiker, Bildhauer Autodidakt, haben über die Jahre eine eigenständige, keinem Trend zuzuordnende künstlerische Ausdrucksform gefunden. Seit vielen Jahren sind sie mit ihren Skulpturen interna onal erfolgreich in Ausstellungen zu sehen und in vielen renommierten Kunstsammlungen dauerhaft präsent.
Das Bildhauerpaar lebt und arbeitet in Bad Kreuznach.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen: 
- Kubach & Kropp
Säuleninsel, 2023
schwarzer schwedischer Granit, Klangskulptur
Objektmaß 20,0 x 46,0 x 46,0 cm
- Kubach & Kropp
Kreuz für Licht und Schatten, 2022
schwarzer schwedischer Granit
Objektmaß 48,0 x 30,0 x 15,0 cm
Museen heute

Stuttgart: Romane Holderried Kaesdorf. Haltung bewahren

Romane Holderried Kaesdorf. Haltung bewahren

Ausstellung vom 27. September 2025 bis 12. April 2026 
Kunstmuseum Stuttgart 

Romane Holderried Kaesdorf (1922–2007) ist eine der interessantesten Vertreter:innen der zeitgenössischen Grafik Südwestdeutschlands. Erstmals im Kunstmuseum Stuttgart ist nun in einer Einzelausstellung ihr außergewöhnliches wie eigensinniges Werk zu entdecken.  
Fünf Jahrzehnte lang hat Romane Holderried Kaesdorf nahezu täglich gezeichnet, wobei sie sich konsequent gegen die Strömung der vorherrschenden Nachkriegsabstraktion stellte. Ihre Zeichnungen gehören mit zum Außergewöhnlichsten, was das Medium Zeichnung im 20. und 21. Jahrhundert hervorgebracht hat. 
Trotz dieser überragenden Qualität und obgleich Museen früh auf die Künstlerin aufmerksam wurden, blieb die Rezeption ihres Werkes überwiegend auf Baden Württemberg beschränkt. Die Galerie der Stadt Stuttgart begann bereits 1953 Arbeiten von Holderried Kaesdorf anzukaufen. Heute besitzt das Kunstmuseum Stuttgart zwanzig ihrer Werke.  
Ergänzt um Leihgaben aus öffentlichen und privatem Besitz, zeigt die Ausstellung einen repräsentativen Querschnitt ihres Werks seit den 1960er-Jahren – von den surrealen Szenerien über die Männer- und Frauenzeichnungen bis hin zu späten Serien, in denen sie ihr Sujet mit nur noch wenigen Strichen umsetzt. 
Die Werkschau gibt eine Vorstellung von der motivischen sowie stilistischen Entwicklung der unverwechselbaren Bildsprache von Holderried Kaesdorf. Die Arbeiten von Holderried Kaesdorf zeichnet ein leiser, hintergründiger Humor aus, der aus der Begegnung ihrer Figuren untereinander oder mit Dingen entsteht. Die Frauen und Männer ihrer Bildwelten scheinen immerzu beschäftigt: Sie erproben Körperhaltungen, sie hantieren und interagieren, ja ringen mit wiederkehrenden Gegenständen – mit Stühlen, Schemeln, Sesseln und Sofas, Büfetts und Schränkchen –, mal hingebungsvoll, mal mit großer Sorgfalt, mal unbeholfen oder steif. Gleichsam wie in Versuchsanordnungen erforschen die Zeichnungen mögliche Beziehungsgefüge zwischen dem Individuum zu sich selbst und seiner eigenen Körperlichkeit sowie zu der es umgebenden Umwelt. 

Manche dieser seltsam, gelegentlich auch bizarr anmutenden Episoden mögen irritieren, besonders ungewöhnlich sind sie allerdings nicht. Es könnten alltägliche Szenen sein, die die Künstlerin mit größtmöglicher Sachlichkeit schildert. Sie vermeidet dabei jede Wertung. Die Titel der Blätter, häufig längere Satzfragmente, beschreiben entweder auf lakonische Weise den Bildinhalt oder fügen als Kommentar den Zeichnungen eine weitere Bedeutungsebene hinzu. Zum Beispiel: »Vor der Tür kriechend« (1963), »Jäger üben für die 4. und letzte Dienstprüfung« (1971), »1 Frau schiebt den Stuhl, am Rand Turnerinnen« (1980), »Merkblatt, wie man ein kleines Brett mit einer Hand hält, wie man ein kleines 
Brett mit 2 Händen hält« (1990). 
Auffällig ist, dass die Aktionen und Handlungen der weiblichen Figuren gegenüber den männlichen stets dynamischer ausfallen: ihr Verhalten und ihre Haltungen sind geprägt von einer inneren Freiheit und Gegenwärtigkeit, die Selbstbewusstsein ausstrahlen. Auffällig ist auch, dass ab 1976 weitgehend nur noch Frauendarstellungen entstehen. Bis dahin dominieren Männer die Zeichnungen. Die Hinwendung zu weiblichen Figuren erfolgte in einem längeren Prozess, eine Motivation könnte gewesen sein, dass die UNESCO 1975 das »Internationale Jahr der Frau« ausrief. Es wurde damit ein politisches wie gleichermaßen gesellschaftliches Zeichen gesetzt, das weltweit auch Künstlerinnen ermutigen sollte, für eine größere Sichtbarkeit im Kunstbetrieb zu kämpfen. Als Feministin hat sich Holderried Kaesdorf zwar nie gesehen, gleichwohl hat sie sich zeitlebens für die Darstellung von Frauen in der Kulturgeschichte und für die Werke insbesondere weiblicher Kolleginnen interessiert.  
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand-Verlag. 
Kuratorin: Eva-Marina Froitzheim 

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 1
70173 Stuttgart
Abbildung: 
- Romane Holderried Kaesdorf 
Jäger üben für die 4. und letzte Dienstprüfung, 1971 
Farbstift und Bleistift auf Papier, 51 x 73 cm 
Museum Biberach 
© Nachlass Romane Holderried Kaesdorf 
Museen heute

Lenbachhaus: Shifting the Silence. Die Stille verschieben

Shifting the Silence. Die Stille verschieben
Gegenwartskunst im Lenbachhaus ab 14. Oktober 2025

Shifting the Silence ist der Titel des letzten Buches von Etel Adnan, erschienen 2021. Die deutsche Übersetzung Die Stille verschieben erschien posthum 2022. Erkennbar am Ende ihres Lebens verfasst, reflektiert Etel Adnan darin melancholisch, poetisch und sehr persönlich die großen Themen des Lebens. Alltagsbeobachtungen, Gefühle, Anekdoten oder Erinnerungen definieren in kurzen Prosastücken die Erzählung, die jedoch
keiner Linearität folgt. Die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod schafft eine ernste, philosophische Tiefe. Zugleich aber feiert Etel Adnan die Schönheit des Lebens, was als eine politische Gegenwehr gegen gesellschaftliches Verstummen verstanden werden kann. Es ist der Text einer Malerin, deren künstlerische Karriere als Schriftstellerin und Philosophin begann. Ein Raum der Ausstellung ist daher ihren Gemälden gewidmet.
Die Ausstellung möchte sich ein zentrales Anliegen von Shifting the Silence zu eigen machen: das Nachdenken über die Schwierigkeit, Werke Bildender Kunst vollständig in Worte zu fassen und erfahrbar zu machen. Eine Versprachlichung – also eine Übersetzung von Kunstwerken
und ästhetischen Erfahrungen in Worte und in Sprache – stellt in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung dar. Denn Sprache ist nicht nur ein Mittel zur Verständigung, sie ist zugleich begrenzt und manchmal sogar hinderlich, wenn es darum geht, vielschichtige Eindrücke und Wahrnehmung zu vermitteln. Etel Adnan schlägt vor, die Stille zu “verschieben“ – also die Grenzen des Sagbaren zu erweitern und das Poetische der vielen Ausdrucksformen der Künste nicht zu rationalisieren, sondern als Eigenwert anzunehmen.
Mit Werken von Etel Adnan, Saâdane Afif, Nevin Alada?, Harold Ancart, Tolia Astakhishvili, Leilah Babirye, Cana Bilir-Meier, Mel Bochner, Thea Djordjadze, Simone Fattal, Amy Feldman, Dan Flavin, Isa Genzken, Adrian Ghenie, Zvi Goldstein, Sheela Gowda, Giorgio Griffa, Philipp Gufler, Samia Halaby, Candida Höfer, Jenny Holzer, KAYA, Alexander Kluge, Ji?í Kovanda, Goshka Macuga, Nick Mauss, Rosemary Mayer, Ma?gorzata Mirga-Tas, Roméo Mivekannin, Matt Mullican, Marcel Odenbach, Roman Ondak, Anri Sala, Curtis Talwst Santiago, Spomenko Škrbi?, Sung Tieu, Gülbin Ünlü, Nicole Wermers und Issy Wood.
Shifting the Silence. Die Stille verschieben eröffnet Assoziationen und steht dieser Ausstellung als leitender Gedanke zur Seite, um die Kunstwerke als ein offenes Interpretationsmuster zu begleiten und zu erhellen.
Kuratiert von Eva Huttenlauch und Matthias Mühling
Mit Stiftungen von: Doris Keller-Riemer und Hans-Gerd Riemer, Jörg Johnen, Nevin Alada?, Amy Feldman, Zvi Goldstein, Goshka Macuga, Nick Mauss, Gabriel und Renate Mayer, Thorsten Eimuth, Jan Fischer, Marion Gr?i?-Ziersch, Sammlung Thiess, Mathias-Pschorr-Stiftung, Förderverein Lenbachhaus e.V.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München
Abbildung: 
- Rosemary Mayer, Hypsipyle, 1973, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich © The Estate of Rosemary Mayer, New York, Foto/Photo: Lukas Schramm, Lenbachhaus 
Museen heute

Pinakothek der Moderne: CITY IN THE CLOUD - DATA ON THE GROUND

CITY IN THE CLOUD - DATA ON THE GROUND

Ausstellung vom 15. Oktober 2025 bis 08. März 2025
Pinakothek der Moderne

Die zunehmende digitale Umwandlung unseres virtuellen und physischen Lebens führt zu einem exponentiellen Wachstum globaler Dateninfrastrukturen. Neue Rechenzentren werden von Städten und Ländern auf der ganzen Welt auf weitläufigen Arealen errichtet, um auf der globalen Datenlandkarte konkurrenzfähig zu sein. Ihr wirtschaftlicher Nutzen fordert jedoch einen hohen sozialen und ökologischen Preis, der vielerorts von lokalen Gemeinschaften und Umweltschutzbewegungen infrage gestellt und angefochten wird. Als energiehungrige, ressourcenintensive Anlagen sind die Rechenzentren auf sauberes Wasser und lokale Energienetze angewiesen und konzentrieren den wirtschaftlichen und politischen Einfluss in den Händen einiger weniger multinationaler Konzerne. Details zur Generierung von Daten und zu Datenrechten werden zudem meist aus öffentlichen Debatten ferngehalten. Daten sind praktisch zur neuen Währung geworden, was die Extraktion von noch mehr kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kupfer, Kobalt und Zinn vorantreibt.

Diese Ausstellung setzt sich kritisch mit den materiellen und räumlichen Auswirkungen der Dateninfrastruktur auseinander, indem sie die Orte aufzeigt, an denen Daten verarbeitet und konsumiert werden. Wie kann der steigende Bedarf an Daten und Dateninfrastrukturen gesteuert und mit einer gerechten und ausgewogenen Entwicklung in Einklang gebracht werden? Welche Auswirkungen hat die allgegenwärtige digitale Vernetzung auf die natürlichen Landschaften, die Produktion von Raum, die architektonische Praxis und Erinnerung oder das Kulturerbe?

Indem Orte der Dateninfrastruktur offengelegt werden und das Bewusstsein für unseren planetarischen Daten-Fußabdruck geschärft wird, entstehen Fragen zum Umgang mit Daten. Was soll behalten und was gelöscht werden? Die Ausstellung eröffnet eine Diskussion über die potenzielle Rolle von Daten bei der Förderung einer demokratischen und ökologisch verantwortungsvollen kollektiven Zukunft.
Kurator: Damjan Kokalevski

Pinakothek der Moderne
Arcisstraße 21
80333 München
Abbildung: 
- Library of Congress

Das achte Weltwunder: das Atlantik-kabel. Allegorische Szene, die Neptun mit einem Dreizack im Vordergrund zeigt, sowie einen Löwen, der Großbritannien reprä-sentiert, der das eine Ende des Atlantikkabels hält, und einen Adler, der die Vereinigten Staaten repräsentiert, der das andere Ende des Kabels hält, 1866.
Museen heute

Haus der Kunst: Cyprien Gaillard. Wassermusik

Cyprien Gaillard. Wassermusik

Ausstellung vom 17. Oktober 2025 bis 22. März 2026
Haus der Kunst, München

Cyprien Gaillards neue Ausstellung „Wassermusik“ reflektiert über öffentliche Denkmäler und ihre Bedeutung in der heutigen Zeit.

Mit Wassermusik präsentiert das Haus der Kunst die neue Ausstellung von Cyprien Gaillard (geb. 1980, Paris), die passend zum Ende des diesjährigen Oktoberfests eröffnet. Im Zentrum steht sein neuester stereoskopischer Film Retinal Rivalry (2024), der teilweise auf dem Münchner Oktoberfest gedreht und vom Haus der Kunst koproduziert wurde. Mit modernster Technologie erschafft Gaillard eine erweiterte, geschärfte Sicht auf die Welt um uns. Das Schlüsselwerk führt die Betrachter*innen auf eine Reise durch verflochtene Zeit und unzugängliche urbane Oberflächen: Müllcontainer und unterirdische Adern, feuchtwarme Landschaften und Ausblicke aus den Augen der Bavaria-Statue über das Oktoberfest. So tritt es in einen engen Dialog mit der Stadt München und ihrem weltweit größten Volksfest, und lässt dieses wie in einer seltsamen Erinnerung nachklingen, unterläuft gewohnte Wahrnehmungsmuster mit einem skulpturalen und psychedelischen Raum, und löst die Erzählung auf, um reine Vision zu offenbaren.
Wasser durchdringt die neue Werkserie in der Einzelausstellung von Cyprien Gaillard. An den Schnittstellen von menschlichen Relikten, urbaner Geografie und Psychologie erschafft Gaillard ein Universum, das Phänomenen wie zivilisatorischen Umwälzungen und geologischer Zeit neue Gestalt verleiht. Über Medien wie Fotografie, Skulptur, Film, Video, Collage, Installation und Live-Performance entfaltet sein Werk eine Sprache des Verfalls, die Geschichte neu ordnet und die Gegenwart in einem anderen Licht zeigt.

Gaillard fasst Wasser als elementare Kraft auf – es durchquert die Zeit und verbindet Spuren zerfallener Geschichten. Durch Interventionen, Film, Skulpturen und Archivmaterial verändert er die Südgalerie mit Relikten wie Notausgangsschildern aus den 1930er-Jahren, Möbelstücken oder einem abgenutzten Teppich. Damit legt er die Spuren der einstigen Mieter*innen des Gebäudes offen. Zu den beständigsten nicht-menschlichen Zeugen gehören die Ammonitenfossilien im Marmorboden, die im Wasserlicht schimmern.
Zwei eigens von Gaillard erarbeitete Werkgruppen aus Archiven sind wichtige Bestandteile der Ausstellung: aus dem Haus der Kunst in München und dem Musée de l’Orangerie in Paris – Orte, die die Narben des Zweiten Weltkriegs tragen. Eine Auswahl an Möbeln aus dem Haus der Kunst ruft die Verhandlungen seiner früheren Mieter über die Nutzung des Gebäudes in Erinnerung. Prägnante Fotografien dokumentieren die Wasserschäden im Musée de l’Orangerie im Sommer 1944, als Bomben Decken einstürzen ließen: Wasser kroch über die Oberflächen, aufplatzende Schichten legten geisterhafte Blumenmuster frei. Durch diese Zusammenstellung entfaltet Gaillard einen Dialog zwischen Naturkräften und menschlichen Konstruktionen und verwandelt Orte in lebendige Monumente.
Diese Ausstellung setzt die Vision des Haus der Kunst fort, die Bedeutung von Baudenkmälern losgelöst von ihrem ursprünglichen Zweck neu zu definieren und zu untersuchen, wie öffentliche Denkmäler neue kollektive Erfahrungen schaffen können. Nach Einzelausstellungen wie „Voices“ von Philippe Parreno, „Mute“ von Pan Daijing und „Window of Tolerance“ von Wang Shui setzt Gaillards neue Ausstellung das experimentelle Programm des Haus der Kunst fort, indem sie modernste Technologie und zeitbasierte Medien integriert und Lebendigkeit als neue Form der
Ausstellungsgestaltung und künstlerischen Praxis erforscht.
Kuratiert von Xue Tan mit Lydia Antoniou und Laila Wu.

Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
80538 München


Abbildungen:
- Retinal Rivalry, 2024 (film still)
(3D motion picture, DCI DCP, dual 4k Projektion | projection bei | at 120fps)
2 Channel Audio
29:03 min
© Cyprien Gaillard
Courtesy the artist, Sprüth Magers and Gladstone Gallery
- Retinal Rivalry, 2024 (film still)
(3D motion picture, DCI DCP, dual 4k Projektion | projection bei | at 120fps)
2 Channel Audio
29:03 min
© Cyprien Gaillard
Courtesy the artist, Sprüth Magers and Gladstone Gallery
Museen heute

Museum Brandhorst: LONG STORY SHORT. EINE KUNSTGESCHICHTE AUS DER SAMMLUNG BRANDHORST VON DEN 1960ER-JAHREN BIS ZUR GEGENWART

LONG STORY SHORT. EINE KUNSTGESCHICHTE AUS DER SAMMLUNG BRANDHORST VON DEN 1960ER-JAHREN BIS ZUR GEGENWART

Ausstellung vom 22. Oktober 2025 bis 27. September 2026
Museum Brandhorst, München

Erstmals seit seiner Eröffnung 2009 widmet sich das Museum Brandhorst mit „Long Story Short“ einer chronologischen Präsentation der Sammlung. Die Ausstellung vereint annähernd 80 Werke von über 30 Künstler:innen aus der Sammlung Brandhorst, darunter bedeutende Neuerwerbungen wie Martine Syms’ „DED“ (2021) sowie über 20 bisher noch nie gezeigte Arbeiten, etwa von Jacqueline Humphries, Laura Owens und Giulio Paolini.

Kunstgeschichte(n)
Der Bestand des Museums ist seit seiner Eröffnung von 800 auf über 2000 Werke angewachsen und verwebt zahlreiche Erzählstränge aus der Kunst der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit, die punktuelle wie tiefgreifende Einblicke in die Kunstproduktion der letzten 70 Jahre, vor allem in Europa und im US-amerikanischen Raum, geben. Anstatt einer vermeintlich vollständigen Geschichte dieses Zeitraums reihen sich in „Long Story Short“ ausgewählte Strömungen, ästhetische Fragestellungen und künstlerische Positionen von den 1960er-Jahren bis heute zu einer Perlenkette einzelner Kunstgeschichten.

Kunst als Spiegel der Gesellschaft
Neben formalen Entwicklungen und Zäsuren geht es immer auch darum, wie Kunst auf historische Ereignisse, gesellschaftliche Veränderungen und technologische Innovationen reagiert und sie im künstlerischen Prozess reflektiert. Welche Auswirkungen hatte das Wirtschaftswunder auf den Umgang von Künstler:innen mit Materialien? Was bedeutete die Politisierung der Gesellschaft in den 1960er-Jahren für Künstler:innen? Auf welche Weise hat die Digitalisierung die Produktion von Kunst verändert?

Von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart
Jeder Raum ist dabei eine eigene Ausstellung für sich, erzählt einen spezifischen kunsthistorischen Moment im Kontext seiner Zeit oder widmet sich einer ausgewählten Werkgruppe einzelner Künstler:innen: Beginnend mit der prozesshaften Materialreflexion der Arte Povera (mit Werken von Jannis Kounellis, Marisa Merz, Mario Merz und Giulio Paolini) und der formalen Reduktion des Minimalismus (unter anderem bei Richard Tuttles spielerisch-geometrischen Formen) über die konzeptuelle Fotografie der späten 1970er-Jahre (Victor Burgin) und die intensiven Auseinandersetzungen mit Körper, Geschlecht und Identität im Kontext der 1980er-Jahre (unter anderem bei Georg Herold und Rosemarie Trockel) bis hin zum richtungsweisenden Malereidiskurs der 1990er-Jahre (mit Charline von Heyl, Albert Oehlen, Laura Owens und anderen) entsteht so ein Kaleidoskop kunsthistorischer Erzählungen der jüngeren Vergangenheit. Die Auseinandersetzung mit digitalen Medien und Technologien – etwa bei Kerstin Brätsch, Mark Leckey, Jacqueline Humphries oder Sondra Perry – reflektiert einen Aspekt künstlerischer Produktion der Gegenwart und bildet einen offenen Schlusspunkt.
Die Ausstellung macht die vielfältigen Ausdrucksformen und ästhetischen Strategien der Kunst als Teil eines historischen Gefüges erfahrbar. Sie zeigt, wie Kunst nicht isoliert existiert, sondern in einem ständigen Austausch mit ihrer Zeit, mit politischen, sozialen und technologischen Entwicklungen steht, diese in freier Weise reflektiert und damit ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft ist.
Kunst entdecken
Die Bandbreite der Exponate reicht von monumentalen Arbeiten wie Mark Leckeys zehn Meter hoher aufblasbarer Skulptur „Inflatable Felix“ (2020) – dem ersten Fernsehbild der Geschichte als Pop-Ikone – bis hin zu André Caderes nur 29 Zentimeter langem, handbemaltem Stab „Barre de bois rond“ (1976), der einst in fremde Ausstellungen geschmuggelt wurde.
Dazwischen entfaltet sich ein Panorama künstlerischer Strategien, die ebenso überraschend wie sinnlich erfahrbar sind: Marisa Merz verwandelt in dem Schwarzweißfilm „La conta“ (1967) eine alltägliche Küchenszene in ein feministisches Manifest, Victor Burgin inszeniert in „Zoo 78“ (1978) das geteilte Berlin als „Stadt des Geistes“, und Jacqueline Humphries lässt ihre „Black Light Paintings“ (2005) im Dunkeln erstrahlen – Malerei, die sich selbst zum Leuchtkörper macht und im Museum Clubatmosphäre erzeugt. Mit Martine Syms’ monumentaler Videoinstallation „DED“ (2021) trifft schließlich eine neue Generation auf die Gegenwart: Ihr digitaler Avatar durchwandert eine endlose Landschaft aus Schmerz, Humor und
Wiedergeburt – ein eindrücklicher Kommentar zu Körper, Medien und Selbstbild im 21. Jahrhundert.

Mit Werken von
Kerstin Brätsch, Victor Burgin, André Cadere, DAS INSTITUT (Kerstin Brätsch und Adele Röder), Walter De Maria, Wade Guyton, Georg Herold, Charline von Heyl, Jacqueline Humphries, KAYA (Kerstin Brätsch und Debo Eilers), Jannis Kounellis, Michael Krebber, Louise Lawler, Mark Leckey, Mario Merz, Marisa Merz, Albert Oehlen, Kayode Ojo, Laura Owens, Palermo, Giulio Paolini, Sondra Perry, Sigmar Polke, Seth Price, Amy Sillman, Frank Stella, Martine Syms, Niele Toroni, Rosemarie Trockel, Richard Tuttle, Cy Twombly, Franz West.

MUSEUM BRANDHORST
Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Theresienstraße 35a
80333 München

Abbildungen: 
- Niele Toroni 
Empreintes de pinceau n° 50 répétées à intervalles réguliers de 30 cm, 1977 
Udo und Anette Brandhorst 
Sammlung 
© Niele Toroni. VG Bild-Kunst, Bonn [2025]. Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, 
Museum Brandhorst, München 
- Amy Sillman 
Mr. Wrong, 1995 
Udo und Anette Brandhorst 
Sammlung 
© Amy Sillman. Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, 
Museum Brandhorst, München 
Museen heute

Lenbachhaus: Out of Focus. Leonore Mau und Haiti. Eine Ausstellung von U5

Out of Focus. Leonore Mau und Haiti. Eine Ausstellung von U5

Ausstellung vom 4. November 2025 – 15. Februar 2026
Lenbachhaus München

"Sa w wè a se pa sa" (Was man sieht, ist nicht, was es ist. Haitianisches Sprichwort)

Kann eine Ausstellung einer deutschen Fotografin ein Bild von Haiti vermitteln, das nicht von Stereotypen geprägt ist? Mit „Out of Focus“ überführen U5 die Bilder Leonore Maus (1916 – 2013) in ein multimediales, sinnliches Environment.
Leonore Mau reiste in den 1970er Jahren während der Diktatur von Jean-Claude „Baby Doc“ Duvalier nach Haiti. Sie war gemeinsam mit dem Schriftsteller Hubert Fichte (1935–1986) unterwegs. Die Reise war Teil eines langjährigen Rechercheprojekts zu afrodiasporischen Religionen. Maus Fotografien wurden in den Fotobüchern „Xango“ (1976) und „Petersilie“ (1980) und in Reisereportagen in vielen deutschen Zeitschriften publiziert. Der größte Teil wurde jedoch bisher weder veröffentlicht noch in Ausstellungen gezeigt und befindet sich im Nachlass der Fotografin im bpk-Fotoarchiv in Berlin.
Während Maus Fotobücher auch Fotografien beinhalten, die das von Vorurteilen geprägte Bild von Haiti und Vodou bestätigen, finden sich in ihrem umfangreichen Nachlass zahlreiche Aufnahmen, in denen alltägliches Leben, Gemeinschaft, Diktatur, Spiritualität und Tourismus nebeneinander existieren. Das Œuvre von Leonore Mau eröffnet eine Möglichkeit, kritisch über politische, ökonomische, kulturelle wie persönliche Verflechtungen nachzudenken. Dabei werden auch Fragen der Ästhetik und Ethik des Fotografierens angesprochen. Wie können die Bilder gezeigt werden, ohne Machtverhältnisse zu reproduzieren?

„Was man sieht, ist nicht, was es ist“: Die von dem Künstlerinnenkollektiv U5 in Zusammenarbeit mit ALIAS architects entwickelte Rauminstallation spricht Fragen des Zeigens und Nichtzeigens an. „Out of Focus“ sucht nach einem Umgang mit diesen Bildern, der Ambivalenz zulässt, in dem Kritik und Schönheit kein Widerspruch sind.
Die Ausstellung ist eine künstlerische Weiterentwicklung des Forschungsprojekts „Out of Focus“ von Dora Imhof und U5 an der Universität Zürich. Gemeinsam mit der Kulturanthropologin und Künstlerin Gina Athena Ulysse, der Künstlerin und Filmemacherin Madafi Pierre, dem Houngan (Priester), Musiker und Generaldirektor des Bureau National d’Ethnologie in Port-au-Prince Erol Josué und weiteren Personen mit unterschiedlichen Expertisen entwickelt die Ausstellung einen dialogischen, kritischen und dekolonialen Umgang mit den Fotografien von Leonore Mau.
Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche viersprachige, von Dora Imhof, Gina Athena Ulysse und U5 herausgegebene Publikation im Verlag Hatje Cantz.

Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
Abbildung: 
- U5, Tourist*innen / Tourists, Überlagerung von Fotografien von Leonore Mau / layering of photographs by Leonore Mau, 2025 © U5, bpk, S. Fischer Stiftung und / and Leonore Mau
Museen heute

Kunstmuseum Stuttgart: Rolf Nesch, Nadira Husain, Ahmed Umar - Prägungen und Entfaltungen

Rolf Nesch, Nadira Husain, Ahmed Umar
Prägungen und Entfaltungen

Ausstellung vom 08. November 2025 bis 12. April 2026
Kunstmuseum Stuttgart

Den Ausgangspunkt für die Ausstellung bilden Druckgrafiken und Reliefarbeiten von Rolf Nesch (1893–1975) aus der Sammlung des Kunstmuseums Stuttgart. Sie treten in Dialog mit Werken der zeitgenössischen Künstler:innen Nadira Husain (*1980) und Ahmed Umar (*1988). Alle drei verbinden Migrationserfahrungen, die sich in Motivik und Bildsprache ihrer Arbeiten widerspiegeln.

Der aus Oberesslingen stammende Rolf Nesch emigriert 1933 als Gegner des Nationalsozialismus nach Norwegen. Seine Formensprache wandelt sich grundlegend durch den Einfluss nordischer Natur, Kultur und Menschen. Auch das Werk der indisch-baskisch-französischen Künstlerin Nadira Husain zeugt von transkulturellen Bewegungen und Reflexionen über die kulturelle Identität einer postmigrantischen zweiten Generation. Ahmed Umar flieht vor politischer Verfolgung aus dem Sudan nach Norwegen, um dort als queerer Künstler ein selbstbestimmtes Leben im Einklang mit seinen spirituellen und kulturellen Wurzeln zu führen.


Rolf Nesch (1893–1975)
Rolf Nesch studiert an der Kunstakademie Dresden. Nach einem Studienaufenthalt bei Ernst Ludwig Kirchner in Frauenkirch bei Davos beginnt er mit druckgrafischen Experimenten. Bereits vor seiner Emigration 1933 entwickelt er einen besonderen Metalldruck, bei dem auf die Druckplatte gelötete Metallstücke mitgedruckt werden. In Norwegen erweitert er diese Praxis, sodass am Ende dreidimensionale Materialbilder stehen. Die Beschäftigung mit dem Land und seiner Kultur, die Faszination für nordische Landschaften und Erzählungen, aber auch Exilerfahrungen und die Anpassung an neue Lebensumstände prägen Neschs Schaffen. Von 1960 bis Mitte der 1980er-Jahre erwirbt die Galerie der Stadt Stuttgart – der Vorgängerinstitution des Kunstmuseums Stuttgart – knapp 90 Arbeiten des Künstlers. Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums und Leihgaben aus dem In- und Ausland geben Einblick in sein transmediales, kulturübergreifendes Œuvre. Rolf Nesch zählt heute zu den bedeutendsten Künstler:innen Norwegens.

Nadira Husain (*1980)
Nach ihrem Kunststudium an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris zieht Nadira Husain nach Berlin. In ihren auffächernden, raumgreifenden Malereien und Installationen geht sie Themen wie Postmigration, Transkulturalität und kultureller Hybridität nach. Dabei verwendet sie traditionelle Handwerkstechniken und integriert Textilien und Keramik. Durch den Rückgriff auf Symbole und Erzählungen verschiedener Kulturkreise, die mit ihrem eigenen biografischen Hintergrund verknüpft sind, entstehen vielschichtige Bildkompositionen. In ihnen entspinnt sich ein dichtes Bezugssystem zu indopersischer Mogulmalerei, europäischen Comicfiguren und Elementen des Sufismus. Im Kunstmuseum Stuttgart präsentiert die Künstlerin neue Arbeiten, darunter eine vor Ort gestaltete Wandarbeit.

Ahmed Umar (*1988)
Der aus dem Sudan stammende Künstler und LGBTQIA+Aktivist Ahmed Umar flieht wegen der politischen Verfolgung seiner Person 2008 nach Norwegen. Dort studiert er bis 2016 Druckgrafik sowie medium- und materialbasierte Kunst an der National Academy of the Arts in Oslo. Seine künstlerische Praxis kennzeichnet eine fortwährende Beschäftigung und Erforschung neuer Materialien und die Umgestaltung von Fundstücken. Zugleich zeugt sein Werk von der Zerrissenheit eines Individuums zwischen traditionellen Geschlechterrollen, Religiosität und dem Streben nach Selbstbestimmung. Umar identifiziert sich als queer und versteht sich als politischer Künstler. Das Kunstmuseum Stuttgart präsentiert Ahmed Umars Werk erstmalig in Deutschland.

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 13
70173 Stuttgart


Abbildungen:
- Rolf Nesch 
Der Heilige Sebastian, 1941–1942 
Materialbild, 150 x 300 cm 
Kunstmuseum Stuttgart 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / 
Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart 
- Ahmed Umar 
Glowing Phalanges, 2025 
Arbeitsstudie 
Courtesy Ahmed Umar und OSL contemporary, Oslo 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Ahmed Umar 
- Rolf Nesch 
Landschaft von Bykleheia, 1939–1940 
Stein, Glas und Metall auf Kupferplatte,  
auf Holzplatte montiert, 96 x 156 cm 
Nasjonalmuseet Oslo 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Morten Thorkildsen 
Museen heute

Haus der Kunst: Sandra Vásquez de la Horra. Soy Energía

Sandra Vásquez de la Horra.
Soy Energía

Ausstellung vom 14. November 2025 bis 17. Mai 2026
Haus der Kunst, München

Soy Energía ist die erste Überblicksausstellung der chilenischen Künstlerin Sandra Vásquez de la Horra (geb. 1967, Viña del Mar, Chile) in Europa und präsentiert die transnationalen und Indigenen Perspektiven ihrer multidisziplinären künstlerischen Praxis. Ihr vor allem zeichnerisches und malerisches, aber auch filmisches und performatives Lebenswerk umfasst komplexe Ereignisse, Geschichten, Riten und Glaubensvorstellungen, die sowohl in ihrem Aufwachsen in Chile als auch in den vielen Jahren ihres Lebens in Deutschland wurzeln, und eröffnet neue Perspektiven. Kuratorin Jana Baumann: „Die Multiperspektivität des Werks lädt zu einer Begegnung mit den spirituellen, Mensch und Natur versöhnenden Welten der Künstlerin ein und würdigt ihr Engagement für Selbstbestimmung, Frauen- und Menschenrechte.“

Die Ausstellung widmet sich Vásquez de la Horras experimenteller Praxis, wobei ihr räumliches, energetisches und weltumfassendes Denken im Mittelpunkt steht. Erfahrungen von Verfolgung, Unterdrückung und Migration spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die Künstlerin entwickelt eigens eine Ausstellungspraxis, die sich vom Arbeiten mit organischen Materialien ableitet wie auch szenografische Ansätze in den Raum erweitert und berührende existentielle Erlebnisse vermittelt.
Vásquez de la Horras frühe Werkserien entstanden während der Herrschaft des Pinochet-Regimes in Chile in den 1980er- bis 1990er-Jahren, wobei sich die Künstlerin mit dem Körper und dessen weltlicher Einbettung mittels Zeichen, Fragmenten und Sprache befasste. Zeichnungen von fabelhaften Mischwesen mit menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zügen spielen auf die Unvereinbarkeit von Geschichte und Moral an. Die in Bienenwachs getränkten Arbeiten – eine Technik, die sie seit 1997 anwendet – präsentiert sie in experimentellen Hängungen, um vielfältig lesbare Konstellationen zu gestalten. In ihren ersten Jahren in Europa schuf Vásquez de la Horra Video-Performances und Filme, die nun erstmals gezeigt werden. In diesen Werken verarbeitet sie bedeutsame Ereignisse und Themen wie Einsamkeit, Trennung und Rassismus. Die Ausstellung verbindet die historische Dimension des Werks mit seiner Entwicklung in der Gegenwart und würdigt die über vier Jahrzehnte umfassende transdisziplinäre Arbeit von Sandra Vásquez de la Horra.
Andrea Lissoni, Künstlerischer Direktor: „Die Ausstellung spiegelt unseren transdisziplinären, transnationalen Ansatz in der Programmgestaltung wider – einen Ansatz, der unterschiedliche, aber aufeinander abgestimmte Praktiken miteinander verwebt und sich mit der Geschichte auseinandersetzt, um gleichzeitig neue Wege zu eröffnen, die Gegenwart zu bewohnen.“

Mit „Soy Energía“ setzt des Haus der Kunst seine Vision fort, Kanons neu zu bewerten und Stimmen Raum zu geben, die lange Zeit marginalisiert waren. Vásquez de la Horras Retrospektive bildet einen Widerhall auf die neuen Lesarten der Kunstgeschichte in der Gruppenausstellung „Für Kinder. Kunstgeschichten seit 1968“ und die sich wandelnden Wahrnehmungen, die in „Cyprien Gaillard. Wassermusik“ untersucht werden. Ihre Zeichnungen, die zugleich intim und expansiv sind, spiegeln die Art und Weise wider, wie Ei Arakawa-Nash Zeichen und Gesten in gemeinsame Sprachen verwandelt – indem sie den öffentlichen Raum einbezieht und ihn in einen Ort verwandelt, an dem Bilder, Zeichen und Bewegungen zu Begegnungen und gemeinsamen Gesten werden.

Kuratiert von Jana Baumann mit Marlene Mützel.

Haus der Kunst | Nordgalerie
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen: 
- Sandra Vásquez de la Horra. Soy Energía 
Ausstellungsansicht  
Haus der Kunst München, 2025 
Foto: Markus Tretter 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025
- Sandra Vásquez de la Horra. Soy Energía 
Ausstellungsansicht  
Haus der Kunst München, 2025 
Foto: Markus Tretter 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 
Museen heute

Buchheim Museum: AUSGESUCHT. WEITERE WERKE AUS DER SAMMLUNG

AUSGESUCHT. WEITERE WERKE AUS DER SAMMLUNG

Ausstellung vom 15. November 2025 bis 15. März 2026
Buchheim Museum der Phantasie

In der neuen Präsentation AUSGESUCHT im Großen Saal steht noch einmal die Vielfalt der Sammlungsstücke im Buchheim Museum im Vordergrund. Im Ansatz folgt sie der Frühjahrsausstellung MIT WACHEM BLICK & BEGABTER HAND. Doch die Auswahl der Werke unterscheidet sich stark und zeigt neue Themen. Die weltbekannten expressionistischen Meisterwerke der Sammlung Buchheim werden mit neuen Werken aus der Sammlung Hierling, weiteren weniger bekannten Stücken der Sammlung Buchheim und bisher nicht gezeigten Neuerwerbungen der Buchheim Stiftung kombiniert. Der Jahreszeit entsprechend wurde bei den Landschaften diesmal herbst- und winterlichen Ansichten der Vorzug gegeben. Nächtliche Motive spielen ebenfalls eine große Rolle. Die Freuden des Eislaufens sind zu sehen, aber auch Fasching, Kirmes und Zirkusakrobatik werden thematisiert. Wieder werden mit Gegenüberstellungen ganz unterschiedlicher Werke motivische Gemeinsamkeiten in den Fokus gerückt. Die Spanne der Stile reicht von secessionistischen Werken über expressive Bildfindungen und sachlich-realistische Schilderungen bis hin zu naiven Darstellungen. Weit über 100 Gemälde sind um Papierarbeiten und Plastiken ergänzt. 

Zwei Gemälde der Sammlung Buchheim werden freistehend präsentiert, so dass auch die Rückseiten zu sehen sind. Sie stehen beispielhaft für die Provenienzforschung am Museum und werden in einer Spezialführung am 30. November, um 15 Uhr genauestens erläutert. Bei etwa einem Drittel der Exponate ist darüber hinaus über QR-Codes der direkte Zugang zu unserer Sammlung Online gegeben, wo Sie neben Fotos vieler Rückseiten auch Biografien der Künstlerinnen und Künstler, Informationen zur Herkunft der Werke und ihren Vorbesitzerinnen und Vorbesitzern finden können. 

Am ersten Wochenende der Präsentation von AUSGESUCHT findet am 15./16. November von 11 bis 15 Uhr ein offener Knetworkshop mit der Künstlerin Katharina Neubert im Buchheim Museum statt. Für ihr Playdoughartprojekt formt sie seit 2018 in Museen weltweit die für sie schönsten – meist weiblichen – Figuren in Knete. Im Workshop können Groß und Klein es ihr gleichtun und sich ihre Lieblingsfigur auf den Werken im 
Saal aussuchen, sie abfotografieren und anschließend im Foyer eine eigene Version erschaffen. Als Abschluss kann dann das neue Kunstwerk mit dem Original verglichen und im direkten Miteinander fotografiert werden. 

Bei einem Werk in der Ausstellung handelt es sich um eine nur kurzfristige Leihgabe des Künstlers Ruprecht von Kaufmann. Sein Gemälde »Der Fjord« hat er 2019 in direktem Bezug zu Ernst Ludwig Kirchners »Berglandschaft« geschaffen. Nun werden beide Monumentalbilder erstmals Seite an Seite ausgestellt. Ab 29. November wird auf der Galerie die monografische Schau RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN zu sehen sein. »Der Fjord« ist also gleichsam ein Vorbote für die achte und letzte Präsentation, die in diesem Jahr im Buchheim Museum eröffnet wird. Beide Ausstellungen laufen dann parallel bis ins Frühjahr 2026. 

Mit Werken von: Ernst Barlach, Ludwig Maria Beck, Walter Becker, Max Beckmann, Otto Beyer, Albert Birkle, Ludwig Bock, Olga Bontjes van Beek, Heinz Borchers, Lothar-Günther Buchheim, Josef Buchty, Adolf Büger, Albert Burkart, Pol Cassel, Lovis Corinth, Grete Csaki-Copony, Edward Cucuel, Dina Cymbalist, Béla Czóbel, Hiltgund von Debschitz, Dietz Edzard, Adolf Eiermann, Friedrich G. Einhoff, Reinhold Ewald, Lyonel Feininger, Conrad Felixmüller, Alexander Fischer, Franz Frank, Fritz Gartz, Oskar Gawell, Ernst Graupner, Hans von Hayek, Erich Heckel, Jeppe Hein, Rudolf Heinisch, August Henneberger, Albert Hennig, Otto Herbig, Julius Herburger, Julius Hess, Holmead, Karl Hurm, Julius Hüther, Alexej von Jawlensky, Dora Jutz-Rümelin, Ottilie Kasper, Ruprecht von Kaufmann, Max Kaus, Anton Kerschbaumer, Ernst Ludwig Kirchner, Walther Klemm, Leo von König, Max Lacher, Anton Lamprecht, Werner Laves, Anton Leidl, Lotte Lesehr-Schneider, Rudolf Levy, Robert Liebknecht, Käthe Loewenthal, Joseph Mader, Willy Menz, Wilhelm Morgner, Otto Mueller, Josefine Mühlen Schmid, Karen Müller, Bruno Müller-Linow, Otto Ludwig Naegele, Otto Nagel, Bill Nagel, Thomas Niederreuther, Otto Nückel, Karl Oertel, Hans Olde, Willi Oltmanns, Rosmina Radler, Kurt Radtke, Elisabeth Rögner-Seeck, Christian Rohlfs, Karl Röhrig, Emil Scheibe, Hans Schellinger, Fritz Schirrmacher, Karl Schmidt-Rottluff, Gustav 
Schopf, Otto Schubert, Alois Seidl, Rose Sommer-Leypold, Ernst Stadelmann, Eugen Stoll, Ernst Straßner, Wolfgang Teucher, Hector Trotin, Albert Unseld, Sepp Vees, Herbert Vogt, Hans Waiblinger, Ernst Weiers, Gustav Weizsäcker, Paul Wellershaus, Max Wendl, Paula Wimmer, Karoline Wittmann, Alexander Wolfgang, Max Zettler, Bernd Zimmer. 

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1, 
82347 Bernried am Starnberger See
Abbildungen: 
- Lyonel Feininger
Blaue Brücke, 1920
Tusche und Aquarell auf Vergé
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
© VG Bild-Kunst, Bonn
Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
- Adolf Eiermann
Nächtliches Eisvergnügen, o. J.
Öl auf Hartfaser
Sammlung Joseph Hierling im Buchheim Museum der Phantasie
© Rechtsnachfolge des Künstlers
Reproduktion: Joseph Hierling
- Gustav Weizsäcker
Atelierfenster, Kaiserplatz Reutlingen, 1935
Öl auf Hartfaser
Sammlung Joseph Hierling im Buchheim Museum der Phantasie
Reproduktion: Joseph Hierling
- Anton Kerschbaumer
Lindauer Hafen, 1920
Gouache auf Papier
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
Reproduktion: Foto Marquart, Tutzing
Musik
Freitag, 13.02.2026

Yamirah's Solar Explorers „Andromeda Galaxy“

Andromeda, in der griechischen Mythologie die Gattin des Perseus und die Tochter des äthiopischen Königs Kepheus und der Kassiopeia, spielt in der Jazz Community immer wieder eine Rolle. So gibt es zum Beispiel das in Berlin beheimatete Andromeda Mega Express Orchestra, oder das aus England stammende Andromeda Orchestra, der amerikanische Komponist...
Film
Donnerstag, 12.02.2026

EIN KUCHEN FÜR DEN PRÄSIDENTEN

Allen Widerständen zum TrotzFür meinen ersten Spielfilm wollte ich mich mit einem Thema, einer Welt, einem Motiv und Figuren befassen, die mir vertraut sind. Ich wollte einen Film aus Erinnerungen entwickeln, der die tägliche Realität der Menschen im Irak dieser Zeit schildert, aber vor allem die Kraft der Liebe und Freundschaft feiert. […]Mich interessieren echte menschliche...
Echo
Donnerstag, 12.02.2026

Christoph Stiefel (geb. 29. Juli 1961 Zürich, gest. 21. Januar 2026 Zürich)

Christoph Stiefel Inner Language Trio in GermeringDie Art von Jazz, die Christoph Stiefel mit seinem Inner Language Trio schon seit Jahren spielt, ist für ihn ein künstlerisches Bekenntnis zwischen „Präzision und Entfesselung“. Seine Musik sei, sagt er, auf diese Weise sowohl abstrakt als auch sinnlich. Und einen Großteil dieser Sinnlichkeit wiederum vermittelt seine...
Musik
Donnerstag, 12.02.2026

Lilit Grigoryan & David Petersen „Perfect Happiness? - Romantic Works From Leipzig“

Übermäßig Musikliteratur für das Fagott gibt es im Vergleich zu etlichen anderen Instrumenten innerhalb der Klassik nicht. Das Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt, dessen nasaler aber doch wärmender Klang einen Tonumfang von 3,5 Oktaven besitzt, taucht erstmals im frühen 16. Jahrhundert auf. Es besitzt die seltene Gabe vom Klang her mit anderen Instrumenten auf eine sehr geschmeidige Art...
Ausstellungen
Donnerstag, 12.02.2026

München: REFLEXION - Licht Spiegel Transparenz

REFLEXION - Licht Spiegel TransparenzEine Gemeinschaftsausstellung der vier Museen in der Pinakothek der Moderne anlässlich 100 Jahre Die Neue SammlungAusstellung vom 13. Februar bis 31. Mai 2026Pinakothek der ModerneDie zweite gemeinschaftlich kuratierte Ausstellung der vier Museen in der Pinakothek der Moderne widmet...
Echo
Donnerstag, 12.02.2026

Cees Nooteboom (geb. 31. Juli 1933 in Den Haag, gest. 11. Februar 2026 auf Menorca

Cees Noteboom„Reisen zu Hieronymus Bosch – Eine düstere Vorahnung“Schirmer/MoselDies ist ein Buch der Reflexion. Es erinnert an einen der visionärsten und rätselhaftesten Maler der Menschheit – an Hieronymus Bosch, der vor 500 Jahren starb. Es erinnert aber auch an den großen Schriftsteller Cees Nooteboom, der einst „als Verfasser tiefgründiger Reiseliteratur“...
Musik
Mittwoch, 11.02.2026

Isabelle Bodenseh „Dignity“

Sie hat, wie viele andere Kinder, mit der Blockflöte begonnen zu musizieren, ist aber, im Gegensatz zu den meisten, diesem Instrument treu geblieben. Isabelle Bodenseh spielt heute die „normale“ Querflöte, plus Alt- und Bassquerflöte. Hierfür studierte sie in Frankfurt am Main, bei James Newton in Los Angeles und in Havanna. Anschließend war sie als Dozentin und als Theater- und...
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