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Museen heute

Pinakothe der Moderne: DIE NACHT BERÜHRT DIE ERDE - FRITZ WINTERS KOSMOS DER 1930ER UND 1940ER JAHRE

DIE NACHT BERÜHRT DIE ERDE
FRITZ WINTERS KOSMOS DER 1930ER UND 1940ER JAHRE

Ausstellung vom 09. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027
Pinakothek der Moderne München

Was machen Kunstschaffende in Zeiten von Diktatur und Krieg? Der erstmals vollständig zugängliche Künstlernachlass von Fritz Winter (1905–1976) eröffnet einen neuen Blick auf eine zentrale Werkphase des abstrakten Malers. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht seine berühmte Werkgruppe „Triebkräfte der Erde“, die der von den Nationalsozialisten verfemte Künstler 1944 nach einer Kriegsverletzung schuf. Die Arbeiten
zeugen von einer eindrucksvollen Auseinandersetzung mit den elementaren Kräften und Gesetzmäßigkeiten der Natur – entstanden in einer kurzen Atempause zwischen zwei Kriegseinsätzen.

Ausgebildet bei Paul Klee und Wassily Kandinsky am Bauhaus in Dessau, fand Fritz Winter ab 1933 keine Ausstellungsmöglichkeiten mehr in Deutschland. 1937 wurde seine Kunst als „entartet“ diffamiert. In zunehmender Isolation konzentrierte er sich ganz auf die Natur. Es entstanden großformatige Abstraktionen, sogenannte Zellen- und Sternbilder, Kristallisationen sowie expressiv-surreale Landschaften. Briefe, Gedichte und historischen Fotoalben aus dem Nachlass des Künstlers zeigen sein Leben im oberbayerischen „Exil“ in Dießen am Ammersee zwischen landschaftlichem Id yll, zunehmender Repression und seinem Einsatz als Soldat an der Ostfront. In diesem Kontext wird die Kunst ein notweniges Mittel der Selbstbehauptung und Selbstvergewisserung.

Winters Beschäftigung mit natürlichen Wachstumsprozessen und kosmischen Energien mündete 1944 in die Werkgruppe „Triebkräfte der Erde“ . Die oft nur DIN-A4-großen Arbeiten zählen zu den bedeutendsten Werken der sogenannten inneren Emigration. In der Ausstellung wird der berühmte Zyklus erstmals den unmittelbar davor und danach entstandenen Kriegszeichnungen gegenübergestellt, in denen der Künstler
seine Eindrücke als Soldat festhielt. Die fein akzentuierten Skizzen und Skizzenbücher zeigen nicht nur unmittelbare visuelle Erlebnisse, sondern auch die menschliche Vernichtungsmaschinerie und die Zerstörung von Lebensräumen. Im Gegenüber wird sichtbar, wie die „Triebkräfte der Erde“ als künstlerische Antwort auf Krieg und Zerstörung entstanden und als Metapher für die Überwindung des Nationalsozialismus gelesen
werden können.

Winters künstlerische Rehabilitation in der Nachkriegszeit ist maßgeblich seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Margarete Schreiber-Rüffer zu verdanken. Während der Künstler bis Mai 1949 in sowjetischer Gefangenschaft blieb, knüpfte sie Kontakte zu ehemaligen Wegbegleitern und engagierten Kunstbegeisterten , publizierte Texte und beschickte Ausstellungen moderner Kunst unter schwierigsten Bedingungen mit Winters Werken . Der neu zugängliche Nachlass des Künstlers sowie Forschungsergebnisse der Sammlung Domnick machen erstmals ihren Anteil als Managerin und Interpretin seines Werks sowie als Archivarin des gemeinsamen Lebens nachvollziehbar.

Fritz Winters Schaffen der 1930er- und 1940er-Jahre steht exemplarisch für ein Künstlerschicksal in der Diktatur. Über das individuell erfahrene Leid hinaus wirft der Rückblick Fragen nach dem Privileg des Überlebenden, nach kollektiver Schuld und nach de n Bedingungen für einen Neuanfang auf. Winters Kunst aus diesen existenziell schwierigen Jahren vermag bis heute zu verblüffen, zu begeistern und zu berühren: Sie ist von hoher ästhetischer Qualität, visuell komplex, inhaltlich deutungsoffen und zugleich zutiefst menschlich.

Neben zahlreichen Neuerwerbungen der Fritz-Winter-Stiftung zeigt die Ausstellung Leihgaben aus der Sammlung Domnick, Nürtingen, der Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter im Kunstmuseum Stuttgart, der Sammlung Lambrecht-Schadeberg, Museum für Gegenwartskunst Siegen, dem Franz Marc Museum, Kochel, dem Fritz-Winter-Haus, Ahlen, sowie aus privaten Sammlungen – darunter mehr als 20 Blätter der Werkgruppe der „Triebkräfte der Erde“.

Die Ausstellung findet anlässlich des 50. Todesjahres des Künstlers statt und ist das Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit der Fritz-Winter-Stiftung.

Kuratiert von Anna Rühl

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München


Abbildung:

- Fritz Winter, Triebkräfte der Erde, 1944
Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 21,1 cm
Fritz-Winter-Stiftung,
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sibylle Forster
Konzert heute

Bergson: Jazzrausch Bigband - Euphoria

Jazzrausch Bigband: Euphoria
Clubshows zum Album-Release
Die Jazzrausch Bigband stellt ihr neues Album Euphoria vor!

Musik mit Ursprung im Club – und wie geschaffen für diesen Ort.
In der Barbastelle – benannt nach der Fledermaus Barbastella barbastellus – kommen die Freund:innen der nächtlichen Unterhaltung zusammen: jene, die das Dämmerlicht lieben und Konzerte aus nächster Nähe erleben wollen.
Mit dem intensiven Gefühl einer engen, schwitzigen Clubshow, bei der sich die 15 Musiker:innen und das Publikum die Getränke reichen können. Kein Bühnengraben, keine Barrieren.

Eine Hommage an all Nächte im Technoclub – prägend für die Jazzrausch Bigband und ihr Publikum.
Bergson KunstkraftwerkAm Bergson Kunstkraftwerk 2, 81245 München
Konzert heute

Germering: Annette Dasch und das Fauré Quartett

Annette Dasch und das Fauré Quartett
Annette Dasch zählt zu den bedeutendsten Sopranistinnen unserer Zeit: Engagements führten sie u.a. an die Mailänder Scala, die Bayreuther Festspiele, die Metropolitan Opera, die Wiener Staatsoper und die Salzburger Festspiele. 2014 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Bei ihrem Auftritt in der Stadthalle tritt Annette Dasch in einen musikalischen Dialog mit dem 1995 gegründeten Fauré Quartett. Für ihre Experimente und Entdeckungen werden die ECHO-Preisträger hochgeschätzt.
Musikalisch ist der Abend der „Unerfüllten Liebe“ gewidmet. Ein Thema, das sich nicht nur in den Liedern von Gustav Mahler und Richard Wagner, sondern auch dem Klavierquartett c-Moll op. 60 von Johannes Brahms wiederfindet.
Stadthalle GermeringLandsberger Str. 39, 82110 Germering-Unterpfaffenhofen
Konzert heute

Wolfratshausen: Stefan Kröll und der Kapelle so&so

Stefan Kröll und der Kapelle so&so
Der Kabarettist Stefan Kröll und die Kapelle so&so haben sich zu einem neuen, spannenden Bühnenprojekt zusammengefunden. In „Helden und Legenden“ folgen sie der Spur berühmter und berüchtigter Bayerischer Volkshelden, wie dem Räuber Kneißl, dem Boarisch Hiasl bis hin zu den Hellsehern um Alois Irlmaier.
Die virtuose Musik der Kapelle so&so und die Texte von Stefan Kröll, fügen sich zu einer ganz speziellen Erzählweise über Revoluzzer, Freiheitskämpfer und Gauner aus dunkler Zeit zusammen.
In einer höchst emotionalen Reise fördern die Akteure Erstaunliches zutage und sorgen für ein Wechselbad zwischen Gänsehaut und Begeisterung.
Freiheitsdrang und Aufbegehren gegen die Obrigkeit gehörten schon immer zur tief Bayerischen Lebensart.
In diesem Stück wird dieses Erbe musikalisch und inhaltlich transportiert und ins Heute übersetzt. Ein Musikkabarett voller Staunen, Bewunderung und Schaudern.
LoisachhalleHammerschmiedweg 6, 82515 Wolfratshausen
Konzert heute

Gersthofen: Claudia Koreck & Band

Claudia Koreck & Band
Claudia Koreck entführt Sie mit ihrer einzigartigen Mischung aus Folk, Soul, Jazz, Blues und Pop in neue musikalische Welten. Mit 12 Studioalben und vielen spannenden Kollaborationen gehört sie zu den facettenreichsten Künstlerinnen ihrer Generation.

Ihre Live-Auftritte sind bekannt für ihre Vielseitigkeit – mal sanft und leise, dann wieder voller Kraft und Energie. Gemeinsam mit ihrer exzellenten Band bringt Claudia Koreck die Songs auf eine Weise auf die Bühne, die jedes Detail zur Geltung kommen lässt. Dabei zeigt ihre Musik eine beeindruckende emotionale Bandbreite und entfaltet live eine besondere Intensität. Ihre Konzerte bieten ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.

Freuen Sie sich auf ein „Best Of“-Programm, das die Höhepunkte ihrer bisherigen Alben vereint. Egal ob intime Balladen oder kraftvolle Stücke – die musikalische Vielfalt wird Sie begeistern.
Stadthalle GersthofenRathausplatz 1, 86368 Gersthofen
Konzert heute

Gilching: GANKINO CIRCUS “Das Gegenteil von Rock’n‘Roll”

GANKINO CIRCUS“Das Gegenteil von Rock’n‘Roll”
Gankino Circus sind mit neuem Programm am Start: einer glamourösen Abend-Show mit einem Hauch provinziellem Wahnsinn! Die aus Funk und Fernsehen bekannten musikalischen Hochseilartisten präsentieren ein ebenso wildes wie virtuoses Rock’n’Roll-Spektakel inklusive entfesseltem Mundart-Pop und Feelgood-Songs im 80er-Jahre-Sound. Aber anders als bei der Konkurrenz im heimischen Fernseher ist bei Gankino Circus alles live: kein Playback, kein doppelter Boden, dafür bahnbrechende Musikalität und spontanes Entertainment! 

Aufgewachsen zwischen frisch gestrichenen Fassaden, sauber gemähten Rasenflächen und beheizten Pools haben die vier Jugendfreunde den Wunsch nach Sicherheit und Beständigkeit quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Aber mit der ersten gemeinsamen Schulband kam die Rebellion! Denn plötzlich wurde den späteren Ausnahmekünstlern klar, worum es wirklich geht, warum der Herrgott den Rock’n’Roll erfunden hat und wieso es verdammt nochmal einen Gankino Circus braucht! 

Mittlerweile auf den großen Bühnen unterwegs, kennen die vier Weltmänner aus Ostwestmittelfranken die Turbulenzen, die entstehen, wenn man plötzlich wieder ins verschlafene Dorfidyll der eigenen Jugend katapultiert und dort mit dem Gegenteil von Rock’n’Roll konfrontiert wird. Davon berichten die meisterhaften Musiker, kauzigen Charakterköpfen und begnadeten Geschichtenerzähler in ihrem neuen Programm genauso wie sie skurrile Einblicke ins große Kleinkunst-Showbiz gewähren. Es wird also wieder schräg, hintersinnig und sehr, sehr lustig ... 
Rathaus Gilching Rathausplatz 1, 82205 Gilching
Konzert heute

Gauting: Martin Schmitt - Schmitt happens

 Martin Schmitt
Schmitt happens 
„Pointiertes Klavierkabarett, wunderbare Songs und geballte Charmeoffensiven“ – „Ein künstlerischer Tausendsassa“ – „Das Tier am Klavier“ – „Atemberaubende Klavierkunst“ – „Virtuos und pointensicher“

Was die Presse schreibt, ahnten Schmitts Eltern bereits 1968, als sie meinten: es ist ein kleiner Schmitt für uns, aber ein großer…, naja, so sind ja alle Eltern. 237% derer übertreiben ja hierbei völlig.

Frei nach Goethes Motto „Der Worte sind genug gewechselt, laßt mich auch endlich Tasten sehen“ kommt auch in diesem wortgewaltigen Programm das Klavierspiel nicht zu kurz. Denn das kann er wie kaum ein Zweiter, dieser Mann, der auch nicht annähernd so behämmert ist wie sein Klavier. Zeitgeistige und detaillierte Blicke auf Beziehungen unterschiedlichster Art, die Reise nach innen, Psychotricks, Stimmungsschwankungen, unglaubliche Lebensläufe, zahllose Dialekte – all` das und noch viel mehr in einer Show zusammenzubringen, gelingt dem Bühnenjunkie wie kaum einem Zweiten. Was ihn selbst als Mensch betrifft, ist er sich sicher: es ist alles eine Sache des Betrachtungswinkels. „Ich bin nicht kompliziert, ich bin faszinierend. Ich bin auch nicht wankelmütig, ich bin flexibel.“

Hier kommt er also, der aktuelle Deutsche Kabarettmeister und Gewinner des Fränkischen Kabarettpreises mit seinem 5. Klavierkabarett-Programm. Keine Martinée am Schmittag, sondern ein Abend mit kraftvoller, bayrischer Unterhaltung und unvergleichlichem, bluesgetränktem Klavierspiel. Um mit Horst Hrubesch zu sprechen, sagen wir es in einem Wort: Schmitt happens!

bosco, Bürger- und Kulturhaus GautingOberer Kirchenweg 1, 82131 Gauting
Konzert heute

Ismaning: Evi Filippou (Vibraphon, Marimba) & Robert Lucaciu (Bass)

Evi Filippou (Vibraphon, Marimba) und Robert Lucaciu (Bass)
Die Musik der griechischen Vibraphonistin und des deutsch-rumänischen Kontrabassisten passt in keine Schublade. Sie ist inspiriert von der klassischen Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, den Rhythmen des Jazz und den Traditionen der Volksmusik des Balkans. Ihre erste CD wurde 2023 mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet. Filippou konzertiert mit Symphonieorchestern ebenso wie mit dem Opera Lap Berlin, Lucaciu hat sich auch als Komponist einen Namen gemacht. „Filippou ist eine faszinierende Meisterin ihres Faches. An die Stelle oberflächlichen Hochleistungsgeklöppels tritt bei ihr das Modulieren des Tons. Die Interaktion der beiden ist ebenso herausragend wie die Vielfalt des Materials“, urteilte die Jazzzeitung.
Kallmann-MuseumSchloßstraße 3B, 85737 Ismaning
Konzert heute

München: The Cliffhanger Trio

The Cliffhanger Trio Schick-Roder-Steidle
Dieses Akustik-Trio besteht aus drei wichtigen Musikern der heutigen Berliner Jazz-, Improvisations- und Experimentalmusikszene. Normalerweise mit Ingebrigt Håker Flaten, spielt aus terminlichen Gründen Jan Roder Bass bei einem Teil der aktuellen Tour. Auch diese drei Musiker kennen seit Jahren sich aus unterschiedlichen musikalischen Konstellationen (Soko Steidle, Die Dicken Finger, Die Feuchte Hand, SSRF, …), spielen in dieser Besetzung aber das erste Mal zusammen. Es treffen das lyrisch-energetische Altsax von Ignaz Schick auf den heftig pulsierenden Bass von Jan Roder und das rhythmisch extrem ausdifferenzierte Schlagzeugspiel von Oliver Steidle. Dieses wunderbar frische Trio hat sich ganz den Wurzeln des Free Jazz und der freie Improvisation verschrieben. Die resultierende Musik ist pur, melodisch, rhy

Besetzung
Ignaz Schick – Alt- und Tenorsax
Jan Roder – Bass
Oliver Steidle – Schlagzeug
Einstein KulturEinsteinstraße 42, 81675 München
Kabarett heute

Bad Tölz: EISI GULP– Tagebuch eines Komikers Teil 1

EISI GULP– Tagebuch eines Komikers Teil 1
Spätestens seit den neun Eberhofer-Krimi-Verfilmungen kennt ihn wohl jeder als den kiffenden Film-Papa des Polizisten Franz Eberhofer. Seit 2015 spielt er in „Dahoam is daoham“ und er hat in unzähligen anderen Spielfilmen und Serien mitgewirkt. Bereits Anfang der 1980er Jahre wurde er bekannt durch die „Eisi Gulp Show“ und die BR-Sendung „Live aus dem Alabama“. Nach vielen Jahren, in denen er vor allem als Film- und Theaterschauspieler aktiv war, meldet er sich nun mit seinem brandneuen Programm „Tagebuch eines Komikers“ zurück! Eisi ist ein vielseitiger Komiker, dessen Körper so sprachgewaltig ist wie sein Geist und der gleichzeitig mit Wortwitz, Mimik und Bewegungen perfekt zu jonglieren weiß, während er höchst unterhaltsame Anekdoten aus seinem Leben erzählt.
Kurhaus Bad TölzLudwigstraße 25, 83646 Bad Tölz
Konzert heute

Altomünster: Dave Goodman

Dave Goodman
Blues-und Rockmusik - Gitarrenspiel mit phänomenaler Fingerfertigkeit auf Weltklasseniveau!

Der Ausnahmekünstler wird oftmals als musikalisches Chamäleon beschrieben. 

 Die Konzerte dieses internationalen Bluesgitarristen und Songschreibers sind hoch- energetische Live-Shows, die mit Humor und Spielwitz gespickt, sein Publikum auf eine gefühlvolle Reise durch sensible Balladen und teils witzigen, teils bewegenden Geschichten, entführt.

Er sprengt den Bluesrahmen im engeren Sinne und führt sein Publikum durch ein weit gespanntes Spektrum von Emotionen und Erlebnissen. Diese enorme Bandbreite verbietet es, ihn als Singer/-Songwriter irgendeinem Genre unterzuordnen.

„Komponist, Gitarrist und Sänger Dave Goodman genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Die Kompositionen des Kanadiers verbinden sich perfekt mit seinen stilistisch vielfältigen und ausgeprägten musikalischen Fähigkeiten. Seine autobiografischen Texte verleihen seinen Songs ein hohes Maß an Authentizität.“
Hamburger Abendblatt
WeilachmühleAm Mühlberg 5, 85250 Altomünster-Thalhausen
Theater heute

Fürstenfeldbruck: Zwei wie wir

Norm Foster: Zwei wie wir 
…das Stück 
Nora und Rudy waren einst ein Paar. Sie haben sich ineinander verliebt, gelacht, gestritten, ihre Zukunft gestaltet, sich doch wieder verloren – und treffen sich nun zufällig in einem Restaurant wieder, Jahre nach der letzten Begegnung vor dem Scheidungsrichter. Das Wiedersehen löst Freude, aber auch schmerzliche Erinnerungen aus. 
Norm Foster, Kanadas erfolgreichster und meistgespielter Komödienautor, schickt die beiden in Rückblicken durch die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung. Das Restaurant verwandelt sich in den Ort des ersten Kennenlernens, des ersten (eher verunglückten) Dates und weitere Schauplätze. 
Mit viel Humor und einem feinen Gespür für Zwischentöne, berührend und komisch zugleich, zeigt „Zwei wie wir“ die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares. 
Mit Kerstin Krefft und René Oltmanns Regie: Kerstin Krefft und René Oltmanns 
Eine Produktion der Schlossfestspiele Thurnau 
…Der Autor: Norm Foster 
Norm Foster, geboren 1949, begann seine Karriere zunächst als Radiomoderator. Inzwischen hat er mehr als 50 Theaterstücke geschrieben und zählt zu den bekanntesten und meistgespielten Autoren Kanadas. Seine Stücke, die oft mit denen Ayckbourns oder Simons verglichen werden, wurden auch in zahlreichen Inszenierungen im Ausland aufgeführt. 
Im deutschsprachigen Raum feierte seine Komödie „Zwei wie wir“ in der deutschsprachigen Erstaufführung der Komödie am Kurfürstendamm unter der Regie von Folke Braband mit Valerie Niehaus und Stefan Jürgens große Erfolge. 
Neue Bühne Bruck
Haus 11 im Klosterhof von Fürstenfeld (Veranstaltungsforum)
82256 Fürstenfeldbruck
Kabarett heute

Neuried: Christine Eixenberger

Christine Eixenberger
In ihrem neuen Solo-Programm erzählt Christine Eixenberger, wie es ist, nicht mehr solo zu sein. Die Beziehung ist stabil, der Wohnungsmangel auch, also zieht der Lebensgefährte bei ihr ein. Aus „Ich und Du“ wird ein „Wir“ – mit allen Konsequenzen. Aber auch das hat Chrissy voll unter Kontrolle. Na ja, fast. Mit unermüdlicher Tatkraft und Enthusiasmus trotzt sie nicht nur den kleinen Krisen in ihrem frischgebackenen Duo-Haushalt, sondern auch den großen dieser Welt, denn sie weiß: Das Große spiegelt sich im Kleinen. Und umgekehrt. Lieferkettenprobleme, Künstliche Intelligenz und Chipmangel? Begegnet die ausgebildete Grundschullehrerin mit robuster Handwerkerattitüde und einem Biotech-Labor im Kühlschrank. Dabei stellt sie sich als philosophisch veranlagter Spross der Generation Y stets die Frage nach dem „Warum“: Warum ist eine Schwarze Null wichtiger als ein funktionierendes Bildungssystem? Warum schaffen es ausgerechnet die Österreicher und die Schweizer trotz topografischer Hindernisse ein funktionierendes Schienennetz zu betreiben? Und warum, verdammt noch mal, liegt am Esstisch noch ein Krümel vom Frühstück, obwohl es schon Nachmittag ist? In ihrem fünften Bühnenprogramm „Volle Kontrolle“ stellt sich die scharfzüngige Kabarettistin mit viel Humor in turbulenten Zeiten den Herausforderungen der fortgeschrittenen Paarwerdung – tiefgründig, kurzweilig und sehr, sehr lustig.
Mehrzweckhalle NeuriedAm Haderner Winkel 2, 82061 Neuried
Theater heute

Pasing: Freie Bühne München – Der gute Mensch von Sezuan

Freie Bühne München – Der gute Mensch von Sezuan
Die Freie Bühne München bringt mit Der gute Mensch von Sezuan einen der bedeutendsten Theaterklassiker des 20. Jahrhunderts in einer eindringlichen Inszenierung von Sascha Fersch auf die Bühne. Mit dem mixed-abled Ensemble entsteht ein poetischer wie kraftvoller Theaterabend über Menschlichkeit, Verantwortung und die zeitlose Frage, ob ein gutes Leben in einer ungerechten Welt überhaupt möglich ist.

Im Mittelpunkt steht die Prostituierte Shen Te, die von den Göttern als guter Mensch auserwählt wird. Doch ihre Güte wird rücksichtslos ausgenutzt. Um in einer von Eigennutz geprägten Welt bestehen zu können, erschafft sie ihr zweites Ich: den skrupellosen Geschäftsmann Shui Ta. Brechts Parabel stellt eine Frage, die heute aktueller denn je erscheint: Kann ein Mensch gut bleiben, wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse Güte kaum zulassen?

Die Freie Bühne München erzählt diese Geschichte in einer atmosphärisch dichten Inszenierung. Schauspiel, Chor, Tanz, Videoprojektionen und eigens komponierte Musik verschmelzen zu einem intensiven Theatererlebnis, das Brechts Vision eindrucksvoll in die Gegenwart überträgt.

Die Freie Bühne München zählt seit vielen Jahren zu den führenden inklusiven Theaterensembles Deutschlands. Ihre Produktionen stehen für künstlerische Exzellenz, professionelle Schauspielkunst und das selbstverständliche Miteinander von Künstler*innen mit und ohne Behinderung – eine Theaterarbeit, die weit über die Grenzen Münchens hinaus Beachtung findet.

Dauer: ca. 90 Minuten

Vorstellung mit Dolmetschung in DGS: 10.10.26
Pasinger FabrikAugust-Exter-Straße 1, 81245 München-Pasing-Obermenzing
Kabarett heute

Schwabhausen: Helmut Schleich

Helmut Schleich
Helmut Schleich macht, was er will. Kein Abend gleicht dem anderen.
Sein Vorbild ist die Regierung. Und so sagt er sich: was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.
Schließlich leben wir in einer Zeit, wo die Wirklichkeit das Kabarett Tag für Tag überbietet.

„Überholen ohne einzuholen“ hieß das früher im Sozialismus.
Damals baute man in Russland die größte Wasserstoffbombe der Welt. Die sogenannte Zarenbombe.
Die war so groß, dass kein Trägersystem in der Lage war, sie zu transportieren.
Das ist mal eine Friedensinitiative. Die Amis waren überrumpelt. Mit untragbarem Pazifismus aus
dem „Reich des Bösen“ hatten sie nicht gerechnet.

Gutes Kabarett und Politik haben eben doch was gemein: Beide wollen die Leute überraschen.
Das Kabarett muss dabei sein wie einst die Zarenbombe. Zündend und untragbar.
Das kann man so nicht sagen.
Egal.
Helmut Schleich macht es einfach.
Gasthof zur Post - Heinrich KellererAugsburger Str. 19, 85247 Schwabhausen
Konzert heute

München: Herbert Pixner Projekt & Tonkünstler-Orchester

Herbert Pixner Projekt & Tonkünstler-Orchester 
Alpine Volksmusik trifft klassische Symphonik! Herbert Pixner zeigt wieder einmal, dass ein solches Ereignis ganz ohne Klischees auskommen kann: In «Symphonic Alps Reloaded» verschmelzen die unverkennbare Spielart und ansteckende Improvisationslust des Herbert Pixner Projekts mit der Wucht und der Klangvielfalt des Tonkünstler-Orchesters. Zeitgenössische Alpen-Weltmusik vom Feinsten begegnet Jazz, Flamenco, Blues und Tango. Vom ersten Ton an geht es einzig und allein um das Verhältnis der beiden so unterschiedlichen Ensembles zu einem gemeinsamen Nenner: Musik – und zwar voller Leidenschaft, Esprit und Spielfreude!

HERBERT PIXNER Diatonische Harmonika, Klarinette, Trompete, Flügelhorn, Euphonium, Saxophon, Lamellophon
MAX CASTLUNGER Percussion 
HEIDI PIXNER Harfe  
MARIO PUNZI Drums 
MANUEL RANDI Gitarren 
WERNER UNTERLERCHER Kontrabass 

TONKÜNSTLER-ORCHESTER
LORENZ C. AICHNER Dirigent
Isarphilharmonie Hans-Preißinger-Straße 8, 81379 München-Sendling
Kabarett heute

Landsberg: Alfred Dorfer

Alfred Dorfer„GLEICH“ Alfred Dorfer kommt mit seinem neuesten Bühnensolo ins Stadttheater!
Konzertreihe Discy
Bären, Karpfen, Sonnenblumen oder Großmütter – der Gedankenturner Alfred Dorfer bringt sie in seinem neuen Solostück „GLEICH“ alle auf die Bühne und erzählt mit zahlreichen erzählerischen und zeitlichen Exkursen eine Geschichte. Doch „GLEICH“ ist mehr als nur eine Ansammlung von Charakteren und skurrilen Momenten. Es ist eine Auseinandersetzung mit der Realität, ein Stück, das Fragen aufwirft und den Zuschauer immer wieder ins Zweifeln bringt. Dürfen wir das, was wir sehen, tatsächlich für bare Münze nehmen? Oder ist dieses kabarettistische Ein-Mann-Theaterstück nur eine von Dorfer gesponnene Fiktion, die uns auf subtile Weise den Spiegel vorhält? Die Zeitebenen verschwimmen ineinander, Poesie und Wortwitz, Philosophie und Phantasie ebenso.

Dauer ca. 100 Min inkl. Pause
Stadttheater LandsbergSchlossergasse 381, 86899 Landsberg am Lech
Konzert heute

Ebersberg: „Sir“ Oliver Mally & Peter Schneider

„Sir“ Oliver Mally & Peter Schneider
Ein Blues-Duo der Extraklasse!
Zwei akustische Gitarren, eine Mundharmonika und die raue, kraftvolle Stimme von „Sir“ Oliver Mally – das sind die Zutaten für ein beeindruckendes musikalisches Erlebnis, das die beiden Bluesexperten ihrem Publikum bieten. In ihrer einzigartigen Kombination schaffen es Mally & Schneider, die Zuhörer von der ersten Note an in ihren Bann zu ziehen und mit ihrer Musik zu begeistern. Die Magie ihres Auftritts liegt in der Fähigkeit, die Stimmung von subtiler Intimität bis hin zu explosiver Energie zu variieren. „Manchmal wird es so leise, dass man eine Stecknadel fallen hört und dann wieder toben Mally & Schneider auf ihren akustischen sechssaitigen Bluesmaschinen, dass es die Zuhörer fast von den Hockern reißt. Mally ist ein genialer Geschichtenerzähler, der in seinen Songs mit warmer sonorer Stimme den Zuhörer in seine wilde Blueswelt entführt und sich raffiniert an der Gitarre begleitet. Was Peter Schneider wie beiläufig von den Gitarrensaiten pflückt, ist ein besonderer Genuss. In jedem Ton ist die Klasse des Münchner Gitarristen zu hören!“
Die Chemie zwischen Mally und Schneider ist faszinierend, und ihre musikalische Interaktion auf der Bühne ist ein Genuss für die Sinne.
Altes Kino EbersbergEberhardstraße 3, 85560 Ebersberg
Theater heute

Fürstenfeldbruck: Zwei wie wir

Zwei wie wirvon Norm Foster
Nora und Rudy waren einst ein Paar. Sie haben sich ineinander verliebt, gelacht, gestritten, ihre Zukunft gestaltet, sich doch wieder verloren – und treffen sich nun zufällig in einem Restaurant wieder, Jahre nach der letzten Begegnung vor dem Scheidungsrichter. Das Wiedersehen löst Freude, aber auch schmerzliche Erinnerungen aus.

Norm Foster, Kanadas erfolgreichster und meistgespielter Komödienautor, schickt die beiden in Rückblicken durch die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung. Das Restaurant verwandelt sich dafür in den Blumenladen, in dem sich das Paar einst kennenlernte, ein Baseballstadion (Ort des ersten, eher verunglückten Dates) und zahlreiche weitere Schauplätze. Mit viel Humor und einem feinen Gespür fu?r Zwischentöne, berührend und komisch zugleich, zeigt „Zwei wie wir“ die Liebesgeschichte eines ungleichen und doch ganz normalen Paares.

„Kerstin Krefft und René Oltmanns boten in der Komödie „Zwei wie wir“ höchste Schauspielkunst und verzauberten ihr Publikum im inneren Schlosshof von der ersten Sekunde an.(…) Die Zuschauer fiebern mit, leiden mit, lachen mit, weinen mit.(…) Ein Stück zum Zurücklehnen und Genießen. Einfach wunderschön.“ (Bayerische Rundschau/ Fränkischer Tag, 28.07.2026)

mit Kerstin Krefft und René Oltmanns
Regie:  Kerstin Krefft und René Oltmanns
eine Produktion der Schlossfestspiele Thurnau
Neue Bühne Bruck e.V.Fürstenfeld 11, 82256 Fürstenfeldbruck-Fürstenfeld
Kabarett heute

Gröbenzell: Günter Grünwald & Rad Gumbo - Kabarett trifft Blues

Günter Grünwald & Rad Gumbo: Kabarett trifft Blues
Bayerisches Kabarett trifft Southern Blues
  
Obwohl sich Günter Grünwald Ende 2024 aus dem Solo-Kabarett und dem TV zurückgezogen hat, ist er in Gröbenzell live mit RAD GUMBO auf der Bühne zu erleben.
 
Günter Grünwald ist einer der ganz großen bayerischen Kabarettisten und das seit über drei Jahrzehnten. Unzählige ausverkaufte Shows, seit vielen Jahren eine eigene TV-Sendung und ein einzigartiger Humor. Was viele allerdings nicht wissen: Günter Grünwald ist seit seiner Jugend ein leidenschaftlicher Gitarrist und Musikfan. Und wenn es die Zeit erlaubt dann steht er mit seinen befreundeten Vollblutmusikern von RAD GUMBO auf der Bühne und lässt es richtig krachen. Das Motto ist „Bayerisches Kabarett trifft Southern Blues“. Was sie dabei erwartet ist eine geniale Mischung aus höchst unterhaltsamen bayerisch-deftigem Humor mit groovigem Blues-Rock aus den heißen Sümpfen der amerikanischen Südstaaten mit Günter Grünwald selbst an der Sologitarre. Coole Musik und Ablachen ohne Ende. Auf jeden Song folgt eine Kabaretteinlage. So entsteht ein in dieser Form selten da gewesener musikalisch-komödiantisch da gewesener Cocktail. Eine kurzweilige Show, Coole Musik & Ablachen ohne Ende – was will man mehr.

So wie das gleichnamige Eintopfgericht aus New Orleans ist die Musik von RAD GUMBO würzig und scharf. Die Zuhörer erwartet ein brodelnder Mix aus Zydeco-Blues und New Orleans-Soul. Neben eigenwillig arrangierten Coverversionen bietet die Band um „Dackel“ Hirmer ausgereifte Eigenkompositionen, die ebenso aus dem musikalischen Schmelztiegel New Orleans stammen könnten. Durch die hohe Authentizität der einzelnen Musiker fühlt man sich entführt nach„Big Easy“. „Dackel“ Hirmers Stimme ist einzigartig und erreicht sofort die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Der ausdrucksstarke Shouter aus den „Sümpfen“ der Donaustadt Vohburg könnte jederzeit mit seinem Akkordeon in einem Musikclub in New Orleans auf der Bühne sitzen und niemand würde vermuten, dass er aus Bayern stammt.

Spätestens seit den Tourneen mit John Lee Sanders und der Tochter von John Lee Hooker, Zakiya Hooker, sowie der Soul Legende Chris James, ist die Band ins internationale Rampenlicht getreten. Die gemeinsame Europatournee mit John Lee Sanders erfolgte 2013. Festivalauftritte z.B. in der Schweiz (Magic Blues Festival) sowie in Slowenien (Lent Festival), Kroatien, Österreich und Deutschland begeisterten sowohl Publikum als auch Medienvertreter. Die daraus entstandene CD „Rad Gumbo meets John Lee Sanders“ wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Das zweite Album der Band, „hot&spicy“, erschien 2022 und erhielt erneut den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“. Günter Grünwald ist hier als Gastmusiker auf dem Bluesklassiker „Crossroads“ zu hören.
STOCKWERKOppelner Str. 3-5, 82194 Gröbenzell
Theater heute

Puchheim: Gefährliche Liebschaften - Szenische Lesung

Gefährliche Liebschaften - Szenische Lesung
„Ich habe mich entschlossen, die Langeweile zu bekämpfen, indem ich mir ein Spiel ausdenke...“
Treten Sie ein in die Salons des ausgehenden 18. Jahrhunderts, wo Puder und Parfüm den Geruch von Verderbtheit überdecken. Erleben Sie eine szenische Lesung von Choderlos de Laclos’ Meisterwerk – ein Stück Weltliteratur, das bis heute durch seine psychologische Tiefe und gesellschaftskritische Schärfe fasziniert.
Die Maquise de Merteuil und der Vicomte de Valmont, zwei Meister der Intrige, führen einen erbarmungslosen Krieg gegeneinander, getrieben von Rache, Eitelkeit und der puren Lust am Untergang. Auf ihrem Weg, der gleichsam das Ziel zu sein scheint, wird die Verführung zur Waffe, während sie die Wahrheit als Lüge entlarven und die Liebe als Schwäche.
Eine szenische Lesung, die die eleganten, aber tödlichen Machenschaften zwischen Verlangen und Kontrolle spürbar macht.
Das berühmte Duell der Geschlechter, das noch heute durch seine sprachliche Eleganz und emotionale Kälte schockiert und fasziniert, ist die vierte Eigenproduktion der Puchheimer Spielfabrik.

Puchheimer Kulturcentrum PUCOskar-Maria-Graf-Straße 2, 82178 Puchheim-Bahnhof
Tipp heute

Fürstenfeldbruck: Zwei wie wir

Fotos: 
Norm Foster: Zwei wie wir …das Stück 
Nora und Rudy waren einst ein Paar. Sie haben sich ineinander verliebt, gelacht, gestritten, ihre Zukunft gestaltet, sich doch wieder verloren – und treffen sich nun zufällig in einem Restaurant wieder, Jahre nach der letzten Begegnung vor dem Scheidungsrichter. Das Wiedersehen löst Freude, aber auch schmerzliche Erinnerungen aus. 
Norm Foster, Kanadas erfolgreichster und meistgespielter Komödienautor, schickt die beiden in Rückblicken durch die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung. Das Restaurant verwandelt sich in den Ort des ersten Kennenlernens, des ersten (eher verunglückten) Dates und weitere Schauplätze. 
Mit viel Humor und einem feinen Gespür für Zwischentöne, berührend und komisch zugleich, zeigt „Zwei wie wir“ die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares. 
Mit Kerstin Krefft und René Oltmanns Regie: Kerstin Krefft und René Oltmanns 
Eine Produktion der Schlossfestspiele Thurnau 
…Der Autor: Norm Foster 
Norm Foster, geboren 1949, begann seine Karriere zunächst als Radiomoderator. Inzwischen hat er mehr als 50 Theaterstücke geschrieben und zählt zu den bekanntesten und meistgespielten Autoren Kanadas. Seine Stücke, die oft mit denen Ayckbourns oder Simons verglichen werden, wurden auch in zahlreichen Inszenierungen im Ausland aufgeführt. 
Im deutschsprachigen Raum feierte seine Komödie „Zwei wie wir“ in der deutschsprachigen Erstaufführung der Komödie am Kurfürstendamm unter der Regie von Folke Braband mit Valerie Niehaus und Stefan Jürgens große Erfolge. 
Neue Bühne Bruck
Haus 11 im Klosterhof von Fürstenfeld (Veranstaltungsforum)
82256 Fürstenfeldbruck
Museen heute

Rosenheim Lokschuppen: RÖMER – Gesichter eines Weltreiches

RÖMER – Gesichter eines Weltreiches

Ausstellung vom 20. März 2026 bis 01. August 2027
Lokschuppen Rosenheim

Aufstieg. Blütezeit. Zerfall. Die Geschichte des Römischen Reiches über rund 1.400 Jahren in einer Ausstellung zusammenzufassen, scheint eine herausfordernde Aufgabe. Von einem weit verzweigten Straßennetz über technische und architektonische Innovationen bis hin zu einer gemeinsamen Sprache und einem allgemeingültigen Rechtssystem. Das Imperium hinterließ sichtbare Spuren, die Europa bis heute prägen. Der Lokschuppen Rosenheim richtet deshalb seinen Blick auf den Menschen.
Die neue Ausstellung „RÖMER – Gesichter eines Weltreiches“, die vom 20. März 2026 bis zum 1. August 2027 zu sehen ist, führt die Besucherinnen und Besucher durch die römischen Provinzen. Faszinierende Alltagsgegenstände, Schatzfunde, Werkzeuge, Schmuck, Kinderspielzeug und vieles mehr vermitteln das Leben in der Antike. Mit anschaulichen Hörgeschichten bekannter Fantasy-Schriftstellerinnen und -schriftsteller und einigen Originalen zum Anfassen macht sie die verstaubte Vergangenheit buchstäblich begreifbar. Interaktive Stationen wie die weltgrößte Römerstadt aus LEGO®, an der jeder mitbauen kann, ein digitales Wagenrennen im Circus Maximus und eine ganz analoge römische Spielemeile runden das Erlebnis ab.

Die Antike zum Anfassen
Die RÖMER-Ausstellung verfolgt bewusst einen erlebnisorientierten Ansatz. Statt langer Wandtexte stehen Ausprobieren und Mitmachen im Vordergrund. Besucherinnen und Besucher können beispielsweise Mosaiksteine zu Mustern legen, auf Wachstäfelchen schreiben oder römische Gewandung anprobieren. Auch ein römisches Marschgepäck lässt sich anheben – eine Erfahrung, die den Alltag eines Legionärs unmittelbar nachvollziehbar macht. Besonders ungewöhnlich ist, dass in vielen Räumen ein originales römisches Objekt berührt werden darf. Münzen, Fibeln, Keramikscherben und Ziegel vermitteln so einen direkten Zugang zur Vergangenheit.
Beim digitalen Wagenrennen im Circus Maximus schlüpfen Besucherinnen und Besucher selbst in die Rolle eines Wagenlenkers. Auf der Rennbahn sorgen Äpfel für zusätzlichen Schub, während Pfützen den Wagen ausbremsen.
Ein spektakulärer Höhepunkt der Ausstellung ist zudem die 45 Quadratmeter große idealtypische Römerstadt „LOCDVNVM“ aus über einer halben Million LEGO®-Steinen. Gäste bauen einzelne Gebäudemodule, die anschließend vom Lokschuppen-Team im großen Stadtmodell platziert werden. Zur Belohnung darf eine Münze geprägt werden.

Funde, die Geschichte erzählen
1.228 Exponate aus rund 30 Museen und Privatsammlungen sind in der Ausstellung zu sehen, viele davon erstmals öffentlich. Zu den besonderen Highlights zählt der monumentale Augsburger Siegesaltar, ein etwa 1,70 Meter hohes Steinmonument aus der Spätantike. Die weiteste Anreise hatten die spektakulären Metallobjekte eines Wagengrabs aus dem ungarischen Nationalmuseum. Berührende Mumienporträts geben einem das Gefühl, Auge in Auge antiken Menschen gegenüberzustehen. Luxuriöse Grabbeigaben mit einer Vielzahl herausragender filigraner Gläser aus dem Gräberfeld in Krefeld-Gellep zeigen den Reichtum nördlich der Alpen in der Spätantike. Heraus sticht der einzigartige Rüsselbecher!
Darüber hinaus sind zahlreiche Alltagsgegenstände ausgestellt: römische Öllämpchen, Feldflaschen, Fibeln, Götterstatuetten, Münzen oder alles, was man sonst zum Leben brauchte.
Aufgrund der langen Laufzeit der Ausstellung werden einige Objekte im Verlauf der Zeit ausgetauscht. So gibt es immer wieder neue Exponate zu entdecken, darunter später im Ausstellungszeitraum die vergoldete Replik des Pferdekopfs von Waldgirmes oder ein spektakulärer Schatzfund mit silbernem Klappstuhl aus der Pfalz.
Das Imperium vor der eigenen Haustür
Zweifelsohne waren die Römer in unserer Region überaus präsent, was sich in zahlreichen Siedlungen und Fundstellen zeigt. Deshalb darf sie in dieser Ausstellung auch nicht fehlen. Die Brücke in Pfaffenhofen am Inn, nördlich des Rosenheimer Stadtgebiets, gab Pons Aeni – also Brücke über den Inn auf Latein – seinen Namen. Dies war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Provinz.
Besonders bedeutend waren in Rosenheim außerdem die Töpfereien von Westerndorf, die zu den wichtigsten Produktionsstätten römischer Keramik in Raetien gehörten. Ihre Produkte wurden weit über die Region hinaus gehandelt.

Die Protagonisten der Ausstellung
Wann ist man eigentlich Römer? Rechtlich ist das einfach zu beantworten: wenn man das römische Bürgerrecht erhält. Zum Beispiel nach 25 Jahren Dienst im Militär. Als Römer fühlte man sich sicherlich aber schon viel früher durch Kultur und Lebensart. Als Römer oder Römerin musste man nicht zwangsläufig in Rom geboren sein. Die emotionale Ebene wird in der Ausstellung durch den besonderen Erzählstrang fiktiver, aber historisch fundierter Persönlichkeiten beleuchtet. Ihre einfühlsamen Geschichten wurden von zehn bekannten Fantasy-Autorinnen und -Autoren, darunter Bernhard Hennen, Theresa Hannig oder Markus Heitz, geschrieben. Schwarz-Weiß-Porträts und Hörgeschichten erwecken sie zum Leben.
Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, dass die Menschen der Antike uns näher sind, als man vielleicht denkt: Sie haben gelacht, gedacht, gehofft, gefeiert und sich verliebt – und ihren Alltag mit denselben menschlichen Emotionen gelebt wie wir heute.

Ein Blick auf die Gegenwart
Die Ausstellung beginnt und endet mit Fragen, die auch heute noch aktuell sind: Woran glaubst Du? Was ist Dir wichtig? Zum Abschluss gelangen Besucherinnen und Besucher in einen Raum, der den Niedergang des Imperiums symbolisiert. Eine zerbrochene Statue und das Forum Romanum in Trümmern stehen sinnbildlich für das Ende einer Epoche. Aber lebt das Reich nicht eigentlich noch viel länger weiter?
Noch einmal werden dort die zentralen Identitätsfaktoren des römischen Reiches aufgegriffen und Sie selbst müssen aktiv werden: Welche dieser Faktoren haben für Sie heute noch Bedeutung?

Lokschuppen Rosenheim
Rathausstraße 24,
83022 Rosenheim
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Murnau Schlossmuseum: Paul Klee - Der Poet des Blauen Reiter

Paul Klee
Der Poet des Blauen Reiter

Ausstellung vom 26. März bis 26. November 2026
Schlossmuseum Murnau

Am 1. Juli 2023, zum 30-jährigen Bestehen des Museums, übergab die KK-Stiftung Murnau dem Schloßmuseum Murnau seine Blaue Reiter-Sammlung als Dauerleihgabe. Die Werke, die aus dem engen Kontext der legendären Murnauer Malaufenthalte von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky zwischen 1908 und 1910 stammen und wie die Arbeiten von Franz Marc, August Macke, Heinrich Campendonk und Alfred Kubin unmittelbar in Beziehung zu den Ereignissen um die Redaktionssitzungen und die Herausgabe des Almanachs Der Blaue Reiter 1911 stehen, zählen zu den Hauptwerken des deutschen Expressionismus.
Diese Arbeiten werden nun in Dialog gesetzt zu dem Schaffen Paul Klees, der innerhalb der Künstler und Künstlerinnen des Blauen Reiter eine Sonderstellung einnimmt. Das Ehepaar, das seine Blaue Reiter-Sammlung in die KK-Stiftung überführt hat, stellt für diese Sonderschau zusätzlich ausgewählte Arbeiten aus seiner Paul Klee-Sammlung zur Verfügung.
In der Gegenüberstellung mit Gemälden von August Macke, Robert Delaunay, Franz Marc, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter wird Klees enge Verbundenheit mit dem Künstlerkollektiv um den Blauen Reiter deutlich und seine Position zwischen Inspiration und künstlerischer Eigenheit nachvollziehbar.
So unmittelbar und nachhaltig der schöpferische und geistige Einfluss seines Umfelds ihn seinen unverwechselbaren Stil finden ließ, so singulär steht er künstlerisch mit der Vergabe seiner Bildtitel.

Kunstwissenschaftler, Sammler und Händler verweisen Klees fantasievolle Bildtitel immer gerne in Poesie-Nähe: Rhythmie der Fenster und Tannen, Guter Fischplatz, Das Fest der Astern, Ein Genius serviert ein kleines Frühstück und auch die Schicksal-Stunde des Kaisers sind Bildtitel, deren Motive sich erst in der weiteren Auseinandersetzung mit dem Werk klären.
Die Auswahl der Werke beleuchtet nahezu jede Entwicklungsphase im Schaffen von Paul Klee. Ihren Anfang nimmt die Ausstellung mit Klees Aquarell „Hamammet“, das 1914 während der gemeinsamen Tunesienreise mit August Macke und Louis Moilliet entstand, führt über die sogenannten zerschnittenen Werke wie Garten, 1918, und Schicksal-Stunde des Kaisers, 1922, hin zu den späteren Arbeiten wie Städtebild Graben, 1931, und Figur im Garten, 1937.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 2-5
82418 Murnau

Abbildungen:

- Paul Klee, Waldvogel, 1920, 81, Bleistift und Aquarell auf Gaze auf Papier, KK-Privatsammlung  
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Pinakothek der Moderne: CONVIVIUM - NAHRUNGSSYSTEME AM LIMIT

CONVIVIUM
NAHRUNGSSYSTEME AM LIMIT

Ausstellung vom 24. April bis 18. Oktober 2026
Architekturmuseum in der Pinakothek der Moderne

Die sichere und gerechte Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrung hängt von einem System globaler Netzwerke ab: Bäuer*innen, Fischer*innen, Züchter*innen, Händler*innen, Transportunternehmen, Märkte und industrielle Verarbeitungsbetriebe sind darin eng verknüpft. Sie produzieren und vertreiben aber nicht nur das, was für die menschliche Ernährung notwendig ist. Sie werden durch die kapitalistische Wachstumslogik motiviert, immer mehr Produkte zu herzustellen, die durch Überkonsum zu falscher Ernährung und zu einer massiven Verschwendung von Nahrungsmitteln führen. Doch dieses System kommt durch die Klimaerwärmung, politische und ökonomische Faktoren aktuell an seine Grenzen. Viele Meere sind bereits überfischt, fruchtbare Ackerböden werden überbaut oder erodieren und ganze Landstriche verwüsten, weil es nicht genug regnet. Zugleich trägt die Nahrungsproduktion selbst durch den wachsenden CO?-Ausstoß massiv zum Klimawandel bei – ein Teufelskreis, der immer spürbarer wird. Kaum ein Land der Erde kann seine Bevölkerung noch aus eigenen Ressourcen ernähren.
Die Ausstellung präsentiert in zwölf Kapiteln Beispiele dafür, wie unsere Lebensmittel heute produziert und vertrieben werden. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Europa, doch die globalen Zusammenhänge werden stets einbezogen. Ziel der Ausstellung ist es, die räumlichen und technischen Grundlagen unserer Nahrungsproduktion sichtbar zu machen – und zu zeigen, welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für die Zukunft ergeben.

Kurator*innen: Andjelka Badnjar und Andres Lepik
Co-Kurator*innen für den Ausstellungsteil „Das Tier ist anwesend“: Víctor Muñoz Sanz und Sofia Nannini

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München
Abbildungen: 
- Ein Regenwasserteich, der zur Bewässerung der Pflanzen genutzt wird, mit einem Gewächshaus im Hintergrund, in dem Tomaten angebaut werden, Kirchweidach, Bayern.
Standbild aus dem Kurzfilm „How Does Food Enter the City?“, TUM-Masterprojekt „About Food and Spaces. Exhibit Design“ zusammen mit Nicole Humi?ski und Nikolai Huber. Thiade Langenhan, 2025.
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Museum Brandhorst: Carrying

Carrying

Ausstellung vom 14. Mai bis 08. November 2026
Museum Brandhorst

Mit „Carrying“ präsentiert das Museum Brandhorst ein Ausstellungsprojekt, das Räume innerhalb und außerhalb des Hauses aktiviert. Werke der internationalen Künstlerinnen Hêlîn Alas, Cana Bilir-Meier, Louise Lawler, Kate Newby, Tiffany Sia, Jaune Quick-to-See Smith und Leyla Yenirce besetzen historisch aufgeladene Orte und Transitzonen des Museums sowie den öffentlichen Raum. Architektonische Interventionen, Performances, Malereien sowie Sound- und Filmarbeiten treten in Dialog mit dem Museum und befragen die Verschränkung von militärischer und kultureller Macht.

Ausgangspunkt ist das Gelände, auf dem sich heute das Museum Brandhorst, die Pinakothek der Moderne und weitere Institutionen des Kunstareals befinden. Dort stand früher die Prinz-Arnulf-Kaserne, auch „Türkenkaserne“ genannt. Der Name des 1826 errichteten Militärkomplexes geht auf Kriegsgefangene zurück, die Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Osmanischen Reich zur Zwangsarbeit nach Bayern gebracht wurden. Diese Geschichten haben sich in Orts- und Straßennamen wie der „Türkenstraße“ und dem „Türkentor“ eingeschrieben.

Welche Geschichten werden erzählt, wer erzählt sie und wie? Die eingeladenen Künstlerinnen nähern sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage, wie sich Geschichte und Erinnerung mit teils erfundenen Erzählungen verweben und über Bilder, Medien und Monumente weitergetragen werden. Verschiedene Deutungen überlagern historische Realitäten von Gewalt, Ausbeutung und kultureller Aneignung und schreiben sich bis heute als Muster fort – von der sogenannten „Gastarbeiter“-Ära bis zu andauernden Debatten um territoriale Grenzen, Migration und Zugehörigkeit. Insbesondere dort, wo Krieg und Kultur ihre tatsächliche Verwobenheit verschleiern, gewinnen diese Fragen neue Dringlichkeit.

An spezifischen Orten wie Cy Twomblys „Lepanto“-Saal oder dem „Türkentor“ begreift „Carrying“ das Museum als einen Resonanzraum, in dem die Institution ihre eigene Geschichte und Identität untersucht – und lokale Ansätze mit globalen Fragestellungen verbindet.
Einige der Werke sind anlässlich von „Carrying“ entstanden und stehen in unmittelbarem Austausch mit ihrem Ausstellungsort.

Als Teil der Ausstellung findet ein umfangreiches Programm mit Artist Talks, Dialogformaten, Workshops und Filmprogrammen statt.
Kuratiert von: Franziska Linhardt

Museum Brandhorst
Theresienstraße 35a,
80333 München

Abbildungen: 
- Jaune Quick-to-See Smith 
Trade Canoe: Don Quixote in 
America, 2024–2025 
© Courtesy the estate of the 
artist und Garth Greenan 
Gallery, New York . 
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Frankfurt Städel Museum: ELMGREEN & DRAGSET - STILLLEBEN MIT GEMÜSE

ELMGREEN & DRAGSET
STILLLEBEN MIT GEMÜSE

Ausstellung vom 20. Mai 2026 bis 17. Januar 2027
Städel Museum Frankfurt am Main

Elmgreen & Dragset (Michael Elmgreen, *1961 und Ingar Dragset, *1969) arbeiten seit Mitte der 1990er-Jahre zusammen und zählen zu den einflussreichsten zeitgenössischen Künstlern. Obwohl sie oft als Bildhauer bezeichnet werden, sind sie in einem weiten Spektrum tätig, das auch
Installation, Performance und Architektur umfasst. Ihre Werke hinterfragen gewohnte räumliche Strukturen und laden sowohl öffentliche als auch institutionelle Orte atmosphärisch auf. Vom 20. Mai 2026 bis 17. Januar 2027 verwandelt das in Berlin lebende und arbeitende Künstlerduo das Städel Museum in ein faszinierendes Spiel aus Realität und Illusion. Die Ausstellung „Stillleben mit Gemüse“ präsentiert Skulpturen und Installationen von Elmgreen & Dragset, die mit der Architektur und der über 700 Jahre umfassenden Sammlung des Städel Museums in einen Dialog treten und neue Perspektiven eröffnen.
Elmgreen & Dragset arrangieren ihre figurativen Skulpturen so, dass sie das Publikum aktiv in das Erzählen von Geschichten einbeziehen. Indem sie den Blick der Besucher lenken und verschieben, rücken die Künstler alltägliche, leicht übersehene Momente in den Fokus und verwandeln diese in poetische Szenen, die gleichermaßen von Kritik und Humor geprägt sind. Mit ihrer durchdachten Art der Präsentation stellen Elmgreen & Dragset auf anschauliche statt didaktische Weise dringliche Fragen zu sozialen Strukturen sowie in Konventionen und institutionellen Routinen verankerten Verhaltensmustern. Das Künstlerduo beleuchtet auch, wie Museen unsere Wahrnehmung der Kunstgeschichte prägen. Subtil unterlaufen sie traditionelle Präsentationsformen und experimentieren mit den Regeln der Ausstellungsgestaltung.

Die Ausstellung wird durch die Förderung der Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, der SEB und des Städelschen Museums-Vereins e.V. ermöglicht und erfährt darüber hinaus Unterstützung durch die New Carlsberg Foundation und der Danish Arts Foundation.

Im Unterschied zu anderen Ausstellungen erstreckt sich „Stillleben mit Gemüse“ über das gesamte Städel Museum. Zwei große Installationen in der Sammlung Gegenwartskunst bilden den Kern der Präsentation, die sich mit Skulpturen und Interventionen der Künstler durch das gesamte Haus bis in die benachbarte Liebieghaus Skulpturensammlung entfaltet. Die Ausstellung lädt die Besucher zu einer Schatzsuche ein und stellt sie in den Mittelpunkt. Die Kunstwerke von Elmgreen & Dragset können an ungewöhnlichen Orten entdeckt werden, oft in einem fast surrealen Dialog mit den Werken der Städel Sammlung.
Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Das Städel Museum ist international für seine hochkarätige Sammlung bekannt, zu der seit 2020 auch die im Garten präsentierte Bronzeplastik Si par une nuit d’hiver un voyageur von Elmgreen & Dragset gehört. Umso mehr freue ich mich, dass wir das weltweit gefeierte Künstlerduo nun mit einer umfassenden Ausstellung im Städel präsentieren können. Mit feinsinnigem Humor und der Fähigkeit, durch minimale Eingriffe große Erzählungen zu entfalten, verändern Elmgreen & Dragset den Blick auf unsere Sammlung von den Alten Meistern über die Moderne bis zur Gegenwart und schenken unserem Publikum auf seinem Weg durchs Museum ganz außergewöhnliche Momente.“
„Besonders von zeitgenössischer Kunst kann ein kraftvoller Impuls ausgehen, der neue Perspektiven auf Vertrautes eröffnet. Das Künstlerduo Elmgreen & Dragset lädt mit seiner Ausstellung im Städel dazu ein, die Sammlung des Museums auf unerwartete Weise neu zu entdecken. Es ist uns eine große Freude, diese Präsentation von internationaler Wirkung zu unterstützen und damit auch die Bedeutung Frankfurts als Standort für herausragende Projekte der Gegenwartskunst zu bekräftigen“, sagt Susanne Völker, Geschäftsführerin Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH.
Svenja Grosser, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Sammlung Gegenwartskunst: „Elmgreen & Dragset gelingt es, durch nuancierte
Verschiebungen vertraute museale Strukturen neu erfahrbar zu machen. Durch ihre gezielten Interventionen eröffnen sie Zwischenräume und hinterfragen gewohnte Blickrichtungen und Erwartungen. Das Herzstück der Ausstellung bilden die beiden großangelegten, begehbaren Installationen The Cloud und Garden of Eden, die nicht zuletzt einen kritischen Blick auf die Spannungen zwischen Arbeit und Luxus, Ambition und Illusion werfen. Das Museum wird dabei zur Bühne von Elmgreen & Dragset und ihrer künstlerischen Praxis, in der nichts so eindeutig ist, wie es zunächst scheint.“

Umgebungen des Alltags
Das Zentrum der Ausstellung bilden die beiden großformatigen Installationen The Cloud (2026) und Garden of Eden (2022), die durch einen Szenenwechsel alltägliche Umgebungen zwischen Arbeit und Luxus, Ambition und Illusion wiedergeben. Auf dem Weg in die Gartenhallen und die Dauerausstellung der Sammlung Gegenwartskunst durchquert der Besucher The Cloud, das an ein minimalistisch eingerichtetes Restaurant oder eine elegante Flughafenlounge denken lässt. An einem der Tische sitzt eine Frauenskulptur aus Silikon (The Conversation, 2024). Ihr
Smartphone zeigt einen Facetime-Anruf, in dem ihr Gesprächspartner von seiner Arbeit als Künstler und von einer gescheiterten Liebesbeziehung erzählt. Sechs runde Gemälde der Serien Sky Targets (2025/26) und Flight Trackers (2025/26) schmücken die Restaurantwände. Die Bilder sind auf hochglanzpolierten Edelstahlplatten gemalt, deren Oberflächen die Umgebung teilweise spiegeln und einen Dialog mit dem permanent installierten Mosaic Mirror Wall Piece (1991–2012) von John M. Armleder eingehen. Persönliche Identität und Ortsgebundenheit scheinen sich in The Cloud aufzulösen, sodass nur noch eine glatte, austauschbare Kulisse für gehobene Gastronomie bleibt – oder ein Ort, um gesehen zu werden, Selfies zu machen und seinen Besuch in den sozialen Medien zu dokumentieren. Eine Etage tiefer im Eingangsbereich der Gartenhallen präsentieren Elmgreen & Dragset eine leere Bürolandschaft mit Reihen identischer Bürozellen, die den Raum streng und symmetrisch strukturieren. Mit den verlassenen, beengten Arbeitsplätzen thematisiert Garden of Eden die Strapazen zeitgenössischer Lohnarbeit, die von
Monotonie und Anonymität geprägt ist, und deutet an, dass das Versprechen von sozialem Aufstieg und Fortschritt ein fragiles Konstrukt ist. Der endlose Kreislauf aus Erholung und Arbeit wird in Uncollected (2005) aufgegriffen. Das Gepäcklaufband transportiert eine einzelne Reisetasche in einer endlosen Schleife unter der Treppe und verbindet das untere und das obere Stockwerk thematisch miteinander.

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main

Abbildungen: 
- The Visitor mit Stillleben mit Gemüse
Elmgreen & Dragset
The Visitor, 2025
Bronze, Lack
178 x 61 x 33.5 cm
- Elmgreen & Dragset
Social Media (Terrier), 2022
Gebürsteter Edelstahl, Lack, Motor, Harz und Kunstfell
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Foto: Elmar Vestner
- Elmgreen & Dragset
Still Life (Bullfinch), 2024
Bronze, Lack und animatronischer Vogel
7 x 14 x 23 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Foto: Elmar Vestner
Museen heute

Murnau Schloßmuseum: Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer - Freund und Mäzen des Blauen Reiter

Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer
Freund und Mäzen des Blauen Reiter

Vom 21. Mai bis 08. November 2026
Schloßmuseum Murnau

Das Schloßmuseum Murnau rückt mit seiner neuen Sonderausstellung einen faszinierenden Menschen ins Rampenlicht, der der Forschung bislang weitgehend verborgen geblieben ist: Der Theaterkritiker und Kunstschriftsteller Alfred Mayer (1860–1932), der als Förderer und Mäzen namhafte Kulturschaffende um sich versammelte. Im Besitz des Schloßmuseums befinden sich drei Künstleralben und ein Fotobuch aus dem Nachlass Mayers und seiner Tochter Eva (1917–2008). Die Alben kamen 2015 bzw. 2024 auf zwei unterschiedlichen Wegen, aber beide Male als Schenkung aus Privatbesitz, in die Sammlung des Museums.

Beim Durchblättern der Bücher zeigt sich, dass diese drei Künstlerbände weit mehr sind als bloße Gästebücher; sie gleichen künstlerischen Poesiealben, in denen Maler, Schriftsteller, Theaterleute, Komponisten sowie Musiker Alfred Mayer ganz persönliche Zeugnisse ihres Wirkens – von handschriftlichen Notaten über Collagen bis hin zu filigranen Zeichnungen – widmeten. Die Namen lesen sich wie ein Who's Who der damaligen Kunst- und Kulturszene: Else Lasker-Schüler, Klabund, Joachim Ringelnatz, Arthur Schnitzler, Heinrich Mann, Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, Marieluise Fleißer, Hannah Höch und viele mehr.

Doch wer war Alfred Mayer, der sich mehr als Freund und Vermittler, denn als Zentrum eines Netzwerkes sah und am Ende seines Lebens gerne noch eine Stiftung zur Unterstützung bedürftiger Künstler ins Leben gerufen hätte? Mayer war Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Frankfurt.

Statt der vorgezeichneten Laufbahn im Familienunternehmen zu folgen, zog es ihn zum Theater und zur Kunst. Als er 1886 nach Berlin ging, war er zwar zunächst als Kaufmann tätig – doch kaum finanziell abgesichert, machte er seine Passion zum Beruf und wurde Kritiker (im Laufe seines Lebens werden es mehr als 100 Veröffentlichungen sein). In Berlin lernte er u. a. den Theaterregisseur Max Reinhardt kennen.

Ab 1906 lebte Mayer als Kunstschriftsteller, Theaterkritiker und Sammler in München-Schwabing. Hier war er eng verbunden mit den Künstlern des Blauen Reiter und besaß u. a. Kandinskys Impression I, 1910 (im Zweiten Weltkrieg zerstört), Paul Klees Stillleben mit Distelblüte, 1919, sowie laut den Erinnerungen seiner Tochter Eva und der Schauspielerin Berta Drews, die zeitweilig bei ihm zur Untermiete wohnte, vier „starkfarbige Frauenköpfe“ von Alexej von Jawlensky. Seine zwischen 1900 und 1931 geführten Alben sind ein faszinierender Spiegel der damaligen Künstlerszene und geben z. T. Einblick in Werke, die zu jener Zeit im Entstehen begriffen waren.

Auch das Fotoalbum birgt Überraschungen. Neben Aufnahmen u. a. von Franz und Maria Marc, Kandinsky, Werefkin, Jawlensky, Arthur Schnitzler, Lotte Pritzel und Olaf Gulbransson finden sich darin zwei Fotografien von der Puppenmacherin Hermine Moos. Lachend steht sie auf einem Balkon, neben ihr ein selbst konstruiertes menschliches Skelett – die Unterkonstruktion für die lebensgroße Puppe, die sie 1918 im Auftrag Oskar Kokoschkas nach dem Vorbild Alma Mahlers schuf.

In Evas Mayers Album, das sie 1926 – im Alter von neun Jahren – zu führen begann, haben sich die Künstler kindgemäß mit z.T. vielfarbigen Gouachen und Aquarellen verewigt. Marianne von Werefkin schuf für Eva eine Kartenspielerrunde, Conrad Felixmüller porträtierte das Mädchen mit gebrochenem Arm und die Schauspielerin Grete Jacobsen zeichnete ihr zu Ostern einen Hasen in den Arm.
Ausgehend von diesen vier Alben spürte das Schloßmuseum Murnau – in Zusammenarbeit mit Expertinnen der Theater-, Literatur- und Kunstwissenschaft – Mayers Wirken als Sammler und Mäzen nach. Bereichert um verdichtende Leihgaben, stellt die Sonderausstellung eine bemerkenswerte Persönlichkeit in den Mittelpunkt, die bislang kaum im Blick der Forschung stand.

Unser großer Dank gilt den Schenkenden der Künstleralben, Frau Christel Moosbauer, die uns eines der Gästebücher von Alfred Mayer, das Künstleralbum von Eva Mayer und das Fotobuch überlassen hat, sowie Herrn Dr. Bernd und Frau Barny (†) Fäthke, die uns das noch fehlende Gästebuch als Schenkung übergaben.

Für den Ausstellungskatalog schrieben Autoren aus den Bereichen Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte. Die begleitende Publikation wird gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung, München.

Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 2-5
82418 Murnau

Abbildungen:
- Alexander Sacharoff, Bühnenbildentwurf für die Oper Turandot von Busoni, um 1917, 2. Akt, Turandots Boudoir, Collage, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München, G 14969 
Museen heute

Buchheim Museum: AUFRUHR DER FARBEN - Karl Schmidt-Rottluff und das Erbe der

AUFRUHR DER FARBEN - Karl Schmidt-Rottluff und das Erbe der "Brücke"

Ausstellung vom 23. Mai bis 15. November 2026
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried

Am 10. August 2026 jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Karl Schmidt-Rottluff. Aus diesem Anlass stellt das Buchheim Museum eine Auswahl seines bedeutenden »Brücke«-Bestandes Werken unmittelbarer Zeitgenossen und nachfolgender Generationen gegenüber, die maßgeblich von der Künstlergruppe beeinflusst wurden. Die Ausstellung versteht sich dabei nicht nur als Rückblick, sondern als lebendige Spurensuche nach den künstlerischen Nachwirkungen eines der wichtigsten Aufbrüche der Moderne.
Dank der umfangreichen Bestände aus der Sammlung von Diethild und Lothar-Günther Buchheim sowie der kürzlich erfolgten großzügigen Zustiftungen Joseph Hierlings und Paul Maria Wittmanns kann das Museum die Entwicklung des Expressionismus von seinen Anfängen bis weit hinein in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts nachzeichnen. Dabei wird in der Gegenüberstellung sichtbar, wie stark die Impulse der »Brücke«-Künstler über Generationen hinweg gewirkt haben. Es entfaltet sich ein vielschichtiges Panorama künstlerischer Positionen, das die nachhaltige Wirkung dieses epochalen Aufbruchs vor Augen führt.
Neben den »Brücke«-Künstlern Karl Schmidt-Rottluff , Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde und Max Pechstein zeigt die Ausstellung eine Vielzahl weiterer Positionen, die in einen oft überraschenden Dialog mit ihnen treten. Darunter finden sich Namen wie Max Beckmann, Christian Rohlfs und Conrad Felixmüller aber auch Walter Becker, Grete Csaki-Copony, Thomas Niederreuther oder der Museumsstifter Lothar-Günther Buchheim selbst. Er trug nicht nur als Sammler und Kunstschriftsteller entscheidend zur Wiederentdeckung der Künstlergruppe in Deutschland nach 1945 bei, sondern war auch als Künstler einer ihrer glühendsten Verehrer und Nachfolger.
Allen in der Ausstellung gezeigten Werken gemeinsam ist die frei entwickelte Farbe als zentrales künstlerisches Ausdrucksmittel. In zunehmender Loslösung von traditionellen Bedeutungszuschreibungen und dem Postulat einer mimetischen Kunstau assung dient sie hier primär der Darstellung innerer Empfindungen, seelischer Zustände und unmi elbarer Emotionen. Die expressive Kraft der Farbe wird so zum Träger subjektiver Wahrnehmung und erö net dem Betrachter bis heute einen unmi elbaren Zugang zur Erfahrungswelt der Künstlerinnen und Künstler.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung: 
- Walter Becker, Trio 3, 1968
Öl auf Rupfen
95,0 x 110,5 cm
Sammlung Joseph Hierling im Buchheim Museum der Phantasie
© Andreas Hoelscher, Hohenschäftlarn; Reproduktion: Joseph Hierling
Museen heute

Haus der Kunst: „Steina: Playback“

„Steina: Playback“

Ausstellung vom 12. Juni bis 07. Dezember 2026
Haus der Kunst, München

„Steina: Playback“ zeichnet mehr als fünf Jahrzehnte des Schaffens einer Künstlerin nach, die als wegweisend für die Geschichte der Videokunst gilt. Steina (geb. Steinunn Briem Bjarnadóttir, 1940, Reykjavík), klassisch ausgebildete Geigerin, wandte sich 1970 dem Medium Video zu und näherte sich der Kamera wie einem Musikinstrument, das, in ihren eigenen Worten vom „majestätischen Fluss der Zeit“ geleitet wird. Bild und Ton werden in ihrer Arbeit austauschbar: Das elektronische Signal ist zugleich Bild und Klang, der Apparat zugleich Werkzeug und handelnde Instanz. Aus der Welt der Musik kommend, überträgt Steina Prinzipien des Spielens und der Performance auf ihre Kompositionen und auf die Echtzeitverbindung von Musikinstrumenten und Videotechnologien.

Playback, Wiederholung und die geschlossenen Zeitlichkeiten des Mediums haben lange bestimmt, wie Steina ihre Arbeit präsentiert. Im Haus der Kunst entfaltet sich die Ausstellung nicht als Chronologie, sondern als Umlaufbahn durch Steinas Kosmos: ihre erfundenen Werkzeuge, ihre projizierten Environments und die langen Kollaborationen, die ihr Werk geprägt haben. Von der Stimme über das Signal bis hin zum System folgt die Ausstellung Klang, Lebendigkeit und Technologie, die treibenden Kräfte, die sich durch ihr Schaffen ziehen. Die Ausstellung umfasst einundzwanzig Werke, die von frühen dokumentarischen Experimenten aus den späten 1970er Jahren bis hin zu großformatigen, projizierten Environments reichen. Zu sehen ist unter anderem „Outer Cosmos“ (2026), Steinas jüngstes Werk, das hier erstmals präsentiert wird. Die Arbeit knüpft an „Orbital Obsessions“ (1975–77) an und greift das ursprüngliche Filmmaterial – ein in Steinas Studio in Buffalo aufgenommenes Selbstporträt – nach Jahrzehnten erneut auf. Das Selbstporträt, bei dem mehrere Kameraansichten übereinandergelegt, rückgekoppelt und vervielfacht werden, steht nun im Zentrum eines größeren sphärischen Bildraums, um den das ursprüngliche Ausgangsmaterial zirkuliert.

Bereits seit den frühen 1970er Jahren spielt Steina eine zentrale Rolle bei der Etablierung von Video als künstlerisches Medium. 1971 gründete sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Woody Vasulka in New York „The Kitchen“, einen Ort für erweiterte Formen von Bild, Ton und Live-Performance. Er ging aus informellen Zusammenkünften in ihrem Atelier in der 14th Street hervor. „The Kitchen“ wurde zu einem gemeinsamen Arbeitsumfeld für eine aufstrebende Gemeinschaft von Videoschaffenden, visuellen Künstler*innen und experimentellen Komponist*innen, darunter Joan Jonas, La Monte Young und Alvin Lucier, deren Praxis Performance, Klang und das bewegte Bild eng miteinander verband. Die Abteilung Bildung und Teilhabe des Haus der Kunst greift diesen Geist der Zusammenarbeit in einem Programm öffentlicher Begegnungen auf, das auf den Prinzipien von Kollaboration, Spiel und einem offenen Umgang mit Werkzeugen und Wissen basiert.

„Steina: Playback“ wird vom MIT List Visual Arts Center in Zusammenarbeit mit dem Buffalo AKG Art Museum organisiert. Sie wird co-kuratiert von Natalie Bell, MIT List Visual Arts Center, und Helga Christoffersen, Buffalo AKG Art Museum. Die koordinierenden Kuratorinnen im Haus der Kunst sind Lydia Antoniou und Marlene Mützel.


Die Medienkünstlerin Steina verwandelt das Haus der Kunst mit ihren immersiven Sound- & Videolandschaften „Steina: Playback” ist die erste Retrospektive von Steina, einer wegweisenden Video- und Medienkünstlerin, in Deutschland und wird vom 12. Juni bis 7. Dezember 2026 im Haus der Kunst zu sehen sein.

Haus der Kunst | Nordgalerie
Prinzregentenstr. 1, 80538 München
Abbildungen: 
- Steina
Violin Power, 1970–78 (still).
Einzelkanal-Video mit Ton; 9:46 min.
Courtesy the artist and BERG Contemporary, Reykjavík
- Steina und Woody Vasulka, Matrix I, 1970–72. Erworben von The Museum of Modern Art, New York (The Jill and Peter Kraus Media and Performance Acquisition Fund); Tate, London, mit Mitteln bereitgestellt von Tate Americas Foundation; San Francisco Museum of Modern Art (Accessions Committee Fund purchase); und Pamela und Richard Kramlich und New Art Trust, 2020. Installationsansicht: Steina: Playback, MIT List Visual Arts Center, 2024. Foto: Dario Lasagni
Museen heute

Haus der Kunst: Maria VMier - I follow the wind through the stone

Maria VMier.
I follow the wind through the stone

Ausstellung vom 26. Juni 2026 bis 07. Februar 2027
Haus der Kunst München

Nur wenige Meter liegen zwischen dem Haus der Kunst und dem Eisbach. Der eine Ort ist ein Zentrum für zeitgenössische Künste, mit komplexer Geschichte. Der andere ein Seitenarm der Isar am Englischen Garten, weit über München hinaus bekannt für seine Surfwelle und das urbane Leben an seinen Ufern. Beide Orte haben ein Gedächtnis, das in Fundstücken, Oberflächen und den Erinnerungen der Menschen weiterlebt.
Diesem Gedächtnis spüren ab dem 26. Juni zwei Projekte im Haus der Kunst nach. Maria VMier wendet den Blick nach innen und widmet sich mit I follow the wind through the stone dem Haus der Kunst selbst. Für das neue Auftragswerk hat VMier das Gespräch mit den Menschen gesucht, die hier arbeiten – manche seit Jahrzehnten, andere erst seit wenigen Jahren. Ihre Erzählungen hat VMier in eine Auftragsarbeit übersetzt, die das Gebäude von einer Seite zeigt, die sonst verborgen bleibt. Mit „Tao Schirrmachers Sammlung. Eisbach Treasures" zeigt der Europameister im Flusssurfen erstmals in dieser Fülle jene Funde, die er seit 2008 vom Grund des Eisbachs birgt. So begeben sich Maria VMier und Tao Schirrmacher jeweils auf eigene Weise auf Spurensuche und öffnen zugleich den Blick für die vielen Geschichten, die zwei vertraute Orte in sich tragen.

Seit 2021 vergibt das Haus der Kunst jährlich ortsspezifische Aufträge an Künstler*innen, die den Personaleingang und darüber hinaus gestalten. Aus einer Idee der Pandemiezeit gewachsen, schenkt die Reihe dem Team beim täglichen Betreten des Hauses einen Moment der Inspiration und begleitet zugleich Künstler*innen aus München und der Region an einem entscheidenden Punkt ihrer künstlerischen Entwicklung. Auf Cyrill Lachauer, Jan Erbelding, Paul Valentin, Luisa Baldhuber und Gülbin Ünlü folgt nun Maria VMier.
Mit I follow the wind through the stone gestaltet Maria VMier (geb. 1985 in Passau), in New York lebend, das jährliche Auftragswerk des Haus der Kunst. Aus VMiers Begegnungen mit dem Haus und seinen Menschen ist eine Konstellation miteinander verbundener Werke entstanden, die sich vom Personaleingang über die Passage bis in die Mittelhalle erstreckt.
Am Personaleingang beginnend, hat VMier die großen Außenbuchstaben, die einst als Fassadenschriftzug dienten (2011 – 2020), neu zusammengesetzt und installiert. Aus ihrer Funktion entlassen, fügen sich die verwitterten Metallbuchstaben zu einer neuen Wendung, „Bauch der Kunst", die in den Bauch des Hauses führt und jenen gewidmet ist, die es täglich am Laufen halten. In der Passage, einem neuen Raum für Einzelprojekte, der an das Auditorium angrenzt, folgen zwei großformatige Zeichnungsinstallationen, die das Gebäude selbst zur Vorlage nehmen und seine Oberflächen in dichte Pinselarbeiten auf Papier übersetzen. In der Mittelhalle sowie dem Eingangsbereich tritt eine Serie kleiner Aluminiumskulpturen aus den Ecken und Ritzen der Marmorpfeiler hervor, inspiriert von den Fossilien im Saalburger Marmor. Das Material sollte der Mittelhalle Erhabenheit verleihen, während sie in den 1930er Jahren für nationalsozialistische Propaganda genutzt wurde. Irgendwo zwischen Gesicht und organischem Wuchs wirken die Skulpturen wie ein leises Aufbegehren im monumentalen Innenraum. Begleitend zur Arbeit erscheint ein eigens produziertes Künstler*innenbuch, das die aufgespürten Details des Hauses zum Mitnehmen festhält und in der Buchhandlung Walther König im Haus der Kunst zu finden ist.
Xue Tan, Leiterin Programm und Ausstellungen, Chefkuratorin: „Es ist außergewöhnlich, wie tief Maria VMier in die unbekannten Geschichten der Institution eintaucht – einerseits, indem sie den Menschen Anerkennung zollt, die sie tragen, und andererseits, indem sie ihren unausgesprochenen Geschichten eine Stimme verleiht. VMiers Arbeit eröffnet unerwartete Zugänge zur Geschichte des Haus der Kunst und offenbart die Institution als einen lebendigen, vielschichtigen Organismus."

Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
80538 München


Abbildungen:
- Maria VMier,
linking one to the other, holding their difference [?], 2024-25,
Pigmentierte Kalligraphietinte, Tusche, Pigmente, Graphit, Vinyl und Acryl auf Butcher Paper,
500 × 355 cm
Foto: Maria VMier
Museen heute

Potsdam Barberini: Symphonie der Farben - Paul Signac und der Neoimpressionismus

Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus

Austellung vom 04. Juli bis 11. Oktober 2026
Museum Barberini Potsdam

Den höchsten Grad an Leuchtkraft und Harmonie zu erreichen – diesem Ziel verschrieb sich Paul Signac, als er Mitte der 1880er-Jahre mit Georges Seurat eine neue Malweise in die Kunst einführte. Die Ausstellung Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus beleuchtet als erste umfassende Signac-Schau in Deutschland seit 30 Jahren die zentrale Rolle des Künstlers innerhalb der Bewegung des Neoimpressionismus und geht seinem Einfluss als Theoretiker, Netzwerker und Ausstellungsorganisator nach.

Auf der letzten gemeinsamen Ausstellung der Impressionisten im Jahr 1886 stellten in Paris Künstler aus, die sich später als Neoimpressionisten bezeichneten. Mit dem Nebeneinander unvermischter Farben strebten sie eine Wirkung ihrer Bilder an, die an pures Licht erinnern sollte. Die Landschaftsmotive ähnelten jenen ihrer impressionistischen Vorbilder, doch ersetzten sie deren duftige Atmosphäre und spontane Malerei durch seriell aufgetragene Pinseltupfen in den Farben des Prismas. Diese Zerlegung der Farben, die sich nicht mehr auf der Palette, sondern im Auge der Betrachtenden mischen sollte, suchte Inspiration in neuen Erkenntnissen der Optik und der Wahrnehmungsphysiologie.

Die neoimpressionistischen Gemälde laden zur Kontemplation über die Harmonie im Bild ein, suchen den Ausgleich zwischen häufig komplementären Farben, zwischen Vertikalen und Horizontalen oder zwischen Fläche und Raum. Andere Werke weisen arabeske Muster auf, die sich über die Bildfläche erstrecken und reale Gegenstände abstrahieren. Die Ausstellung Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus zeigt den Künstler als eine der zentralen Figuren dieser Bewegung. Sie beleuchtet sein künstlerisches Werk von den frühen Uferlandschaften des passionierten Seglers über seine Interieur- und Porträtmalerei bis zu den sozialutopisch aufgeladenen Bildern der Côte d’Azur, die er als Motivschatz für die Moderne erschloss.

Die Ausstellung umfasst über 90 Werke, von denen mehr als ein Drittel von Paul Signac stammen. Sie stehen im Dialog mit Gemälden von Lucie Cousturier, Henri-Edmond Cross, Maximilien Luce, Camille Pissarro, Théo van Rysselberghe, Jeanne Selmersheim-Desgrange, Georges Seurat, Jan Toorop und anderen. Zu den Leihgebern gehören das Van Gogh Museum, Amsterdam, das Art Institute of Chicago, die National Gallery of Ireland, Dublin, das Musée d‘Orsay, Paris, das Musée du Petit Palais, Genf, die Archives Signac, Paris und weitere nationale und internationale Sammlungen.

Im Museum Barberini, das mit zehn neoimpressionistischen Werken von Signac, Henri-Edmond Cross, Albert Dubois-Pillet, Maximilien Luce und Camille Pissarro in der Sammlung Hasso Plattner einen der größten Bestände dieser Strömung in Deutschland hält, ist Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus bereits das dritte Ausstellungprojekt zum Thema – nach Farbe und Licht. Der Neoimpressionist Henri-Edmond Cross (2018) und Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissarro (2025).

Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, und der Kunsthal Rotterdam.

Museum Barberini
Humboldtstraße 5–6
14467 Potsdam


Abbildungen: 
- Maximilien Luce
Der Hafen von Saint-Tropez, 1893
Öl auf Leinwand, 73,7 x 91,4 cm
Privatsammlung
© Fotoatelier Peter Schälchli, Zürich
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