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Zugabe heute

Gauting: "Die Villa und ihr Buchheim" von Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich

Film im Kino Breitwand: "Die Villa und ihr Buchheim" von Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich

Eine Filmexkursion in das Wohnhaus von Lothar-Günther Buchheim und Diethild Buchheim in Feldafing am Starnberger See

Über ein halbes Jahrhundert haben Lothar-Günther Buchheim und seine zweite Frau Diethild ihr in den 50er Jahren erworbenes Anwesen in Feldafing am Starnberger See gestaltet und ausgebaut. Die filmische Dokumentation beschreibt nicht nur ein interessantes Ambiente, sie entfaltet vielmehr einen Kosmos, der gleichzeitig als Wohnung, Werkstatt, Sammlung, Museum, Panoptikum, Büro, Verlag, Archiv und Kramladen wahrgenommen werden kann.

Das Multitalent Lothar-Günther Buchheim, der u.a. als umtriebiger Sammler, Buchautor, Maler und Zeichner, Fotograf und Verleger tätig war, lässt ahnen, wie sehr der Alltag in diesem Haus von vielfältigsten Projekten geprägt wurde. Die bisweilen kindliche, aber auch von differenzierter Kennerschaft geprägte Begeisterung der beiden Buchheims für alles, was menschliche Hände zu gestalten vermögen, hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer einzigartigen Wunderwelt verdichtet.

Die Weggefährt*innen und Mitarbeiter*innen der Buchheims, die in diesem Film zu Wort kommen, führen durch das große, geheimnisvolle Haus. Sie lassen uns die Leere spüren, die der "Poltergeist" Buchheim hinterlassen hat, und sie erwecken ihn mit ihren humorvollen Geschichten wieder zum Leben.

Regie & Drehbuch Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich
Kino Breitwand Gauting
Bahnhofpl. 2, 82131 Gauting
Kinder heute

Holzhausen: Freies Landestheater Bayern - Du spinnst wohl!

Freies Landestheater Bayern: Du spinnst wohl!
Weihnachten steht vor der Tür! Auch Karl-Heinz Kreuzspinne bereitet sich auf das Fest vor. Und pünktlich am 1. Dezember verfängt sich sein Weihnachtsbraten in seinem Spinnennetz: die Fliege Bisy. Doch soll sie nun 23 Tage im Netz von Karl-Heinz ausharren um schließlich an Heiligabend als Weihnachtsmenü zu enden? Die pfiffige Fliege hat da ganz andere Pläne…

Die Tage bis Heiligabend verlaufen so gar nicht im Sinne von Karl-Heinz, der eigentlich nur seine Ruhe möchte, denn mit Bisy sind ihm so einige Abenteuer ins Netz geflogen… Wird es Bisy gelingen sich zu befreien? Und wie wird Karl-Heinz den Heiligabend verbringen? Vielleicht geschehen auch im Insektenreich wahre Weihnachtswunder…

Es spielen: Detlef Dauer (Spinne Karl-Heinz), Laura Quaderer (Fliege Bisy), Christian Selbherr (Pizzabote, Leierkastenspieler, Arzt, Gottesanbeterin, Ralf), Korbinian Langl (Tausendfüßler, Assistenzarzt, Prinz, Schmetterling, Rolf), Judith Heimerl (Marienkäfer, Oma Ottilie, Königin, Kassandra)
Wiederaufnahme-Regie: Ingrid Huber
Maske: Judith Pürschel, Verena Rolll
Kostüme: Katharina Probst
Bühnenbild: Ingrid Huber, Lizzie Hladik
Holzkirchener Kultur- und BürgerhausSalzgasse 10
83607 Holzkirchen
Konzert heute

Fürstenfeld: The Best of Black Gospel

The Best of Black GospelJoy to the world - Tour
The Best of Black Gospel vereint eine Auswahl der besten Gospelsänger*innen der USA. die Chormitglieder haben bereits mit Legenden wie Diana Ross und Stevie Wonder zusammengearbeitet. Die Joy to the World-Tour“ verspricht eine zweistündige Show mit den bekanntesten Songs, wie: „Oh Happy Day“, „Down by the Riverside“ und „Amazing Grace". Die gesangliche Qualität und musikalische Hingabe des Ensembles machen die Konzert zu Ausnahmeerlebnissen, bei denen Gänsehautfeeling garantiert ist.

"(...) Grandiose Stimmen und Gänsehautmomente mit dem Chor The Best of Black Gospel. Ein wahres Feuerwerk der Emotionen!“ Hamburger Abendblatt 
Veranstaltungsforum FürstenfeldFürstenfeld 12, 82256 Fürstenfeldbruck
Konzert heute

München: Festliches Adventssingen mit den Arcis-Vocalisten

Festliches Adventssingen mit den Arcis-Vocalisten
Isabella Gantner Sopran
Katja Schild Sprecherin
Julian Schulz Orgel
Leitung Thomas Gropper

Der Weg durch den Advent zun Weihnachten hin ist gesäumt von wunderbarer Musik ganz unterschiedlicher Stilistik und Charakteristik. Die Arcis-Vocalisten schlagen in Kammerchor-Besetzung den Bogen von innigen Marienliedern, traditionellen adventlichen Weisen wie „Adeste fideles“, „Still, still“ oder „Fröhliche Weihnacht überall“ und festlichen Chören und Chorälen aus Bachs Kantaten und Händels „Messiah“ hin zu zeitgenössischen a-cappella-Sätzen und bekannten englischen Weihnachtsliedern. Dazu treten besinnliche Texte zur Adventszeit und solistische Lieder und Arien.
Zum Abschluss sind alle Hörenden eingeladen, sich mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ einzuschließen in den musikalischen Reigen.
Allerheiligen-HofkircheResidenzstraße 1, 80333 München
Tipp heute

Schloss Seefeld: Evelyn Huber „The Magic of Harp“

Evelyn Huber „The Magic of Harp“Die doppelte Echo-Gewinnerin und Ausnahmekünstlerin entführt in die faszinierenden und überraschenden Klangwelten der Harfe

Tauchen Sie ein in die Welt der Harfenklänge!

Die Ausnahmeharfenistin Evelyn Huber an ihrer Harfe ist ein besonderes Klangerlebnis: hingebungsvoll feurig ebenso wie atmosphärisch-mediativ.

Mit ihrem Charme, ihrer großen Spielfreude und technischen Perfektion entfaltet die Künstlerin faszinierende Klangwelten – auch vorweihnachtliche – und wird Sie auf eine spannende musikalische Reise fernab vom gängigen Harfenklischee entführen. Inspiriert von Tango, Jazz, New Classics und lateinamerikanischem Lebensgefühl entwickelt sie einen einzigartigen Musikstil.

Das kurzweilige und unterhaltsame Konzert moderiert sie selbst – ergänzt mit der einen oder anderen amüsanten Geschichte aus ihrem Tourleben.

Ausgezeichnet mit dem Bayerischen Kulturpreis und doppelte Echo-Gewinnerin – „Bester Live Act des Jahres“ zusammen mit der Band Quadro Nuevo, der sie 12 Jahre angehörte – jammt, summt, pfeift und swingt sie auf der Harfe und stimmt in schnellem Tempo kunstvoll verwobene Melodien an. Dann und wann flirtet und verzaubert sie auf zartesten Engelssaiten.

Evelyn Huber studierte Harfe an der Hochschule für Musik und Theater München und schloss ihr Studium mit dem Meisterklassendiplom ab. Von 1998 bis 2009 war sie dort als Lehrbeauftragte für Harfe tätig. 2007 wurde sie als Gastprofessorin an die Guildhall School of Music London berufen. Sehr früh begann sie, die musikalischen Möglichkeiten der Großen Konzertharfe auszuloten und konventionelle Grenzen zu überschreiten. Jazz-Studien in den USA, Konzerttätigkeiten in aller Welt mit unterschiedlichen Ensembles und nicht zuletzt ihre Soloperformances machten sie zu einer Virtuosin in den Genres Jazz und World Music.
Schloss SeefeldGraf-Toerring-Seefeld-Straße 11, 82229 Seefeld
Konzert heute

Pasinger Fabrik: GERRET LEBUHN

GERRET LEBUHN
Gerret Lebuhn ist es ein inniges Herzensanliegen, die Gitarre einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die gelingt ihm sowohl als Gastgeber der Münchner Gitarrenkonzerte als auch durch seine einzigartige stilistische Bandbreite und Ausdrucksstärke auf seinem Instrument.

Der Gitarrist verbindet in seinen einzigartigen Konzerten die wichtigsten und interessantesten Entwicklungen der letzten dreißig Jahre des meistgespielten Musikinstrumentes der Welt: der Gitarre. Musik aus den Bereichen der Fingerstyle, der Musik Lateinamerikas, Weltmusik und der zeitgenössischen Gitarrenmusik, vertreten durch Stücke der jeweils besten Gitarristen ihres Fachs und ihrer Stilistik: Quique Sinesi, Stepan Rak, John Butler, Carlo Domeniconi, u.v.m. So entstand das aktuelle Programm „Guitar Treasures“ das in seiner Art und Darbietung wohl als einzig anzusehen ist. Die Stücke zeichnen sich durch herausragende virtuose Anforderungen, spektakulären, nahezu akrobatischen Spieltechniken sowie mitreißenden Melodien und Rhythmen aus. Gerret Lebuhn erhielt seine Ausbildung zum klassischen Konzertgitarristen durch lebende Gitarrenlegenden wie Eliot Fisk, Manuel Barruecco, Olaf van Gonnissen u.v.a. und ist seit 30 Jahren auf den Bühnen Europas zu Hause. 2014 gründete Gerret Lebuhn die Reihe „Münchner Gitarrenkonzerte“ an der Pasinger Fabrik.
Pasinger Fabrik
August-Exter-Straße 1, 81245 München
Konzert heute

Schloss Seefeld: Evelyn Huber „The Magic of Harp“

Evelyn Huber „The Magic of Harp“Die doppelte Echo-Gewinnerin und Ausnahmekünstlerin entführt in die faszinierenden und überraschenden Klangwelten der Harfe

Tauchen Sie ein in die Welt der Harfenklänge!

Die Ausnahmeharfenistin Evelyn Huber an ihrer Harfe ist ein besonderes Klangerlebnis: hingebungsvoll feurig ebenso wie atmosphärisch-mediativ.

Mit ihrem Charme, ihrer großen Spielfreude und technischen Perfektion entfaltet die Künstlerin faszinierende Klangwelten – auch vorweihnachtliche – und wird Sie auf eine spannende musikalische Reise fernab vom gängigen Harfenklischee entführen. Inspiriert von Tango, Jazz, New Classics und lateinamerikanischem Lebensgefühl entwickelt sie einen einzigartigen Musikstil.

Das kurzweilige und unterhaltsame Konzert moderiert sie selbst – ergänzt mit der einen oder anderen amüsanten Geschichte aus ihrem Tourleben.

Ausgezeichnet mit dem Bayerischen Kulturpreis und doppelte Echo-Gewinnerin – „Bester Live Act des Jahres“ zusammen mit der Band Quadro Nuevo, der sie 12 Jahre angehörte – jammt, summt, pfeift und swingt sie auf der Harfe und stimmt in schnellem Tempo kunstvoll verwobene Melodien an. Dann und wann flirtet und verzaubert sie auf zartesten Engelssaiten.

Evelyn Huber studierte Harfe an der Hochschule für Musik und Theater München und schloss ihr Studium mit dem Meisterklassendiplom ab. Von 1998 bis 2009 war sie dort als Lehrbeauftragte für Harfe tätig. 2007 wurde sie als Gastprofessorin an die Guildhall School of Music London berufen. Sehr früh begann sie, die musikalischen Möglichkeiten der Großen Konzertharfe auszuloten und konventionelle Grenzen zu überschreiten. Jazz-Studien in den USA, Konzerttätigkeiten in aller Welt mit unterschiedlichen Ensembles und nicht zuletzt ihre Soloperformances machten sie zu einer Virtuosin in den Genres Jazz und World Music.
Schloss SeefeldGraf-Toerring-Seefeld-Straße 11, 82229 Seefeld
Theater heute

Fürstenfeld: Die Frau von früher

Die Frau von frühervon Roland Schimmelpfennig
Frank, Claudia und ihr fast volljähriger Sohn Andi sind im Begriff, in ihr neues Leben auszuwandern. Alles ist gepackt, die meisten Möbel sind bereits auf See. Andi muss sich fügen und sich von Tina, seiner grossen Liebe verabschieden. Tina sieht die Sache realistisch, sie werden sich nicht wiedersehen.
Da erscheint Romy, Franks erste große Liebe. Lange bevor sich Claudia und Frank kennen lernten, heirateten, eine Familie gründeten und Andreas geboren wurde. Romy weiß was war und was ihr wichtig ist. Sie liebt Frank und fordert die Einlösung eines für sie immer noch gültigen Schwurs: Ich werde dich immer lieben!
In der leeren Wohnung beginnen die Zeitebenen zu verschwimmen. Die Figuren werden zu Opfern ihrer eigenen Entscheidungen, die Komödie kippt und die Tragödie nimmt ihren Lauf.
„Die Frau von früher“ legt die emotionale und mentale Inflation des Wortes Liebe offen und fragt leidenschaftlich nach dessen wahren Dimensionen und Bedeutung.

Roland Schimmelpfennig gehört den meistgespielten deutschen Gegenwartsdramatikern. „Die Frau von früher“ entstand im Auftrag des Wiener Burgtheaters.

mit Korbinian Butterer, Patricia Flür, Barbara Galli-Jescheck, Jasmin Hallbauer und Alexander Schmiedel
Regie: Philipp Jescheck
Regieassistenz: Kerstin Krefft
Neue Bühne Bruck e.V.Fürstenfeld 11, 82256 Fürstenfeldbruck
Theater heute

Landsberg: Altes Land

Altes Land
Nach dem Roman von Dörte Hansen
Theaterei Herrlingen

Als junges Mädchen flüchtet Vera von Kamke mit ihrer Mutter aus Ostpreußen und landet im alten Reetdachhaus von Ida Eckhoff im Alten Land, der Obstanbaugegend an der Elbe bei Hamburg. 70 Jahre später strandet Veras Nichte Anne gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn bei ihr im Alten Land, geflüchtet aus dem angesagten Stadtteil Hamburg-Ottensen.
Lebensgeschichten werden erzählt, Generationenkonflikte, Stadt- und Landmenschen prallen aufeinander. Nicht ohne Humor, immer mit ein bisschen Nostalgie und leicht melancholisch, weiß ein altes Haus vieles zu erzählen.

Als Zuschauer hat man das Gefühl auf eine Reise in ein ganzes Jahrhundert mitgenommen zu werden. Dafür an die Hand nehmen einen die drei wunderbaren Darstellerinnen, die in zahllose Rollen verschiedenen Alters schlüpfen und einen mit sprühender Spielfreude ganz dicht ins Geschehen ziehen. Agnes Decker, früher am LTS und Metropoltheater, sowie Ursula Berlinghof, waren schon mehrfach Teil eines tollen Ensembles auf unserer Bühne. Die Österreicherin Lisa Wildmann, zum ersten Mal bei uns, komplettiert das Ensemble perfekt. Edith Ehrhardt führt in Herrlingen ein Privattheater mit viel Engagement, das mit diesem Stück belohnt wurde, denn es gewann den Monica-Bleibtreu-Preis 2022 bei den Privattheatertagen Hamburg als beste Inszenierung aller Privattheater Deutschlands in der Kategorie zeitgenössisches Drama.

Regie Edith Ehrhardt
Es spielen Agnes Decker, Lisa Wildmann und Ursula Berlinghof

Stadttheater Landsberg
Schlossergasse 381, 86899 Landsberg am Lech
Konzert heute

Germering: Cornelia Corba

Cornelia CorbaDie große Weihnachts-Show

Cornelia Corba ist von Kindheitsbeinen an ein echter Weihnachtsfan. Ihre Hingabe zum Fest der Liebe hat die Schauspielerin bereits auf ihrer CD „Spirit of Global Christmas“ verewigt. Traditionelle Weihnachtslieder aus 18 Ländern, von Norwegen bis in die Südsee, von überall auf der Welt, wo Cornelia Corba zu Konzerten oder Dreharbeiten weilte, finden sich auf der besinnlichen Platte. In ihrer „großen Weihnachts-Show“ schlüpft die gebürtige Münchnerin nun in humorvolle Rollen und erzählt mit heiteren Sketchen, Bildern und Videos unterhaltsam, was sie über die Geschichte des Weihnachtsfestes in aller Welt erfuhr.

Der besinnliche Abend verspricht ein Weihnachtserlebnis der besonderen Art. Unterhaltung für Alt und Jung, mit den schönsten Weihnachtsliedern aus aller Welt, die mit Corbas unverkennbarer, warmer Ethno-Stimme jedes Herz erreichen dürften.

Stadthalle GermeringLandsberger Str. 39, 82110 Germering
Theater heute

Planegg: Opern auf Bayrisch

Opern auf Bayrisch
Die Opern auf Bayrisch von Paul Schallweg (Text) und Friedrich Meyer (Komposition, Arrangement) feiern in 2025 großes Bühnenjubiläum. Seit mittlerweile 40 Jahren ist die Erfolgsproduktion fester Bestandteil in den Spielplänen in Bayern und weit darüber hinaus. Oper einmal anders: Nicht gesungen, sondern in echt bayrischer Mundart gesprochen von drei bayerischen Schauspielstars.

Freuen Sie sich auf einen amüsanten und kurzweiligen Opernabend der etwas anderen Art bei dem kein Auge trocken bleibt mit Der Freischütz - oder: Wia a Jaager auf ned ganz saubere Weis zu seim Wei kemma is, Tannhäuser – oder: De Venus in der Kampenwand und Turandot – oder: Wia a chinesische Prinzessin à la tatar kloakriagt worn is.

Mit Dieter Fischer, Conny Glogger, Michael Lerchenberg, dem Musikensemble Opern auf Bayrisch und Philipp Jungk (Percussion) Leitung: Andreas Kowalewitz
Kupferhaus PlaneggFeodor-Lynen-Straße 5, 82152 Planegg
Konzert heute

München: SPAN OF BEING — the 7 generation principle

SPAN OF BEING — the 7 generation principle
Unabhängig voneinander setzen sich die fünf Künstler Uri Caine, Gert Heidenreich, James Weeks, Mariko Takahashi und Stefan Winter mit der Philosophie »The 7 Generation Principle« auseinander.
Uri Caine [pno, electronic] improvisiert und komponiert für Teodoro Anzellotti [acc], Gareth Davis [bcl], Anne Gillot [rec, great bass rec], Anna Linardou [voc] und Geneviève Strosser [vla].
Gert Heidenreich [poet] verfasst ein essayistisches Langgedicht, das in der Premiere von ihm live aufgeführt wird.
James Weeks, Leiter des EXAUDI Vocal Ensemble, arrangiert Klanglandschaften für acht Stimmen, die den Raum in einem 8-Kanal-Soundsystem erfüllen.
Mariko Takahashi & Stefan Winter gestaltet die Videokunst »Span of Being« [Dauer: 77 Minuten] und die Raum- und Klanginstallation.
Es gibt keine Vorgaben und auch keine Aufforderung an die Künstlerinnen und Künstler, beispielsweise eine kohärente Geschichte zu entwickeln und zu verfassen. Ob und wie Überreste, Fetzen oder Erinnerungen aus der Vergangenheit, Fragmente der Gegenwart auftauchen, oder Ausblicke gewagt werden, bleibt offen. Die Arbeiten werden in der Endphase, einen Tag vor der Premiere im Pavillon 333 zu einem Werk zusammengefügt.
Pavillon 333, Türkenstr. 15, Pinakothek der Moderne, Eintritt frei
Museen heute

Buchheim Museum: KLANGVOLLE STILLE. STEINSKULPTUREN VON KUBACH & KROPP

KLANGVOLLE STILLE. STEINSKULPTUREN VON KUBACH & KROPP

Ausstellung vom 05. August 2025 bis 15. März 2026
Buchheim Museum der Phantasie

Das Künstlerpaar Livia Kubach und Michael Kropp verwendet in seiner Arbeit meist schwarze Granite aus unterschiedlichen Regionen des Globus. Die Struktur der bearbeiteten Steine zeigt sich kristallin oder amorph, geschliffen und poliert oder rau und mit Bruchkanten. Zunächst faszinieren die Objekte und Skulpturen durch ihre besondere Ästhe k. Sie vermi eln Ruhe und Konzentra on und üben auf den Betrachter eine starke, beinahe magische Anziehungskra aus.
Jenseits der Faszina on der Oberfläche haben die Arbeiten von Kubach & Kropp auch optische und akustische Eigenscha en: Sie fordern den Betrachter dazu auf, durch Positionswechsel den optischen Veränderungen im Stein und dem subtilen Spiel mit dem Licht zu folgen. Einige sind dazu entworfen, ihnen Töne zu entlocken, diese dürfen bei Führungen bespielt werden. Livia Kubach, Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie und Meisterschülerin von Günther Uecker, und Michael Kropp, als Musiker, Bildhauer Autodidakt, haben über die Jahre eine eigenständige, keinem Trend zuzuordnende künstlerische Ausdrucksform gefunden. Seit vielen Jahren sind sie mit ihren Skulpturen interna onal erfolgreich in Ausstellungen zu sehen und in vielen renommierten Kunstsammlungen dauerhaft präsent.
Das Bildhauerpaar lebt und arbeitet in Bad Kreuznach.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen: 
- Kubach & Kropp
Säuleninsel, 2023
schwarzer schwedischer Granit, Klangskulptur
Objektmaß 20,0 x 46,0 x 46,0 cm
- Kubach & Kropp
Kreuz für Licht und Schatten, 2022
schwarzer schwedischer Granit
Objektmaß 48,0 x 30,0 x 15,0 cm
Museen heute

Stuttgart: Romane Holderried Kaesdorf. Haltung bewahren

Romane Holderried Kaesdorf. Haltung bewahren

Ausstellung vom 27. September 2025 bis 12. April 2026 
Kunstmuseum Stuttgart 

Romane Holderried Kaesdorf (1922–2007) ist eine der interessantesten Vertreter:innen der zeitgenössischen Grafik Südwestdeutschlands. Erstmals im Kunstmuseum Stuttgart ist nun in einer Einzelausstellung ihr außergewöhnliches wie eigensinniges Werk zu entdecken.  
Fünf Jahrzehnte lang hat Romane Holderried Kaesdorf nahezu täglich gezeichnet, wobei sie sich konsequent gegen die Strömung der vorherrschenden Nachkriegsabstraktion stellte. Ihre Zeichnungen gehören mit zum Außergewöhnlichsten, was das Medium Zeichnung im 20. und 21. Jahrhundert hervorgebracht hat. 
Trotz dieser überragenden Qualität und obgleich Museen früh auf die Künstlerin aufmerksam wurden, blieb die Rezeption ihres Werkes überwiegend auf Baden Württemberg beschränkt. Die Galerie der Stadt Stuttgart begann bereits 1953 Arbeiten von Holderried Kaesdorf anzukaufen. Heute besitzt das Kunstmuseum Stuttgart zwanzig ihrer Werke.  
Ergänzt um Leihgaben aus öffentlichen und privatem Besitz, zeigt die Ausstellung einen repräsentativen Querschnitt ihres Werks seit den 1960er-Jahren – von den surrealen Szenerien über die Männer- und Frauenzeichnungen bis hin zu späten Serien, in denen sie ihr Sujet mit nur noch wenigen Strichen umsetzt. 
Die Werkschau gibt eine Vorstellung von der motivischen sowie stilistischen Entwicklung der unverwechselbaren Bildsprache von Holderried Kaesdorf. Die Arbeiten von Holderried Kaesdorf zeichnet ein leiser, hintergründiger Humor aus, der aus der Begegnung ihrer Figuren untereinander oder mit Dingen entsteht. Die Frauen und Männer ihrer Bildwelten scheinen immerzu beschäftigt: Sie erproben Körperhaltungen, sie hantieren und interagieren, ja ringen mit wiederkehrenden Gegenständen – mit Stühlen, Schemeln, Sesseln und Sofas, Büfetts und Schränkchen –, mal hingebungsvoll, mal mit großer Sorgfalt, mal unbeholfen oder steif. Gleichsam wie in Versuchsanordnungen erforschen die Zeichnungen mögliche Beziehungsgefüge zwischen dem Individuum zu sich selbst und seiner eigenen Körperlichkeit sowie zu der es umgebenden Umwelt. 

Manche dieser seltsam, gelegentlich auch bizarr anmutenden Episoden mögen irritieren, besonders ungewöhnlich sind sie allerdings nicht. Es könnten alltägliche Szenen sein, die die Künstlerin mit größtmöglicher Sachlichkeit schildert. Sie vermeidet dabei jede Wertung. Die Titel der Blätter, häufig längere Satzfragmente, beschreiben entweder auf lakonische Weise den Bildinhalt oder fügen als Kommentar den Zeichnungen eine weitere Bedeutungsebene hinzu. Zum Beispiel: »Vor der Tür kriechend« (1963), »Jäger üben für die 4. und letzte Dienstprüfung« (1971), »1 Frau schiebt den Stuhl, am Rand Turnerinnen« (1980), »Merkblatt, wie man ein kleines Brett mit einer Hand hält, wie man ein kleines 
Brett mit 2 Händen hält« (1990). 
Auffällig ist, dass die Aktionen und Handlungen der weiblichen Figuren gegenüber den männlichen stets dynamischer ausfallen: ihr Verhalten und ihre Haltungen sind geprägt von einer inneren Freiheit und Gegenwärtigkeit, die Selbstbewusstsein ausstrahlen. Auffällig ist auch, dass ab 1976 weitgehend nur noch Frauendarstellungen entstehen. Bis dahin dominieren Männer die Zeichnungen. Die Hinwendung zu weiblichen Figuren erfolgte in einem längeren Prozess, eine Motivation könnte gewesen sein, dass die UNESCO 1975 das »Internationale Jahr der Frau« ausrief. Es wurde damit ein politisches wie gleichermaßen gesellschaftliches Zeichen gesetzt, das weltweit auch Künstlerinnen ermutigen sollte, für eine größere Sichtbarkeit im Kunstbetrieb zu kämpfen. Als Feministin hat sich Holderried Kaesdorf zwar nie gesehen, gleichwohl hat sie sich zeitlebens für die Darstellung von Frauen in der Kulturgeschichte und für die Werke insbesondere weiblicher Kolleginnen interessiert.  
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand-Verlag. 
Kuratorin: Eva-Marina Froitzheim 

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 1
70173 Stuttgart
Abbildung: 
- Romane Holderried Kaesdorf 
Jäger üben für die 4. und letzte Dienstprüfung, 1971 
Farbstift und Bleistift auf Papier, 51 x 73 cm 
Museum Biberach 
© Nachlass Romane Holderried Kaesdorf 
Museen heute

Kallmann Museum: Sammlung Lothar Schirmer – Zeitgenössische Kunst von Cy Twombly bis Peter Handke

Sammlung Lothar Schirmer – Zeitgenössische
Kunst von Cy Twombly bis Peter Handke

Ausstellung vom 05. Oktober 2025 bis 01. Februar 2026
Kallmann Museum Ismaning

Anlässlich des diesjährigen 80. Geburtstags des bedeutenden Münchner Sammlers und Verlegers Lothar Schirmer stellt das Kallmann-Museum dessen herausragende Sammlung zeitgenössischer Kunst in einer repräsentativen Auswahl vor. Gezeigt werden Fotografien, Zeichnungen, Gemälde und Objekte von prägenden Vertreter*innen der Kunst des 20. Jahrhunderts. Joseph Beuys, Cy Twombly, Cindy Sherman, Jeff Wall, Claes Oldenburg, Bernd und Hilla Becher oder August Sander sind ebenso vertreten wie Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Struth, Cornelius Völker und Wiebke Siem.
Insgesamt sind über 100 Arbeiten von 38 Künstler*innen zu sehen. Lothar Schirmer begann seine inzwischen mehr als sechs Jahrzehnte
währende Sammeltätigkeit bereits als siebzehnjähriger Schüler. Getrieben von jugendlicher Leidenschaft für die Kunst seiner Zeit erwarb er in den
1960er Jahren mit schmalem Budget und teilweise auf Ratenzahlung erste Arbeiten von Cy Twombly und Joseph Beuys und bewies schon damals einen visionären Blick für wichtige Bewegungen innerhalb der zeitgenössischen Kunst. Die persönlichen Begegnungen mit diesen beiden
Künstlern, die Schirmer in ihren Ateliers in Rom und Düsseldorf besuchte, markieren zudem den Beginn teilweise jahrzehntelanger, enger und
freundschaftlicher Beziehungen zu den von ihm gesammelten Künstler*innen. Diese Beziehungen vertieften sich, als Lothar Schirmer 1974 in München den Schirmer/Mosel Verlag gründete. Zu den meisten in seiner Sammlung vertretenen Künstlern verlegte er wichtige Monographien und verzahnte so das Sammeln mit der verlegerischen Tätigkeit.
Die Ismaninger Ausstellung gliedert sich in drei Abteilungen, deren umfangreichste der Fotografie gewidmet ist. Beginnend mit Heinrich Zilles
Vintage-Abzügen Berliner Stadtansichten führt die Ausstellung über die sachlichen Fotografien August Sanders und Albert Renger-Patzschs zu den systematisch angelegten Typologien von Industriebauten und Fachwerkhäusern von Bernd und Hilla Becher, mit denen sie zu Wegbereitern einer dokumentarisch-konzeptuellen Fotografie wurden.
Daneben werden die Vertreter*innen der Becher-Schule mit Werken von Laurenz Berges, Claus Goedicke, Andreas Gursky, Candida Höfer, Simone Nieweg, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Thomas Struth und Petra Wunderlich umfangreich in der Ausstellung präsentiert. Viele von ihnen eint ein neutraler Blick und eine objektivierende Sichtweise sowie der Hang zum großen Format, mit dem das Foto Form und Funktion von Gemälden
annimmt. Die Großfotografie begegnet uns auch bei den Langzeitbelichtungen Michael Weselys, die Zeitverläufe visuell erfahrbar machen, sowie bei Cindy Sherman und Jeff Wall.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung ist die Zeichnung, die in einer durch eine besondere Sensibilität und Feinheit gekennzeichneten Ausprägung vertreten ist, unter anderem mit erstmals gezeigten Arbeiten von Peter Handke, diesen aus der Perspektive des Spaziergängers
entstandenen zeichnerischen Miniaturen. Joseph Beuys wird mit außergewöhnlich ausdrucksstarken frühen Zeichnungen aus den 1940er
und 1950er Jahren vorgestellt. Sie werden mit Multiples, handgeschriebenen Manuskriptseiten von Beuys, Fotografien seiner Aktionen von Ute Klophaus sowie dem ersten von Lothar Schirmer verlegten Buch zu einer umfassenderen Präsentation zusammengeführt, die die herausgehobene Rolle von Joseph Beuys in der sammlerischen und verlegerischen Tätigkeit Lothar Schirmers unterstreicht. Daneben stehen
die kontemplativen Ryoanji-Zeichnungen von John Cage, sowie Cy Twomblys Zeichnungen aus den 1960er Jahren, in denen Linie, Schrift und
Geste zu einer poetischen, oft mythisch aufgeladenen Bildsprache zusammenfinden. Ein weiteres Beispiel einer sensiblen Zeichenkunst ist
Hanne Darbovens mehrteilige Schreibzeichnung zu Philipp Otto Runge.
In der dritten Abteilung sind die aktuelle zeitgenössische Malerei und Bildhauerei in Deutschland mit Cornelius Völker, Martin Assig und Wiebke
Siem eindrucksvoll vertreten. Während die großformatigen Gemälde von Martin Assig sich über eine innerliche, poetisch-spirituelle Bildwelt mit
dem Menschsein auseinandersetzen, zeigen die Gemälde von Cornelius Völker gewöhnliche, teils vollkommen banale Motive, die jedoch durch die Sinnlichkeit der Malerei Bedeutsamkeit erhalten und unsere Wahrnehmung der Alltagswelt hinterfragen. Eine zentrale bildhauerische Position vertreten die humorvollen, psychologisch aufgeladenen Arbeiten von Wiebke Siem, die sich mit Identität, Geschlechterrollen und kulturellen
Zuschreibungen auseinandersetzen.
Mit einem humorvollen Seitenblick werden zudem Preziosen alter Meister von Gabriel von Max, Philipp Otto Runge oder Jean-Étienne Liotard in die Präsentation integriert, die von Schirmers ganz eigenem Blick auf die Kunst und das Sammeln erzählen.
Die Ausstellung präsentiert die Schwerpunkte einer außergewöhnlichen Sammlung, die aus einem sehr persönlichen Blick auf die Kunst entstanden ist und dabei zentrale Positionen der zeitgenössischen Kunst und Fotografie umfasst.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Schirmer/Mosel Verlag.

Kallmann-Museum
Schloßstr. 3b,
85737 Ismaning

Abbildungen: 
- Jean-Étienne Liotard
Lesende Frau in orientalischer Kleidung
um 1750-1755
Öl auf Leinwand
46 x 53,5 cm
Museen heute

Pinakothek der Moderne: Thomas Scheibitz - A Tribute To Hermann Glöckner

Thomas Scheibitz - A Tribute To Hermann Glöckner

Zweifellos zählt der Maler und Bildhauer Thomas Scheibitz (*1968) zu den Schlüsselfiguren seiner Generation. Seit seinem künstlerischen Beitrag für den deutschen Pavillon 2005 auf der 51. Biennale in Venedig, mit dem er die Aufmerksamkeit des internationalen Publikums auf sich zog, gehört er zu den Künstlern, die immer wieder aufs Neue mit ihrem vielschichtigen Werk überraschen.

Thomas Scheibitz? künstlerische Handschrift besticht durch eine genuine ikonographische Bildsprache, die zwischen den beiden großen Themen Abstraktion und Figuration oszilliert. Er verschränkt Architekturzitate sowie Facetten von Landschaftsprospekten mit Elementen aus der zeitgenössischen Medienwelt, der Werbung und nicht zuletzt der Alltagskultur. Gezielt widersetzen sich seine dynamischen Bildwelten einer statischen Ordnung. Vielmehr scheinen sie sich fortwährend neu zu organisieren und einen Abgleich mit unserer Lebenswirklichkeit zu motivieren, was der Künstler durch visuelle Schlüsselreize herausfordert.

Dass Scheibitz sich nicht scheut, mit Meistern der Klassischen Moderne in ein künstlerisches Zwiegespräch zu treten, hat er bereits 2019 mit der beeindruckenden Ausstellung Pablo Picasso x Thomas Scheibitz. Zeichen Bühne Lexikon im Berliner Museum Berggruen bewiesen. Hier setzte er seine Bildwelten in Dialog zu einzelnen Werken Picassos, der überraschende Korrespondenzen und im Zusammenspiel neue Sichtweisen auf die Arbeit beider Künstler ergab.

Für sein Debüt in der Pinakothek der Moderne wird Thomas Scheibitz für die Ausstellungsräume der Staatlichen Graphischen Sammlung München ein malerisches und bildhauerisches Gesamtkunstwerk schaffen, das sich in drei Phasen vom Foyer, über den Vitrinengang bis hin zu den Ausstellungsräumen dem plastischen und zeichnerischen Werk des Dresdner Künstlers Hermann Glöckner (1889–1987) widmet. Sein künstlerischer Dialog wird sich fortschreitend entwickeln, vernetzen und schlussendlich zu einer kongenialen Hommage steigern. Schon während seiner Zeit an der Dresdner Akademie hat Scheibitz den Artists‘ Artist Hermann Glöckner, einen Geheimtipp unter Künstlern, schätzen gelernt. Nie aber hätte er in Erwägung gezogen, seine eigenen Werke in einen künstlerischen Dialog mit dem Meister der leisen Töne zu setzen. Beeindruckend ist, wie Thomas Scheibitz in seinem Münchner Ausstellungsprojekt als Künstler und Kurator zugleich tätig ist. Es spricht für sein Einfühlungsvermögen, wenn er sein Werk als Katalysator nutzt, um die feingeistige Noblesse dieses Altmeisters spielerisch leicht in Szene zu setzen und Hermann Glöckner einmal mehr überraschend zeitgenössisch erscheinen zu lassen.

Seit nahezu einem Jahrzehnt hat die Staatliche Graphische Sammlung München einen herausragenden Werkbestand graphischer Arbeiten Hermann Glöckners mit Expertise zusammengetragen, die im nationalen Vergleich ihres Gleichen sucht. Zweifellos gehört Glöckner zu einer kleinen Gruppe ostdeutscher Künstler der Klassischen Moderne und der verlorenen Generation zwischen den Weltkriegen, die erst nach dem Mauerfall ins gesamtdeutsche Blickfeld der Kuratoren und Museen geraten ist. Mit der Ausstellung Hermann Glöckner. Ein Meister der Moderne hat die Staatliche Graphische Sammlung München bereits 2019 in einem avantgardistischen Ausstellungsdisplay Glöckners singuläres Tafelwerk einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.
Mit dem Ausstellungsprojekt Thomas Scheibitz – A Tribute to Hermann Glöckner geht die Sammlung jetzt noch einen Schritt weiter. Nach einer zurückliegenden umfangreichen Schenkung von Entwurfszeichnungen für bauplastische Arbeiten von Hermann Glöckner wird Scheibitz nicht nur aus diesem jüngsten Bestandszuwachs der Sammlung auswählen und ihn in sein dreidimensionales Raumkunstwerk integrieren. Vielmehr wurden plastische Hauptwerke aus renommierten deutschen Museen und Privatsammlungen entliehen, die durch Thomas Scheibitz den Stellenwert dieses Künstlers der Klassischen Moderne auf einer raumplastischen Bühne in ein neues Licht rücken.

Damit verspricht die jüngste Ausstellung des Münchner Museums eine ganz neue Weise der dialogischen Präsentation, die eine sinnliche und ästhetische Form des Erkenntnisgewinns bereithält, wie man sie für Hermann Glöckners Werk noch nicht erlebt hat.
Nicht zuletzt markiert die Ausstellung Thomas Scheibitz – A Tribute to Hermann Glöckner den Abschluss eines mehrjährigen Forschungsprojekts an der Staatlichen Graphischen Sammlung München zu Hermann Glöckners plastischen Arbeiten, das von einem kritischen Werkverzeichnis gekrönt wird. Die wissenschaftliche Bearbeitung durch Konstanze Rudert wurde von der Ernst von Siemens Kunststiftung großzügig gefördert. Bereits in den 1970er-Jahren begann Werner Schmidt (1930–2010) vom Dresdner Kupferstich-Kabinett gemeinsam mit Hermann Glöckner, dessen umfangreiches Œuvre für ein Werkverzeichnis zu erfassen. Das Projekt wurde jetzt auf Initiative von Michael Hering, dem Direktor der Staatlichen Graphischen Sammlung München, wieder aufgenommen. Mehr als 600 plastische Werke konnten inzwischen verzeichnet werden, die in einem repräsentativen Katalog vorgestellt werden, der parallel zur Ausstellung erscheint.

Pinakothek der Moderne
Barer Str. 40,
80333 München
Abbildung: 
- Hermann Glöckner, Hofewiese (Fachwerk-Scheune), 1932, Bleistift, 200 x 267 mm, Staatliche Graphische Sammlung München, München, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Museen heute

Lenbachhaus: Shifting the Silence. Die Stille verschieben

Shifting the Silence. Die Stille verschieben
Gegenwartskunst im Lenbachhaus ab 14. Oktober 2025

Shifting the Silence ist der Titel des letzten Buches von Etel Adnan, erschienen 2021. Die deutsche Übersetzung Die Stille verschieben erschien posthum 2022. Erkennbar am Ende ihres Lebens verfasst, reflektiert Etel Adnan darin melancholisch, poetisch und sehr persönlich die großen Themen des Lebens. Alltagsbeobachtungen, Gefühle, Anekdoten oder Erinnerungen definieren in kurzen Prosastücken die Erzählung, die jedoch
keiner Linearität folgt. Die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod schafft eine ernste, philosophische Tiefe. Zugleich aber feiert Etel Adnan die Schönheit des Lebens, was als eine politische Gegenwehr gegen gesellschaftliches Verstummen verstanden werden kann. Es ist der Text einer Malerin, deren künstlerische Karriere als Schriftstellerin und Philosophin begann. Ein Raum der Ausstellung ist daher ihren Gemälden gewidmet.
Die Ausstellung möchte sich ein zentrales Anliegen von Shifting the Silence zu eigen machen: das Nachdenken über die Schwierigkeit, Werke Bildender Kunst vollständig in Worte zu fassen und erfahrbar zu machen. Eine Versprachlichung – also eine Übersetzung von Kunstwerken
und ästhetischen Erfahrungen in Worte und in Sprache – stellt in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung dar. Denn Sprache ist nicht nur ein Mittel zur Verständigung, sie ist zugleich begrenzt und manchmal sogar hinderlich, wenn es darum geht, vielschichtige Eindrücke und Wahrnehmung zu vermitteln. Etel Adnan schlägt vor, die Stille zu “verschieben“ – also die Grenzen des Sagbaren zu erweitern und das Poetische der vielen Ausdrucksformen der Künste nicht zu rationalisieren, sondern als Eigenwert anzunehmen.
Mit Werken von Etel Adnan, Saâdane Afif, Nevin Alada?, Harold Ancart, Tolia Astakhishvili, Leilah Babirye, Cana Bilir-Meier, Mel Bochner, Thea Djordjadze, Simone Fattal, Amy Feldman, Dan Flavin, Isa Genzken, Adrian Ghenie, Zvi Goldstein, Sheela Gowda, Giorgio Griffa, Philipp Gufler, Samia Halaby, Candida Höfer, Jenny Holzer, KAYA, Alexander Kluge, Ji?í Kovanda, Goshka Macuga, Nick Mauss, Rosemary Mayer, Ma?gorzata Mirga-Tas, Roméo Mivekannin, Matt Mullican, Marcel Odenbach, Roman Ondak, Anri Sala, Curtis Talwst Santiago, Spomenko Škrbi?, Sung Tieu, Gülbin Ünlü, Nicole Wermers und Issy Wood.
Shifting the Silence. Die Stille verschieben eröffnet Assoziationen und steht dieser Ausstellung als leitender Gedanke zur Seite, um die Kunstwerke als ein offenes Interpretationsmuster zu begleiten und zu erhellen.
Kuratiert von Eva Huttenlauch und Matthias Mühling
Mit Stiftungen von: Doris Keller-Riemer und Hans-Gerd Riemer, Jörg Johnen, Nevin Alada?, Amy Feldman, Zvi Goldstein, Goshka Macuga, Nick Mauss, Gabriel und Renate Mayer, Thorsten Eimuth, Jan Fischer, Marion Gr?i?-Ziersch, Sammlung Thiess, Mathias-Pschorr-Stiftung, Förderverein Lenbachhaus e.V.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München
Abbildung: 
- Rosemary Mayer, Hypsipyle, 1973, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich © The Estate of Rosemary Mayer, New York, Foto/Photo: Lukas Schramm, Lenbachhaus 
Museen heute

Pinakothek der Moderne: CITY IN THE CLOUD - DATA ON THE GROUND

CITY IN THE CLOUD - DATA ON THE GROUND

Ausstellung vom 15. Oktober 2025 bis 08. März 2025
Pinakothek der Moderne

Die zunehmende digitale Umwandlung unseres virtuellen und physischen Lebens führt zu einem exponentiellen Wachstum globaler Dateninfrastrukturen. Neue Rechenzentren werden von Städten und Ländern auf der ganzen Welt auf weitläufigen Arealen errichtet, um auf der globalen Datenlandkarte konkurrenzfähig zu sein. Ihr wirtschaftlicher Nutzen fordert jedoch einen hohen sozialen und ökologischen Preis, der vielerorts von lokalen Gemeinschaften und Umweltschutzbewegungen infrage gestellt und angefochten wird. Als energiehungrige, ressourcenintensive Anlagen sind die Rechenzentren auf sauberes Wasser und lokale Energienetze angewiesen und konzentrieren den wirtschaftlichen und politischen Einfluss in den Händen einiger weniger multinationaler Konzerne. Details zur Generierung von Daten und zu Datenrechten werden zudem meist aus öffentlichen Debatten ferngehalten. Daten sind praktisch zur neuen Währung geworden, was die Extraktion von noch mehr kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kupfer, Kobalt und Zinn vorantreibt.

Diese Ausstellung setzt sich kritisch mit den materiellen und räumlichen Auswirkungen der Dateninfrastruktur auseinander, indem sie die Orte aufzeigt, an denen Daten verarbeitet und konsumiert werden. Wie kann der steigende Bedarf an Daten und Dateninfrastrukturen gesteuert und mit einer gerechten und ausgewogenen Entwicklung in Einklang gebracht werden? Welche Auswirkungen hat die allgegenwärtige digitale Vernetzung auf die natürlichen Landschaften, die Produktion von Raum, die architektonische Praxis und Erinnerung oder das Kulturerbe?

Indem Orte der Dateninfrastruktur offengelegt werden und das Bewusstsein für unseren planetarischen Daten-Fußabdruck geschärft wird, entstehen Fragen zum Umgang mit Daten. Was soll behalten und was gelöscht werden? Die Ausstellung eröffnet eine Diskussion über die potenzielle Rolle von Daten bei der Förderung einer demokratischen und ökologisch verantwortungsvollen kollektiven Zukunft.
Kurator: Damjan Kokalevski

Pinakothek der Moderne
Arcisstraße 21
80333 München
Abbildung: 
- Library of Congress

Das achte Weltwunder: das Atlantik-kabel. Allegorische Szene, die Neptun mit einem Dreizack im Vordergrund zeigt, sowie einen Löwen, der Großbritannien reprä-sentiert, der das eine Ende des Atlantikkabels hält, und einen Adler, der die Vereinigten Staaten repräsentiert, der das andere Ende des Kabels hält, 1866.
Museen heute

Haus der Kunst: Cyprien Gaillard. Wassermusik

Cyprien Gaillard. Wassermusik

Ausstellung vom 17. Oktober 2025 bis 22. März 2026
Haus der Kunst, München

Cyprien Gaillards neue Ausstellung „Wassermusik“ reflektiert über öffentliche Denkmäler und ihre Bedeutung in der heutigen Zeit.

Mit Wassermusik präsentiert das Haus der Kunst die neue Ausstellung von Cyprien Gaillard (geb. 1980, Paris), die passend zum Ende des diesjährigen Oktoberfests eröffnet. Im Zentrum steht sein neuester stereoskopischer Film Retinal Rivalry (2024), der teilweise auf dem Münchner Oktoberfest gedreht und vom Haus der Kunst koproduziert wurde. Mit modernster Technologie erschafft Gaillard eine erweiterte, geschärfte Sicht auf die Welt um uns. Das Schlüsselwerk führt die Betrachter*innen auf eine Reise durch verflochtene Zeit und unzugängliche urbane Oberflächen: Müllcontainer und unterirdische Adern, feuchtwarme Landschaften und Ausblicke aus den Augen der Bavaria-Statue über das Oktoberfest. So tritt es in einen engen Dialog mit der Stadt München und ihrem weltweit größten Volksfest, und lässt dieses wie in einer seltsamen Erinnerung nachklingen, unterläuft gewohnte Wahrnehmungsmuster mit einem skulpturalen und psychedelischen Raum, und löst die Erzählung auf, um reine Vision zu offenbaren.
Wasser durchdringt die neue Werkserie in der Einzelausstellung von Cyprien Gaillard. An den Schnittstellen von menschlichen Relikten, urbaner Geografie und Psychologie erschafft Gaillard ein Universum, das Phänomenen wie zivilisatorischen Umwälzungen und geologischer Zeit neue Gestalt verleiht. Über Medien wie Fotografie, Skulptur, Film, Video, Collage, Installation und Live-Performance entfaltet sein Werk eine Sprache des Verfalls, die Geschichte neu ordnet und die Gegenwart in einem anderen Licht zeigt.

Gaillard fasst Wasser als elementare Kraft auf – es durchquert die Zeit und verbindet Spuren zerfallener Geschichten. Durch Interventionen, Film, Skulpturen und Archivmaterial verändert er die Südgalerie mit Relikten wie Notausgangsschildern aus den 1930er-Jahren, Möbelstücken oder einem abgenutzten Teppich. Damit legt er die Spuren der einstigen Mieter*innen des Gebäudes offen. Zu den beständigsten nicht-menschlichen Zeugen gehören die Ammonitenfossilien im Marmorboden, die im Wasserlicht schimmern.
Zwei eigens von Gaillard erarbeitete Werkgruppen aus Archiven sind wichtige Bestandteile der Ausstellung: aus dem Haus der Kunst in München und dem Musée de l’Orangerie in Paris – Orte, die die Narben des Zweiten Weltkriegs tragen. Eine Auswahl an Möbeln aus dem Haus der Kunst ruft die Verhandlungen seiner früheren Mieter über die Nutzung des Gebäudes in Erinnerung. Prägnante Fotografien dokumentieren die Wasserschäden im Musée de l’Orangerie im Sommer 1944, als Bomben Decken einstürzen ließen: Wasser kroch über die Oberflächen, aufplatzende Schichten legten geisterhafte Blumenmuster frei. Durch diese Zusammenstellung entfaltet Gaillard einen Dialog zwischen Naturkräften und menschlichen Konstruktionen und verwandelt Orte in lebendige Monumente.
Diese Ausstellung setzt die Vision des Haus der Kunst fort, die Bedeutung von Baudenkmälern losgelöst von ihrem ursprünglichen Zweck neu zu definieren und zu untersuchen, wie öffentliche Denkmäler neue kollektive Erfahrungen schaffen können. Nach Einzelausstellungen wie „Voices“ von Philippe Parreno, „Mute“ von Pan Daijing und „Window of Tolerance“ von Wang Shui setzt Gaillards neue Ausstellung das experimentelle Programm des Haus der Kunst fort, indem sie modernste Technologie und zeitbasierte Medien integriert und Lebendigkeit als neue Form der
Ausstellungsgestaltung und künstlerischen Praxis erforscht.
Kuratiert von Xue Tan mit Lydia Antoniou und Laila Wu.

Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
80538 München


Abbildungen:
- Retinal Rivalry, 2024 (film still)
(3D motion picture, DCI DCP, dual 4k Projektion | projection bei | at 120fps)
2 Channel Audio
29:03 min
© Cyprien Gaillard
Courtesy the artist, Sprüth Magers and Gladstone Gallery
- Retinal Rivalry, 2024 (film still)
(3D motion picture, DCI DCP, dual 4k Projektion | projection bei | at 120fps)
2 Channel Audio
29:03 min
© Cyprien Gaillard
Courtesy the artist, Sprüth Magers and Gladstone Gallery
Museen heute

Museum FFB: NEUE WEGE - HEINRICH REINHOLD IM KREIS SEINER KÜNSTLERFREUNDE

NEUE WEGE
HEINRICH REINHOLD IM KREIS SEINER KÜNSTLERFREUNDE

Ausstellung vom 17. Oktober 2025 bis 08. Februar 2026
Museum Fürstenfeldbruck

Um 1800 wird das Wandern zum Ausdruck eines neuen Lebensgefühls. In einer Zeit der romantischen Hinwendung zur Natur suchen Künstler abseits der Städte Inspiration in unberührten Landschaften. Der Maler Heinrich Reinhold (1788–1825) gehört zu jenen, die neue Wege beschreiten: Ab 1818 durchwandert er unter beschwerlichen Bedingungen das Voralpenland und dringt bis in abgelegene Regionen Italiens vor.

Anlässlich seines 200. Todestages widmet das Museum Fürstenfeldbruck dem bedeutenden Maler eine Kabinettausstellung. Ergänzt werden Reinholds Werke durch Arbeiten jener Künstlerfreunde, die ihn auf seinen Reisen begleiten. Zentral für die Gruppe um Reinhold ist die Arbeit im Kreis von Gleichgesinnten, sie führt durch regen Austausch zu oftmals ähnlichen Motiven und Techniken. Die Beschäftigung mit dem direkten Eindruck der sich wandelnden Natur steht für alle gleichermaßen im Vordergrund.

Die Schau stellt folgende Fragen ins Zentrum: Welche Orte suchten die Maler auf, wo verweilten sie und mit welchen Mitteln versuchten sie, die Naturerlebnisse authentisch und stimmungsvoll einzufangen? Zeichnungen, Ölskizzen und Gemälde geben einen eindrücklichen Einblick in ihre künstlerische Suche.

Die Ausstellung wird durch eine zeitgenössische Perspektive der Künstlerin Iska Jehl
erweitert. In der Werkgruppe „Davor – Danach“ untersucht sie Fotografien von Landschaften, die eine zeitlose Faszination ausüben. Oft nur schemenhaft erkennbar regen die Arbeiten dazu an, unseren Blick auf die Kulisse Natur zu hinterfragen.


Künstlerfreunde um Heinrich Reinhold:
Johann Christoph Erhard (1795–1822)
Johann Joachim Faber /1778–1846)
Carl Wilhelm Götzloff (1799–1866)
Franz Horny (1798–1824)
Johann Adam Klein (1792–1875)
Friedrich Philipp Reinhold (1779-1844)
Johann Heinrich Schilbach (1798–1851)
Julius Schnorr von Carolsfeld (1794–1872)
Ernst Welker (1784–1857)

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildungen: 

- Heinrich Reinhold, Haus auf Felsen bei Olevano 1821, 
Kunsthalle Bremen – Die Kulturgutscanner-Artothek
Museen heute

Museum Brandhorst: LONG STORY SHORT. EINE KUNSTGESCHICHTE AUS DER SAMMLUNG BRANDHORST VON DEN 1960ER-JAHREN BIS ZUR GEGENWART

LONG STORY SHORT. EINE KUNSTGESCHICHTE AUS DER SAMMLUNG BRANDHORST VON DEN 1960ER-JAHREN BIS ZUR GEGENWART

Ausstellung vom 22. Oktober 2025 bis 27. September 2026
Museum Brandhorst, München

Erstmals seit seiner Eröffnung 2009 widmet sich das Museum Brandhorst mit „Long Story Short“ einer chronologischen Präsentation der Sammlung. Die Ausstellung vereint annähernd 80 Werke von über 30 Künstler:innen aus der Sammlung Brandhorst, darunter bedeutende Neuerwerbungen wie Martine Syms’ „DED“ (2021) sowie über 20 bisher noch nie gezeigte Arbeiten, etwa von Jacqueline Humphries, Laura Owens und Giulio Paolini.

Kunstgeschichte(n)
Der Bestand des Museums ist seit seiner Eröffnung von 800 auf über 2000 Werke angewachsen und verwebt zahlreiche Erzählstränge aus der Kunst der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit, die punktuelle wie tiefgreifende Einblicke in die Kunstproduktion der letzten 70 Jahre, vor allem in Europa und im US-amerikanischen Raum, geben. Anstatt einer vermeintlich vollständigen Geschichte dieses Zeitraums reihen sich in „Long Story Short“ ausgewählte Strömungen, ästhetische Fragestellungen und künstlerische Positionen von den 1960er-Jahren bis heute zu einer Perlenkette einzelner Kunstgeschichten.

Kunst als Spiegel der Gesellschaft
Neben formalen Entwicklungen und Zäsuren geht es immer auch darum, wie Kunst auf historische Ereignisse, gesellschaftliche Veränderungen und technologische Innovationen reagiert und sie im künstlerischen Prozess reflektiert. Welche Auswirkungen hatte das Wirtschaftswunder auf den Umgang von Künstler:innen mit Materialien? Was bedeutete die Politisierung der Gesellschaft in den 1960er-Jahren für Künstler:innen? Auf welche Weise hat die Digitalisierung die Produktion von Kunst verändert?

Von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart
Jeder Raum ist dabei eine eigene Ausstellung für sich, erzählt einen spezifischen kunsthistorischen Moment im Kontext seiner Zeit oder widmet sich einer ausgewählten Werkgruppe einzelner Künstler:innen: Beginnend mit der prozesshaften Materialreflexion der Arte Povera (mit Werken von Jannis Kounellis, Marisa Merz, Mario Merz und Giulio Paolini) und der formalen Reduktion des Minimalismus (unter anderem bei Richard Tuttles spielerisch-geometrischen Formen) über die konzeptuelle Fotografie der späten 1970er-Jahre (Victor Burgin) und die intensiven Auseinandersetzungen mit Körper, Geschlecht und Identität im Kontext der 1980er-Jahre (unter anderem bei Georg Herold und Rosemarie Trockel) bis hin zum richtungsweisenden Malereidiskurs der 1990er-Jahre (mit Charline von Heyl, Albert Oehlen, Laura Owens und anderen) entsteht so ein Kaleidoskop kunsthistorischer Erzählungen der jüngeren Vergangenheit. Die Auseinandersetzung mit digitalen Medien und Technologien – etwa bei Kerstin Brätsch, Mark Leckey, Jacqueline Humphries oder Sondra Perry – reflektiert einen Aspekt künstlerischer Produktion der Gegenwart und bildet einen offenen Schlusspunkt.
Die Ausstellung macht die vielfältigen Ausdrucksformen und ästhetischen Strategien der Kunst als Teil eines historischen Gefüges erfahrbar. Sie zeigt, wie Kunst nicht isoliert existiert, sondern in einem ständigen Austausch mit ihrer Zeit, mit politischen, sozialen und technologischen Entwicklungen steht, diese in freier Weise reflektiert und damit ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft ist.
Kunst entdecken
Die Bandbreite der Exponate reicht von monumentalen Arbeiten wie Mark Leckeys zehn Meter hoher aufblasbarer Skulptur „Inflatable Felix“ (2020) – dem ersten Fernsehbild der Geschichte als Pop-Ikone – bis hin zu André Caderes nur 29 Zentimeter langem, handbemaltem Stab „Barre de bois rond“ (1976), der einst in fremde Ausstellungen geschmuggelt wurde.
Dazwischen entfaltet sich ein Panorama künstlerischer Strategien, die ebenso überraschend wie sinnlich erfahrbar sind: Marisa Merz verwandelt in dem Schwarzweißfilm „La conta“ (1967) eine alltägliche Küchenszene in ein feministisches Manifest, Victor Burgin inszeniert in „Zoo 78“ (1978) das geteilte Berlin als „Stadt des Geistes“, und Jacqueline Humphries lässt ihre „Black Light Paintings“ (2005) im Dunkeln erstrahlen – Malerei, die sich selbst zum Leuchtkörper macht und im Museum Clubatmosphäre erzeugt. Mit Martine Syms’ monumentaler Videoinstallation „DED“ (2021) trifft schließlich eine neue Generation auf die Gegenwart: Ihr digitaler Avatar durchwandert eine endlose Landschaft aus Schmerz, Humor und
Wiedergeburt – ein eindrücklicher Kommentar zu Körper, Medien und Selbstbild im 21. Jahrhundert.

Mit Werken von
Kerstin Brätsch, Victor Burgin, André Cadere, DAS INSTITUT (Kerstin Brätsch und Adele Röder), Walter De Maria, Wade Guyton, Georg Herold, Charline von Heyl, Jacqueline Humphries, KAYA (Kerstin Brätsch und Debo Eilers), Jannis Kounellis, Michael Krebber, Louise Lawler, Mark Leckey, Mario Merz, Marisa Merz, Albert Oehlen, Kayode Ojo, Laura Owens, Palermo, Giulio Paolini, Sondra Perry, Sigmar Polke, Seth Price, Amy Sillman, Frank Stella, Martine Syms, Niele Toroni, Rosemarie Trockel, Richard Tuttle, Cy Twombly, Franz West.

MUSEUM BRANDHORST
Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Theresienstraße 35a
80333 München

Abbildungen: 
- Niele Toroni 
Empreintes de pinceau n° 50 répétées à intervalles réguliers de 30 cm, 1977 
Udo und Anette Brandhorst 
Sammlung 
© Niele Toroni. VG Bild-Kunst, Bonn [2025]. Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, 
Museum Brandhorst, München 
- Amy Sillman 
Mr. Wrong, 1995 
Udo und Anette Brandhorst 
Sammlung 
© Amy Sillman. Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, 
Museum Brandhorst, München 
Museen heute

Potsadam Barberini: Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst

Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst

Ausstellung vom 25. Oktober 2025 bis 01. Februar 2026
Museum Barberini, Potsdam

Wie kein anderes Tier hat das Einhorn die Phantasie angeregt. Seit Jahrhunderten ist es in vielen Kulturen belegt. Seine Faszination hält bis heute an. Das mythische Tier ist ein vielschichtiges Zeichen, von dem eine assoziative Energie ausgeht. Die Spur des Einhorns zeigt sich in der christlichen und außereuropäischen Kunst, in Naturwissenschaft und Medizin und einer vielfältigen Symbolik. Die Beschäftigung mit der Ikonographie des Einhorns lädt ein zu Reflexionen über Phantasie, Weltwissen, Ambivalenzen und Projektionen.

Die Ausstellung versammelt fast 150 Werke aus einem Zeitraum von etwa 4000 Jahren, darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken, illuminierte Manuskripte, Plastiken und Tapisserien. Viele dieser Werke werden nur selten ausgeliehen. Zu den 88 Leihgebern aus 16 Ländern gehören die Albertina, Wien, das Ashmolean Museum, University of Oxford, die Gallerie degli Uffizi, Florenz, das Germanische Nationalmuseum, Nürnberg, das Grüne Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Historische Museum Basel, die Koninklijke Bibliotheek, Den Haag, das Musée du Louvre, Paris, das MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien, das Metropolitan Museum of Art, New York, das Musées royaux d’Art et d’Histoire, Brüssel, das Museo Nacional del Prado, Madrid, das Rijksmuseum, Amsterdam, das Szépm?vészeti Múzeum, Budapest, und das Victoria and Albert Museum, London.

Die Bandbreite der Exponate bildet eine Zeitspanne vom zweiten Jahrtausend vor Christus bis in die Gegenwart ab und umfasst neben Gemälden und Grafiken auch Skulpturen, Manuskripte, Tapisserien und Kunstkammerobjekte. Gezeigt werden dabei Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Arnold Böcklin, Albrecht Dürer, Angela Hampel, Gustave Moreau, Joachim Sandrart oder Marie Cecile Thijs.

Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, mit dem Musée de Cluny - musée national du Moyen Âge und dem GrandPalaisRmn, Paris.
Im Musée de Cluny wird Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst vom 13. März bis 12. Juli 2026 zu sehen sein.

Museum Barberini
Humboldtstraße 5–6
14467 Potsdam

Abbildungen: 
- Hans Reisinger, Gießer
Springendes Einhorn, vor 1589
Gelbguss auf Holzsockel, 36,7 x 42,6 x 18 cm
Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
- Olaf Nicolai
La Lotta, 2006
Präpariertes Fell, Horn, Polyester, elektrische Heizung, Temperatursteuerung, 153 × 215 × 155 cm
Privatsammlung
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025
- Marie Cécile Thijs
Einhorn, 2012
Aus der Serie Pferde
Tintenstrahldruck 2025 auf Fine Art Baryt, aufgezogen auf Dibond mit Plexiglas und schwarzem Holzrahmen, 120 x 150 cm
© Marie Cécile Thijs, courtesy SmithDavidson Gallery
Impressionen
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Schatten, 2004
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