Es war Weihnachten 1968, als sich die Astronauten der Mission Apollo 8 zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit auf den Weg zu unserem Erdtrabanten machten. Insgesamt zehnmal umrundeten sie den Mond und erkundeten zukünftige Landegebiete für die Mission Apollo 11. Nachdem sie das erste Foto von der aufgehenden Halberde aufgenommen hatten, landeten sie sechs Tagen später wieder sicher auf der Erde.
Etwas mehr als 57 Jahre hat es gedauert, bis sich Menschen nun erneut zum Mond wagen. Vier Astronauten sollen am 6. Februar mit der Artemis 2 und dem Raumschiff Orion von der Startbasis 39b?des Kennedy Space Centers abheben.
Es stellt sich allerdings die Frage, warum nach so langer Zeit die Technik von einst reaktiviert wurde. Dies hängt sicherlich damit zusammen, dass die NASA zwischen 1981 und 2011 ein Transportsystem bevorzugte, das durch den Faktor der Wiederverwendbarkeit geprägt war. Nach den zwei furchtbaren Katastrophen der Space Shuttle „Challenger“ und „Columbia“ mit insgesamt 13 tödlich verunglückten Astronauten musste man sich notgedrungen wieder auf alte Tugenden besinnen: Alles zurück auf Null war die angesagte Devise.
Nun soll mit der Mondmission Artemis 2 ein wichtiger Schritt getan werden. Wenn alles nach Plan läuft, kann man sich in zwei Jahren mit der Crew der Artemis 3 auf die direkte Rückkehr zum Mond freuen.
Die logische Konsequenz nach diesen lunaren Missionen wäre dann der bemannte Flug in Richtung des Planeten Mars.
Dahingehend hat nun der Tech-Milliardär Elon Musk seine hochgesteckten Ziele präsentiert. Mit der Riesenrakete Starship seines Raumfahrtunternehmens SpaceX will er erstmals Ende 2026 zum Mars fliegen. Auf seinem Onlinedienst X kündigte Musk an, dass eine Gefährt Ende des Jahres zum Mars aufbrechen soll. An Bord wird sich ein humanoider Allzweckroboter seines Unternehmens Tesla befinden. Sollte diese Unternehmung erfolgreich sein, könnten ab 2029 bemannte Marsmissionen mit Starship folgen, „obwohl 2031 wahrscheinlicher scheint“, schrieb Musk.
Ob sich dieser Zeitplan wirklich einhalten lässt, ist offen, denn beim jüngsten Testflug explodierte die oberste Stufe erneut, woraufhin SpaceX den Kontakt zu der Riesenrakete verlor. Die Weltraumrakete Starship gilt mit ihren 123 Metern als die bisher größte und leistungsstärkste Großrakete ihrer Art und ist damit das ambitionierteste Projekt der jüngeren Raumfahrtgeschichte überhaupt. Musk hat dafür eigens einen riesigen Weltraumbahnhof am Golf von Mexiko bauen lassen, die Starbase. Seinen staunenden Mitarbeitern erklärte der gebürtige Südafrikaner, der sich selbst als Raumfahrtpionier sieht, wie die Mission zum roten Planeten ablaufen soll.
Unfassbar ist dabei, dass entgegen früherer Verlautbarungen von Elon Musk kein Plan für die Rückkehr der „Marsionauten“ vorgehalten wird. Scheinbar will er im kommenden Jahrzehnt auf Kolonisten setzen, die mit einem „One-Way-Ticket“ zufrieden sein müssen. Wird es für diese Mission auch tatsächlich Kandidaten geben? Die Rede ist von einigen hundert Freiwilligen, die sich für diese Unternehmung angeblich beworben haben.
Warum der sonst vor der Lösung von Problemen nicht zurückschreckende Musk seine einstigen Pläne der sicheren Rückkehr der Raumfahrer zur Erde at acta legte, lieg klar auf der Hand: Es gibt keine Technik, die eine Rakete vom langsameren Mars zur schnelleren Erde befördern kann. Dies zeigt sich im besonderen Maße in der Infragestellung der sogenannten Sample-Return-Mission der NASA.
Der Hintergrund: Die insgesamt 31 bis zum September 2025 durch den Mars Rover Perseverance gesammelten Gesteinsproben könnten möglicherweise einen Fingerabdruck früheren mikrobiellen Lebens enthalten.
Dies verkündete unlängst ein Forschungsteam um Joel A. Hurowitz von der Stony Brook University in New York in der Fachzeitschrift „Nature“. Das Problem ist allerdings, dass die Rückholmission dieser Bodenproben auf einen Transfer zwischen dem Marsorbit und der Erde angewiesen ist. Und genau daran scheitern die Ingenieure. Für den Impulsstoß zur Erde, im Fachjargon Trans Earth Injektion genannt, steht nur ein einziger Versuch zur Verfügung: Ist die beschleunigte Rakete zu langsam, verfehlt sie ihr Ziel, ist sie zu schnell, fliegt sie an der Erde vorbei. Ein weiteres Problem: Die Entwicklung eines Schub-Aggregates für dieses wichtige Manöver stagniert, obwohl schon enorme Fördergelder bewilligt wurden.
Daher setzt der unbeirrbare Elon Musk nun auf die Besiedlung und will auf dem Mars eine Stadt bauen. Der Astronom Martin Rees hält das für eine Illusion. „Die Vorstellung, dass gewöhnliche Menschen auf dem Mars leben werden, ist eine gefährliche Wahnvorstellung“, sagt der Astronomie-Professor und Bestseller-Autor.
Vielmehr könne er sich vorstellen, dass in Zukunft Roboter auf dem Mars stationiert sind. „Roboter werden immer besser, der praktische Nutzen von Astronauten wird immer geringer. Es ist viel teurer, Menschen statt Roboter ins All zu schicken.“ Statt vom Mars zu träumen, solle sich die Menschheit auf die Probleme der Erde konzentrieren, etwa den Klimawandel, sagt Rees, der das Weltall seit etwa 60 Jahren erforscht.
Doch kehren wir nun zum Marsrover Perseverance zurück. Dieser zeigt nach wie vor keine Anzeichen von Ermüdung. Autonome Navigation, technische Robustheit und wissenschaftliche Ergebnisse sprechen für eine lange Zukunft der Mission – weit über die ursprünglichen Ziele hinaus.
Fünf Jahre nach seiner Landung am 18. Februar 2021 im Krater „Jezero“ auf der nördlichen Hemisphäre des Mars hat der NASA-Rover Perseverance inzwischen mehr als 40 Kilometer zurückgelegt. Trotz der langen Einsatzzeit befindet sich seine Technik in guter Verfassung und die Antriebe der Räder sind für mindestens 60 weitere Kilometer tauglich. Das haben die für den Rover verantwortlichen Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Kalifornien nach entsprechenden Tests bestätigt.
Nahezu alle weiteren Komponenten sollten bis mindestens 2031 voll funktionsfähig bleiben. Somit ist der Rover bereit für weitere umfassende Langzeituntersuchungen. Wie sein Vorgänger Curiosity, der mittlerweile seit mehr als 13 Jahren auf dem Roten Planeten aktiv ist, hat Perseverance seine ursprüngliche Betriebsdauer von etwa zwei Erdjahren somit längst weit überschritten. Damit macht er seinem Namen alle Ehre – Perseverance bedeutet auf Deutsch so viel wie „Ausdauer“.
Der Rover ist sogar heute schneller unterwegs als in den Anfangsjahren seiner Mission. Möglich macht dies seine autonome Navigationssoftware ENav (englisch: Enhanced Autonomous Navigation). Sie erlaubt es Perseverance, mehr als 90 Prozent seiner Fahrten eigenständig zu bewältigen. So legte er am 19. Juni 2025 an einem einzigen Marstag mehr als 411 Meter auf seiner Reise durch die ehemalige See- und Flusslandschaft der Tiefebene Isidis Planitia zurück und stellte damit einen neuen Rekord auf. Ebenso erstaunlich ist es, dass Perseverance in der sogenannten Margin Unit am inneren Rand des Kraters Jezero ganze 400 Meter in die Höhe kletterte - erneut ein Rekord.
Nun steuert Perseverance auf die nach einem französischen Stausee benannte Region „Lac de Charmes“ zu. Dort soll der Rover weitere Gesteinsproben sammeln, damit sie mit jenen aus dem Krater Jezero verglichen werden können. Wer diese abholen wird, scheint im wahrsten Sinne des Wortes in den Sternen zu stehen. Ein klein wenig Zeit bleibt noch, denn rund 15 Jahre sind die Proben haltbar.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Update 10. Februar: Elon Musk hat seine Pläne zur Besiedlung nach des Planeten Mars schon nach recht kurzer Zeit relativiert. Nun geht er selbst davon aus, dass es noch mehr als 20 Jahre dauern wird, bis seine Firma SpaceX die Pläne einer selbstwachsenden Stadt auf dem Mars verwirklichen kann. Seinen Äußerungen zu Folge steht nun die Mondlandung im Fokus. Das würde seinem Freund Donald Trump sehr freuen, denn dieser wünscht sich,dass wieder ein amerikanischer Astronaut noch während seiner Amtszeit auf dem Mond steht. Doch bis dahin ist es noch lange hin, denn selbst die aktuelle Mondmission Artemis 2 wird frühestens Anfang März starten. Erneut musste der Start aufgrund technischer Probleme verschoben werden.





























