Haben Sie einen Artikel verpasst? Dann klicken Sie hier. Im Archiv finden Sie auch ältere Veröffentlichungen.
1. Wolfgang Amadeus Mozart „The Violin Concertos“ Mozarteumorchester Salzb...
2. Yosef Gutman „Resisei Lyla“
3. Reentko Dirks „Rain, Steam And Speed“
4. Imarhan „Essam“
5. Ein Bild und seine Geschichte „Jürgen Habermas – im Philosophischen Se...
6. Thelonious Monk „Bremen 1965“
Donnerstag 22.01.2026
Wolfgang Amadeus Mozart „The Violin Concertos“ Mozarteumorchester Salzburg
Bilder
Konzertante Werke in denen Streichinstrumente die Solostimmen ausfüllen, komponierte Wolfgang Amadeus Mozart fast ausschließlich in den Jahren zwischen 1773 und 1779. Bei seinem ersten dieser Werke, dem Violinkonzert B-dur, KV 207, war er nicht einmal 18 Jahre alt und kam gerade mit dem Vater Leopold von einer dritten Italienreise zurück. Geschrieben hat Mozart die Komposition in Salzburg und sie zeugt trotz seines jungen Alters schon von einer gewissen Reife, aber auch Virtuosität und immensen Klangpoesie.
Dieses Stück eröffnet das Doppelalbum „The Violin Concertos“, das den Abschluss einer Reihe mit Einspielungen, die das Mozarteumorchester Salzburg gemeinsam mit dem Label Berlin Classics in den letzten Jahre realisierte. Unter Leitung des Spaniers Roberto González-Monjas, der auf diesen Aufnahmen zugleich als Solist fungiert, fällt die Veröffentlichung des Werkes zeitlich mit dem Auftakt der Mozartwoche 2026 in Salzburg zusammen.
Roberto Gonzalez-Monjas hat alle fünf in Mozarts Salzburger Zeit geschriebenen Violin Konzerte, als er im fürstlichen Dienst von Erzbischof Colloredo stand, eingespielt, ergänzt durch das Rondo in C-Dur KV 373 und das Adagio in E-Dur KV 26. Die Kompositionen sind mit viel Esprit und Eleganz umgesetzt. Eindrucksvoll gerät die Dynamik, bei bemerkenswerter Transparenz und Klarheit. Hier kommt sehr postiv zum Ausdruck, dass Gonzalez-Monjas sowohl als Chefdirigent und Solist fungiert, womit sich die Gesamtdramaturgie der Aufführung in einer Hand befindet. „Mozarts Konzerte unterscheiden sich grundlegend“, erläutert der Spanier, „Das Streben nach äußerster Virtuosität ist niemals sein Hauptziel; vielmehr experimentiert er mit der Gattung und treibt die entscheidend weiter.“ So ergründet der Komponist hier die Möglichkeiten des Zusammenspiels von Soloinstrument und Orchester in vielfältiger Weise. Ist in den ersten beiden Konzerten noch eine Art rivalisierender Wettbewerb zwischen Solostimme und Orchester auszumachen, wird in den folgenden Stücken ein ausgewogeneres Miteinander deutlich spür- und hörbar. Letztendlich eine innovative Einspielung, deren motivische Verflechtungen wunderbar stimmig herausgearbeitet wurden.
Gerhart von Keußler

Wolfgang Amadeus Mozart
„The Violin Concertos“
Roberto Gonzalez-Monjas
Mozarteumorchester Salzburg
Berlin Classics
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Freitag 16.01.2026
Yosef Gutman „Resisei Lyla“
Bilder
Ich möchte das Leben in der Musik hören, und das bedeutet, Risiken einzugehen und auch mal zu scheitern“, sagt Yosef Gutman. Dabei ist es dem Gitarristen, Bassisten und Komponisten ein Anliegen, die eigene Identität auszudrücken und das individuelle künstlerische Tun nicht mit anderen zu vergleichen.
Um an diesen Punkt zu kommen, sich in einer eigenen (musikalischen) Sprache zu äußern, die von anderen auch verstanden wird, ist oft eine Inspirationsquelle, auf jeden Fall auch ein (Selbst-)Studium am Instrument erforderlich.
Yosef Gutman wurde 1979 auf einer abgelegenen Farm in Südafrika geboren und hat dort, als Jugendlicher, eher durch Zufall Weather Report mit dem Bassisten Jaco Pastorious gehört. Sofort war es um ihn geschehen: Dieses Instrument wollte er auch spielen - wechselte vom Klavier zum Bass und reichte 18jährig im Berklee College of Music in Boston eine Solo-Bearbeitung der südafrikanischen Nationalhymne für E-Bass ein. Das Stipendium war ihm sicher.
Zu seinen Mentoren in den USA gehörten unter anderem der Gitarrist Lionel Loueke, der Schlagzeuger Ziv Ravitz und der Saxophonist Walter Smith III. Nach dem Studium verschlug es Gutman nach New York, wo er mit vielen namhaften Solisten auftrat.
Heute lebt Yosef Gutman mit seiner Frau und acht Kindern in Jerusalem und veröffentlichte hier 2019 auf dem eigenen Label Soul Song sein Debüt-Album „Chabad Al Hazman“.
Resisei Lyla“ was sovoel wie „Flüsse der Nacht“ bedeutet, ist Yosefs mittlerweile 16.(!) Album, das er auf Soul Song veröffentlicht. Der Titel Resisei Lyla stammt aus dem Hohelied (Shir Hashirim) und spricht inhaltlich von einem Wissen, das jenseits des Sichtbaren und Greifbaren im Bereich der Spiritualität liegt. Wie schon auf den vorausgegangenen Aufnahmen verarbeitet Gutman inhaltlich die Tradition jüdischer Folklore und zeitgenössische Improvisationen als klangliche Kommunikationsebenen. Verschiedene musikalische Himmelsrichtungen finden hier zusammen, leben von einer individuellen Geisteshaltung und musikalisch vielseitigem Können. Gutman beherrscht die Koordinaten des Jazz und die Klezmer Tradition, er führt beides zusammen und drückt so Freude und Glückseligkeit, Trauer und Schmerz aus. Ein transparentes Labyrinth wunderschöner, farbenreicher Melodien und vielschichtiger Rhythmen. Musik die in ihrer Emotionalität berührt, die Innigkeit und Sehnsucht vermittelt. Letztendlich Balsam in diesen stürmischen Zeiten.
Jörg Konrad

Yosef Gutman
„Resisei Lyla“
Soul Song
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Freitag 16.01.2026
Reentko Dirks „Rain, Steam And Speed“
Bilder
Was haben zwei so außergewöhnliche und unterschiedliche Künstler wie die Sängerin, Texterin, Komikerin und Schauspielerin Anna Mateur (geb. 1977) und der englische Maler William Turner (1775 bis 1851) gemein? Nun, beide fanden und finden in Reentko Dirks einen engagierten Mitstreiter wie respektvollen Bewunderer. Der deutsche Gitarrist gehörte einst zum Bühnenprojekt von Anna Maria Vogt, der bürgerliche Name von Anna Mateur, „Deutschlands lustigsten Menschen auf der Bühne“ (Emma), „... die als Frau jedes Klischee sprengt“.
Das neue Album des heute in Dresden lebenden Gitarristen „Rain, Steam And Speed“ ist hingegen von einem gleichnamigen Gemälde William Turners, dem „Meister des Lichts“ inspiriert.
Dirks entwirft auf seinen akustischen Gitarren ruhige, harmonische Klanglandschaften, die im Vorüberziehen intensive Eindrücke hinterlassen. Es sind sinnliche Wanderungen durch die Gezeiten von Souveränität und Poesie. Hat Reentko Dirks in der Vergangenheit immer wieder in den unterschiedlichsten Projekten gearbeitet, an dieser Stelle sei neben Anna Mateur (mit der er 2008 den Deutschen Kleinkunstpreis erhielt), nur das Weltjazz-Quartett mit arabischen Liedtexten Masaa genannt, findet er hier solistisch einen sehr persönlichen, beinahe intimen Ausdruck, ohne auch nur ansatzweise dem virtuosen Geschwindigkeitswahn zu verfallen. Neben der klassischen Grundrichtung seiner Kompositionen irrlichtert immer wieder die Unvorhersehbarkeit des Jazz hindurch, pastellfarbene Töne bei introspektiver Haltung.
Heute lehrt Reentko Dirks an der Musikhochschule Dresden als Dozent, gibt seine musikalischen Erkenntnisse und klanglichen Philosophien an junge Instrumentalisten weiter, die hier mit Sicherheit ihren Widerhall finden.
Jörg Konrad

Reentko Dirks
„Rain, Steam And Speed“
Neue Meister
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 15.01.2026
Imarhan „Essam“
Bilder
Eine der größten Oasen im Süden Algeriens ist Tamanrasset, eine Kleinstadt mit knapp 93 000 Einwohnern. Hier hat der Sänger und Gitarrist Iyad Moussa Ben Abderahmane vor knapp 20 Jahren Wüstenmusiker zusammengebracht und aus einem Teil von ihnen die Band Imarhan gegründet. Alle Mitglieder des Quintetts Imarhan gehören zum Nomadenvolk der Tuareg und spielen eine hypnotisch treibende Musik aus Rock'n Roll, Funk, Folklore der Sahara und Soul, die zusammengefasst auch als Wüstenblues bezeichnet wird.
Inhaltlich dreht sich auch auf ihrem vierten Album „Essam“ alles um Verlust und Sehnsucht, dem essenziellen Themen der Tuareg. Umgesetzt sind im Aboogi Studio, dem kulturellen und kreativen Zentrum in Tamanrasset, stimmige Kompositionen und eingängige wie berührende Arrangements in wunderbar intime Songs voller Poesie und Melancholie. Pan-afrikanische Grooves stehen hier neben trocknen Gitarrenriffs, elektronische Texturen neben diskreter Entrücktheit.
„Wir lieben und respektieren die Musik der älteren Tuareg“, sagte Iyad Moussa Ben Abderahmane vor drei Jahren in einem Interview. „Aber wir sind anders. Viele von ihnen halten nur an ihren Traditionen fest und würden die Wüste am liebsten nie verlassen. Wir wollen mit der Welt in Kontakt treten, sie bereisen und unsere Geschichte erzählen.“
Inspiriert wurden die Tuareg-Musiker grundsätzlich durch nächtelanges Hören von westlicher Musik jeglicher Couleur auf ihren Weltempfängern, iPods und Rechnern. Doch es ging ihnen nie darum, diese Stilistiken zu covern. Auf ihren Wüstendurchquerungen nahmen sie musikalische Ausdrucksformen der verschiedenen Tuareg-Stämme in ihre Klangvorstellungen mit auf, verarbeiteten alles zusammen zu einer ganz eigenen, mit sanfter Intensität vorgetragenen Musiksprache. Imarhan tragen ihre lokalen Überzeugungen hinaus in die Welt, sind begeisternde Gäste auf Konzerten und Festivals und damit empathische und leidenschaftliche Botschafter ihrer Kultur.
Jörg Konrad

Imarhan
„Essam“
City Slang
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Mittwoch 14.01.2026
Ein Bild und seine Geschichte „Jürgen Habermas – im Philosophischen Seminar der Frankfurter Universität, Januar 1969“
Bilder
Bilder
Bilder
Fotos, die Zeitgeschichte dokumentieren und selbst als Sinnbild einer Epoche gelten - das steckt hinter der Reihe „Ein Bild und seine Geschichte“, die seit 2024 vom Schirmer Mosel Verlag veröffentlicht wird.
Der neueste Band beschäftigt sich mit der 1968er Studentenbewegung, wofür vom Herausgeber auf ein Foto von Max Scheler jun., dem Sohn des Philosophen und Soziologen Max Scheler, zurückgegriffen wurde. Das Bild zeigt "Jürgen Habermas - im Philosophischen Seminar der Frankfurter Universität, Januar 1969".
Habermas, geboren 1929 in Düsseldorf, war aufgrund seines damaligen Einsetzens für die Belange der Studenten, eine Art geistige Instanz und ein Förderer der studentischen Bewegung. Bei den Unruhen handelte sich um einen öffentlichen Protest gegen Autoritäten ganz allgemein, gegen ein patriarchalisch verkrustetes System, gegen die Nichtaufarbeitung des Nationalsozialismus und gegen die am Horizont heraufziehenden Notstandsgesetze. Es ging um mehr Demokratie, für einheitliche Schulsysteme und für die Entlassung von Lehrkräften mit Nazi-Vergangenheit.
Im Laufe der Wochen erreichten die Auseinandersetzungen zwischen den Studenten und der Staatsmacht eine vorrevolutionäre Situation, die, laut Jürgen Habermas heute, auch in eine tatsächliche Revolution hätte kippen können.
Max Scherer jun. war als Photograph für den Stern tätig und wurde von diesem zur Berichterstattung nach Frankfurt geschickt. Er arbeitete nicht nur auf den Straßen des Protests, sondern begab sich auch in die unruhigen und von kämpferischer Auseinandersetzung geprägten Seminarräume, dorthin, wo die verbalen Konfrontationen, die aufgeladenen dynamischen Diskussionen stattfanden. Hier gelang Scheler das historische Foto, mit dem kritisch-konstruktiven Mentor der Studentenbewegung Jürgen Habermas und Studenten.
Für den 70 Seiten dünnen Band hat Habermas ein zusammenfassendes Vorwort geschrieben. Michael Krüger, Autor, Verleger, Herausgeber und Übersetzer, hat zudem ein aufschlussreiches und anregendes Essay beigesteuert.
Eine Publikation, die die ganze konstruktive Sprengkraft der damaligen Auseinandersetzung noch einmal wachruft und zudem verdeutlicht, wie wichtig die Aufarbeitung von eingeschliffenen und routiniert agierenden Systemen auch innerhalb einer Demokratie letztendlich sind.
Jörg Konrad

Ein Bild und seine Geschichte
Max Scheler
„Jürgen Habermas – im Philosophischen Seminar der Frankfurter Universität, Januar 1969“
Schirmer / Mosel
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Dienstag 13.01.2026
Thelonious Monk „Bremen 1965“
Bilder
In der eingeschworenen Bebop Clique, die in den 1940er Jahren im Harlemer Minton’s Playhouse Club spielten, war Thelonious Monk von Beginn an ein Star. Swinggigant Coleman Hawkins, Dizzy Gillespie, Charlie Parker und auch Miles Davis verehrten diesen kauzigen Pianisten, gaben ihm in ihren Bands zu jener Zeit stets den Vorzug. Von seiner „störrischen Originalität“ und „infantilen Egozentrik“, von seinem eigenbrötlerischen, eckigen Klavierspiel fühlten sie sich angezogen und inspiriert. Andere wurden mit dieser eher seltsamen und rätselhaften Persönlichkeit, mit diesem hünenhaften Pianisten, der auch einmal um sein Instrument herum tanzte und dabei die Akkorde in die Tastatur schier hämmerte, nicht so recht warm.
Doch Monk ging seinen Weg, nahm ab 1947 unter seinem Namen für das Label Blue Note auf, wechselte anschließend zu Prestige und landete schließlich bei Riverside. Hier spielte er mit John Coltrane, Sonny Rollins und Johnny Griffin und nahm wegweisende Soloalben auf, deren harmonische Akzentverschiebungen und rhythmische Verzögerungen, in denen „Dissonanzen wie Feuerwerkkörper aufblitzten“, bis heute seine einzigartige Individualität unterstreichen. Er tourte unablässig, nahm Drogen, litt unter manisch-depressiven Symptomen und unter anhaltenden Erschöpfungszuständen.
Anfang der 1970er Jahre hörte Monk auf zu spielen. Er war krank, ausgelaugt und als er 1982 an einem Schlaganfall verstarb, beinahe vergessen.
Das änderte sich nach seinem Tod fast schlagartig. Plötzlich wurden er und sein Werk neu entdeckt. Monks Kompositionen gerieten zu Klassikern, zu Standards, zu regelrechten Hits, die von Avantgardisten ebenso wie von Mainstreammusikern des Jazz geliebt und gespielt wurden. Vielleicht gehören seine Stücke zu den bis heute am häufigsten abgerufenen Titeln des Jazz.
Sunnyside, das in New York ansässige Jazzlabel, hat nun Live-Aufnahmen des Pianisten aus dem Jahr 1965 aus Bremen ausfindig gemacht, neu gemastert und veröffentlicht. Das Monk Quartett befand sich auf Welttournee. Aufgenommen am 08. März im Sendesaal/Studio F von Radio Bremen beinhaltet die Doppel-CD Thelonious Monk "Bremen 1965" etliche Monk-Originale, wie „Criss Cross“, „Well You Needn't“, „Epistrophy“ und „Don't Blame Me“. Zu seiner Tourband gehörten damals Charlie Rouse (Tenorsaxophon), Larry Gales (bass) und Ben Riley (Schlagzeug). Dieses Album ist ein Dokument, das die ungeschminkte wie lässige Jazzwucht des Monk-Quartett nacherlebbar macht. Das Quartett ist sehr gut aufeinander abgestimmt. Monk setzt seine einzigartig blockigen Akkorde, die der Musik immer Tiefe und eine swingende Note zugleich verleihen. Es ist ein schwerer wie auch leicht klingender Unterbau, der an sich schon eine gehörige Spannung entwickelt. Die Rhythmusgruppe verstärkt den bluesigen Swinganteil und Charlie Rouse, der Monks Lieblings-Tenorist bleiben wird, hat diesen großen warmen Sound, der sämtliche pianistischen Unebenheiten abfedert und zugleich in der Lage ist, gehörige Schneisen in die Musik zu fräsen. Aber ansonsten als Solist ein eleganter, eloquenter Begleiter ist, einer der weiterhilft, wenn Monk einmal zögerlich die passenden Akkorde drückt.
Insgesamt eine absolut empfehlenswerte Aufnahme, die den originalen Kosmos Monk lebendig werden lässt und mit Enthusiasmus an „alte Zeiten“ erinnert.
Jörg Konrad

Thelonious Monk
„Bremen 1965“
Sunnyside
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
© 2026 kultkomplott.de | Impressum
Nutzungsbedingungen & Datenschutzerklärung
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.