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37. Arte: FINALE IN BERLIN
38. Arte: IN DEN GÄNGEN
39. Arte: DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN
40. DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT
41. SCHWESTERLEIN
42. DIE STIMME DES REGENWALDES
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Donnerstag 19.11.2020
Arte: FINALE IN BERLIN
Getarnt als Damenunterwäschevertreter, soll der britische Geheimdienstler Harry Palmer in dem wendungsreichen Agententhriller an der Berliner Mauer das Überlaufen des russischen Oberst Stok arrangieren. Doch der todsichere Plan läuft aus dem Ruder. - Zweiter Film (1966) in der erfolgreichen Trilogie mit Michael Caine als Agent Harry Palmer. Regie: Guy Hamilton
Oberst Stok vom russischen Geheimdienst, der für die Sicherheit an der Berliner Mauer zuständig ist, möchte in den Westen überlaufen. Getarnt als Damenunterwäschevertreter wird der britische Agent Harry Palmer nach Berlin geschickt, wo er von seinem Kollegen Johnny Vulkan empfangen wird. Trotz seiner Zweifel an der Aufrichtigkeit Stoks beginnt Palmer, mit dem Fluchthelfer Otto Kreutzmann einen todsicheren Fluchtweg zu planen. Während der Vorbereitungen lernt Palmer das amerikanische Model Samantha kennen. In Wahrheit ist sie jedoch eine israelische Agentin, die von Nazi-Kriegsverbrechern auf Schweizer Bankkonten verstecktem Geld auf der Spur ist. Dokumente, die Palmer an Kreutzmann übergeben soll, stammen von einem dieser Verbrecher. Zur Übergabe kommt es nicht, denn Kreutzmann wird bei Ausführung des Fluchtplans von Oberst Stok getötet. Warum aber setzt Vulkan seinen Kollegen Palmer außer Gefecht und nimmt die Papiere an sich?

Regie: Guy Hamilton
Mit     Michael Caine (Harry Palmer), Paul Hubschmid (Johnny Vulkan), Oskar Homolka (Oberst Stok), Eva Renzi (Samantha Steel), Guy Doleman (Ross), Hugh Burden (Hallam), Heinz Schubert (Aaron Levine), Günter Meisner (Otto Kreutzmann) u.a.

(Film läuft am Montag, 23. November 2020 um 20.15 Uhr auf Arte)
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Donnerstag 12.11.2020
Arte: IN DEN GÄNGEN
Die Tage in den Gängen im Großmarkt sind monoton und lang. Doch der Alltag von Christian, 27, an seiner neuen Arbeitsstelle wird jäh durch seine Kollegin Marion erhellt. Der Kaffeeautomat wird ihr Treffpunkt, doch Marion ist verheiratet ... - Der zweite abendfüllende Spielfilm von Regisseur Thomas Stuber feierte 2018 im Rahmen der 68. Berlinale seine Uraufführung.
Liebe und Tod auf dem Großmarkt: Nachdem der 27-jährige Christian den Job auf dem Bau wegen einer Unbeherrschtheit verloren hat, fängt er in einem Großmarkt bei der Warenverräumung an. Christian taucht in eine ihm unbekannte Welt ein: die langen Gänge, das Gewusel um die Kassen, die Gabelstapler. Bruno weist ihn in die Arbeit ein, unterrichtet ihn im Staplerfahren, wird ein väterlicher Freund. In den Gängen trifft Christian auf die Kollegin bei den Süßwaren, die 39-jährige Marion. Der Kaffeeautomat wird ihr Treffpunkt, sie kommen sich näher. Bald ist Christian anerkanntes Mitglied der Großmarktfamilie. Er besteht die Staplerprüfung. Und er hat sich längst in die geheimnisvolle Marion verguckt, der ganze Großmarkt fiebert mit. Aber sie bleiben vorsichtig im Umgang miteinander, denn die Süßwaren-Marion ist verheiratet. Beim Weihnachtsfest, Heiligabend auf der Laderampe, scheinen Christians Avancen endlich belohnt zu werden: Sie halten Händchen. Doch bald darauf kommt Marion nicht mehr zum Dienst, und Christian ist verzweifelt. Es ist schließlich Bruno, der ihm verrät, dass die Marion krankgeschrieben ist. Und dass der Grund, warum Marion erst mal nicht wiederkommt, ihr Mann sei, denn der sei ein Arschloch. Christian hält die Ungewissheit nicht mehr aus. Er fährt zu Marion, verschafft sich Zugang zur Wohnung und versucht Marions Geheimnis zu lüften. Aber da ist nichts. Er fällt in ein tiefes Loch, kommt verspätet zum Dienst. Dann taucht Marion im Großmarkt auf, als wäre sie nie weg gewesen. Im Tiefkühllager, dick eingepackt wie Eskimos, kommen sich die beiden so nah wie nie zuvor. Aber das Glück ist nur von kurzer Dauer …

Regie: Thomas Stuber

Mit: Franz Rogowski (Christian), Sandra Hüller (Marion), Peter Kurth (Bruno), Andreas Leupold (Rudi), Michael Specht (Paletten-Klaus), Matthias Brenner (Jürgen), Henning Peker (Wolfgang), Ramona Kunze-Libnow (Irina)

(Film läuft am Freitag, 13. November 2020 um 20.15 Uhr auf Arte und ist anschließend verfügbar vom 13.11.2020 bis 10.02.2021)
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Donnerstag 05.11.2020
Arte: DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN
DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN

Florence Green (Emily Mortimer) hat früh ihren Mann verloren, doch ihre gemeinsame Liebe zu Büchern aller Art lässt sie nicht los. Sie investiert ihr gesamtes Vermögen in die Verwirklichung ihres Traums von einem eigenen Buchladen – ausgerechnet im verträumten englischen Hardborough, Ende der 50er Jahre, wo die Arbeiter dem Bücherlesen skeptisch gegenüberstehen und die Aristokratie energisch vorgibt, was Hochkultur ist und was nicht.

Doch trotz der Widerstände hat sie Erfolg und rasch finden auch progressive, polarisierende Werke wie Nabokovs "Lolita" oder Bradburys "Fahrenheit 451" bei den Dorfbewohnern Anklang. Vor allem der seit langem zurückgezogen lebende Mr. Brundish (Bill Nighy) findet Gefallen am neuen Buchladen und dessen Besitzerin.

Doch Florence Greens sanfte Kulturrevolution bleibt nicht unbemerkt: Die alteingesessene graue Eminenz Violet Gamart (Patricia Clarkson) befürchtet einen Kontrollverlust in ihrem Heimatdorf und steht den radikalen Veränderungen mit Argwohn gegenüber. Mit aller Macht versucht sie Florence Steine in den Weg zu legen und die beiden Frauen beginnen eine Auseinandersetzung über Moderne und Konvention...

Regie: Isabel Coixet
Film-Länge: 110 Min

(Film läuft am Freitag, 6. November 2020 um 20.15 Uhr auf Arte)
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Donnerstag 29.10.2020
DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT
Ab 05. November 2020 im Kino
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Heshmat ist ein vorbildlicher Ehemann und Vater, jeden Morgen bricht er sehr früh zur Arbeit auf. Wohin fährt er? Pouya kann sich nicht vorstellen, einen anderen Menschen zu töten, trotzdem bekommt er den Befehl. Kann es einen Ausweg für ihn geben? Javad besucht seine Freundin Nana um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Doch dieser Tag hält für beide noch eine andere Überraschung bereit.
Bahram ist Arzt, darf aber nicht praktizieren. Als ihn seine Nichte Darya aus Deutschland besucht, beschließt er, ihr den Grund für sein Außenseiterdasein zu offenbaren. DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT erzählt vier Geschichten über Menschen, deren Leben vor existenziellen Herausforderungen stehen. Sie werfen die Fragen auf, wie integer ein Mensch in einem absoluten Regime bleiben, welche moralische Schuld er ertragen kann, ohne zu zerbrechen, und zu welchem Preis es gelingt, die individuelle Freiheit zu bewahren.

Ein Film von Mohammad Rasoulof
Mit: Ehsan Mirhosseini, Shaghayegh Shourian, Kaveh Ahangar u.a.


DIRECTOR ́S STATEMENT            

Vor etwa einem Jahr sah ich, während ich in Teheran die Straße überquerte, einen meiner Vernehmungsbeamten aus einer Bank kommen. Plötzlich überfiel mich ein unbeschreibliches Gefühl. Ich folgte ihm eine Weile, ohne dass er mich wahrnahm. Nach zehn Jahren war er ein wenig gealtert. Ich war versucht, mit dem Handy ein Foto von ihm zu machen, zu ihm hinzurennen, mich zu Erkennen zu geben und ihm all meine Fragen wütend ins Gesicht zu schreien. Als ich ihn aber näher betrachtete und seine Angewohnheiten beobachtete, sah ich, dass er kein böses Monster war.           Wie gelingt es autokratischen Herrschern, Menschen in bloße Zahnräder ihrer autokratischen Maschinen zu verwandeln? In autoritären Staaten ist es die einzige Aufgabe des Gesetzes, den Staat zu erhalten, nicht die Ermöglichung und Regelung der Beziehungen zwischen den Menschen. Ich komme aus solch einem Staat.           
Von solchen persönlichen Erfahrungen angetrieben, wollte ich Geschichten erzählen, die Fragen stellen: Haben wir als verantwortliche Bürger*innen eine Wahl, wenn wir die unmenschlichen Befehle von Despoten umsetzen sollen? Zu welchem Grad können wir als menschliche Wesen für die Erfüllung dieser Befehle verantwortlich gemacht werden? Im Angesicht dieser autokratischen Maschine, wo stehen wir, wenn es um menschliche Gefühle geht, im Verhältnis zu der Dualität aus Liebe und moralischer Verantwortung?
Mohammad Rasoulof


ÜBER DEN REGISSEUR          

Der iranische Independent-Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Mohammad Rasoulof wurde 1972 in Shiraz (Iran) geboren. Während seines Soziologiestudiums startete er seine Laufbahn als Filmemacher mit Dokumentationen und Kurzfilmen. Sein erster Langfilm GAGOOMAN (THE TWILIGHT, 2002) wurde beim Fajr Film Festival im Iran als bester Film ausgezeichnet. Nach der Veröffentlichung seines zweiten Films JAZIREH AHANI (DIE EISERNE INSEL, 2005) geriet er in den Fokus der iranischen Zensurbehörden. Dies führte dazu, dass seine Möglichkeiten, Filme zu produzieren und im Iran zu zeigen, stark eingeschränkt oder untersagt wurden. Bis heute hat Mohammad Rasoulof sieben abendfüllende Filme fertiggestellt, keiner von ihnen konnte auf Grund der Zensurbestimmungen im Iran gezeigt werden, obwohl sie sich in anderen Ländern eines großen Publikumszuspruchs erfreuen.           
Rasoulofs Kino nutzte meist allegorische Erzählweisen als Ausdrucksmittel, bis er sich 2010 zu einer direkteren Form entschied. Im März 2010 wurde Rasoulof bei Dreharbeiten festgenommen, als er zusammen mit Jafar Panahi bei einem Film Regie führte. Im anschließenden Prozess wurde er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, eine Strafe, die später auf ein Jahr reduziert wurde. Schließlich kam er auf Bewährung frei.
Mohammad Rasoulof wurde für seine Filme mit vielen Preisen ausgezeichnet. 2011 gewann er in Cannes in der Sektion Un Certain Regard den Preis für die beste Regie für BÉ OMID É DIDAR (GOODBYE, 2011). 2013 erhielt er dort den FIPRESCI-Preis der Internationalen Filmkritik für DAST NEVESHTEHA NEMISOOZAND (MANUSCRIPTS DON’T BURN, 2013). Zuletzt gewann er 2017 den Un Certain Regard-Hauptpreis für LERD (A MAN OF INTEGRITY, 2017) beim Cannes Film Festival. Als er im September 2017 in den Iran zurückkehrte, wurde ihm offiziell das Verbot erteilt, das Land zu verlassen – ein Urteilsspruch, der bis heute gültig ist. Er wurde beschuldigt, die „nationale Sicherheit zu gefährden“ und „Propaganda gegen die muslimische Regierung zu verbreiten“. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, einhergehend mit dem Verbot der Mitgliedschaft in jeder Art von politischer oder gesellschaftlicher Organisation.
All diese Einschränkungen haben Rasoulof nicht davon abgehalten, Filme zu machen. 2019 arbeitete er als Produzent und Drehbuchautor an den Spielfilmen HATCHBACK GHERMEZ (THE RED HATCHBACK) und PESAR-MADAR (SON-MOTHER). Außerdem vollendete er die Arbeit als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent an seinem neuen Spielfilm SHEYTAN VOJUD NADAR (DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT).


PRODUKTIONSNOTIZEN

Mohammad Rasoulof war es wichtig, in DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT die Perspektive der jungen Generation im Iran einfließen zu lassen, die wesent-lich internationaler ausgerichtet ist als die zwei Generationen davor. Für das Schauspielensemble arbeitete er wie bereits in der Vergangenheit mit Laiendar-steller*innen zusammen, verpflichtete aber gleichzeitig einige der angesehens-ten Schauspieler*innen des Landes.
Als Schauplätze der vier Episoden schwebten dem Regisseur Orte mit einer jeweils sehr eigenen Landschaft und Atmosphäre vor. Regie und Team reis-ten daher zu Beginn 40 Tage lang durch den Iran, um Locations zu finden, die der Vorstellung von Rasoulof entsprachen.
DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT entstand ohne eine Produktionsgeneh-migung durch den iranischen Staat, denn diese wäre, wie Koproduzent Kaveh Farnam erklärte, sowieso nicht erteilt worden. Stattdessen reichten er und Kopro-duzent Farzad Pak Anträge für die Dreharbeiten von vier Kurzfilmen ein, jeder in einer anderen Stadt. In den Anträgen waren jeweils andere Regisseur*innen und Drehbuchautor*innen genannt – Freunde des Filmteams, die mit ihrer Nennung in diesen Anträgen ebenfalls ein großes Risiko eingegangen sind. Mohammad Rasoulof leitete die Dreharbeiten, wo immer es verantwortbar war, teilweise war er durch eine Verkleidung unkenntlich gemacht. An manchen Drehorten, z. B. am Teheraner Flughafen, konnte er sich nicht zeigen, die Regiearbeit am Set wurde dort von der Regieassistenz übernommen.
Mohammad Rasoulof beschrieb in einem Interview, dass seine Drehtage immer mit einem Blick auf sein Smartphone begannen, immer in der Erwartung, die gegen ihn gerichtete einjährige Gefängnisstrafe könnte vollstreckt werden. Eine Woche vor Ende der Dreharbeiten traf dann tatsächlich die Benachrichtigung ein, dass die Gefängnisstrafe in erster Instanz vor Gericht bestätigt wurde. Die restlichen Drehtage fanden in der Unklarheit statt, wann der Gerichtsbescheid genau in Kraft treten würde, ein massiver psychischer Druck, den Rasoulof, wie er später erwähnte, ohne die Solidarität seines Teams nicht ausgehalten hätte.
Schnitt und Postproduktion fanden nach Abschluss des Drehs in Teheran und Hamburg statt.
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Donnerstag 22.10.2020
SCHWESTERLEIN
Ab 29. Oktober 2020 im Kino
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Lisa, einst brillante Theaterautorin, schreibt nicht mehr. Sie lebt mit ihrer Familie in der Schweiz, doch ihr Herz ist in Berlin geblieben – bei ihrem Zwillingsbruder Sven, dem berühmten Bühnendarsteller. Seit dieser an einer aggressiven Leukämie erkrankt ist, sind die Geschwister noch  enger verbunden. Lisa weigert sich, den Schicksalsschlag hinzunehmen und setzt alle Hebel in  Bewegung, um Sven wieder auf die Bühne zu bringen. Er ist ihr Seelenverwandter, für den sie alles andere vernachlässigt. Selbst als ihre Ehe in Schieflage gerät, hat sie nur Augen für ihren Bruder, in  dem sich ihre tiefsten Sehnsüchte spiegeln: Er weckt in ihr das Verlangen, wieder kreativ zu sein, sich lebendig zu fühlen.
Mit Schwesterlein ist den Schweizer Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond ein aufwühlendes Drama gelungen, das sich voll und ganz auf seine überragenden Hauptdarsteller verlassen kann: Nina Hoss und Lars Eidinger verkörpern das innige Geschwisterpaar voller Glaubwürdigkeit und leidenschaftlicher Intensität. Eine berührende Liebeserklärung an die Kunst und die belebende Kraft der Kreativität.

Ein Film von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond
Mit Nina Hoss, Lars Eidinger, Marthe Keller, Jens Albinus u.a.


Anmerkung der Regisseurinnen

Schwesterlein ist für uns etwas Besonderes. Der Film vereint drei zentrale Punkte aus unserem Leben: die Stadt Berlin, der wir seit über fünfzehn Jahren verbunden sind, das Theater, denn wir sind beide Schauspielerinnen, und die außer-gewöhnliche Freundschaft, die uns seit unserer Kindheit verbindet. Stéphanie und Véronique, das sind zunächst zwei Jugendliche, die ihre Leidenschaft für die Bühne teilen und beschließen, diese zu ihrem Beruf zu machen. Gemeinsam haben wir viele Stücke kreiert und gemeinsam haben wir uns ins Abenteuer des Filmemachens gestürzt.
Beim Schreiben von Schwesterlein sind wir von dem untypischen Duo ausge-gangen, das wir bilden und das sich manchmal im stürmischen Schaffensprozess lebendiger fühlt als im Alltagsleben, so wie die Zwillinge in unserem Film, die in der Gegenwart des jeweils anderen stets mit ihrer gemeinsamen Vorstellungswelt verbunden sind. Wir haben sie in einer Theaterfamilie angesiedelt, denn uns fasziniert die Leidenschaft, die die „Theatermenschen“ beseelt. In diesem Milieu ist ein Schauspieler, wenn er nicht spielt, nicht existent, er wird von der Welt vergessen.  Doch sobald er auf der Bühne steht, strahlt er, getragen von der Präsenz des Publikums. Durch diese absolute Liebe zum Theater, die unseren Figuren innewohnt, drückt der Film auf seine Weise die Unentbehrlichkeit des Traums als Fluchtmöglichkeit vor dem Realen aus.
Schwesterlein, das ist auch Lisas untergründige Reise durch die Krankheit ihres Bruders, ihres Doubles, hin zu ihrer Kreativität. Um die Schatten zu verjagen, findet Lisa wieder zum Schreiben zurück und tritt selbst aus der Dunkelheit heraus. Durch die untrennbaren Bande, die diese beiden Wesen verbindet, feiert unser Film die Zerbrechlichkeit und die Kraft des Lebens, die Macht der Übertragung, und erzählt davon, dass das Ende eines Lebens der Beginn eines anderen sein kann. 
Stéphanie Chuat & Véronique Reymond
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Donnerstag 15.10.2020
DIE STIMME DES REGENWALDES
Ab 22. Oktober 2020 im Kino
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Die wahre Geschichte von Bruno Manser. 1984: Auf der Suche nach einer Erfahrung jenseits der Oberflächlichkeit der modernen Zivilisation reist Bruno Manser in den Dschungel von Borneo und findet sie beim nomadischen Stamm der Penan. Die Begegnung verändert sein Leben für immer. Als die Penan von massiver Abholzung bedroht werden, nimmt Manser den Kampf gegen die Waldzerstörung mit einem Mut und einem Willen auf, die ihn zu einem der berühmtesten und glaubwürdigsten Umweltschützer seiner Zeit machen.

Ein Film von NIKLAUS HILBER


1984: Der 29-Jährige Schweizer BRUNO MANSER reist in den Dschungel von Sarawak, dem malaysischen Teil auf der Insel Borneo. In einem der ältesten Regenwälder der    Welt ist er auf der Suche nach einem der letzten Nomadenvölker der Erde: den PENAN. Manser ist getrieben von einem Traum: Von der modernen Zivilisation der eigenen Heimat entfremdet strebt er nach einem Leben, wie es die Menschen führten, bevor Industrialisierung und Konsumrausch ihren Lebensalltag prägten. Manser trifft nach abenteuerlicher Suche auf eine Penan-Sippe und folgt dieser in respektvoller Distanz, um die Penan zu beobachten und ihre Lebensweise zu studieren. Die Penan sind irritiert vom seltsamen Fremden und ignorieren ihn, doch Manser gelingt es, ihr Vertrauen zu gewinnen. Häuptling ALONG SEGA nimmt Manser wie einen Sohn unter seine Fittiche und bringt ihm alles bei, was es für ein Leben im Dschungel braucht. Eine junge Penan-Frau, UBUNG, verliebt sich in den weissen Besucher, doch Manser hält sich zurück, da er weiss, dass er Ubung früher oder später wieder verlassen muss.

1987: Als die Penan auf dem Weg in ein neues Jagdgebiet sind, machen sie eine erschütternde Entdeckung. Holzfäller haben ein riesiges Gebiet des Regenwaldes abgeholzt. Manser beschwert sich beim verantwortlichen Manager und erfährt, dass der grösste Teil der Penan- Gebiete durch die neue Regierung zur Rodung freigegeben wurde. Mit dem Export von Tropenholz nach Europa soll Malaysia zu einer Industrienation aufsteigen – ein Vorhaben, das für die Penan das Ende ihrer Lebensweise bedeutet.Manser überzeugt Sega und die Penan, für ihr Land zu kämpfen. Gemeinsam mit anderen Penan-Sippen beginnen sie, Holzfällerstrassen zu blockieren. Auf diese Weise gelingt es ihnen, einen Grossteil der malaysischen Holzindustrie stillzulegen. Das weckt die Aufmerksamkeit der Medien, allen voran die des jungen Journalisten JAMES CARTER-LONG, den der Aufstand der scheuen Penan gegen die Mächtigen beeindruckt. Er bietet sich Manser als ein Sprachrohr an, um dessen Landrechtsforderungen direkt zur Regierung zu tragen.

1984: Der 29-Jährige Schweizer BRUNO MANSER reist in den Dschungel von Sarawak, dem malaysischen Teil auf der Insel Borneo. In einem der ältesten Regenwälder der    Welt ist er auf der Suche nach einem der letzten Nomadenvölker der Erde: den PENAN. Manser ist getrieben von einem Traum: Von der modernen Zivilisation der eigenen Heimat entfremdet strebt er nach einem Leben, wie es die Menschen führten, bevor Industrialisierung und Konsumrausch ihren Lebensalltag prägten. Manser trifft nach abenteuerlicher Suche auf eine Penan-Sippe und folgt dieser in respektvoller Distanz, um die Penan zu beobachten und ihre Lebensweise zu studieren. Die Penan sind irritiert vom seltsamen Fremden und ignorieren ihn, doch Manser gelingt es, ihr Vertrauen zu gewinnen. Häuptling ALONG SEGA nimmt Manser wie einen Sohn unter seine Fittiche und bringt ihm alles bei, was es für ein Leben im Dschungel braucht. Eine junge Penan-Frau, UBUNG, verliebt sich in den weissen Besucher, doch Manser hält sich zurück, da er weiss, dass er Ubung früher oder später wieder verlassen muss.

1987: Als die Penan auf dem Weg in ein neues Jagdgebiet sind, machen sie eine erschütternde Entdeckung. Holzfäller haben ein riesiges Gebiet des Regenwaldes abgeholzt. Manser beschwert sich beim verantwortlichen Manager und erfährt, dass der grösste Teil der Penan- Gebiete durch die neue Regierung zur Rodung freigegeben wurde. Mit dem Export von Tropenholz nach Europa soll Malaysia zu einer Industrienation aufsteigen – ein Vorhaben, das für die Penan das Ende ihrer Lebensweise bedeutet.Manser überzeugt Sega und die Penan, für ihr Land zu kämpfen. Gemeinsam mit anderen Penan-Sippen beginnen sie, Holzfällerstrassen zu blockieren. Auf diese Weise gelingt es ihnen, einen Grossteil der malaysischen Holzindustrie stillzulegen. Das weckt die Aufmerksamkeit der Medien, allen voran die des jungen Journalisten JAMES CARTER-LONG, den der Aufstand der scheuen Penan gegen die Mächtigen beeindruckt. Er bietet sich Manser als ein Sprachrohr an, um dessen Landrechtsforderungen direkt zur Regierung zu tragen.

Von Along Sega erhält Manser deprimierende Nachrichten: Die Abholzung schreite stetig voran und viele Penan würden durch ein staatliches Siedlungsprogramm dazu verführt, den Dschungel zu verlassen – so auch Ubung. Manser ist am Boden zerstört. Um die Weltöffent- lichkeit darüber zu informieren, erklimmt Manser am G7-Gipfel in München die Staatskanzlei und befestigt vor staunenden Journalisten ein Transparent. Dennoch wird Mansers Petition von Ortegas Kommission abgelehnt. Das Siedlungsprogramm, von Malaysias Lobbyisten als  „Entwicklungshilfe“ proklamiert, war der EG und ihrem Hunger nach günstigem Tropenholz ein willkommenes Argument. Manser wähnt sich rundum gescheitert. Doch dann erhält er von überraschender Seite einen unerwarteten Tipp: der UNO Generalsekretär BOUTROS BOUTROS-GHALI schlägt ihm vor, bei der „International Tropical Timber Organization“ (ITTO), einer Unterorganisation der UNO, einen Zertifizierungsstandard durchzusetzen, der Kriterien zur nachhaltigen Abholzung definiert und fördert. Auf diese Weise liessen sich geschützte Zonen für die Penan und andere Urvölker fordern. Voller Hoffnung unternimmt Manser einen weiteren Versuch, ohne zu ahnen, dass dieser ihn acht lange Jahre beschäftigen wird.

1999: Schliesslich wird auch diese Strategie von den Lobbyisten der Tropenholzproduzenten untergraben, in dem man argumentiert, dass die Penan als Nomaden stetig umherziehen und somit keine Landrechte beanspruchen können, welche unter einen Zertifizierungsstandard fallen. Für Roger Graf ist dieser Rückschlag einer zu viel. Er glaubt nicht mehr an den Erfolg des „Bruno Manser Fonds“ und kündigt. Manser ist wieder auf sich allein gestellt. Obwohl er in Malaysia noch immer Staatsfeind Nr. 1 ist, entschliesst er sich, heimlich in den Dschungel Sarawaks zurückzukehren, mit einer letzten Idee, von der er noch nicht weiss, ob sie fruchten wird: der detaillierten Kartierung der Penan-Gebiete.  Auf dem Weg zu Along Sega kommt Manser in einem ärmlichen Dorf von sesshaft gewordenen Penan vorbei. Dort trifft er unerwartet auf Ubung. Obwohl die Liebe zwischen den beiden nie erloschen ist, kann das Rad der Zeit nicht zurückgedreht werden: Ubung ist mittlerweile verheiratet und hat einen Sohn, der nomadische Lebensstil ist ihr fremd geworden. Schweren Herzens verlässt Manser Ubung. Er bereut, nicht früher zurückgekommen zu sein.

Sega ist überglücklich, als sein „verlorener Sohn“ zurückkehrt. Manser hingegen ist auf einmal melancholisch. Er fragt sich, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn sie damals, als sie erstmals auf die Holzfäller stiessen, anstatt zu kämpfen einfach weiter gezogen wären. Sega ist anderer Meinung: durch den Kampf habe Manser den Penan ein Bewusstsein für ihre Kultur und ihren einzigartigen Lebensstil vermittelt, und dafür seien sie ihm für immer dankbar. Er ist voller Hoffnung, dass sie mit der Kartierung ihrer Gebiete schliesslich ihre Rechte durchsetzen werden. Als sich Manser am nächsten Tag zu den anderen Penan-Sippen aufmacht, um sie über das Kartierungsprojekt  z u  informieren,  verschwindet  er  spurlos  im  Dschungel.  Niemand  weiss, was mit ihm geschehen ist. 2005 wurde er offiziell als verschollen erklärt.


ANMERKUNGEN DES REGISSEURS

Bruno Manser war der bekannteste Umwelt- und Menschenrechtsaktivist der 1980er und 1990er Jahre. Trotzdem ist seine Geschichte auch heute – fast 20 Jahre nach seinem Verschwinden – so relevant wie noch nie: Die zunehmende Globalisierung und der steigende Bedarf an natürlichen Rohstoffen machen den Schutz des Regenwaldes und seiner indigenen Bevölkerung zu einem noch dringlicheren Thema.Faszinierend an Mansers Geschichte war für mich, dass er selbstlos für eine Sache gekämpft hat, die moralisch gerecht ist, obwohl er immer wieder sabotiert wurde, zuerst von den Behörden in Malaysia und später von denen Europas. Was trieb ihn an?

Die Kombination aus Naivität und Beharrlichkeit im Kampf gegen ein globalisiertes Wirtschaftssystem macht ihn zu einer bedeutenden Figur der jüngeren Geschichte.Ich fühlte mich auch von seinem Idealismus angezogen: Er sehnte sich nach einem präzivilisatorischen Paradies – man könnte sagen: nach der ursprünglichen, menschlichen Unschuld. Ich denke, darin liegt eine Sehnsucht, die wir alle in uns tragen. Doch in der modernen Welt schaffen wir es nicht mehr, das, was wir wirklich zum Leben brauchen, von dem zu unterscheiden, was wir einfach nur oberflächlich begehren. Je mehr wir uns mit dem Schreiben des Drehbuchs beschäftigten, desto tiefgründiger und zugleich radikaler wurde Mansers Story: Plötzlich hatten wir ein Stück Menschheitsgeschichte vor uns. Wir verstanden, warum die Penan als Volk für Manser so wichtig waren: Als eine der letzten verbliebenen Urwaldnomaden erinnern sie uns daran, wer wir waren, bevor der Mensch sesshaft wurde und begann, Besitztümer anzusammeln. Es war der Zeitpunkt, an dem wir uns selbst aus dem Paradies vertrieben.

Da die Penan bis heute um ihre Landrechte kämpfen, ihre Geschichte also noch nicht abgeschlossen ist, schien es mir nur folgerichtig, den Film mit realen Penan zu besetzen. Diese Männer und Frauen hatten jedoch keine Ahnung, worum es bei der Schauspielerei oder beim Filmemachen geht, und sie sprechen eine Sprache, die nur sie selber verstehen. Für das Casting bin ich drei Monate durch abgelegene Dschungel-Gebiete gereist und habe mit über 400 Penan Probeaufnahmen gemacht.Da der Name Manser in Malaysia bis heute ein Tabu ist, mussten wir das Vertrauen der Penan gewinnen und sie überzeugen, mit uns ins indonesische Kalimantan zu reisen, wo sie monatelang bei uns lebten und von ihren Familien getrennt waren. Genauso schwierig war es, die Holzfirmen, welche die Drehorte kontrollierten, von unserem Projekt zu überzeugen und im Urwald eine Infrastruktur zu errichten, welche den Anforderungen einer Filmproduktion genügt.Es war mein Bestreben, einen Film zu machen, der sowohl zeitgenössisch wie auch klassisch wirkt: Traditionell in seiner Erzählweise und dennoch modern in der Art, wie er dem Zuschauer Denkansätze liefert und ihn zu einer Auseinandersetzung zwingt. Für die visuelle Gestaltung liess ich mich von der Romantik inspirieren, von epischen Landschaftsbildern und einer gefühlsbetonten Musik. Manser war im Herzen ein Romantiker und ich hoffe, dass der Film einen Teil seiner Seele widerspiegelt.           Niklaus Hilber
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