Alles wieder zurück - Kinos geschlossen. Also empfehlen wir Donnerstags entweder Fernsehfilme, Fernsehserien oder DVDs.
Zurück zu den neuesten Artikeln...
7. STOWAWAY
8. FRÜHLING IN PARIS
9. PLATZSPITZBABY
10. KINGS OF HOLLYWOOD
11. A BLACK JESUS
12. Arte: DAS PIANO
Bilder
Donnerstag 17.06.2021
STOWAWAY
Ab 24. Juni 2021 im Kino
Ein blinder Passagier bringt die Crew eines Raumschiffs auf Marsmission in Lebensgefahr. In den unendlichen Weiten des Alls beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Drei Astronauten starten zur 42. Mission auf den Mars, in zwei Jahren sollen sie zurück sein. Zur Crew von Captain Marina Barnett (Toni Collette) gehören die Medizinerin Zoe (Anna Kendrick) und der Biologe David (Daniel Dae Kim). Wenige Stunden nach dem Start entdecken sie einen unfreiwilligen blinden Passagier, Michael (Shamier Anderson). Eine Rückkehr zur Erde ist ausgeschlossen und schon bald stellt sich heraus, dass durch einen irreparablen Defekt am Versorgungssystem der Sauerstoff nicht für alle Passagiere ausreichen wird. Zehn Tage bleiben der Crew RISE PICTURES und RISE Visual Effects Studios, um eine Entscheidung zu treffen.
Joe Pennainszenierte den packenden, international starbesetzten Science-Fiction Thriller über eine Mars-Mission im Stil von “Moon”, “Gravity” oder “Passengers” nach einem Drehbuch, das er zusammen mit Ryan Morrison schrieb. Es ist ihre zweite Zusammenarbeit nach “Arctic”, der 2018 im offiziellen Programm des Festivals de Cannes gezeigt wurde. Der atemlose psychologische Spielfilm zieht seine Spannung aus dem moralischen und emotionalen Konflikt der Figuren, dem spannenden Plot und spektakulären Weltraumsequenzen. Zwischen der klaustrophobischen Enge des Raumschiffs und der unendlichen Weite des Alls entfaltet sich eine Bandbreite universeller Themen von brisanter Fallhöhe.Im Mittelpunkt steht die weibliche Starbesetzung um Academy Award Nominees Anna Kendrick (“Nur ein kleiner Gefallen”) und Toni Collette (“Knives Out”), an ihrer Seite spielen Daniel Dae Kim (“Hawaii Five -0”, „Lost“) und Shamier Anderson (“Bruised”). Als Produzenten der internationalen Koproduktion fungieren augenschein Filmproduktion und RISE PICTURES zusammen mit den US-amerikanischen Produktionsunternehmen XYZ Films und Rainmaker Films. Gefördert wurde der starbesetzte Science-Fiction Thriller vom FFF Bayern, der Film-und Medienstiftung NRW und dem DFFF.Gedreht wurde die internationale Koproduktion komplett in Deutschland, in den Bavaria Studios München und in den MMC Studios Köln. Für die visuellen Effekte der aufwendigen VFX zeichnen die RISE Visual Effects Studios verantwortlich. Die internationale Auswertung erfolgt durch Netflix.


Ein Film von Joe Penna
Mit Anna Kendrick, Toni Collette, Daniel Dae Kim, Shamier Anderson u.a.



Inhalt

Captain Marina Barnett (Toni Collette) hat ihre Crew für die 42. Mission zum Mars sorgfältig ausgewählt. An Bord sind die Medizinerin Zoe (Anna Kendrick) und der Biologe David (Daniel Dae Kim). Alle drei sindhervorragend ausgebildete Astronauten. Jeder im Shuttle weiß, was er zu tun hat, das Andockmanöver ans Raumschiff klappt reibungslos, sie erweisen sich als eingespieltes Team. Fünf Monate soll der Transfer zum roten Planeten dauern. Dort werden die Wissenschaftler Studien zu einer möglichen Besiedelung des Planeten betreiben undwenn alles nach Plan läuft, in zwei Jahren wieder zur Erde zurückkehren. Wenige Stunden nach dem Start macht Barnett allerdings eine Entdeckung, die alle Planungen gefährdet: In der Deckenverkleidung entdeckt sie einen unfreiwilligen blinden Passagier, Michael (Shamier Anderson). Verletzt und ohne Bewusstsein, muss er von Zoe versorgt werden. Auch Commander Barnett wird bei der Bergung des blinden Passagiers verletzt. Als Michael zu sich kommt, stellt er entsetzt fest, dasssie sich nicht mehr am Boden, sondern im All befinden. Für eine Rückkehr zur Erde ist es zu spät. Er hat eine Schwester, die auf ihn als einzige Kontaktperson angewiesen ist. Im ständigen Kontakt zur Bodenstation wird ihre Unterbringung organisiert. DurchMichaels „Versteck“ an Bord wurde der CO2-Tank des Raumschiffs irreparabel beschädigt. Die Folge ist, dass der Sauerstoff auf keinen Fall für vier Passagiere ausreichen wird -nur drei von ihnen haben die Chance, den Mars lebend zu erreichen. Gemeinsam mit dem Team am Boden sucht die Crew fieberhaft nach einer Lösung. Mit dem Sauerstoff im Reservebehälter bleiben ihnen zehn Tage. Auf Anweisung des Commanders versucht David, aus seiner Algenkultur an Bord, gedacht für die Anzucht auf dem Mars, Sauerstoff zuerzeugen –vergebens. Die Algen sterben ab. Damit sind Jahre wissenschaftlicher Arbeit zerstört. Für Captain Barnett und David ist klar, dass die drei ursprünglichen Passagiere ihre Reise fortsetzen müssen.Zoe ist die Einzige, die die Hoffnung nicht aufgeben will. Sie entwickelt den Plan zu einem riskanten Weltraum-Manöver, um flüssigen Sauerstoff aus dem Tank des Antriebsshuttles zu holen. Dafür muss man 200 Meter an einem Stahlseil hochklettern -ausgesetzt im All, ein schwieriges Unterfangen. Michael möchte das gefährliche Klettermanöver selbst durchziehen, aber er ist nicht dafür trainiert. Zoe und David sind die einzigen, die eine Chance haben. Tatsächlich gelingt es ihnen, die Kingfisher zu erreichen und Sauerstoff abzufüllen. Aber dann zieht ein gewaltiger Sonnensturm auf. Mit letzter Kraft retten sie sich zurück ins Schiff, dabei geht der Sauerstoffbehälter verloren. Alle Mühen vergebens, Erschöpft und verzweifelt überlegt die Crew, wie es weitergehen soll. Da trifft Zoe eine schwerwiegende Entscheidung...



Joe Penna über seinen Film:

Filme über einen Überlebenskampf haben schon vom Ansatz her etwas Pures. Es sind Geschichten, die den Mensch im existentiellen Kampf mit den Elementen zeigen und den Zuschauer ein unmittelbares Gefühl von der Gefahr durchleben lassen. Vier Menschen an Bord eines Raumschiffs. Nur drei von ihnen können überleben. Wer darf leben und wer nicht? Ein Dilemma, das auch in einem Bunker entstehen könnte... einem U-Boot... Einem Rettungsboot...
Doch was Überlebenskämpfe angeht, ist die endlose Leere des Weltraums die wohl lebensfeindlichste Umgebung überhaupt. Ein absoluter Widerspruch -überwältigend schön und furchterregend; eine grenzenlose Weite aber ein erstickend luftleerer Raum. Wenn man es mitdem gnadenlosen Weltall aufnimmt, muss jede Lösung sofort funktionieren. Kein Fehltritt ist möglich. Selbst der winzigste Fehler kann den Tod bedeuten. Dieser Film zeigt den Weltraum als einen unerbittlichen Ort... aber er zeigt auch den Kern des menschlichen Überlebenswillens: Die Beharrlichkeit. Den Kampfgeist, nicht aufzugeben, auch wenn es keine Hoffnung mehr gibt.Den unbeugsamen Willen, auch im Angesicht des Todes. Die Fähigkeit sich für andere zu opfern.
Und diese grundlegenden Tugenden unserer Geschichte bestimmen auch die filmische Umsetzung: Im Szenenbild: Das Raumschiff wurde auf der Grundlage umfassender und minutiöser Recherchen konstruiert. Das Design trägt der pragmatischen Unwirtlichkeit echter Raumstationen und Space-Shuttles Rechnung.
In der Bildgestaltung: Eine unprätentiöse Herangehensweise, die den Fokus auf Nähe zu den Figuren setzt, anstatt sich in den technischen Details der Mission zu verlieren. Im Schnitt: Ein Tempo, das den Zuschauern erlaubt, in die moralischen Konflikte der Figuren einzutauchen. Beim Soundtrack: Die Musik unterstreicht zunächst die emotionale Spannung der Szenen auf dem Schiff, um sich dann zu einer treibenden Kraft in den Weltraum-Actionszenen zu steigern. Manch einen Zuschauer wird an diesem Film begeistern, wie detailreich die technischen Einzelheiten durchdacht sind, die dem Dilemma der Astronauten zugrunde liegen, wie diese sich aus ihrer misslichen Lage befreien könnten. Andere werden sich mehr in das zwischen-menschliche Drama hineinfühlen, das dem Showdown vorausgeht. Aber alle Zuschauer werden beim Abspann von STOWAWAY eine gewisse Erleichterung verspüren, selbst gerade sicher im Kinosessel sitzen zu dürfen, anstatt der wunderschönen und gnadenlose Weite des Weltalls ausgesetzt zu sein...
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 10.06.2021
FRÜHLING IN PARIS
Ab 17. Juni 2021 im Kino
Bilder
Bilder
Paris, Montmarte, Frühling. Suzanne ist 16 Jahre alt, und ihre Altersgenossen langweilen sie zutiefst. Auf ihrem Weg zur Schule kommt sie jeden Tag an einem Theater vorbei. Dort begegnet sie dem 35-jährigen Schauspieler Raphaël, beide sind immer mehr fasziniert voneinander. Sie schweben durch das Viertel, tanzen verliebt durch die Straßen. Doch dann bekommt Suzanne Angst, dass sie etwas im Leben verpasst –das ganz normale Leben eines Mädchens in ihrem Alter.
Die erste Regiearbeit der erst 20-jährigen Suzanne Lindon, die auch das Drehbuch verfasste und neben Arnaud Valois (120 BPM) die weibliche Hauptrolle übernahm, ist mehr als nur eine kleine Sensation. „FRÜHLING IN PARIS“ (Originaltitel: 16 PRINTEMPS)feierte seine Weltpremiere inder offiziellen Auswahl der 56 Filmeim Programm der Filmfestspiele von Cannes 2020und wurde auf dem Internationalen Filmfestival Toronto 2020in der Sektion Discovery gezeigt.

Ein Film von Suzanne Lindon
Mit Suzanne Lindon, Arnaud Valois, Frédéric Pierrot, Florence Viala


DIE REGISSEURIN, HAUPTDARSTELLERIN UND DREHBUCH-AUTORIN: SUZANNE LINDON
Suzanne Lindon ist 20 Jahre alt und wurde am 13. April 2000 in Paris geboren. Als Kind der beiden erfolgreichen französischen Schauspieler Sandrine Kiberlain (9 MOIS FERME, SIE VEREHRT IHN) und Vincent Lindon(DER WERT DES MENSCHEN, STREIK) wurde ihr das Talent und die Leidenschaft für Film quasi vererbt. Bis auf eine kleine Rolle in dem Kurzfilm BONNE FIGURE, bei dem ihre Mutter Regie führte, wurde Suzanne bis heute vom Rampenlicht ferngehalten.Somit ist FRÜHLING IN PARISdas Doppel-Debüt der 20-Jährigen: in dem Spielfilm hat sie nicht nur zum ersten Mal Regie geführt, sondern auch die Hauptrolle übernommen. Mit 15 Jahren schrieb sie sich an der Hochschule Henri IV ein und fing gleichzeitig an, an dem Drehbuch zu FRÜHLING IN PARIS zu schreiben. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2018 entschied sich Suzanne, zuerst ein Jahr lang einen Vorbereitungskurs im Zeichnen zu belegen, bevor sie die „l’Ecole Nationale Superieure des Arts Decoratifs“ in Paris besuchte. 2019entschied sie sich mit denVorbereitungenihres ersten Spielfilms FRÜHLING IN PARIS zu beginnen.


ARNAUD VALOIS (SUZANNES GELIEBTER)
Arnaud Valois wurde am 29. Februar 1984in Lyon geboren. Er studierte zwei Jahre inValois an der Schauspielschule Cours Florent. 2006 begann er seine Karriere, seinen Durchbruch hatte er 2017 mit derHauptrolle in dem erfolgreichen Film 120 BPM. Für die Rolle wurde er mit einem César in der Kategorie „Bester Nachwuchsdarsteller“ nominiert.


FRÉDÉRIC PIERROT (SUZANNES VATER)
Frédéric Pierrot(* 17. September 1960in Boulogne-Billancourt, Frankreich) studierte zunächst Mathematik in den USA, als er sein Interesse für die Schauspielerei entdeckte. Er brach sein Studium ab, kehrte nach Frankreich zurück und spielte in mehreren Kurzfilmen mit, bevor er in dem 1989 erschienenen und von Bertrand Tavernier inszenierten Kriegsdrama DASLEBEN UND NICHTS ANDERES an der Seite von Philippe Noiret und Sabine Azéma auf der Leinwand debütierte. Seitdem spielte er in unterschiedlichen Fernseh-und Filmrollen, darunter in EINES CHWALBE MACHT NOCH KEINEN SOMMER(2001), SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH (2008) und SARAHS SCHLÜSSEL(2010). Für seine Darstellung in dem Drama POLIEZEI wurde er 2012 für einen César als Bester Nebendarsteller nominiert.



INTERVIEW MIT SUZANNE LINDON

FRÜHLING IN PARIS ist ein sehr persönlicher Film. Kannst Du uns mehr über die Entstehung des Projekts erzählen? Woher kam Dein Wunsch, Filme zu machen?
Ich glaube, den Wunsch Filme zu machen, hatte ich schon immer irgendwo in mir. Ein Drehbuch zu schreiben und sich die einzelnen Szenen auszudenken und vorzustellen, hat sich für mich wie selbstverständlich angefühlt. Dabei wollte ich aber nicht „nur“ einen Film drehen, sondern Kunst schaffen. Ich wollte Bilder und eine Geschichte kreieren und meine eigene Handschrift entwickeln.
Ich komme aus einer Schauspieler-Familie und wollte selbst auch immer schauspielern, habe mich aber nie getraut, diesen Wunsch vor meinen Eltern auszusprechen. Ich dachte, Schauspieler wird man nicht einfach so,sondern dass es schon einen triftigen Grund dafür geben müsse, der einem quasi die Berechtigung dazu gibt. Und so kam ich auf die Idee, einfach meinen eigenen Film zu schreiben, was mir die Möglichkeit gab, Kino zu schaffen und eine Rolle für mich selbst zu schreiben. Ich kann mich erinnern, dass ich dachte: Wenn ich diejenige bin, die mich als Hauptdarstellerin auswählt, ist das ja wohl sicher ein triftiger Grund. Ich war 15 Jahre alt und es war der Sommer bevor ich begonnen habe, die Hochschule zu besuchen.Und obwohl ich glücklich in der Schule und mit meinen Eltern und Freunden war, verspürte ich irgendwie eine gewisse Melancholie. Ich entschied mich, darüber zu schreiben; über dieses bestimmte Alter,in dem man zwar auf jeden Fall kein Kind mehr ist, aber auch noch nicht wirklich erwachsen. Dieses Gefühl ist etwas, das jeder irgendwann mal hat und bei mir war es eben genau zu dem Zeitpunkt, als ich das Drehbuch zu FRÜHLING IN PARIS geschrieben habe.
Dabei war es mir vor allem wichtig, das Gefühl ungeschönt und authentisch zu vermitteln.Die Jugend ist so eine schwierige Zeit, weil man so viele neue Dinge lernt und kennenlernt, ohne überhaupt zu wissen wer man selbst eigentlich ist oder was man will. Das 16-Jährige Mädchen, von dem der Film handelt,ist eine Außenseiterin, sie weiß nicht wirklich wie man „lebt“ oder richtig mit Leuten in ihrem Alter umgeht. 16 ist auch das Alter, in dem man anfängt, sich für die Liebe und Sex zu interessieren.
Während ich das Drehbuch geschrieben habe, habe ich mir selbst einige Fragen gestellt: Wie fühlt es sich eigentlich an, sich zu verlieben? Was bedeutet es, jemanden anderen kennenzulernen und kann man dabei man selbst bleiben?
Das war auch der Grund, warum ich über zwei Leute geschrieben habe, die zwar nicht dasselbe Alter, aber den selben Alltag und dieselben Probleme haben. Auf eine Art und Weise sind die beiden am selben Punkt in ihrem Leben. Mit 16 verliebt man sich auch manchmal mehr in die Idee von einem Menschen, als in den Menschen selbst. Außerdem wollte ich über zwei Menschen schreiben, die stets gelangweilt vom Leben sind und sich ineinander verlieben,weil sie sich miteinander endlich nicht mehr langweilen.Ich glaube, ich habe beschrieben, was ich gerne selbst in meinem eigenen Leben erlebt hätte. Es war, als würde ich das Tagebuch von jemand anderem schreiben: Suzannes Tagebuch.

FRÜHLING IN PARIS ist Dein erster Film. Wie hast Du es hinbekommen, sowohl die Hauptdarstellerin als auch die Regisseurin zu sein?
Regie führen und Schauspielen zur selben Zeit hat sich für mich total selbstverständlich angefühlt; ich habe es nicht als große Sache angesehen. Ich glaube,es hat auch etwas damit zu tun, dass ich wollte, dass der Film „nach mir“ aussieht. Schreiben, Spielen und Regie zu führen war für mich der beste Weg, mich „nackt“ zu machen; mich zu öffnen und etwas zu schaffen, das zeigt, wie ich wirklich bin. Das war die einzige Art, auf die ich den Film machen wollte. Ich hätte den Film nicht machen können, ohne selbst mitzuspielen; aber ich hätte auch nicht spielen können, wenn ich nicht selbst Regie geführt hätte. Die Geschichte und der Charakter von Suzanne sind für mich etwas sehr Persönliches; zu persönlich um es jemanden anderen machen zu lassen. Ich glaube nicht, dass ich jedes Mal beides machen wollen würde. Wenn ich ein Drehbuch schreibe in dem es eine Rolle gibt, die zu mir passt, würde ich sie natürlich spielen, aber wenn nicht, würde ich trotzdem die Regie führen.
Außerdem hoffe ich, dass ich auch die Möglichkeit haben werde in Filmen mitzuspielen, bei denen nicht ich Regie führe. Aber bei meinem ersten Film, beim ersten Mal, hatte ich das Gefühl, es wäre notwendig beides zu tun.

Es herrscht viel Zärtlichkeit und Höflichkeit zwischen Suzanne und Raphael, während die beiden sich näher kennenlernen –er küsst sie zum Beispiel am Hals und nicht auf den Mund –hast Du diese Zurückhaltung bewusst geschaffen?
Ja, weil ich der Meinung bin, dass Zurückhaltung ein Zeichen von Respekt ist und mir war es wichtig, dass die beiden das Gefühl von Respekt vermitteln. Mir gefällt die Idee, dass sie sich gegenseitig nicht hetzen und in Bezug auf den Anderen aufmerksam sind.. Ich denke, Beziehungen sind am schönsten und ungewöhnlichsten, wenn sie frisch sind.Wenn ich mich z.B. von jemandem angezogen fühle, habe ich Angst mich zu öffnen und alles von mir preiszugeben, aber gleichzeitig kann ich bei der Person mehr ich selbst sein als bei irgendwem sonst. Genauso ist es bei Suzanne und Raphael, den Hauptcharakteren im Film. Sie fühlen sich voneinander angezogen und gehen mit der Beziehung wie mit etwas sehr Kostbarem um, als wäre sie zerbrechlich, weil es so selten ist. Darüber hinaus wollte ich eine Beziehung zeigen, die zurückhaltend und höflich ist, weil wir in einer Welt leben, in der jeder sofort vertraut mit jedem ist. Heutzutage, mit den Smartphones und Sozialen Medien, haben wir oft das Gefühl, Leute schon zu kennen, bevor wir sie überhaupt getroffen haben. Das ist der Grund, warum ich eine Geschichte über ein „Echtes Treffen“ erzählen wollte, über das Gefühl, jemanden wirklich kennenzulernen und darüber,dass es Zeit braucht, sich näher zu kommen und sich gegenseitig wirklich zu berühren.
Die Themen Jugend und Liebe sind universell und ich wollte, dass jeder sich mit dem Film und den Charakteren identifizieren kann. Deswegen habe ich die Zeit, in der der Film spielt, bewusst nicht genannt oder erkenntlich gemacht; es gibt keine Smartphones, keine Computer. Die Charaktere unterhalten sich wirklich und hören sich ehrlich zu und für mich ist ein Kuss auf den Hals fast intimer als ein Kuss auf den Mund. Das ist die Sprache, die im Film gesprochen wird: Sie küssen sich auf den Hals oder auf die Hand und sie tanzen miteinander. Es ist eine platonische Beziehung und trotzdem geht etwas viel Stärkeres zwischen den beiden vor. Sie haben ihre eigene Form der Intimität, ihr eigenes Verständnis von einer Liebesgeschichte.

Durch den Charakter von Raphael (gespielt von Arnaud Valois) zeigst Du die Schwierigkeiten, die ein Leben als Schauspieler mit sich bringt: wie ermüdend Proben sind und wie ein Regisseur gewaltig auf die Nerven gehen kann. Sind das Erfahrungen, die Du selbst gemacht hast?
Ich habe diese Erfahrungen nie gemacht, weil ich erst ein einziges Mal in einem Film mitgespielt habe und alles, was ich empfunden habe, Aufregung war. Aber ich wollte in diesem Film auch über Ermüdung sprechen.
Mit 16 langweilt einen das alltägliche Leben in der Schule und als Erwachsener ist es das selbe mit dem Beruf. Aber unser Job –vor allem als Schauspieler–ist etwas, das wir uns bewusst aussuchen. Dieses Problem, damit zu kämpfen etwas weiter machen zu müssen, was man sich selbst ausgesucht hat und wofür man eigentlich eine Leidenschaft haben sollte, hat mich gereizt. Das Proben am Theater fand ich außerdem interessant, weil man sehr viel Leidenschaft aufbringen muss, um dieselbe Sache immer und immer wieder zu wiederholen. Sie waren ein gutes Stilmittel, um die Langweile und Leere in Raphaels Leben zu vermitteln. Auch wenn ich damit keine eigenen Erfahrungen gemacht habe, kann ich mir gut vorstellen, dass so eine stetige Wiederholung des immer gleichen schon fast krankmachen kann.


Von Suzannes Vater, gespielt von Frederic Pierrot, spürt man immer wieder ein schon fast beruhigendes Wohlwollen. Es kommt trotzdem so rüber, als würden sich die beiden gegenseitig nicht verstehen und dass Suzanne nach einer Art Orientierungshilfe sucht. Hast Du selbst auch jemanden, der wie ein „Mentor“ für dich ist?
Ich denke, obwohl die Jugend so eine schwere Phase ist, heißt das nicht zwingend, dass man gegen seine Eltern rebellieren oder kämpfen muss. Beziehungen in diesem Alter sind viel komplexer als nur Rebellion ohne Grund gegen die Familie. Das wollte ich in dem Film zeigen. Ich hatte zwar nie wirklich einen Mentor, aber ich schreibe gerne über Dinge, die ich kenne und ich war schon immer sehr bewegt von Vater-Tochter-Beziehungen.
Da es in dem Film um ein 16-Jähriges Mädchen geht, das sich in einen 35-Jährigen Mann verliebt, war der Charakter des Vaters sehr wichtig für den Film, weil er die einzige männliche Bezugsperson ist, die Suzanne hat und somit der einzige Weg für sie,um zu verstehen, was Männer wollen oder mögen. Er ist der einzige Vergleich den sie hat, also stellt sie ihm eine Menge Fragen über Männer, die den Vater verwirren. Trotz dieses Unverständnisses haben die beiden eine zärtliche Bindung miteinander. Er ist viel mehr als nur ein Mentor, er behandelt sie mit viel Respekt und lässt ihr ihre Privatsphäre. Er nimmt alles was sie ihm hinwirft einfach hin, auch wenn er es manchmal nicht versteht.

Suzanne scheint ihren Altersgenossen einen Schritt voraus zu sein. Sie brennt mit Leidenschaft, aber ist trotzdem noch ein Kind und noch nicht bereit, das Leben eines Erwachsenen zu leben. Gab es irgendwas, was Du mit dem Film demonstrieren wolltest?
Ja, da gab es wirklich etwas, das ich demonstrieren wollte. Am Anfang des Films weiß Suzanne noch nicht wirklich, was sie will und was ihre Wünsche sind. Es ist das Treffen mit Raphael, das sie wachsen und aus sich herauskommen lässt. Andererseits weiß sie aber bereits, was sie nicht möchte: das „normale“ Leben eines Jugendlichen, das sie so langweilt und in dem sie sich wie eine Fremde fühlt. Was ich also demonstrieren wollte, war genau dieses Gefühl als Jugendliche, wenn man sich wie ein Außenseiter fühlt. Suzanne langweilt sich mit anderen in ihrem Alter und findet etwas in Raphael, was ihr sonst keiner geben kann. Das Treffen mit Raphael hat in Suzanne das Feuer und die Begierde geweckt, die ihr so gefehlt hat und es hat ihr geholfen, sich selbst kennenzulernen, rauszufinden was sie will und bereit für das Leben zu werden.

Abgesehen von ihrer Naivität und fehlenden Erfahrung wirkt Suzanne sehr entschlossen und bekommt was sie will: Sie verführt Raphael und es ist auch sie, die die Beziehung wieder beendet. Kann man sagen, dass sie die führende Rolle übernimmt?
Ja, ich glaube, das kann man so sagen. Suzanne ist zwar naiv, weil sie noch sehr jung ist, aber sie hat keine Angst davor zu sagen was sie will oder sie selbst zu sein, wenn sie mit Raphael zusammen ist. Sie ist keine Verführerin, sie verführt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie bekommt was sie möchte, weil sie wie besessen von ihm ist. Sie fantasiert von ihm und ist so gefesselt von ihm, dass es für sie eine Notwendigkeit wird, ihn zu treffen. Die Tatsache, dass sie auch diejenige ist, die der Sache ein Ende setzt,war mir sehr wichtig, weil es zeigt, dass sie sich durch diese Liebe weiterentwickelt hat und sie ihr die nötige Kraft und einen Schubs ins Erwachsenenleben gegeben hat. Er sieht das anders; wäre es nach ihm gegangen, hätte diese Liebesgeschichte nie ein Ende gefunden. Für mich als 20-Jährige Frau war es wichtig, eine starke, unabhängige Frau zu zeigen, die sich vor einem älteren Mann behauptet. Gerade in Zeiten wie wir sie aktuell erleben, fand ich es bedeutend, eine so liebevolle und respektvolle Beziehung, wie die beides es haben, darzustellen. Er behandelt sie mit viel Respekt und Zärtlichkeit und sie traut sich, sie selbst zu sein ohne sich beeinflussen zu lassen. Sie zwingt sich selbst nie etwas zu tun, das sie nicht möchte und sie hat die Kraft, einen Mann zu verlassen, den sie liebt, weil sie das Gefühl hat, es wird sie in ihrem Leben voran bringe
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 03.06.2021
PLATZSPITZBABY
(Voraussichtlich) Ab 10.Juni 2021 im Kino
Bilder
Bilder
Bilder
Frühling 1995: Nach der Auflösung der offenen Drogenszene in Zürich ziehen die elfjährige Mia und ihre Mutter Sandrine in ein verschlafenes Städtchen im Zürcher Oberland. Die anfängliche Idylle endet schnell als alte Freunde auftauchen und Sandrine rückfällig wird. Mia flüchtet sich in eine Traumwelt und schmiedet fantastische Pläne für ein Inselleben mit ihrer Mutter, fernab der Drogen. In einer neuen Freundesclique findet Mia bald eine Art Ersatzfamilie und immer mehr auch die Kraft, sich gegen ihre alles beherrschende Mutter aufzulehnen.


Ein Film von PIERRE MONNARD
Mit LUNA MWEZI, SARAH SPALE, ANOUK PETRI, DELIO MALÄR u.a.


Ein sensationeller Kinostart mit mehr als 300.000 Kinozuschauern machte das bewegende Drama zu einem der erfolgreichsten Filme in der Schweiz. „PLATZSPITZBABY – Meine Mutter, ihre Drogen und ich“ ist angelehnt an den gleichnamigen, autobiographischen Bestseller von Michelle Halbheer und Franziska K. Müller, der Presse sowie Leserinnen und Leser gleichermaßen begeisterte. Regisseur Pierre Monnard erzählt die geradezu unglaubliche Geschichte angesiedelt mitten im Züricher Drogenmilieu aus der Sicht eines 11-jährigen Mädchens, grandios gespielt von Luna Mwezi, eine Neuentdeckung, deren enorme Leinwandpräsenz für euphorische Kritiken sorgte. „PLATZSPITZBABY – Meine Mutter, ihre Drogen und ich“ ist ein Drama mit eindrücklichen Bildern, die einen mit voller Wucht mitten ins Herz treffen.





HINTERGRUND

Ende der 1980er-Jahre wurde ein kleiner Park beim Zürcher Hauptbahnhof, direkt hinter dem Schweizer Landesmuseum, zum berühmt-berüchtigten Treffpunkt von Dealern und Drogensüchtigen: der Platzspitz. Täglich hielten sich bis zu 3000 Menschen beim Platzspitz auf, kauften und konsumierten Drogen und hausten auch dort. Und zwar unter schlimmsten Bedingungen. Das Elend der offenen Drogenszene, inmitten einer der reichsten Städte der Welt, rief auch im Ausland Fassungslosigkeit und Abscheu hervor. Aufgrund des immer größer werdenden Drucks durch Öffentlichkeit und Politik wurde der Platzspitz schließlich anfangs 1992 geräumt. Die offene Drogenszene und damit auch das Elend verlagerten sich darauf zum nahegelegenen ehemaligen Bahnhof Letten und in die umliegenden Wohnquartiere. Erst die Schließung des Lettens am 14. Februar 1995, verbunden mit einer neuen, national koordinierten Drogenpolitik, führte zu einer spürbaren Entspannung der Drogensituation in Zürich und zu einer Besserung der Lebensumstände der Süchtigen.





ANMERKUNGEN

PLATZSPITZBABY ist eine schier unglaubliche Geschichte, die schon beim Erscheinen des gleichnamigen Buches für einigen Aufruhr sorgte. Zum ersten Mal erzählte jemand, wie es war, als Kind im Drogenmilieu, aufzuwachsen. Es ist eine Geschichte der vergessenen Kinder. Vergessen von den eigenen drogensüchtigen Eltern und vergessen von überforderten Behörden, die sich nach der Schließung der Drogenszene in Zürich völlig unvorbereitet um Schwerstabhängige kümmern mussten, die plötzlich in ihren beschaulichen Gemeinden auftauchten.
Das Buch von Michelle Halbheer avancierte zum Bestseller, die Zeitungen berichteten ausgiebig darüber. Während der Drehbuchentwicklung trafen wir uns mehrmals mit Michelle Halbheer und führten intensive Gespräche mit ihr. Dabei erzählte sie uns auch viele Geschichten, die in ihrem Buch nicht vorkommen.
Diese Gespräche bereicherten den Entwicklungsprozess ungemein und halfen, eine packende und authentische Coming-Of-Age-Geschichte entwickeln zu können.
PLATZSPITZBABY wird fast ausschließlich aus der Sicht der elfjährigen Protagonistin Mia erzählt. Wir begleiten sie durch ihr Leben zu Hause, in der Schule und in der Freizeit mit ihrer Clique und zeigen dem Zuschauer, wie sich Mia einem schweren Dilemma stellen muss. So schwer, dass selbst viele Erwachsene damit überfordert wären: Wie viel bist du bereit zu opfern, um eine geliebte Person zu retten? Dein ganzes Leben? Deine eigene Existenz? Und wie lange kannst du zusehen, wie deine engste Bezugsperson sich selbst zerstört, bevor du selber daran zerbrichst?
Für Mia scheint die Antwort klar zu sein: Sie spürt eine übermächtige Sehnsucht nach der Liebe ihrer Mutter Sandrine und will diese unter allen Umständen retten. Eine fatale Abhängigkeit, aus der Mia sich erst am Ende befreien kann. Man könnte fast sagen: So wie Sandrine süchtig ist nach Heroin, so ist Mia süchtig nach Sandrine.
Es ist diese verzweifelte und selbstzerstörerische Liebe von Mia zu Sandrine, die den Kern des Films ausmacht. Unser Ziel ist es, diese Mutter-Tochter-Beziehung so roh, authentisch und so emotional wie möglich zu zeigen.
PLATZSPITZBABY (OT) unterscheidet sich jedoch von anderen „Drogenfilmen“, wie z.B. REQUIEM FOR A DREAM durch die Umkehrung der Sichtweise. Wir erzählen nicht die Geschichte der Junkies, sondern die Geschichte deren vergessenen Kindern. Dabei oszilliert die Geschichte zwischen brutaler Realität und poetischer Fantasiewelt. Eine Fantasiewelt, in die sich Mia immer wieder rettet, um sich vor dem Horror des Alltags zu schützen.
Mia erschafft sich dafür einen imaginären Freund, der ihrer Liebe zur Musik entspringt: Buddy. Dass es ausgerechnet eine Ikone aus den Fünfzigern ist, ist kein Zufall. Mias Vater, den sie nach der Trennung der Eltern schmerzlich vermisst, ist ein Buddy-Holly-Fan und hat Mia mit dessen Musik bekannt gemacht. Buddy ist somit nicht nur Mias Alter Ego, sondern zugleich auch eine Verbindung zum abwesenden Vater.
Verkörpert von einem realen Schauspieler wird Buddy mit Mia interagieren wie eine normale Person, jedoch für die anderen Filmfiguren nicht sichtbar sein. Ganz ähnlich wie es zum Beispiel mit Hobbes, dem Tiger im Comic «Calvin and Hobbes», geschieht.
Ein weiteres charakteristisches Motiv von PLATZSPITZBABY ist der Kontrast: Der Kontrast zwischen der heilen Außenwelt einer idyllischen Schweizer Provinzgemeinde in den 90er-Jahren und der grimmigen, drogenverseuchten Innenwelt von Mias und Sandrines Wohnung. Der Kontrast zwischen Buddys sauber-naiver Erscheinung und jener der verwahrlosten Junkies aus Sandrines Freundeskreis. Es ist derselbe Kontrast, der damals auch zwischen der offenen Drogenszene auf dem Platzspitz und der glitzernden Zürcher Bahnhofstrasse herrschte. Ein Kontrast, der auch heute noch viele Leute verstört: Wie war es möglich, dass mitten in der reichen und lieblichen Schweiz eine solche Hölle existierte?
Die visuelle Erzählweise ist dabei stets der Emotionalität verpflichtet. Die Kamera bleibt nahe an den Charakteren, beinahe schon an ihren Gesichtern klebend. Mittels Close-Ups werden kleinste Regungen einfangen, ganz ähnlich wie es z.B. im Film MOONLIGHT geschieht. Zugleich wollen wir damit einen unmittelbaren Realismus einfangen, der nur teilweise durch Mias Fantasie eine Überhöhung erfährt. Eine magische Realität gewissermaßen, subtil, poetisch und berührend, wie z.B. im Film BEASTS OF THE SOUTHERN WILD.
PLATZSPITZBABY ist ein character-driven Film mit einem hochemotionalen Thema. Wir sind überzeugt, dass wir die Chance haben, mit dieser Geschichte das Publikum zu packen, und aufzuwühlen. Denn eines ist klar: Obwohl es heute keine offene Drogenszene mehr gibt, wie damals am Platzspitz oder beim Letten, so ist das Drogenproblem keineswegs verschwunden, geschweige denn gelöst.
André Küttel (Autor) und Pierre Monnard (Regie)
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 27.05.2021
KINGS OF HOLLYWOOD
Ab 27. Mai 2021 im Kino
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Los Angeles, 1974: Max Barber (Robert DeNiro) ist Hollywood-Produzent mit Leib und Seele. Für seine geliebten Low-Budget-Filme würde der gewiefte Geschäftsführer der Miracle Motion Pictures alles tun. Doch leider lässt der große Erfolg auf sich warten. Als sein letzter Film, den er gemeinsam mit seinem Neffen Walter (Zach Braff) produziert hat, von der katholischen Kirche boykottiert wird, hat er ein Problem: Sein Mafia-Finanzier Reggie Fontaine (Morgan Freeman) will das geliehene Geld zurück und stellt Max ein Ultimatum.
Durch einen irrwitzigen Zufall kommt Max die zündende Idee: Beim Dreh seines nächsten Filmes will er den Hauptdarsteller um die Ecke bringen und mit der ausbezahlten Versicherungssumme seine Schulden begleichen. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass sein Star, der abgehalfterte ehemalige Western-Darsteller Duke Montana (Tommy Lee Jones), einfach nicht totzukriegen ist. Max bringt Duke in immer gewagtere Situationen, doch dieser überlebt einen Stunt nach dem anderen. Und dabei nehmen die Dreharbeiten plötzlich eine Wendung, mit der keiner gerechnet hat...

Ein Film von George Gallo
Mit Robert De Niro, Tommy Lee Jones, Morgan Freeman, Zach Braff, Emile Hirsch, Kate Katzman u.a.

Robert De Niro, Tommy Lee Jones und Morgan Freeman: Regisseur und Drehbuchautor George Gallo versammelt für die wunderbar wilde Komödie KINGS OF HOLLYWOOD (OT: „The Comeback Trail“) drei Leinwandlegenden vor der Kamera und gemeinsam entzünden sie ein Feuerwerk der Screwball-Comedy! Mit seinen Drehbüchern zu Filmklassikern wie „Bad Boys“ und „Midnight Run“ bewies Gallo bereits mehrfach sein Gespür für schräge Situationskomik. Nun schöpft er bei KINGS OF HOLLYWOOD mit einem bestens aufgelegten Ensemble und pointiertem Wortwitz aus dem Vollen. An der Seite der drei Grand Seigneurs spielen Zach Braff („Wish I Was Here“, „Scrubs“) als Max‘ Neffe, Emile Hirsch („Once Upon A Time In Hollywood“) als junger Erfolgsproduzent und Kate Katzman („Walt Before Mickey“) als taffe Regisseurin. KINGS OF HOLLYWOOD - eine heitere Liebeserklärung an die Magie des großen Hollywood-Kinos.



STATEMENT DES REGISSEURS GEORGE GALLO

Im Frühjahr 1974 beschlossen einige Freunde und ich, die Schule zu schwänzen und stattdessen eine Comicbuch-Convention in New York City zu besuchen. Weil ich, anders als einige Klassenkameraden, nicht so ganz tief drinsteckte in der Welt der Superhelden, fing ich an, mich in dem Hotel umzusehen, in dem die Veranstaltung stattfand. Aus einem der Räume abseits der Lobby hörte ich das Rattern eines 16mm-Projektors. Dort sahen sich einige Menschen den Rohschnitt eines unfertigen Films mit dem Titel „The Comeback Trail“ an.
Er war teilweise sehr lustig, teilweise eine Qual, aber ich weiß noch, wie großartig ich die Prämisse fand. Die Idee, einen Schauspieler für hohe Summen zu versichern in der Hoffnung, dass er bei einem gefährlichen Stunt stirbt, fand ich umwerfend komisch. Ich war damals 18 Jahre alt und lebte in Port Chester, New York, hätte also kaum weiter weg sein können von Hollywood.
Aber ich träumte davon, Filmemacher zu werden, und der Gedanke, mir die Prämisse dieses Films vorzunehmen und sie in etwas anderes zu verwandeln, ließ mich nicht mehr los. Das war etwas, das ich einfach machen musste.
Ich fing an, Drehbücher zu schreiben, und bekam erst einmal die üblichen Absageschreiben. Doch irgendwann fasste ich Fuß. Nach dem Erfolg von „Midnight Run - Fünf Tage bis Mitternacht“ (Midnight Run, 1988) fing ich an, mich auf die Suche nach den Rechten an The Comeback Trail zu machen, doch das entpuppte sich zunächst als Ding der Unmöglichkeit. Der Film war niemals herausgekommen und ich schien einer der wenigen Menschen zu sein, die überhaupt je etwas davon gesehen hatten. Immer wieder machte ich Leute aus, die behaupteten, die Rechte an der Geschichte zu haben, doch das stellte sich jedes Mal als Irrtum heraus.
Ich machte weiter Filme, doch der Gedanke, irgendwann The Comeback Trail aka KINGS OF HOLLYWOOD drehen zu können, ließ mich nie los. Viele Jahre später war ich eingeladen, bei einem Screening von „Midnight Run – Fünf Tage bis Mitternach“t zu sprechen. Dort traf ich eine Frau namens Joy Hurwitz, die sich als Witwe von Harry Hurwitz herausstellte, dem Regisseur des Originalfilms. Als ich sie nach The Comeback Trail fragte, war sie überrascht, dass ich von dem Film überhaupt je gehört hatte. Wir freundeten uns sofort an und beschlossen, den Film gemeinsam Wirklichkeit werden zu lassen. Denn sie besaß die Rechte!
Mein Schreibpartner Josh Posner und ich schrieben mehrere Drehbuchfassungen und waren immer mal wieder kurz davor, die Finanzierung des Films zu sichern. Doch erst als Robert De Niro und ich uns darüber unterhielten, dass er nach seiner düsteren Rolle in The Irishman (2019) mal wieder etwas Lustiges drehen wollte, nahm die Sache wirklich Fahrt auf. Einige tolle, hart arbeitende Produzenten wie Richard Salvatore, Dave Ornston, Philip Kim, Patrick Hibler, Joy Hurwitz und meine Lieblingsproduzentin überhaupt - meine Ehefrau Julie Lott Gallo - machten sich an die Arbeit und konnten in kurzer Zeit die Finanzierung auf die Beine stellen. Plötzlich wurde die Sache ganz real – und wenn man so lange von etwas geträumt, dann hofft man inständig, dass man diesem Traum letztlich auch gerecht wird.
Aber ich war gesegnet mit so großartigen Schauspielern wie Robert De Niro, Tommy Lee Jones und Morgan Freeman. Die drei sind absolute Ikonen und haben auf ganzer Linie abgeliefert. Jeder einzelne Drehtag war ein großer Spaß. Auch Zach Braff, Emile Hirsch und Eddie Griffin waren brillant. Zu sehen, wie dieser Film Realität wurde, gehört zu den Höhepunkten meines Lebens. Obwohl der Film eine Komödie ist, wollte ich nicht, dass er überbeleuchtet ist und diesen Hochglanz-Look hat, den man Komödien manchmal verpasst. Schon allein, weil es bei allem
Humor hier ja um ein Mordkomplott geht.
Deswegen haben Kameramann Lukasz Bielan und ich uns einen dunkleren, realistischeren Look überlegt, um die Geschichte zu erzählen. Mittels Handkameras verpassten wir den Szenen Wahrhaftigkeit, unterstützt natürlich auch durch die Produktionsdesigner Stephen Lineweaver und Joe Lemmon. Wir wollten eine glaubwürdige und etwas heruntergekommene Szenerie für diese Figuren entwerfen, die bloß nicht zu glatt wirken sollte.
In KINGS OF HOLLYWOOD stecken in vielerlei Hinsicht zwei Filme: Einerseits ist es die Geschichte von Max Barbers Versuch des Versicherungsbetrugs, andererseits geht es um den zu drehenden Film. Sobald die Dreharbeiten zu „Der älteste Colt im Westen“ beginnen, wird der Film zusehends farbenfroher. Da setzen wir eher auf eine prachtvolle Herangehensweise à la John Ford. Duke Montana verkörpert ja nicht den wirklichen Westen, sondern den alten Hollywood-Mythos des amerikanischen Westen. In den Filmen von damals findet man so viele visuelle Klischees, bei denen wir uns natürlich bedient haben. Früher wurden Energie und Tempo durch Kamerabewegungen und Szenenaufbau erzeugt, nicht wie heute durch eine Vielzahl von Schnitten. Für unseren Film hatten wir diesen althergebrachten Ansatz im Kopf, weswegen mein Cutter John Vitale und ich bewusst versuchten, den Schnitt so natürlich und wenig aufdringlich wie möglich zu gestalten.
Außerdem hatte ich einen klassischen, altmodischen Filmscore im Sinn, wie man ihn heute kaum noch hört. Denn wenn man an die alten Klassiker denkt, fällt einem sofort die Filmmusik dazu ein. Heute setzt kaum noch ein Filmkomponist auf klassische Themen, aber unser Komponist Aldo Shllaku ist zum Glück ein großer Fan davon. Er stand vor der schwierigen Aufgabe, dass seine Musik gleichzeitig zu einem Western passen und eine komödiantische Grundstimmung haben musste, aber auch nicht wie eine Parodie wirken durfte.
Alles in allem war die Arbeit an diesem Film eine fantastische Erfahrung. Was sich auch daran ablesen lässt, dass alle Beteiligten immer noch miteinander sprechen. Meine Hoffnung ist einfach, dass KINGS OF HOLLYWOOD die Leute zum Lachen bringt. Wir befinden uns schließlich gerade in ungewissen, schwierigen Zeiten. Da ist das Lachen eine besonders gute Sache.

(Quelle: Verleih)
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 20.05.2021
A BLACK JESUS
Ab 20. Mai 2021 digital mit finanzieller Beteiligung der Kinos und im Kino, sobald wieder möglich.
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
In einer kleinen Stadt an der südlichen Grenze Europas verehren die Menschen seit vielen Jahrhunderten die Statue eines schwarzen Jesus. Als der 19-jährige Edward aus Ghana, Bewohner des viel diskutierten Flüchtlingszentrums, darum bittet, gemeinsam mit den Einheimischen die Jesus-Statue in der großen jährlichen Prozession durch den Ort tragen zu dürfen, spaltet dieser Wunsch die Gemeinde. Auf einer Reise, die den Ursprung von Angst und Vorurteilen gegenüber „den anderen“ erforscht, werden die Bewohner dieser kleinen europäischen Stadt aufgefordert, sich mit ihrer eigenen Identität auseinanderzusetzen, beginnend mit der Ikone ihres Glaubens: einem schwarzen Jesus.

Ein Film von Luca Lucchesi

Festivals& Auszeichnungen:
- United Nations Association Film Festival, Palo Alto2020
- DOK Leipzig 2020
- this human world Filmfestival, Wien 2020
- MIA DOC –Italians doc it better, Rom 2020
- Efebo D’Oro Prize2020–Auszeichnung Premio Speciale “Centro di Ricerca per la Narrativa e il Cinema”
- MIFF Awards, Mailand 2020 –Nominierungen „Bester Film“, „Bester Dokumentarfilm“
- Filmfestival Max Ophüls Preis, Saarbrücken 2021 -Eröffnungsfilm


A BLACK JESUS ist das Ergebnis von zwei Jahren intensiver Recherche in der Gemeinde von Siculiana, der Heimatstadt von Luca Lucchesis Vater.A BLACK JESUS ist ein intimer, politischer Film: ein persönliches Zeugnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zur Menschheit. Das Regiedebüt von Luca Lucchesi eröffnete das diesjährige 42. Filmfestival Max Ophüls Preis und wurde von Wim Wenders zusammen mit seiner Produktionsfirma Road Movies produziert.

„Ich war sehr beeindruckt von Lucas Kameraführung”, so Wim Wenders: “Er hat diesen Film in einem Format gedreht, das für Dokumentarfilme fast verboten ist, nämlich Cinemascope. Doch Luca schafft es, diese Menschen mit viel Liebe und Sorgfalt zu filmen und diesen Konflikt mit diesem besonderen ästhetischen Konzept hervorragend zu dokumentieren.”

A BLACK JESUS ist eine Produktion von Road Movies (Wim Wenders, Producerin: Léa Germain) in Koproduktion mit dem NDR (Eric Friedler, Silke Schütze). Gefördert wurde die Produktion von FFA Filmförderungsanstalt, nordmedia und Sicilia Film Commission.



Synopsis

In Siculiana, einer kleinen sizilianischen Stadt in der Provinz von Agrigent, wird seit Jahrhunderten die Statue eines schwarzen Jesus verehrt. Alljährlich am 3. Mai wird das Kruzifix ehrfürchtig auf Schultern von ausgewählten Männern in einer feierlichen Prozession durch die überfüllten Straßen der Stadt getragen. Zu diesem Anlass kehren jedes Jahr Hunderte von sizilianischen Auswanderern zurück, um ihrem Schutzpatron in einer feierlichen Prozession zu huldigen.

Die Villa Sikania, ein Hotel am Rande des Bankrotts, wurde 2014 von den Besitzern in ein Flüchtlingszentrum umgewandelt. Auf dem Höhepunkt der Migrationskrise wurden dort 1.000 Flüchtlinge untergebracht, ein Drittel der lokalen Bevölkerung. Kaum ein Siculianes hat jemals ein einziges Wort mit ihnen gesprochen.
Die Siculianesi, die immer schon Emigranten waren, müssen sich täglich mit der Abwanderung junger Menschen und dem Mangel an Arbeitskräften auseinandersetzen. Eine mögliche Antwort auf die Probleme der Kleinstadt könnten die jungen Migranten sein: Ihre Bereitschaft, ehrliche Arbeit zu leisten, könnten das Schicksal eine Geisterstadt zu werden, abwenden. Ihr Status als Asylbewerber macht es ihnen jedoch unmöglich, Pläne zu schmieden oder ordentliche Arbeitsverträge zu erhalten.

Siculianesiund Migranten mischen sich nicht und sprechen nicht miteinander, und das nicht nur aus Angst, sondern auch, weil die italienische Regierung vermieden hat, einen fruchtbaren Dialog zwischen diesen beiden unterschiedlichen Gesichtern der Armut herzustellen.

Die Trägheit von Siculiana wird durch die Ankunft des 19-jährigen Edward aus Ghana aufgemischt. Sofort fasziniert von der Figur des schwarzen Jesus, den er während der Prozession 2018 zum ersten Mal sieht, beschließt Edward, die Gleichgültigkeit der Siculianesi herauszufordern.

Er bittet sie um einen großen Gefallen: gemeinsam mit seinen Freunden Peter und Samuelmöchte er an den Feierlichkeiten des 3. Mai als Träger des Kruzifixes teilnehmen. Dialog und Verständnis scheinen dadurch endlich möglich. Aber wie viel Macht haben Individuen und Gemeinschaften wirklich in einem System, das darauf ausgelegt ist, zu spaltenan statt zusammenzuführen!



Statement des Regisseurs

Mein Vater war Siculianese und dem schwarzen Jesus zutiefst ergeben. Als ich kurz nach seinem Tod die Kirche von Siculiana besuchte, beindruckte mich das Bild einer Gruppe afrikanischer Migranten, die vor der Statue des schwarzen Jesus knieten. Im gleichen Moment protestierten Hunderte von Siculianesi auf den Straßen außerhalb der Kirche, um die Schließung des Flüchtlingszentrums zu erwirken.
Seitdem begleite ich mit der Kamera sowohl Einheimische als auch Migranten der Kleinstadt. Wie viele andere Gemeinden, die bereits schwer von der Wirtschaftskrise getroffen sind, fühlt sich Siculiana angesichts der komplexen Herausforderungen von Migration und Integration von nationalen Entscheidungsträgern im Stich gelassen. Diese wachsende Frustration bietet ein fruchtbares Terrain für aufstrebende nationalistische Parteien, die Armut und Unsicherheit nutzen, um in den fragilsten Regionen Stimmen zu erhalten.
Ich wollte über die sozioökonomische Analyse hinaus auf die wirklichen Akteure dieses tragischen Stücks schauen: Menschen mit Wünschen, Werten und Widersprüchen. Dabei war es mir wichtig, die Menschen hinter dem System zu zeigen und dies, ohne über ihre Standpunkte in dieser so kontrovers diskutierten Situation zu urteilen. Empathie ist das Kernthema meines Films: Ihr christlicher Glaube - verkörpert durch eine unbestrittene Anbetung des schwarzen Jesus - sollte die Protagonisten eigentlich dazu bringen, sich um ihre Nächsten zu kümmern. Warum aber ist es für sie so schwierig geworden, sich in die Migranten hineinzuversetzen, die an ihre Türen klopfen?
Mit A BLACK JESUS würde ich gerne zu einem Dialog über Solidarität und Inklusion in unserer Gesellschaft einladen: Jeder von uns ist an einem bestimmten Punkt seiner Lebensreise mal ein Fremder.
A BLACK JESUS ist nicht nur ein Porträt der Heimatstadt meines Vaters Siculiana, sondern auch eine kraftvolle Metapher für einen gewissen Zustand der heutigen Welt. In diesen konfliktreichen Zeiten, in denen sich die politischen Gräben vertiefen und der Nationalismus weltweit dramatisch zunimmt, erscheint es dringender denn je, uns selbst zu betrachten und herauszufinden, welche Widersprüche wir in uns tragen und welche Art von Gesellschaft wir anstreben.
Wir alle, die wir an diesen Film gearbeitet haben, sehen es als unsere Pflicht an, nicht nur eine Vision der Welt zu zeigen wie sie ist, sondern auch, wie wir glauben, dass sie sein könnte.
Für mich ist A BLACK JESUS ein intimer, ein politischer Film: ein persönliches Zeugnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zur Menschheit.
Luca Lucchesi

Quelle: Filmwelt Verleihagentur
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
Bilder
Donnerstag 13.05.2021
Arte: DAS PIANO
Neuseeland, Mitte des 19. Jahrhunderts: Die stumme Ada trifft mit ihrer Tochter bei ihrem unbekannten zukünftigen Ehemann ein. Der wichtigste Gegenstand der Schottin ist ihr geliebtes Piano, das sie aus Europa mitgebracht hat. Bald wird es zum Symbol der Leidenschaft eines Mannes ... - Meisterstück (1993) Jane Campions, ausgezeichnet mit drei Oscars und der Goldenen Palme.
Ein Klavier, mit Brettern verkleidet, auf einem weiten dunklen Sandstrand, an dem die riesigen, schäumenden Wogen des Ozeans brechen. Es ist Mitte des 19. Jahrhunderts: Die stumme Ada wird mit ihrer neunjährigen Tochter Flora am Strand von Neuseeland abgesetzt, um eine arrangierte Ehe mit einem ihr völlig fremden Mann einzugehen, Stewart.
Ada ist scheu und verschlossen – der wichtigste Gegenstand in ihrem Leben ist ein Klavier, das sie aus Europa mitgebracht hat. Da Ada sich der Sprache nicht bedienen kann, hilft ihr das Instrument, Gefühle auszudrücken. Eifersüchtig auf den Stellenwert, den das Klavier für Ada hat, verkauft Stewart das Instrument an den Arbeiter Baines, der es in sein Haus schafft. Außerdem soll Ada Baines Klavierunterricht geben. Während der Übungsstunden wandelt sich Adas anfängliche Abneigung in verbotene Zuneigung und eine fatale Affäre.
Die Kamera fängt symbolische Bilder von traumhafter Prägnanz ein, beobachtet die Handlungen der Personen aus der Nähe, aus halber Höhe, nicht aufdringlich, aber doch bald verstrickt in die Heimlichkeiten der Liebenden. Jane Campions bemerkenswerte Darstellung der weiblichen Selbstbefreiung und -findung wurde in Cannes mit der Goldenen Palme und im Folgenden mit dem Academy Award ausgezeichnet. Die bildgewaltige Inszenierung ist untermalt von der weltbekannten Musik Michael Nymans.

Ein Film von Jane Campion
Mit Holly Hunter, Harvey Keitel, Sam Neill, Anna Paquin u.a.

Film läuft am Sonntag 16.Mai 2021 um 20.15 Uhr auf Arte.
Permalink zum ArtikelDiese Adresse können sie verwenden, um von ihrer Seite, ihrem Blog etc. direkt auf den Artikel zu verweisen.
Klicken sie dazu auf den Link und verwenden die Adresse in der Adressleiste, oder klicken mit der rechten Maustaste hier und kopieren den Link direkt.
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Autor: Siehe Artikel
© 2021 kultkomplott.de | Impressum
Nutzungsbedingungen & Datenschutzerklärung
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.