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1. DAS ENDE DES SCHWEIGENS
2. DAS SCHWARZE QUADRAT
3. GROSSE FREIHEIT
4. BILLIE – LEGENDE DES JAZZ
5. DIE GESCHICHTE MEINER FRAU
6. BORGA
Donnerstag 02.12.2021
DAS ENDE DES SCHWEIGENS
Ab 02. Dezember 2021 im Kino
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Als der 17jährige Strichjunge Otto Blankenstein im Sommer 1950 von der Polizei in Frankfurt am Main aufgegriffen wird, findet sie bei ihm ein Notizbuch mit den Namen seiner Kunden. In den darauffolgenden zehn Monaten wird gegen mehr als 200 homosexuelle und bisexuelle Männer ermittelt, rund 100 werden verhaftet, quer durch alle Schichten, vom Arbeiter bis zum Arzt.
Blankenstein entfacht damit eine der größten Verfolgungen einer Minderheit in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Frankfurter Homosexuellenprozesse 1950/1951 stürzen hunderte Männer ins Unglück. Sie tragen dazu bei, daß der Paragraph 175 in den Jahrzehnten danach wieder als Instrument zur Verfolgung Homosexueller eingesetzt wird.

Ein Film von van-Tien Hoang
Darsteller in den Spielszenen Christoph Gerard Stein, Wolf Marian Gerhardt, Pierre Siart, Thorsten Schmitt, Horst Winkelewski, Bernd Lottermann, Eric Lenke, Conrad Bach, Yvo Heinen, Marco Linguri.


Das Ende des Schweigens
Hintergründe
Von 1872 bis 1994 stellte Paragraf 175 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. Mit der Verschärfung durch die Nazis im Jahre 1935 konnte schon ein „begehrlicher Blick“ jemanden ins Gefängnis bringen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ruhte der Paragraf. Es folgte ein Wiederaufleben schwuler Subkulturen, bis im Sommer 1950 eine Verhaftungswelle die Frankfurter Homosexuellen erschütterte. Mehr als 200 Männer fielen ihr zum Opfer. Ein Großteil von ihnen schwieg ein Leben lang darüber, wie Polizei und Justiz mit ihnen umging.
Heute sind diese Ereignisse fast vollständig in Vergessenheit geraten. Christian Setzepfandt, Historiker, Aktivist und einer der Interviewpartner, kam nach jahrelanger Recherche zu dem Schluss, dass die sogenannten Frankfurter Homosexuellenprozesse eine gezielte Aktion gegen die Schwulen waren. Obwohlkein Geheimnis, dass viele im gehobenen Dienst damals auch nach Ende des Krieges weiterhin in der NS-Ideologie verhaftet waren, können weder Herr Setzepfandt noch die anderen Interviewpartner, darunter Gottfried Lorenz, selbst Opfer des Paragrafen 175, ein erschütterndes Detail nicht widerlegen: Die Verhaftungen beruhten auf geltendem Recht.
Mit einer Mischung aus Interviews und nachgestellten Szenen setzt das Dokudrama DAS ENDE DES SCHWEIGENS den damaligen Opfern der Frankfurter Homosexellenprozesse ein filmisches Denkmal. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Strichjunge Otto Blankenstein. Dieser trug mit seinen Aussagen maßgeblich zu der Verhaftungswelle bei, die für viele Männer fatal endete. Einer seiner Bekanntschaften, die er ans Messer lieferte, ist Wolfgang Lauinger.
Acht Monate mußte Wolfgang Lauinger im Untersuchungsgefängnis ausharren. Als es endlich zum Prozess kam, konnte er Otto Blankenstein, der gegen ihn aussagen sollte, zur Rede stellen. Für Wolfgang Lauinger ging die Geschichte noch glimpflich aus, nicht aber für Otto Blankenstein. Diesem traf später die volle Härte des Gesetzes. Nachdem er als Kronzeuge ausgedient hatte, wurde er zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Was danach mit ihm geschah, weiß niemand.
Hinter dem Film steht van-Tien Hoang. Von den Frankfurter Homosexuellenprozesse erfuhr er erstmals im Jahre 2015. Ein Freund, der später mit ihm das Drehbuch entwickelte, hatte damals auf Facebook Bilder vom Goetheturm veröffentlicht. Unter einem der Bilder wies ein Kommentar auf den Selbstmord von Theodor hin. Aus reiner Neugier stellte van-Tien Hoang Nachforschungen an. So kam er auf Wolfgang Lauinger, dessen Interview ihn zu dem Dokudrama inspirierte.

Das Ende des Schweigens
Interview mit dem Filmemacher

Wie sind Sie zum Thema Ihres Films gekommen?
Das war im Sommer 2015. Auf Facebook sah ich Bilder vom Goetheturm, die ein Freund und späterer Co-Autor des Films hochgeladen hatte. Unter einem der Bilder fiel mir ein Kommentar auf, in dem es um den Selbstmord eines 19jährigen ging. Ich fragte, ob der Grund für dessen Selbstmord bekannt war. So wurde ich auf die Frankfurter Homosexuellenprozesse aufmerksam gemacht und wunderte mich, warum darüber noch keine Doku oder Reportage gemacht wurde, weil ich das Thema wahnsinnig interessant fand – die Ereignisse sogar mit der Hexenverfolgung von Salem verglich, die ebenfalls durch Aussagen Jugendlicher ausgelöst wurde und sehr schnell eskalierte.

Wie konnten Sie das Vertrauen Ihres Zeitzeugen gewinnen?
Ich habe ihm einfach zugehört. Herr Lauinger war eine liebenswerte Person. Aber aus irgendeinem Grund hatte ich das Gefühl, dass er auch sehr einsam war. Er war schon 97, als ich ihn interviewte. War sehr schnell aus der Puste, sodass wir zwischendurch immer wieder Pausen einlegen mussten. Bei einer diese Pausen zeigte er mir in einer Abstellkammer ein paar alte chinesische Bücher und verriet, dass er schon immer eine Faszination für die asiatische Kultur hatte.

Wie lange haben Sie an dem Projekt gearbeitet?
Seit dem Sommer 2015. Im Februar 2020 war die Postproduktion abgeschlossen. Gedreht haben wir von 2015 bis 2019.

Lernen wir wirklich aus der Geschichte? Oder agieren wir wie Puppen, die an Fäden gezogen werden?
Geschichte wiederholt sich, leider auch die Fehler. Wer über ein gewisses Maß an Intelligenz verfügt, kann dazu beitragen, dass wir aus dieser Endlos-Schleife ausbrechen. Aber ich habe schon lange aufgehört an den Verstand des Menschen zu glauben. Während meiner beruflichen Laufbahn habe ich gemerkt, dass es viele Dumme, Narzißten, Ignoranten und Unbelehrbare auf der Welt gibt, von denen die meisten einflussreiche Positionen innehaben. Aber ich lasse mich gerne auch eines Besseren belehren. Insgeheim wünsche ich mir sogar, daß es uns gelingt, den Kurs zu ändern und auf ein Ziel hinzusteuern, wo am Ende jeder glücklich ist.

Wie kam es zu der Idee, mit Spielszenen das Geschehen damals nachzustellen?
Ich hatte schon von Anfang an Bilder von dem 19jährigen im Kopf, der damals den Goetheturm hochstieg und in den Tod sprang. Die Szene wollte ich unbedingt verfilmen. Je mehr ich recherchierte und von den Schicksalen der Opfer erfuhr, desto mehr Bilder entzündeten sich in meinem Kopf.

Bei der Gedankenkombination Frankfurt der 1950er Jahre und Prostitution denkt man sofort an Nitribitt. Ihr Film behandelt aber Filme fast zehn Jahre vor „Nitribitt“. Schaut man sich die Presse von damals an, hat die Sache ziemlichen Wirbel ausgelöst. Warum gibt es dennoch keine gesamtgesellschaftliche Erinnerung an die „Homoprozesse“?
Dieselbe Frage habe ich mich auch gestellt. Nur leider weiß ich bis heute keine Antwort. Vielleicht kann mir jemand sie irgendwann geben. Ihr Zeitzeuge ist entschädigungslos verarmt gestorben... Ich hätte ihm ein Happy End gegönnt. Zumindest eines der Opfer hätte Gerechtigkeit erfahren, wenn man ihm die Entschädigung bewilligt hätte.

Wie waren die Produktionsbedingungen? Bei einem so wichtigen Thema wie „Bewältigung der jüngeren Geschichte“ müßten Ihnen ja die Türen aller Förderinstitutionen weit aufgestanden haben?
Die Produktionsbedingungen waren eine Herausforderung. Einen Großteil der Kosten habe ich selbst getragen. Leider schwimme ich nicht gerade im Geld. Ich muß auch jeden Tag hart für meine Miete arbeiten und jeden Cent zwei Mal umdrehen, um durch die Runden zu kommen. Etwas Unterstützung kam von der Hessische Filmförderung und einer Handvoll Vereine und Stiftungen. Ansonsten habe ich meistens Absagen von den Förderinstitutionen und TV-Sendern erhalten. Eine Redakteurin hatte mir sogar nahegelegt, eine Dokumentation über die Heimat meiner Eltern zu drehen. „Vietnam habe schließlich schöne Reisfelder“. Das tat schon weh. Aber am Ende habe ich mir gedacht, dass ich irgendwann die Gelegenheit haben werde, ihr den Stinkefinger zu zeigen. Denn in gewisser Weise glaube ich an Karma.
Die Fragen stellte Michael Höfner



Das Ende des Schweigens
Der Zeitzeuge: Wolfgang Lauinger
Wolfgang Leopold Lauinger (geboren am 5. September 1918 in Zürich; gestorben am 20. Dezember 2017 in Frankfurt am Main war ein Zeitzeuge, der im Nationalsozialismus als Swingkid, Homosexueller und „Halbjude“ verfolgt wurde. Auch nach der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus war für ihn die Verfolgung nicht zu Ende: 1950 wurde er wegen eines vermuteten Verstoßes gegen den § 175 erneut inhaftiert. Seit den 1990er Jahren wurde er für sein gesellschaftliches Engagement mehrfach geehrt, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz.
Die Ablehnung eines E n t s c h ä d i g u n g s a n t r a g s für die 1950/51 erlittene Untersuchungshaft kurz vor Lauingers Tod 2017 wurde in Medien und Politik auf nationaler Ebene kritisiert.
Wolfgang Lauinger wurde als zweiter Sohn des jüdischen Journalisten Artur Lauinger und dessen christlicher Ehefrau Mathilde im schweizerischen Zürich geboren. Die Familie lebte in Frankfurt am Main. Die Ehe der Eltern wurde 1924 geschieden. Die Söhne wuchsen beim Vater auf, der 1928 Emilie Moos heiratete.
Artur Lauinger war seit 1906 für die Frankfurter Zeitung als Wirtschaftsredakteur tätig. 1937 wurde er als Jude entlassen; er selbst vermutet in seinen Memoiren, er sei der letzte jüdische Journalist gewesen, der bis zu diesem Zeitpunkt „im Reich“ habe arbeiten können.
Nach der Pogromnacht wurde er ins KZ Buchenwald verschleppt. Zwar wurde er nach vier Wochen freigelassen, jedoch mit einer Auflage zur Emigration ins Exil gezwungen. Sein ältester Sohn Herbert war bereits 1937 nach Argentinien emigriert, nachdem er als „Halbjude“ von der Deutschen Bank als Lehrling entlassen worden war.
Wolfgang Lauinger wurde im Januar 1940 zur Wehrmacht eingezogen, im Mai aber als „Halbjude“ wieder entlassen. In Frankfurt am Main schloß er sich dem „Harlem-Club“ an, einem lockeren Zusammenschluß von „Swingkids“. Mit ihren langen Haaren, ihrer ungewöhnlichen Bekleidung, den teilweise auf Englisch geführten Gesprächen und ihrer Liebe zum Swing hatten die jungen Leute der Frankfurter Swing-Szene bereits mehrfach die Aufmerksamkeit der Gestapo auf sich gezogen. Auch der „Harlem-Club“, der sich in der Öffentlichkeit traf, wurde beobachtet. Im Herbst 1941 wurde als erster aus der Gruppe der damals 16jährige Franz Kremer verhaftet. Er wurde zwei Monate lang verhört und geschlagen: Er sollte gestehen, daß der „Halbjude“ Wolfgang Lauinger homosexuell sei, verriet den Freund aber nicht. Nach dem Tod seines Großvaters wurde Franz Kremer aus der Haft entlassen. Anfang Dezember 1941 wurden weitere Jugendliche aus dem „Harlem-Club“ zur Gestapo vorgeladen, darunter auch Wolfgang Lauinger. Gegen sie wurde wegen des Hörens von „Feindsendern“ und anglophiler Tendenzen ermittelt. Bis zu seinem Prozeß im März 1942 saß Wolfgang Lauinger in Einzelhaft im Gefängnis in der Frankfurter Klapperfeldgasse und wurde immer wieder verhört. Da weder die Verhöre noch Hausdurchsuchungen zu einem „brauchbaren“ Ergebnis führten, wurde er schließlich wegen illegalen Glücksspiels und des Besitzes von einem Stück Leder zu drei Monaten Haft verurteilt. Rechnet man die Untersuchungshaft hinzu, saß er damals insgesamt sieben Monate im Gefängnis.
Nach seiner Freilassung im Juni 1942 tauchte Wolfgang Lauinger unter: Er wurde erneut von der Gestapo gesucht. Im August vertraute er sich seiner in Baden-Baden lebenden leiblichen Mutter an, deren Lebensgefährte ihm eine Arbeit in Pforzheim besorgte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte Wolfgang Lauinger wieder in Frankfurt am Main. 1950 wurde er aufgrund der Aussage des Strichjungen Otto Blankenstein wegen des Verdachts auf Verstoß gegen den § 175 erneut verhaftet. Er saß für sechs Monate ohne Anklage in Einzelhaft. Aus der Haft heraus wandte er sich an seinen aus der Emigration zurückgekehrten Vater und den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss: Beide versagten ihm ihre Hilfe. Im Februar 1951 kam es schließlich zum Prozeß, in dem er freigesprochen wurde.
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Donnerstag 25.11.2021
DAS SCHWARZE QUADRAT
Ab 25. November 2021 im Kino
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Stell dir vor, du willst dich verstecken, aber du musst auf die Bühne!
Die Kunsträuber Vincent (Bernhard Schütz) und Nils (Jacob Matschenz) sind kurz vor dem Ziel: In ihrer Kreuzfahrt-Kabine liegt das 60 Millionen Dollar teure Gemälde „Das schwarze
Quadrat“, das sie an Bord ihrem Auftraggeber übergeben sollen. Sie haben vorher nur noch
einen kleinen unvorhergesehenen Termin und zwar auf der Showbühne des Schiffes.
Während sie sich durch ihr Programm als Elvis- und David-Bowie-Imitatoren quälen, nutzen
Unbekannte die Gelegenheit und stehlen „Das schwarze Quadrat“! Vincent, der verhinderte
Maler, fertigt mit etwas eigenwilligen Methoden eine exakte Kopie des Malewitsch an – und als auch die abhanden kommt, gleich noch eine zweite. Währenddessen zieht sich die Schlinge um das Gauner-Duo zu: Nils wird enttarnt, und Vincent merkt vor lauter Verliebtheit nicht, dass seine Bekanntschaft aus der Bordbar, die ungemein kunstsinnige Martha (Sandra Hüller), nur deshalb seine Nähe sucht und ihm Modell sitzt, weil auch sie nur eines will – „Das schwarze Quadrat“...

Ein Film von Peter Meister
Mit Bernhard Schütz, Sandra Hüller, Jacob Matschenz u.a.

DAS SCHWARZE QUADRAT war Eröffnungsfilm der 55. Internationalen Hofer Filmtage 2021
und wurde mit dem „Förderpreis Neues Deutsches Kino“ ausgezeichnet. In seiner Begründung schrieb die Jury: „In einem irrwitzigen Tempo mit einem großartigen Ensemble aus faszinierenden und liebenswürdigen Schlitzohren inszeniert Autodidakt Peter Meister die Screwball-Komödie um ein absolutes Kunstwerk: das Gemälde DAS SCHWARZE QUADRAT von Kasimir Malewitsch.“ Auch der erstmalig vergebene „Hofer Kritikerpreis“ ging an DAS SCHWARZE QUADRAT.

Was eigentlich macht ein Stück schwarz bemalter Leinwand so wertvoll, dass alle bei der Jagd danach fast den Verstand verlieren? Im Zentrum von Peter Meisters Langfilmdebüt steht DAS SCHWARZE QUADRAT, eines der absoluten Meisterwerke der Moderne, das der russische Künstler Kasimir Malewitsch von 1915 an in mehreren Versionen malte.
In Peter Meisters turbulenter Komödie, die er nach eigenem Drehbuch inszenierte, ist das
monochrome Bild Auslöser für eine Geschichte, in der nach Herzenslust betrogen und gelogen, getrickst und getäuscht und vor allem gefälscht wird. Zu Meisters exzellentem Ensemble gehören Bernhard Schütz (EICHWALD MdB, DAS SYSTEM – ALLES VERSTEHEN HEIßT ALLES VERZEIHEN), Sandra Hüller (TONI ERDMANN) und Jacob Matschenz (UNDINE) in den Hauptrollen. Außerdem sind Victoria Trauttmansdorff, Pheline Roggan und Christopher Schärf zu sehen; die Kamera führte Felix Novo de Oliveira.

DAS SCHWARZE QUADRAT ist eine Produktion der Frisbeefilms GmbH & Co. KG (Manuel
Bickenbach, Alexander Bickenbach) in Ko-Produktion mit Port au Prince Film & Kultur Produktion GmbH (Jan Krüger und Jörg Trentmann) & ZDF – Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE, verantwortliche Redakteure sind Christian Cloos (ZDF), Olaf Grunert (ZDF/ARTE) und Daniela Muck (ARTE G.E.I.E). Gefördert von HessenFilm und Medien, Moin Filmförderung, Nordmedia & Deutscher Filmförderfonds, im Verleih von Port au Prince Pictures.


Normalerweise kommt Charlie nie zu spät! Aber ausgerechnet heute steht er im Stau und verpasst die Abfahrt des Kreuzfahrtschiffs „MS Atlantik“, auf dem er seinem Auftraggeber die Beute aus einem Diebstahl übergeben wollte. So müssen seine Helfer Vincent (Bernhard Schütz) und Nils, Charlies Neffe, (Jacob Matschenz) in letzter Sekunde zwei Kreuzfahrtpassagiere auf der Herrentoilette überfallen, um deren Identitäten anzunehmen und so an Bord zu gelangen. Dort werden sie schon von der Cruise Managerin Helen Caracas (Victoria Trauttmansdorff) und der Bordpianistin Mia (Pheline Roggan) erwartet. Denn was Vincent und Nils nicht ahnen: Sie sind ausgerechnet an zwei Mitglieder des Show-Ensembles geraten und sollen nun schon einmal ihre Nummer als David-Bowie- und Elvis-Imitatoren proben. Wenigstens ist in ihrem Gepäck die Beute sicher: Kasimir Malewitschs Gemälde „Das schwarze Quadrat“, das sie aus dem Museum gestohlen haben.
Sie ahnen außerdem nicht, dass auch ein Fahnder der Polizei mit an Bord gegangen ist. Um diese Problem kümmert sich aber unverhofft Martha (Sandra Hüller), die Komplizin des russischen Auftraggebers.
Bei der Probe für die Show blamiert sich insbesondere Vincent – der zwar Künstler, aber definitiv kein Sänger ist – bis auf die Knochen. Mia und ihrem Freund Levi (Christopher Schärf), der „First Gentleman Host“, kommen Vincent und Nils nun endgültig höchst verdächtig vor – sind das Spione oder so was? Während der Show durchsuchen sie die Kabine der „Künstler“ und finden im Koffer unterm Bett „Das schwarze Quadrat“.
Nach der Showpremiere, bei der Vincent David Bowies „It Ain’t Easy“ vernichtet, wird er zum
Eintänzer für einsame Seniorinnen degradiert. Trost findet Vincent, der sich für ein verkanntes Mal-Genie hält, bei seiner neuen Bar-Bekanntschaft, die seine Meinung teilt, dass die Kunstwelt völlig verkommen sei, und auch sonst sehr viel von Kunst zu verstehen scheint. Ehe er sich’s versieht, ist Vincent verliebt – und schöpft keinerlei Verdacht, dass Martha noch etwas anderes im Schilde führen könnte...
Als Vincent wieder in seine Kabine kommt, ist das Bild verschwunden! Genau in diesem Moment ruft Charly an: Morgen findet die Übergabe in Kabine 9633 statt, und im Anschluss sollen sie mit einem Boot abgeholt werden. Doch ohne Bild keine Übergabe: Auf Vincents Idee hin hängt Nils kurzerhand ein Bild im Flur ab, und Vincent übermalt es mit einer Mischung aus Kaffeebohnen und einem Schuss Urin für den perfekten Farbton.
Während Levi das Original hinter der Heizung in der Künstlergarderobe versteckt, sehen Cruise Managerin Helen und der Security-Mann Bernhard Nils‘ Aktion auf den Bildern der Überwachungskamera. Die Nachricht vom spektakulären Kunstraub ist auch an Bord bereits
angekommen, und so zählen Helen und Bernhard 2 + 2 zusammen und klauen Vincents Kopie, die sie für das echte Meisterwerk halten.
Als Vincent feststellt, dass nun auch die Fälschung fehlt, fertigt er in höchster Eile eine zweite Kopie an und geht mit ihr zur Übergabe. Kann er dem russischen Auftraggeber und Martha tatsächlich seine Fälschung unterjubeln – oder kommt doch die Pistole mit Schalldämpfer aus Marthas Handtasche zu ihrem Einsatz...?
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Donnerstag 18.11.2021
GROSSE FREIHEIT
Ab 18. November 2021 im Kino
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Hans Hoffmann liebt Männer. Das ist verboten im Deutschland der Nachkriegszeit, der berüchtigte Paragraph 175 ist weiter in Kraft. Immer wieder landet Hans im Gefängnis. Und immer wieder trifft er hier Viktor, einen verurteilten Mörder. Aus anfänglicher Abneigung entwickelt sich über die Jahre eine Verbindung gegenseitigen Respekts. Eine Schicksalsgemeinschaft, verbunden durch eine unstillbare Sehnsucht nach Freiheit und Leben. Oder ist es, allen Widerständen zum Trotz, Liebe?

Ein Film von Sebastian Meise
Mit Franz Rogowski, Georg Friedrich, Anton von Lucke, Thomas Prenn

Hans Hoffmann liebt Männer. Als ihn die Soldaten der Alliierten nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus aus dem Konzentrationslager befreien, ist seine Leidenszeit noch nicht zu Ende. Hans wird in den Regelvollzug überstellt, um seine Reststrafe abzusitzen – nach Paragraph 175, der hier in Westdeutschland unverändert in Kraft ist.
Im Gefängnis begegnet Hans dem verurteilten Mörder Viktor. Der will mit einem „175-er“ nichts zu tun haben. Doch Hans‘ rebellischer, stoischer Stolz, der sich auf dem Gefängnishof und gegen die Willkür der Wärter zu behaupten weiß, nötigt ihm Respekt ab. Wieder und wieder landet Hans, der Wiederholungstäter, im Gefängnis. Und immer ist da Viktor, der Lebenslängliche. Sie kennen sich.
Hans will sich nicht unterwerfen. Er will leben und lieben. Mit Oskar erlebt er eine glückliche, verliebte Zeit, fast unbeschwert trotz dem unaufhörlichen Zwang, sich verstecken zu müssen. Dann weist der Paragraph 175 auch diese Beziehung in die Schranken. Im Gefängnis treffen sie sich wieder. Der erfahrene Hans hilft Oskar, der unbarmherzigen Härte des Knastalltags zu begegnen. Selbst hier finden sich Mittel und Wege für heimliche Treffen, selbst hier vermag Hans Glück zu empfinden. Aber Oskar ist für dieses Leben nicht gemacht, die Konfrontation, das Verheimlichen, die trügerische Aussicht auf eine Freiheit da draußen. Er weiß sich nicht mehr zu helfen.
Jahre später. Im Gefängnis verliebt sich Hans in seinen Mitgefangenen Leo, einen Musiklehrer. Aber er ist vorsichtig geworden. Er will niemanden mehr gefährden mit seiner eigenen Sehnsucht. Mit einer Falschaussage vor Gericht verhilft er Leo zur Freilassung. Seine eigene Strafe wird heraufgesetzt.
Wieder und wieder begegnen sich Viktor und Hans über die Jahrzehnte, diese beiden so ungleichen Männer, und ringen den Schikanen und der Gewalt im Knast kleine Freiräume und Zufluchten ab. Sie vertrauen sich, sie kennen die Umstände, denen sie standhalten müssen, und die kleinen Tricks, die ihnen Luft zum Atmen verschaffen. Eine Schicksalsgemeinschaft, verbunden durch eine unstillbare Sehnsucht nach Freiheit und Leben. Oder ist es am Ende, allen Widerständen zum Trotz, Liebe?

Intensiv, schockierend und wunderschön.
THE HOLLYWOOD REPORTER

Dieser Film braucht keine großen Worte, er braucht nur Franz Rogowski und Georg Friedrich.
DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

Sebastian Meise ist ein kleines Wunder gelungen. Was beginnt als Geschichte des Überlebens in einer feindseligen Umwelt, offenbart sich als episches, Jahrzehnte überspannendes Epos einer Sehnsucht.
BLICKPUNKT FILM

Packend, einfühlsam und tief bewegend.
VARIETY

Ein langsam schwelendes Drama, wunderbar gefilmt, mit einer Lichtsetzung, die an Vermeer und Rembrandt erinnert.
SCREEN DAILY

Ein großer Film.
CINEMATEASER FRANCE

Emotional überwältigend ... Die Struktur der ineinander verwobenen Zeitebenen gibt der Erzählung zusätzlich Geheimnis und Tiefe und zieht die Zuschauer den ganzen Film über in Bann. Die Bildgestaltung von Crystel Fournier ist große Kunst.
UNIVERSAL CINEMA

Ein berührendes, starkes Drama und, ja, eine Liebesgeschichte.
SALON

Eine unglaublich starke Geschichte, getragen von den herausragenden Darstellern. Franz Rogowski beweist mit dieser unvergesslichen Performance einmal mehr, dass er einer der besten Schauspieler der Welt ist.
POLYESTER FRANCE

Von bedrängender Intensität ... Ein großer Wurf.
FILMDIENST

Ein Film über die innere Freiheit zu sein, was man wirklich ist; über einen Widerstand, der weniger gegen das System kämpft als seine Lücken nutzt. Und schließlich: Was man mit der realen großen und wahren Freiheit tun soll, wenn sie da ist, aber man sein ganzes Leben ohne sie leben musste.
LETTERBOX



INTERVIEW SEBASTIAN MEISE

Was war der Ausgangspunkt, der Anstoß zu „Große Freiheit“, mit dem fast ausschließlichen Setting im Gefängnis?
SEBASTIAN MEISE: Was für Thomas Reider und mich am Anfang stand, war der Gedanke: Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der Liebe per Gesetz verboten ist und mit Gefängnis bestraft wird. Das klang für uns wie eine Dystopie, die uns an Orwells 1984 denken ließ. Dafür wollten wir eine Form finden. Hans‘ Lebensgeschichte auf seine Stationen im Gefängnis zu fokussieren, schien uns der richtige Weg, eine universelle Geschichte zu erzählen. Mauern, Gitterstäbe, und Uniformen sind zu jeder Zeit, an jedem Ort dieselben. Ähnlich einer Dystopie ist ein Gefängnis ein Un-Ort, ein Nirgendwo. Und ähnlich einer Dystopie handeln Gefängnisgeschichten stets von Individuen im Kräfteverhältnis körperlicher und seelischer Gewalt.

Gibt es eine reale Figur, die Sie zu Ihrer Hauptfigur Hans Hoffmann inspiriert hat?
SEBASTIAN MEISE: Ausgangspunkt für Hans‘ Geschichte waren reale Fälle schwuler Männer, die von den Alliierten aus dem KZ befreit, von dort aber direkt ins Gefängnis überstellt wurden, um ihre Reststrafe laut §175 abzusitzen. Die Verfolgung war für sie nicht vorbei, denn Homosexualität blieb bis weit in die Nachkriegszeit hinein illegal. Es ist kaum zu glauben, mit welcher Akribie, welchem Einfallsreichtum und abstrusem Aufwand der Staat zahllosen, völlig harmlosen Männern hinterherjagte. Erst das Stöbern in Archiven und Gespräche mit Zeitzeugen eröffneten uns das gesamte absurde Ausmaß der Verfolgung, das in unserem geschichtlichen Bewusstsein so gut wie nicht vorhanden ist, obwohl es so weitreichend war, dass es bis heute nachwirkt.
Unsere Hauptfigur Hans steht dabei fast exemplarisch für die zahllosen Schicksale von Menschen, die immer wieder unschuldig im Gefängnis landeten, deren Existenzen und Beziehungen zerstört wurden und deren Geschichten in den Akten der Bürokratie verschwanden.

Wie entstand aus dieser historischen Gemengelage die Struktur der Geschichte?
SEBASTIAN MEISE: Unsere Grundidee war, Hans‘ Geschichte anhand seiner Gefängnisaufenthalte zu erzählen. Das Gefängnis ist die wiederkehrende Konstante in Hans‘ Leben, die für ihn zu einer nicht enden wollenden Zeitschleife wird.
Die Dunkelheit der Isolationszelle wird dabei zu einer Art Wurmloch, in dem wir mit ihm durch die wichtigen Stationen seines Lebens reisen. Das führte uns zu der achronologischen Erzählweise. Hans befindet sich in einem seltsam unauflösbarem Zustand: Kaum ist er in Freiheit, wird er auch schon wieder verfolgt. Es wird ihm letztlich also sein Leben verboten, denn er kann ja nicht einfach aufhören, zu sein, wer er ist. Das beinhaltet aber auch eine ungeplante Rebellion, die ihn immer wieder an diesen Ort führt.

Wo er immer wieder auf einen verurteilten Mörder trifft.
SEBASTIAN MEISE: Viktor ist mit diesem Ort verwachsen. Als Mörder verbüßt er eine lebenslange Haftstrafe. Er mag einem zunächst als grob und brutal erscheinen, in seinem Wesen ist er jedoch so zerbrechlich und einsam wie alle Menschen. Auch Hans ist im Grunde ein lebenslänglich Verurteilter und ausgerechnet in Viktor findet er einen Vertrauten und die Akzeptanz, die ihm die Gesellschaft nicht zugestehen will. Im Lauf der Jahre treffen sich diese beiden geächteten Männer immer wieder und so grundverschieden sie auch sein mögen, haben sie das gemeinsam, was uns vermutlich alle verbindet: die Sehnsucht nach menschlicher Nähe, Zuneigung und Zärtlichkeit.

Die Rückblicke in die Freiheit erzählen Sie über Super-8-Bilder, die zum einen von einer Überwachungskamera, zum anderen über private Aufzeichnungen kommen. Welche Gedanken stehen hinter dieser Entscheidung?
SEBASTIAN MEISE: Diese Form der Kameraüberwachung gab es wirklich. Da die Liebe zwischen Männern kriminalisiert war, mussten sich schwule Männer Orte schaffen, an denen zumindest flüchtige Begegnungen stattfinden konnten. Das waren unter anderem sogenannte ‚Klappen‘, öffentliche Männertoiletten, die von der Sittenpolizei eifrig und mit großem Ideenreichtum ausgeforscht wurden. Durch halbdurchlässige Spion-Spiegel wurden hier heimlich Filmaufnahmen erstellt, die vor Gericht als Beweismittel dienten. Diese Aufnahmen sind zum Teil erhalten, nicht aus Deutschland, aber aus den USA. Wenn man sie sich anschaut, wird man unweigerlich mit der Frage konfrontiert, wer hier eigentlich pervers ist.
Als wir diese Aufnahmen gesehen haben, wussten wir sofort, dass das der Beginn unseres Films sein sollte, weil dadurch viele Ebenen entstehen, die mich am Filmemachen immer interessiert haben. In einem projizierten Film beobachten wir einen Kameramann dabei, wie er heimlich Filmaufnahmen von intimen Begegnungen macht. Der Kameramann, der sich auf unserer Seite der halbdurchlässigen Scheibe spiegelt, wirft den Blick auf uns selbst zurück und führt uns vor, was für eine voyeuristische Angelegenheit das Medium Film im Grunde ist.
Hinter den privaten Super 8-Aufnahmen von Hans und Oskar stand dieselbe Überlegung der Verletzung von Privatheit, die in unserer Geschichte eine große Rolle spielt. Die Frage, wie viel Privatheit dem Einzelnen zugestanden wird, ist eine, die auch uns heute beschäftigt, immer stärker sehen wir uns konfrontiert mit einem Blick, der das Explizite sucht. Er dringt in das Private ein, um auszuforschen, zu ordnen und zu kontrollieren.

War es wichtig, in einem echten Gefängnis zu drehen, wie Sie es gemacht haben?
SEBASTIAN MEISE: Die Zellen hätten wir natürlich im Studio nachbauen können, aber ich mag die Arbeit im Studio nicht, sie ist steril und abstrakt. Insofern finde ich den Dreh an Original-Locations essentiell, auch wenn er in unserem Fall mitunter kräftezehrend war. Im Winter war es kalt, die Zellen waren eng und muffig und die Distanzen in diesem riesigen Gebäude groß. Das hat für die Atmosphäre, die wir erzeugen wollten, aber auch geholfen. Wenn man wochenlang auf kleinstem Raum miteinander arbeitet, entsteht unweigerlich eine Intimität, die für unsere Geschichte enorm wichtig war.
Dieser Ort, die Schicksale, die sich dort zugetragen haben, hatten oftmals etwas Bedrückendes und dadurch auch etwas Verbindendes. Ich glaube, dass die Umstände, unter denen ein Film entsteht, letztlich immer auf die ein oder andere Weise sichtbar werden. Das zuzulassen, finde ich wesentlich.

Wo haben Sie das Gefängnis gefunden?
SEBASTIAN MEISE: Fündig wurden wir im Osten Deutschlands. Da gab es zu dem Zeitpunkt, an dem wir suchten eine Menge alter leerstehender Gefängnisse. Das waren vielfach ehemalige DDR-Gefängnisse, die jetzt schrittweise abgerissen oder zu Gedenkstätten ausgebaut werden. Das Gefängnis, für das wir uns letztlich entschieden, verfügte über die typische Architektur für die Zeit, in der der Film spielt, mit offenem Mittelgang, der sich über alle Stockwerke erstreckt und ermöglicht, dass ein einziger Wärter mehr oder weniger den gesamten Überblick hat. Die Bauweise stand für eine Gesellschaft, die die allumfassende Überwachung anstrebte: Ein Motiv, das in unserem Film immer wiederkehrt. Kameras hinter Spion-Spiegel, Gucklöcher an den Zellentüren und Inspektionen mitten in der Nacht... Unsere Figuren stehen unter ständiger Beobachtung und werden dennoch nicht müde, sich ihre Freiräume zu erkämpfen.

Haben Sie von Anfang an an Franz Rogowski und Georg Friedrich für die Besetzung der Hauptrollen gedacht?
SEBASTIAN MEISE: Sie waren noch während der Arbeit am Drehbuch meine Traumbesetzung, und vermutlich hätten wir diesen Film ohne sie gar nicht machen können. Franz und Georg haben eine enorme Leidenschaft für das Schauspielen. Sie sind beide einzigartig, unprätentiös und geben sich gänzlich ihren Figuren hin. Franz hat vom ersten auf den zweiten Drehblock an die zwölf Kilo abgenommen, und Georg saß jeden Tag ab fünf Uhr Morgens in der Maske und hat sich seinen Körper mit misslungenen Tattoos und sein Gesicht mit Pockennarben bekleben lassen. Beide investieren viel, sind extrem genau und fordern dasselbe von der Regie. Das macht die Arbeit so intensiv.
Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass zwischen den Beiden eine ganz besondere Energie entstehen könnte, die jetzt letztlich das Herz dieses Films ist. Ich glaube, ich kann für sie beide sprechen, dass sie sich gegenseitig sehr schätzen – und eine der Hauptaufgaben der Inszenierung war es, die Chemie, die zwischen ihnen als Schauspieler und als Menschen besteht, so gut wie möglich einzufangen. Auch Anton von Lucke als Leo und Thomas Prenn als Oskar waren
sehr wichtig für diesen Film. Sie vervollständigen diesen wundervollen Cast, den ich wirklich sehr liebe.

Es gibt im Film die eindrückliche Szene, wie Viktor mit groben Stichen die KZ-Nummer an Hans‘ Arm übertätowiert. Wie haben Sie versucht, die Zeitreise Ihres Films vom Kriegsende 1945 bis Ende der 60er Jahre filmisch in den Blick zu nehmen?
SEBASTIAN MEISE: Dass die nationalsozialistische Bürokratie auch nach dem Krieg noch weitgehend in ihren Ämtern blieb, ist allgemein bekannt. Was im Fall der Verfolgung von Homosexuellen für mich völlig neu war, ist die Rolle der Alliierten. Da sie in ihren eigenen Ländern ähnliche Gesetze hatten, war es für sie offenbar rechtens, dass schwule Männer im Dritten Reich gefoltert und ermordet wurden. Das ergab dieses völlig verrückte Bild: Ein überlebender KZ-Häftling wird nach Kriegsende in ein Gefängnis überstellt und muss dort Hakenkreuze von Uniformen reißen. Für ihn hat sich nichts verändert. Ein System hat das andere abgelöst, und er ist immer noch illegal. Sein einziger Verbündeter wird sein Zellengenosse, ein verurteilter Mörder, der ihm mit einer bewegenden Geste neuen Mut macht. Gute zehn Jahre später hat sich der Vollzug bereits verändert. Im deutschen Wirtschaftswunder werden die Gefängnisse modernisiert, der Schimmel von den Wänden gekratzt, Sanitäranlagen installiert und das Nazi-Personal abgelöst durch dienstwillige Wärter, die daran glauben, Menschen durch harte Strafen bessern zu können. Unser Protagonist ist weiterhin illegal, und er ist es auch noch weitere zehn Jahre später, als die Große Strafrechtsreform bereits vor der Tür steht und der Resozialisierungsgedanke langsam den Vollzug erreicht.

Wie haben Sie mit Ihrer Kamerafrau Crystel Fournier die Rolle des Lichts und die visuelle Sprache des Films festgelegt?
SEBASTIAN MEISE: Grundsätzlich war uns klar, dass wir in jedem Bild bei unseren Figuren bleiben müssen. Der Film lebt von unseren Schauspielern, das ist in einem Setting, das wenig Abwechslung bietet, das einzig Interessante. Ein großes Anliegen war natürlich, das Gefühl des Eingesperrtseins zu erzeugen. Das schafft man letztlich nur, wenn man die Körper in einen Bezug zum Raum setzt. Eine der Grundfragen war, wie wir in den engen Gefängniszellen immer wieder die nötige Distanz zu unseren Darstellern schaffen können. Das konnten wir dadurch lösen, indem wir kleinere Zellen mit Stellwänden in größere hineingebaut haben. In der Auflösung haben wir uns stark an die emotionalen Stadien unserer Figuren in den jeweilige Zeitebenen orientiert. Die etwas höher aufgelösten 40er Jahre, die bewegteren, dynamischeren 50er und schließlich die 60er, in denen unsere Figuren und auch der Film zur Ruhe kommen.
Was ich an Crystel Fournier sehr schätze, ist die Einfachheit, mit der sie auf allen Ebenen arbeitet. Ihr Licht hat immer eine Logik und einen starken Bezug zur Realität. Eine einzelne Lichtquelle, ob eine Neonröhre oder eine Glühbirne, die hart von der Decke leuchtet, kann eine enorme Schönheit haben, weil es in der Regel das ist, was uns tagtäglich umgibt. Das perfekte Licht, bei dem alles weich und ausgewogen ausgeleuchtet ist, kennen wir letztlich nur aus dem Film. Ähnlich ging Crystel auch mit den Farben um, weil die Welt des Kunstlichts voller unterschiedlicher Temperaturen ist. Das verleiht dem Film eine Buntheit, die zu unserer Geschichte passt und die grau-blaue Gefängniswelt mit Leben füllt.

Welche Rolle kommt der sehr akzentuiert eingesetzten Musik in Ihrem Film zu?
SEBASTIAN MEISE: Nils Petter Molvær und Peter Brötzmann sind zwei meiner Lieblingsmusiker und ich bin sehr glücklich, dass ich beide für unseren Film gewinnen konnte. Ich sah diesen Film immer als eine Gratwanderung zwischen zwei Genres, dem Gefängnisdrama und dem Liebesfilm. Da gibt es die Rohheit und Hässlichkeit des Vollzugs und darin unsere Figuren, die versuchen, ihrem Leben einen tieferen Sinn zu geben, den sie einzig und allein in der Zärtlichkeit des Zwischenmenschlichen finden können.
Je weniger Musik man verwendet, desto mehr fällt auf, wenn sie fehlt. Die Leerstellen sollten demnach für das Gefängnisdrama mit all seiner Kargheit und Härte stehen. Was aber – um sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass man hier einen Liebesfilm sieht – mit der hingebungsvollen Solo-Trompete von Nils Petter Molvær regelmäßig gebrochen wird.
Der Free Jazz von Peter Brötzmann am Ende steht für die Dekonstruktion, gleich einer kathartischen Entladung. Und natürlich darf auch ein Liebeslied am Ende nicht fehlen.

Sie haben Ihrem Film den Titel „Große Freiheit“ gegeben. Was ist Ihr Begriff von Freiheit?
SEBASTIAN MEISE: Der Begriff der Freiheit ist mir ehrlich gesagt zu groß, als dass ich ihn fassen könnte. Mit Sicherheit sagen kann ich aber, dass es mir völlig schleierhaft ist, wie man Liebe kriminalisieren kann. Der Paragraph 175 war nicht nur inhuman, sondern auch verfassungswidrig. Der Staat wollte über Jahrzehnte hinweg nicht einsehen, dass er gegen diejenigen Menschenrechte verstoßen hatte, die er eigentlich verteidigen sollte. Diese Geisteshaltung spüren queere Menschen nicht selten auch heute noch. In unseren freien Demokratien scheint der Kampf nach Gleichberechtigung zwar weitgehend ausgefochten, die Rückkehr eines derartigen Paragraphen vorerst unwahrscheinlich, wenn man aber davon ausgeht, dass die Geschichte einer Kultur voller zyklischer Wiederholungen ist, wird einem bewusst, wie fragil dieses Gut ist. Die jüngsten Entwicklungen in Ungarn und Polen zeigen das.
Natürlich kann man diesem ständigen Kampf nach Anerkennung auch irgendwann überdrüssig werden und schafft sich dann lieber Parallelwelten, in denen man die Freiheit findet, die einem zusteht. Da wird der Begriff der Freiheit und auch der der Liebe dann ein sehr persönlicher. Unsere Hauptfigur Hans findet die Liebe ausgerechnet im Gefängnis. Und das ausgerechnet mit einem verurteilten, anfangs offen homophoben Mörder. Im Laufe der Arbeit an diesem Film bin ich immer wieder Leuten begegnet, die das Bedürfnis hatten, die Beziehung von Hans und Viktor zu definieren. Aber ist das wirklich wichtig? Brauchen wir denn für alles eine Kategorie? Diese beiden Menschen teilen etwas Tiefes und begegnen sich in ihrer Sehnsucht nach Liebe und Freiheit. Eine Sehnsucht, die, so stark die Unterdrückung auch sein mag, meiner Meinung nach immer einen Weg finden wird.
Interview: Karin Schiefer / Juni 2021
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Donnerstag 11.11.2021
BILLIE – LEGENDE DES JAZZ
Ab 11. November 2021 im Kino
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Billie Holiday war eine der großartigsten Stimmen aller Zeiten - eine Frau mit einem atemberaubenden Talent, die weltweiten Ruhm genoss. Sie lebte ihr kurzes Leben nach ihren eigenen Regeln: Eine schwarze Frau in der Welt der Weißen, ein Opfer, eine Rebellin, deren berüchtigter Protest Song „Strange Fruit“ ihr einflussreiche Feinde verschaffte.
In den 1960ern versuchte die US-amerikanische Journalistin Linda Lipnack Kuehl, die ultimative Biographie über die Sängerin zu schreiben. In den 200 Stunden Interviews kommen nicht nur Jazzgrößen wie Charles Mingus und Count Basie zu Wort, sondern auch Billies Schulfreunde, ihre Anwälte, ihre Liebhaber, ihre Zuhälter und die FBI-Agenten, die sie verhafteten. Die Tapes galten lange als verschollen, bis sie nun zusammen mit den Farbaufnahmen der Jazzikone ein neues Bild derjenigen Frau ergeben, die sich als „Lady Day“ in die Herzen ihres Publikums sang.
In seinem Dokumentarfilm BILLIE – LEGENDE DES JAZZ verknüpft der britische Regisseur James Erskine aufwändig restauriertes Archivmaterial und die bisher ungehörten Tonbandaufnahmen von Linda Lipnack Kuehl mit den Aufzeichnungen der wichtigsten Bühnenauftritte von Billie Holiday. Mit BILLIE – LEGENDE DES JAZZ zeichnet Erskine das bewegende, vielschichtige Porträt einer Sängerin, deren kurzes Leben so intensiv war, wie ihre Songs – und gewährt damit einen umfassenden Einblick in ihr Leben abseits ihrer spektakulären Shows und ihrer Drogenexzesse.


Ein Film von James Erskine


JAMES ERSKINE ÜBER „BILLIE“
Die Geschichte dieses Films beginnt mit dem Produzenten Barry Clark-Ewers, der mich eines Tages anrief und mich fragte, ob es eine Persönlichkeit aus der Musikwelt gäbe, über die ich einen Film machen wollte. Sofort kam mir Billies Geschichte in den Sinn: Ihre Stimme hatte mich von jeher verzaubert und ich hatte viel über ihr außergewöhnliches Leben gelesen.
Dabei bin ich auch auf Linda Lipnack Kuehl und ihre Tonbandaufnahmen gestoßen. Ich wusste, dass es ein paar Autoren gab, die beschränkten Zugang zu einigen gedruckten Abschriften von Linda hatten - aber ich hatte keine Ahnung, ob die Bänder tatsächlich noch existierten. Barry sagte, er würde sich auf die Jagd machen - und innerhalb weniger Wochen hatte er die Bänder aufgetrieben, die sich im Besitz eines Sammlers aus New Jersey befanden. Dieser hatte Lindas Werke Ende der 1980er Jahre ihrer Familie abgekauft: Ein Schatz, der aus 125 Tonbändern, 200 Stunden Interviews und Lindas unveröffentlichtem Manuskript bestand.
Barry handelte eine Option darauf aus und wir flogen nach New York, wo wir zwei Tage in einem Studio zubrachten und die unveröffentlichten Bänder abhörten, um sicher zu stellen, dass auf diesen fast 50 Jahre alten Tonträgern auch tatsächlich ein brauchbarer Inhalt zu finden war.
Was wir zu hören bekamen, war wundervoll: Die Stimmen von Charles Mingus, Tony Bennett, Billie Holidays Freunden aus Kindertagen sowie von involvierten FBI-Agenten. Manch eine Aufnahme konnte man nur verschwommen oder mit einem Rauschen im Hintergrund wahrnehmen, denn Linda hatte sie in den 70er-Jahren in Cafés, Restaurants und Nachtclubs gemacht. Manche Kassetten konnte man nicht mehr abspielen, andere waren kaum verständlich - aber viele erwiesen sich als wahre Perlen.
Wir begannen, die Bänder zu nummerieren und zugleich eine Auswahl zu treffen, welche Passagen daraus zum Einsatz kommen sollten, um Billies Leben zu erzählen. Denn einerseits wollten wir die Widersprüche ihres Lebens erforschen und zum anderen ihrem interpretatorischen Genie gebührenden Raum verschaffen.
Während wir den Film entwickelten, nahmen wir parallel dazu Kontakt mit den Erben von Billie Holiday Verbindung auf, um uns zu vergewissern, dass sie mit unserem Dokumentarfilmprojekt einverstanden waren. Sie sagten zu, uns zu unterstützen. So kamen wir zu der Musik, die wir in BILLIE verwendeten – ihre geniale Schöpfungskraft ist schließlich eng mit ihrer Stimme verwoben. Im Gegensatz zu den Möglichkeiten eines Buches, können wir Billie Holiday im Film sehen und hören. Wir entführen unser Publikum in die Zeit und in die „Cabaret-Clubs“ der 1940er-Jahre.
Unsere Rechercheabteilung hat sich auf die Suche nach sehr gutem Archivmaterial gemacht, um Billies Geschichte erzählen zu können. Um die entsprechenden 16 mm- und 35 mm-Kopien aufzuspüren, kontaktieren wir nicht nur die entsprechenden Agenturen, sondern darüber hinaus auch hunderte von Fotografen sowie die Nachfahren von Billie Holiday. Wir machten uns auf die Suche nach unveröffentlichten Bildern von ihr, insbesondere nach einigen Abzügen von Jerry Dantzic - und nach den drei Fotos, die bei Billies letztem Bühnenauftritt entstanden.
Eine der wichtigsten Entscheidungen, die ich für meinen Film getroffen habe, war die Kolorierung der Filmaufnahmen von Billies Bühnenauftritten. Glücklicherweise stieß ich auf die großartige Marina Amaral und auf ihren Bestseller „Color of Time“. Marina machte einige Testbilder für uns und ich war überwältigt. Dank ihres Talents gelingt es ihr, uns in eine vergangene Welt zu entführen und Billies Welt mit unseren ganz eigenen Augen zu sehen.
Wir setzten die Puzzlestücke in Bezug auf Billie Holidays Geschichte zusammen, indem wir versuchten, dem Rätsel dieser Sängerin auf die Spur zu kommen. Entscheidend war für mich dabei, dass es im Film genug Raum geben sollte, die Legende Billie Holiday in all ihren Facetten zu beleuchten. Wir erzählen Billies Geschichte über die Lieder, die sie singt. In meinem Dokumentarfilm geht es darum, die spannungsreiche Lebensgeschichte dieser außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit mit einer musikalischen Struktur in Einklang zu bringen.
Doch wir wollten mit BILLIE auch noch etwas ganz anderes: Nämlich Linda Lipnack Kuehl ein Denkmal setzen und zudem die Frage stellen, warum ihre Tonbänder so lange nicht veröffentlicht worden waren. Toby Byron - der Sammler, von dem wir die Kassetten bekamen - wusste nicht viel über Linda: Nur, dass sie sich das Leben nahm, bevor ihr Buch veröffentlicht werden konnte. Wir wollten wissen, warum und was sie dazu getrieben hatte. War das Buch der Grund dafür? Oder Billies tragische Geschichte selbst? Handelte es sich bei Lindas Tod am Ende gar nicht um einen Selbstmord?
Barry, der Produzent, machte es sich zur Aufgabe, diese Dinge zu erforschen: Er wandte sich an Lindas persönliches Umfeld, um eine Verbindung zu Myra Luftman, Lindas Schwester, herzustellen. Von ihr wussten wir nur, dass sie pensionierte Lehrerin war. Barry sprach einige ihrer ehemaligen Kollegen an und wir konnten Kontakt mit ihr aufnehmen. Der Gedanke, über das Thema zu reden, beunruhigte die Luftmans: Lindas Verlust ist bis heute ein Thema, das ihre Familie sehr belastet. Die Luftmans erlaubten mir trotz ihrer anfänglichen Skepsis, Zeit mit ihnen zu verbringen – daraus entstand am Ende eine Freundschaft zwischen Myra Luftman und mir.
Sie, ihr Mann Jerry und ihre Söhne Douglas und David verstanden, dass der Film eine Möglichkeit bot, Lindas Erbe zu bewahren. Sie begannen uns Geschichten zu erzählen über eine Frau, die bis dato nur eine körperlose Stimme auf einer Tonbandkassette gewesen war. Sie begannen uns zu erklären, warum Linda, die für die Verteidigung der Frauenrechte eintrat, die Wahrheit über Billie Holiday herausfinden wollte und auf welche Schwierigkeiten sie dabei stieß. Die Familie Luftman gewährte uns darüber hinaus Einblick in Linas private Familienfilme - so konnte ich sie auch in meinem Film sichtbar werden lassen.
BILLIE ist die Geschichte zweier Frauen und ihres Kampfes darum, die Wahrheit über die Welt so darzustellen, wie sie sie sahen. Es war faszinierend, aber auch kompliziert, einen Film zu machen, in dem es ganz klar um Billie Holiday geht – aber eben auch um das Schicksal von Linda.
Billie ist die Geschichte eines Genies, einer Frau, die sich vehement gegen diejenigen Menschen zur Wehr setzte, die sie vernichten wollten. Sie wagte es, in ihren Liedern die ganze Wahrheit zum Ausdruck zu bringen.




BIOGRAPHIE BILLIE HOLIDAY

Geboren am 7. April 1915 in Philadelphia, wurde aus Billie Holiday, die mit bürgerlichem Namen Eleanora Fagan hieß und eine einzigartige Stimme hatte, sehr bald ein Star der internationalen Jazz-Szene. Ihren fulminanten Aufstieg verdankt sie in erster Linie sich selbst. Zwischen einem abwesenden Vater und einer Mutter, die zahlreichen Beschäftigungen nachging, wuchs Billie in einer Umgebung auf, die von Vergewaltigung, Gewalt und Prostitution geprägt war.
Mit 13 Jahren folgte sie ihrer Mutter nach New York und sang in den Clubs von Harlem. Als sie für die Sängerin Monette Moore einsprang, traf sie den Produzenten John Hammond, der ihre Karriere ab dann förderte. Er war vom Talent der jungen Billie überzeugt und sorgte dafür, dass sich die Türen der Studios für sie öffneten, damit sie Your Mother’s Son-in-Law und Riffin’ the Scotch aufnehmen konnte.
Anschließend arbeitete sie während der gesamten 1930er-Jahre mit Jazzlegenden wie dem Pianisten Teddy Wilson, dem Trompeter Roy Eldridge oder dem Saxofonisten Lester Young zusammen - mit letzterem freundete sie sich sogar an. Ihre Titel verkauften sich gut und sie wurde zu einem Star der New Yorker Jazz-Szene.
1938 trat sie mit der Bigband von Artie Shaw auf und war die erste schwarze Frau, die mit einem weißen Orchester zusammenarbeitete. Doch diese Glückssträhne dauerte nur kurz: In den Südstaaten wurde Billie mit rassistischen Schmähungen konfrontiert. Frustriert brach sie ihre Tournee daraufhin ab.
Sie fand Zuflucht im Café Society, wo sie neun Monate blieb. Dort sang sie erstmals Strange Fruit: Ein Lied nach dem Gedicht eines jungen Gymnasiallehrers, in dem die Lynchmorde an Schwarzen in den USA angeprangert wurde. Symbolhaft für Billie Holidays Engagement für die Civil Rights Bewegung sollte dieses Lied zur Hymne des Café Society und des politischen Kampfes für die Gleichberechtigung werden. Obwohl sie sich einen Platz in der Welt des Jazz erarbeiten konnte, gestaltete sich längst nicht alles rosig für die junge Sängerin. Immer wieder ging sie Beziehungen mit gefährlichen Männern ein und versank in der Drogen- und Alkoholabhängigkeit, von der sie nie mehr ganz loskam. 1947 verbrachte sie wegen Rauschmittelbesitzes sogar einige Monate in Haft. Und obwohl sie bei ihrem ersten Konzert nach dieser Phase ein triumphales Comeback feierte, durfte sie nicht mehr in den Clubs von New York auftreten.
Trotz allem aber nahm Billie weitere Alben auf und trat auch im Fernsehen auf. 1954 ging sie auf Europa-Tournee und veröffentlichte zwei Jahre später ihre Autobiografie, Lady Sings the Blues. 1959 nahm die Sängerin, die bereits schwer von ihrer Alkohol- und Drogensucht gezeichnet war, ihr letztes Album auf. Die letzten zehn Jahre ihres Lebens standen unter dem Zeichen von Schulden, Exzessen, Rückzug und Krankheit. Lady Day, wie Lester Young sie nannte, war zu diesem Zeitpunkt nur noch ein Schatten ihrer selbst und starb schließlich am 17. Juli 1959 mit 44 Jahren an einer Leberzirrhose.
Was bleibt, ist die Erinnerung an ihre leicht heisere Stimme und ihre sehr emotionale Art und Weise, ihre Songs vorzutragen. Mit zwölf Studio-Alben, drei Live-Alben und 38 Singles hat die junge Frau, die niemals auch nur eine Stunde Gesangsunterricht genommen hatte, die Konventionen des Jazz gesprengt und den Swing erfunden. Das dramatische Chaos ihres Lebens bildet sich in ihren Auftritten und Liedern ab, die in der Folge bekannte Sängerinnen Nina Simone oder Esther Philips inspirierten.
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Donnerstag 04.11.2021
DIE GESCHICHTE MEINER FRAU
Ab 04. November 2021 im Kino
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Jakob Störr, ein hartgesottener, niederländischer Schiffskapitän, schließt in einem Café eine Wette ab, die erste Frau zu heiraten, die das Lokal betritt. Nichtsahnend kommt die junge Lizzy zur Tür herein...
Was nun folgt ist ein hochemotionales Ehedrama: Jakob weiß nicht, wie er mit der Schönheit und Unergründlichkeit seiner Frau umgehen soll und ist zwischen inniger Liebe und Misstrauen hin- und hergerissen. Lizzy, die sich ihrer subtilen Macht nur zu bewusst ist, ringt nicht weniger mit
widerstreitenden Gefühlen. Leidenschaft, Missverständnis und Eifersucht nehmen ihren Lauf.


Ein Film von Ildikó Enyedi
Mit Gijs Naber, Léa Seydoux, Louis Garrel, Luna Wedler, Josef Hader u.a.


Nach ihrem Berlinale-Gewinner KÖRPER UND SEELE inszeniert die vielfach preisgekrönte ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi mit DIE GESCHICHTE MEINER FRAU erneut ein außergewöhnliches Liebesepos. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Milán Füst aus dem Jahr 1942, zeichnet der Film ein atmosphärisches Bild vom Europa der wilden 1920er-Jahre und erzählt in opulenten Bildern die ans Herz gehende, tiefgründige Geschichte eines ungewöhnlichen Paares, dessen Lebenswelten nicht unterschiedlicher sein könnten.

Léa Seydoux (BLAU IST EINE WARME FARBE, JAMES BOND 007: KEINE ZEIT ZU STERBEN) verleiht der Rolle der verspielten und dabei scharfsinnigen Lizzy großen Charme und setzt einen Kontrapunkt zum von Gijs Naber glänzend gespielten introvertierten und etwas brummigen Jakob. In weiteren Rollen sind u.a. Louis Garel, Luna Wedler, Josef Hader, Ulrich Matthes und Udo Samel zu sehen. Der Film feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes, die Deutschland-premiere wird auf dem Filmfest Hamburg stattfinden.

DIE GESCHICHTE MEINER FRAU ist eine Produktion von Inforg – M&M Film, Komplizen Film, Palosanto Films und Pyramide Productions in Koproduktion mit RAI Cinema, WDR/ARTE, ARTE France Cinéma und ARTE G.E.I.E..

Gefördert wurde der Film von National Film Institute – Hungary, Ministero Per I Beni E Le Attività Culturali E Per Il Turismo, Eurimages, Deutscher Filmförderfonds, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Filmförderungsanstalt, Medienboard Berlin-Brandenburg, Malta Film Commission and The Government Of Malta, Creative Europe Media, RTL Klub und Dorje Film.


„Ein Meisterwerk. Léa Seydoux ist pures Feuer.“
(LE FIGARO)

„Ein raffiniert gezeichnetes Bild vom Mitteleuropa der 1920er Jahre. Was man für eine stille Romanze halten könnte, ist in Wirklichkeit die epische, sinnliche und herzzerreißende
Geschichte einer Ehe.“ (LE MONDE)

„ldikó Enyedis Arthouse-Juwel ist kunstvoll ausgestaltet und makellos geschliffen.“
(THE WRAP)

„Die ungarische Filmemacherin erkundet die Beziehungen zwischen Mann und Frau mit Feinheit und Poesie.“
(TÈLÈRAMA)



Notiz der Regisseurin

Man erhält ein Geschenk. Eine hübsche, elegante kleine Schachtel – fest verschlossen. Sie gehört einem. Man kann sie jeden Tag auf der Anrichte sehen. Aber zu was ist die Schachtel gut, wenn man sie niemals öffnen kann? Erst versucht man es ganz sanft, dann mit einem Messer. Wenn man dann den Hammer auspackt, realisiert man, dass man das Geschenk damit zerstören würde. Ein paar Tage lang tut man dann so, als hätte man das Interesse verloren. Dann muss man sich eingestehen, dass man alles dafür geben würde, wenn man nur eine Sekunde lang einen Blick hineinwerfen könnte. Nach und nach treibt einen diese kleine Schachtel in den Wahnsinn...

Wir haben einen Film gemacht über Liebe, Leidenschaft, Drama, Abenteuer, über die tausend verschiedenen Farben des Lebens – eine schamlos emotionale Geschichte darüber, was es bedeutet ein Mann zu sein, was es bedeutet eine Frau zu sein, was es bedeutet ein Mensch zu sein.

Wenn man Lizzy und Jakob betrachtet, Léa Seydoux und Gijs Naber, dann sieht man keine Gegensätze. Man sieht zwei Menschen mit heller Haut, blondem Haar, hohen Wangenknochen und auffallend ähnlichen, ungewöhnlich geformten Augen. Sie könnten Bruder und Schwester sein. Oder vielleicht der männliche und weibliche Teil ein und derselben Seele.
Ildikó Enyedi
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Mittwoch 27.10.2021
BORGA
Ab 28. Oktober 2021 im Kino
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Die zwei Brüder Kojo (Eugene Boateng) und Kofi (Jude Arnold Kurankyi) wachsen auf der Elektroschrott-Müllhalde Agbogbloshie in Ghanas Hauptstadt Accra auf. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie im Betrieb ihres Vaters (Adjetey Anang) mit dem Sammeln von Metallen, die sie aus westlichem Elektroschrott gewinnen. Eines Tages macht Kojo eine Begegnung mit einem Borga (Elikem Kumordzie) aus Deutschland, die sein Leben für immer verändern wird. Als sich 10 Jahre später die Chance ergibt, selber nach Deutschland zu gehen, zerreißt das Familienband und für Kojo beginnt eine fünfjährige Irrfahrt über die Kontinente. In Deutschland angekommen bemerkt er schnell, dass sein Traum nur ein Mythos ist. Er wird nicht mit offenen Armen empfangen. Aber eine Rückkehr kommt nicht in Frage! Sein Lichtblick ist Lina (Christiane Paul), doch auch bei ihr versucht er das Bild zu erfüllen, von dem er denkt, dass es alle von ihm erwarten – das Bild des Borgas.

Das ghanaische Wort Borga hat seinen Ursprung in dem deutschen Wort Hamburg. Es bedeutet soviel wie „Der reiche Onkel aus dem Ausland“.

Ein Film von York-Fabian Raabe
Mit Eugene Boateng, Christiane Paul, Thelma Buabeng, Ibrahima Sanogo, Prince Kuhlmann, Jerry Kwarteng, Helgi Schmid, u.v.a



MAX OPHÜLS PREIS: BESTER SPIELFILM

Jurybegründung
Wie gelingt ein gutes Leben, in einer Welt, die aufgrund uralter Prinzipien der Unterdrückung und Ausbeutung und menschengemachter Katastrophen am Abgrund steht? Die Macher·innen von BORGA scheinen zu wissen, zu spüren und zu erleben: So wie wir bisher gelebt, geliebt und gearbeitet haben, geht es nicht weiter! In einer epischen Erzählweise, ohne Angst vor Schönheit und mit Empathie für sämtliche Figuren, spricht der Film eine ganz besondere Einladung aus: mithilfe eines unerhörten Narrativs - einer konsequent Schwarzen Perspektive im deutschen Kino - nach Antworten zu suchen. Denn dort wo das Menschsein das Problem ist, liegt im Menschsein zugleich die Chance!



MAX OPHÜLS PREIS FÜR DEN GESELLSCHAFTLICH RELEVANTEN FILM

Jurybegründung
Warum berührt der Film „Borga“ auf außergewöhnliche Weise? Es sind nicht nur die Bilder, die Geschichte selbst oder die präzisen Aussparungen darin. Außergewöhnlich ist die genaue Arbeit an der Glaubwürdigkeit der Darstellung, die Eugene Boateng seinem Team zur Verfügung stellt. Durch die Augen Kojos wird seine Sicht auf die Welt spürbar. Ohne jede Bewertung.
Er ist die Identifikationsfigur, der Handelnde und nicht wie so oft im Kino des Weissen Blicks der „Fremde“ oder „Andere“. Das hat der Film in unseren Augen erreicht. Weil Eugene Boateng bei der Entwicklung und Umsetzung eine Stimme hatte und diese auf beeindruckende Weise geltend gemacht hat. Deshalb geht der Preis als Schauspieler und Associate Producer an ihn.




MAX OPHÜLS PREIS: PREIS DER ÖKUMENISCHEN JURY

Jurybegründung
„Borga“ zeigt in eindringlichen, teils beklemmenden Bildern die globalen Auswirkungen des westlichen Konsums auf Kosten des afrikanischen Kontinents. Das damit verbundene Migrationsthema wird nüchtern und realistisch dargestellt. Doch der Film erzählt mehr als eine Geschichte über das Schicksal eines Migranten und seiner Familie: Er problematisiert unser kapitalistisches Handeln, in dem Giftmüll als neue Form der Ausbeutung Afrikas gezeigt wird. Er hinterfragt den Traum der illegalen Einwanderer, die bereit sind, für ihr vermeintliches Glück kriminell zu werden. Der Protagonist kann die ambivalenten Erwartungen beider Welten nicht erfüllen und erlebt schließlich die Familie als letztgültigen Halt.
Dem deutsch-ghanaischen Filmteam ist ein authentisches, aktuelles und fesselndes Drama mit großartigen Darsteller·innen gelungen. Es bietet dem Zuschauer an, respektvoller und sensibler auf Fluchtgeschichten zu blicken und Klischees zu hinterfragen. „Borga“ gibt Flüchtlingen Gesichter und wirbt um Solidarität innerhalb der Menschheitsfamilie.



MAX OPHÜLS PREIS: PUBLIKUMSPREIS SPIELFILM



REGIEKOMMENTAR

Ghana hat sich einen besonderen Platz in meinem Herzen geschaffen. Was mich begeistert, ist die Lebensfreude der Menschen und ihr Drang, sich auf das Positive im Leben zu fokussieren. Hinzu kommt die Liebe zur eigenen Gesellschaft und Kultur ohne dabei abgrenzend zu sein. Dabei gibt es in Ghana krasse Gegensätze und Widersprüche. Beispielsweise Agbogbloshie, als eines der verschmutztesten Orte der Welt, ist es für viele ein Platz der Hoffnung, ein Platz von dem sie glauben, dass er ihre Träume wahr machen könnte. Hier gibt es Kinder, die lieber auf der Straße leben als bei ihren Eltern. Hier ist einer der größten Gemüsemärkte des Landes. Und hier steht eine Abfüllanlage von Pepsi Cola.
Bei meinem ersten Besuch vor acht Jahren brauchte ich einen Moment, um meine „deutsche Brille“ abzusetzen und mich stattdessen auf die Menschen und nicht den Ort zu konzentrieren. Eine große Hilfe war für uns die Kinderhilfsorganisation “Chance for Children”. Sie haben uns gezeigt, dass jedes Kind eine komplexe Geschichte hat, auf die sie individuell eingehen. So wurden manche Kinder von ihren Eltern geschickt und trauen sich jetzt nicht mehr nach Hause. Andere sind von zu Hause weggelaufen, um bei ihren Freunden auf der Straße zu leben.
Und darum geht es mir in Borga, um die Vielschichtigkeit menschlicher Leben. Im Fokus steht dabei meine Hauptfigur Kojo. In ihm und in seinem inneren Antrieb verbinden sich die Geschichten von Eugene, meinem Hauptdarsteller und von mir, wenn auch in einer ganz anderen Ausprägung.
Im Kern ist Borga eine Geschichte über das Verhältnis zu unserer Ursprungsfamilie (die Familie, in die wir geboren werden) und der Familie, die wir gründen. Alle anderen Themen, wie Elektroschrott, Flucht, Armut vs. Reichtum, usw. ordnen sich dieser Geschichte unter. Sie sind die Basis auf der Kojos Charakter sich entwickelte und die ihn auf seinen Weg beeinflussen. So spannend beispielsweise die Frage auch ist, wie es zu Agbogbloshie mit seinen Teufelskreisen kommen konnte und welchen Anteil unsere westliche Gesellschaft daran hat, sie dient nur dazu, Kojos Charakter und Verhalten einzuordnen.
Und das ist mein Anliegen. Ich möchte dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft im Geiste offener wird. Dass mehr relativiert wird, mehrere Perspektiven zumindest anerkannt werden, auch wenn sie nicht geteilt werden. Und, dass sich mehr gefragt wird, warum der jeweilige Mensch so handelt, wie er handelt.
Deshalb erzähle ich auch so gerne aus fremden Kulturen. Über sie lerne ich meine eigene Kultur besser verstehen. Selbstverständlichkeiten, Werte und Vorstellungen in unserer Gesellschaft relativieren sich und veranlassen mich, über uns und mich selbst nachzudenken.
Gleichzeitig ist es aber auch eine große Verantwortung, aus einem anderen Kulturkreis heraus zu erzählen. Ohne die jahrelangen Recherchen zusammen mit meinem Kreativpartner Eric Golub und der intensiven Weiterentwicklung mit meinem Hauptdarsteller Eugene Boateng hätte ich das Projekt nicht machen können.
Daraus entstanden ist ein für Deutschland seltener Film, der aus einer ghanaischen, schwarzen Perspektive erzählt. Er zeigt in großer Vielfalt, wie stark und authentisch unsere schwarzen Schauspieler in Deutschland sind und wie außergewöhnlich ihre ghanaischen Kollegen. Für mein Team und mich ist BORGA mehr als ein Film! Es ist eine Reise, eine Erfahrung, die uns Ghanaen, Deutsche und Deutsch-Ghanaen einander näher gebracht hat. Ich hoffe, dass dieser Geist des Respekts, vor und hinter der Kamera, mitschwingt und dass wir neue Perspektiven eröffnen, die Menschen unterschiedlicher Herkunft einander näher bringen.
York-Fabian Raabe
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