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1. TICS – MIT TOURETTE NACH LAPPLAND
2. SCHMETTERLINGE IM OHR (plus Interview mit PASCAL ELBÉ)
3. ZWISCHEN UNS
4. SUNDOWN – GEHEIMNISSE IN ACAPULCO
5. I AM ZLATAN
6. MAIXABEL
Mittwoch 22.06.2022
TICS – MIT TOURETTE NACH LAPPLAND
Ab 23. Juni 2022 im Kino
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Daniel, Marika und Leo wollen ihr Tourette erforschen. Regisseur Thomas Oswald begleitet die Drei in seinem Dokumentarfilm „Tics – Mit Tourette nach Lappland“ auf ihrer Suche nach neuen Behandlungsformen und einem Ort, an dem sie einfach sie selbst sein dürfen. Auf Anraten des Neurologen Prof. Dr. Alexander Mu?nchau reisen Daniel, Marika und Leo zunächst zu verschiedenen Forschungszentren in Frankreich und Deutschland. Sie befragen Ärzte und Therapeuten zu aktuellen Behandlungsformen und konfrontieren sie mit ganz persönlichen Erfahrungen durch fehlgeleitete Therapien. Zusammen mit Prof. Dr. Mu?nchau und dem Psychiater Dr. Daniel Alvarez-Fischer geht die Reise weiter bis in die Inari-Region im Norden Finnlands. In der Weite der finnischen Wald- und Seenlandschaft können sie frei ticcen, ohne gesellschaftlichem Druck, Argwohn oder gar Sanktionen ausgesetzt zu sein. Sie machen Bekanntschaft mit den Sami und deren Sicht auf das Leben und deren schamanischen Ritualen. Und sie probieren eine neue Behandlungsform aus: Die meta-kognitive Therapie, in der die bewusste Lenkung der eigenen Aufmerksamkeit eine zentrale Rolle spielt. Neue Erfahrungen und Erkenntnisse lassen das Stigma der Tics immer mehr in den Hintergrund rücken. Die Chance auf einen selbstbestimmten Umgang des Trios mit dem Tourette scheint mit jedem Tag in Lappland zu wachsen.

Ein Film von Thomas Oswald



Im Gespräch mit Thomas Oswald

Wie bist Du auf das Thema Deines Films gestoßen und was hat Dich daran gereizt?
Durch meinen Kollegen Hans-Jo?rg Kapp lernte ich 2016 Prof. Dr. Alexander Mu?nchau kennen. Ich hatte schon von Hans-Jo?rg Kapps und Alexander Mu?nchaus gemeinsamen Theaterprojekten mit Tourette-Betroffenen und von ihrer „Agentur für Überschüsse“ geho?rt. Nun erfuhr ich mehr u?ber Prof. Dr. Mu?nchaus Arbeit und Forschung zum Tourette-Syndrom. Ich war schnell fasziniert von dieser Krankheit, die Menschen zu ungewollten Aktionen, Handlungen und Lauten zwingt. Nur eine kleine Vera?nderung im Gehirn hat so dramatische Auswirkungen. Neben den Ursachen dieser Krankheit interessierte mich vor allem auch der Umgang unserer Gesellschaft mit diesen doch auf eine gewisse Art devianten Menschen, die nicht in die Norm passen.

Wie hast Du Deine Protagonist*innen gefunden? Musstest Du sie erst davon überzeugen, am Film mitzuwirken? Und wie war die Arbeit mit ihnen?
Zwei unserer Protagonist*innen standen schon zu Beginn der Entwicklung fest. Daniel Weber hatte zuvor mit der „Agentur für Überschüsse“ gearbeitet und kannte somit sowohl Alexander Münchau als auch Hans-Jörg Kapp. Marika Moritz und Hans-Jörg Kapp kannten sich durch seine Tätigkeit als Professor in Hannover. Sie hatte dort bei ihm studiert. Nur die dritte Person mussten wir noch suchen, da uns die Dynamik einer Dreier-Gruppe passender erschien. Hierzu haben wir z.B. über Facebook-Gruppen mit Tourette-Bezug zu einem Casting aufgerufen, aber auch Tourette behandelnde Ärzt*innen gefragt, ob eine*r ihrer Patient*innen vielleicht infrage käme. Mit mehreren Personen haben wir dann intensiv gesprochen und geschaut, wer denn noch am besten in die Gruppe passen könnte. So sind wir zu Leonard Kohlhoff gekommen. Wirklich überzeugen, mit auf die Reise zu kommen, mussten wir zum Glück niemanden. Zu groß war das Interesse an dem Projekt und die Lust auf die lappländische Ruhe.
Ich weiß gar nicht, ob ich wirklich von einer „Arbeit mit den Protagonist*innen“ sprechen kann, da es in erster Linie darum ging, auf eine gemeinsame Reise zu gehen und zu schauen, was sich entwickelt und ob sich unsere Thesen bewahrheiten. Über einen längeren Zeitraum so dicht aufeinander – neben den Protagonist*innen gab es ja auch noch das Team – ergeben sich natürlich auch mal Spannungen. Aber es war toll, Daniel, Marika und Leo als Menschen kennenzulernen und auch von ihnen zu lernen.

Welche Erkenntnisse haben Dich im Laufe der Dreharbeiten besonders überrascht?
Besonders überrascht hat mich, wie wenig die Tics mich doch irgendwann gestört haben. Die waren einfach wie ein Hintergrundrauschen. Das ging nicht allen so. Insbesondere Marika wurde sehr durch die Tics der anderen gefordert. Dies behandeln wir ja auch im Film. Mich hat es aber dazu veranlasst, noch einmal genau zu hinterfragen, wie Vorurteile unser Denken oftmals bestimmen. Wenn wir uns, auch in anderen Bereichen, davon freimachen könnten, wären vielen und auch unserem Miteinander sehr geholfen. Aber darum geht es ja auch schlussendlich im Film: nicht, dass wir Menschen, die einer bestimmten Norm nicht entsprechen, ins Nirgendwo verbannen oder ihnen das Gefühl geben, sich am besten zu verstecken, sondern dass wir ihnen als Gesellschaft ermöglichen, so zu sein, wie sie sind, ohne sich deshalb schlecht zu fühlen.

Du dankst im Abspann Deines Films unter anderem dem Institut für Systemische Motorikforschung sowie einigen Unis, Hochschulen und Kliniken. Welche wichtigen Anlaufstellen für Tourette-Betroffene gibt es in Deutschland und Europa?
Im Rahmen des Filmprojekts gab es eine große Unterstützung einiger Institutionen und Personen, die sich der Tourette-Forschung widmen. Wichtig war uns eine medizinisch korrekte Sicht auf Tourette und die möglichen Therapien, da in den Medien und auch sozialen Medien oftmals nur sehr spektakuläre Formen präsentiert werden. Dies verunsichert oft Betroffene oder Eltern von betroffenen Kindern. Als Anlaufstellen würden ich darum erst einmal die Tourette-Gesellschaft Deutschland und den Interessenverband Tic empfehlen, die dann auch ganz individuelle Hilfsangebote vermitteln können.
Biografie


THOMAS OSWALD wurde 1980 in Seesen, Niedersachsen, geboren. Er studierte Film an der HfbK Hamburg bei Wim Wenders. Seit seinem Abschluss 2008 arbeitet er als freier Kameramann und Regisseur. Er war Bildgestalter bei einer Vielzahl von Projekten, von Dokumentarfilmen über kommerzielle Projekte bis hin zu experimentellen Arbeiten. Neben seiner Tätigkeit als Kameramann entwickelt und produziert er auch eigene Dokumentarfilme. „Tics – Mit Tourette nach Lappland“ ist sein zweiter abendfüllender Dokumentarfilm.

2007
„Les Temps Qui Changent“ (KF), Regie & Kamera

2010
„Nicht mein Ding“ (KF), Kamera; Regie: Hans Helle

2011
„Ein Mädchen namens Yssabeau“ (KF), Kamera; Regie: Rosanna Cuellar

2012
„Caves of the Dead“ (Dok., 3D), Kamera; Regie: Norbert Vander

2016
„Warum lacht Herr W.?“ (Dok.), Kamera; Regie: Jana Papenbroock

2016
„Im Mittelpunkt der Welt“ (Dok.), Regie & Kamera

2017
„La Llorona“ (KF, 3D), Kamera; Regie: Rosana Cuellar

2021
„Tics – Mit Tourette nach Lappland“, Regie & Kamera
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Donnerstag 16.06.2022
SCHMETTERLINGE IM OHR (plus Interview mit PASCAL ELBÉ)
Ab 16. Juni 2022 im Kino
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Antoine, ein gutaussehender Geschichtslehrer in seinen frühen Fünfzigern, ist Ignorant der Extraklasse, vor allem wenn es um Symptome des eigenen Alterns geht: Wortmeldungen seiner Schüler oder die Gefühlslage seiner Freundin – geht ihn nichts an. Sogar das morgendliche Schellen seines Weckers ignoriert er. Seine neue Nachbarin Claire treibt er mit ohrenbetäubendem Lärm in den Wahnsinn. Ihre Wutausbrüche perlen an Antoine gnadenlos ab – wie alles in dieser Welt. Erst als er in der Schule auch den Feueralarm ignoriert, ist Antoine gezwungen, sich der unangenehmen Tatsache zu stellen: Er ist so gut wie taub. Und das im besten Alter!
Mit dem Einsatz von Hörgeräten eröffnet sich ihm bald eine neue Welt, aber die bringt nicht nur Freude. Dieses Accessoire der Alten passt einfach nicht zu seinem Selbstverständnis als Mann. Noch schlimmer ist für ihn, dass er plötzlich alles mitbekommt, was er sonst entspannt ausblenden konnte. Seine demente Mutter, seine überforderte Schwester, die von ihm jahrelang brüskierte Lehrerschaft – alles prasselt nun ungefiltert auf ihn ein. Nur ein einziger Mensch bedrängt ihn nicht: Violette, die kleine Tochter Claires, die seit dem Tod ihres Vaters nicht mehr spricht. Plötzlich nimmt er gegen seine Natur Anteil an anderen. Mehr noch: er verliebt sich in ihre Mutter. Aber Hörgeräte sind kein Garant für gute Verständigung. Denn die will gelernt sein...

Eine hinreißend turbulente Komödie über die Schwierigkeiten der zwischenmenschlichen Kommunikation und den betörenden Charme der Ignoranz. Getragen von der gnadenlosen Komik, die entstehen kann, wenn Menschen nonchalant aneinander vorbeireden, nähert sich Schauspieler und Regisseur Pascal Elbé spielerisch einem existentiellen Thema: dem Unabänderlichen im
Leben und der Chancen, die darin liegen, die Herausforderungen anzunehmen.

Ein Film von Pascal Elbé
Mit Pascal Elbé, Sandrine Kiberlain, Valérie Donzelli, François Berléand, Emmanuelle Devos u.v.m.

REGISSEUR UND HAUPTDARSTELLER PASCAL ELBÉ

Pascal Elbé (geboren 1967) ist ein angesehener französischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Seine erste Schauspielerfahrung sammelte er auf der Theaterbühne. Den ersten Erfolg als Drehbuchautor hatte er mit dem Theaterstück „Tout baigne“, das 1999 auch für die Leinwand adaptiert wurde. 1996 gab Pascal Elbé in Gérard Jugnots Film FALLAIT PAS!... sein Kinodebüt.
Der Schauspieler spezialisierte sich auf Komödien und drehte drei Filme unter der Regie von Ariel Zeïtoun: XXL (1997), LIEBE AUF DEN SEXTEN BLICK (1998) und LE DERNIER GANG (2007).
Auch Buddy-Komödien wie u.a. LES PARASITES (1999) von Philippe de Chauveron, LE RAID (2002) von Djamel Bensa#ah, NOS AMIS LES FLICS (2004) von Bob Swaim und 3 AMIS (2007) von Michel Boujenah zählen zu seinem Repertoire.
2003 spielte Pascal Elbé in Michel Boujenahs PÈRE ET FILS, für den er auch das Drehbuch schrieb und erhielt eine César-Nominierung als Bester Nachwuchsdarsteller.
Danach zählte er zu den etablierten Gesichtern des französischen Kinos und war in Filmen zu sehen, wie u.a. in L‘AMOUR AUX TROUSSES von Philippe de Chauveron (2005) neben Jean Dujardin, LA TÊTE DE MAMAN (2007) von Carine Tardieu, an der Seite von Sandrine Bonnaire
in EIN SCHLICHTES HERZ (2008) von Marion Laine, in Lorraine Lévys WENN WIR ZUSAMMEN SIND (2008) neben Vincent Lindon und EINE GANZ RUHIGE KUGEL (2013) von Frédéric Berthe an der Seite von Gérard Depardieu und Virginie Efira.
2010 arbeitete Pascal Elbé zum ersten Mal als Regisseur. Sein Film TÊTE DE TURC, für den er auch das Drehbuch schrieb, erhielt eine Nominierung für den César-Filmpreis als Bester Erstlingsfilm. SCHMETTERLINGE IM OHR ist die dritte Regiearbeit des vielseitigen Künstlers, der sich nebenbei auch leidenschaftlich für die israelische Kultur einsetzt und jeden Sonntag die Dokumentation „Israel at the Crossroads“ auf dem Sender D8 moderiert.


INTERVIEW MIT REGISSEUR UND HAUPTDARSTELLER PASCAL ELBÉ

Wie kamen Sie auf die Idee für SCHMETTERLINGE IM OHR?
Zunächst einmal hatte ich den Wunsch, nach meiner Arbeit an Dramen und Krimis zu meiner ersten Liebe zurückzukehren und wieder eine Komödie zu schreiben...
Und was das Thema angeht, waren es meine Kinder, die mir aufzeigten, was sich direkt vor meiner Nase befand, nämlich meine eigene zunehmende Schwerhörigkeit. Nie hätte ich gedacht, dass einmal etwas aus meinem Leben zu einem Film werden würde und zögerte ein wenig. Erst nachdem ich David Lodges Buch „Wie Bitte?“ gelesen hatte, war ich schließlich überzeugt: Ich war beeindruckt, wie gut es Lodge gelungen war, zu vermitteln, wie es sich anfühlt, schwerhörig zu sein.
Die Herausforderung bestand also darin, eine Geschichte zu finden, die nicht nur eine klinische Bestandsaufnahme des Lebens eines Schwerhörigen darstellt. Hier liegt die Stärke von „Wie Bitte?“. Es ist ein Roman, der diese mir gut bekannte Situation beschreibt, dem es aber gelingt, daraus eine universelle Erzählung zu konstruieren. Meine Geschichte wurde zu einer romantischen Komödie. Obwohl... Ich weiß nicht wirklich, was ‚romantisch‘ in unserem Alter bedeutet. Es ist die Geschichte einer Begegnung. Mein Film ist ein Komödie der Begegnungen...

Aber die Herausforderung bestand darin, mit der eigenen Einschränkung auf komische Art und Weise umzugehen. War dies eine Selbstverständlichkeit?
Die Situationen, in denen sich Gehörlose befinden können, sind manchmal so verwunderlich, dass ich mir die Idee zu diesem Film in keiner anderen Form vorstellen konnte. Lachen bei Schwerhörigkeit? Kein Problem! Tatsächlich wurde dieses Handicap schon im antiken Theater als Gegenstand der Komödie betrachtet. Ein Mann, der nicht hören kann – Was? Wie? Der Herr sagt... – das ist etwas Lustiges. Über einen Blinden lacht man seltener...

Wie in der Szene, in der alle Antoine nach seinem Geständnis anschauen, ohne eine große Sache daraus zu machen?
Ganz genau. Er dachte, er würde ein Geständnis ablegen, das eine außerordentliche Wirkung erzielt. Jedoch bekommt er nur die Antwort: „Es ist mir lieber, dass Sie schwerhörig sind als depressiv.“ Danach widmet sich jeder schnell wieder etwas anderem. Antoine wird mitten in seinem Geständnis, das ihn persönlich viel Überwindung kostete, unterbrochen. Er merkt, dass sich die anderen nicht mehr länger damit beschäftigen. Aber die Schwerhörigkeit sollte nicht den ganzen Platz in dieser Geschichte einnehmen. Vielmehr richtet sich der Fokus auf die Begegnung mit Claire, gespielt von Sandrine Kiberlain, und ihrer Tochter im Film.

Das kleine Mädchen hat kürzlich den Vater verloren und spricht seitdem kein Wort mehr...
Ja, und das ist übrigens eine Situation, die mich zum Lachen brachte: ein schwerhöriger Typ, der auf ein Mädchen trifft, das beschließt stumm zu bleiben...

Missverständnisse eignen sich gut für komische Situationen. Häufig kann eine amüsante Kluft entstehen zwischen demjenigen, der die Welt nicht wahrnimmt, und der Welt, die aber glaubt, dass er sie wahrnimmt...
Ja, es steckt viel humorvolles Potential in dieser Kluft. Es gibt völlig verrückte und alltägliche Situationen, die mir widerfahren sind, weil ich einfach nicht hörte, was ich hätte hören sollen.

Ein Leben mit permanenten Missverständnissen...
Das ist es. Tatsächlich hieß der Film ursprünglich „Les malentendus“ („Missverständnisse“). Dieses Handicap ist sehr undankbar, denn es ist ärgerlich, wenn man ständig die andere Person bitten muss, das Gesagte zu wiederholen. Irgendwann kommt der Moment, wo man es satt hat nachzufragen und man gibt auf. Dann tut man so, als verstünde man, was los ist. Der Austausch ist wichtig. Und manchmal sieht man wie ein Idiot aus. Denn, seien wir mal ehrlich, wir sind oft nicht auf dem Laufenden und wirken völlig abgehoben.

Wie in der lustigen Szene mit Sandrine Kiberlain im Restaurant...
Genau, das ist mein Leben... Obwohl diese Situationen oft lustig wirken, darf man nicht vergessen, wie anstrengend sie sind. Schwerhörigkeit ist im Alltag eine Art Balanceakt zwischen dem, was man wahrnimmt und dem was man nicht mitbekommt. Es ist schwierig, damit zu leben. Man versucht weder als Spaßbremse noch als hochmütiger Kerl rüberzukommen. Es braucht manchmal viel Willenskraft, um dranzubleiben und sich für das zu interessieren, was einem erzählt wird. Man kann sehr schnell abschalten. Das ständige Geplapper heutzutage im Fernsehen und auch bei sehr mitteilungsbedürftigen Mitmenschen begeistert mich wenig. Da ist so eine Behinderung manchmal auch ganz praktisch. Das ist eine Art, sich abzuschotten.
Es war auch spannend, dieses Thema in einer Zeit aufzugreifen, in der Kommunikation so kompliziert geworden ist; eine Zeit, in der jeder ständig mit seinem Smartphone beschäftigt ist. Wir kommunizieren sehr wenig. Wir verbinden uns, aber wir kommunizieren nicht wirklich. Wenn man schwerhörig ist, kann man sich leicht in sich zurückziehen und „der Gesellschaft von Menschen entkommen“, wie David Lodge sagt. Das tue ich nicht, weil ich den Kontakt brauche. Vielleicht mehr als jeder andere.

Zunächst befindet sich Antoine in der Leugnungsphase. Dann schämt er sich und versucht alles zu vertuschen. Er glaubt, sich verstellen zu müssen. Alle diese Phasen schaffen komische Situationen.
Es war notwendig, die verschiedenen Phasen von der Verleugnung bis hin zur Akzeptanz aufzuführen. Das ist dramaturgisch interessant, aber vor allem beschreibt es die wahre Chronologie der Schwerhörigkeit. Bis man ein Hörgerät bekommt, vergehen mehrere Wochen, in denen das Gehirn versucht, alle Geräusche zu filtern. Möglicherweise wehrt man sich dagegen. Einige Menschen steigen aus, wenn sich das Gehirn daran gewöhnen muss. Es gibt also eine lange Phase bis zur Akzeptanz.

Im Film wird Schwerhörigkeit zunächst als ein körperliches Problem behandelt, schnell geht die Handlung aber ins Metaphorische über. Es wird zur Geschichte eines Mannes, der sich zurückzieht und einsam fühlt.
Seine Mutter, gespielt von Martha Villalonga, sagt im Film zu ihm: „Dein Vater war vielleicht nicht taub, aber er hatte nie Interesse an anderen Menschen. Ihr beide seid gleich.“ Kurz, mein Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der erst lernt richtig zuzuhören, als er fast taub ist. Er erkennt, als ihm sein Gehörverlust bewusst wird, dass diese Behinderung zu einer Beziehung zwischen ihm und anderen führte, von der er sich befreien muss. Und der Film erzählt die Geschichte dieser Reise. Ich gebe zu, ich mag die Stille und ich mag die Einsamkeit. Sie begleiten mich seit Jahren. Aber seltsamerweise gehe ich vielleicht auch, seitdem ich mir meiner Hörbehinderung bewusster geworden bin, ein wenig mehr auf andere zu.

Es gibt eine Szene, wahrscheinlich eine der wichtigsten im Film, in der Antoine das Haus seiner Mutter verlässt, am Strand spazieren geht und das Hörgerät herausnimmt. Im Grunde schaltet er den Ton ab. Weil er seine Mutter und seine Familie nicht mehr aushält, und er will
aus diesem Chaos herauskommen...

Das ist der einzige Vorteil, den man in dieser Situation hat...

Ja, aber sehr schnell macht er sein Hörgerät wieder an. Er merkt, dass es schön ist, die Welt zu hören, auch wenn sie ihn oft ins Chaos stürzt...
Diese Szene ist sehr wichtig für mich. Es ist die Szene der Akzeptanz. Die Welt kann chaotisch und hart sein, aber gleichzeitig werden wir, wenn wir uns von ihr abgrenzen, nicht nur mit Stille und Einsamkeit, sondern mit dem Nichts konfrontiert. Es gibt eine Stille, die wir manchmal wählen und die auch wohltuend sein kann, aber es gibt auch eine Stille, die Ängste hervorruft und beschämend ist. Ja, manchmal ist das Leben zu laut. Es tut weh und deshalb will man da rauskommen. Aber man muss durchhalten. In der nächsten Szene sitzt Antoine mit seiner Schwester im Auto. Sie geht ihm auf die Nerven und er macht das Hörgerät aus. Es ist immer sehr verlockend, einfach den Stecker zu ziehen. Der Zwiespalt ist permanent da...
Schon bald wird Antoine auf andere treffen, die zwar nicht das gleiche Gehörproblem haben, sich aber in einer ähnlichen Situation befinden: sie sind von Einsamkeit und Zurückgezogenheit angezogen.

Schon bald wird Antoine auf andere treffen, die zwar kein Gehörproblem haben, sich aber dennoch in einer ähnlichen Situation oder Gemütsverfassung befinden: Sie finden den Gedanken an das Alleinsein und an ein zurückgezogenes Leben anziehend.
Ein wesentlicher Aspekt der Geschichte war das Kennenlernen von Claire (Sandrine Kiberlain) über ihre kleine Tochter, die nach dem Tod ihres Vaters beschlossen hat zu schweigen. Mit dem Mädchen fühlt sich Antoine wohl, weil sie nicht spricht. Es ist bequem für ihn: Er muss nicht zuhören. Es ging auch darum, die Einsamkeit der beiden aufzuzeigen. Ich glaube ihre Einsamkeit symbolisiert auch die Einsamkeit unseres heutigen Lebens. Wenn mein Film ein Gemälde wäre, wäre es eines von Edward Hopper, der ebenfalls taub war. In den meisten seiner Bilder stehen sich die Menschen nie gegenüber. Sie sehen sich kaum an. Sie sprechen nie oder nur sehr selten. Sie sind alle in ihrer eigenen Welt. Meine Figuren sind ein Gemälde von Hopper. Sie sind alle in ihrer Blase
eingeschlossen, bevor sie sich kennenlernen.

Bei allen Figuren hat das Leben tatsächlich seine Spuren hinterlassen. Claire ist Witwe, ihre kleine Tochter hat den Vater verloren und sich zurückgezogen; Antoines Mutter leidet an Alzheimer und seine Schwester schimpft darüber, Single zu sein.
Es geht darum, all diese Menschen mit sich selbst und mit anderen zu versöhnen. Und am Ende des Films finden sich alle als eine große, wackelige, gemischte Familie wieder. Ich fand, dass die Hörbehinderung einen großartigen Ausgangspunkt bildet, um diese nebeneinander lebenden Menschen zu zeigen, die sich schließlich begegnen, adoptieren und am Ende zu einer Familie zusammenfinden.

Die Beziehung mit dem kleinen Mädchen ist der Auslöser...
Ja, man denkt an all die Filmszenen, in denen ein Erwachsener und ein Kind zusammenarbeiten, ohne viel zu sagen... Ich saß neben ihr und dachte an Chaplins DER VAGABUND UND DAS KIND. Ich entschuldige mich für die gewaltige Referenz: Man kann Referenzen haben, aber das bedeutet nicht, dass man auch so gut sein muss. Diese Referenzen leiten uns... Wenn Antoine mit dem Mädchen isst, wollte ich sehr wenig Dialog. Sie sitzen im gleichen Raum und er schaut ihr beim Essen zu. Es ist okay für ihn, dass sie nicht spricht und ebenso ist es okay für sie, dass er nichts fragt. Nur so können sie einander begegnen und verstehen.

Warum haben Sie sich entschieden, Antoine zu einem Lehrer zu machen?
Zu Beginn war Antoine ein Schauspieler. Das war sehlustig. Da gab es zum Beispiel eine Szene, in der er einen historischen Film mit einem Helm auf dem Kopf spielte, was ihm mit seinem Hörgerät unglaubliche Probleme bereitete. Wenn er den Helm aufsetzt gibt es eine Rückkopplung, und wenn er das Hörgerät herausnimmt, hört er nichts und reagiert auch nicht, wenn der Regisseur das Go gibt. Dann kam ich bei dieser Wahl aber ins Zweifeln. Gemeinsam mit dem Produzenten überlegten wir, ob er nicht einen ganz normalen Job braucht, näher dran an den Menschen. Natürlich passte die Schauspielerei gut zu meinem Leben, aber der Film wurde zu selbst-reflektierend. Ich hatte das Gefühl, dass es mir schwerer fallen würde, die erzählerische Entwicklung der Figur zu entwickeln, wenn ich in diesem autobiografischen Bereich bliebe. Man ist immer auf der Suche nach einem Film, in jeder Phase seiner Entstehung...

Was heißt das ?
Ein Film ist etwas Lebendiges. Das Drehbuch ist nur ein Übergangsobjekt, ebenso die Dreharbeiten zu einem gewissen Grad. Im Übrigen muss man sich beim Schnitt wirklich anstrengen, um die Fehler im Drehbuch zu korrigieren. Vor allem, wenn man beim Schreiben zu übermäßig erklärenden Dialogen neigt, die man zum Zeitpunkt des Drehs noch nicht loswerden kann. Am Ende des ersten Schnitts waren es zwei Stunden. Und der Produzent fragte mich ein wenig ironisch, ob ich denke, dass ich fertig sei. Ich sagte ihm, ich sei zu 95% fertig. Er sagte: „Du kürzt um 20 Minuten.“ Am Anfang hat man das Gefühl, dass man aufgefordert wird, seinen Film komplett zu überarbeiten. Aber er hatte recht. Am nächsten Tag nahm ich 8 Minuten weg. Am folgenden Tag nochmal 15.
Der Schnitt fiel mir leicht. Beim Schreiben ist es schwerer, einfach etwas wegzu#assen, weil man zur Beruhigung extra Zeilen hinzufügt, weil man sich immer wieder sagt, dass die Leute es ansonsten nicht verstehen werden. Die Versuchung ist groß, wenn man über seine Behinderung
schreibt und sie mit anderen teilen möchte, zu oft sagen zu wollen, was man fühlt.

Wie war dieser Dreh, bei dem Sie sowohl vor als auch hinter der Kamera standen?
Bei diesem Dreh geschah ein kleines Wunder. Wir drehten den Film in sechseinhalb Wochen. Ich bin ziemlich akribisch, also war alles bis ins kleinste Detail vorbereitet. Der Vorteil eines Schauspielers besteht darin, dass man in der Lage ist, alle möglichen Fallstricke vorauszusehen.
Das kleine Wunder, zumindest für mich, war, dass ich wohl genug Erfahrung besaß – was ich vor Drehbeginn nicht wusste –, um mit meinen KollegInnen gemeinsam spielen zu können. Ich meine, ich habe ihnen nicht beim Schauspielen zugeschaut. Nach den Szenen ging ich natürlich wieder an meinen Regie-Platz zurück. Wir hatten alle Spaß bei den Dreharbeiten, besonders mit Partnerinnen wie Sandrine Kiberlain und Emmanuelle Devos war es ganz einfach, weil wir uns schon sehr lange kennen. Es herrschte eine Art Selbstverständlichkeit.

Wonach haben Sie das Casting ausgerichtet?
Da ich sowohl vor als auch hinter der Kamera stand, wollte ich Schauspieler, mit denen ich eine direkte Verbindung haben konnte. Ich wollte nicht überzeugen müssen. Wenn ich einen Film mache, dann renne ich los: Man muss direkt mit einsteigen, sonst bringt es gar nichts. Es steht alles im Drehbuch, und ich wollte mein Drehbuch nicht an Schauspieler verkaufen. Die Wahl für Sandrine Kiberlain war offensichtlich. Wir kennen uns seit 20 Jahren und ich liebe sie. Emmanuelle Devos gehört zu meinem engsten Kreis. Ich habe meinen ersten Kurzfilm mit ihr gedreht. Sie war schon eine anerkannte Schauspielerin, als ich ein Zwerg war. Wir kennen uns sehr gut. Ich wollte mich mit Leuten umgeben, mit denen ich mich wie in einer Familie fühle.
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Donnerstag 09.06.2022
ZWISCHEN UNS
Ab 16. Juni 2022 im Kino
Feinfühlig und voller Wucht zeichnet ZWISCHEN UNS ein außergewöhnliches Mutter-Sohn-Porträt. Eva (LIV LISA FRIES) und ihr 13-jähriger, autistischer Sohn Felix (JONA EISENBLÄTTER) sind unzertrennlich. Während der scheue Felix unter Angst- und Wutattacken leidet und immer wieder aus der Schule wegläuft, kämpft Eva mit aller Kraft für ein stabiles und harmonisches Zusammenleben. Vertrauen und Verzweiflung, Hoffnung und Ohnmacht liegen in ihrer Beziehung nur einen Herzschlag voneinander entfernt. Eine Geschichte über Liebe und Loslassen ... über einen Neuanfang.

Ein Film von Max Fey
Mit Liv Lisa Fries, Jona Eisenblätter, Thure Lindhardt, Lena Urzendowsky, Corinna Harfouch u.a.

REGISSEUR MAX FEY ÜBER ZWISCHEN UNS

Was bedeutet es, an die Grenzen getrieben zu werden durch den Menschen, den man´am meisten liebt? Oder sich trennen zu müssen, obwohl man sich eigentlich nichts sehnlicher wünscht, als zusammen zu sein?
Es gibt in meinem familiären Umfeld Menschen, die mit Asperger diagnostiziert wurden. Und ich habe viele Familien mit autistischen Kindern kennengelernt, die dadurch in einem schwierigen Zwiespalt waren, die eine Entscheidung treffen mussten. Ich war schockiert, gerührt und auch fasziniert von diesen Begegnungen; es hat mich nicht mehr losgelassen.
Ich habe jahrelang recherchiert, habe mit autistischen Kindern gearbeitet, deren Eltern kennengelernt, habe mit Betreuern vom Familienentlastenden Dienst sowie mit Beamten und Juristen vom Jugendamt gesprochen. Alle haben gute Absichten. Wirklich. Aber vielleicht oder gerade deswegen nehmen die Dinge oft ihren Lauf.
Für mich war der erste Ansatz, einen autistischen Jungen zu portraitieren, seinen Alltag, seine Ängste, seine Bedürfnisse, seine Familie. Aber was heißt es autistisch zu sein? Wie fühlt sich das an? Wie genau sieht die Welt eines Autisten aus? Wie kann man das überhaupt wissen?
Im Prozess des Schreibens wurde uns bewusst, dass wir die Geschichte einer Mutter erzählen wollen. Einer alleinerziehenden, starken Frau, die wirklich alles in Bewegung setzt, um ihrem Sohn zu helfen. Und die gleichzeitig keine Ahnung hat, wie genau ihr Sohn die Welt sieht. Im Umgang mit Autisten ist es vielleicht genau diese Ohnmacht, die uns Nicht-Autisten verbindet. Evas Geschichte ist tragisch, leidenschaftlich, liebevoll, verzweifelt. Eva handelt so, weil sie nicht anders kann.
ZWISCHEN UNS ist für mich eine Geschichte über Liebe. Über Vertrauen und Hoffnung. Über Loslassen. Es ist die Geschichte eines Neuanfangs.


ZWISCHEN UNS - LIV LISA FRIES - VITA

Liv Lisa Fries ist eines der großen Schauspieltalente Deutschlands und wurde 2017 von „Variety“ zu den „10 Europeans to watch“ gekürt. Als Charlotte Ritter in der viel beachteten TV-Serie „Babylon Berlin“ von den Autoren und Regisseuren Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten begeistert sie Kritiker und Publikum gleichermaßen. Derzeit laufen die Dreharbeiten für die vierte Staffel.
Liv Lisa Fries wurde 1990 in Berlin geboren und steht seit 2005 vor der Kamera. Ihre erste Hauptrolle spielte sie 2006 in „Schimanksi - Tod in der Siedlung“ von Torsten C. Fischer an der Seite von Götz George.
Große Aufmerksamkeit erlangte sie mit dem ARD-Film „Sie hat es verdient“, in dem sie die aggressive Jugendliche Linda spielt, die ihre Mitschülerin zu Tode quält. Für ihre überzeugende Darstellung wurde sie 2012 mit der Goldenen Kamera als
Beste Nachwuchsschauspielerin sowie 2011 mit dem Günter-Strack-Fernsehpreis ausgezeichnet.
Ihre erste größere Rolle auf der Kinoleinwand hatte sie 2010 in dem preisgekrönten Jugenddrama BIS AUFS BLUT – BRÜDER AUF BEWÄHRUNG von Oliver Kienle.
Weiter spielte sie unter anderem Sophie Scholl in der ZDF/ ARTE-Reihe „Frauen, die Geschichte machten“, die Titelrolle im SWR-Tatort „Zirkuskind“ und die junge Amoklauf-Überlebende Laura in dem Kinofilm STAUDAMM (2013) von Thomas Sieben.
Für diese Rolle und ihre Darstellung der jungen an Mukoviszidose erkrankten Lea in UND MORGEN MITTAG BIN ICH TOT (2013) wurde sie mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet. Für UND MORGEN MITTAG BIN ICH TOT wurde sie unter anderem auch mit dem Bayerischen Filmpreis, dem Max-Ophüls-Preis und beim deutschen Regiepreis „Metropolis“ ausgezeichnet.
2015 war sie in Dietrich Brüggemanns HEIL und Özgür Yildirims BOY 7, 2016 als junge Lou Andreas Salomé in LOU ANDREAS SALOMÉ – WIE ICH DICH LIEBE von Cordula Kablitz Post im Kino zu sehen. Im dritten Teil der ARD-Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“ spielte sie die Kommissaranwärterin Charlotte Adler. Oliver Alexander Alaluukas’ Tragikomödie RAKETE PERELMAN (2017) mit Liv Lisa Fries in der Hauptrolle der jungen Modedesignerin Jen feierte auf dem Filmfestival Max-Ophüls-Preis Premiere. Der Kinofilm PRÉLUDE (2019), in dem sie neben Louis Hofmann zu sehen war, lief auf dem Filmfest München. Aktuell sieht man sie an der Seite von Jannis Niewöhner in Detlev Bucks Neuverfilmung von Thomas Manns DIE BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL (2021). Gerade abgedreht hat sie den internationalen Netflix-Film „Munich“ unter der Regie von Christian Schwochow.
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Donnerstag 02.06.2022
SUNDOWN – GEHEIMNISSE IN ACAPULCO
Ab 09. Juni 2022 im Kino
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Acapulco, Mexiko: In einem Luxushotel am Strand verbringt Neil (Tim Roth) mit Alice (Charlotte
Gainsbourg) und ihren Kindern entspannte Urlaubstage. Das Idyll hat ein Ende als Alice ein Anruf aus London erreicht: Ihre Mutter ist gestorben. Während sie umgehend zurück nach London reist, um sich um die Hinterlassenschaften zu kümmern, kehrt Neil vom Flughafen an den Strand zurück – angeblich hat er seinen Pass im Hotel liegen lassen. Um einer Rückkehr in sein Leben zu umgehen, lügt er Alice fortan weiter an. Bis sie eines Tages wieder am Strand steht und ihn konfrontiert, mit seinen Lügen und seiner fehlenden familiären Verantwortung.
Die schwelenden Konflikte brechen offen zutage, doch Neil zieht sich nur umso weiter zurück und bleibt nach einem weiteren Schicksalsschlag am Ende wieder allein am Strand zurück, während die Sonne immer wieder aufs Neue untergeht, am Strand von Acapulco.

Regie: Michel Franco
Mit Tim Roth, Charlotte Gainsbourg, Iazua Larios

Nach NEW ORDER – DIE NEUE WELTORDNUNG setzt Autor und Regisseur Michel Franco mit SUNDOWN – GEHEIMNISSE IN ACAPULCO seine filmische Suche nach Reaktionen von Individuen und Gesellschaften in Ausnahmesituationen fort. Taucht in einem ruhigen Erzählstil, der einer Momentaufnahme gleicht, ein in die Sonnen- wie Schattenseiten von Acapulco und legt dabei oftmals wortlos das Seelenleben seiner Protagonisten offen.
Ein flirrender, leiser, bildstarker Thriller, der vor der kontrastreichen Kulisse Acapulcos die Diskrepanzen aufzeigt, die in jeder noch so untrennbar scheinenden Beziehung stecken und die umso schonungsloser zutage treten, wenn das Gleichgewicht eines bestehenden Systems durch unvorhergesehene Ereignisse ins Wanken gerät.
SUNDOWN – GEHEIMNISSE IN ACAPULCO feierte seine Premiere im Wettbewerb der 78. Internationale Filmfestspiele von Venedig und startet am 9. Juni 2022 im Verleih von Ascot Elite Entertainment und 24 Bilder bundesweit in den Kinos.


MICHEL FRANCO (Drehbuch, Regie, Produktion, Schnitt)

Michel Franco wurde 1979 in Mexico City geboren, zählt aktuell zu den führenden mexikanischen Filmemachern und verfügt längst auch international über großes Renommee. Zu den Filmen, die er geschrieben, inszeniert und produziert hat, gehören CHRONIC (2015), der beim Festival de Cannes einen Preis für das beste Drehbuch erhielt, LAS HIJAS DE ABRIL (2017), der im Rahmen von Un Certain Regard beim Festival de Cannes den Jurypreis gewinnen konnte, und DESPUÉS DE LUCÍA (2012), der im Rahmen von Un Certain Regard beim Festival de Cannes den Hauptpreis zugesprochen bekam.
Sein Regiedebüt hatte Franco 2009 mit DANIEL Y ANA abgeliefert; 2015 realisierte er zudem den Film A LOS OJOS. Zudem ist Michel Franco Produzent von 600 MILES („600 millas“, 2015) von Regisseur Gabriel Ripstein, der auf der Berlinale den Preis für das beste Filmdebüt gewinnen konnte, und CARACAS, EINE LIEBE („Desde allá“, 2015) von Regisseur Lorenzo Vigas, der auf der Mostra in Venedig mit dem Goldenen Löwen als bester Film ausgezeichnet wurde.
Nachdem er im Jahr 2020 mit NEW ORDER – DIE NEUE WELTORDNUNG bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig den Silbernen Löwen (Grand Jury Prize) gewann, kehrte er im vergangenen Jahr mit seinem siebten Film SUNDOWN – GEHEIMNISSE IN ACAPULCO mit Tim Roth und Charlotte Gainsbourg zurück auf den Lido.


STATEMENT DES REGISSEURS:
Dass SUNDOWN – GEHEIMNISSE IN ACAPULCO in Acapulco spielt, ist kein Zufall. Es ist schockierend für mich mitanzusehen, wie sich die Stadt, in der ich als Kind meine Ferienzeit? verbrachte, in ein Epizentrum der Gewalt verwandelte. Die Erkundung der gegenwärtigen Perspektiven in Acapulco ist auch eine Charakterstudie und eine Studie über Familiendynamiken.
Die Sonne nimmt eine zentrale Stellung ein und trifft hart und direkt. Das Bild muss immer zwei wesentliche Dinge reflektieren: Den emotionalen Gemütszustand der Charaktere und die Gewalt, die in ihrer unmittelbaren Umgebung vorherrscht.



TIM ROTH (Neil Bennett)
Die Karriere des am 14. Mai 1961 in London, als Sohn einer Lehrerin und eines Journalisten mit Liebe zur Malerei, geborenen Schauspielers begann überraschenderweise mit einer Mutprobe in der Schule. Scherzhaft sprach er dort für ein Theaterstück vor und bekam die Rolle, obwohl der leidenschaftliche Künstler den Wunsch hatte Bildhauer und Maler zu werden. Schon bald sollte er feststellen, dass er das Schauspielhandwerk wirklich liebte und so zog es ihn nach dem Schulabschluss auf eine Londoner Kunsthochschule, wo er Schauspiel studierte.
Nach einem festen Engagement an einem öffentlichen Theater, zog es ihn im Jahr 1982 erstmals vor die Kamera. In der umstrittenen TV-Produktion MADE IN BRITAIN spielte Roth einen rassistischen Skinhead. Es folgten mehr als fünfzehn Film- und TV-Projekte, darunter der von der Kritik hochgelobte MEANTIME von Michael Leigh, bevor er 1984 für Stephen Frears THE HIT in seiner ersten Kinorolle zu sehen war, die ihm gleichzeitig eine Nominierung bei den BAFTA Awards als „Most Promising Newcomer“ bescherte. Es folgten Rollen in der Kannibalen-Komödie DER KOCH, DER DIEB, SEINE FRAU UND IHR LIEBHABER, ROSENKRANZ & GÜLDENSTERN sowie als Vincent van Gogh in VINCENT UND THEO.
Eine Promo-Tour zu VINCENT UND THEO war es auch, die Roth erstmals in die USA führte, wo er sich schnell auch permanent aufhielt und nach Los Angeles zog. Seine kantigen und leisen Darstellungen wurden schnell zu seinem Markenzeichen und führten ihn direkt in Quentin Tarantinos Regiedebüt RESERVOIR DOGS. Mit seiner Darstellung des Mr. Orange in Tarantinos düsterer Geschichte eines schief gelaufenen Juwelenraubs gelang ihn wohl der endgültige Durchbruch, auch in Hollywood. Tarantino besetzte ihn auch in seinen nachfolgenden Film, dem Kult Hit PULP FICTION und im Episodenfilm FOUR ROOMS.
Sein Debüt in einem Studiofilm gab er schließlich 1995 in ROB ROY, in dem an der Seite von Liam Neeson und Jessica Lange zu sehen war. Eine Rolle, die als einer der besten Bösewichte der Filmgeschichte gilt und die ihm neben dem BAFTA Award als bester Nebendarsteller auch Nominierungen für den Academy Award (Oscar) und den Golden Globe einbrachte.
1999 realisierte Roth sein Regiedebüt THE WAR ZONE. Das Drama behandelt den sexuellen Missbrauch eines Vaters an seiner Tochter und die daraus resultierende Familientragödie. In den Hauptrollen waren Ray Winstone und Tilda Swinton zu sehen und der Film erntete auf zahlreichen Festivals gute Kritiken sowie den European Film Award als „Entdeckung des Jahres“. Im Rahmen der Pressearbeit zu seinem Film verriet Roth das er über Jahre hinweg selbst Opfer von sexuellem Missbrauch wurde.
Für Tim Burton’s Remake von PLANET DER AFFEN, in dem er den bösen und sadistischen Chimpansen General Thade verkörperte, lehnte er 2001 die Rolle des Severus Snape in der der Bestsellerreihe „Harry Potter“ ab, die später Alan Rickman bekam. Es folgten Rollen in Francis Ford Coppola’s JUGEND OHNE JUGEND und der US-Version des Haneke-Thrillers FUNNY GAMES an der Seite von Naomi Watts, bevor in der Marvel-Verfilmung DER UNGLAUBLICHE HULK zu sehen war.
Ab 2009 war Tim Roth das Gesicht der TV-Serie LIE TO ME, in der er über drei Staffeln hinweg einen menschlichen Lügendetektor verkörperte, der in der Lage ist, die Menschen zu lesen und so auch Kriminalfälle aufzudecken.
2012 wurde Roth als Jurypräsident der Reihe Un Certain Regard präsentiert, seitdem war er u.a. in dem prämierten Drama BROKEN, dem Biopic GRACE OF MONACO und als FIFA-Präsident Sepp Blatter in UNITED PASSIONS zu sehen. Wenig später arbeitete er für CHRONIC erstmals mit Regisseur Michael Franco zusammen und auch mit Quentin Tarantino gab es ein Wiedersehen für eine Rolle in seinem Western THE HATEFUL EIGHT.
Auch im TV war Roth in den vergangenen Jahren häufiger zu Gast. Nach der Erfolgsserie LIE TO ME wurde er auch zum Gesicht der britisch-kanadischen Sky Atlantic-Serie TIN STAR. Nach Rollen in den Festivalerfolgen BERGMAN ISLAND und SUNDOWN – GEHEIMNISSE IN ACAPULCO verschlägt es ihn für die Disney+/Marvel-Serie SHE-HULK bald wieder in das Marvel Cinematic Universe.
Tim Roth lebt in Los Angeles, ist das zweite Mal verheiratet und hat drei Söhne.


CHARLOTTE GAINSBOURG (Alice Bennett)
Charlotte Gainsbourg kam am 21. Juli 1971 als Tochter der Ikonen Serge Gainsbourg und Jane Birkin in London zur Welt. Ihr schauspielerisches Debüt gab sie ohne vorherige Ausbildung bereits 1984, im Alter von 13 Jahren in DUETT ZU DRITT an der Seite von u.a. Catherine Deneuve. Noch im gleichen Jahr nahm sie zusammen mit ihrem Vater das Duett "Serge Gainsbourg and Charlotte Gainsbourg: Lemon Incest" auf und stand für das Musikvideo erstmals auch mit ihm vor der Kamera.
1985 übernahm sie die Titelrolle in Claude Millers DAS FRECHE MÄDCHEN und erhielt 1986 dafür ihren ersten César in der Kategorie "Beste Nachwuchsdarstellerin". In dem von Serge Gainsbourg geschriebenen und inszenierten Drama CHARLOTTE FOR EVER stand sie 1986
ebenfalls in der Titelrolle und erneut an der Seite ihres Vaters vor der Kamera. Nach einem Drehbuch ihrer Mutter Jane Birkin und schauspielerisch an ihrer Seite folgte 1988 DIE ZEIT MIT JULIEN unter der Regie von Agnès Varda. Noch im gleichen Jahr besetzte Claude Miller sie in DIE KLEINE DIEBIN, nach einem Drehbuch von François Truffaut, in der Hauptrolle.
In den folgenden Jahren folgten zahlreiche weitere Filmrollen, so verkörperte sie unter anderem im Jahr 1996 die Hauptrolle in JANE EYRE, für ihre Nebenrolle in LA BÛCHE erhielt sie im Jahr 2000 ihren zweiten César als "Beste Nebendarstellerin". Im gleichen Jahr stand sie an der Seite von Gérard Depardieu und Jon Malkovich in der TV-Serie der Neuverfilmung von LES MISÈRABLES – GEFANGENE DES SCHICKSALS vor der Kamera, 2003 war sie wiederum auf der Kinoleinwand in Alejandro González Iñárritus Oscar-nominiertem Drama 21 GRAMM zu sehen.
An der Seite von Willem Dafoe war sie 2009 erstmals unter der Regie von Lars von Trier in seinem Horrorthriller ANTICHRIST zu sehen, die Zusammenarbeit wurde 2011 mit MELANCHOLIA und 2013 mit NYMPHOMANIAC (TEIL 1, TEIL 2) fortgesetzt. Zusammen mit Pete Doherty und August Diehl war sie ferner unter anderem 2012 in CONFESSION zu sehen, 2017 in einer Hauptrolle in FRÜHES VERSPRECHEN, 2020 in einer Episodenrolle der erfolgreichen französischen Serie CALL MY AGENT! und 2021 als und in SUZANNA ANDLER nach einem Buch von Marguerite Duras.
Neben ihren Erfolgen als Schauspielerin tritt Charlotte Gainsbourg auch immer wieder als Sängerin in Erscheinung. Seit 1991 ist sie mit dem Schauspieler Yvant Attal liiert, das Paar hat drei gemeinsame Kinder und lebt in New York.
Quelle: Verleih
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Mittwoch 25.05.2022
I AM ZLATAN
Ab 19. Mai 2022 im Kino
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I AM ZLATAN erzählt die einzigartige Geschichte des legendären Fußballspielers Zlatan Ibrahimovi?, der sich von ganz unten an die Weltspitze hochgearbeitet hat. Mit seinen inzwischen 40 Jahren spielt er noch immer auf Top-Niveau in den besten Ligen der Welt und durfte im Laufe seiner langen Karriere für fast alle großen Vereine auflaufen.
Das Biopic startet am 19. Mai 2022 im Verleih von Telepool bundesweit in den deutschen Kinos – und damit direkt vor dem letzten Spieltag der Serie A, an dem Zlatan mit seinem Verein AC Mailand einen weiteren nationalen Meistertitel gewinnen will. Wir freuen uns, Ihnen mit dem deutschen Trailer einen Einblick in die Anfänge einer beispiellosen Fußballerkarriere geben zu können.

Regie: Jens Sjögren
Mit: Granit Rushiti, Dominic Andersson Bajraktari, Cedomir Glisovic, Merima Dizdarevi?, Håkan Bengtsson, Linda Haziri, Selma Mešanovi?, Emmanuele Aita, Gijs Naber

Zum Inhalt:

I AM ZLATAN erzählt die Anfänge des Zlatan Ibrahimovi?, der in einer aus dem Balkan eingewanderten Familie in einem schwedischen Armenviertel aufwuchs. Der Film gibt einen bewegenden Einblick in Zlatans Privatleben und in seine Beziehung zu Rosengård, dem Problemviertel von Malmö, das er immer sein Zuhause nennen wird. Gegenüber seinem Umfeld verhält sich Zlatan stets nach dem Motto „Listen, but don’t listen“: gute Ratschläge annehmen, aber sich niemals verbiegen lassen. Sein fußballerisches Talent und seine Unabhängigkeit führten ihn gegen alle Widrigkeiten zu internationalen Topteams wie Ajax Amsterdam, Juventus Turin, Inter Mailand, FC Barcelona, Paris Saint-Germain, Manchester United – und aktuell im stolzen Alter von 40 Jahren erneut zum AC Mailand.

I AM ZLATAN beruht auf der Autobiografie „Ich bin Zlatan Ibrahimovi?“ von David Lagercrantz und Zlatan Ibrahimovi?. In der Verfilmung übernimmt Granit Rushiti die Rolle von Zlatan als jungem Erwachsenen, der 11-jährige Zlatan wird von Dominic Andersson Bajraktari gespielt. Cedomir Glisovic und Merima Dizdarevi? sind als Zlatans Eltern Šefik und Jurka zu sehen. Linda Haziri schlüpft in die Rolle von Zlatans Schwester Sanela als Jugendliche und Selma Mešanovi? spielt sie als Erwachsene. Håkan Bengtsson verkörpert Zlatans Jugendtrainer Nils-Åke Sandell, Emmanuele Aita den berühmt-berüchtigten Spielerberater Mino Raiola und Gijs Naber die niederländische Trainer- und Spielerlegende Ronald Koeman.
Regie führte Jens Sjögren. Das Drehbuch stammt von David Lagercrantz und Jakob Beckman. In der deutschen Fassung des Films übernimmt Marcel Reif eine Synchronrolle als Fußballkommentator. Produziert wird I AM ZLATAN von Fredrik Heinig, Frida Bargo und Mattias Nohrborg mit Koji Nelissen und Derk-Jan Werrink als Co-Produzenten. Joakim Rang Strand, Anna Croneman, Peter Possne, Lone Korslund, Per Bouveng, Maria Mörner und David Lagercrantz fungieren als ausführende Produzenten.
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Donnerstag 19.05.2022
MAIXABEL
Ab 26. Mai 2022 im Kino
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Im Jahr 2000 wird Juan Mari Jáuregui, der frühere sozialistische Zivilgouverneur der baskischen Provinz Gipuzkoa, durch einen Mordanschlag der ETA getötet. Eine Welt bricht zusammen für Maixabel Lasa, seine Frau und politische Weggefährtin. So schwer es ihr fällt, sie muss die Kraft zum Weitermachen finden, für ihre Tochter María, für den Dialog, für den Juan Mari sich so leidenschaftlich eingesetzt hatte. Elf Jahre später erhält sie eine ungewöhnliche Anfrage: Zwei der Mörder bitten sie um ein Gespräch. Maixabel wagt die Begegnung, gegen alle Widerstände, auch ihre eigenen. Sie stellt sich dem Dialog mit denen, die ihr so unendlichen Schmerz zugefügt haben, den Mördern ihres Mannes.

Ein Film von ICÍAR BOLLAÍN
Mit BLANCA PORTILLO, LUIS TOSAR, URKO OLAZABAL u.v.a.


PRESSESTIMMEN

Ein emotionaler Film. Zutiefst emotional. Ein notwendiger Film. Zutiefst notwendig.
EL NACIONAL

Ein Meisterwerk, bewegend und voller Hoffnung, mit einer fantastischen Blanca Portillo und einem überragenden Luis Tosar... Schon oft hat Icíar Bollaín ihr großartiges Talent bewiesen. Hier übertrifft sie sich selbst.
CINEMAGAVIA

Vielen von uns würden wohl die Haare zu Berge stehen, wenn man uns nur erzählte, dass diese Geschichte im wirklichen Leben passiert ist. Aber sie ins Kino zu übertragen, sie glaubwürdig zu machen, zu erreichen, dass wir sie nachvollziehen können, Emotion und Mitgefühl zu vermitteln – das ist ein Unterfangen am Rand des Abgrunds oder der Anmaßung. Icíar Bollaín hat es gemeistert.
EL PAIS

„Maixabel“ bewegt, schmerzt, beunruhigt. Er zwingt uns, uns zu erinnern, uns zu empören, Gefühle und Vorurteile neu zu überdenken. Und obwohl er jede Sentimentalität vermeidet, findet er ein derart bewegendes Ende, dass kein Auge im Saal trocken bleibt.
EL CORREO

Ein kraftvolles, sensibles Drama über Schuld und Vergebung... Der Film ist absolut erstaunlich: Er enthält sich jeder Sentimentalität und geht dennoch tief unter die Haut. Hier geht es nicht nur um die ETA und Spanien, das ist kein Regionalkonflikt und schon gar kein abgeschlossenes Kapitel. Hier geht es um die Beziehungen zwischen Menschen, Nachbarn, Religionen, Sprachen, Staaten und Ideologien auf der ganzen Welt.
PROGRAMMKINO.DE

Ein herausragendes Drehbuch und Schauspieler von überwältigender Intensität und Integrität... Blanca Portillo ist umwerfend. In ihrem Gesicht scheinen immer mehrere Gefühlsebenen zugleich auf, Licht und Schatten, Wut und Sympathie, Härte und Verletzlichkeit. Und Luis Tosar: Was ist das für ein großartiger Schauspieler! (...)
San Sebastián, wo der Film seine Weltpremiere hatte, ist eine baskische Stadt, Donostia. Während der Schlussszene hörte man von überall her im Kinosaal leises Weinen. Das lässt hoffen, dass Heilung möglich ist.
DEADLINE

Ein zutiefst tief bewegendes Plädoyer für den Dialog!
CINEUROPA

Wunderbar ausbalanciert und sensibel, von großer emotionaler Kraft... „Maixabel“ endet mit einer Szene, in der eine Gruppe zumeist älterer Menschen auf einem Hügel ein baskisches Lied singt. Das mag nicht sehr aufregend klingen. Und doch zeugt es von der emotionalen Kraft und der Klugheit dieses Films, dass es uns so tief berührt, dass man im Kinosaal eine Nadel fallen hören könnte.
SCREEN DAILY

In seltenen Fällen entsteht im Kinosaal eine Art von Verschmelzung zwischen Publikum und Film, eine aufgeladene Stille. Die Bilder scheinen die Leinwand zu verlassen, um sich bei jeder und jedem Einzelnen der Zuschauer einzunisten. Genau das ist bei der Weltpremiere von Icíar Bollaíns spektakulärem Film „Maixabel“ geschehen. (…) Die ganze Meisterschaft von Blanca Portillo und Luis Tosar entfaltet sich hier zu einem einzigen Leuchten. Das ist keine brillante Darstellung mehr. Es ist die pure Kunst des Schauspiels.
FOTOGRAMAS

Ein Plädoyer für den Frieden... „Maixabel“ kommt zur absolut richtigen Zeit in die Kinos.
KINOZEIT.DE

Ein großer, ein wichtiger Film... Dieses Material ist explosiv. Aber hier ist alles stimmig, dank dem präzisen, wahrhaftigen, mutigen Drehbuch von Isa Campo und Icíar Bollaín. Nichts von all dem wäre möglich ohne das großartige Ensemble. Blanca Portillo ist herausragend, und was Luis Tosar macht, lässt einen sprachlos zurück.
EL ESPAÑOL



ZUM FILM
‚Maixabel – Eine Geschichte von Liebe, Zorn und Hoffnung’ erzählt auf meisterhafte, tief bewegende Weise eine wahre Geschichte. Icíar Bollaín und ihrer Koautorin Isa Campo ist ein Wunder gelungen. Indem ihr Film voller Respekt nah und nüchtern an den tatsächlichen Ereignissen bleibt, verwandelt er sie gleichsam in eine Fiktion mit der ganzen emotionalen Wucht und Wahrhaftigkeit großen Kinos. Eine Geschichte über den unendlichen Schmerz, den die Gewalt hinterlässt, über die Notwendigkeit des Dialogs, um Hass und Gewalt zu überwinden. Die Geschichte einer großen, über den Tod hinausreichenden Liebe, die die Kraft zum Weitermachen gibt. Und nicht zuletzt großes Schauspielerkino, mit einem atemberaubenden, vielfach ausgezeichneten Ensemble: Blanca Portillo als Maixabel, Luis Tosar als Ibon Etxezarreta, Urko Olazabal als Luis Carrasco und María Cerezuela als Maixabels Tochter María.




EINE WAHRE GESCHICHTE
PRODUKTIONSNOTIZEN

2013 erschien in der Tageszeitung El País ein langes Interview mit Maixabel Lasa über ihr Treffen mit einem der Mörder ihres Mannes. Das war die Initialzündung für die Produzenten Koldo Zuazua und Juan Moreno, die sich schon lange mit der Idee zu einem Film über den schwierigen Weg der Aussöhnung in der baskischen Gesellschaft trugen. „Maixabel verkörperte alles, was wir gesucht hatten. Es liegt etwas Notwendiges in dem, was da auf sehr persönliche und vorsichtige Weise geschehen ist, der Keim der Versöhnung“, sagt Koldo Zuazua. „Die Botschaft des Films ist: Es ist möglich. Wenn es diesen zwei Menschen möglich war, dann ist es für alle möglich, für jeden Konflikt“, ergänzt Juan Moreno. Zuazua und Moreno fragten Icíar Bollaín und die Autorin Isa Campo, ob sie dieses Projekt machen wollten.
„Ich hatte dieses Interview gelesen“, sagt Icíar Bollaín. „Es erschien mir unglaublich, dass ein Opfer bereit war, sich mit der Person zu treffen, die ihm so viel Schmerz zugefügt hat. Gleichzeitig musste ich darüber nachdenken, welche Reise die Täter unternommen haben. Wie wird aus einem Mitglied der ETA, das Morde begangen hat, derjenige, der sich einem seiner Opfer stellt?“ Das Drehbuch schrieb Icíar Bollaín dann gemeinsam mit Isa Campo, der langjährigen Autorin von Isaki Lacuesta. „Ich kannte Isa bis dahin nicht persönlich“, sagt Bollaín, „es war eine großartige Möglichkeit, gemeinsam mit ihr zu arbeiten. Sie war es dann vor allem, die eine Struktur für die Geschichte gefunden und die Hauptlast beim Schreiben getragen hat.“

RECHERCHE
„Wir haben versucht, das Puzzle dieser komplexen Geschichte von vielen Seiten aus zusammenzusetzen“, sagt Isa Campo. Am wichtigsten dabei waren die persönlichen Begegnungen. Über ein Jahr lang trafen Icíar Bollaín und Isa Campo immer wieder Maixabel Lasa, ihre Tochter María und Zeitzeug:innen wie die Leiterin des Opfer-Täter-Programms Esther Pascual, dann auch Ibon Etxezarreta, Luis Carrasco und andere ETA-Dissidenten. „Normalerweise hat man nicht diesen Zugang aus erster Hand“, sagt Isa Campo, „wie jemand zum Terroristen wird, warum er zu zweifeln beginnt, warum er sich schließlich mit dem Opfer trifft. Ebenso Maixabels Entwicklung von dem Moment an, wenn sie vom Anschlag erfährt, bis zum Moment, da sie dem Täter gegenüber sitzt. Es war eine aufwühlende Reise für uns alle. Die Protagonisten der Geschichte haben uns bei der Hand genommen und erzählt, was sie erlebt haben. Bei jedem Treffen war es so, als würden wir die Seelen unserer Gesprächspartner berühren.“
Icíar Bollaín erinnert sich, dass ihr zu Beginn der Arbeit fast schwindlig wurde angesichts der Herausforderung. „Maixabel und unzählige andere Opfer in Spanien haben wirklichen, unendlichen Schmerz erfahren. Das verlangt Respekt und Zurückhaltung. Zum zweiten, weil wir die Geschichte zwar aus Maixabels Perspektive und der ihrer Tochter erzählen wollten, aber die andere Seite auch präsent sein musste. Man musste alle Beteiligten kennenlernen, auch die Mörder und ihre jahrelangen Prozesse der Veränderung. Es brauchte Kontext und Hintergrund, um diese Welt, um diese Geschichte erzählen zu können.“

WIRKLICHE MENSCHEN
„Wir sind davon ausgegangen, dass diese Geschichte ebenso wahr wie unglaublich ist“, sagt Icíar Bollaín. „Sie ist singulär, nicht repräsentativ. Maixabel ist eine sehr außergewöhnliche Frau. Es gab nur sehr wenige Begegnungen von Opfern mit den wirklichen Tätern: Maixabel hat das gemacht. Sie hat etwas Einzigartiges, eine große Klarheit in ihren Ideen. Sie ist sehr transparent, strahlend, nicht nur auf der persönlichen Ebene, sondern auch in ihrem Beitrag zur Aussöhnung der Gesellschaft. Sie hat viel Gegenwind erfahren, von Seiten der Opfer, aber auch aus ihrem Umfeld.“ Icíar Bollaín kannte das Risiko, fiktionale Filme über wirkliche, lebende Menschen zu machen, bereits von ihrem Film ‚Yuli‘. Wurde dort der Tanz schließlich zum dramaturgischen und künstlerischen Mittel, um die Lebensgeschichte Carlos Acostas zu erzählen, entschieden sich Campo und Bollaín bei ‚Maixabel’ dafür, nah und nüchtern an den Ereignissen zu bleiben. Das eigentliche Drama, die Emotionen sind in den Zwischenräumen der Geschichte angesiedelt.

FAKTEN UND FIKTION
So wenig ‚Maixabel’ ein Biopic ist, so eng hält er sich an die Tatsachen. „Man kann diese Geschichte und vieles von dem, was passiert ist, nicht erfinden“, sagt Icíar Bollaín, „es ist zu unglaublich. Eigentlich ist das Einzige, was von den tatsächlichen Begebenheiten abweicht,
die Zeit. In unserem Film ist alles konzentrierter, verdichteter.“ Dabei ging es nicht nur um die Begegnungen Maixabels mit den Mördern ihres Mannes, sondern auch um die Details.
Von Ibons einsamer Erinnerungsfahrt an die Tatorte vor dem Treffen mit Maixabel hatte der wirkliche Ibon erzählt: „Er sagte uns“, erinnert sich Bollaín, „dass er sich seiner Geografie des Leids stellen wollte, bevor er sich mit Maixabel traf. Das hat mich sehr beeindruckt, es lässt einen bildlich begreifen, wie dieser Mann die Verantwortung für das übernimmt, was er gemacht hat. Und gleichzeitig ist diese Szene eine Hommage an die Opfer.“
Auch die gemeinsame Fahrt Ibons mit Maixabel am Ende des Films hat wirklich stattgefunden, mit einem Strauß von zehn roten und einer weißen Nelke. Bis hin zu den Dialogen orientierten sich Icíar Bollaín und Isa Campo an dem, was ihnen die Beteiligten erzählt hatten. Dass sie lieber Juan Maris Witwe als Ibons Mutter sei, hatte Maixabel während des privat organisierten Treffens in Esther Pascuals Wohnung zu Ibon gesagt. Tage später erhielt sie einen Anruf. „Es war Ibon“, erzählt Maixabel Lasa. „Er fagte mich, ob ich mich daran erinnere, was ich zu ihm gesagt habe. Gut, meinte er, er habe jetzt die Antwort: Er wäre lieber Juan Mari als sein Mörder.“

OHNE WORTE
Campo und Bollaín entschieden sich dafür, den Film mit dem Attentat zu beginnen, inszeniert wie ein Thriller, aus unterschiedlichen Perspektiven. „Aus den Nachrichten waren wir es gewohnt, die Fakten zu erfahren, die Namen der Ermordeten“, sagt Icíar Bollaín. „Aber in einem Film kann man erzählen, wie sich das anfühlt, was es bedeutet für die Frau des Ermordeten, die Tochter, die Freunde. Es war wichtig, die Folgen für die Hinterbliebenen zu sehen, wie sie die Nachricht erfahren, wie sie reagieren, wie sie kämpfen, um weiterzumachen. Und auf der anderen Seite war es wichtig, die Täter am Ausgangspunkt ihrer Reise zu sehen, wenn sie sich die Hände schmutzig machen. Nur so lässt sich die Größe dieses Moments begreifen, wenn sie schließlich Maixabel gegenübersitzen.“
Eine große Herausforderung lag darin, die politischen Hintergründe ohne didaktisches Reenactment so zu erzählen, dass sie sich auch jüngeren Leuten in Spanien oder dem nichtspanischen Publikum erschließen. Das unerbittlich klingelnde Telefon bei Maixabel, die unerwartete Ankunft der Tante im Jugendcamp von María: Eindringlicher und authentischer lässt sich die Wucht und die Omnipräsenz des baskischen Konflikts bis hinein in die einzelnen Leben nicht schildern. Diese Szenen stehen exemplarisch für die Herangehensweise von Isa Campo und Icíar Bollaín: Den tatsächlichen Ereignissen bis in die Details treu zu bleiben, um sie dann im Film wie fiktives Material zu behandeln.

EINE LIEBESGESCHICHTE
‚Maixabel’ ist auch die Geschichte einer großen Liebe. „Juan Mari ist in unserem Film immer sehr präsent“, sagt Icíar Bolaín, „nicht nur auf den Fotos in Maixabels Wohnung. Sie weiß, dass Juan Mari das gleiche machen würde wie sie, das gibt ihr die Kraft.“ Maixabel Lasa spricht in Interviews selbst davon, wie sehr sie der Verlust ihres Mannes getroffen hat. „Ich denke jeden Tag an Juan Mari, bis heute. Und nicht einmal, tausendmal. Die ETA hat unsere Aussichten radikal zerstört, von einem Tag auf den anderen. Aber Juan Mari hat immer mit allen geredet. Er glaubte an die Macht des Worts, an den Dialog. Ich bin sicher, dass er versucht hätte, mit seinen Mördern zu reden. Ich bin überzeugt davon, dass es richtig war, mich auf diese Treffen einzulassen. Danach fühlte ich mich leichter.“ Die Szene, wenn Maixabel die Nachricht erfährt, dass die ETA den bewaffneten Kampf endgültig aufgegeben hat, erzählt in einer großartigen Verdichtung von dieser tiefen Liebe über den Tod hinaus. Maixabel, allein auf dem Sofa, flüstert: „Wir haben es geschafft. Wir haben es geschafft, Juan Mari.“ Es ist die einige Szene im Film, in der sie ihre Beherrschung verliert.

BLANCA PORTILLO
Zur Vorbereitung auf ihre Rolle las Blanca Portillo zunächst sehr viel. „Dann kam ein Moment, wo ich dachte: Ich muss ins Baskenland, nach Gipuzkoa, ich muss den Ort und die Leute kennenlernen, um das alles besser zu verstehen. Ich erinnere mich, dass ich ankam und Icíar mir sagte: Sehr gut, hier ist die Telefonnummer von Maixabel, ruf sie an, triff dich mit ihr. Ich habe zwei, drei Tage gebraucht, bis ich mich getraut habe, ich war viel zu nervös. Und dann war es ein wunderbares Treffen, mit großem Vertrauen und unendlicher Großzügigkeit von ihrer Seite. Sie hat alles beantwortet, was ich wissen wollte.“ So sehr die Gespräche halfen, Einblicke in die Zeit und die Umstände bis hinein in die Gefühlswelten zu bekommen, so sehr wuchsen auch die Zweifel: „Ich hatte eine Riesenangst“, sagt Blanca Portillo. „Es ist nicht einfach, einen Menschen darzustellen, der neben dir sitzt, mit dem du ein Glas Wein trinkst, den du auch idealisierst, weil du sofort begreifst, wie besonders er ist. Maixabel Lasa kennenzulernen bedeutet: Es gibt ein Leben davor und danach.“ Es war dann Maixabel, die Blanca Portillo half, diese Unsicherheit zu überwinden: „Sie hat eine unglaubliche Fähigkeit, sich in dich hineinzuversetzen, sie hat intuitiv die Ängste begriffen, die mich umgetrieben haben, und sie mit der größten Selbstverständlichkeit der Welt aufgelöst. Eines Tages rief sie mich an und sagte: „Hallo Blanca, wie geht’s dir? Ich bin’s, Maixabel, dein Double.“
Ähnlich, wie es Icíar Bollaín und Isa Campo mit dem Drehbuch gelang, aus dem Faktischen die Kraft der Fiktion zu gewinnen, fand Blanca Portillo den Zugang zu ihrer Rolle. „Maixabel in die Augen zu sehen, war etwas, das es mir möglich machte, meine Idee der Figur zu vervollständigen. Natürlich waren auch die Gespräche mit Icíar enorm wichtig. Sie ist unglaublich großzügig und aufmerksam. Und die Aufgabe wurde immer klarer: Nicht zu versuchen, eine Imitation herzustellen. Das hätte keinen Sinn gemacht, es gibt nur eine Maixabel. Aber ihrer Lebenshaltung treu zu bleiben, ihrem Charakter, ihrer menschlichen und geistigen Grandezza. Und der Figur das mitzugeben, was ich habe.“

LUIS TOSAR
‚Maixabel’ ist die vierte Zusammenarbeit Luis Tosars mit Icíar Bollaín, jedesmal wurde er für den Spanischen Filmpreis Goya nominiert, mit „Öffne meine Augen“ gewann er ihn. „Luis ist einer der wenigen Schauspieler, die so etwas spielen können“, sagt Icíar Bollaín. „Es war ein
Geschenk, mit ihm und Blanca arbeiten zu können. Es geht um eine wahre Geschichte, mit wirklichen Menschen, um sehr schmerzhafte Dinge. Sie haben das verstanden, sie haben das mit großem Respekt gemacht.“
Als Icíar Bollaín ihm die Rolle des Ibon antrug, zögerte Luis Tosar im ersten Moment. „Das war ein so sensibler, so explosiver Stoff, eine so komplexe Figur. Aber dann kam sofort der Gedanke: Ich muss das spielen. Wenn Icíar das macht, wird es gut gehen.“ Tosar traf sich, wie
alle anderen Schauspieler:innen auch, in der Vorbereitung mit Maixabel Lasa und anderen Zeitzeug:innen, schließlich auch mit Ibon Etxezarreta. „Wir haben sehr von der Großzügigkeit der Menschen profitiert, die das alles erlebt haben. Ich habe versucht, keine Imitation von Ibon abzuliefern. Wir haben versucht, das aufzunehmen, was uns Maixabel, Ibon und die anderen erzählten, und das mit großem Respekt zu übersetzen. Ich habe noch nichts Vergleichbares gemacht. Du weißt, dass du von etwas Wirklichem ausgehst. Es ging darum, 20 Jahre eines komplexen Prozesses aufzunehmen und zu verdichten und das später so wahrhaftig wie möglich darzustellen – und dabei eine Fiktion, einen Spielfilm zu schaffen.“
Es ging Luis Tosar in seinen Gesprächen mit Ibon Etxezarreta vor allem darum, dessen Entwicklung besser zu verstehen: Der Film ist vor allem im ersten Teil in Zeitsprüngen und Ellipsen erzählt, die Entwicklung der Figur, ihre Zweifel, das Reifen der Entscheidung, die Erfahrung von 10 Jahren Gefängnis mussten sich in kleinen Gesten und Veränderungen ausdrücken. „Es hat mich beeindruckt, jemanden zu sehen, der nichts mit dem zu tun hat, der er vor 20 Jahren war. Ich habe versucht, mir den Ibon von früher vorzustellen, den Fanatiker, der fähig war, für seine Ideale zu töten, der alle Empathie unterdrückt. Es fiel mir sehr schwer. Ibon hat es geschafft, das Ruder herumzureißen, dank Leuten wie Maixabel.“
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