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1. München „Out Of The Box“- Festival: Uraufführung der Riesenrad-Oper ...
2. München: Z’Fuaß am Flaucher mit dem Duo Schriefl-Bär
3. Gröbenzell: Rainhard Fendrich räumt ab
4. München: „Sing, You Sinners!“ - Joe Jackson im Muffatwerk
5. Gröbenzell: Konstantin Weckers fulminanter Auftritt
6. Fürstenfeld: Slowenisches Nationalballett Maribor – Ein berauschendes Sp...
Montag 08.08.2022
München „Out Of The Box“- Festival: Uraufführung der Riesenrad-Oper „Umadum“
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Beim „Out Of The Box“-Festival im Münchner Werksviertel unter der künstlerischen Leitung von Frau Dr. Martina Taubenberger standen dieses Jahr die Themen „Körper, Bewegung, Klang, Raum & Kontakt“ im Mittelpunkt. Seit 2019 werden mit dieser Veranstaltungsreihe musikalische wie räumliche Grenzen neu ausgelotet, revolutionär in Szene - und damit Maßstäbe - gesetzt. Letztes Wochenende fand die Uraufführung der ersten Riesenrad-Oper der Welt „Umadum“ statt.

Das Riesenrad Umadum im Münchner Werksviertel war Dreh- und Angelpunkt der Oper. In Auftrag gegeben wurde das Werk von Taubenberger an den renommierten Österreicher Christian Muthspiel. Seit seiner Zeit beim Vienna Art Orchestra hatte Muthspiel die Vision eines eigenen Jazzorchesters, die er 2019 mit dem „Orjazztra Vienna“ verwirklichte und mit dem die Riesenrad-Oper, ergänzt durch drei Sängerinnen Eva Klampfer, Lucia Karnig und Anna Anderluh, aufgeführt wurde. Muthspiels Inspiration für das Werk war nicht zuletzt die während der ersten Corona-Welle isoliert auf Balkonen singenden Menschen Italiens, einzig verbunden durch die Musik. In der „Isolation“ der 27 Gondeln des „Umadum“ Riesenrades spielen 27 Musizierende, verbunden über Kopfhörer und mit einer Stoppuhr ausgestattet, über die sie ihre Einsätze koordinieren. Das Werk von Christian Muthspiel ist mehr als nur eine logistische Herausforderung. Im musikalischen Vordergrund der komplexen Partitur steht ein polyphoner Mix aus zeitgenössischer Moderne und jazzigen Elementen, gespickt mit vertrackten Rhythmen, das Ganze im klassischen Orchesterspiel verortet. Die von Taubenberger ausgewählten Texte beschäftigen sich mit dem gesetzten Thema Isolation und verdeutlichen die? damit verbundene Veränderung, Verwundbarkeit und Verunsicherung im Umgang mit Nähe oder Berührung. Zitate aus T.S. Eliots „The Waste Land“ werden verwoben mit Textpassagen aus Pablo Nerudas „Book of Questions“, Alessandro Bariccos „Il Novecento“ und Wallace Stevens „The Snowman“.

Zu Beginn der Aufführung stehen 27 MusikerInnen, alle weiß gekleidet, an der Rampe des Riesenrades und betreten einzeln die 27 Kabinen, richten sich ein für drei Riesenrad-Runden, 44 Minuten lang hochkonzentriert ihrer Partitur folgend, Muthspiels Oper „Umadum“ aufzuführen. Das Publikum konnte das Spektakel entweder im Liegestuhl zu Füßen des Riesenrades genießen, während die Oper mittels einer Konferenzschaltung über Boxen und einer digitalen Großleinwand übertragen wurde oder selbst für eine Runde in einer Gondel mitfahren, sich einen Solopart anhören und danach wieder in den Liegestuhl begeben. Präzise und mit Fingerspitzengefühl „dirigierte“ Muthspiel sein Orchester vom Mischpult aus vor dem Riesenrad, technisch lief alles wie am Schnürchen und am Schluss merkliches Aufatmen, dass alles letztlich so umgesetzt werden konnte, wie es konzipiert war. Dem Orchester allerdings blieb letztlich verwehrt, was das Publikum erleben durfte - sie waren musizierend isoliert in ihrer Kabine und damit jeder Teil des großen Ganzen. Unter dem Strich war die Riesenrad-Oper „Umadum“ mehr als nur ein Experiment. Nachdem die Premiere am Freitag wegen Gewitter unterbrochen werden musste, konnten die weiteren Aufführungen bei herrlichem Wetter reibungslos stattfinden. Man hatte jedoch die Qual der Wahl: das ganze bei Tageslicht und Sonnenschein genießen oder eindrucksvoll beleuchtet in Szene gesetzt bei den Abendvorstellungen.

Wie geht es mit der Oper „Umadum“ nun weiter? Auf der Welt stehen mehrere Riesenräder, wie z.B. in London, Dubai oder Wien. Der Grundstein für weitere Aufführungen ist jedenfalls erfolgreich gelegt.
Text & Fotos Thomas J. Krebs
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Sonntag 31.07.2022
München: Z’Fuaß am Flaucher mit dem Duo Schriefl-Bär
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Am Wochenende fand an zwei Tagen in der Münchner Isarphilharmonie HP 8 das erste Alpenrausch Festival statt. Präsentiert wurde sowohl in der Philharmonie, im Saal X und dem Außengelände ein abwechslungsreiches und vielseitiges Programm rund um das Thema Neue Volksmusik.

Ein kleiner Höhepunkt des Festivals war eine musikalische Wanderung mit Matthias Schriefl und Johannes Bär, die im Anschluss dazu ihren Dokumentarfilm „Auf Tour Z’Fuaß“ vorstellten. Zusammen mit den beiden Musikern ging der Ausflug von der Isarphilharmonie über die Schinderbrücke zum Flaucher und wieder zurück. Im Gepäck ein Sammelsurium an Instrumenten von Alphörnern bis hin zu Trompeten, Akkordeon und Tuba. Auf dem Weg gab es ein Alphornkonzert mit Jodelworkshop, am Flaucher bei den „Nackerten“ wurde u.a. der 60ziger Jahre Hit „Für Gaby tu‘ ich alles“ zum Besten gegeben, samt Tipps zum Trinken und Pieseln auf Wanderungen, immer wieder begleitet von musikalischen Einlagen. Nach gut einer Stunde ging es dann wieder zurück zur Isarphilharmonie. Das Ganze alles in allem eine Riesengaudi.

Überhaupt überzeugte das Konzept des Alpenrausch Festivals mit seinem kreativen Programm aus Konzerten, Film und Mitmachaktionen, bei dem u.a. die Unterbiberger Hofmusik, die Munich Opera Horns, an den Fassaden Bandaloop - eine Vertikal-Tanzgruppe, die Band Oansno und als Krönung zum Abschluss Manu Delago mit seinem Ensemble auftraten. Die Organisation klappte reibungslos, die Stimmung der der gut gelaunten Besucher war ausgelassen und passte zum sonnigen Wetter. Hoffentlich ist das der Beginn eines jährlich wiederkehrenden Festivals. Der Alpenrausch-Start, mit reichlich Vergnügen bei freiem Eintritt, war auf jeden Fall gelungen und definitiv ein rauschendes Fest!

Text & Fotos: Thomas J. Krebs
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Freitag 29.07.2022
Gröbenzell: Rainhard Fendrich räumt ab
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Gröbenzell. Wer den Liedermacher Rainhard Fendrich auf Hits wie „Macho Macho“, „Schickeria“ oder „Wien bei Nacht“ reduziert springt zu kurz. Fendrich hat viel zu erzählen und seine Botschaften sind klar und prägnant. Er steht auf gegen Rassismus, gegen Rechts, die allgegenwärtige Bequemlichkeit, oder z.B. gegenseitiges Anschweigen und ins Handy starren anstatt miteinander zu kommunizieren - „Reden bringt die Leut‘ zusammen“. Das Ganze verpackt Fendrich in rockige Klänge mit eingängigen Melodien, die sich mit der Zeit zu Ohrwürmern entwickeln, ohne dabei in seichte, profane Gefilde abzudriften. Mit von der Partei seine erstklassigen Mitstreiter Enrico Coromines, late night erprobt, an der Gitarre, dem vielseitigen Keyboarder Oliver Hahn, Klaus Doldingers Passport Bassist Patrick Scales und Christian Einheller mit klarem Groove am Schlagzeug. Die am Abend in Gröbenzell präsentierten Songs wurden ohne Firlefanz vorgetragen, immer wieder garniert mit kleinen Anekdoten zu seinen Liedern über Tante Frieda mit Damenbart und großer Warze auf der Oberlippe die gebusselt werden wollte „BussiBussi“, seine erste Nahtoderfahrung und Angst vor dem Tod „Die Geisterbahn“ oder der Spruch seines Vaters, dem vermeintlich klar wurde warum es Tiere gibt die ihre Jungen fressen, als Fendrich pubertierte „Frieda“. Alles in allem knackig mit klarem Blick nach vorn und vor allem ohne „Heisse Luft“. So betitelt einer seiner neuen Hits von dem aktuellen Album „Starkregen“ (rain-hard … lustiges Wortspiel …), von dem manche Songs wiederum das Zeug zu Klassikern haben. Ob „Rock’n Roll Band“, mit dem der Abend losging, „Hinter‘m Tellerand“ oder „Social Media Zombie“ - Fendrich trifft mit seinen Texten ins Schwarze und kritisiert ohne dabei den Oberlehrer zu spielen. Manches Mal fühlt man sich selbst ertappt, aber vielleicht kann man zukünftig ja etwas ändern?! So einfach funktionieren Fendrichs Songs, und gut schaut er selbst aus, fresh, fesch und aufgeräumt, auch wenn er gleich zu Beginn einer Dame aus dem Publikum einen wohlgemeinten Tipp für den Abend gibt: „Gnädige Frau, ich weiß nicht ob es Sinn macht, dass sie ein Fernglas benutzen, sie zerstören sich damit eine Illusion“. Im zweiten Set nach gut 90 Minuten auf der Bühne und mittlerweile 20 Songs steht das Publikum und singt „Es lebe der Sport“ oder „Blond“ hörbar mit. Nach „Für immer A Wiener“ ist erst einmal Schluss. Für den ersten Teil der Zugaben kommt Fendrich solo auf die Bühne und stimmt gemeinsam mit dem Publikum „Macho Macho“ an, gefolgt von „Oben ohne“ und „Zweierbeziehung“ bis die Band wieder auf der Bühne steht und „Strada del Sole“ spielt - nun hat es auch die letzten Zuhörer von den Sitzen gerissen. Als schließlich die inoffizielle Bundeshymne der Republik Österreich „I am from Austria“ erklingt, die Bühnenleuchtstäbe in den Nationalfarben leuchtend, ist Gänsehaut angesagt. Noch ein weiteres Mal lockt das Publikum Fendrich und seine Band auf die Bühne. Nach der Ballade „Herz wia a Bergwerk“ verabschiedet er sein Publikum mit dem aufrüttelnden „Frieden“ in den Sommerabend. Ein wenig Reflektieren hat noch keinem geschadet, und so endete ein ausgelassener, packender „Austropop“ Abend.
Text & Fotos: Thomas J. Krebs
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Mittwoch 27.07.2022
München: „Sing, You Sinners!“ - Joe Jackson im Muffatwerk
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München. Es gibt so etwas wie eine Konstante was den Ausnahmemusiker Joe Jackson betrifft. Er tritt, wenn nicht gerade Corona alles durcheinander bringt, regelmäßig im Münchner Muffatwerk auf. Das hat insofern, im Gegensatz zu größeren Locations, den Reiz wirklich hautnah mit dabei sein zu können und ihn zu erleben. Unter dem Motto „Sing, You Sinners!“ trat er vergangenen Montag mit bewährter Band vor fast ausverkauftem Haus auf. Mit von der Partie waren natürlich Graham Maby am Bass, der Gitarrist Teddy Kumpel und Schlagzeuger Doug Yowell. Jacksons Show startete ohne Vorgruppe gleich mit einem Medley aus Hits wie „One More Time“, „Sunday Papers“ oder „Look Sharp“.
Dazu eine kurze persönliche Anekdote: vorab muss man dazu wissen, dass Joe Jackson ein extrem unnahbarer, sehr auf Abstand bedachter Künstler ist. Da stand ich nun im Graben vor der Bühne, offiziell akkreditiert neben einem weiteren Fotografen. Bedingungen wie üblich, die ersten 3 Songs ohne Blitz … ich blickte durch den Sucher meiner Kamera und fotografierte, als Joe Jackson nach den ersten Takten von „One More Time“ plötzlich direkt in meine Kamera schaute und, mit dem Finger auf mich zeigend, auf sich aufmerksam machte. Da rutscht einem als Fotograf dann doch das Herz in die Hose. Als ich die Kamera runternahm und auf seinen Fingerzeig reagierte gab er mir zu verstehen, dass ich doch bitte den vor mir stehenden Ventilator direkt zu ihm drehen sollte. Das war’s - kein Stress, alles im Lot. Trotz allem saß mir kurz der Schreck im Nacken! Seine Ansage nach dem ersten Song: „Everytime we play here it’s so hot, you can fry an egg on the stage…“
Danach spielte Jackson ein paar Songs solo am Keyboard. Nach “So Low (So Low)“ & „Real Men“ folgte … yes: Abbas „Knowing Me, Knowing You“ - das Publikum außer Rand und Band! Zusammen mit seiner Band war dann mit „Tomorrow’s World“, „Fool“ oder Hits wie „Is She Really“ die Stimmung auf dem Höhepunkt. Nach der obligatorischen Hymne „I’m The Man“ folgten als Zugabe „What You Want“ und, gefühlvoll als Ballade gespielt, schließlich „Steppin‘ Out“. Alles in allem ein erstklassiger, schweißtreibender Abend im Münchner Muffatwerk, der weder musikalisch noch hit-technisch Wünsche offen ließ.

Text & Fotos: Thomas J. Krebs
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Montag 25.07.2022
Gröbenzell: Konstantin Weckers fulminanter Auftritt
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Der Stockwerk Sommer 2022 ist in vollem Gange und Petrus spielt – zumindest bisher – gnädig mit. Bereits vor zwei Jahren startete der „Open-Air-Kultur-Sommer“ in Gröbenzell mit dem Who is Who der Kabarett-/Musikszene und setzte seinerzeit, unabhängig von Corona, in der Region kulturelle Maßstäbe.
Mit einem mehrwöchigen, hochkarätigem Programm kehrt die Kultur auch dieses Jahr nach Gröbenzell zurück und präsentierte dem Publikum letzten Sonntag ein ganz besonderes Schmankerl: Konstantin Wecker „Solo zu zweit“, mit von der Partie sein langjähriger Weggefährte und Begleiter Joe Barnickel am Flügel. Mit „Den Parolen keine Chance“ startete ein ungemein abwechslungsreicher Lieder- & Lyrikabend. Neben dem Klassiker „Liebeslied“, mittlerweile über 50 Jahre alt, “Der Baum singt“ oder „Gefrorenes Licht“ wurden von Konstantin Wecker bewegend mitreißende Gedichte präsentiert. Im zweiten Set folgten Klassiker wie „Wut und Zärtlichkeit“, „Was immer mir der Wind erzählt“ oder die „Weiße Rose“, neben Songs von seinem aktuellen Album „Utopia“, wie das unvergleichlich vorgetragene „Die Tage grau“, das manchem Zuhörer Tränen in die Augen trieb... . Wecker sang und rezitierte, wurde dabei kongenial von Joe Barnikel begleitet, spielte auch selbst auf, mal solo, mal zusammen mit Barnikel am Flügel und erntete Begeisterungsstürme vom Publikum, das es letztlich von den Sitzen riss. In seinem dritten Set, eigentlich den Zugaben, folgten „Anstatt zu singen“, „Questo Nuova realta“, „Caruso“ und „Tropferl im Meer“, bis er das Publikum schließlich mit Francesco De Gregoris Gutenachtlied „Buonanotte Fiorellino“, gefolgt von seinem Gedicht „Jeder Augenblick ist ewig“, verabschiedete. Das Publikum dankte mit Standing Ovations.
Aber damit nicht genug, nach dem Konzert wurden CDs und Bücher signiert, Selfies mit dem Maestro aufgenommen, bis auch der letzte Fan glückselig nach Hause ging. Mehr geht nicht – alles geben bis zum Schluss, inspiriert, beseelt, erfüllt vom Ziel an eine endlich bessere Welt zum Leben für alle und vor allem, alles geben für sein Publikum – das ist Konstantin Wecker!

N.B:
Bis zum 07.08. geben sich im Stockwerk noch Rainhard Fendrich, Deborah Sasson, Haindling, Harry G., Martin Frank und Michl Müller die Klinke in die Hand.

Text & Fotos: Thomas J. Krebs
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Freitag 15.07.2022
Fürstenfeld: Slowenisches Nationalballett Maribor – Ein berauschendes Spektakel
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Fotos: Marta Tiberiu
Fürstenfeld. Musik ist eine eigenwillige Kunstgattung. Ganz im Gegenteil zur Malerei, zur Literatur, zu Theater oder Architektur stellt sie die Welt, in der wir leben, nicht dar. „In ihrem Kern ist Musik reine Mathematik“, schrieb Philip Bethge in einem Essay für den SPIEGEL unter dem Titel „Die Musik-Formel“. „Ein Akkord bedeutet nichts, eine Melodie hat keinen Sinn.“ Klänge sind „ …. berechenbare Luftschwingungen, deren Frequenzen sich nach physikalischen Regeln überlagern.“ Aber es verwandelt sich durch eben jene Musik Mathematik in spürbare Emotionen.
Etwas anders verhält es sich, bekommt die Musik einen Text oder auch Bilder. Dann ist der Bezug zur Realität hör- und/oder sichtbarer. Inwiefern es sich dabei um eine tatsächliche Darstellung handelt, kommt ganz auf dessen oder deren Inhalt an. Denn der textliche Inhalt eines Tagesschlagers besitzt natürlich einen völlig anderen Wirklichkeitsbezug, wie zum Beispiel die szenischen Kantaten einer „Carmina Burana“.
Letzteres, die von Carl Orff vertonte Sammlung von Texten in mittellateinischer und mittelhochdeutscher Sprache aus dem 11. und 12. Jahrhundert, nutzte das Slowenische Nationalballett Maribor als Grundlage für ihre tänzerische Performance, die am Donnerstag im Rahmen des DanceFirst Festivals in Fürstenfeld als Deutschlandpremiere aufgeführt wurde. Ein Schauspiel, dessen mächtige wie auch lyrische Orffsche Musik in ganz wunderbarer Weise mit der tänzerischen Choreographie der Groß-Compagnie unter der künstlerischen Leitung von Edward Clug korrespondierte. Inhaltlich stehen die unterschiedlichen Facetten des Lebens im Mittelpunkt, die über die Jahrhunderte bis heute ihre Geltung behalten haben. Die da sind Ausgelassenheit und Disziplin, Leidenschaft und Tristess, Schicksal und Naturverbundenheit, Glück und Trauer, freudige Begrüßung des Frühlings, Wollust, Trinksucht sowie Glücksspiel. Versinnbildlicht wurden diese Merkmale, als Stärken und Schwächen menschlichen Seins, durch einen Kreis – den Kreis des Lebens. Ohne wirklichen Anfang und ohne tatsächliches Ende vermittelt er eine gewisse Ewigkeit, aber auch einen Zusammenhang und Abhängigkeiten der Dinge und Organismen dieser Welt voneinander.
In geschmeidiger Eleganz bewegen sich die Körper der Tänzer auf der Bühne. Die Figuren scheinen einem ständigen Fluss zu entsteigen und zeigen sowohl eine kraftvolle Ausgelassenheit, als auch eine sensible Dynamik. Innere Spannungen entladen sich durch befreiende Ventile. Immer wieder den Kreis des Lebens bildend wechseln Gruppenchoreografien, Paartänze und kurze Soli. In den klassischen wie auch zeitgemäßen Ansätzen halten sich Leidenschaft und Intellekt auf wunderbare Weise die Waage. Überhaupt besticht diese Einheit aus Tradition und Moderne, die Edward Clug und seine Tänzer aus den musikalischen Vorgaben und den Mitteln ihrer Zunft zu schmieden verstehen. Seelische Zustände finden durch sichtbare Körperbewegungen und Bewegungseinheiten einen adäquaten Ausdruck. Man kann zusammenfassend nur von einem berauschenden Fest sprechen, das gestern in Fürstenfeld zu erleben war und das das Publikum in einen wahren Begeisterungstaumel versetzte.
Jörg Konrad
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Autor: Siehe Artikel
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