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1. Landsberg: Dans Dans – Sollte man sich merken
2. Oching: 200. Eleven-Eleven Matinee
3. Gröbenzell: Galopp statt Trott - Der Kulturherbst im Stockwerk
4. Schloss Blumenthal: Musikfest Blumenthal - Grand Opening: Das Mandelring Qu...
5. Fürstenfeld: BOUM - Lisa Eckhart live im Veranstaltungsforum Fürstenfeldb...
6. München: The Machinists Reunited: FLA & Die Krupps im Backstage
Montag 26.09.2022
Landsberg: Dans Dans – Sollte man sich merken
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Foto: Alex Schuurbiers
Landsberg. Ob Dans Dans schon jetzt eine Formation mit Einfluss sind, bleibt abzuwarten. Das Zeug dazu hätten Bert Dockx (Gitarre), Frederic Jacques (Bass) und Steven Cassiers (Schlagwerk) auf jeden Fall! Vorerst scheint es sich noch um eine Trio zu handeln, das die eigenen Einflüsse intensiv verarbeitet. Das lässt sich schon daran erkennen, dass sie in der Vergangenheit Cover-Versionen von so randständigen Genialisten wie Robert Wyatt und Ornette Coleman, von Ennio Morricone und Nick Drake im Programm hatten. Ungewöhnlich in der Zusammenstellung - aber beeindruckend in der Wirkung. Andererseits ist dieser Stilmix wohl eine der wenigen Möglichkeiten, dem Mainstream-Rock`n Roll, der in seiner kommerziellen Unverbindlichkeit und Einfalt nicht selten die Grenze der Provokation weit unterschreitet, zu entfliehen.
Auf jeden Fall waren Dans Dans am Sonntag in Landsberg. Wo sonst? – möchte man fragen. Denn soll einem klanglich innovatives widerfahren, will man musikalische Abenteuer erleben, oder einfach gute Musik hören, dann muss man, die Großstadt nachsichtig meidend, an den Lech fahren. Das Stadttheater macht derartige Erlebnisse möglich! Ehrlich, wer kannte zuvor schon Dans Dans? Für alle, die vor Ort waren, sollte sich dies spätestens seit Sonntagabend verändert haben. Denn das Antwerpener Trio dürfte seine Anzahl an Fans um einige Musikliebhaber erweitert haben. Und einen einprägsamen Namen trägt die Band ja sowieso. Ihn kann man sich merken; sollte man sich merken!
Aber was genau spielen nun Dans Dans. Und das ist das eigentlich Beeindruckende an ihnen: Man weiß es nicht so genau, kann ihre Musik stilistisch nur schwer verorten. Sie gehören keiner Fraktion an, oder anders ausgedrückt – sie könnten ein Teil sehr verschiedenartiger Sektionen Gleichgesinnter sein. Sie spielen Jazz und Postpunk, manches hat starke Parallelen zu Imaginationen aus dem Ambientbereich, sie entwickeln und formen kleine immer wiederkehrende und sich verändernde rhythmische wie melodische Figuren, die wiederum ein Kennzeichen der Minimal-Szene sind und durch den intensiven Gebrauch technischer Möglichkeiten sind auch Parallelen zur Elictronica auszumachen. Der Blues blitzt rudimentär ebenfalls für kurze Momente auf und wirft zumindest leichte Schatten, die dem Gebräu eine gewisse Patina geben.
Klang und Sounds sind für die drei Belgier ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Sie arbeiten mit Gegensätzen und vollem Risiko, treiben die Intensität ihres Auftritts bis an die Schmerzgrenze, um dann, in Sekundenbruchteilen, aus dem gleichen musikalischen Material leise Poesie zu formen. Oder sie nehmen stille, romantische Ideen als Ausgangspunkt, um diese dramaturgisch steigernd in die Bereiche reizvoller Kakophonie zu treiben.
Die Hauptaufgabe in diesem auch emotionalen Auf-und-Ab obliegt Gitarrist Bert Dockx. Er füllt die Rolle des Saitenderwischs ebenso überzeugend, wie er die stillen Passagen beherrscht, die nicht selten an diesen typischen Frisellschen Surfsound erinnern. Er kraftmeiert nicht mit seinem virtuosen Können, sondern setzt es diffizil ein, sucht nach Interaktionen im Sinne eines gemeinsamen Gruppenklanges. Frederic Jacques arbeitet an verschiedenen Bassgitarren stoisch, schafft ruhige, stabile, dabei aber doch auch elastische Grundlagen für die musikalischen Wanderungen durch das Unterholz der Stile. Und Schlagzeuger Steven Cassiers begleitet und treibt an, spielt gern sehr klare Rhtyhmen auf der Eins und gibt dem musikalischen Bild der Band einen starken, geschickt zusammenhaltenden Rahmen.
Jörg Konrad
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Montag 19.09.2022
Oching: 200. Eleven-Eleven Matinee
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Quelle: Künstler
Olching. Am 20. Februar 2005 fand die erste Klassik-Matinee der Reihe Eleven-Eleven in Olching statt. Am gestrigen Sonntag präsentierte Gastgeberin Tatiana Flickinger mit Johanna Seitz (Barockharfe) und Christoph Mayer (Barockvioline) die mittlerweile 200. Ausgabe in dieser Reihe in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach (KOM). Ein Jubiläum, das in seiner unkonventionellen und sehr anspruchsvollen Herangehensweise nicht hoch genug einzuschätzen ist.
Das Konzept zu diesen Konzerten, immer Sonntags um 11.11 Uhr, hatte der Olchinger Professor Michael Schopper entworfen. „Die Idee „Eleven-eleven“ stammt nicht von mir, sondern von dem weltberühmten Dirigenten Leonard Bernstein“, erzählte der mit nationalen und internationalen Musikpreisen ausgezeichnete Konzert- und Opernsänger in einem Interview. Bernstein hatte eine ähnliche Reihe schon in den 1970er Jahren in Tel Aviv initiiert.
Die Matineen in Olching sind mit großartigen Solisten und Ensembles mittlerweile fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Region, was sich an der entsprechenden Publikumsresonanz zeigt. So war auch zur Jubiläumsausgabe der Gretl-Bauer-Saal voll besetzt und die Gäste am Ende des Konzertes von dem Auftritt der beiden Instrumentalisten einfach begeistert.
Das Programm „John, Come Kiss Me Now! - Spirit & Pleasure Goes Folk“ bestand ausschließlich aus englischen, schottischen und irischen Traditionals aus der Zeit des Barock. Vieles von dem was Johanna Seitz und Christoph Mayer präsentierten, stammte somit aus einer Gegend und aus einer Zeit, als die Grenzen zwischen höfischer Musik und den Volksweisen wie sie auf den Straßen gespielt und gesungen und nicht stringent vollzogen wurden. Die im wahrsten Sinne des Wortes Volksmusiken waren Teil des täglichen Lebens, begleiteten die Menschen bei Hochzeiten und Trauerfeiern, waren Trink-, Liebes- und Wiegenlieder, wurden zum Tanz gespielt oder beinhalteten erfahrenes Leid und durchlebte Not. Insofern änderte sich bei fast jedem Song auch abrupt die Konzert-Stimmung an diesem Sonntagmittag. Fröhliches wechselte zu Melancholischem, rebellischen Songs folgten schlichtere Balladen, virtuos auftrumpfende Melodien kündigten einen anschließenden bedächtigen Tonfall an.
Johanna Seitz und Christoph Mayer beherrschen ihre Instrumente und die entsprechenden Spielweisen exzellent. Man spürte ihre Hingabe an die Zeit und deren musikalische Ausdrucksweisen, war beeindruckt von dem beseelten Zusammenspiel von Harfe und Violine und hatte auch seine Freude an einer gewissen kindlichen Unschuld, die die einzelnen Volksweisen in ihrer Interpretation vermittelten. Christoph Mayer moderierte zudem geschickt durch das Programm, übersetzte einige der Traditionals, erzählte Anekdoten und erläuterte Hintergründe. Ein emotional eindrückliches Erlebnis und zugleich würdiges Jubiläumskonzert.
Jörg Konrad
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Dienstag 13.09.2022
Gröbenzell: Galopp statt Trott - Der Kulturherbst im Stockwerk
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Martin Schmitt & Thomas Breitenfellner
Kaum ist der Sommer vorbei, da startet das Stockwerk in Gröbenzell nach einem sensationellen OpenAir Kultursommer gleich in den Kulturherbst mit einem ebenso aufregenden wie abwechslungsreichen Programm.

Den Auftakt bestreitet diesen Freitag, am 16.09. der Piano-Entertainer Martin Schmitt mit seinem aktuellen Programm „Jetzt ist Blues mit Lustig“, einer gelungenen Mischung aus Kabarett und Bluespiano. Martin Schmitt und das Stockwerk haben eine wunderbare gemeinsame Tradition. Im September 2009 wurde die einzigartige Location von Martin Schmitt kulturell eingeweiht und seitdem gibt er sich, dem Stockwerk nach wie vor verbunden, einmal im Jahr live die Ehre. Sichert Euch Restkarten für den Abend - es lohnt sich!

Weitere Acts wie Django 3000, Conny & die Sonntagsfahrer oder die CubaBoarischen werden aufspielen und dem Publikum zwischen Oktober und Dezember tüchtig einheizen. Das traditionelle Weihnachtskonzert bestreitet dieses Jahr am 10. Dezember die einzigartige Sopranistin Deborah Sasson. Comedians und Kabarettisten wie Hans’s Klaffl (ebenfalls Stammgast im Stockwerk und Garant für einen fantastischen Abend), der großartige Christian Springer, Michael Altinger, Chris Boettcher, Lizzy Aumeier oder Newcomerin Teresa Rizos reichen sich im Herbst die Klinke in die Hand. Nicht zu vergessen Christine Eixenberger und Vince Ebert. Weiter wird es mit Klüpfel & Kobr, Jan Weiler und Gerd Anthoff drei ausgewählte Abende mit Lesungen geben, und auch das Feiern und Tanzen kommt nicht zu kurz: die Stockwerk Lounge am 21. Oktober präsentiert einen Mix aus 80ziger & 90ziger Chartsongs, die Vorsilvester Lounge am 30. Dezember ist bereits komplett ausverkauft.

Tipp:
Gleich einen Blick in den Kalender werfen, im Internet www.stockwerk.de/tickets aufrufen, schauen welche Termine passen und buchen. Gemeinsam eine gute Zeit verbringen, raus aus dem Wohnzimmer und dem Corona-Trott: kulturelle Live-Erlebnisse sind das Beste was man in dieser Zeit für Geist und Seele tun kann.

Text & Foto: Thomas J. Krebs
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Samstag 03.09.2022
Schloss Blumenthal: Musikfest Blumenthal - Grand Opening: Das Mandelring Quartett & Georg Arzberger
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Das Musikfest Blumenthal auf Schloss Blumenthal in Aichach geht, nach seiner Premiere letztes Jahr, nun vom 01. – 04. September in die zweite Runde. Die Konzerte finden diesmal auf dem eindrucksvollen, 66m langen Dachboden des Ökonomiegebäudes statt.

Unter der Maxime: „Für’s Klima“ - „Für’s Herz“ - „Für Alle“ finden in diesen Tagen eine Reihe von hochkarätigen Konzerten statt, die Klassik, Jazz, sowie ein Kinderkonzert und ein Open Air Wanderkonzert beinhalten. Künstlerischer Leiter des feinen Festivals ist Georg Arzberger, Professor an der Hochschule für Musik & Theater in München und einer der versiertesten klassischen Klarinettisten hierzulande. Das Eröffnungskonzert mit Mozarts Klarinettenquintett h-Moll, KV 581 und Brahms Klarinettenquintett A-Dur, op. 115 bestritt das international gefeierte Mandelring Quartett gemeinsam mit Georg Arzberger. Gelassen und heiter wurde der Abend mit Mozart eröffnet, dessen Komposition geprägt ist von volkstümlichen Passagen und wunderbaren Harmonien, die nicht zuletzt von der Klarinette Einiges an spielerischer Finesse abverlangt, was Arzberger interpretatorisch luftig mit vollem, warmen Ton meistert. Nach der Pause folgte mit Brahms op.115, einem seiner späten Werke, eine dichte kraftvolle Interpretation, in der ein melancholisch-schöner Klang vorherrscht, der in seiner gefühlvollen Harmonik und Klangästhetik eindrucksvoll den „Abschied von der schönen Welt“ (Kalbach) vermittelt. Als Zugabe schließlich wurde das Publikum mit Schumanns „Abendlied“, bearbeitet von Bussoni, in die Nacht entlassen. Eine Sternstunde, nicht nur weil dieselben am Abendhimmel blitzten, sondern vielmehr weil dieses Festival die Kulturszene des Wittelsbacher Landes belebt und künstlerisch wie konzeptionell Maßstäbe setzt. Die Veranstaltungsreihe ist mit brillanten Ensembles besetzt, komplett klimaneutral, offen für alle, die Verpflegung bio, die Preise fair, es wird ausschließlich Ökostrom verwendet, Tickets gespendet und Bäume gepflanzt. Die Atmosphäre ist herzlich, familiär und durch Gespräche sowie Austausch mit den Musikern unglaublich persönlich.

Für die kommenden Tage gibt es noch Karten! Am Freitag, den 02.09. steht „The New Peter Lehel Quartett“ mit Georg Arzberger auf dem Programm, das Jazz und Klassik verbindet. Am Samstagvormittag gibt es dann ein Kinderkonzert, am Abend spielt das Mandelring Quartett erneut auf, und am Sonntag folgt nach einem Open Air Wanderkonzert am Nachmittag das Abschlusskonzert mit Musikern der Camerata Vitilo und Mozarts „Gran Partita“, der Serenade Nr. 10 . Einen Ausflug ins Grüne mit herrlicher Verpflegung, einmaligem Ambiente und erstklassiger Musik … schwer zu toppen!

Weitere aktuelle Informationen dazu gibt es unter: www.musikfest-blumenthal.de
Text & Fotos: Thomas J. Krebs
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Freitag 02.09.2022
Fürstenfeld: BOUM - Lisa Eckhart live im Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck
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Lisa Eckhart, mittlerweile 30 Jahre alt, östereichische Kabarettistin, Romanautorin, Mutter, Provokateurin (à la bonne heure) Open Air live im Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck und bereits im Vorwege gab es Stress und Probleme mit ihrem geplanten Auftritt.

Dass es sich dabei z.B. um „politisch-moralische“ Skepsis einzelner Personen/Gruppen handelte, die ihr Unverständis für Demokratie und Kabarett à la Eckhart zum Ausdruck bringen wollten, gegen die Veranstaltung protestierten und gar drohten diese zu stören - geschenkt! Viel tragischer dagegen indes die Tatsache, dass Eckharts Auftritt mehrmals verschoben werden musste. Nicht etwa wegen der Resistenz Einzelner, sondern vielmehr wegen eines Virus, das die Welt bewegt(e) und schließlich noch das Wetter … nicht einmal Petrus hatte Einsehen mit den Gegnern, sondern bescherte dem zahlreich erschienenen Publikum, nach noch heftigem Regen am Nachmittag, einen trockenen, äußerst amüsanten Abend. Lisa Eckhart polarisiert und macht es weder sich selbst, noch dem Publikum leicht. Sie wettert gegen politische Korrektheit und karikiert Situationen, die Manchen zu weit gehen. Wieviel Humor verträgt die Gesellschaft? Kann und darf man über abwertende Klischees derbe Witze machen oder gar Stereotypen über Minderheiten derart überspitzt thematisieren? Das ist das nun mal das reale Leben und davon lebt Kabarett. Machmal muss/darf es wehtun, sollte man darüber nachdenken, was es mit an den Pranger gestellten Vorurteilen auf sich hat, egal wie krass Lisa Eckhart die Positionen auslotet. Sie legt den Finger auf Themen und Wunden, die längst verheilt sein sollten. Manchmal schmerzt das sicherlich, und ja man kann und darf sogar befreit lachen: „zeigt sie doch an und wir öffnen einen Sekt, das ist alles von der Kunstfreihet gedeckt“ !

Zum Schluss Eckharts eindringliche Bitte an das Publikum, wenn man sich nach der Show noch am Signiertisch trifft: keine Lebensgeschichten erzählen, ja, sie ist in Wirklichkeit kleiner als man denkt und ausdrücklich: Frau Eckhart NICHT duzen! Im Übrigen muss sie sich auch sputen, denn ihr in der Backstage verweilende Säugling wartet dort auf’s Catering. Man dürfe ihr gern an den Busen grabschen, aber sie bitte nicht vollquatschen. Mittlerweile habe sie vor zwei Stunden zuletzt gestillt, also „utere facultatem“ - größer wird er nicht! Wer jetzt noch darüber nachdenkt, ob das korrekt oder gar übergriifig ist, hat kein Gespür für Kabarett!

Text & Fotos: Thomas J. Krebs
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Donnerstag 18.08.2022
München: The Machinists Reunited: FLA & Die Krupps im Backstage
Jugenderinnerung, zeitgemäß oder Zeitgeist? Front Line Assembly und Die Krupps waren bereits vor einem Vierteljahrhundert in Nordamerika gemeinsam auf Tour. Vor vier Jahren gaben sich die Genrepioniere in Europa zum ersten Mal zusammen auf der Bühne die Ehre. Nun war es für Fans des kultivierten EBM/Industrialrock wieder an der Zeit mit den „Machinists Reunited“ das Münchner Backstage zum Beben zu bringen.

Wie bereits vor vier Jahren startete der Abend mit der Osnabrücker Band Tension Control, die dem Publikum mit straightem old school EBM einheizte und ihr neues, mittlerweile drittes, Album „Ton aus Strom“ vorstellten. Neben dem Cover „Deutschland, bleiche Mutter“ (Der Plan), war kultureller Höhepunkt eine knallige Vertonung des Rilke Gedichtes „Der Panther“. Dann folgte es Schlag auf Schlag. Frontline Assembly startete gleich mit „I.E.D.“ durch und fackelte nicht lange. Da wurden in gut 70 Minuten fast ein Dutzend Songs aus über dreißig Jahren Bandgeschichte gespielt, angefangen vom Klassiker „Resist“, „Deadened“ über „Rock me Amadeus“ (!) einem Falco Cover aus dem Jahr 2019 von ihrem vorletzten Album „Wake Up The Coma“ oder schließlich „Millenium“ als Zugabe. An der Gitarre sensationell Tim Skold (KMFDM, Marilyn Manson), der zusammen mit Bill Leeb und seinen Mitstreitern lupenreinen, differenzierten drum&bass-guitar-synthie-Industrial ablieferte! Last not least schepperten bei Die Krupps Kracher wie „Isolation“, „Amboss“ oder „Kaltes Herz“. Bei „Metal Machine Music“ kam kurz Pogostimmung auf, und bei „Robo Sapiens“ gab es dann kein Halten mehr. Das Publikum feierte die Bands ab, die Wände der Backstage Halle wackelten und vibrierten. Einziger Wermutstropfen an dem Abend bei Die Krupps, Nils Finkeisen musste den Gitarrenpart vom erkrankten Marcel Zürcher mit performen, was ihm bravourös gelungen ist. Am Mergestand gab es danach noch Gelegenheit mit den Musikern zu quatschen oder gar signierte Devotionalien mit nach Hause zu nehmen.

Resümee des Abends: musikalisch durchaus eine Mischung aus Jugenderinnerungen, was ein paar Songs betrifft. Zeitgemäß ist die Musik nach wie vor, zumal weder Frontline Assembly noch Die Krupps in den 80ziger oder 90ziger Jahren stehengeblieben sind, sondern sich stilistisch kontinuierlich weiter entwickelt haben. Und den Zeitgeist treffen sie mit ihrem Sound voll auf die Zwölf!

Fotos & Text: Thomas J. Krebs
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Autor: Siehe Artikel
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