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49. Landsberg: Otto Lechners funkelnde Seelenlandschaften
50. Fürstenfeld: Sandro Roy Unity Trio – Melodisch erfüllte Sehnsüchte
51. Landsberg: Omer Klein Trio - In Hochform
52. Fürstenfeld: Ein kammermusikalischer Abend mit Konstantin Wecker
53. Landsberg: Sophia Jani – Klarheit und Dramatik
54. Fürstenfeldbruck: Ausstellungseröffnung „Schlimm“ von Greser & Lenz i...
Freitag 24.03.2023
Landsberg: Otto Lechners funkelnde Seelenlandschaften
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Landsberg. Es gibt nur wenige Aufnahmen der Rockgeschichte, die bei Veröffentlichung einen Beifallssturm auslösen, dessen Echo auch ein halbes Jahrhundert später nichts von seiner Intensität eingebüßt hat. Ein Album, das nach 50 Jahren keinen Deut gealtert scheint, dessen Subtilität, Klarheit und Gefühlstiefe noch heute in seinen Bann schlägt, so dass dieser Tage kaum eine Tageszeitung, die feuilletonistisch auch nur etwas auf sich hält, nicht wenigstens einen Artikel über dieses Kunstwerk in Auftrag gibt. Nein, James Lasts „Non Stop Dancing“ - Dauerbrenner Nummer 14 ist hier sicher nicht gemeint. Es handelt sich um Pink Floyds „The Dark Side Of The Moon“, in Deutschland erschienen am 24. März 1973. Gibt es über diesen Millionenseller, über dessen Entstehen und Wirken ganze Bücher geschrieben wurden, noch Unerwähntes zu berichten? Wahrscheinlich nicht.
Otto Lechner, im niederösterreichischen Melk geborener Akkordeonspieler, stimmte am Donnerstag im Landsberger Stadttheater einen eigenen, sehr speziellen Lobgesang auf dieses Tongemälde, diesen „Bilderrausch in Musik“ an. Er spielte das Jahrhundertwerk im ersten Teil seines Konzertes komplett durch. Das ganze Album in einer knappen dreiviertel Stunde, natürlich mit den bekanntesten (aber nicht unbedingt besten Pink Floyd-) Songs „Money“ und „Time“.
Lechner schafft das Kunststück, dieses Pop-Opus auf eine völlig andere Stufe zu bringen. Was gedanklich kaum möglich scheint, funktioniert bei ihm ganz wunderbar. Mit seinem Akkordeon, für Lechner die „Symbolik von Geselligkeit und Alleinsein“, bringt er die Luft im Theatersaal zum vibrieren, gibt diesen üppigen wie elegant eingespielten Original-Aufnahmen eine melancholische Bodenständigkeit. Er macht sie förmlich zu einer ganz persönlichen Performance, wobei er die allseits bekannte Vorgabe an vielen Stellen aufbricht und mit eigenen, originellen Versatzstücken anreichert. So bringt Lechner Kafka-Texte in das Musik-Stück ein, baut das bis heute absolut unterschätzte Ätherwelleninstrument, das Theremin, gespielt von der Amerikanerin Pamelia Stickney, mit in den musikalischen Kontext und auch der einstige Begleiter des legendären Ostbahn-Kurti, Gitarrist Karl Ritter, war mit von der Partie.
Lechner zaubert, so wie man das von ihm kennt, aus dem Akkordeon eine ganze Welt, in ihren unterschiedlichsten Farben und widersprüchlichsten Gefühlslagen. Er ist einer jener seltenen wie wertvollen Musiker, die finden, statt unablässig zu suchen. Ihm ist die Subtilität des Musikantentums enorm wichtig und wenn er ein solches Projekt, wie die Interpretation eines Pop-Klassikers dieser Größenordnung angeht, dann weiß man, dass es eben nicht um das alleinige Nachspielen von Songs geht - auch wenn die Ohrwürmer der Albums an vielen Stellen vertraut aufblitzen. Aber darauf verlässt sich Lechner eben nicht allein. Sein Repertoire auf der Handorgel geht eben über die Klischees von Neuer Volksmusik, New Mussette oder den Tango Nuevo weit hinaus. Und er flüchtet auch nicht in eine überbordene Virtuosität, die alle Subtilität erbarmungslos niederwalzt. Lechner beherrscht auch die feingesponnene Poesie und grummelnde Nachdenklichkeit.
Das wird im zweiten Teil seines Konzertes deutlich, nachdem er Pamelia Stickney und Karl Ritter zu Anfang die Möglichkeit gibt, sich solistisch vorzustellen. Dann, gemeinsam, fröhnen die Drei einer Art traditionellem Wienerlied, dieser Chimäre aus Blues und Walzertakt, die letztendlich nichts anderes ist als eine funkelnde Seelenlandschaft ohne Pathos.
Jörg Konrad

Hier Bericht in der Augsburger Allgemeinen Zeitung / Landsberg
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Freitag 17.03.2023
Fürstenfeld: Sandro Roy Unity Trio – Melodisch erfüllte Sehnsüchte
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Fotos: TJ Krebs
Fürstenfeld. Die ersten Pflöcke dessen, was sich als europäischer Jazz profilieren sollte, schlug Django Reinhardt und sein Quintette du Hot Club de France schon Mitte der 1930er Jahre ein. Die Formation spielte Gypsy Swing, der sowohl im Vorkriegseuropa, als auch transatlantisch enormen Erfolg hatte. Den Geigenpart in diesem schlagzeuglosen Quintett hatte Stéphane Grappelli inne, ein Virtuose auf vier Saiten, der auf der Violine im Jazz bis heute das Maß der Dinge ist.
Natürlich kommt auch Sandro Roy, der 29jährige Geiger mit Wohnsitz Augsburg, an Grapelli nicht vorbei - wenn er selbst auch seinen Gitarre spielenden Vater als das große Vorbild einstuft. Aber Roy, der einst eine klassische Ausbildung absolvierte, konnte mit seinem Temperament und seinen Wurzeln letztendlich nur im Bereich swingender Improvisation (weich) landen. Wer ihn wie am gestrigen Mittwochabend in Fürstenfeld Live erlebt, spürt dieses volle Risiko, das er mit seinem Instrument eingeht, diese Sicherheit, die er instrumental ausstrahlt und dieses musikalische Entertainment, das er locker aus dem Ärmel schüttelt.
Er nimmt jede melodische Form, egal ob es sich um Eigenkompositionen handelt oder Standards bis hin zu Gassenhauern wie Irving Berlins „Puttin’ on the Ritz“, und zerlegt sie mit seinem rhapsodischen Legatostil in ihre Einzelteile, verschleppt schmiegsam die Akzente und gibt ihnen einen zusätzlichen energetischen Schub. Und immer ist es die scheinbare Leichtigkeit, mit der er das Publikum beeindruckt und auch teilhaben lässt, an seinen elegant fließenden, sprudelnden solistischen Glanzlichtern.
Befeuert werden diese melodisch erfüllten Sehnsüchte von seiner enorm, manchmal regelrecht schwerstarbeitenden Rhythmusgruppe, bestehend aus dem Gitarrtisten Sven Jungbeck und dem Bassisten Stefan Berger. Schwindelerregend halten sie die Zeit, steigern die Geschwindigkeit selbst dann, wenn dies kaum noch möglich scheint und geben zugleich der ganzen Musik Fundament und Balance.
So ist das Sandro Roy Unity Trio nicht nur Bewahrer einer faszinierenden Spielkultur, sondern zugleich auch ein Erneuerer dieser (zeitlosen) Tradition.
Jörg Konrad
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Montag 13.03.2023
Landsberg: Omer Klein Trio - In Hochform
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Landsberg.Ich wurde in Israel geboren, das von Anfang an ein Schmelztiegel von Menschen aus der ganzen Welt war“, erzählte Pianist Omer Klein anlässlich der Veröffentlichung seines gerade erschienenen Albums „Life & Fire“. „Die Eltern meiner Eltern kamen aus Osteuropa und Nordafrika.“ Diese Vielfalt kultureller Einflüsse liegt ganz allgemein auch dem Jazz zugrunde. Er ist, dass kann man aufgrund seiner Historie getrost behaupten, eine Musik, die sich aus unterschiedlichen Kulturen, Einflüssen und individuellen Freiheiten zusammensetzt. Insofern wundert es wenig, dass sich Israel als ein schier unerschöpflich erscheinender Hort herausragender Jazzmusiker entpuppt. Einziger Nachteil: Im eigenen Land gibt es zu wenig Auftrittsmöglichkeiten. Also müssen Spielstätten „draußen“ in der Welt her. Zum Beispiel Landsberg. Hier gibt es Kenner als Kuratoren und Enthusiasten im Publikum. Also ist es nur logisch, das dass Omer Klein Trio (mittlerweile zum dritten Mal in zehn Jahren) auch am Lech gastiert. Und es wurde ein denkwürdiger Auftritt.
Kleins Klavierspiel wirkte im Stadttheater noch leidenschaftlicher, temperamentvoller und in Abstimmung mit seinen Partnern noch dynamischer. Man spürte seine beeindruckende musikalische Kenntnis und seinen weiten stilistischen Horizont. Er bewegte sich durch die klassische Literatur ebenso sicher, wie durch die Standards des Jazz. Er nahm genüsslich das Jimmy Van Heusen-Schlachtross „Polka Dots And Moon beams“ auseinander, gab der Wayne Shorter-Komposition „JuJu“, eine Beschwörung übrigens afrikanischer Stammesriten, tüchtig die Sporen und stellte die neuen, manchmal mit einem brasilianischen Touch angehauchten Nummern seines neuen Albums mit Esprit vor. Seine Virtuosität schien ebenso grenzenlos wie sein Ideenreichtum. Er bolzte regelrecht über die Tastatur, provozierte und beglückte zugleich, kürzte Themen und verzögerte die improvisatorischen Intervalle. Ständig wechselten Rhythmen und Harmonien und doch spürte man an keiner Stelle des Vortrags Brüche irgendeiner Art. Seine Stärke ist eine fließende Eleganz und eine atmende Ruhe, bei entsprechender dynamischer Differenziertheit.
Manchmal schlug er die Akkorde so gnadenlos, dass man glaubte, gleich komme Coltrane aus dem Hintergrund auf die Bühne. Manchmal war es auch Amir Bresler, der die Tom Toms seines Schlagzeugs ächzen und stöhnen ließ wie einst Elvin Jones. Überhaupt zeichneten sich seine beiden Partner durch eine bestürzende Frische aus. Immer auf Augenhöhe mit dem Pianisten glänzten sie durch Auslassungen, Verlagerungen, Beschwörungen und trieben dabei den Flow der Musik gnadenlos an und vorwärts. Sie setzten immer neue rhythmische Nadelstiche, brillierten auf solistischen Pfaden (Bassist Haggai Cohen-Milo) und trieben sich im gemeinsamen Miteinander zu musikalischen Höchstleistungen. Dank ihnen begeisterten beide Sets vom jeweiligen Beginn an durch eine befreite Intensität, die jegliche Zweifel oder Grübeleien ganz locker hinwegspülte.
In dieser (Hoch-)Form gehört das Omer Klein Trio zu den großen zeitgenössischen Formationen und ragt ganz eindeutig aus der Flut existierender Klaviertrios heraus. Am Ende des Abends wurde das Trio für seinen Auftritt frenetisch gefeiert. Zu recht!
Jörg Konrad

Hier Bericht in der Augsburger Allgemeinen Zeitung / Landsberg
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Samstag 11.03.2023
Fürstenfeld: Ein kammermusikalischer Abend mit Konstantin Wecker
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Fürstenfeld. Warum in die Ferne schweifen, wenn Konstantin Wecker ist so nah… Der Münchner Musikant, Friedensaktivist, Literat und Liedermacher gab sich im Veranstaltungsforum Fürstenfeld mit seinem langjährigen Begleiter am Klavier Joe Barnikel und der ihm vertrauten Cellistin Fanny Kammerlander die Ehre.

Waren seine Lieder seit jeher fesselnd und erdig, bleibt Wecker kontinuierlich spannend, ab und an ein wenig altersmilde, trotzdem unverändert kämpferisch, politisch engagiert für Frieden, Liebe, die Gleichberechtigung und Ehrlichkeit. Zusammen mit Joe Barnikel und Fanny Kammerlander wurde der Abend zu einem kammermusikalischen Ereignis der besonderen Art. Neben dem mittlerweile über 50 Jahre alten „Liebeslied“, trug er Gedichte vor, rezitierte Klassiker, gab Erkenntnisse und Einblicke über seine Kinder, das Alter, familiäre Wurzeln oder, wie sollte es auch anders sein, die Liebe preis. Das Alles altersbedingt gereift und im Gegensatz zu früher weniger lustvoll, dafür gefühlstiefer und ausnehmend sensibel. Natürlich durften Klassiker wie „Die weiße Rose“ oder „Was immer der Wind erzählt“ nicht fehlen, während er aus seinem aktuellen Album „Utopia“ Songs wie „Die Tage grau“, „Schäm Dich Europa“ oder „An die Musen“ präsentierte. Das Ganze immer wieder aufgelockert durch Rezitationen seiner Gedichte oder Geschichten und Bonmots aus dem Leben, die bewegen.

Das Fürstenfelder Publikum, aufmerksam und gebannt, riss es gegen Ende der Vorstellung von den Sitzen, Standing Ovations für Konstantin Wecker und seine Mitstreiter. Nach zwei Sets folgte, wie sollte es anders sein, der Weckersche „Zugabenblock“. Mit „Buonanotte Fiorellino“ und dem „Gutenachtlied“ von Francsco De Gregoris klang der Abend musikalisch aus, nicht ohne dem stehend applaudierenden Publikum noch sein Gedicht „Jeder Augenblick zählt“ mit auf den Nachhauseweg zu geben. Nach gut zweieinhalb Stunden Programm waren Publikum wie Künstler erfüllt und glücklich einen fulminanten gemeinsamen Abend erlebt zu haben.
Text & Fotos: Thomas J. Krebs
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Foto: Marie Grycka
Montag 27.02.2023
Landsberg: Sophia Jani – Klarheit und Dramatik
Landsberg. Es gibt etliche Bezeichnungen für ein schon länger bestehendes Phänomen in der Musikwelt: New Classic, zeitgenössische Kammermusik, fragmentarische Minimal-Music. Einerseits handelt es sich um eine gedämpfte Herangehensweise an Musik, die einen Hauch des klassischen Grunderbes in sich trägt. Andererseits geht es um die klangliche Präsentation eines Terminus, der momentan kaum noch junges Publikum in die Konzerte lockt. Denn irgendwann erschöpfen sich nun einmal die respektvollen Wiederholungen und zahlreichen Interpretationen der großen Komponisten des Barock, der Renaissance, der Romantik. Man möchte im Publikum endlich einen Generationswechsel erkennen - um eben auch morgen noch die Säle altehrwürdiger Kulturtempel zu füllen (wenn man sich in diesem Zuge denn nicht auf völlig andere Auftrittsorte einigt).
So nutzen junge Komponisten die klassische Moderne, arbeiten, statt auf Virtuosität setzend, völlig reduziert, flirten mal mehr mal weniger intensiv mit den etablierten Randbereichen der Klassik, haben ein immenses Gespür für die Stille und schaffen insofern einen eigenen, faszinierenden Klangkosmos. Dieser berührt tief und grenzt sich zugleich doch deutlich vom Straßensound des Mainstream ab. Er begegnet, trotz nicht immer einfacher Form, dem Publikum sozusagen auf halber Strecke.
Zu einem Senkrechtstarter dieser Szene gehört Sophia Jani, die am letzten Samstag im Landsberger Stadttheater ihr vor einem knappen Jahr erschienenes Debütalbum „Music as a mirror“ (Neue Meister) vorstellte. Verschiedene Stücke in unterschiedlichen Besetzungen, die eine Aura aufmerksamer Konzentration und nuancierter Direktheit entstehen ließen.
Sophia Janis Arbeiten leben von Verschiebungen und Verzahnungen, von Wechseln und differenzierten Betonungen. Ihre Musik klingt so einfach, wie sie komplex aufgebaut ist. Tonfolgen reihen sich aneinander, die Tempi wechseln, es gibt kleine Figuren und Ornamente, die eingebaut werden und dem ganzen so auch eine gewisse Lebendigkeit vermitteln.
Die unterschiedlichen Formationen beeindrucken durch ihre Instrumentierungen, die ein jeweils völlig anderes Klangbild entstehen lassen. Das Kontai Ensemble spielt mit Klarinette, Bassklarinette, Violine, Violoncello und Klavier und variiert bei den einzelnen Kompositionen untereinander. Das Dandolin Quintett, hingegen ein reines Holzbläserquintett und ebenfalls mit ausschließlich jungen Muskerinnen und Musikern besetzt, interpretiert die Stücke in der Besetzung Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn.
Es sind oft Fragmente, die zu hören sind, oft nur kurze, aneinandergereihte Andeutungen, die konzentriert und mit Hingabe angerissen werden und nach und nach erst die Kompositionen vervollständigen. Vieles wirkt entgegen unserer schnelllebigen Zeit, ist nicht auf eine schnelle und gewöhnliche Gesamtbefriedigung ausgerichtet. Wer sich auf diese Minimalismen einlassen kann und will, wird reich belohnt.
Wenn man einen Höhepunkt des Abends herausgreifen möchte, so waren dies mit Sicherheit drei Stücke aus einer neuen, bisher noch nicht veröffentlichten Komposition Sophia Janis. „Six Pieces For Violin Solo“ wurde von Teresa Allgaier eindrucksvoll an der Violine interpretiert. Stücke, die sich zwischen berührender Melancholie und schwungvollem Temperament bewegen, die aufgrund Allgaiers aufregender Spieltechnik beeindrucken, deren präziser und lupenreiner Strich für Klarheit sorgt und die Dramatik eines Stückes weitab des eigenen Egos zu entwickeln versteht. Letztendlich eine außergewöhnliche Erweiterung der Geigenliteratur, sowohl im kompositorischen, als auch interpretatorischen Sinn.
Jörg Konrad

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Sonntag 12.02.2023
Fürstenfeldbruck: Ausstellungseröffnung „Schlimm“ von Greser & Lenz im KUNSTHAUS
Fürstenfeldbruck. Das Kunsthaus im Museum Fürstenfeldbruck eröffnete vergangenen Freitag die Ausstellung „Schlimm“ des Karikaturistenduos Greser & Lenz. Seit mittlerweile einem guten Vierteljahrhundert kreieren die beiden „Witze für Deutschland“, veröffentlichen regelmäßig in der FAZ oder Titanic. Gerade ging der Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen an Achim Greser und Heribert Lenz für ihr ironisches Portrait „Putin privat“. Nach herzlicher Begrüßung durch den Fürstenfeldbrucker Oberbürgermeister Erich Raff gab sich Professor Dr. Michael Wolffsohn die Ehre und hielt die Laudatio auf Greser & Lenz, die immer wieder ihre Finger auf die Wunde des deutschen Spießbürgers legen und uns dabei auf frappierende Weise den Spiegel vorhalten. Letztlich kann man über ihre bissigen Karikaturen herzhaft lachen, wobei man im nächsten Moment unvermittelt ins Grübeln kommt. Sie treffen mit ihrem Humor den Nerv der Zeit - das ist die hohe Kunst von Greser & Lenz. Mit subtilem Humor und wenig Worten karikieren sie, oberflächlich bissig, hintergründig und überlegt, was gesellschaftlich gerade aktuell aus dem Ruder läuft. „Klärt uns weiter über uns auf“ - forderte Laudator Prof. Dr. Wolfssohn - zu Recht! Diesem „Leidspruch“ werden Greser & Lenz hoffentlich noch lange folgen. Die Eröffnung wurde auf Wunsch des Zeichnerduos vom Trio Ried aus Blonhofen mit Blasmusik begleitet, die wiederum von traditionellem bayrischen Liedgut, über „Blueberry Hill“ bis zu Dassins „Les Champs-Elysées“ einen herrlichen musikalischen Rahmen darboten.

Zu sehen ist die Ausstellung mit 213 Werken von Greser & Lenz bis zum 02.April im Kunsthaus im Museum Fürstenfeldbruck und es bleibt zu hoffen, dass die Ausstellung ebenso so zahlreich besucht wird wie am Tag der Eröffnung. Ihr Zeichner-Motto „Jeder Krieg hat seine Opfer, das gleiche gilt für den guten Witz“ ist so aktuell wie selten zuvor.
Foto & Text: Thomas J. Krebs

KUNSTHAUS Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 7,
82256 Fürstenfeldbruck
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Autor: Siehe Artikel
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