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1. Kenny Wheeler, Lee Konitz, Dave Holland, Bill Frisell „Angel Song“
2. Piano Conclave (10): Taranczewski „LOM“
3. Piano Conclave (9): Ludwig van Beethoven „Klaviersonaten Opp. 10, 13, 27...
4. Benjamin Koppel
5. David Murray Quartet „Francesca“
6. Piano Conclave (7): Yelena Eckemoff „Romance Of The Moon“
Dienstag 18.06.2024
Kenny Wheeler, Lee Konitz, Dave Holland, Bill Frisell „Angel Song“
Bilder
Eine Besetzung, die damals Wellen schlug und ein Album, das in seiner in sich ruhenden Dynamik und berührenden Poesie bis heute fasziniert. Eingespielt im Februar 1996 in New York gehört „Angel Song“ zu den Klassikern des modernen (Kammer-)Jazz. Vier Musiker, deren Karrieren nicht unterschiedlicher verlaufen konnten und die trotz dieser Verschiedenartigkeit doch über einen traumwandlerischen Pfad zueinander fanden.
Da ist Lee Konitz (Jahrgang 27), dieses Altsaxophon spielende Urgestein Jazz, der, ähnlich seinem Partner auf dem vorliegenden Album Kenny Wheeler (Jahrgang 30), sowohl die amerikanische Variante des Jazz beherrschte, wie er auch deren europäische Ästhetik verinnerlichte und glänzend zum Ausdruck brachte. So war er als Sideman und damit Geburtshelfer an der Entstehung von Miles Davis „Birth of the Cool“-Album beteiligt, spielte mit Charles Mingus und Derek Bailey und mit dem Brandenburgischen Staatsorchester (anlässlich eines Tributes für den deutschen Komponisten und Musikjournalisten Günter Buhles).
Kenny Wheeler gehörte an Trompete und Flügelhorn zumindest für eine Weile der zweiten Reihe der europäischen Aventgardemusiker um Alexander von Schlippenbach an, ehe er mit seinen weiten melodischen Bögen und den melancholisch verhangenen Musikgeschichten so inspirierend wirkte; Bill Frisell (Jahrgang 51), war aufgrund seiner Sensibilität und Empathie schon damals einer der meistbeschäftigten Gitarristen der Szene. Er ist keiner dieser Geschwindigkeitsapostel an den Saiten, sondern mehr der reduzierte, introvertierte Typ mit Wirkung und Einfluss. Und zu guter letzt Dave Holland (Jahrgang 46), einer besten und effektivsten auf seinem Instrument, einer der Räume öffnet und schließt, der virtuos improvisiert, unerschütterlich die Zeit hält und ebenso kraftvoll begleitet, wie er mit wunderbaren lebendigen Figuren homogen gestaltet.
Komponiert hat „Angel Song“ komplett Kenny Wheeler und es scheint, als habe er die Stücke einzig für diese schlagzeuglose Besetzung verfasst, sie den Solisten förmlich auf den Leib geschrieben. Die Instrumentalstimmen passen wunderbar zueinander – und selbst ihrer scheinbaren akustische Divergenz, wie zum Beispiel im Stück „Unit“, wohnt in der Verbindung des etwas nasalen Altsax und dem drahtigen Gitarrensound ein poetischer Zauber inne. Nichts an diesen Aufnahmen ist überflüssig, keine eitlen Floskeln, schon gar kein Geschwätzigkeit. Sparsamkeit ist Trumpf auf „Angel Song“. Aber das musikalische Versmaß passt perfekt, zielt auf das Wesentliche. Sehnsuchtsvolle Miniaturen, die Zukünftiges und Vergängliches beinhalten und in ihrer Traurigkeit einfach nur freudig stimmen.
Jörg Konrad

Kenny Wheeler, Lee Konitz, Dave Holland, Bill Frisell
„Angel Song“
ECM „Luminessence“-Series (Vinyl)
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Dienstag 11.06.2024
Piano Conclave (10): Taranczewski „LOM“
Bilder
Musik in Bildern, Tonfolgen als Klanggemälde. Schon auf ihrem Debütalbum „When I Was“ vor zwei Jahren hat das Trio um den Berliner Pianisten Olaf Taranczewski mit behutsamen, aber eigenwilligen Beschwörungsformeln auf sich aufmerksam gemacht. Diesen Weg der stillen Rückbesinnung geht die Formation nun weiter. Die zehn Songs auf „LOM“, alle von Olaf Taranczewski komponiert, finden einen instrumentalen Ton, der ebenso intim wie durchsichtig ist, der anrührt und doch auch eine gewisse Intensität vermittelt. Eine emotionale Intensität, erdig verspielt, voll induktiver Energie.
Lom ist ein kleiner Ort in Zentralnorwegen, dessen Landschaft Olaf Taranczewski stark beeindruckt hat. Zugleich erinnert er mit seiner Musik an skandinavische Instrumentalisten, allen voran den Schweden Esbjörn Svensson, von dem sich Taranczewski stark inspiriert fühlt, von der Hinzufügung der Stille und dem Prinzip der Klangaskese.
So kommt das Beruhigende dieser Musik aus deren Entschleunigung. Denn in einer Zeit, in der visuelle Eindrücke, Informationen und damit oft auch Gefühle im Zehntelsekundentakt wechseln, erscheint diese Form des musikalischen Innehaltens wie ein reflektierendes Durchatmen. Es ist eine Form der Hingabe an die Musik und deren humanen Geist. Die rhythmischen Verstrebungen, die anmutigen Harmonien und lindernden Melodien sind wie Balsam für die Seele. Introvertierte Raumkunst auf höchstem Niveau.
Jörg Konrad

Piano Conclave (8):
Taranczewski
„LOM“
Hey!Blau
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Freitag 07.06.2024
Piano Conclave (9): Ludwig van Beethoven „Klaviersonaten Opp. 10, 13, 27, 53, 79, 101“
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Piano Conclave (8):
Ludwig van Beethoven
„Klaviersonaten Opp. 10, 13, 27, 53, 79, 101“
Moritz Winkelmann, Klavier

Was wird und wurde nicht alles über Ludwig van Beethovens Klaviersonaten geschrieben. Sie seien der „Achttausender der Klavierliteratur“, das „Neue Testament der Klaviermusik“ oder der „unverzichtbare Kern jeglicher musikhistorischer (Aus-)Bildung“. Was bleibt, ist deren Anziehungskraft und Magie, die, nachdem sie bis heute etliche Male komplett eingespielt wurden, ungebrochen sind. Dabei steht nicht immer die Virtuosität und die Perfektion der Interpretation im Vordergrund. Mindestens ebenso wichtig ist der Umgang mit der Zeit, mit dem Tempo, in dem die Stücke gespielt werden und natürlich der emotionale Bezug des Pianisten zu Beethoven selbst. Dieser ist bei Moritz Winkelmann stark ausgeprägt. Zum einen gibt es eine indirekte Linie, ausgehend von Winkelmanns Lehrer Leon Fleischer über einige seiner Mentoren und wiederum deren Dozenten, wobei diese Ahnengalerie bis zu Beethoven selbst führt. Andererseits war für den Stuttgarter Pianisten Beethoven so lang er denken kann, das Maß der Dinge. So spielte er schon als Vierjähriger mit seinem Großvater Stücke des großen Komponisten und fühlt sich rückblickend musikalisch von ihm geprägt.
So kommt es nicht von ungefähr, dass sich Winkelmann zu dieser monumentalen Herausforderung, sämtliche 32 Sonaten neu einzuspielen, regelrecht berufen fühlt. „Diesen Berg zu erklimmen“, sagt Winkelmann, „ja allein sich auf die Reise einzulassen, ermöglicht mir weiter in die Richtung zu wachsen, in die ich wachsen will.“
Die hier vorliegenden neun Sonaten auf drei CDs sind in der Festeburgkirche in Frankfurt am Main eingespielt. Sie spiegeln Winkelmanns hohe Konzentration bei der spielerischen Umsetzung der Vorlagen wieder. „Ich bin in einem Dauer-Flow – nicht besonders aufgeregt, aber sehr konzentriert und fokussiert.“ Eingespielt auf einem Steinway D-274 zieht der Pianist auch Urtextausgaben und zuweilen sogar Beethoven-Autographen zur Interpretation mit heran. Trotzdem klingen die Aufnahmen an vielen Stellen tänzerisch leicht, leuchtet die Melancholie in transparenten, berührenden und manchmal sogar schillernden Klangfarben. Doch vorherrschendes Merkmal ist die Intensität dieser spürbaren individuellen Einspielung – selbst in den ruhigen, lyrischen Momenten der Musik.
Jörg Konrad

Piano Conclave (8):
Ludwig van Beethoven
„Klaviersonaten Opp. 10, 13, 27, 53, 79, 101“
Moritz Winkelmann, Klavier
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Montag 03.06.2024
Benjamin Koppel
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Vor zwei Jahren erschien in Dänemark der Roman „Annas Lied“, der in dem kleinen skandinavischen Land über Nacht die Bestsellerlisten stürmte. Autor ist Saxophonist Benjamin Koppel, der in dem Buch einen Teil seiner eigenen Familiengeschichte verarbeitete. Im Mittelpunkt steht seine Großtante Anna, die schon als Kind dem Zauber der Musik erlegen ist und davon träumt, später einmal Klaviervirtuosin zu werden. Koppel beschreibt auf über 500 Seiten deren schwierigen, von Leiden und Verzicht gekennzeichneten Lebensweg und streift dabei vier Generationen in historisch unruhigen und lebensgefährlichen Zeiten.
Aufgrund von Krieg und Vertreibung in den 1930er und 40er Jahren wird Anna, deren Vorfahren aus einem polnischen Schtetl nach Dänemark emigrieren, nicht gefeierte Pianistin, sie wird auch nicht mit ihrer großen Liebe, dem Kommunisten und Widerstandskämpfer Aksel zusammenkommen. Als Jüdin flüchtet sie vor den in Dänemark einmarschierenden Nazis erst nach Schweden, später geht sie nach Frankreich, wo sie in Paris Francois heiratet, dem sie schon als Jugendliche versprochen war. Es ist ein unglückliche Beziehung, Anna gefangen als Ehefrau und Mutter, während sich ihr Ehemann im Pariser Nachtleben verlustiert.
Koppel gelingt es, mit einfacher Sprache die Geschichte europäischer Juden aus einem ganz persönlichen Blickwinkel zu erzählen. Er beschreibt in seinem literarischen Debüt sowohl die belastenden religiösen Traditionalismen orthodoxer Lebensweisen, als auch die Kraft und Hoffnung spendende Wirkung von Kultur und die Melancholie und Trauer nicht gelebten Glücks. Die Musik, als eine Art sehnsuchtsvollem Therapeutikum, spielt die zentrale Rolle in diesem Roman. Fast alles im Leben von Anna und ihrer Familie dreht sich um sie. Musik gibt Halt, Hoffnung und und in ihrem unerfüllten Streben zugleich Schmerz und Schwermut.
Natürlich kann nur jemand eine derart berührende und dynamische Geschichte erzählen, der um die Kraft und Inspiration von Musik weiß. Zugleich ist hierfür ein starkes Verständnis und Wissen für politische, gesellschaftliche und soziale Belange notwendig. All dies besitzt Benjamin Koppel in großem Umfang. Geboren in einer von Musik geprägten Familie, Koppels Großvater war klassischer Komponist und Pianist, der Vater Anders arbeitete als Klarinettist und Pianist in Rockgruppen, komponierte Theater- und Ballettmusik und schrieb für Kammerensemble.
Benjamin interessierte sich schon in jungen Jahren für zeitgenössische improvisierte Musik. Er gründete früh ein eigenes unabhängiges Plattenlabel (Cowbell), auf dem er überwiegend eigene Musik herausbrachte. Auffällig ist hier der häufige Bezug zu gesellschaftspolitischen und sozialen Themen. Vor einigen Jahren veröffentlichte Vater Anders Koppel das Album „Mulberry Street Symphony“, bei dem es sich um Kompositionen handelt, die auf der Grundlage des Fotoreportagebuches „How The Other Half Lives“ von Jacob Riis entstanden. Fotograf und Journalist Riis dokumentierte mit seiner Arbeit die Lebensverhältnisse verarmter Einwanderer und unterprivilegierter Schichten in New York und gilt als Pionier der sozialdokumentarischen Fotografie. Solist auf diesem Album: Anders Sohn Benjamin Koppel am Altsaxophon.
Anfang 2024 widmete Benjamin das Album „White Buses – Passage To Freedom“ einem dänischen Gedächtnisprojekt. In einer spektakulären Rettungsaktion wurden kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges annähernd 20.000 skandinavische und internationale Häftlinge (darunter viele Juden) in deutschen Lagern von weißen Bussen abgeholt und dann nach Hause (Dänemark, Schweden und Norwegen) in Sicherheit gebracht.
Dieser Tage sind fast zeitgleich mit Koppels Debütroman „Annas Lied“ zwei weitere Musik-Aufnahmen erschienen. Das großartige Jazz-Trio-Album „Time Again“, das swingende, boppende, leidenschaftlich improvisierte Musik enthält.
„Story Of Mankind – A Requiem“ ist hingegen ein erschütterndes musikalisches Manifest, das die Absurdität und Grausamkeiten von Kriegen aller Art zum Thema hat. Aufbauend auf Texten des französischen Dichters Apollinaire und der beiden Dänen Tomas „TT“ Krag und Morten Sondergaard behandelt Benjamin Koppel die absurde Surrealität von Krieg und Zerstörung. Er zieht Parallelen zwischen dem 1. Weltkrieg und dem fortdauernden Angriffskrieg der Russen gegen die Ukraine. Dieses Album ist ein Requiem, eine Messe für die Opfer und für ihre Angehörigen. Getragen von Trauer, Not – aber auch der unwiderstehlichen Hoffnung für Gerechtigkeit.
Jörg Konrad

Benjamin Koppel „Annas Lied“ S.Fischer Verlag
Benjamin Koppel „Time Again“ Cowbell Music
Benjamin Koppel „Story Of Mankind – A Requiem“ Cowbell Music
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Dienstag 28.05.2024
David Murray Quartet „Francesca“
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„Mit allem, was ich tue, bin ich Protest, die Tradition der schwarzen Musik ist der Widerstand. In Afrika waren die Trommeln das Kommunikationsmedium, wir haben die Musik als Widerstandsmedium auf eine neue Stufe gehoben“, antwortete David Murray vor einigen Jahren auf die Frage, ob Jazz als Protestmusik etwas bewirkt hat. Nicht alles, was Murray heute spielt, klingt dabei nach Rebellion. Zumindest wenn man seine Musik seziert wird deutlich, aus welchen Vermächtnissen und Stilistiken sie sich zusammensetzt. Insofern könnte man das Ergebnis auch als traditionell bezeichnen. Die Frage ist nur, wie der aus Kalifornien stammende Saxophonist die verschiedenen kulturellen Aspekte persönlich nutzt, sie mit seiner Individualität und einzigartigen Technik seines Spiels zusammenbringt. Insofern steht Murray in einer Reihe mit den großen Solisten und Improvisatoren des Jazz, die verwerten was musikalisch vorhanden ist, von Gospel, Blues, Swing, Soul, Bop, Afro-Karibik, und die diese Vorgaben ordentlich, einfallsreich und kraftvoll verdichten, entzerren, abstrahieren und sich besonders jungen Musikern gegenüber öffnen.
Unter ähnlichen Aspekten ist David Murrays neustes, grandioses Album entstanden. Auf „Francesca“ hat er einige außerordentliche junge Instrumentalisten um sich versammelt und mit ihnen im schweizerischen Winterthur im November letzten Jahres ein regelrechtes nonkonformistisches Feuerwerk abgebrannt. Hier finden Avantgarde und Spiritualität zusammen, die Roots des Jazz wie auch die überschäumenden Klangkaskaden des New Thing, strenge Form und souveräne Freiheit. Wenn Musik grenzenlos ist, dann ist David Murray deren König, ein bedingungsloser Navigator der Jazz-Moderne. Er geht mit seinem Instrument in Höhen, in denen die Luft dünn wird und Sprachlosigkeit einfach nicht existiert. Auf „Francesca“ an seiner Seite: Marta Sanchez, dieser aufgehende Star am Klavierhimmel, deren rhythmische Flexibilität neben ihrem iberischen Temperament beeindruckt. Sie hält dem Dauerfeuer David Murrays locker stand, findet die passenden antworten, spielt spontan und überlegt vom Blatt, klingt klassisch, frei und folkloristisch. Wir werden mit ihr noch manches musikalische Abenteuer erleben. Und Bassist Luke Stewart, sowie Schlagzeuger Russell Carter ebnen die Fundamente für diese kraftstrotzende und dabei doch schwärmerische Musik. Sie agieren ebenso blitzgescheit wie auch blitzschnell und halten den Laden zusammen – komme was da wolle.
Jörg Konrad

David Murray Quartet
„Francesca“
Intakt
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Montag 27.05.2024
Piano Conclave (7): Yelena Eckemoff „Romance Of The Moon“
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Zwei Dinge verbindet Yelena Eckemoff auf ihrem neuen Album „Romance Of The Moon“ beeindruckend: Den Lyriker Federico Garcia Lorca und ihre ganz persönliche Kompositionsarbeit. Dass diese Kooperation, die der Pianistin so sehr am Herzen liegt, nicht schon viel früher hörbar Früchte trug, ist ganz dem Umstand geschuldet, dass es für sie soviel andere Musik zu komponieren und zu spielen gab. Denn seit die in Moskau geborene Pianistin 1991 mit neunundzwanzig Jahren in die USA emigrierte, hat sie über zwanzig eigene Alben veröffentlicht. Durchgehend mit den besten Instrumentalisten der Jazzszene besetzt und mit fast ausschließlich eigenen Kompositionen gefüllt. „Ich komponiere Musik, seit ich vier Jahre alt bin“, erzählt sie in Bezug auf ihr neues Album. „Die Melodien kommen zu mir …. Deshalb trete ich nicht mehr so viel auf.“ Zudem malt Yelena Eckemoff intensiv, gestaltet zum Beispiel all ihre Cover selbst und hat, wie im vorliegenden Fall, sämtliche Gedichte Lorcas ins Englische und ins Italienische(!) übersetzt. Letzteres hat einen einfachen Grund: Bei ihren Mitstreitern auf „Romance Of The Moon“ handelt es sich ausnahmslos um Italiener „... damit sie genau wissen, worum es in jeder Komposition geht.“
Das Zentrum ihrer Musik ist natürlich das Klavier. Das Tasteninstrument steht für die klassisch ausgebildete Yelena Eckemoff zentral, alles was sie schreibt, dreht sich um das Klavier. Trotzdem hat sie diesmal die Solostimme dieser Instrumentalvertonungen dem sardischen Trompeter Paolo Fresu regelrecht auf den Leib geschrieben. Es sind wunderbare Melodien, die sie für ihn gefunden hat, Musik mit starken emotionalen Anteilen, die dem tragischen Schicksal des spanischen Autors auch inhaltlich vollauf gerecht werden. Es sind ästhetisch gereifte Songs, einfühlsam und selbstbewusst umgesetzt. Manche Momente klingen nach hingebungsvoller Trauerarbeit, andere nach einer unbeschwerten Feier des Lebens. Dies ist die berührende Verbeugung einer großen Künstlerin vor allen Opfern von Barbarei und Unmenschlichkeit.
Jörg Konrad

Yelena Eckemoff
„Romance Of The Moon“
L & H
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