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37. Franz Marc Museum: DIE MODERNE IM ZOO
38. Kunsthaus Kaufbeuren: Frauke Zabel - beständig war die Perle
39. Theatermuseum München: making THEATRE - Wie Theater entsteht
40. Museum Barberini: Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissarro
41. Lenbachhaus: Auguste Herbin
42. Literaturhaus München: SUSAN SONTAG - "EVERYTHING MATTERS"
Samstag 28.06.2025
Franz Marc Museum: DIE MODERNE IM ZOO
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DIE MODERNE IM ZOO

Ausstellung vom 29. Juni 2025 bis 09.November 2025
Franz Marc Museum, Kochel am See

Vom 29. Juni bis zum 9. November 2025 präsentiert das Franz Marc Museum die große Themenausstellung „Die Moderne im Zoo“. Erstmals wird der Zoo als Ort der Beobachtung, Projektion und Imagination in einer umfassenden kunst- und kulturhistorischen Zusammenschau als zentrales Motiv der künstlerischen Moderne erschlossen.

Künstlerinnen und Künstler wie Franz Marc, August Macke, Renée Sintenis, Alfred Kubin, Paul Klee, Max Liebermann, Emy Roeder, Gabriel von Max und viele andere begegneten um 1900 dem Zoo nicht nur als einem neuartigen Ort ästhetischer Erfahrung, sondern als Spiegel einer Epoche im Umbruch. Bewegte Tierkörper, exotische Inszenierungen, neue wissenschaftliche Theorien über Tierverhalten und Emotion, aber auch Fragen nach Kontrolle, Zähmung, Nähe und Distanz bestimmten die künstlerische Auseinandersetzung mit der Tierwelt im Zoo und wurden zugleich zu einem Reflex gesellschaftlicher Sehnsüchte, kolonialer Machtverhältnisse und der Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen.

Trotz seiner zentralen Bedeutung als Erfahrungsraum für die Kunst der Moderne ist der Zoo bislang kaum systematisch in den Fokus musealer Ausstellungen gerückt. „Die Moderne im Zoo“ schließt diese Lücke. Die Ausstellung basiert auf mehrjähriger interdisziplinärer Forschung und beleuchtet erstmals in dieser Breite die vielfältigen künstlerischen, ethischen und politischen Verflechtungen, die sich aus der Begegnung von Kunst und Zoo um 1900 ergeben.


Ein komplexer Resonanzraum der Moderne

Zoologische Gärten entwickelten sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu urbanen Erlebnisräumen und Massenattraktionen. Sie boten eine Mischung aus wissenschaftlicher Präsentation, bürgerlicher Freizeitkultur, kolonialem Schaufenster und moralischem Erziehungsort. Künstlerinnen und Künstler erkannten in ihnen Orte ästhetischer Grenzerfahrungen: Die Tiere wurden zum Gegenstand einer künstlerischen Auseinandersetzung, die zugleich das Verhältnis von Mensch, Tier und Natur neu zu denken versuchte. Der Zoo wurde zur Bühne für das „Andere“ aber auch zum Spiegel des Eigenen.

In der Kunst der Moderne rückte das Tier als fühlendes, agierendes Gegenüber zunehmend ins Zentrum: nicht mehr bloß als Allegorie oder Dekoration, sondern als Träger von Bewegung, Emotion und geistiger Autonomie. Zugleich wurde das Tier zum Experimentierfeld neuer Formen und Farben. Besonders Franz Marc suchte im Tierbild ein Gegenmodell zur rationalisierten Welt der Moderne und damit auch eine Möglichkeit der künstlerischen Erneuerung jenseits akademischer Traditionen.


Ein Ausstellungsprojekt in sieben Kapiteln

Die große Überblicksausstellung erstreckt sich über die beiden oberen Etagen des Franz Marc Museums und versammelt rund 170 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Druckgrafiken und Fotografien, sowie kulturhistorische Objekte aus rund 30 öffentlichen und privaten Sammlungen. Leihgaben kommen u. a. aus dem Städel Museum Frankfurt am Main, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Kunstmuseum Bonn, der Hamburger Kunsthalle, dem Kupferstichkabinett Berlin, dem Zentrum Paul Klee Bern, dem Belvedere Wien und dem Naturhistorischen Museum Wien sowie zahlreichen Privatsammlungen.
In sieben thematischen Sektionen eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf die Rolle des Zoos in der Kunst und Gesellschaft der Moderne:

- „Flanieren im wilden Garten“ zeigt den Zoo als bürgerlichen Erlebnisraum zwischen Landschaftsinszenierung, Tierarchitektur und urbaner Unterhaltung.

- „Der Großstadtzirkus“ beleuchtet die performative Tierwelt der wandernden Menagerien und Zirkusse: Orte der Ambivalenz zwischen Dressur, Spektakel und Irritation.

- „Der Paradiesgarten“ fragt nach der künstlerischen Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und den illusionistischen Tierlandschaften als Gegenentwürfen zur Industrialisierung.

- „Reiz der Exotik“ thematisiert die kolonialen Verflechtungen des Zoo-Systems, das Tiere aus fernen Regionen als Symbole imperialer Macht und als künstlerische Inspirationsquelle inszenierte.

- „Aquarium-Manie“ widmet sich der Unterwasserwelt als Ort naturwissenschaftlicher wie surrealer Imagination, ein Motiv der Moderne mit erstaunlicher künstlerischer Resonanz.

- „Menschelnde Tiere“ rückt die Darstellung tierlicher Individualität, Emotion und Nähe zum Menschen in den Mittelpunkt – von Porträts bis hin zu frühen Tierfotografien.

- „Tierethik und Naturschutz“ schließlich befragt das Spannungsverhältnis zwischen Tierliebe und Gefangenschaft, Schaustellung und Schutz, wie es sich bereits um 1900 andeutete.


Künstler:innen der Ausstellung:
Ottomar Anschütz, Wera von Bartels, Heinrich Campendonk, Otto Dill, Erich Fraaß, August Gaul, Max Geyger, Ernst Haeckel, Josef Hegenbarth, Paul Klee, Paul Klimsch, Max Klinger, Oskar Kokoschka, Alfred Kubin, Max Liebermann, August Macke, Franz Marc, Gabriel von Max, Paul Meyerheim, Adolf Menzel, Emil Nolde, Etha Richter, Friedrich Seidenstücker, Renée Sintenis, Max Slevogt u.v.m.

Franz Marc Museum – Kunst im 20. Jahrhundert
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel a. See


Abbildungen:

- Gabriel von Max, Affen als Kunstrichter, 1889,
Öl auf Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen,
Copyright: bpk / Bayerische Staatsgemäldesammlungen

- Oskar Kokoschka, Tigerlöwe, 1926,
Belvedere, Wien,
Foto: Johannes Stoll

- Franz Marc, Gazellen, 1913 – 1914, Tempera auf Karton,
Franz Marc Museum, Kochel a. See,
Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Foto: collecto.art

- August Macke, Mädchen mit blauen Vögeln, 1914,
Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Bonn,
Dauerleihgabe aus Privatsammlung seit 2022,
Courtesy Lempertz, Foto: Fine Art Images - ARTOTHEK
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Freitag 27.06.2025
Kunsthaus Kaufbeuren: Frauke Zabel - beständig war die Perle
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Frauke Zabel
beständig war die Perle

Ausstellung vom 29. Juni 2025 bis 26. Oktober 2025
Kunsthaus Kaufbeuren

Am 28. Juni eröffnet das Kunsthaus Kaufbeuren mit der neuen Leiterin Lisa Britzger parallel drei Projekte auf den drei Etagen des Hauses. Die Projekte setzen sich spezifisch mit dem Kontext und den Räumen des Hauses auseinander und werden sich über mehrere Monate verändern und weiterentwickeln.Das Foyer im Erdgeschoss, der Saal im ersten Obergeschoss und der Speicher im Dachgeschoss bringen durch bauliche Gegebenheiten und die jeweilige Atmosphäre der Räume unterschiedliche Möglichkeiten der Präsentation, des Aufenthalts, der Sichtbarkeit, der Konzentration, aber auch der Öffnung und Teilhabe mit. Die drei Projekte von Gabi Blum im Saal, Frauke Zabel im Speicher und Studierenden im Master Identity Design der TH Augsburg im Foyer erproben mit künstlerischen, forschenden und partizipativen Ansätzen verschiedene Konstellationen, in denen sich diePräsentation von Kunst, künstlerische Produktionsprozesse, Interaktion von und mit Besucher*innen, Veranstaltungen, Aktivierungen und Vermittlung begegnen. Neue Formate und Angebote sollen sich im Austausch und Dialog mit Besucher*innen und Akteur*innen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen entwickeln.

Frauke Zabels künstlerisch-forschendes Interesse gilt dem Transfer und der Übersetzung zwischen Sprachen, Orten, Medien und Zeiten in Hinblick auf eine mögliche Dekonstruktion vorherrschender Lesarten von Geschichte(n).Ausgehend von der Tradition der Glasperlenproduktion im Stadtteil Kaufbeuren–Neugablonz befasst sich Frauke Zabels künstlerisch-forschendes Rechercheprojekt beständig war die Perle mit der Bedeutung von Glasperlen als globale Tauschware und stellt Verbindungen zwischen verschiedenen Orten und Zeiten her – von Venedig über Südamerika, von Böhmen nach Schwaben bis zum strukturellen Wandel des Stadtteils Neugablonz in Kaufbeuren. Im Speicher des Kunsthaus Kaufbeuren macht Frauke Zabel Archivmaterialien durch ihre künstlerische Sortierung als subjektive Sammlung zugänglich. Diese berichtet vom globalen Warenhandel zu unterschiedlichen Zeiten in kolonialen und neokolonialen Zusammenhängen, aber auch von Aneignung und Selbstermächtigung.Den Ausgangspunkt bildet Frauke Zabels Ausbildung zur Silber- und Goldschmiedin an der Berufsfachschule für Glas und Schmuck Kaufbeuren-Neugablonz und das Erlernen der Technik des Glasperlenwickelns am Böhmischen Lampenfeuer. Während der Laufzeit werden Produktionsorte, Gestaltung und Vertriebsstrukturen in den Blick genommen, die Sammlung wird erweitert und mit Arbeiten aus dem Archiv und dem Unterricht der Berufsfachschule ergänzt. Neben der Präsentation im Ausstellungsraum werden Plakate im öffentlichen Raum in Neugablonz gezeigt undStadtspaziergänge laden zur Erkundung des Stadtteils ein. So bildet sich vielstimmig und anhand verschiedener Perspektiven eine künstlerische Sammlung und ein partizipatives Labor, das eine längerfristige und dialogische Erzählung entspinnt.Nach ihrer Ausbildung als Goldschmiedin an der Berufsfachschule für Glas- und Schmuck Kaufbeuren-Neugablonz, studierte Frauke Zabel Kunst in Halle/Saale, München und São Paulo. Sie unterrichtete u.a. an der TU München, an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und alsGastprofessorin an der HGB Leipzig und verfolgt derzeit ein Promotionsprojekt an der Akademie der bildenden Künste Wien. Kuratorisch war sie im Team des Kunstraums FLORIDA Lothringer 13 tätig und seit 2013 im Kunstpavillon e.V. im Alten Botanischen Garten München. Sie erhieltzahlreiche Residencies und Stipendien. Beteiligungen an Ausstellungen und Performances sowie Aufführungen in kollektiven Kontexten fanden u.a. statt im Teatro de Arena / São Paulo, Kunstverein München, Kunsthaus Bregenz – KUB Arena, esponja / São Paulo, Museum der Moderne Salzburg, Kunstverein Arnsberg, Lothringer 13 Halle München, PAM - Public Art München, Pivô São Paulo, Goethe-Universität Frankfurt, SPIELART München, KV Leipzig, Cité internationale des arts Paris, Bundeskunsthalle Bonn, Kunstraum München, Deutsches Studienzentrum Venedig, Kunstverein Bamberg und im Programm von global dis:connect im Zentralinstitut für Kunstgeschichte München.

Kunsthaus Kaufbeuren
Spitaltor 2
87600 Kaufbeuren

Abbildung:
- Frauke Zabel
Detail aus der Geschichte
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Dienstag 24.06.2025
Theatermuseum München: making THEATRE - Wie Theater entsteht
making THEATRE
Wie Theater entsteht

Ausstellung vom 25. Juni 2025 bis 12. April 2026
Theatermuseum München

Kreativ – kollektiv – dynamisch! Das Theater ist ein vielschichtiger Kosmos, in dem Menschen in künstlerischen, handwerklichen und technischen Berufen gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten: den Premierenabend.

In der großen Sonderausstellung 2025/26 betreten wir den Backstagebereich des Münchner Residenztheaters und begleiten die aktuelle Inszenierung von Shakespeares „Romeo und Julia“, die am 16. Mai 2025 Premiere feiert.

Wie und unter welchen Bedingungen arbeiten die Menschen in der Dramaturgie, in den Werkstätten oder auf der Probebühne zusammen? Die Ausstellung fragt, was die Theaterwelt bewegt, heute, vor 50 oder 100 Jahren, zeigt dazu Highlights aus den historischen Sammlungen des Deutschen Theatermuseums, und lädt Sie ein, über die Zukunft des Theaters zu diskutieren!

Deutsches Theatermuseum
Galeriestraße 4A,
80539 München


Abbildungen:

- Livezeichnung Lisa Frühbeis?
Romeo und Julia1?
Resi (c) Lisa Frühbeis

- Livezeichnung Lisa Frühbeis?
Romeo und Julia2?
Resi (c) Lisa Frühbeis
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Donnerstag 12.06.2025
Museum Barberini: Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissarro
Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissarro

Ausstellung vom 14. Juni 2025 bis 28. September 2025
Museum Barberini, Potsdam

Das Museum Barberini präsentiert vom 14. Juni bis zum 28. September 2025 die Ausstellung Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissarro. Im Fokus steht dabei eine der Gründungsfiguren des Impressionismus, dessen vielseitiges Schaffen durch Offenheit und Experimentierfreude, aufmerksam beobachtete Details und sorgsam abgestimmte Harmonien geprägt ist.

Camille Pissarros künstlerische Anfänge lagen in der Karibik und in Südamerika. Diese Wurzeln verbanden sich mit einem malerischen Interesse an ländlichen Alltagsszenen und Sympathien für den Anarchismus. Die Themenvielfalt seiner Bilder umfasst Landschaften und Gärten, Familienportraits, Szenen des bäuerlichen Lebens oder urbane Motive wie die Häfen der Normandie oder die belebten Straßen von Paris. Die Ausstellung betont ausgehend von den sieben Gemälden Pissarros der Sammlung Hasso Plattner die tiefe Humanität, mit der Pissarros Werke die Gegenwart in all ihren unscheinbaren Aspekten würdigen. Über 100 Werke aus 50 internationalen Sammlungen geben einen fundierten Überblick über Pissarros gesamtes Schaffen und zeigen zugleich die sozialutopischen Ideen seiner Kunst.

Neben dem Denver Art Museum als Kooperationspartner der Schau konnten zahlreiche renommierte US-Sammlungen als Leihgeber gewonnen werden, darunter das Art Institute of Chicago, das J. Paul Getty Museum, Los Angeles, das Clark Art Institute, Williamstown, das Philadelphia Museum of Art, die National Gallery Washington und das Metropolitan Museum of Art, New York. Zu den weiteren internationalen Leihgebern gehören das Van Gogh Museum, Amsterdam, das Musée d’Orsay, Paris, Ordrupgaard, Kopenhagen, das Szépm?vészeti Múzeum, Budapest, das Courtauld und die National Gallery, London, sowie die Gallery of Ontario, Toronto.

Museum Barberini
Humboldtstraße 5–6
14467 Potsdam


Abbildungen:

- Camille Pissarro
Morgensonne in der Rue Saint-Honoré, Place du Théâtre Français, 1898
Öl auf Leinwand, 65,6 x 54 cm
Ordrupgaard, Kopenhagen

- Camille Pissarro
Landschaft auf Saint Thomas, 1856
Öl auf Leinwand, 47,63 x 38,1 cm
Virginia Museum of Fine Arts, Richmond, Collection of Mr. and Mrs. Paul Mellon
© Sydney Collins, Virginia Museum of Fine Arts

- Camille Pissarro
Die Schäferin, 1881
Öl auf Leinwand, 81 x 64,8 cm
Musée d’Orsay, Paris, Vermächtnis Isaac de Camondo, 1911
© bpk | GrandPalaisRmn | Hervé Lewandowski

- Camille Pissarro
Jeanne Pissarro (Minette) mit Fächer, 1873
Öl auf Leinwand, 55 x 46 cm
The Ashmolean Museum, University of Oxford, Vermächtnis Esther Pissarro, 1952
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Dienstag 27.05.2025
Lenbachhaus: Auguste Herbin
Auguste Herbin

Ausstellung vom 03. Juni 2025 bis 19. Oktober 2025
Lenbachhaus München

Der französische Maler Auguste Herbin (1882–1960) gilt als bedeutender Revolutionär der Moderne und einer der Begründer der Abstraktion in Frankreich. Kurz nach der Jahrhundertwende beginnt er mit spätimpressionistischen Landschaften, Stillleben und Porträts, schon jetzt in leuchtenden, dabei harmonisch gehandhabten Farben, die in der darauffolgenden fauvistischen Phase wild werden und es ein Leben lang bleiben. 1907 begegnet er dem deutschen Kunstkritiker und Galeristen Wilhelm Uhde, der ihn auch in Deutschland einführt – mit weitreichenden Folgen: Herbin wird bis heute in Deutschland ausgestellt und gesammelt. 1908 malt er erste kubistische Bilder und zählt damit zu den Erfindern dieser Bildsprache. Auch sein Kubismus ist starkfarbig. 1909 bezieht er ein Atelier im berühmten Bateau-Lavoir auf dem Pariser Montmartre, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Picasso und van Dongen.
Herbin malt in unterschiedlichen Gegenden Frankreichs von der belgischen Grenze bis zur spanischen sowie im belgischen Brügge, im Hamburger Hafen und auf Korsika. Jeder Ortswechsel bringt die Wahrnehmung neuer Formen mit sich und löst häufig Veränderungen in seiner Bildsprache aus. Erst als er sich in den 1930er Jahren endgültig auf die abstrakte Kunst verlegt, bleibt er vor Ort in Paris.
Während des ersten Weltkriegs entwirft er Tarnmuster für Flugzeuge, danach entwickelt er für dekorative Holzobjekte zum ersten Mal ein völlig abstraktes, geometrisches Formenvokabular. Als sozial engagierter Künstler und zeitweiliges Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs sieht er darin eine monumentale „Kunst für alle“. Wenn er sich anschließend einer figurativen magisch-realistischen Malerei zuwendet, dann bedeutet das keinen Bruch, sondern eine Metamorphose. Wie immer in seinem variablen Werk ist es ein Fruchtbarmachen des Alten im Neuen. Als er nach wenigen Jahren zur abstrakten Malerei zurückkehrt, macht er das zunächst mit runden Formen, Voluten, Spiralen.

Als Organisator von Ausstellungen und Vereinigungen propagiert er die Bedeutung der abstrakten Kunst, so ab 1931 als Präsident der Gruppe Abstraction-Création. In den späten 1930er Jahren beschäftigt er sich vermehrt mit Farbtheorien, vor allem mit anthroposophischen Adaptionen von Goethes Farbenlehre. Daraus entwickelt er 1942 sein „alphabet plastique“, ein Regelwerk der reinen Farbtöne und geometrischen Formen, Musiknoten und Buchstaben. Damit „buchstabiert“ er Begriffe in Bildern, doch interpretiert er sie stets variabel mit Blick auf ihre emotional erfahrbare Qualität. Nach 1945 wird Herbin Vorbild für Vertreter der konkreten und kinetischen Kunst und der Op-Art, sein Werk wird in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt. Er engagiert sich bis zu seinem Tod als Erneuerer der französischen Abstraktion.

Unsere Ausstellung umfasst die wichtigsten Stationen in Herbins Schaffen und zeigt ca. 50 bedeutende Werke mit umfangreicher Dokumentation.
Kuratiert von Susanne Böller

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildungen:

- Auguste Herbin, Compotier, carafe et oranges, 1912?
© Collection Kröller-Müller Museum, Otterlo, the Netherlands.?
Foto / Photo: Rik Klein Gotink © VG Bild-Kunst Bonn, 2025

- Auguste Herbin, Femme au cerisier, 1924,?
Artimedes AG, Schaan FL © VG Bild-Kunst Bonn, 2025

- Auguste Herbin, La famille, femmes et enfants, 1914,?
CCØ Paris Musées / Musée d’art moderne de Paris?
© VG Bild-Kunst Bonn, 2025

- Auguste Herbin, Réalité spirituelle, 1939.?
Foto / Photo: Galerie Lahumière Paris,?
© VG Bild-Kunst Bonn, 2024
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Freitag 23.05.2025
Literaturhaus München: SUSAN SONTAG - "EVERYTHING MATTERS"
SUSAN SONTAG - "EVERYTHING MATTERS"

AUSSTELLUNG vom 23. Mai bis 30. November 2025
Literaturhaus München

»Everything matters« – »Alles ist wichtig«, schrieb Susan Sontag, die große New Yorker Intellektuelle, bereits als 14jährige in ihr Tagebuch. Für die brillante Essayistin, Schriftstellerin, Kulturbesessene war es gleichermaßen wichtig zu lesen, zu schreiben, zu schauen, zu denken, sich einzumischen. Die Ausstellung im Literaturhaus München stellt diese Ikone philosophischen Denkens im 20. Jahrhundert in fünf Stationen vor und inszeniert eine Zeitreise an ihren Lebensort New York und zu ihren Lebensmenschen. Ein eigenes Urteil zu haben, die Wirkung von Kunst zuzulassen, sich selbst ein Bild zu machen, an die Orte des Geschehens zu reisen – Susan Sontags radikale Unabhängigkeit, sowohl ästhetisch wie politisch, war ihr leidenschaftliches Credo. »Die Welt war ihr Thema«, so Paul Auster, mit dem Susan Sontag eine jahrzehntelange Freundschaft verband. Nun wird sie von einer neuen Generation entdeckt.

Mit zahlreichen, teils unveröffentlichten Fotografien, Manuskripten, Zitaten, Filmausschnitten, persönlichen Gegenständen aus dem Nachlass und einem umfangreichen Begleitprogramm.

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1,
80333 München

Abbildungen:

- Susan Sontag, Athen, 1958 //?
Foto: © Courtesy of Spuyten Duyvil

- Susan Sontag, New York, 1978 //?
Foto: © Thomas Victor, Courtesy Harriet M. Spurlin

- Susan Sontag, New York, 1979 //?
Foto: © Lynn Gilbert
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