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19. Kallmann Museum: Sammlung Lothar Schirmer – Zeitgenössische Kunst von Cy...
20. Stuttgart: Romane Holderried Kaesdorf. Haltung bewahren
21. Kunsthalle München: DIGITAL BY NATURE - Die Kunst von Miguel Chevalier
22. Buchheim Museum: Schenkung Hans Brög an die Buchheim Stiftung
23. Lenbachhaus: Dan Flavin - Untitled (For Ksenija)
24. Buchheim Museum: KLANGVOLLE STILLE. STEINSKULPTUREN VON KUBACH & KROPP
Mittwoch 08.10.2025
Kallmann Museum: Sammlung Lothar Schirmer – Zeitgenössische Kunst von Cy Twombly bis Peter Handke
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Sammlung Lothar Schirmer – Zeitgenössische
Kunst von Cy Twombly bis Peter Handke

Ausstellung vom 05. Oktober 2025 bis 01. Februar 2026
Kallmann Museum Ismaning

Anlässlich des diesjährigen 80. Geburtstags des bedeutenden Münchner Sammlers und Verlegers Lothar Schirmer stellt das Kallmann-Museum dessen herausragende Sammlung zeitgenössischer Kunst in einer repräsentativen Auswahl vor. Gezeigt werden Fotografien, Zeichnungen, Gemälde und Objekte von prägenden Vertreter*innen der Kunst des 20. Jahrhunderts. Joseph Beuys, Cy Twombly, Cindy Sherman, Jeff Wall, Claes Oldenburg, Bernd und Hilla Becher oder August Sander sind ebenso vertreten wie Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Struth, Cornelius Völker und Wiebke Siem.
Insgesamt sind über 100 Arbeiten von 38 Künstler*innen zu sehen. Lothar Schirmer begann seine inzwischen mehr als sechs Jahrzehnte währende Sammeltätigkeit bereits als siebzehnjähriger Schüler. Getrieben von jugendlicher Leidenschaft für die Kunst seiner Zeit erwarb er in den 1960er Jahren mit schmalem Budget und teilweise auf Ratenzahlung erste Arbeiten von Cy Twombly und Joseph Beuys und bewies schon damals einen visionären Blick für wichtige Bewegungen innerhalb der zeitgenössischen Kunst. Die persönlichen Begegnungen mit diesen beiden
Künstlern, die Schirmer in ihren Ateliers in Rom und Düsseldorf besuchte, markieren zudem den Beginn teilweise jahrzehntelanger, enger und
freundschaftlicher Beziehungen zu den von ihm gesammelten Künstler*innen. Diese Beziehungen vertieften sich, als Lothar Schirmer 1974 in München den Schirmer/Mosel Verlag gründete. Zu den meisten in seiner Sammlung vertretenen Künstlern verlegte er wichtige Monographien und verzahnte so das Sammeln mit der verlegerischen Tätigkeit. Die Ismaninger Ausstellung gliedert sich in drei Abteilungen, deren umfangreichste der Fotografie gewidmet ist. Beginnend mit Heinrich Zilles Vintage-Abzügen Berliner Stadtansichten führt die Ausstellung über die sachlichen Fotografien August Sanders und Albert Renger-Patzschs zu den systematisch angelegten Typologien von Industriebauten und Fachwerkhäusern von Bernd und Hilla Becher, mit denen sie zu Wegbereitern einer dokumentarisch-konzeptuellen Fotografie wurden. Daneben werden die Vertreter*innen der Becher-Schule mit Werken von Laurenz Berges, Claus Goedicke, Andreas Gursky, Candida Höfer, Simone Nieweg, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Thomas Struth und Petra Wunderlich umfangreich in der Ausstellung präsentiert. Viele von ihnen eint ein neutraler Blick und eine objektivierende Sichtweise sowie der Hang zum großen Format, mit dem das Foto Form und Funktion von Gemälden annimmt. Die Großfotografie begegnet uns auch bei den Langzeitbelichtungen Michael Weselys, die Zeitverläufe visuell erfahrbar machen, sowie bei Cindy Sherman und Jeff Wall. Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung ist die Zeichnung, die in einer durch eine besondere Sensibilität und Feinheit gekennzeichneten Ausprägung vertreten ist, unter anderem mit erstmals gezeigten Arbeiten von Peter Handke, diesen aus der Perspektive des Spaziergängers entstandenen zeichnerischen Miniaturen. Joseph Beuys wird mit außergewöhnlich ausdrucksstarken frühen Zeichnungen aus den 1940er und 1950er Jahren vorgestellt. Sie werden mit Multiples, handgeschriebenen Manuskriptseiten von Beuys, Fotografien seiner Aktionen von Ute Klophaus sowie dem ersten von Lothar Schirmer verlegten Buch zu einer umfassenderen Präsentation zusammengeführt, die die herausgehobene Rolle von Joseph Beuys in der sammlerischen und verlegerischen Tätigkeit Lothar Schirmers unterstreicht.?
Daneben stehen die kontemplativen Ryoanji-Zeichnungen von John Cage, sowie Cy Twomblys Zeichnungen aus den 1960er Jahren, in denen Linie, Schrift und Geste zu einer poetischen, oft mythisch aufgeladenen Bildsprache zusammenfinden. Ein weiteres Beispiel einer sensiblen Zeichenkunst ist Hanne Darbovens mehrteilige Schreibzeichnung zu Philipp Otto Runge.
In der dritten Abteilung sind die aktuelle zeitgenössische Malerei und Bildhauerei in Deutschland mit Cornelius Völker, Martin Assig und Wiebke
Siem eindrucksvoll vertreten. Während die großformatigen Gemälde von Martin Assig sich über eine innerliche, poetisch-spirituelle Bildwelt mit
dem Menschsein auseinandersetzen, zeigen die Gemälde von Cornelius Völker gewöhnliche, teils vollkommen banale Motive, die jedoch durch die Sinnlichkeit der Malerei Bedeutsamkeit erhalten und unsere Wahrnehmung der Alltagswelt hinterfragen. Eine zentrale bildhauerische Position vertreten die humorvollen, psychologisch aufgeladenen Arbeiten von Wiebke Siem, die sich mit Identität, Geschlechterrollen und kulturellen
Zuschreibungen auseinandersetzen.
Mit einem humorvollen Seitenblick werden zudem Preziosen alter Meister von Gabriel von Max, Philipp Otto Runge oder Jean-Étienne Liotard in die Präsentation integriert, die von Schirmers ganz eigenem Blick auf die Kunst und das Sammeln erzählen. Die Ausstellung präsentiert die Schwerpunkte einer außergewöhnlichen Sammlung, die aus einem sehr persönlichen Blick auf die Kunst entstanden ist und dabei zentrale Positionen der zeitgenössischen Kunst und Fotografie umfasst.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Schirmer/Mosel Verlag.

Kallmann-Museum
Schloßstr. 3b,
85737 Ismaning

Abbildungen:

- Jörg Sasse
4328, 1995
Computermanipulierte Fotografie,
Diasec
80,6 x 113,2 cm
Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2025

- Cy Twombly
O.T., 1964
Graphit und Fettkreide auf Papier
49,7 x 70 cm
Copyright Cy Twombly Foundation

- Gabriel von Max
Der Atelierbesuch, vor 1913
Öl auf Leinwand, 80 x 120 cm
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Montag 22.09.2025
Stuttgart: Romane Holderried Kaesdorf. Haltung bewahren
Romane Holderried Kaesdorf. Haltung bewahren

Ausstellung vom 27. September 2025 bis 12. April 2026
Kunstmuseum Stuttgart

Romane Holderried Kaesdorf (1922–2007) ist eine der interessantesten Vertreter:innen der zeitgenössischen Grafik Südwestdeutschlands. Erstmals im Kunstmuseum Stuttgart ist nun in einer Einzelausstellung ihr außergewöhnliches wie eigensinniges Werk zu entdecken.
Fünf Jahrzehnte lang hat Romane Holderried Kaesdorf nahezu täglich gezeichnet, wobei sie sich konsequent gegen die Strömung der vorherrschenden Nachkriegsabstraktion stellte. Ihre Zeichnungen gehören mit zum Außergewöhnlichsten, was das Medium Zeichnung im 20. und 21. Jahrhundert hervorgebracht hat.
Trotz dieser überragenden Qualität und obgleich Museen früh auf die Künstlerin aufmerksam wurden, blieb die Rezeption ihres Werkes überwiegend auf Baden Württemberg beschränkt. Die Galerie der Stadt Stuttgart begann bereits 1953 Arbeiten von Holderried Kaesdorf anzukaufen. Heute besitzt das Kunstmuseum Stuttgart zwanzig ihrer Werke.
Ergänzt um Leihgaben aus öffentlichen und privatem Besitz, zeigt die Ausstellung einen repräsentativen Querschnitt ihres Werks seit den 1960er-Jahren – von den surrealen Szenerien über die Männer- und Frauenzeichnungen bis hin zu späten Serien, in denen sie ihr Sujet mit nur noch wenigen Strichen umsetzt.
Die Werkschau gibt eine Vorstellung von der motivischen sowie stilistischen Entwicklung der unverwechselbaren Bildsprache von Holderried Kaesdorf. Die Arbeiten von Holderried Kaesdorf zeichnet ein leiser, hintergründiger Humor aus, der aus der Begegnung ihrer Figuren untereinander oder mit Dingen entsteht. Die Frauen und Männer ihrer Bildwelten scheinen immerzu beschäftigt: Sie erproben Körperhaltungen, sie hantieren und interagieren, ja ringen mit wiederkehrenden Gegenständen – mit Stühlen, Schemeln, Sesseln und Sofas, Büfetts und Schränkchen –, mal hingebungsvoll, mal mit großer Sorgfalt, mal unbeholfen oder steif. Gleichsam wie in Versuchsanordnungen erforschen die Zeichnungen mögliche Beziehungsgefüge zwischen dem Individuum zu sich selbst und seiner eigenen Körperlichkeit sowie zu der es umgebenden Umwelt.

Manche dieser seltsam, gelegentlich auch bizarr anmutenden Episoden mögen irritieren, besonders ungewöhnlich sind sie allerdings nicht. Es könnten alltägliche Szenen sein, die die Künstlerin mit größtmöglicher Sachlichkeit schildert. Sie vermeidet dabei jede Wertung. Die Titel der Blätter, häufig längere Satzfragmente, beschreiben entweder auf lakonische Weise den Bildinhalt oder fügen als Kommentar den Zeichnungen eine weitere Bedeutungsebene hinzu. Zum Beispiel: »Vor der Tür kriechend« (1963), »Jäger üben für die 4. und letzte Dienstprüfung« (1971), »1 Frau schiebt den Stuhl, am Rand Turnerinnen« (1980), »Merkblatt, wie man ein kleines Brett mit einer Hand hält, wie man ein kleines Brett mit 2 Händen hält« (1990).
Auffällig ist, dass die Aktionen und Handlungen der weiblichen Figuren gegenüber den männlichen stets dynamischer ausfallen: ihr Verhalten und ihre Haltungen sind geprägt von einer inneren Freiheit und Gegenwärtigkeit, die Selbstbewusstsein ausstrahlen. Auffällig ist auch, dass ab 1976 weitgehend nur noch Frauendarstellungen entstehen. Bis dahin dominieren Männer die Zeichnungen. Die Hinwendung zu weiblichen Figuren erfolgte in einem längeren Prozess, eine Motivation könnte gewesen sein, dass die UNESCO 1975 das »Internationale Jahr der Frau« ausrief. Es wurde damit ein politisches wie gleichermaßen gesellschaftliches Zeichen gesetzt, das weltweit auch Künstlerinnen ermutigen sollte, für eine größere Sichtbarkeit im Kunstbetrieb zu kämpfen. Als Feministin hat sich Holderried Kaesdorf zwar nie gesehen, gleichwohl hat sie sich zeitlebens für die Darstellung von Frauen in der Kulturgeschichte und für die Werke insbesondere weiblicher Kolleginnen interessiert.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand-Verlag.
Kuratorin: Eva-Marina Froitzheim

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 1
70173 Stuttgart

- Romane Holderried Kaesdorf?
1 Frau schiebt den Stuhl, am Rand Turnerinnen, 1980?
Mischtechnik auf Papier, 76 x 57 cm?
Kunstmuseum Stuttgart?
© Nachlass Romane Holderried Kaesdorf /??
Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart?

- Romane Holderried Kaesdorf?
Gelbliches Denkmal auf der Treppe, 1976?
Bleistift, Farbstift und Acryl auf Papier, 65 x 48,2 cm?
Kunstmuseum Stuttgart?
© Nachlass Romane Holderried Kaesdorf /??
Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart?

- Romane Holderried Kaesdorf?
1 Frau mit einer gelben Bluse, einer schwarzen Hose und einem Mann, 1984?
Bleistift, Kohle und Farbstift auf Papier, 63,5 x 57,5 cm?
Kunstmuseum Stuttgart?
© Nachlass Romane Holderried Kaesdorf /??
Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart?
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Mittwoch 10.09.2025
Kunsthalle München: DIGITAL BY NATURE - Die Kunst von Miguel Chevalier
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DIGITAL BY NATURE
Die Kunst von Miguel Chevalier

Ausstellung vom 12. September 2025 bis 01. März 2026
Kunsthalle München

Die Kunsthalle München widmet Miguel Chevalier (*1959 in Mexiko-Stadt, lebt in Paris) die bisher größte Einzelausstellung in Europa. Seit den 1980er-Jahren arbeitet Chevalier mit dem Computer als kreatives Ausdrucksmittel. Dabei bedient er sich stets neuester Technologien, einschließlich jüngster Entwicklungen der künstlichen Intelligenz (KI). Zentral ist für ihn die Interaktion von Künstler und Maschine sowie das Spiel zwischen System und Zufall als stilistische Erweiterung der eigenen künstlerischen Kreativität. In einem thematisch gegliederten und aufwendig gestalteten Parcours präsentiert die Ausstellung rund 100 Werke aus allen Schaffens-phasen des Künstlers. Gezeigt werden Chevaliers frühe Auseinandersetzung mit grundlegenden Elementen des Digitalen – wie dem Binärsystem, Pixelstrukturen und Algorithmen – sowie neuere Aspekte seiner Arbeit: die Beziehung von digitaler und analoger Welt, verblüffende Verbindungen zwischen Natur und Technik sowie die fragile Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt.

Auch wenn Chevaliers Werke stets im Digitalen ihren Ursprung haben, so ist für ihn die sinnliche und physische Erfahrung im Ausstellungsraum ein ebenso wichtiger Aspekt. Zu sehen sind Skulpturen und Zeichnungen, die er mithilfe von 3D-Druck und Robotik herstellt, maschinell produzierte Stickereien und Tapisserien, Videos sowie vier raumgreifende Installationen. In letzteren kreieren Algorithmen fortlaufend neue Bilder, die das Publikum mit seinen Körperbewegungen interaktiv mitgestalten kann. Sie werden zum Teil von Kompositionen des Musikers Jacopo Baboni Schilingi begleitet. Erstmals können Erwachsene und Kinder online und vor Ort in der Kunsthalle auch an der Entwicklung von Chevaliers bislang größtem virtuellen Garten, Pixels Flowers, mitwirken, indem sie ihre eigenen Pflanzen kreieren. Diese werden in einem Gewächshaus im Ausstellungsraum präsentiert.

Chevaliers Werk entsteht im kontinuierlichen Dialog mit der Kunst- und Kulturgeschichte. Für ihn sind in Bezug auf das Verhältnis von Kunst und Maschine Künstler von Bedeutung, die mittels Technologie die Kunst in Bewegung versetzt haben und das Publikum dabei mitdachten, wie Marcel Duchamp (1887–1968) oder Jean Tinguely (1925–1991). Mit einem klar definierten Formenvokabular, das zur Erweiterung des eigenen künstlerischen Schaffens auch den Zufall einbindet, bezieht er sich beispielsweise auf Victor Vasarely (1906–1997) oder auf die Computerkunstpionierin Vera Molnár (1924–2023).

Miguel Chevalier interessierte sich bereits früh auch für die Weiterentwicklung des Konzepts der Bildfläche, was heute vor allem in seinen raumgreifenden immersiven Projektionen Ausdruck findet. Bemerkenswerterweise sind es diesbezüglich vor allem Maler, die ihn inspiriert haben, so etwa Claude Monet (1840–1926), Diego Rivera (1886–1957) oder Lucio Fontana (1899–1968); aber auch der Videokunstpionier Nam June Paik (1932–2006). Für Chevalier ist es essenziell, dass Besucher:innen durch ihre Körperbewegung das Kunstwerk selbst erfahren, verändern und damit am Schaffensprozess teilhaben. In diesem Denken prägten ihn unter anderem Yves Klein (1928–1962), Niki de Saint Phalle (1930–2002), aber auch Künstler der Gruppe GRAV (Groupe de Recherche d’Art Visuel, 1960–1969).

Die Präsentation umfasst ca. 100 Werke Chevaliers aus seinem Archiv, Leihgaben aus internationalen Sammlungen sowie eigens für die Ausstellung neu entstandene Kreationen. Diese Auswahl wird zusätzlich ergänzt durch Leihgaben naturwissenschaftlicher Sammlungen, die natürliche Inspirationsquellen des Künstlers zeigen – beispielsweise Pflanzen und Kristalle mit komplexer geometrischer Struktur oder Mikroskopaufnahmen von Lebewesen der Unterwasserwelt.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
München 80333

Abbildungen:

- Miguel Chevalier, Janus, 2013
Installationsansicht: Grand Palais Immersif,
Paris, © Miguel Chevalier, VG Bild-Kunst
2025, Foto: Thomas Granovsky

- Miguel Chevalier, Fractal Arborescences, 2023
Generative und interaktive Installation
Software: Cyrille Henry, Antoine Villeret
Installationsmaße variabel
Installationsansicht: Ara Art Center, Seoul (Südkorea)
© Miguel Chevalier, VG Bild-Kunst 2025, Foto: Thomas Granovsky

- Miguel Chevalier, Meta-Nature AI, seit 2023,
Generative und interaktive Installation, Software:
Claude Micheli, Antoine Villeret, Installationsansicht:
Jeonnam Museum of Art, Gwangyang (Südkorea), 2024
© Miguel Chevalier, VG Bild-Kunst 2025, Foto: Thomas
Granovsky
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Dienstag 26.08.2025
Buchheim Museum: Schenkung Hans Brög an die Buchheim Stiftung
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Bernried – Wenn man von Hans Brög Post bekommt, dann handgeschrieben und nicht auf einer Ansichtskarte oder einem herkömmlichen Briefpapier. Der Künstler, Kunsthistoriker und Philosoph schickt stets einen seiner Künstlerdrucke, entweder mit einem kleinen Gruß auf der Vorderseite gleich einer Widmung oder für die ausführlichere Korrespondenz mit dem Text auf der Rückseite des druckgrafischen Blattes. Dutzende Grüße und Glückwünsche befinden sich im Archiv der Eheleute Buchheim.
Größere Formate seiner unbändigen Krea vität und seine vielen Künstlerbücher schenkte Brög ebenso o an die Freunde in Feldafing. Sie befinden sich heute in der Sammlung des Buchheim Museums. So gab es bereits ein ansehnliches Konvolut seiner Arbeiten, als Hans Brög 2022/23 im Buchheim Museum die Ausstellung REISST DIE BRETTER VON DEN STIRNEN! ausgerichtet wurde.
Der Titel stammt von einem Mappenwerk Hans Brögs, das aus diesem Anlass gezeigt wurde. Ein weiteres Mappenwerk, das Brög anlässlich der Verleihung des Maximiliansordens an Lothar Günther Buchheim zusammengestellt ha e, illustrierte die langjährige Freundscha zwischen Hans
Brög und Lothar-Günther und Diethild Buchheim. Nicht zuletzt wurden Brögs Aktzeichnungen seit 1968 in einer Auswahl gezeigt. Obwohl nur eine Kabine ausstellung, zeigte sie bereits die große Bandbreite seiner künstlerischen Ausdrucksweise.

Hans Brög, der Ende des Jahres sein 90. Lebensjahr vollendet, lernte Lothar-Günther Buchheim anlässlich einer Kunstauktion 1980 kennen. Nicht verwunderlich, denn beide einte eine unbeschreibliche Sammelleidenscha . Ihre künstlerischen Interessen lagen dabei weit genug auseinander, um nicht zu Konkurrenten zu werden. Im Gegenteil, Hans Brög – seit 1978 Inhaber des Lehrstuhls für Kunst und Didaktik der Kunst an der Universität Duisburg – begleitete Buchheims Pläne, sein Museum der Phantasie in Duisburg zu installieren. Auch wenn es schließlich nicht zu einem Buchheim Museum in Duisburg gekommen ist, so war es Hans Brög, der in seiner Zeit als Dekan der Universität Duisburg Lothar-Günther Buchheim 1985 die Ehrendoktorwürde verleihen durfte. Dem Sammler und seiner Sammlung blieb Hans Brög weiterhin treu. Ab 1999 war Brög Mitglied des Sitzungsrates der Buchheim Stifung und damit unmittelbar daran beteiligt, dass das Buchheim Museum der Phantasie am Starnberger See seit 2001 zum Magnet für ein breit kunstinteressiertes Publikum geworden ist. Die aus seiner Sicht eher versprengten Erinnerungsstücke, die 2022/23 zu Exponaten in der Ausstellung geworden waren, veranlassten Hans Brög, dem Buchheim Museum ein großzügiges Angebot zu machen.
Neben dem gesamten Konvolut der Aktzeichnungen hat er eine repräsentative Auswahl seines Werkes auf Papier dem Museum als Schenkung übereignet. Fast 700 Einzelblätter und 32 Mappenwerke summieren nun die Zahl von Brögs Werken in der Sammlung des Buchheim Museums auf über 1200 Werke. Neben klassischen Druckgrafiken im Hoch-, Tief oder Flachdruck gehört eine Vielzahl an experimentellen künstlerischen Werken dazu, die neue Techniken ausprobieren und unvoreingenommen verschiedene Prozesse miteinander kombinieren.
Zusätzlich setzt Brög immer wieder Typografie ein oder appliziert Materialien auf die Papieroberfläche. Der Grundstein für Brögs unkonventionellen Umgang mit Materialien und Techniken wurde wohl während seines Kunststudiums in Paris gelegt, als er als Schüler von Johnny Friedlaender dessen Experimen erfreude im Umgang mit Radierung und Farbradierung kennenlernte.

Auch ein paar Druckplatten sind Teil der Schenkung. Diese bestehen aus thermoplastischen Kunststoffen, die Brög mit Lötkolben oder anderen heißen Werkzeugen zu doppelsei gen Reliefs gestaltet und von deren beiden Seiten er dann so genannte Thermogravuren gedruckt hat.
Überhaupt probiert Brög gern Dinge aus. So verwendet er Thermopapiere, wie sie beispielsweise in alten Faxgeräten zum Einsatz kamen, und bearbeitet mit Hilfe von Lösungsmi eln gestalterisch die für Wärme und besmmte Chemikalien empfindliche Beschichtung der Papiere. Es entstehen ephemere Bilder. Denn der Prozess ist nicht aufzuhalten. Wer alte, kaum noch lesbare Faxe im Archiv hat, weiß, dass die mittels punktueller Hitzeeinwirkung erzeugte Schrift nach und nach verschwindet.
So geschieht es auch mit den chemisch veränderten Papieren, die nur in Form einer Fotografie »fixiert« werden können. Werden diese in zeitlichem Abstand aufgenommen, bildet man verschiedene Zustände der Arbeiten ab. Ein Begriff, der aus der traditionellen Druckgrafik
bekannt ist, wenn Druckplatten oder Druckstöcke vom Künstler oder der Künstlerin gedruckt und anschließend weiterbearbeitet und wieder gedruckt werden. Brög hat von den fotografischen Aufnahmen Druckplatten erstellt und diese dann auf Kunstdruckpapier abgedruckt.
Die Fotografie ist Brög nicht nur Hilfsmittel, sondern er setzt diese »mit Licht zeichnende« Technik gern und oft in seinem Werk ein. Klassische fotografische Verfahren und fotomechanische Drucke gehören dazu, vor allem aber Brögs »Copy-Art«: mit Kopiergeräten verfremdete Bilder, die er auch zu mehreren Künstlerbüchern vereint hat.

Hans Brögs großzügige Schenkung erfolgte vor gut einem Jahr. Mittlerweile sind alle Blätter reproduziert, vermessen und Datensätze in der Datenbank dafür angelegt. Nun muss die weitere Inventarisierung folgen, damit die Werke zukün ig in der Sammlung Online und in Ausstellungen
im Buchheim Museum oder andernorts präsen ert werden können und von Hans Brögs Gestaltungsfreude künden.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung:

- Hans Brög
ohne Titel, 1962
Thermogravure und Kaltnadel auf Papier, PVC
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See / Schenkung des Künstlers
© VG Bild-Kunst, 2025
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Freitag 15.08.2025
Lenbachhaus: Dan Flavin - Untitled (For Ksenija)
Bilder
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Dan Flavin
Untitled (For Ksenija)

Ausstellung vom 15. August 2025 bis 30. November 2025
Kunstbau im Lenbachhaus München

Im Jahr 1994 ist der Kunstbau der städtischen Galerie im Lenbachhaus München eröffnet worden, entworfen vom Architekturbüro Uwe Kiessler + Partner. Mit der unterirdischen Ausstellungshalle, die in ihren Ausmaßen dem darunterliegenden U-Bahnhof entspricht, erhielt das Lenbachhaus eine neue Dimension für das Ausstellen von Kunst.
Anlässlich der Eröffnung hat Dan Flavin (1933–1996) eine seiner letzten „Situationen“ entwickelt. Als „Situationen“ bezeichnete Flavin für einen bestimmten Ort geschaffene Arbeiten, in denen der Fokus auf dem Lichtraum und der Wahrnehmung liegt.
Kein Werk ist so eng mit dem Kunstbau verbunden wie Untitled (For Ksenija). Das Spätwerk bekräftigt Flavins fortwährende künstlerische Auseinandersetzung im Spannungsfeld von Lichtkunst und Architektur. Flavin transformiert den Ausstellungsraum, indem er ihn als
Erfahrungsraum illuminiert. Elektrisches Licht, Farbe, Raum sowie die Körper und Sinne der Besucher*innen treten in eine untrennbare, diffundierende Wechselwirkung.
Als bedeutender Vertreter der Minimal Art – einer Kunstrichtung, die industriell gefertigte Materialien einbezieht und den persönlichen Ausdruck radikal reduziert – wandte sich Flavin bewusst von illusionistischen Bildwelten der Malerei, dem gestischen Ausdruck des abstrakten Expressionismus und der figurativen Sprache der Pop Art ab. Seine Werke beziehen sich stets auf ihre räumliche Umgebung, wodurch die Wahrnehmung der Betrachter*innen und ihr Verhältnis zum Raum integrale Bestandteile der Arbeit werden.
Nach Anfängen in der Malerei arbeitete Dan Flavin ab Mitte der 1960er Jahre ausschließlich mit normierten, handelsüblichen Leuchtstofflampen, die er in variierenden Arrangements als künstlerisches Material einsetzte. Seine minimalistischen Bleistiftzeichnungen dienten fortan als präzise konzeptuelle Grundlagen für diese Installationen.

Am 8. März 1994 erreichte das Lenbachhaus ein Fax aus dem Dan Flavin Studio in New York, das eine solche zeichnerische Minimalstudie enthält. Diese hält sowohl das Konzept als auch die spezifischen Vorgaben für die Installation der Leuchtstofflampen an der Beleuchtungsschiene des Kunstbaus fest und dokumentiert die künstlerische Konzeption des Werks. Flavin entwickelte diese Zeichnungen zu operablen Strukturen, die sich für jede Ausstellung als neues, eigenständiges Modell realisieren ließen.
Entlang der vier architektonisch definierten Beleuchtungsschienen des Kunstbaus sind farbige Leuchtstofflampen installiert. Ihre physische Präsenz tritt zugunsten eines Erfahrungsraums zurück, der vollständig durch das Licht bestimmt wird. Dieses bringt nicht nur die Architektur
zum Leuchten, sondern beeinflusst tief die Selbstwahrnehmung der Besucher*innen: Bewegung, Lichtanpassung und Farbwahrnehmung werden zu Elementen einer ästhetischen Erfahrung, die zur Reflexion über Raum, Körper und Wahrnehmung anregt.

Heiner und Philippa Friedrich schenkten dem Lenbachhaus Untitled (For Ksenija) zum Andenken an ihre Eltern Erika und Harald Friedrich sowie Dominique und John de Menil. Die Installation ist fest in der Sammlung verankert und wird im Sinne der Stifter*innen nun zum zehnten Mal gezeigt. In der Rotunde des Kunstbaus finden sich weiterführende Informationen zum Werk und zur Ausstellungshistorie.
Nach der Präsentation von Dan Flavins „Situation“ Untitled (For Ksenija) öffnet vom 2. bis 7. Dezember 2025 ein Kooperationsprojekt mit akustischen Arbeiten von Studierenden aus dem Programm „Sound und Experiment“ von Florian Hecker (Bayerisches Spitzenprofessurenprogramm – Akademie der Bildenden Künste München) im Kunstbau einen neuen Erfahrungsraum.

Wir widmen diese Präsentationen dem Gedenken an den Architekten Uwe Kiessler (1937–2025), der mit seinem herausragenden Beitrag die Architektur und Kultur Münchens nachhaltig geprägt hat.
Eintritt frei!

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Königsplatz / U-Bahn-Zwischengeschoss
80333 München

Abbildungen:

- Dan Flavin, Untitled (For Ksenija), 1994, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich, Schenkung von Heiner und Philippa Friedrich im Andenken an ihre Eltern Erika und Harald Friedrich und Dominique und John de Menil / Donated by Heiner and Philippa Friedrich in memory of their parents Erika and Harald Friedrich and Dominique and John de Menil © Estate of Dan Flavin / VG Bild-Kunst, Bonn 2018. Foto / Photo: Simone Gänsheimer, Lenbachhaus

- Dan Flavin, Untitled (For Ksenija), 1994, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich, Schenkung von Heiner und Philippa Friedrich im Andenken an ihre Eltern Erika und Harald Friedrich und Dominique und John de Menil / Donated by Heiner and Philippa Friedrich in memory of their parents Erika and Harald Friedrich and Dominique and John de Menil © Estate of Dan Flavin / VG Bild-Kunst, Bonn 2018. Foto / Photo: Simone Gänsheimer, Lenbachhaus
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Mittwoch 06.08.2025
Buchheim Museum: KLANGVOLLE STILLE. STEINSKULPTUREN VON KUBACH & KROPP
KLANGVOLLE STILLE. STEINSKULPTUREN VON KUBACH & KROPP

Ausstellung vom 05. August 2025 bis 15. März 2026
Buchheim Museum der Phantasie

Das Künstlerpaar Livia Kubach und Michael Kropp verwendet in seiner Arbeit meist schwarze Granite aus unterschiedlichen Regionen des Globus. Die Struktur der bearbeiteten Steine zeigt sich kristallin oder amorph, geschliffen und poliert oder rau und mit Bruchkanten. Zunächst faszinieren die Objekte und Skulpturen durch ihre besondere Ästhe k. Sie vermi eln Ruhe und Konzentra on und üben auf den Betrachter eine starke, beinahe magische Anziehungskra aus.
Jenseits der Faszina on der Oberfläche haben die Arbeiten von Kubach & Kropp auch optische und akustische Eigenscha en: Sie fordern den Betrachter dazu auf, durch Positionswechsel den optischen Veränderungen im Stein und dem subtilen Spiel mit dem Licht zu folgen. Einige sind dazu entworfen, ihnen Töne zu entlocken, diese dürfen bei Führungen bespielt werden. Livia Kubach, Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie und Meisterschülerin von Günther Uecker, und Michael Kropp, als Musiker, Bildhauer Autodidakt, haben über die Jahre eine eigenständige, keinem Trend zuzuordnende künstlerische Ausdrucksform gefunden. Seit vielen Jahren sind sie mit ihren Skulpturen interna onal erfolgreich in Ausstellungen zu sehen und in vielen renommierten Kunstsammlungen dauerhaft präsent.
Das Bildhauerpaar lebt und arbeitet in Bad Kreuznach.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen:

- Kubach & Kropp
Stein für das Licht, 2015
schwarzer schwedischer Granit
Objektmaß 60,0 x 15,0 x 15,0 cm

- Kubach & Kropp
Steintanz, 2011
schwarzer schwedischer Granit
Objektmaß 80,0 x 30,0 x 30,0 cm

- Kubach & Kropp
Stein für die Begegnung, 2025
indischer „Rainbow“-Sandstein
Objektmaß: 46,0 x 20,0 x 11,0 cm

- Kubach & Kropp
Kreuz für Licht und Schatten, 2022
schwarzer schwedischer Granit und weißer griechischer Marmor
Objektmaß 75,0 x 13,0 x 14,0 cm
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