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7. München: A Day With David Bowie
8. Buchheim Museum: AUSGESUCHT. WEITERE WERKE AUS DER SAMMLUNG
9. Stuttgart Liebieghaus: Tiere sind auch nur Menschen. Skulpturen von August ...
10. Haus der Kunst: Sandra Vásquez de la Horra. Soy Energía
11. Kunstmuseum Stuttgart: Rolf Nesch, Nadira Husain, Ahmed Umar - Prägungen u...
12. Lenbachhaus: Out of Focus. Leonore Mau und Haiti. Eine Ausstellung von U5
Dienstag 18.11.2025
München: A Day With David Bowie
Bilder
Foto: Christine de Grancys
A Day With David Bowie
Eine besondere Fotoausstellung kommt direkt aus L.A. nach München in den Pineapple Park

Ausstellung vom 18. November 2025 bis 28. Februar 2026
München Pineapple Park
(ehem. Paketpost-Areal, Bauteil 3, Arnulfstr. 195, 80634 München, S Hirschgarten, Tram 16/17 Briefzentrum)

Die Ausstellung „A Day With David Bowie“ zog in Santa Monica L.A. so viele Besucher ins Modern Art Museum, dass sie bereits zum dritten Mal verlängert wurde. Denn diese Bilder waren so noch nie zu sehen. Ab 18. November ist die außergewöhnliche Schwarz-Weiß-Fotoserie der österreichischen Fotografin Christine de Grancy im Münchner Pineapple Park zu sehen.
„A Day With David Bowie“ schlägt eine Brücke zwischen der Erfolgsgeschichte einer der schillerndsten Popikonen aller Zeiten und der Bildenden Kunst. Mit einem intimen Blick auf einen reflektierten David Robert Jones, wie Bowie mit bürgerlichem Namen hieß, zeigen die großformatigen Aufnahmen eine ganz andere Seite von ihm: Die des Suchenden, der Inspiration weit jenseits der Glam-Rock-Bühnen fand. Bilder, die nicht nur Fans und Kunstinteressierte begeistern werden, sondern auch alle, die den Mythos Bowie näher erkunden wollen. Spannender Kontrapunkt in der Ausstellung: Der begehbare, sehr bunte „Walla-Raum“ des Gugginger Künstlers August Walla mit detailreichen Wandzeichnungen und typischer „Outsider-Art“, die Bowie damals sehr faszinierte.
Die etablierte Reportage-, Kunst- und Porträtfotografin Christine de Grancy hatte 1994 die einmalige Gelegenheit, Bowie sehr privat mit der Kamera begleiten zu dürfen. Auf Einladung von André Heller besuchte er damals zusammen mit Brian Eno das Gugging Art Center bei Wien, nahm sich viel Zeit für die Kunstwerke und sprach mit den Künstler*innen. Sein Album Outside (1995) wurde in der Folge sehr von diesem Besuch inspiriert. Es war also kein inszenierter Starauftritt, kein übliches Promi-Shooting. Er war dort als interessierter, sensibler Beobachter und Zuhörer.
Ebenso beobachtend und sehr diskret fing De Grancy mit ihrer Kamera Momente der Stille, Begegnung und Anteilnahme ein. Ihre Fotos sind reduziert, oft mit klaren Linien und Betonung auf Gestik, Raum und Beziehung zwischen Bowie, den Künstler*innen und dem Umfeld. Um ihre Erzählweise und ihren besondere Blick zu zeigen, wurde die Auswahl und Anordnung der Fotografien in enger Zusammenarbeit mit de Grancy angeordnet. Bedauerlicherweise verstarb sie noch vor Eröffnung der Ausstellung in L.A. in Wien.
Christine de Grancys (1942–2025) fotografisches Werk ist von einem präzisen, zugleich poetischen Blick auf Menschen und ihre Lebensräume geprägt. Die ausgebildete Graphikdesignerin wandte sich Mitte der 1960er-Jahre der Fotografie zu und entwickelte bald eine unverwechselbare Handschrift zwischen dokumentarischer Genauigkeit und stiller Empathie. Ihre Fotodokumentationen führten sie in politisch und kulturell aufgeladene Regionen – von Algerien bis China –, doch auch das Theater und die Stadt Wien wurden zu zentralen Motiven ihres Schaffens. Mit der Serie „A Day with David Bowie“ gelang ihr ein besonderes Zeitdokument.

München Pineapple Park
(ehem. Paketpost-Areal, Bauteil 3, Arnulfstr. 195, 80634 München, S Hirschgarten, Tram 16/17 Briefzentrum)
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Freitag 14.11.2025
Buchheim Museum: AUSGESUCHT. WEITERE WERKE AUS DER SAMMLUNG
AUSGESUCHT. WEITERE WERKE AUS DER SAMMLUNG

Ausstellung vom 15. November 2025 bis 15. März 2026
Buchheim Museum der Phantasie

In der neuen Präsentation AUSGESUCHT im Großen Saal steht noch einmal die Vielfalt der Sammlungsstücke im Buchheim Museum im Vordergrund. Im Ansatz folgt sie der Frühjahrsausstellung MIT WACHEM BLICK & BEGABTER HAND. Doch die Auswahl der Werke unterscheidet sich stark und zeigt neue Themen. Die weltbekannten expressionistischen Meisterwerke der Sammlung Buchheim werden mit neuen Werken aus der Sammlung Hierling, weiteren weniger bekannten Stücken der Sammlung Buchheim und bisher nicht gezeigten Neuerwerbungen der Buchheim Stiftung kombiniert. Der Jahreszeit entsprechend wurde bei den Landschaften diesmal herbst- und winterlichen Ansichten der Vorzug gegeben. Nächtliche Motive spielen ebenfalls eine große Rolle. Die Freuden des Eislaufens sind zu sehen, aber auch Fasching, Kirmes und Zirkusakrobatik werden thematisiert. Wieder werden mit Gegenüberstellungen ganz unterschiedlicher Werke motivische Gemeinsamkeiten in den Fokus gerückt. Die Spanne der Stile reicht von secessionistischen Werken über expressive Bildfindungen und sachlich-realistische Schilderungen bis hin zu naiven Darstellungen. Weit über 100 Gemälde sind um Papierarbeiten und Plastiken ergänzt.

Zwei Gemälde der Sammlung Buchheim werden freistehend präsentiert, so dass auch die Rückseiten zu sehen sind. Sie stehen beispielhaft für die Provenienzforschung am Museum und werden in einer Spezialführung am 30. November, um 15 Uhr genauestens erläutert. Bei etwa einem Drittel der Exponate ist darüber hinaus über QR-Codes der direkte Zugang zu unserer Sammlung Online gegeben, wo Sie neben Fotos vieler Rückseiten auch Biografien der Künstlerinnen und Künstler, Informationen zur Herkunft der Werke und ihren Vorbesitzerinnen und Vorbesitzern finden können.

Am ersten Wochenende der Präsentation von AUSGESUCHT findet am 15./16. November von 11 bis 15 Uhr ein offener Knetworkshop mit der Künstlerin Katharina Neubert im Buchheim Museum statt. Für ihr Playdoughartprojekt formt sie seit 2018 in Museen weltweit die für sie schönsten – meist weiblichen – Figuren in Knete. Im Workshop können Groß und Klein es ihr gleichtun und sich ihre Lieblingsfigur auf den Werken im Saal aussuchen, sie abfotografieren und anschließend im Foyer eine eigene Version erschaffen. Als Abschluss kann dann das neue Kunstwerk mit dem Original verglichen und im direkten Miteinander fotografiert werden.

Bei einem Werk in der Ausstellung handelt es sich um eine nur kurzfristige Leihgabe des Künstlers Ruprecht von Kaufmann. Sein Gemälde »Der Fjord« hat er 2019 in direktem Bezug zu Ernst Ludwig Kirchners »Berglandschaft« geschaffen. Nun werden beide Monumentalbilder erstmals Seite an Seite ausgestellt. Ab 29. November wird auf der Galerie die monografische Schau RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN zu sehen sein. »Der Fjord« ist also gleichsam ein Vorbote für die achte und letzte Präsentation, die in diesem Jahr im Buchheim Museum eröffnet wird. Beide Ausstellungen laufen dann parallel bis ins Frühjahr 2026.

Mit Werken von: Ernst Barlach, Ludwig Maria Beck, Walter Becker, Max Beckmann, Otto Beyer, Albert Birkle, Ludwig Bock, Olga Bontjes van Beek, Heinz Borchers, Lothar-Günther Buchheim, Josef Buchty, Adolf Büger, Albert Burkart, Pol Cassel, Lovis Corinth, Grete Csaki-Copony, Edward Cucuel, Dina Cymbalist, Béla Czóbel, Hiltgund von Debschitz, Dietz Edzard, Adolf Eiermann, Friedrich G. Einhoff, Reinhold Ewald, Lyonel Feininger, Conrad Felixmüller, Alexander Fischer, Franz Frank, Fritz Gartz, Oskar Gawell, Ernst Graupner, Hans von Hayek, Erich Heckel, Jeppe Hein, Rudolf Heinisch, August Henneberger, Albert Hennig, Otto Herbig, Julius Herburger, Julius Hess, Holmead, Karl Hurm, Julius Hüther, Alexej von Jawlensky, Dora Jutz-Rümelin, Ottilie Kasper, Ruprecht von Kaufmann, Max Kaus, Anton Kerschbaumer, Ernst Ludwig Kirchner, Walther Klemm, Leo von König, Max Lacher, Anton Lamprecht, Werner Laves, Anton Leidl, Lotte Lesehr-Schneider, Rudolf Levy, Robert Liebknecht, Käthe Loewenthal, Joseph Mader, Willy Menz, Wilhelm Morgner, Otto Mueller, Josefine Mühlen Schmid, Karen Müller, Bruno Müller-Linow, Otto Ludwig Naegele, Otto Nagel, Bill Nagel, Thomas Niederreuther, Otto Nückel, Karl Oertel, Hans Olde, Willi Oltmanns, Rosmina Radler, Kurt Radtke, Elisabeth Rögner-Seeck, Christian Rohlfs, Karl Röhrig, Emil Scheibe, Hans Schellinger, Fritz Schirrmacher, Karl Schmidt-Rottluff, Gustav Schopf, Otto Schubert, Alois Seidl, Rose Sommer-Leypold, Ernst Stadelmann, Eugen Stoll, Ernst Straßner, Wolfgang Teucher, Hector Trotin, Albert Unseld, Sepp Vees, Herbert Vogt, Hans Waiblinger, Ernst Weiers, Gustav Weizsäcker, Paul Wellershaus, Max Wendl, Paula Wimmer, Karoline Wittmann, Alexander Wolfgang, Max Zettler, Bernd Zimmer.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen:

- Fritz Gartz
Mädchen im Sessel, 1912
Öl auf Leinwand
Sammlung Joseph Hierling im Buchheim Museum der Phantasie
© Rechtsnachfolge des Künstlers
Reproduktion: Joseph Hierling

- Conrad Felixmüller
Zirkusreiterin, 1921
Öl auf Leinwand
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
© VG Bild-Kunst, Bonn
Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg

- Max Kaus
Mädchen mit Katze, 1919/20
Öl auf Leinwand, auf Spanplatte
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
© VG Bild-Kunst, Bonn
Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg

- Lotte Lesehr-Schneider
Else Schneider in Tanzpose, 1932
Öl auf Baumwolle
Sammlung Joseph Hierling im Buchheim Museum
© Martin Lesehr Stiftung, Stuttgart
Reproduktion: Joseph Hierling

- Max Beckmann
Frau mit Maske, 1948
Öl auf Leinwand
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg

- Alexej von Jawlensky
Kopf in Blau, 1912
Öl auf Karton
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
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Donnerstag 13.11.2025
Stuttgart Liebieghaus: Tiere sind auch nur Menschen. Skulpturen von August Gaul
Tiere sind auch nur Menschen. Skulpturen von August Gaul

Ausstellung vom 13. November 2025 bis 03. Mai 2026
Liebieghaus Skulpturensammlung, Stuttgart

Die Liebieghaus Skulpturensammlung widmet dem Bildhauer August Gaul (1869–1921) eine große Sonderausstellung, die den Künstler als einen der ersten modernen Bildhauer Deutschlands in seiner ganzen Bandbreite präsentiert. Unter dem Titel Tiere sind auch nur Menschen. Skulpturen von August Gaul zeigt das Museum vom 13. November 2025 bis zum 3. Mai 2026 rund hundert Tierplastiken Gauls im Dialog mit Skulpturen aus drei Jahrtausenden. Die Themen reichen von der Tierverehrung im Alten Ägypten und den Mischwesen der griechischen Mythologie über Haustiere im Alten Rom bis hin zum Tier in der christlichen Ikonografie.

August Gaul markiert den Beginn der modernen Plastik in Deutschland. Mit seinen Tierdarstellungen befreit er das Motiv von jahrhundertealter Symbolik und entwickelt eine neue bildhauerische Formensprache, die weit ins 20. Jahrhundert hineinwirkt. Die Ausstellung lädt dazu ein, Gauls Modernität anhand von rund hundert Werken aus Bronze, Keramik und Marmor zu entdecken. Neben eindrucksvollen, lebensgroßen Skulpturen von Löwen und Menschenaffen richtet Gaul den Blick auch auf Tiere, die zuvor in der Kunst kaum Beachtung fanden, wie etwa Esel, Gänse oder Enten.
Erstmals und fast vollständig zeigt die Ausstellung die bedeutende Frankfurter Privatsammlung von Carlo Giersch und wird durch zahlreiche Leihgaben aus Berlin, Hamburg, Hanau und Leipzig ergänzt. Die Präsentation erstreckt sich über fast alle Bereiche des Liebieghauses und setzt Gauls Werk in einen facettenreichen Dialog mit der Sammlung. Ein besonderer Höhepunkt ist der überlebensgroße Adler im Museumsgarten, den der Künstler ursprünglich für das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal in Berlin schuf.
Anders als die traditionellen heroischen Darstellungen ist der Vogel hier im Landeanflug auf sein Nest zu sehen – ein eindrucksvolles Beispiel für Gauls künstlerisches Programm, das natürliche Verhalten des Tieres an Stelle seiner politischen Symbolik zu setzen. Seine Arbeit knüpft dabei an zeitgenössische naturwissenschaftliche und tierpsychologische Forschungen, etwa von Charles Darwin, an. Besonders deutlich wird dies in der Gegenüberstellung von Gauls Porträt Orang-Utan-Kopf „Jumbo“ (1895) mit einem antiken Bildnis des römischen Kaisers und Philosophen Marc Aurel (nach 169 n. Chr.).

Die Ausstellung zeigt Gauls Werk im Kontext seiner Verbindung von Kunst und Wissenschaft und beleuchtet zugleich gesellschaftlich relevante Fragestellungen seiner Zeit. Das Motiv der Nähe zwischen Mensch und Tier zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Rundgang. Bereits in der Populärkultur zu Gauls Lebzeiten fand dieses Thema vielfach Niederschlag: Margarete Steiff erfindet den Teddybären, und Rudyard Kiplings Dschungelbuch prägt über Generationen hinweg die Vorstellung von Mensch und Tier im Kontext von Überleben und Wildnis. All dies reflektiert die Faszination einer Epoche, in der das Tier zum Spiegelbild des Menschen wurde. Den Abschluss bildet eine mediale Installation mit Tierdarstellungen aus sozialen Netzwerken, die den Blick auf das heutige Verhältnis von Mensch und Tier eröffnet.
„Das Bild des Tieres wird um 1900 zum Experimentierfeld der Moderne. Junge Bildhauer wie August Gaul suchten nach neuen Formen für ihre Kunst und erfassten Tiere nicht länger als Symbole von Mythologie, Christentum oder politischer Herrschaftsansprüche, sondern als existierende und fühlende Wesen – künstlerisch auf Grundformen reduziert, von stiller Präsenz geprägt und zugleich präzise beobachtet. Als Ort lebendiger Skulpturbetrachtung macht das Liebieghaus erfahrbar, wie die moderne Bildsprache August Gauls mit der langen Geschichte der Bildhauerei zusammenwirkt“, so Philipp Demandt, Direktor der Liebieghaus Skulpturensammlung.

Liebieghaus Skulpturensammlung
Schaumainkai 71,
60596 Frankfurt am Main

Abbildungen:

- Porträt des Kaisers Marc Aurel
Römische Werkstatt nach 169 n. Chr.
Marmor
Höhe 47 cm
Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.

- August Gaul (1869–1921)
Großer laufender Orang-Utan, 1896
Bronze
143 x 99 x 128 cm
Museum der bildenden Künste Leipzig

- August Gaul (1869–1921)
Pinguin, 1914-1920
Bronze
45 x 29 x 21 cm
Frankfurt, Sammlung Giersch
Foto: Uwe Dettmar

- August Gaul (1869–1921)
Fischotter mit Fisch, 1902
Bronze, Gold
22 x 9 x 12 cm
Frankfurt, Sammlung Giersch
Foto: Uwe Dettmar
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Donnerstag 13.11.2025
Haus der Kunst: Sandra Vásquez de la Horra. Soy Energía
Sandra Vásquez de la Horra.
Soy Energía

Ausstellung vom 14. November 2025 bis 17. Mai 2026
Haus der Kunst, München

Soy Energía ist die erste Überblicksausstellung der chilenischen Künstlerin Sandra Vásquez de la Horra (geb. 1967, Viña del Mar, Chile) in Europa und präsentiert die transnationalen und Indigenen Perspektiven ihrer multidisziplinären künstlerischen Praxis. Ihr vor allem zeichnerisches und malerisches, aber auch filmisches und performatives Lebenswerk umfasst komplexe Ereignisse, Geschichten, Riten und Glaubensvorstellungen, die sowohl in ihrem Aufwachsen in Chile als auch in den vielen Jahren ihres Lebens in Deutschland wurzeln, und eröffnet neue Perspektiven. Kuratorin Jana Baumann: „Die Multiperspektivität des Werks lädt zu einer Begegnung mit den spirituellen, Mensch und Natur versöhnenden Welten der Künstlerin ein und würdigt ihr Engagement für Selbstbestimmung, Frauen- und Menschenrechte.“

Die Ausstellung widmet sich Vásquez de la Horras experimenteller Praxis, wobei ihr räumliches, energetisches und weltumfassendes Denken im Mittelpunkt steht. Erfahrungen von Verfolgung, Unterdrückung und Migration spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die Künstlerin entwickelt eigens eine Ausstellungspraxis, die sich vom Arbeiten mit organischen Materialien ableitet wie auch szenografische Ansätze in den Raum erweitert und berührende existentielle Erlebnisse vermittelt.
Vásquez de la Horras frühe Werkserien entstanden während der Herrschaft des Pinochet-Regimes in Chile in den 1980er- bis 1990er-Jahren, wobei sich die Künstlerin mit dem Körper und dessen weltlicher Einbettung mittels Zeichen, Fragmenten und Sprache befasste. Zeichnungen von fabelhaften Mischwesen mit menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zügen spielen auf die Unvereinbarkeit von Geschichte und Moral an. Die in Bienenwachs getränkten Arbeiten – eine Technik, die sie seit 1997 anwendet – präsentiert sie in experimentellen Hängungen, um vielfältig lesbare Konstellationen zu gestalten. In ihren ersten Jahren in Europa schuf Vásquez de la Horra Video-Performances und Filme, die nun erstmals gezeigt werden. In diesen Werken verarbeitet sie bedeutsame Ereignisse und Themen wie Einsamkeit, Trennung und Rassismus. Die Ausstellung verbindet die historische Dimension des Werks mit seiner Entwicklung in der Gegenwart und würdigt die über vier Jahrzehnte umfassende transdisziplinäre Arbeit von Sandra Vásquez de la Horra.
Andrea Lissoni, Künstlerischer Direktor: „Die Ausstellung spiegelt unseren transdisziplinären, transnationalen Ansatz in der Programmgestaltung wider – einen Ansatz, der unterschiedliche, aber aufeinander abgestimmte Praktiken miteinander verwebt und sich mit der Geschichte auseinandersetzt, um gleichzeitig neue Wege zu eröffnen, die Gegenwart zu bewohnen.“

Mit „Soy Energía“ setzt des Haus der Kunst seine Vision fort, Kanons neu zu bewerten und Stimmen Raum zu geben, die lange Zeit marginalisiert waren. Vásquez de la Horras Retrospektive bildet einen Widerhall auf die neuen Lesarten der Kunstgeschichte in der Gruppenausstellung „Für Kinder. Kunstgeschichten seit 1968“ und die sich wandelnden Wahrnehmungen, die in „Cyprien Gaillard. Wassermusik“ untersucht werden. Ihre Zeichnungen, die zugleich intim und expansiv sind, spiegeln die Art und Weise wider, wie Ei Arakawa-Nash Zeichen und Gesten in gemeinsame Sprachen verwandelt – indem sie den öffentlichen Raum einbezieht und ihn in einen Ort verwandelt, an dem Bilder, Zeichen und Bewegungen zu Begegnungen und gemeinsamen Gesten werden.

Kuratiert von Jana Baumann mit Marlene Mützel.

Haus der Kunst | Nordgalerie
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbilndungen:

- Sandra Vásquez de la Horra
Soy Energía, 2021
Bleistift und Aquarell auf Papier, Wachs
65 × 50 cm
Foto: Gunter Lepkowski
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025

- Sandra Vásquez de la Horra. Soy Energía
Ausstellungsansicht
Haus der Kunst München, 2025
Foto: Markus Tretter
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025

- Sandra Vásquez de la Horra
La máscara, 2023
Bleistift, Aquarell auf Papier, Wachs
32 x 25 cm
Foto: Gunter Lepkowski
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025
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Donnerstag 06.11.2025
Kunstmuseum Stuttgart: Rolf Nesch, Nadira Husain, Ahmed Umar - Prägungen und Entfaltungen
Rolf Nesch, Nadira Husain, Ahmed Umar
Prägungen und Entfaltungen

Ausstellung vom 08. November 2025 bis 12. April 2026
Kunstmuseum Stuttgart

Den Ausgangspunkt für die Ausstellung bilden Druckgrafiken und Reliefarbeiten von Rolf Nesch (1893–1975) aus der Sammlung des Kunstmuseums Stuttgart. Sie treten in Dialog mit Werken der zeitgenössischen Künstler:innen Nadira Husain (*1980) und Ahmed Umar (*1988). Alle drei verbinden Migrationserfahrungen, die sich in Motivik und Bildsprache ihrer Arbeiten widerspiegeln.

Der aus Oberesslingen stammende Rolf Nesch emigriert 1933 als Gegner des Nationalsozialismus nach Norwegen. Seine Formensprache wandelt sich grundlegend durch den Einfluss nordischer Natur, Kultur und Menschen. Auch das Werk der indisch-baskisch-französischen Künstlerin Nadira Husain zeugt von transkulturellen Bewegungen und Reflexionen über die kulturelle Identität einer postmigrantischen zweiten Generation. Ahmed Umar flieht vor politischer Verfolgung aus dem Sudan nach Norwegen, um dort als queerer Künstler ein selbstbestimmtes Leben im Einklang mit seinen spirituellen und kulturellen Wurzeln zu führen.


Rolf Nesch (1893–1975)
Rolf Nesch studiert an der Kunstakademie Dresden. Nach einem Studienaufenthalt bei Ernst Ludwig Kirchner in Frauenkirch bei Davos beginnt er mit druckgrafischen Experimenten. Bereits vor seiner Emigration 1933 entwickelt er einen besonderen Metalldruck, bei dem auf die Druckplatte gelötete Metallstücke mitgedruckt werden. In Norwegen erweitert er diese Praxis, sodass am Ende dreidimensionale Materialbilder stehen. Die Beschäftigung mit dem Land und seiner Kultur, die Faszination für nordische Landschaften und Erzählungen, aber auch Exilerfahrungen und die Anpassung an neue Lebensumstände prägen Neschs Schaffen. Von 1960 bis Mitte der 1980er-Jahre erwirbt die Galerie der Stadt Stuttgart – der Vorgängerinstitution des Kunstmuseums Stuttgart – knapp 90 Arbeiten des Künstlers. Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums und Leihgaben aus dem In- und Ausland geben Einblick in sein transmediales, kulturübergreifendes Œuvre. Rolf Nesch zählt heute zu den bedeutendsten Künstler:innen Norwegens.

Nadira Husain (*1980)
Nach ihrem Kunststudium an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris zieht Nadira Husain nach Berlin. In ihren auffächernden, raumgreifenden Malereien und Installationen geht sie Themen wie Postmigration, Transkulturalität und kultureller Hybridität nach. Dabei verwendet sie traditionelle Handwerkstechniken und integriert Textilien und Keramik. Durch den Rückgriff auf Symbole und Erzählungen verschiedener Kulturkreise, die mit ihrem eigenen biografischen Hintergrund verknüpft sind, entstehen vielschichtige Bildkompositionen. In ihnen entspinnt sich ein dichtes Bezugssystem zu indopersischer Mogulmalerei, europäischen Comicfiguren und Elementen des Sufismus. Im Kunstmuseum Stuttgart präsentiert die Künstlerin neue Arbeiten, darunter eine vor Ort gestaltete Wandarbeit.

Ahmed Umar (*1988)
Der aus dem Sudan stammende Künstler und LGBTQIA+Aktivist Ahmed Umar flieht wegen der politischen Verfolgung seiner Person 2008 nach Norwegen. Dort studiert er bis 2016 Druckgrafik sowie medium- und materialbasierte Kunst an der National Academy of the Arts in Oslo. Seine künstlerische Praxis kennzeichnet eine fortwährende Beschäftigung und Erforschung neuer Materialien und die Umgestaltung von Fundstücken. Zugleich zeugt sein Werk von der Zerrissenheit eines Individuums zwischen traditionellen Geschlechterrollen, Religiosität und dem Streben nach Selbstbestimmung. Umar identifiziert sich als queer und versteht sich als politischer Künstler. Das Kunstmuseum Stuttgart präsentiert Ahmed Umars Werk erstmalig in Deutschland.

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 13
70173 Stuttgart


Abbildungen:

- Nadira Husain
Serie Giants, 2024
Acryl auf Leinwand, genähte Textilien und handbemalte, glasierte Keramik, unterschiedliche Maße
Courtesy Nadira Husain und PSM Gallery, Berlin
© Nadira Husain / Foto: Eric Tschernow

- Ahmed Umar
Serie Glowing Phalanges, seit 2018 fortlaufend Glas, Holz und Gips, 33 Stück
Courtesy Ahmed Umar und OSL contemporary, Oslo
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Ahmed Umar

- Ahmed Umar
Serie Glowing Phalanges, seit 2018 fortlaufend Glas, Holz und Gips, 33 Stück
Courtesy Ahmed Umar und OSL contemporary, Oslo
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Ahmed Umar

- Rolf Nesch
Landungsbrücken, 1932
aus der Serie Hamburger Brücken
Metalldruck, 59 x 45 cm
Sammlung Klaus F. Meyer
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 /
Foto: Margot Schmidt, Hamburg
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Dienstag 04.11.2025
Lenbachhaus: Out of Focus. Leonore Mau und Haiti. Eine Ausstellung von U5
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Out of Focus. Leonore Mau und Haiti. Eine Ausstellung von U5

Ausstellung vom 4. November 2025 – 15. Februar 2026
Lenbachhaus München

"Sa w wè a se pa sa" (Was man sieht, ist nicht, was es ist. Haitianisches Sprichwort)

Kann eine Ausstellung einer deutschen Fotografin ein Bild von Haiti vermitteln, das nicht von Stereotypen geprägt ist? Mit „Out of Focus“ überführen U5 die Bilder Leonore Maus (1916 – 2013) in ein multimediales, sinnliches Environment.
Leonore Mau reiste in den 1970er Jahren während der Diktatur von Jean-Claude „Baby Doc“ Duvalier nach Haiti. Sie war gemeinsam mit dem Schriftsteller Hubert Fichte (1935–1986) unterwegs. Die Reise war Teil eines langjährigen Rechercheprojekts zu afrodiasporischen Religionen. Maus Fotografien wurden in den Fotobüchern „Xango“ (1976) und „Petersilie“ (1980) und in Reisereportagen in vielen deutschen Zeitschriften publiziert. Der größte Teil wurde jedoch bisher weder veröffentlicht noch in Ausstellungen gezeigt und befindet sich im Nachlass der Fotografin im bpk-Fotoarchiv in Berlin.
Während Maus Fotobücher auch Fotografien beinhalten, die das von Vorurteilen geprägte Bild von Haiti und Vodou bestätigen, finden sich in ihrem umfangreichen Nachlass zahlreiche Aufnahmen, in denen alltägliches Leben, Gemeinschaft, Diktatur, Spiritualität und Tourismus nebeneinander existieren. Das Œuvre von Leonore Mau eröffnet eine Möglichkeit, kritisch über politische, ökonomische, kulturelle wie persönliche Verflechtungen nachzudenken. Dabei werden auch Fragen der Ästhetik und Ethik des Fotografierens angesprochen. Wie können die Bilder gezeigt werden, ohne Machtverhältnisse zu reproduzieren?

„Was man sieht, ist nicht, was es ist“: Die von dem Künstlerinnenkollektiv U5 in Zusammenarbeit mit ALIAS architects entwickelte Rauminstallation spricht Fragen des Zeigens und Nichtzeigens an. „Out of Focus“ sucht nach einem Umgang mit diesen Bildern, der Ambivalenz zulässt, in dem Kritik und Schönheit kein Widerspruch sind.
Die Ausstellung ist eine künstlerische Weiterentwicklung des Forschungsprojekts „Out of Focus“ von Dora Imhof und U5 an der Universität Zürich. Gemeinsam mit der Kulturanthropologin und Künstlerin Gina Athena Ulysse, der Künstlerin und Filmemacherin Madafi Pierre, dem Houngan (Priester), Musiker und Generaldirektor des Bureau National d’Ethnologie in Port-au-Prince Erol Josué und weiteren Personen mit unterschiedlichen Expertisen entwickelt die Ausstellung einen dialogischen, kritischen und dekolonialen Umgang mit den Fotografien von Leonore Mau.
Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche viersprachige, von Dora Imhof, Gina Athena Ulysse und U5 herausgegebene Publikation im Verlag Hatje Cantz.

Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildungen:?

- Leonore Mau, Ohne Titel (Milokan Vèvè) / Untitled (Milokan Vèvè), Haiti, 1972/1973,?
Foto / Photo: Mittelformat / medium format.?
© bpk, S. Fischer Stiftung und / and Leonore Mau

- Leonore Mau, Ohne Titel / Untitled, Fermathe, Haiti, 1972,?
Foto / Photo: Mittelformat / medium format.?
© bpk, S. Fischer Stiftung und / and Leonore Mau

- Leonore Mau, Ohne Titel (Modell des Nationalpalasts) / Untitled (Model of the National Palace), Haiti, 1972–1978,?
Foto / Photo: Mittelformat / medium format.?
© bpk, S. Fischer Stiftung und / and Leonore Mau
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