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13. Tortoise „Touch“
14. Jesse Harris „If You Believed In Me“
15. Simon Oslender / Steve Gadd / Will Lee / Bruno Müller „On A Roll – Liv...
16. Cooking' On 3 Burners „Cooking The Books“
17. Steve Tibbetts „Close“
18. Rima Khcheich „Ya Nan Itha – Tribute To Fouad Abdel Majeed“
Dienstag 11.11.2025
Tortoise „Touch“
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Als Tortoise, das Musikerkollektiv aus Chicago, sich zu Beginn der 1990er Jahre über Umwege zusammenfand, entstanden hochspannende, legendäre Alben, die den Begriff des Post-Rock prägten. Eine mehr intellektuell und psychedelisch ausgerichtete Abspaltung dessen, was auf der anderen Seite Grunge ausmachte.
Eine der Besonderheiten der Band war, dass man sich spontan zusammenfand und in relativ kurzer Zeit zu einem gemeinsamen musikalischen Ergebnis fand. Ihre Instrumentalstücke bestanden aus den unterschiedlichsten Weltanschauungen der Mitglieder, aus der individuellen Freude am kompromisslosen Experimentieren, aus Zitaten des Rock'n Roll und Jazz-Anleihen, aus Techno, Minimal, Dub, Kraut und Computersounds.
Das letzte Album „The Catastrophist“ liegt neun Jahre zurück und natürlich hat sich in der Zwischenzeit bei dieser Formation von kreativen Unruhegeistern etliches geändert. Ein Teil von ihnen lebt heute in Los Angeles, Gründungsmitglied John McEntire zog es nach Portland, Oregon. Die Zentrale aber ist und bleibt Chicago.
Geändert hat sich auf „Touch“ auch die Herangehensweise an ein Album insgesamt. Traf man sich früher gemeinsam in einem Raum und kam letztendlich in kurzer Zeit und von Angesicht zu Angesicht auf einen gemeinsamen Nenner, hat die Arbeit an „Touch“ ganze vier Jahre gedauert. Man bewegte sich in unterschiedlichen Studios, war digital miteinander verbunden, machte individuelle Vorschläge und ging anschließend manchmal für Monate wieder auseinander, um die Ideen reifen zu lassen. Eine völlig neue Arbeitsweise, über die John McEntire sagte: „Es hat sehr, sehr lange gedauert, bis die Musik zusammengewachsen ist. Unterwegs gab es einige Fragen wie 'was machen wir hier eigentlich?'“. John Herdon, Schlagzeuger bei Tortoise, geht rückblickend noch einen Schritt weiter und beschreibt die Situation bei der Entwicklung des Eröffnungstitels „Vexations“: „Wir waren ratlos, was das Arrangement anging, und kamen einfach nicht weiter.
Letztendlich haben Tortoise wie immer von diesen Herausforderungen jedoch profitiert. Zwar klingt „Touch“ weniger experimentell als ein Großteil seiner Vorgänger. Aber man spürt in den Grooves, den bizarren Gitarren-Figuren und stimmigen Keyboardflächen noch immer deutlich die Genialität der einzelnen Instrumentalisten, die ein akustisch kreatives Konglomerat abliefern, das sich weitab von Zeitgeist und Mainstream strahlend entfaltet.
Jörg Konrad

Tortoise
„Touch“
International Anthem
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Freitag 07.11.2025
Jesse Harris „If You Believed In Me“
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Er ist mit Sicherheit einer der ruhigsten und tiefgründigsten Singer-Songwriter New Yorks. Man kann bei Jesse Harris schon von einer Art (zurückhaltendem) Superstar sprechen, denn der Grammy-Gewinner von 2023 ist ein absolut begehrter Sideman, hat mit Norah Jones, John Zorn, Melody Gardot, Bill Frisell, Madeleine Peyroux und Lizz Wright gearbeitet und in den Bereichen Jazz, Folk, Pop und brasilianische Musik eigene Aufnahmen veröffentlicht.
If You Believed In Me“ ist das erste Album des Komponisten, Sängers, Gitarristen und Produzenten mit großer Orchesterbegleitung. „Ich hatte vorher keinerlei Absicht, ein Album mit Orchester aufzunehmen“, erzählte Jesse in einem Interview. „Die Gelegenheit ergab sich ganz unerwartet, denn Maycon Ananias (Arrangeur und Dirigent) erzählte mir, dass er in Estland an einem Auftragswerk für die Geburtstagsfeier von Arvo Pärt arbeitete, einige Aufnahmen mit dem ESPR-Orchester machen würde und mir anbieten könnte, Arrangements für meine Lieder zu erstellen. Wir begannen mit „Dolores“. Der Klang hat mich umgehauen. Ich beschloss spontan, ein ganzes Album mit ihm aufzunehmen.“
Zudem konnte Jesse noch Norah Jones, Jake Sherman und die französische Songwriterin Marine Quemere für diese Aufnahmen gewinnen. Sie alle stehen für eine wunderbar stimmige, emotionale Musik, die die Zeit zum Stillstand zu bringen scheint. „If You Believed In Me“ ist wie eine Therapiestunde für gehetzte Zeitgeister, orchestraler Pop zum runterkommen, voller Wärme und rauschhafter Vitalität. Ein Geniestreich!
Jörg Konrad

Jesse Harris
„If You Believed In Me“
Artwork Records
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Autor: Siehe Artikel
Freitag 07.11.2025
Simon Oslender / Steve Gadd / Will Lee / Bruno Müller „On A Roll – Live“
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Von wegen Fusion ist Out. Sogar generationsübergreifend gibt es noch so einiges Ungespieltes, was in diesem Metier mit Leidenschaft und Spaß zum Ausdruck gebracht werden kann. Simon Oslender, vielleicht der europäische Keyboard-Newcomer der Gegenwart und mit großer Wahrscheinlichkeit der Tastenheld von morgen, hat wiederholt eine All Star Band zusammen gestellt, mit der er im letzten Jahr in Deutschland unterwegs war. Vierzehn Titel sind von dieser Tour auf dem Album „On A Roll – Live“ enthalten und diese Nummern haben es in sich, was Intensität und Temperament betrifft. Fusion der Extraklasse, voller Groove, Gruppendynamik und atemberaubender Solis.
Bassist Will Lee und Schlagzeug-Ikone Steve Gadd sorgen für den rhythmischen Unterbau. Bruno Müller, ein Gitarre spielender Tausendsassa, steht für stilistisch breitgefächerte Saitenabenteuer. Als Gäste sind Routinier Nils Landgren an der Posaune und die juvenile Lichtgestalt unter den europäischen Altsaxophonisten Jakob Manz mit von der Partie. Simon Oslender hält als Leader diese hingebungsvoll musizierende Mannschaft zusammen.
Eine technisch brillant musizierende Band, die sich detailbesessen und kopfüber in das Repertoire stürzt. Sie bringen, neben etlichen Eigenkompositionen des Leaders, eine Stevie Wonder Nummer aus dem Jahr 1970 mit vollem Risiko zum Glühen und selbst Bob Dylans Country-Rock-Song „Watching The River Flow“ wird hier zur treibenden, druckvollen Blues-Rock-Nummer, mit großartigen Soloparts von Jakob Manz, Bruno Müller und Simon Oslender an der Hammond B3. Totgesagte leben länger – auch Dank „On A Roll – Live“.
Jörg Konrad

Simon Oslender / Steve Gadd / Will Lee / Bruno Müller
„On A Roll – Live“
Leopard
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Donnerstag 06.11.2025
Cooking' On 3 Burners „Cooking The Books“
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Dieser (Retro-) Sound gehörte einst nach Memphis, wie die Sterne an den Nachthimmel. Aber die Zeiten haben sich geändert. Cooking' On 3 Burners sind weder Retro, noch stammen sie aus Tennessee. Cooking' On 3 Burners ist ein Hammond-Orgel-Trio aus Australien! Genauer aus Melbourne. Ende der 1990er Jahre gegründet hat es mit ihrem Jazz, Soul und Funk in Down Under von Beginn an für Begeisterung und vor allem Club-Engagements gesorgt. In Europa (und auch in den USA) kam der Erfolg erst etwas später. Sie decken mit ihrer Mixtour eine Bandbreite von Booker T. & The M.G.s ausgehend bis hin zum Delvon Lamar Organ Trio ab. Messerscharf und direkt zielen ihre Funk-Licks von Dan Wests Gitarre direkt in die Beine, faucht die Hammond Orgel von Jake Mason fett durch den Raum und Ivan Khatchoyan knochentrockne Breaks am Schlagzeugspiel komplettieren dieses Gebräu.
Und damit auch nicht nur der Anschein von Monotonie aufkommt, was aber auch nicht ansatzweise der Fall ist, aber um dem trotzdem vorzubeugen, haben Cooking' On 3 Burners auf „Cooking The Books“ einige Sängerinnen und Sänger mit ins Studio genommen, die den Instrumentals eine feurige Stimme geben. Mit dabei sind Chris Gill, Stella Angelico, Mantra & Jane Tyrrell, Natalie Slade und Wilson Blackley. Eine illustre Runde, die jede Party aufwertet und für ordentliche musikalische Stimmung sorgt. Egal ob nun Retro oder Modern – gute Musik hat zu jeder Zeit ihre Berechtigung und weiß, im Fall von Cooking' On 3 Burners, mitzureißen.
Jörg Konrad

Cooking' On 3 Burners
„Cooking The Books“
Soul Mesin' Records
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Freitag 31.10.2025
Steve Tibbetts „Close“
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Steve Tibbetts ist einer dieser stillen wie ungemein treuen Wegbegleiter des ECM-Labels. Still nicht unbedingt in Form von leise, was die Intensität seiner Musik betrifft. Denn die ist als ein Ergebnis der Dramaturgie, der Dynamik und des Ausdrucks seiner Aufnahmen schon immer enorm. Seit mittlerweile über vier Jahrzehnten.
Schon als Tibbetts mit Studioaufnahmen begann, war der Perkussionist, Musikethnologe und Rhythmus-Poet Marc Anderson sein verlässlicher Begleiter. Beide haben im Zusammenspiel mit Manfred Eicher einen Sound entwickelt, den Tibbetts heute mit folgenden Worten charakterisiert: „Musik ist eine Sprache der Dämmerung. Die Aufgabe besteht darin, Schatten in Klang zu übersetzen.
Diese Schatten sind von ganz unterschiedlicher Tönung. Mit verzerrter E- oder akustischer Gitarre improvisiert er auch auf „Close“ in langen, manchmal auch schneidend scharfen, fast immer in Trance versetzenden Chorälen. Auch wenn der erste Eindruck etwas anderes vermitteln mag – in den akustischen Botschaften dieses Magiers wiederholt sich nichts. Er erweitert zarte Linien zu mächtigen Stämmen, er bricht Figuren auf, er vermittelt phonetische Landschaften, meist in einfühlender Ästhetik. Die Zeit scheint auch auf „Close“ keine, oder zumindest nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Viel wichtiger ist das stete Anfluten der Musik, ihr liquider Charakter. Vieles kommt einem beschwörenden Ritual nahe, wobei es immer um den Weg, um das sanfte Pulsieren geht, um die schonende Veränderung, anstatt dem anvisieren eines direkten Zieles. Melodien, geschweige eine Virtuosität, wie auch immer, sind in diesen akustischen Metamorphosen kaum auszumachen. Dafür ist „Close“ zu organisch entrückt, zu abstrakt – einfach schön.
Jörg Konrad

Steve Tibbetts
„Close“
ECM
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Freitag 31.10.2025
Rima Khcheich „Ya Nan Itha – Tribute To Fouad Abdel Majeed“
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Rima Khcheich war dreizehn, als sie aus dem Libanon kommend nach Kairo reiste, um den ägyptischen Komponisten Fouad Abdel Majeed kennenzulernen. Rima, die damals sich schon intensiv mit klassischen arabischen Gesangsformen beschäftigte und öffentlich auftrat, plante mit Fouad Abdel Majeed ein gemeinsames Album aufzunehmen. Kurz darauf starb Fouad.
Drei Jahrzehnte später widmete sich Rima nun diesem damals entstandenen Themen und Texten. Mittlerweile in den Niederlanden lebend und reiche Erfahrungen in der europäischen Klassik und im Jazz gesammelt, interpretiert die Sängerin die traditionellen Stücke in neuen, modernen Arrangements.
Rima baut in ihrer Umsetzung Brücken, zwischen überlieferter östlicher Kompositionskunst und europäischer Folklore, zwischen jazzvocalen Einflüssen und den Gestaltungsprinzipien des Barock. Sie findet auf „Ya Nan Itha – Tribute To Fouad Abdel Majeed“ in ihren langjährigen musikalischen Partnern wie Klarinettist Maarten Ornstein, Pianist Juan Rodriguez, Bassist Tony Overwater und Schlagzeuger Joost Lijbaart eine kreative Schar von Gleichgesinnten, die ihr die instrumentale Grundlage für dieses Klangabenteuer bereiten. Es ist ein lyrischer wie poetischer Dialog, ein mit emotionaler Leidenschaft und wachem Bewusstsein vorangetriebener Spagat zwischen Tradition und Moderne. Rimas Gesang bewegt sich vermittelnd zwischen den Kulturen. Ihre Stimme teilt Sorge und Zuversicht und gibt sowohl der Vergangenheit als auch der Gegenwart eine berührende Seele.
Jörg Konrad

Rima Khcheich
„Ya Nan Itha – Tribute To Fouad Abdel Majeed“
Kepera Records
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Autor: Siehe Artikel
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