2007 legte Kutulas diesen Schatz dem Pianisten Henning Schmiedt vor, der sich dann ein verlängertes Wochenende mit diesen Noten beschäftigte. „Ich setzte mich ans Klavier“, erzählt Schmiedt, „drückte die Aufnahme-Taste meines Tonbands und näherte mich langsam diesen vergessenen Melodien.“
Zwei Jahre später trafen sich Henning Schmiedt und Mikis Theodorakis, hörten gemeinsam die Musik, diskutierten und fachsimpelten, tauschten Gedanken und Möglichkeiten der Arrangements aus.
Im Sommer dieses Jahres wurden zu Ehren des 100. Geburtstages Mikis Theodorakis vierzehn Lieder aus diesem Konglomerat der Öffentlichkeit auf dem Album „Lost Songs“ erstmals vorgestellt. Außer den Solo-Recitals Schmiedts sind begleitend Sting-Gitarrist Dominic Miller, der Saxophonist Volker Schlott und Bassist Martin Lillich an den Aufnahmen beteiligt. Jetzt ist dieses Album zudem auf 180 Gramm-Vinyl erschienen.
Schmiedt findet am Klavier genau die richtige Form und Spiritualität bei der Interpretation dieser zum Teil nur kleinen Miniaturen. Sie beinhalten Romantisches und Sehnsuchtvolles, sind klar strukturiert und in ihrem Ausdruck zeitlos. Eine wunderbar subtile ausgestaltete Reminiszenz an diesen Freigeist und Kosmopoliten. Schwebende Melodien, die etwas versöhnliches ausdrücken, etwas humanistisch vertrauensvolles. Spätestens dann, wenn ganz zum Schluss der Aufnahme Theodorakis selbst das Franz Schubert-Lied „Der Lindenbaum“ vorträgt.
Jörg Konrad
Mikis Theodorakis
„Lost Songs – Piano: Henning Schmiedt“
Intuition
„Lost Songs – Piano: Henning Schmiedt“
Intuition























