In INTERVIEW werden Persönlichkeiten vorgestellt, die auf unterschiedlichste Weise das kulturelle Leben gestalten und bereichern - dabei oftweit über die Landesgrenze hinaus wirkend. Hier eine kleine Auswahl der Vorgestellten: Henning Venske, Gisela Schneeberger, Inga Rumpf, Hauschka, Stoppok, Wellküren, Isabelle Faust, Fritz Egner, Willy Michl, Nik Bärtsch, Ewa Kupiec, Symin Samawatie, Axel Hacke u.v.a.m.
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1. 245. Matthias Lindermayr – Tendenziell eher am Vormittag
2. 244. Malte Vief – Ich höre alles und nichts
3. 244. Stefanie Boltz - Geburtstagsgäste
4. 243. Joe Hertenstein - Mehr Jazz im Stadtbild!
5. 242. Marion & Sobo Band: Ich bin ein Teamplayer
6. 241. Lea Gasser: Musik öffnet Räume
Mittwoch 26.11.2025
245. Matthias Lindermayr – Tendenziell eher am Vormittag
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Matthias Lindermayr fühlt sich als Kompionist und Trompeter stark von Miles Davis beeinflusst. Aber auch Nils Petter Molvaer, Arve Henriksen und Jon Hassell nennt der 1987 in München geborene Lindermayr als seine Inspirationsquellen. Gleichzeitig hat er in München, Berklee und Berlin studiert, wo er sich das ganze Rüstzeug für seine Karriere angeeignet hat. Er ist ein vielseitiger Musiker, der mit ebensolcher Freude in der strukturierten Big Band von Monika Roscher, als auch mit dem Ambient-, Avantgarde- und Minimal-Musiker Carlos Cipa gespielt hat.
Doch seine momentan vielleicht spannendsten musikalischen Begegnungen sind die mit der Pianistin Masako Ohta. Zwei erfolgreiche Alben hat er mit der Japanerin eingespielt. Mit „Nozomi“ wurden beide Instrumentalisten in die Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik 2/2025 aufgenommen, mit der Begründung: „Aus einem Minimum an Tönen (mal eine kleine Melodie, mal eine Handvoll Akkorde) erwächst immer wieder ein betörender Klangfluss – und damit ein Maximum an Magie.
Als „Traumduo“ wurde das Zusammenspiel der beiden auch bezeichnet. Auf KultKomplott war anlässlich ihres Auftritts in Fürstenfeld im November 2023 außerdem zu lesen: „Vielleicht kann man auch von einem Pas de Deux, einem tänzerischen Paarlauf auf den Schwingen der Musik sprechen.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Matthias Lindermayr: Mein musikalisches Elternhaus hat in mir den Wunsch entstehen lassen, Musiker zu werden. Verschiedene Persönlichkeiten, die mich in meiner Laufbahn begleitet haben – wie meine Musiklehrer an der Schule, sowie mein Trompeten- und Kompositionsprofessor an der Uni – haben mich weiter motiviert und bestärkt, meinen Weg zu gehen.
Dass ich der Mensch bin, der ich heute bin, hat außerdem mit allem zu tun, was ich bis hierhin erlebt habe, und mit allen Personen, die mir nahe standen und stehen.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
ML: Alle, die sich dafür interessieren und die ich damit inspirieren kann. Meine künstlerische Arbeit ist eher „egoistisch“. Ich möchte auf der Bühne Musik machen, die ich zu 100 Prozent fühle. Im Zweifel stehe ich lieber weniger auf der Bühne, als Musik zu spielen, die mir nicht gefällt.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
ML: All meine Hobbys und Interessen sowie mein Leben als Familienvater mit meiner Arbeit unter einen Hut zu bringen und dazu noch den Ablenkungen von Social Media zu widerstehen. :)
Außerdem die Menschen zu finden, die sich für meine Musik interessieren.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
ML: Die Geburt meiner Kinder.
Zwei Konzertreisen durch Japan.
Die gesellschaftlichen Zerwürfnisse während der Corona-Zeit.
Sportliche Erfolge bei verschiedenen Ultratrail-Rennen.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
ML: Im Studio zum ersten Mal die Musik zu hören, an der man lange gearbeitet hat.
Zeit mit anderen inspirierenden Musikern auf Tour zu verbringen.
Und natürlich jede Minute auf der Bühne.

KK: Hören Sie Musik, und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
ML: Ich höre sehr viel Jazz. Lange Zeit habe ich mich hauptsächlich für zeitgenössischen Jazz interessiert. Im Moment höre ich lieber alte Aufnahmen, z. B. Bill Evans, John Coltrane, George Russell,
Außerdem höre ich aktuell viel klassische Klaviermusik, um Ideen für neue Kompositionen für mein Duo mit Masako Ohta zu bekommen.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
ML: Wenn, dann Vinyl – aber meistens streame ich.

KK: Was lesen Sie momentan?
ML: Zuletzt „Der Tanz mit dem Schafsmann“ von Haruki Murakami. Bei Murakami kann ich sehr gut in seinen Welten versinken, abtauchen und die Zeit vergessen.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
ML: Die aktuelle gesellschaftliche Debattenkultur.
Ideologische Politik.
Leute, die laut reden während eines ruhigen Konzerts.

KK: Was freut Sie ungemein?
ML: Zeit mit meiner Familie zu verbringen.
Durch die Berge zu laufen.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst genäht oder getischlert?
ML: Ich bin nicht besonders handwerklich begabt. Ich habe einmal eine Bank für unseren Balkon zusammengeschraubt.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind Sie in welchem Film beeindruckt?
ML: Philip Seymour Hoffman gefällt mir in jedem Film.
Außerdem finde ich Emma Stone in Lanthimos’ Filmen immer spannend.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung nach bisher noch nicht gibt?
ML: Eine Teleportier-Maschine. Auf die langen Fahrten vor und nach Konzerten würde ich gerne verzichten.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer oder Teamplayer?
ML: Ich bin definitiv eher ein Einzelkämpfer, kann aber, wenn es darauf ankommt, auch ein guter Teamplayer sein.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
ML: Wenn es eine Deadline gibt – und tendenziell eher am Vormittag.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
ML: Verschiedenes zum Thema Laufen, Trailrunning und Politik.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
ML: Schwere Frage … Vielleicht eine gerechtere Verteilung von Fördermitteln.

KK: Wenn Sie eine Autobiografie schreiben würden, wie wäre der Titel?
ML: Atemwege.

KK: Wie stellen Sie sich die Zukunft vor?
ML: Ich lebe eher im Jetzt und mache mir (vielleicht zu wenige?) Gedanken über die Zukunft. Grundsätzlich blicke ich aber positiv nach vorn und freue mich darauf, was kommen wird.
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Foto: Arne Hornemann
Freitag 14.11.2025
244. Malte Vief – Ich höre alles und nichts
Malte Viefs musikalisches Spektrum reicht von der Renaissance, über barocke Präludien, Anleihen an Django Reinhardt, Deep Purple bis hin zu meditativen Kompositionen – für Sologitarre und natürlich sein Projekt „Kammer“. „Ein weites Feld, das der heute in Leipzig lebende Gitarrist mit Verve und Intelligenz bestellt“, war an dieser Stelle schon 2013 zu lesen, als Malte ein grandioses Konzert in der Maisacher Reihe „Beer & Guitar“ spielte. Die „Süddeutsche Zeitung“ schätzte seine Vielseitigkeit wie folgt ein: „Malte Vief bleibt, egal in welchem stilistischen Bereich er sich künstlerisch bewegt, bei sich.“
Deutlich wird dies besonders an seinem neuen Album „Winter“, das er gemeinsam mit den Geigern Thomas Fleck und Florian Mayer, dem Cellisten Matthias Hübner, Jochen Roß an der Mandoline und Kontrabassist Martin Siebach eingespielt hat. Eine Sammlung von eigenen Stücken und Rekompositionen aus der Feder von John Dowland und Francesco da Milano. Es ist eine Musik, die in ihrer ruhigen Stille, ihrem persönlichen, wenn nicht gar intimen Charakter auf das Weihnachtsfest einstimmt. Aber vielleicht passt ja doch besser der Terminus „Winter-Musik“. Respektvolle und geerdete Klänge in einer Jahreszeit, die der Besinnung und einer emotionalen Retrospektion einfach näher sind, als einem ungestümen Vorwärtsdrang. Trotzdem beinhaltet aber „Winter“ auch ein gewisses Maß an Spannungsfeldern, die einem Ein- und Ausatmen der Musik geschuldet sind. Dieses Album ist ein stilles Kunstwerk mit enormer Strahlkraft.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Malte Vief: Eltern, die mich frei sein ließen und mit Freude meine Entwicklung beobachtet hatten.
Lehrer, die mir liebevolle Führer waren und mich getragen haben.
Schicksalsschläge und Grenzerfahrungen, die mich mir selber näher kommen ließen.
Begegnung mit Tod und Geburt.
Ahnung von Transzendenz.
Meditation.
Vater und Ehemann sein.
Risikobereitschaft.
Intuitives Handeln.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
MV: Ich möchte Aspekte meines Seins formen, entwickeln, definieren und in der Musik zum Ausdruck bringen. In meiner Rolle als Künstler transportiere ich das.
In einem zweiten Schritt möchte ich damit berühren und Begegnung schaffen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
MV: Die größte Herausforderung ist das Zeitmanagement. In der Fülle meiner Aufgaben als Familienvater und Musiker habe ich immer etwas zu tun. Ein Aufhören gibt es nur dann, wenn ich es setze.
Ich arbeite gerade an einer Haltung, dass ich das, was ich gerade tue, genieße, ohne mich darüber zu ärgern, dass ich etwas anderes gerade nicht bewältige.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
MV: Vor einer Woche habe ich ein Konzert auf einem von Sterbeforschern organisierten Nahtodkongress gespielt, an dem ich dann auch für 3 Tage Teilnehmer sein konnte. Es war für mich sehr eindrücklich und berührend, für so viele Leute zu spielen, die sehr stark mit Themen in Verbindung sind, die in meiner Musik eine große Inspiration darstellen.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
MV: Da fallen mir einige ein:
- Studioarbeit. Es ist toll, wenn wir im Aufnahmeprozess etwas entstehen lassen, das im Anschluss jederzeit abrufbar stehen bleibt. Es gibt mir die Möglichkeit, einen künstlerischen Aspekt auf den Punkt zu bringen. Das Ende können wir selber bestimmen, nämlich genau dann, wenn es für uns gut ist. Das hat schon einen Geilheitsfaktor.
- Üben. Die Zeit ist rar. Ich liebe die Momente am Instrument. Üben ist für mich Meditation.
- Komponieren. Hier ergeht es mir hier wie beim Üben. Es euphorisiert mich ungemein, an Ideen und Stücken zu arbeiten, Neues entstehen zu lassen.
- Konzerte. Ich liebe es, wenn ich mich vor meinem Publikum musikalisch öffne und ein gemeinsamer Raum entsteht.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
MV: Ich höre alles und nichts. Mir gefällt ziemlich viel. Noch mehr gefällt mir nicht.
Stilistisch galt meine Neigung als Kind und Jugendlicher zunächst dem Rock; über mein Instrument und die damit verbundene Ausbildung habe ich dann die klassische Musik kennen und lieben gelernt. Ich erinnere mich, wie ich als 13-jähriger über Schallplatten meines Vaters zu Tränen gerührt Bach gehört habe, der damals neu für mich war. Erst in den Zwanzigern habe ich langsam Zugang zu Jazz und Weltmusik bekommen, die mir immer wieder in vielen Teilen sehr gefällt.
Ich höre sehr viel die Musik von befreundeten Musikern. Ich bewege mich hier in einem großartigen Pool, der mich sehr inspiriert und hilft.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
MV: Ich höre eher CD - nicht weil ich es lieber mag, sondern aus alter Gewohnheit. Durch mein intensives Familienleben habe ich nicht immer Zeit, neue Dinge auszuprobieren. Und so wichtig ist mir die Schallplatte dann doch nicht …

KK: Was lesen Sie momentan?
MV: „Jenseits von Materie“ von Oliver S. Lazar

KK: Was ärgert Sie maßlos?
MV: Die eventuelle Wiedereinführung einer Wehrpflicht und insbesondere die Politiker, die sich dafür einsetzen. Ich bin Vater von vier Kindern, denen ich diese gegebenenfalls anstehende und komplett fremdbestimmte Pflicht nicht zumuten und sie davor schützen möchte.

KK: Was freut Sie ungemein?
MV: Ich freue mich sehr über meine nächststehende Familie, meine Frau und meine Kinder. Über meinen musikalischen Weg und der Möglichkeit dazu bin ich unglaublich dankbar.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst genäht oder getischlert?
MV: Auch wenn ich Kleidung regelmäßig flicke, habe ich noch nie ein Kleidungsstück genäht. Anders ist es bei den Möbeln. Ich habe z. B. unseren Küchentisch mit Höckern und die Betten meiner Kinder gebaut.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
MV: Ulrich Mühe in „Das Leben der Anderen“.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
MV: Eine KI gesteuerte Schnittsoftware, die Editing Prozesse im Tonstudio anbietet. Das würde mir viel Zeit und Geld ersparen. Wird es eh bestimmt bald geben :)

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
MV: Darauf muss ich ambivalent antworten. In meinem Wesen als Künstler, mit dem, was ich bin und über die Kunst nach außen trage, bin ich für mich. „Einzelkämpfer“ würde ich diesbezüglich nicht als Begriff benutzen; aber da bin ich alleine und finde und suche mich selbst.
In der Umsetzung bin ich gerne eine Teamplayer. Alle meine Mitmusiker, die ich als meine Freunde sehe, bereichern und erweitern mein und unser Tun durch Ihre Persönlichkeit und Stimme. Ich bin davon nicht abhängig, merke aber, dass ich mit dem Du und Wir mehr mitteilen kann als im Einzelkampf. Es kann dann etwas Neues und Größeres entstehen.
Es gibt Stücke, die ich ohne die Inspiration meiner Mitmusiker nicht hätte schreiben können.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
MV: Ich brauche grundlegend intensive Erlebnisse – ausdrücklich auch schmerzhafte. Sobald ich diese Erfahrungen für mich integriert habe, kommen in kontemplativen Momenten kreative Geschenke aus dem Nährboden des Erlebten zu mir.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
MV: Thanatos TV, Welt im Wandel und viele andere …

KK; Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
MV: Bezüglich einer staatlichen Förderung würde ich die freie- und Kleinkunst gegenüber der etablierten Großkultur (Orchester etc) aufwerten und hier das Verhältnis verändern. Wobei es sicher alle aktuell nicht leicht haben … Ich sehe hier aber ein Ungleichgewicht.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
MV: „Selbst?“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
MV: Ich weiß es nicht … Wir erleben große Herausforderungen. Gerade sehe ich in meinem Freundeskreis, wie eine verloren geglaubte und aufgegebene Familie sich neu findet. Ich möchte niemals nie sagen. Möge das Gute sich durchsetzen.
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Samstag 08.11.2025
244. Stefanie Boltz - Geburtstagsgäste
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Foto: Michael Steiner
Stefanie Boltz gehört eine der wandelbarsten und nachhaltigsten Stimmen des deutschen Jazz. Geboren 1973 in Schwabing steht sie nunmehr seit über drei Jahrzehnten auf der Bühne und interpretiert neben Jazznummern verschiedenster Stilistik, auch Blues und Folk, Pophits und Klassik. Zudem führt sie eine Konzertagentur und kuratiert Festvals, wie zuletzt den „Alpenrausch“ am Gasteig HP8 in München.
Mittlerweile sind von Stefanie Boltz ein Dutzend Alben erschienen. Das letzte „Female“ ist eineHommage an jene Frauen, die mit ihrer Stimme und ihrer Persönlichkeit Klassik, Jazz, Blues und Pop geprägt haben. Die Schwabingerin interpretiert Songs von Ma Raney und Bessie Smith, von Abbey Lincoln und Nina Simone, von Kate Bush, Alma Mahler und auch von Hildegard von Bingen. Ein illustres Repertoire. Anspruchsvoll wie engagiert.
Am Freitag, 14. November präsentiert Stefanie Boltz ihr Programm „Female“ in der Reihe Musik im Rathaus in Gilching. Beginn des Konzertes: 19.30 Uhr.

Was hat dich zum neuen Album „Female“ inspiriert?
Das Thema klopft bei mir seit geraumer Zeit an. Für mich ist Frausein in der schöpferischen Arbeit prägend. Und daher naheliegend, mich als weibliche Künstlerin mit tollen Kolleginnen und prägenden Vorreiterinnen auseinanderzusetzen, denen wir heute Vieles verdanken. Deren Lebensentwürfe und künstlerischen Prozesse, ihre Kompositionen wie ihre Bühnengeschichte sind Blaupausen, die man sich immer noch und immer wieder anschauen sollte. So entstand über Jahre eine Stoffsammlung im Kopf, in physischen Schubladen oder auf Playlisten. Mit manchem Wandel im vergangenen Jahr sowie einem runden Geburtstag, tat sich plötzlich der Raum auf, all die tollen Frauen ‚einzuladen‘, mit mir auf eine forschende, gemeinsame Reise zu gehen.

War der runde Geburtstag, den du erwähnst, der entscheidender Anstoß?
Es war nicht der Anstoß, aber mir wurde immer mehr gewahr wie hier zwei „Feiern“ parallel verlaufen, sich überschneiden, und die Schnittmenge war u.a. „Frausein“. Daher auch der Titel.

Was macht für dich Frausein aus, was ist female? Kreieren Frauen anders?
Zur Frau machen mich Attribute wie: Sinnlichkeit, Anmut, Einfühlungsvermögen, Innerlichkeit, Intuition, Stärke in vermeintlicher Schwäche. (Ich muss hoffentlich nicht dazu sagen, dass Männer über diese Qualitäten ebenso verfügen (können). Attribute wie diese, die ein Frauenleben und den (weiblichen) Schaffensprozess prägen, spielen auf dem Album eine große Rolle. Es klingen Themen an wie: Liebe und Freiheit – verbunden mit Emanzipation und Ungebundenheit; Bitterkeit - mit oder ohne Resignation; Trotz und Wut als Kräfte; Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit; Minderwertigkeitsgefühle, Ausgrenzung und Einsamkeit Armut und Luxus; Weibliche Sexualität und Eskapismus Frauen kreieren so unterschiedlich, wie die Menschen es generell tun. Für mich ist Frausein als Künstlerin jedoch sehr prägend. Jenseits von Kategorien: Es macht einen Unterschied. Muss es ja. Das Weibliche hat die Anbindung an etwas, das so groß ist, dass daraus Leben entsteht.

Wie kam die die Auswahl dieser Frauen zustande?
Meine Auswahl ist nur ein Ausschnitt von 1000 Möglichkeiten. „Female“ ist eine ganz intuitive Zusammenstellung, zunächst völlig ohne Konzept - mit der Hoffnung und dem Vertrauen, dass es am Ende einen schlüssigen roten Faden geben wird. Ich habe mich von dem Thema der Frauenfiguren in der Musik leiten lassen. Zunächst waren es viel zu viele, um sie je zusammenführen zu können. Alles, was ich kannte, was ich neu kennenlernte und was mich ansprach, kam auf eine longlist. Dramaturgische Gesichtspunkte wie die Unterschiedlichkeit der Musik, der Epochen, der Sprachen, spielten dann mit der Umsetzbarkeit eine Rolle für die engere Auswahl. Durch das Reiben am musikalischen Material fielen wieder manche weg - manchmal lieben einen die Stücke eben nicht zurück, dann muss man es auch lassen. Ein paar Kompositionen haben mich und Christian Wegscheider, der für die komplexeren kammermusikalischen Arrangements zuständig war, richtig in die Zange genommen.
Am Ende hatte ich eine Sammlung von 12 Frauen und mir. Von Bingen bis Bush, eingeladen von der Boltz.

Was ist dein Lieblingsstück auf dem Album und warum?
Der besondere Reiz von „Female“ liegt für mich in der Herausforderung, Kompositionen aus so unterschiedlichen Epochen und Frauen mit so verschiedenen Hintergründen sorgsam zusammenzuführen und künstlerisch musikalisch einen roten Faden zu spinnen. Da stehen ein klassisches Kunstlied neben einem Jazz tune oder ein paar Zeilen aus einem Bingen-Choral neben einer Blues-Hymne. Deutsch neben Englisch, A Cappella neben Instrumental. Alles gehört zusammen, zu jedem Stück habe ich einen innere musikalische, eigene Beziehung.
Dennoch berühren manche einen nochmal mehr, manches empfindet man als besonders gelungen. Hier würde ich spontan das Lied „Dämm’rung senkte sich von oben“ von Fanny Hensel mit dem tollen Goethe-Text nennen, dem wir uns recht werkstreu und doch improvisatorisch genähert haben, Christian ist am D-Flügel so ausdrucksstark und tiefgründig. Oder die Stücke aus der Recording Session mit meinem lieben Freund und Kollegen, dem Gitarrist und Sänger Jörg Seidel, wie „Throw it away“ oder „Nobody knows you when you’re down and out“.
Und natürlich meine eigenen Kompositionen (gemeinsam mit Christian Wegscheider) wie „Blues for Ma“ und auch „The First of a Million Tears”, die das Album abrundet.

Fanny Hensel, die Schwester von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ist ja ein gutes Beispiel dafür, wie Frauen früher eine Karriere verbaut wurde. Was sich über die mitunter tragischen Lebenswege einiger deiner Auserwählten noch bis in die heutige Jazzszene hineinzieht. Ist „Female“ ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung und zum Empowerment?
Immer wenn wir der Welt öffentlich Geschichten erzählen, wird es etwas bewirken. Ich verstehe „Female“ zwar nicht als feministisches Projekt. Ich freue mich aber über jede Hintertür, die jenseits von Zeigefingern und Dogma aufgeht. Ich möchte mit einer freundlichen, maximal inklusiven Haltung Lebensgeschichten von schöpferischen Frauen erzählen, bewegen, ermutigen.

Wie war denn eure „Geburtstagsparty“ in dieser ungleichen Runde? Habt ihr euch gut verstanden?
Lustigerweise habe ich meinen runden Geburtstag ähnlich gefeiert. Auf einer Hütte in einem Kreis von etwa gleichvielen Frauen, die sich teilweise kannten, teilweise nicht. Gastgeberin zu sein, ist zum Glück eines meiner Talente. Ich habe große Freude daran. Daher habe ich auch die musikalische „Female“-Party sorgsam vorbereitet und bin allen einladend und mit einfühlsamen Respekt begegnet. Einige Frauen haben mich auf meinem Werdegang schon länger begleitet, und es war klar, dass sie im Reigen dieses ‚Get togethers‘ nicht fehlen dürfen wie Nina Simone, Irene Kitchings, Joni Mitchell z.B.. Teils haben wir uns erst im Laufe der Arbeit an diesem Programm gefunden, so Nadia Boulanger, Ma Rainey oder Abbey Lincoln. Wie auf einer guten Party eben: Man trifft lose Bekannte sowie Vertraue, lernt dadurch wiederum neue kennen, und es gehen neue Türen auf.
Interessanterweise habe ich gespürt, dass ich mich bei aller Bewunderung dann mit manchen nicht so gut verstehe und bin eher auf Distanz geblieben. Zu manchen wiederum gab es schnell eine gewisse Nähe. Manchen Figuren wollte ich wiederum lieber nicht so nahe kommen, weil deren Tragik schwer auszuhalten ist und an eigene schwere Momente und Phase erinnert.
Mit diesem Programm wurden manche Bezüge und Beziehungen erst hergestellt. Ich durchlaufe ja stellvertretend für mein Publikum Prozesse, an denen ich es dann auf dem Album und vor allem live teilhaben lassen will. Ich denke, dass sich dieses beziehungsvolle Miteinander mit jedem einzelnen Konzert noch verändern und entwickeln wird. Ich freue mich drauf.
(Das Interview wurde freundlicherweise von Stefanie Boltz zur Verfügung gestellt)
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Dienstag 21.10.2025
243. Joe Hertenstein - Mehr Jazz im Stadtbild!
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Joe Hertenstein ist Schlagzeuger. Schon als Kind trommelte er, interessierte sich anfangs aber mehr für Rock und Klassik. Nachdem er den Jazz für sich entdeckte, studierte er Musik in München, Rotterdam, Berlin und Köln. 2007 ging er mit einem DAAD-Stipendium nach New York, studierte dort weiter und lernte das Who's Who der Szene kennen und spielte mit Butch Morris, Karl Berger, Tim Hagans, Matthew Shipp, Daniel Carter u.v.m.. In einem Interview sagte der Schlagzeuger, der übrigens auch unter dem Pseudonym Joe Stone als Countrysänger auftritt, „Jazz ist die gelebte Utopie der Mitmenschlichkeit, die Musik das Ergebnis von Synergie.“. Joe Hertenstein rief am Hudson River etliche eigene Projekte ins Leben, bis er 2020 wieder nach Deutschland, nach Berlin zog.
Neben einer großen Anzahl an Bandkonstellationen und Aktivitäten existiert seit einiger Zeit ein außergewöhnliches Quartett von Hertenstein mit dem Posaunisten Ray Anderson, dem Saxophonisten und Klarinettisten Michael Moore und dem sturmerprobten Bassisten Michael Formanek. Eine Band der Superlative, die dieser Tage bei dem Warschauer Label Fundacja Sluchaj! Records das Album „The 7th Dinner – Live“ veröffentlichte. Fünf Titel des Albums stammen von Joe Hertenstein, eine Nummer aus der Feder von Michael Moore. Ein breites Spektrum an aufwühlenden Themen, die hier bearbeitet werden. Trotz aller Energie und Freiheiten outen sich alle vier Instrumentalisten als herausfordernde Feingeister. Man könnte die Musik auch als eine Art suggestives Underground Abenteuer einordnen. Es herrscht eine erfrischende Unvorhersehbarkeit, egal ob das Quartett wie der Teufel groovt („Alles Jutta for Jutta Hipp“), eine Ballade zu ehren Paul Motians präsentiert „Ballad For Paul & Poo“, oder die einzelnen Mitglieder mit vollem Risiko ihre Emotionen ins Spiel bringen. Es ist stets eine kontrollierte Freiheit, die diese Aufnahmen bestimmen, ein gemeinschaftlicher, gruppendynamischer Prozess, dem die Hingabe und die Begeisterung der Musiker für ihr Tun anzuhören ist und die sich in ganzer Intensität auf den Hörer überträgt. So kann man im Grunde nur hoffen, dass diese Band bald wieder auf Tour ist und vielleicht ja ganz in der Nähe spielt …...

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Joe Hertenstein: Als Erstgeborener meiner Eltern war mein Vater immer eifersüchtig auf mich und hat mich meine Kindheit durch sozusagen abgelehnt.
Entsprechend verunsichert war ich das "awkward kid" meiner Schulzeit (manche sagen heute noch). Kompensation gab mir das Musizieren, so habe ich mich schon früh komplett da reingeschmissen und quasi ein Doppelleben geführt: Joerg/Joe. Der Umlaut meines Vornamens war mir immer verhasst und vertrug sich nie mit meiner Liebe zu New York City.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
JH: Sie! Danach dich.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
JH: Unmusikalischen Entscheidungsträgern.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
JH: Musiker im hohen Alter noch so aktiv zu sehen wie Berlins Synthesizer-Oma Rosi Förster, Gunter Hampel oder Alexander von Schlippenbach, mit denen ich ab und zu spielen darf, z.B. mit Hampel am 1.11. im Berliner Kühlspot. Oder morgens um Vier in NY mit dem Fackelträger Marshall Allen (heute 101) gefeiert zu haben. Letzten November sah ich Bob Dylan mit Jim Keltner in Berlin - schwer beeindruckend, schon alleine wegen des Reisens dieser Tourneen, Willie Nelson (91), Joni Mitchell treten noch auf. Oder eben Ray Anderson, mit dem ich letzten Oktober zwei Wochen lang durch fünf Länder tourte - lebensbejahend, entwaffnend.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
JH: Wenn die Snare gut klingt.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
JH: Es gibt nur zwei Arten Musik.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
JH: Alle drei. Zur aktuellen CD "The 7th Dinner LIVE" werden weitere Aufnahmen der Tournee Ende des Jahres auf Vinyl erscheinen.

KK: Was lesen Sie momentan?
JH: Immer wieder lese ich in „Problems of Art“ von Susanne Langer. Als großer Fan der Band „The Band“ ganz aktuell „Richard Manuel: His Life and Music“ von Stephen T. Lewis. Außerdem schmökere ich in „Inside The Music: The Life Of Idris Muhammad“ von Britt Alexander -
einen Besuch New Orleans' kann ich nur jedem empfehlen - sowie jüngst in „Mark Rothko, The Artist's Reality“, unbedingt das Rothko Chapel in Houston besuchen!

KK: Was ärgert Sie maßlos?
JH: Rassismus, Xenophobie und Ignoranz lauter Menschen. Ideologie. Snobismus. Nach-unten-Treter. Milliardäre. Die Gewaltigkeit der Propaganda. Afd-Wähler! Schlimm beeindruckt mich das deutschtypische Beschwichtigen und wie offen man den sogenannten Leitmedien mittlerweile die Agenda abliest. Wer rechts wählt, stinkt! Ansonsten bin ich recht ausgeglichen.

KK: Was freut Sie ungemein?
JH: Wenn's swingt.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst genäht oder getischlert?
JH: Kleidung habe ich schon mal alteriert, sah vorher besser aus.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
JH: Roberto Benigni in der Tragikomödie "Das Leben ist schön" von 1997. Unglaublich, dieses Thema so anzugehen!

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
JH: So einen Knopf, den man zweimal drückt, nach links dreht und die Rückenschmerzen sind weg.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer oder Teamplayer?
JH: Viele Aspekte meines Alltags muss ich (leider) alleine bewältigen, andere funktionieren zum Glück nur im Team.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
JH: Ich hoffe, vor Publikum.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
JH: Täglich immobilienscout24 auf der Suche nach einer größeren Wohnung in Berlin.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
JH: Die Zwänge des Jobs würden mich wahrscheinlich den Tag nicht überleben lassen.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
JH: „...stein, not ...steen!“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
JH: KI ist nicht intelligent, sie ist logisch, Künstliche Logik sollte man es nennen, also KL, das wäre viel weniger reißerisch und weniger beklemmend, und diese als Werkzeug wahrnehmen, die leider auch zur Überwachung missbraucht werden wird - sehr beklemmend. Dafür kann ich Ihnen bald schon meine CD per Drohne liefern lassen. Zum Beispiel mein Album „FUTURE DRONE“ von 2011.
Faire Kompensation von unabhängigen Künstlern wird wohl eine Utopie bleiben? „Geiz ist geil!“ hat in Dütschland soviel kaputt gemacht. Ich wünsche mir die Abkehr der Gesellschaft von Schleuderpreis-Streamingdiensten: SPOTIFY hat jüngst in Militär-Start-Ups investiert und jetzt laufen dort Rekrutierungswerbespots der US-ICE-Behörde - zum Himmel schreiend! Mit 10,- pro Monat finanzieren ignorante Hörer diese Entmenschlichungsplattform für das bisschen verseuchte Bequemlichkeit. Es gibt leider noch viel zu viele Titel mit meiner Mitwirkung dort zu streamen. Wenn Sie dies lesen, bitte kaufen Sie meine Musik als CD/LP und/oder Download, am besten via meiner Seite bei Bandcamp.com, die natürlich auch über meine Webseite verlinkt ist: joehertenstein.com
Und sollten Sie sich Musik wirklich nicht leisten wollen, schicke ich Ihnen gerne einen gratis Downloadcode, wenn Sie dafür Ihre SPOTIFY-App löschen - ich freue mich auf Ihre Nachricht.
In Irland z.B. gibt es ein Grundeinkommen für Künstler: Das BIA (Basic Income for the Arts) war ein testweise laufendes Projekt, das während der Coronakrise erdacht und im August 2022 umgesetzt wurde: 2000 irische Künstler:innen erhielten wöchentlich €325 (rd. €1.300 mtl.) von 2022 bis 2025. Das Pilotprojekt „Grundeinkommen für die Künste“ erwirtschaftete dann über 100 Millionen Euro - eine systemrelevante Wirtschaftsleistung, na sowas?! - und wurde jüngst verlängert, wie intelligent! Es soll Leute geben, die sich über so eine Idee lustig machen, während sie gratis Musik streamen: Hallo Umverteilung. Immerhin hat Deutschland die KSK, aber wäre das Grundeinkommen für Künstler nicht auch etwas für das Land der Dichter und Denker? Die Franzosen z.B. haben die Intermittents.?
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Sonntag 05.10.2025
242. Marion & Sobo Band: Ich bin ein Teamplayer
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Marion & Sobo Band, eine deutsch-französisch-polnische Band, bewegt sich musikalisch zwischen Gypsy-Jazz, Rumba, Balkan- und Chansonklängen. Im Zentrum der Bonner Quintett-Formation steht die mehrsprachige franko-amerikanische Sängerin Marion Lenfant-Preus und der polnische Gitarrist Alexander Sobocinski, genannt Sobo. „Absolut unwiderstehlich“, schreibt das Folker Magazine über die Auftritte der Band und die Frankfurter Allgemeine Zeitung meint: „Den Sound von Django Reinhardt ins 21. Jahrhundert zu holen, das gelingt Marion & Sobo Band auf deren drittem Album „Gomera“ nebenbei.“
Das besondere neben der stilistischen und folkloristischen Vielseitigkeit der Musiker ist ihre Kunst, historisches zeitgemäß klingen zu lassen und in eigenen Stücke die Tradition wach zu halten. Sie sind häufiger Gast bei Folk-, Welt- und Jazzfestivals, ihre Alben haben Kultstatus. Die Zeitschrift Jazzthetik beschreibt Marion & Sobo Band: „ … Musik, die im knapp hundert Jahre alten Jazz Manouche wurzelt, ihn aber mit neuen Einflüssen verändert und auffrischt.“
Marion & Sobo Band werden am 10. Oktober die diesjährige Gilchinger Kulturwoche im Rathaussaal der Stadt eröffnen. Beginn des Konzertes: 19.30 Uhr.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Marion Lenfant-Preus: Durch sehr unterschiedliche Musik, die ich als Kind und Jugendliche gehört und gemocht habe – Klassik, Jazz, Bossa, Soul, Pop, Swing, Balkan. Musik von Bach, Ella Fitzgerald, Antonio Carlos Jobim, Lauryn Hill, Charles Trenet, Django Reinhardt & Stéphane Grappelli, Aretha Franklin, Sting, Maria Rita, Sansévérino, Soundtracks aus Filmen von Emir Kusturica …. .

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
ML-P: Ich möchte Menschen mit Emotionen erreichen. Freude schenken! Etwas zum nachdenken präsentieren. Dabei Leichtigkeit vermitteln die nicht oberflächlich ist. Authentisches spielen. Unsere Konzerte sollen ein Ort der Begegnung sein. Ein Ort der Sinne. Menschen ein Erlebnis vermitteln, dass diese nach unseren Auftritten mit einem Lächeln wieder nach Hause gehen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
ML-P: Mit Zeitdruck. Die Welt dreht sich immer schneller. Die Konzerte planen wir zum größten Teil selbst, wir spielen sie, wir komponieren, wir sind online sehr aktiv, um Neues zu spielen und ein breites Publikum zu erreichen. Online und Offline aktiv zu sein braucht eine innere Balance – und der Tag hat nun einmal nicht mehr als 24 Stunden. Gleichzeitig ist Zeitdruck auch motivierend. Notwendige Reibungen entstehen. Ich brauche zum Beispiel eine Deadline um Songs und Alben fertig zu stellen. Man lernt, wie in der Schule, erst dann intensiv, wenn die Prüfungen vor der Tür stehen ….. .

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
ML-P: Ich beantworte hier alle Fragen selbst, weil Sobo gerade auf Reisen ist. Er hätte vielleicht hier und da andere Antworten gewählt und andere Geschichten erzählt. Ich war jedenfalls vor einem Monat tief berührt, als eine Frau nach dem Konzert mir persönlich sagte, dass mein acapella gesungenes Intro zu dem Balkan Stück „Ederlezi“ sie zu Tränen berührt hat – obwohl der ganze Abend ansonsten leicht und beschwingt war. Da waren plötzlich andere Töne, war eine andere Stimmung. Ich habe gemerkt, dass die Musik am Anfang ihr erlaubte, etwas anderes zu fühlen was tiefer ging.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
ML-P: Der Kontakt zum Publikum, zu den Veranstaltern, zu den Mitmusikern, zum Kellner-Team vor Ort - durch die Musik ganz allgemein. Es sind viele engagierte Leute an unserer Arbeit beteiligt, und mit ihnen ist es wunderbar derartige Abende zu gestalten.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
ML-P: Ich höre sehr vieles Unterschiedliches - und oft auch was ganz andere Musik, als ich auf der Bühne singe. Zum Beispiel die Newcomer-Pop-Soul-Sängerin Olivia Dean, oder die bekannte Funkband Vulfpeck.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
ML-P: Im Auto CD. Ich streame ansonsten Musik, da es immer weniger Alternativen gibt. Für Künstler ist dies finanziell natürlich problematisch. Deshalb kaufe ich ab und zu CDs bei Live-Konzerten, möchte die Musik eben auch physisch in der Hand haben und zudem möchte ich, dass der Musiker so fair bezahlt wird.

KK: Was lesen Sie momentan?
ML-P: Diese Fragen…! ;) Sonst die Zeitungen und momentan einen Liebesroman auf Englisch – meiner zweiten Muttersprache. Meine Familie kommt zur einen Hälfte aus Frankreich, die andere Hälfte stammt aus den USA. Ich habe beide Staatsangehörigkeiten und bin bilingual in Frankreich aufgewachsen.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
ML-P: Trump und alle Diktatoren und Faschisten dieser Welt, und dass wir ihnen scheinbar immer mehr Macht geben und sie machen lassen, ohne sie zu stoppen, ohne sie zu unterbrechen, ihnen das Mikro und die Macht wegzunehmen. Es ist zum Kotzen, dass wir nichts aus den Weltkriegen gelernt haben. Und dabei ist die Mehrheit der Gesellschaft für Frieden, mehr Gemeinschaftsgefühle, gegen Rassismus - würde ich behaupten. Wir schauen zu, wie die Welt durch solche Menschen hässlich wird...

KK: Was freut Sie ungemein?
ML-P: Heute war ich im Siebengebirge wandern! Herrlich. Die Sonne und die Farben ändern sich zu Gold, rote Töne, braune Paletten, ganz unterschiedlich, wie kleine Gemälde.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst genäht oder getischlert?
ML-P: Nein und ich bewundere tatsächlich Menschen, die solches mit ihren Händen einfach so kreieren können!

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
ML-P: Roberto Begnini in „Das Leben ist Schön“ (La vita è bella) von 1997.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
ML-P: Mir fällt nichts ein was direkt mit Musik zu tun hat. Aber ich fände es langsam an der Zeit, dass irgendjemand eine endgültige Therapie für alle Krebserkrankungen findet. Zwei sehr sehr enge Familienmitglieder von mir sind letztes Jahr plötzlich an Krebs zu früh gestorben und ich verstehe nicht, warum wir das immer noch nicht im Griff haben, mit allen Technologien, die wir sonst erfinden. Krebs zu heilen wäre für mich die Priorität, und nicht, dass wir ein paar Milliardäre ins All schicken …. .

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
ML-P: Ich bin ein Teamplayer. Ich bin ein Zwillingskind, also glaube ich seit meiner Geburt an die Stärke eines Teams! Man kann von seinen Mitmenschen nur lernen, und selber wachsen. Ich glaube außerdem, dass Erfolg Teamsache ist. Niemand wird allein erfolgreich.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
ML-P: Ich bekomme oft Ideen für Texte und Melodien im Zug, im Bus, im Auto, beim Wandern, eben wenn ich in Bewegung bin! Und öfters auch, nachdem ich Konzerte von anderen Bands gehört habe.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
ML-P: Ich bin oft auf Webseiten mit Synonymen. Wenn ich Songtexte schreibe und andere Ideen brauche und nach Wörtern suche gehe ich auf solche Portale.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
ML-P: Ein größeres Budget für alle die in der Kulturbranche arbeiten. Es sagt viel über die Szene, in der ich arbeite, dass viele Konzerte u.a im Jazz und globaler Musik von Ehrenamtlichen organisiert werden. Viele Jazzclubs und Kleinkunstbühnen würden nicht existieren und würden nicht veranstalten können, wenn Ehrenamtliche sich nicht engagieren würden, obwohl sie tagsüber auch schon in einem anderen Job gearbeitet haben. Die Kultur braucht mehr finanzielle Mittel, denn Kultur ist essenzieller für jede Gesellschaft als irgendwelche Luxusartikel.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
ML-P: Not perfect, but human.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
ML-P: Ich versuche meinen Optimismus und meine Naivität zu schützen, und hoffe, dass es in der Welt friedlicher wird und Menschen viel mehr im Konzertsaal, im Theater, im Museum - überhaupt mehr Kunst genießen. Außerdem freue ich mich für meine Band, die sonst vor allem im deutschsprachigen Raum spielt, dass sie zum ersten Mal zu einem Konzert in Griechenland im Sommer 2026 eingeladen ist. Ich versuche auch, dass wir nächstes Jahr in Dänemark spielen können. Hoffentlich klappt das!
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Fotos: Verena Sala, Claude Dussez
Mittwoch 24.09.2025
241. Lea Gasser: Musik öffnet Räume
Vor Jahren schrieb ein Jazz-Autor unter der Überschrift „Der multikulturelle Wechselbalg“, dass das Akkordeon endlich im Jazz angekommen sei. Ein immerhin transportables Ein-Mann-Orchester von annehmbarer Komplexität, was seine Handhabung betrifft. Argentinien, Italien, Frankreich, der Balkan – alles Zentren dieses Instruments. Und die Schweiz sollte an dieser Stelle nicht zu vergessen werden. Von hier stammt der avantgardistische Virtuose Hans Hassler, die klassisch ausgerichtete Ina Callejas und natürlich Lea Gasser, die stilübergreifend zwischen Jazz, zeitgenössischer Musik und kammermusikalischen Klangwelten changiert. 2020 gründete sie das Lea Gasser 5tet, mit dem sie das Album „L'Heure Bleue“ einspielte. Vor einem Jahr erhielt die den renommierten ZKB Jazzpreis.
Ihr neuster Streich „Circles“, ein Album mit zehn neuen Kompositionen, die allesamt während einer Kompositionsresidenz in Island entstanden sind. Hier hat sich Lea Grasser „ … von der rauen Natur, der Weite des Nordens und den Geschichten über Elfen, Trolle und Zwischenwelten inspirieren ...“ lassen. Erscheinen wird „Circles“ bei Neuklang Records am 31. Oktober 2025.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Lea Gasser: Ich bin in meinem Leben oft auf tolle Menschen gestoßen, welche mich und mein Wesen gesehen und unterstützt haben. Angefangen bei meinen Eltern, meiner Schwester und meinen Freund*innen, welche mich auf meinem musikalischen Weg sehr unterstützend begleitet haben und dies immer noch tun. Auch von den meisten meiner Lehrpersonen wurde ich toll gefördert. Ich durfte und darf in verschiedenen Projekten mit spannenden Menschen Musik machen, welche mir immer mit viel Vertrauen begegnen und mich inspirieren.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
LG: Für mich hat Musik die besondere Fähigkeit, einen Raum zu eröffnen, in dem wir träumen können – fernab vom Alltag – und uns tief berühren lassen. Dieses Erlebnis gemeinsam mit anderen zu erfahren und zu teilen, empfinde ich als etwas sehr Wertvolles.
Wenn ich während eines Konzerts spüre, wie zwischen uns auf der Bühne und dem Publikum eine echte Verbindung entsteht, eine Art Wechselwirkung, dann ist für mich bereits sehr viel erreicht. Besonders schön finde ich es auch, wenn ich nach einem Konzert Rückmeldungen erhalte und wir im Gespräch Eindrücke und Empfindungen teilen können. Solche Momente sind für mich ein wunderbarer Teil meiner Arbeit.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
LG: Oft arbeite ich parallel an mehreren Projekten und es ist eine Herausforderung, all die unterschiedlichen Aufgaben im Blick zu behalten: komponieren, üben, administrative Arbeiten erledigen, Dossiers verfassen, Konzerte organisieren oder eine neue CD promoten. Musikerin zu sein bedeutet, viele Rollen gleichzeitig auszufüllen – und dafür ist eine gute Organisation unabdingbar.
Am meisten zu schaffen macht mir jedoch nicht die Vielfalt der Aufgaben, sondern die Phasen, in denen Müdigkeit und selbstkritische Zweifel auftauchen. Diese inneren Hürden können das Arbeiten manchmal besonders anstrengend machen.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
LG: Wenn Menschen von meiner Musik berührt und dadurch inspiriert werden. Wenn ich in Konzerten voll dabei bin und jeden Moment genießen kann. Wenn ich mit meinen Mitmusiker*innen tolle Momente auf der Bühne erlebe. Wenn ich durch die Musik und das Reisen neue Menschen, Orte und Kulturen kennenlernen darf.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
LG: Ja, aber wenn ich selber oft Konzert spiele, kann ich nicht zu viel Musik hören, da meine Ohren schnell ermüden. Ich höre gerne Jazz, gerne auch aktuelle CDs aus meiner Region, weil es mich immer sehr interessiert, was die Menschen um mich kreieren. Es kann aber auch anderes sein: Singer Songwriting, Folk, Neoklassik, ...

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
LG: Eher CD. Wobei ich diese auf meinen Computer rüberspiele und die Musik dann auf meinem iPod Classic landet, mit welchem ich unterwegs sehr gerne Musik höre.

KK: Was lesen Sie momentan?
LG: „Revolution der Verbundenheit“ von Franziska Schutzbach und „Meine Familie, die AfD und Ich“ von Leonie Plaar. Zwei tolle Schriftstellerinnen, die gesellschaftspolitische Themen ausleuchten.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
LG: Die Ungerechtigkeit in dieser Welt und dass machtgierige Menschen obendrin sitzen und so viel kapput machen.

KK: Was freut Sie ungemein?
LG: Wenn sich Menschen zuhören, über den eigenen Tellerrand hinausdenken, sich gegenseitig unterstüzen und an sich selber arbeiten. Ich bin zudem sehr dankbar, dass ich wunderbare Menschen um mich habe und ich in meinem Leben bereits so viele Tolles erleben durfte.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst genäht oder getischlert?
LG: Genäht habe ich, ja. Leider aber noch nie ein Möbelstück getischlert.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
LG: Ouu...ich muss zugeben, dass ich nicht oft Filme schaue. Früher war ich natürlich von Audrey Tatou in „Die fabelhafte Welt der Amélie Poulain“ total begeistert.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
LG: Ich fände es schön, wenn wir Menschen besser mit dem bereits existierenden Material auf dieser Welt umgehen könnten. Ich glaube nicht, dass wir mehr brauchen.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
LG: Hm. Ich bin gerne alleine unterwegs und es macht mir nichts aus, Dinge alleine zu organisieren. Ich bin dann aber auch immer sehr gerne von einem guten Team umgeben, welches mich unterstützen kann. Und wenn ich die Gelegenheit habe, in einem Kollektiv mitzuwirken, finde ich dies immer sehr inspirierend.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
LG: Wenn ich draußen in der Natur bin und laufe und/oder ganz bei mir, in Ruhe.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
LG: Ich lese nie viel auf Websites. Die Zeitung WOZ lese ich, und das Magazin Reportagen. Ich lese gerne längere und ausführliche Artikel, auf Papier.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
LG: Uh, zum Glück bin ich das nicht. Ich denke, dafür wären andere geeigneter. Aber wichtig wäre es sicherlich, Musik und Kultur bereits in der Schule einen hohen Stellenwert zu geben. Gut fände ich auch, dass es mehr finanzielle Mittel für freischaffende Musiker*innen gibt, v.a. im Bereich Jazz, aktuelle und experimentelle Musik.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
LG: Das ist eine große und tiefgehende Frage. Für mich persönlich wünsche ich mir, mich selbst immer besser zu verstehen, meinen eigenen Weg zu gehen und mich als Mensch stetig weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Teil davon ist natürlich auch meine Musik, mit der ich mich kontinuierlich entfalten und wachsen möchte.
Wenn ich jedoch an die Zukunft der Welt denke, bin ich im Moment eher pessimistisch. Ich befürchte, dass in den kommenden Jahren viele Menschen stärker unter schwierigen Lebensbedingungen leiden werden und dass der Klimawandel zahlreiche Orte immer weniger lebenswert machen wird.
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