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1. Franz Marc Museum: Neuzugang in der Sammlung: Franz Marc, Verschneiter Wald...
2. München Literaturhaus: TOVE JANSSON: »DIE WELT DER MUMINS«
3. Murnau: Erna und Carl Rabus - Die Fotografin und der Maler
4. Pasinger Fabrik: ICH BIN SCHÖN
5. Städel Museum: BECKMANN
6. Buchheim Museum: RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN
Montag 22.12.2025
Franz Marc Museum: Neuzugang in der Sammlung: Franz Marc, Verschneiter Wald (1909)
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Neuzugang in der Sammlung: Franz Marc, Verschneiter Wald (1909)

Mit Verschneiter Wald (1909) erweitert das Franz Marc Museum in Kochel am See seine Sammlung um ein Schlüsselwerk aus Marcs früher Schaffensphase. Das Gemälde war bereits in der ersten Ausstellung des Künstlers in der Münchner Kunsthandlung Brakl zu sehen und lässt
in seiner verdichteten, existenziell aufgeladenen Naturauffassung und der expressiven Farbigkeit Marcs Bewunderung für Edvard Munch deutlich werden.
Franz Marc (1880–1916) zählt zu den prägenden Figuren des deutschen Expressionismus. Seine außergewöhnliche künstlerische Begabung und sein früher Tod im Ersten Weltkrieg haben maßgeblich zu seiner Mythisierung beigetragen. Als Marc 1916 im Alter von nur 36 Jahren bei Verdun fällt, ist seine herausragende Bedeutung für den Blauen Reiter und für die Kunst der Moderne bereits etabliert. Die Grundlagen dafür werden jedoch in den Jahren zuvor gelegt, insbesondere zwischen 1909 und 1911. In dieser Phase entwickelt Marc über Tier- und Landschaftsdarstellungen eine eigene Motivik, in der Natur als idealisierte, zugleich aber fragile Einheit von Tier- und Pflanzenwelt erscheint. Die Malerei löst sich zunehmend von der naturalistischen Wiedergabe und folgt stattdessen einer inneren, geistigen Ordnung. Ein Entscheidender Schritt ist dabei die Abkehr von der Gegenstandsfarbe zugunsten einer autonomen Ausdrucksfarbe, die nicht mehr an das Sichtbare gebunden ist, sondern dem künstlerischen Ausdruckswillen folgt.
Verschneiter Wald nimmt innerhalb dieser Entwicklung eine Schlüsselstellung ein. Das Gemälde zeigt keinen weiten Landschaftsraum, sondern einen stark verdichteten, nahsichtigen Ausschnitt eines winterlichen Waldes. In expressiv pastelligen Farbwerten setzt Marc hellgrüne und violette
Baumstämme gegen das strahlende Weiß des Schnees. Durch die extreme Nähe zum Motiv und die ausgeprägte Ausschnitthaftigkeit entsteht ein dynamisches Liniengefüge, das die Grenze zwischen Figuration und Abstraktion bereits deutlich überschreitet. Die Natur erscheint nicht als ruhiger Rückzugsort, sondern als vibrierender, innerlich aufgeladener Raum.
In dieser gesteigerten Expressivität wird Marcs intensive Rezeption der zeitgenössischen Moderne spürbar. Insbesondere die Auseinandersetzung mit dem Werk Edvard Munchs wirkt hier prägend. Wie bei Munch wird Natur nicht als äußerer Schauplatz verstanden, sondern als Projektionsfläche innerer Zustände. Diese künstlerische Haltung – weniger als stilistisches Vorbild denn als geistige Nähe – lässt
sich in der emotionalen Verdichtung und der eigenständigen Farbdramaturgie von Verschneiter Wald klar nachvollziehen.
„Wir sind unglaublich dankbar, dass wir mit Verschneiter Wald ein Schlüsselwerk aus dem Frühwerk von Franz Marc in die Sammlung aufnehmen können. Es verdichtet auf eindrucksvolle Weise seine frühe Suche nach einer eigenständigen Bildsprache und macht zugleich die internationalen Impulse seiner Kunst, insbesondere die Nähe zu Edvard Munch, unmittelbar erfahrbar“, sagt Jessica Keilholz-Busch, Direktorin des Franz Marc Museums.
Der Neuzugang erlaubt es, die Jahre 1909 und 1910 als formative Übergangsphase im Œuvre von Franz Marc neu zu bewerten. Gerade diese frühen Landschaften und Tierdarstellungen bilden die Voraussetzung für die ikonischen Werke des Künstlers, etwa die berühmten Pferdebilder ab 1910, in denen Marc seine progressivste und heute bekannteste Bildsprache entfaltet.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10,
82431 Kochel am See

Abbildung:?
- Franz Marc, Verschneiter Wald, 1909,?
Öl auf Leinwand, 60,5 x 84 cm,?
Dauerleihgabe der Stiftung Etta und Otto Stangl
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Donnerstag 18.12.2025
München Literaturhaus: TOVE JANSSON: »DIE WELT DER MUMINS«
TOVE JANSSON: »DIE WELT DER MUMINS«

Ausstellung vom 18. Dezember 2025 bis 12. April 2026
Literaturhaus München

»Alles ist sehr ungewiss, und gerade das finde ich beruhigend.« (Tove Jansson »Winter im Mumintal«)

Vor 80 Jahren erfand die finnische Künstlerin Tove Jansson die Mumins, die kultigen rundlichen Trolle, die derzeit weltweit gefeiert werden. Ihre Geschichten sind ein Plädoyer für Toleranz, Empathie und Abenteuerlust. Das Literaturhaus München stellt sie erstmals in einer großen Ausstellung vor.

Im Mumintal regieren Geborgenheit, Freundschaft und Humor, aber auch eine Prise Anarchie und Rebellion, dazu jener satirische Esprit, dem Tove Jansson in den Dreißiger- und Vierzigerjahren ihren Erfolg als politische Karikaturistin verdankte.

Diese Mischung, fern jeder aufgesetzten Idylle, dabei voller Poesie und Eigensinn, bezaubert Erwachsene und Kinder gleichermaßen: Sie spricht das innere Kind im Erwachsenen an, freut Nostalgiker, die mit den Mumins aufgewachsen sind und beflügelt bei Kindern jene Vorstellungskraft, die intellektuell nicht unterfordert werden möchte. Das Finstere und das Helle, das Katastrophale und das Komische erscheinen hier in einem Gleichgewicht, das keinem Zeitgeist verhaftet ist, aber ganz besonders in unsere Epoche passt.

In der Ausstellung können Mumin, Schnüferl, Schnupferich, die kleine Mü und viele andere Figuren mit ihren Geschichten voller Geheimnisse, Überraschungen und Abenteuer erlebt werden. Originalillustrationen, Animationen und interaktive Stationen laden ein, die Welt der Mumins zu entdecken.

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1,
80333 München

Abbildungen:

- Mumins mit Mümmla
© Moomin Characters

- Muminmutter
© Moomin Characters

- Muminvater
© Moomin Characters

- »Dann trat die kleine Mü aus der Höhle, um den Winter in Besitz zu nehmen. Als Erstes rutschte sie auf dem vereisten Felsen aus und landete sehr hart auf dem Hintern.« (Aus: Winter im Mumintal)
© Moomin Characters
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Mittwoch 10.12.2025
Murnau: Erna und Carl Rabus - Die Fotografin und der Maler
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Erna und Carl Rabus
Die Fotografin und der Maler

Ausstellung vom 10. Dezember 2025 bis 12. April 2026
Schlossmuseum Murnau

2006 zeigte das Schloßmuseum Murnau eine Sonderausstellung zu dem Künstler Carl Rabus (Kempten 1898–Murnau 1983), der zwischen 1974 und 1983 zusammen mit seiner Frau in Murnau am Staffelsee gelebt hatte. Erna Rabus, geb. Adler (Wien 1913–Murnau 2007), machte damals dem Schloßmuseum das Werk ihres Mannes sowie private Dokumente vollumfänglich zugänglich. Die Ausstellung widmete sich Carl Rabus‘ Anfangsjahren als Illustrator, seinen Gemälden und späteren Hinterglasbildern sowie darüber hinaus seinem Kontakt zu Gabriele Münter, die ihn Mitte der 1920er-Jahre in Berlin mehrfach porträtiert hatte.

Die Ausstellung 2025 rückt nun das künstlerische Schaffen der Porträtfotografin erstmals in den Vordergrund und neben das Werk ihres Mannes. Die Ausstellung gibt gleichzeitig Einblick in das bewegte Leben der beiden Künstler, das von Verfolgung und Flucht geprägt war.

Bereits als junge Frau, Assistentin der Fotografinnen Trude Geiringer (1890–1981) und Dora Horovitz (1894–1959), musste Erna Adler 1937 aus Wien ins Exil fliehen. Sie ging nach Antwerpen und später nach Brüssel, wo sie bis 1940 unter dem Pseudonym Eva Simon als Porträtfotografin arbeitete und wohin ihr Carl Rabus, den sie 1930 in Wien kennengelernt hatte, folgte. Erna erwies sich dabei auch als Fotografin, die mit Leidenschaft Momente des täglichen sozialen Lebens festhielt, insbesondere in Ostende und während ihrer zahlreichen Reisen in die Welt. Beide verbrachten mehrere Monate in Ostende, wo sie u. a. James Ensor in seinem Atelier besuchten und Felix Nussbaum begegneten. Im Mai 1940, nachdem die deutsche Wehrmacht Belgien besetzt hatte, wurden beide verhaftet. Erna Adler verlor ihre gesamte Fotoausrüstung, die die Gestapo beschlagnahmte. Immerhin wurde sie wieder freigelassen und lebte anschließend im belgischen Untergrund. Carl Rabus wurde in das südfranzösische Internierungslager Saint-Cyprien verbracht. Als das Lager aufgrund seiner desaströsen Zustände im Dezember 1940 geschlossen wurde, konnte er nach Brüssel zurückkehren. 1942 wurde er unter dem Vorwurf der „Rassenschande“ erneut festgenommen und in Wien inhaftiert. Vorzeitig entlassen aus dem Gefängnis und nach Belgien zurückgekehrt, heirateten Carl und Erna am 25. November 1944. Erst 1945 konnte Erna Rabus ihre Arbeit als Fotografin wiederaufnehmen. Auch Carl Rabus begann erneut zu arbeiten und setzte sich in dem berühmten Holzschnittzyklus „Passion 1940/45“ mit seinen Lagererfahrungen auseinander.

Mit Werken aus der Sammlung Karl Grosselfinger und Fotografien aus dem Nachlass Rabus gibt die Ausstellung Einblick in das bewegte Schicksal zweier Künstler, die in unverbrüchlicher Liebe und Wertschätzung für das Werk des anderen das Schicksal ihrer Generation durchlebten.

Schlossmuseum Murnau
Schloßhof 2-5,
82418 Murnau a. Staffelsee

Abbildungen:

- Carl Rabus, Dalmatien, Öl auf Leinwand, 1936,
Sammlung Karl Grosselfinger

- Carl Rabus, Fischerboote vor braunem Haus, Ostende 1938/39,
Öl auf Leinwand,
Sammlung Karl Grosselfinger

- Carl Rabus, Selbstbildnis, Ende der 1920er-Jahre,
Öl auf Hartfaserplatte,
Sammlung Karl Grosselfinger

- Carl Rabus, Ruhende Frau,
Öl auf Leinwand, undatiert,
Sammlung Karl Grosselfinger

- Erna Adler liegend, fotografiert von Carl Rabus,
undatiert, Privatbesitz
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Donnerstag 04.12.2025
Pasinger Fabrik: ICH BIN SCHÖN
ICH BIN SCHÖN

Ausstellung vom 04. Dezember 2025 bis 29. März 2026
Pasinger Fabrik, München-Pasing

Schönheit ist ein allgegenwärtiges Thema in unserem Leben. Doch nie zuvor war so unklar, wie wir „schön“ definieren. Digitale Medien und KI fordern tradierte Vorstellungen heraus. Stets umstritten ist also das Statement „Ich bin schön“: So lautet der Titel der neuen Ausstellung in der Pasinger Fabrik. Sie feiert am 4. Dezember Vernissage und dauert bis zum 29. März 2026. Rund um das Thema gibt es ein breites Rahmenprogramm mit Theater, Kabarett, Kino, Musik, Werkstattgespräch und Führungen.
Die Ausstellung bewegt sich kritisch im Spannungsfeld eines etablierten Verständnisses von Schönheit und dessen Revision. Können die traditionellen ästhetischen Konzepte noch Geltung beanspruchen?
Welchen Einfluss haben Medien, Populärkultur, KI, Mode und Werbung auf die ästhetischen Vorlieben? Welche Selbstbilder sind wirksam, wenn der Körper zunehmend zum Objekt von Schönheitstechniken wird? Die Ausstellung entwickelt in verschiedenen Sektionen eine Ästhetik des
„Schönen“, die die idealisierte Schönheit gegen den Strich bürstet. Sie geht auch der Schönheit des Indifferenten, Grotesken, Narrativen, Transzendenten und Verdrängten nach – und räumt dem Marginalisierten und der Abweichung von der Norm Sichtbarkeit ein.
Zu sehen sind fotografische Arbeiten von Absolvent*innen und Studierenden der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin, editiert von den Studierenden der Bildredaktion 2025/26 unter der Leitung von Nadja Masri, Arbeiten Studierender der Klasse Anke Doberauer der Akademie der Bildenden Künste München sowie Werke der Gäste Anke Doberauer, Franziska Klotz, Chris Levine und Jovana Reisinger.

Jovana Reisingers Film „Beauty is life“ ist in der Ausstellung im Loop zu sehen. Der Film beschäftigt sich kritisch mit dem Einfluss der Schönheitsindustrie auf Frauen und deren Körperbild. In einem Setting zwischen Schönheitssalon und Homeshoppingstudio führen Frauen „Beauty Gadgets“ vor, die von der Schönheitsindustrie als alltägliche Hilfsmittel zur Selbstoptimierung vermarktet werden. Die Form bricht, als die Frauen miteinander in den Dialog treten und über Schönheit, Sexismus und ihr Leben sprechen. Filmausschnitte für TV-Beiträge stehen zur Verfügung.

Pasinger Fabrik
August-Exter-Straße 1,
81245 München

Abbildungen:

- Hannah Pieper
- Maria Bolz
- Sofia Kozoriz, Anjela, 120 x 80 cm, Öl auf Lwd.
- Anke Doberauer, Leo 95, Pigmentdruck auf Aludibond, 214x129 cm
- Leon Habelt, Pappnase mit Haube, Öl auf Lwd., 90 x 70 cm
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Dienstag 02.12.2025
Städel Museum: BECKMANN
BECKMANN

Ausstellung vom 03. Dezember 2025 bis 15. März 2026
Städel Museum Frankfurt am Main
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung

Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Das Städel Museum rückt diese Arbeiten nun in den Mittelpunkt und präsentiert rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken. Sie eröffnen einen direkten, intensiven Zugang zu Beckmann (1884–1950), einem der bedeutendsten Künstler der Moderne.
Das Städel Museum verfügt über einen der herausragendsten Beckmann-Bestände weltweit und widmet sich seit mehr als einem Jahrhundert der Sammlung, Erforschung und Vermittlung seines Werkes. 2021 erhielt das Museum durch wichtige Dauerleihgaben aus der Sammlung von Karin und Rüdiger Volhard bemerkenswerten Zuwachs. Zusammen mit der Veröffentlichung des dreibändigen Werkverzeichnisses der schwarz-weißen Zeichnungen Max Beckmanns im Hirmer Verlag – mit dem Hedda Finke und Stephan von Wiese eine der letzten großen Forschungslücken zu Beckmanns Zeichnungen geschlossen haben – ist dies der Anlass für die retrospektive Schau.
Den Grundstock der Ausstellung bilden Zeichnungen aus dem eigenen Bestand des Städel Museums, ergänzt durch Leihgaben renommierter internationaler Museen und Privatsammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, das British Museum in London, das Art Institute of Chicago, das Kunstmuseum Basel, die Hamburger Kunsthalle, das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und das Museum der bildenden Künste Leipzig. Einzelne Gemälde und Druckgrafiken eröffnen darüber hinaus Einblicke in Beckmanns Arbeitsprozess und das
Wechselspiel verschiedener Medien.

Die Ausstellung wird durch die Förderung der Adolf Würth GmbH & Co. KG, der Dagmar-Westberg-Stiftung und des Städelschen Museums Vereins e.?V. ermöglicht und erfährt darüber hinaus Unterstützung durch die Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung sowie Dr.?Ina Petzschke-Lauermann.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Max Beckmann, das Städel Museum und die Stadt Frankfurt am Main sind seit über einem Jahrhundert eng miteinander verbunden. Trotz der Verluste fast aller Werke des Künstlers während der NS-Zeit verfügt das Museum heute über einen Beckmann-Bestand von internationalem Rang. Mit der aktuellen Ausstellung rücken wir nach über vierzig Jahren erstmals wieder gezielt Beckmanns Zeichnungen in den Mittelpunkt. Sie eröffnen einen eigenen, faszinierenden Kosmos seines Schaffens und machen seine künstlerische Entwicklung unmittelbar erfahrbar – nicht zuletzt dank der herausragenden Zusammenarbeit mit Hedda Finke und Stephan von Wiese, den Herausgebern des dreibändigen Werkverzeichnisses seiner Zeichnungen.“

Daniel Hoster, Vorstandsvorsitzender der Dagmar-Westberg-Stiftung: „Mit dem Blick unserer Stifterin auf Max Beckmann erscheint das Zitat aus seinem Tagebuch vom 18. Dezember 1940 als inspirierende Mahnung auch für unsere Zeit: ‚Die Rolle, die Du zur Zeit spielst, ist die schwierigste, aber auch großartigste die Dir das Leben bieten konnte – vergiß das nicht – Max Beckmann – und gerade so wie sie ist.‘ Im Sinne der großen Verbundenheit unserer Stiftungsgründerin mit dem Städel Museum freuen wir uns daher sehr, die Ausstellung zu Beckmanns Zeichnungen zu fördern. Sie eröffnet einen neuen Blick auf einen der bedeutendsten deutschen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – und auf ein Werk, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.“

Die Kuratoren Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1800 am Städel Museum, Hedda Finke und Stephan von Wiese, Autoren des dreibändigen Werkverzeichnisses der Zeichnungen Beckmanns, ergänzen: „Die Zeichnungen sind ein Schlüssel zu Beckmanns Werk. Zeichnend entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache, hielt Gesehenes und Erlebtes fest, formte seine persönliche Weltanschauung und verwandelte flüchtige Eindrücke in vielschichtige, bedeutungsgeladene Kompositionen. Im Lauf seines Lebens entstanden mehr als 1.900 schwarz-weiße, nicht in Skizzenbüchern gebundene Zeichnungen in Feder, Kreide oder Bleistift – vom raschen Entwurf bis hin zum autonomen Bild. Die Ausstellung zeigt daraus eine ebenso konzentrierte wie repräsentative Auswahl, die – ergänzt um einzelne farbigeArbeiten, Druckgrafiken und Gemälde – den Zeichner Max Beckmann in großer Intensität erfahrbar machen.“

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main


Abbildungen:

- Max Beckmann (1884–1950)
Selbstbildnis mit Fisch, 1949
Pinsel in Schwarz über Kohle, 580 × 452 mm
Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett, Foto: © Hamburger Kunsthalle / bpk © VG Bild-Kunst, Bonn
Foto: Christoph Irrgang

- Max Beckmann (1884–1950)
Verwundeter Soldat mit Kopfverband, 1915
Bleistift, 151 × 120 mm
Museum der bildenden Künste Leipzig

- Max Beckmann (1884–1950)
Bildnis Georg Swarzenski, 1950
Kohle, teilweise gewischt und radiert, 590 × 450 mm
Städel Museum, Frankfurt am Main
Erworben 1985 als Schenkung von Hermann Josef

- Max Beckmann (1884–1950)
Quappi mit Kerze, 1928
Schwarze Kreide und weiße Gouache, 628 × 488 mm
Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Ankauf 1928
Foto: Kunstmuseum Basel

- Max Beckmann (1884–1950)
Der Mord, 1933
Aquarell und Pinsel in Schwarz über schwarzer Kreide, 498 × 455 mm
Städel Museum, Frankfurt am Main, Dauerleihgabe aus der Sammlung Karin & Rüdiger Volhard
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Freitag 28.11.2025
Buchheim Museum: RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN
RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN

Ausstellung vom 29. November 2025 bis 15. März 2026
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried

Der in Berlin lebende Maler Ruprecht von Kaufmann zählt zu den markantesten Vertretern der zeitgenössischen figura ven Malerei. In seiner Ausstellung LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN im Buchheim Museum widmet er sich den beiden zentralen Polen seines Schaffens: der inneren emo onalen Welt des Menschen und seinem Verhältnis zur Umwelt.
Die Ausstellung gruppiert an den Innenwänden Arbeiten, die inme Einblicke in das Seelenleben der Menschen eröffnen, während die Werke an den Außenwänden den Blick nach außen richten – auf die Beziehung des Menschen zur Natur. Im Mi elpunkt steht die großangelegte Serie »Zwischen den Stühlen. Verfall einer Familie«, inspiriert von Thomas Manns BUDDENBROOKS. Ausgehend von autobiografischen Elementen en altet sich darin über drei Genera onen ein visueller Familienroman, der zentrale Erfahrungen des Lebens berührt: Liebe und Verlust, Au ruch und Scheitern, Trauer und Hoffnung.
Die suggestiven Szenen lassen bewusst Raum für Deutung. Von Kaufmann fordert die Betrachterinnen und Betrachter dazu auf, die erzählten Fragmente emo onal zu vervollständigen – das Unsichtbare zwischen den Bildern zu erspüren und mögliche Parallelen zum eignen Leben zu finden.
Der Serietitel »Zwischen den Stühlen« spielt doppeldeutig mit Symbol und Selbstreflexion. Ein gelber, stoffezogener Stuhl erscheint in jedem Gemälde als Sinnbild für familiäre Erwartungen, Werte und Traditionen, die von Genertion zu Generation weitergegeben werden. Zugleich verweist die Redewendung auf den Künstler selbst: auf seine Rolle als Grenzgänger zwischen Welten, als jemand, der seinen Platz im Dazwischen sucht und daraus schöpferische Freiheit gewinnt.
Diese Erfahrung zieht sich auch durch von Kaufmanns Biografie. 1995 verlässt er mit 21 Jahren Deutschland, studiert in Los Angeles und erlebt einen prägenden Kulturschock. Die Fremdheit, das Gefühl des Außenseiters, wird zum Motor seines künstlerischen Ausdrucks. Nach frühen Erfolgen in den USA kehrt er 2003 nach Deutschland zurück und etabliert sich mit einem unverwechselbaren Stil, der ihm immer wieder Vergleiche mit der so genannten Leipziger Schule einbringt – zu Unrecht, denn von Kaufmanns Malerei steht eigenständig zwischen Figurtion und Metapher. Seit 2013 malt er auf Linoleum, einem Material, das er zufällig entdeckte und technisch zu einer unverwechselbaren Handschrift entwickelte.
Auch die Landschftsgemälde der Ausstellung greifen persönliche Erinnerungsfragmente auf und verbinden sie mit universellen Fragen nach dem Verhältnis von Mensch und Natur. Eigens für LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN schuf von Kaufmann das Werk »Schneeferner«, das die persönlichen Themen der Innenräume mit den globalen Bezügen der Außenwände verknüpft. So erkennt man ihn als den Wanderer, der die vom Klimawandel bedrohte Natur durchstreift.
Ein besonderes Highlight ist das fünfteilige Gemälde »Der Fjord«, das im Saal gezeigt wird und einen bildnerischen Dialog mit Ernst Ludwig Kirchners »Berglandschaft« aus der Sammlung Buchheim aufnimmt – ein Gespräch über Zeit, Erinnerung und künstlerische Haltung.
Mit LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN zeigt Ruprecht von Kaufmann eine ebenso Intinme wie gesellschaftlich relevante Bildwelt – ein Werk, das die Grenzen zwischen Innen und Außen, zwischen persönlicher Erfahrung und kollektiver Geschichte auf poetische Weise verschwimmen lässt.

Die Ausstellung war bereits für 2021 im Buchheim Museum geplant und fiel damals, wie leider viele Projekte der Corona-Pandemie zum Opfer. Nun kann sie endlich gezeigt werden. Der bereits 2020 erschienene Katalog RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN ist im Museumsshop für 32 € erhältlich.
Im Audioguide spricht Ruprecht von Kaufmann über die ausgestellten Werke.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen:

- Ruprecht von Kaufmann
RT
aus der Serie »Zwischen den Stühlen. Verfall einer Familie«, 2018
Öl auf Linoleum, auf Holz
Sammlung ZAWEG
© Ruprecht von Kaufmann

- Ruprecht von Kaufmann
Meine Eltern (als sie so alt waren wie ich jetzt)
aus der Serie »Zwischen den Stühlen. Verfall einer Familie«, 2018
Öl auf Linoleum, auf Holz
Sammlung A. und J. Huss
© Ruprecht von Kaufmann

- Ruprecht von Kaufmann
Jetzt erst recht, 2018
Öl auf Linoleum
Sammlung Detlev Blenk
© Ruprecht von Kaufmann

- Ruprecht von Kaufmann
Geschwister
aus der Serie »Zwischen den Stühlen. Verfall einer Familie«, 2018
Öl auf Linoleum, auf Holz
Privatsammlung Berlin
© Ruprecht von Kaufmann
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