In sogenannten H II – Gebieten, die überwiegend aus Wasserstoff bestehen, findet die aktive Sternentstehung statt. Hier findet man junge Sterne , die erst zwischen 100.000 und einer Million Jahre alt sind. Einst sind so auch unsere Sonne und Proxima Centauri entstanden. Die Aufnahmen von Christoph Ehritt zeigen die Sternentstehungsgebiete NGC 6611 (Adlernebel), NGC 2264 (Konusnebel) und M 42 (Orionnebel).
143. Gibt es eine Erde 2.0?
Im Monat Dezember erwarten wir am 21.12. den kürzesten Tag des Jahres. Wenn die Sonne zur Mittagszeit im Süden mit 16 Grad die geringste Tageshöhe im Kalenderjahr erreicht hat, sind erst vier Stunden nach dem Sonnenaufgang vergangen. An diesem Tag der Wintersonnenwende geht sie bereits vier Stunden später im Südwesten wieder unter und wir haben eine 16 stündige Nacht vor uns: ideal für die Beobachtung der Gestirne. Vor allem Jupiter ist zur Weihnachtszeit besonders gut zu erkennen, denn er steht hoch am Himmel als hellstes Objekt neben den beiden Zwillingssternen Kastor und Pollux. Allerdings ist er der Planet der zweiten Nachthälfte. Bis Mitternacht ist hingegen Saturn sichtbar. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kommt es zu einer engen Begegnung mit dem zunehmenden Mond. Die Planeten Merkur, Venus und Mars haben sich von der Himmelsbühne verabschiedet.
Die Frage, ob es eine zweite Erde im Kosmos gibt, bewegt die Forschung seit dem Augenblick, als erstmals bei einem fernen Stern ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurde. Dieser Meilenstein der Astronomie ereignete sich im Jahre 1995, als Michel Mayor und Didier Queloz bei dem sogar mit bloßem Auge sichtbaren Stern 51 Pegasi (Katalogstern 51 im Sternbild Pegasus) einen Begleiter fanden, den sie als extrasolaren Planeten beschrieben. Für diese bahnbrechende Entdeckung des ersten Exoplaneten wurden die beiden Astronomen 2019 mit dem Nobelpreis für Physik geehrt.
Seit dieser ersten Sichtung wurden annähernd 6000 Planeten lokalisiert, die sich auf kreisähnlichen Bahnen um ihren fernen Heimatstern bewegen. Ganz nebenbei gesagt, ist es äußerst schwierig, eine solche ferne Welt überhaupt zu entdecken.
Nur leichte Anomalien des Muttersterns oder das direkte Vorbeiziehen vor dem Stern verraten ihre Existenz. Dabei stellte sich heraus, dass die meisten der bekannten Exoplaneten ungeheuer schwer und volumenreich sind und Jupiter – er ist der Gigant unseres Sonnensystems und besitzt immerhin die 318 fache Masse der Erde - noch bei weitem übertrumpfen. Diese sogenannten Super-Jupiter-Planeten bilden eine eigene Gruppe für sich und sind unter den neuentdeckten fernen Himmelskörpern in der Überzahl.
Für die Suche nach extraterrestischem Leben kommen sie kaum in Frage, denn dafür sind eigentlich nur Planeten prädestiniert, die unserer Erde ähnlich sind. Da diese aber wesentlich kleiner sind als die „Superjupiters“, gestaltet sich ihr Auffinden als äußerst schwierig.
Aber was sind eigentlich die Grundbedingungen dafür, dass man eines Tages vielleicht eine Erde 2.0 entdecken könnte? Es sind verschiedene Faktoren, wobei natürlich der Abstand zum Mutterstern das wichtigste Kriterium ist. In unserem Sonnensystem haben dabei die Planeten Merkur und Venus keine guten Karten.
Der unserem Erdmond stark in Aussehen und Größe ähnelnde Merkur ist nur 58 Millionen km von der Sonne entfernt und kann aufgrund seiner unfassbar hohen Temperaturunterschiede und der gewaltigen Kernstrahlung der Sonne kein Leben beheimaten. Bei der Venus mit ihren
108 Millionen km Abstand zum Zentralgestirn ist es auch nicht anders, denn in dem ausgeprägten Treibhauseffekt, der die Temperaturen unter der äußerst dichten Atmosphäre auf bis zu 460 °C ansteigen lässt, kann es Lebensformen, wie wir sie kennen, nicht geben.
Unser kleiner Bruderplanet Mars, der vielleicht eines Tages direkt von Menschen erforscht werden könnte, bietet ebenfalls keine guten Aussichten auf dauerhafte Kolonialisierung. Bei einer Durchschnittstemperatur von -66° C ist es dort für den Menschen in der knochentrockenen und extrem kalten Wüste viel zu schwer, weitestgehend unabhängig von der heimatlichen Erde über Generationen zu existieren. Doch selbst die engagierten Pläne eines Elon Musk, der mindestens ein halbes Dutzend Astronauten schon im kommenden Jahrzehnt zum roten Planeten entsenden will, haben ein großes Manko: Es gibt bisher kein geeignetes Transportmittel für den Rückflug zur Erde.
Da die fernen Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun aufgrund ihrer fehlenden festen Oberfläche ebenfalls für Lebensformen nicht infrage kommen, ist es ausschließlich unsere Erde, die genau im idealen Abstand zur Sonne ihre nur leicht elliptische Bahn zieht. Diese Bahn befindet sich in der so genannten „Habitablen Zone“ und zeichnet sich dadurch aus, dass bei relativ geringen Temperaturschwankungen flüssiges Wasser unter einer Atmosphäre dauerhaft existiert. Diese vielschichtige Gashülle ist darüber hinaus so aufgebaut, dass nur das Licht und die Wärme des Muttersterns auf die Oberfläche treffen können. Die gefährlichen Strahlungsarten können hingegen nicht passieren. Genau diese Kriterien sind die Ausgangspunkte für die Suche nach erdähnlichen Planeten bei anderen Sternen.
Dabei liegt es natürlich auf der Hand, innerhalb unserer Milchstraße in unmittelbarer Nähe nach einem solchen Zwillingsplaneten zu forschen.
Der uns nächste Stern Proxima Centauri im Sternbild des Zentauren besitzt schon durch seine Namensgebung Proxima (lateinisch: der Nächstgelegene) ein auffälliges Alleinstellungsmerkmal.
Tatsächlich wurden nun eindeutig zwei Planeten auf unterschiedlichen Bahnen um unseren Nachbarstern bestätigt. Bei der mit einem Abstand von nur 4,2 Lichtjahren für astronomische Verhältnisse sehr nahen Zwergsonne Proxima ergab dies eine detaillierte Untersuchung eines Forschungsteams um Alejandro Suárez Mascareño vom Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC) mit dem neuen Spektrografen NIRPS
(Near Infra Red Planet Searcher) montiert am 3,6 Meter-Telekop der europäischen Südsternwarte der ESO. Mit diesem Präzisionsinstrument konnten die Forscher im nahen Infrarot Geschwindigkeitsmessungen mit einer Genauigkeit von 1 m/s vornehmen. Diese Exaktheit ist unerlässlich, um massearme Exoplaneten in ihrem Umlauf um ihren Zentralstern sicher nachzuweisen, wenn diese uns nicht den Gefallen tun, aus unserer Sicht vor ihrem Stern durchzuziehen.
Ihren akkuraten Messungen zu Folge hat der innerste Exoplanet Proxima Centauri d eine 1,055 fache Masse der Erde und umrundet den roten Zwergstern in nur 5,2 Tagen. Der nächstäußere Planet Proxima Centauri b kommt auf die 0,26 fache Erdmasse und benötigt 11,8 Tage für den Umlauf. Der d-Planet ist dabei von besonderem Interesse, da er den roten Zwerg in dessen habitabler Zone umkreist.
Damit ist aber eine Erde 2.0 nicht entdeckt, denn Proxima Centauri b hat eine relativ geringe Masse und daher ist unklar, ob er auf Dauer unter seiner Atmosphäre flüssiges Wasser halten kann. Möglicherweise hat er das Schicksal des Planeten Mars in unserem Sonnensystem erlitten, der heutzutage nur eine äußerst dünne und extrem kalte Atmosphäre aufweist, wodurch all sein Wasser nur noch im gefrorenen Zustand unter der Oberfläche existiert.
Gab es einst wie auf dem Mars auf dieser fernen Welt auch fließendes Wasser wie auf dem roten Planeten in unserem Sonnensystem? Eine Frage, die der weiteren intensiven Forschung bedarf, wenn man die Hoffnung auf eine zweite Erde nicht aufgeben will.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Im Monat Dezember erwarten wir am 21.12. den kürzesten Tag des Jahres. Wenn die Sonne zur Mittagszeit im Süden mit 16 Grad die geringste Tageshöhe im Kalenderjahr erreicht hat, sind erst vier Stunden nach dem Sonnenaufgang vergangen. An diesem Tag der Wintersonnenwende geht sie bereits vier Stunden später im Südwesten wieder unter und wir haben eine 16 stündige Nacht vor uns: ideal für die Beobachtung der Gestirne. Vor allem Jupiter ist zur Weihnachtszeit besonders gut zu erkennen, denn er steht hoch am Himmel als hellstes Objekt neben den beiden Zwillingssternen Kastor und Pollux. Allerdings ist er der Planet der zweiten Nachthälfte. Bis Mitternacht ist hingegen Saturn sichtbar. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kommt es zu einer engen Begegnung mit dem zunehmenden Mond. Die Planeten Merkur, Venus und Mars haben sich von der Himmelsbühne verabschiedet.
Die Frage, ob es eine zweite Erde im Kosmos gibt, bewegt die Forschung seit dem Augenblick, als erstmals bei einem fernen Stern ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurde. Dieser Meilenstein der Astronomie ereignete sich im Jahre 1995, als Michel Mayor und Didier Queloz bei dem sogar mit bloßem Auge sichtbaren Stern 51 Pegasi (Katalogstern 51 im Sternbild Pegasus) einen Begleiter fanden, den sie als extrasolaren Planeten beschrieben. Für diese bahnbrechende Entdeckung des ersten Exoplaneten wurden die beiden Astronomen 2019 mit dem Nobelpreis für Physik geehrt.
Seit dieser ersten Sichtung wurden annähernd 6000 Planeten lokalisiert, die sich auf kreisähnlichen Bahnen um ihren fernen Heimatstern bewegen. Ganz nebenbei gesagt, ist es äußerst schwierig, eine solche ferne Welt überhaupt zu entdecken.
Nur leichte Anomalien des Muttersterns oder das direkte Vorbeiziehen vor dem Stern verraten ihre Existenz. Dabei stellte sich heraus, dass die meisten der bekannten Exoplaneten ungeheuer schwer und volumenreich sind und Jupiter – er ist der Gigant unseres Sonnensystems und besitzt immerhin die 318 fache Masse der Erde - noch bei weitem übertrumpfen. Diese sogenannten Super-Jupiter-Planeten bilden eine eigene Gruppe für sich und sind unter den neuentdeckten fernen Himmelskörpern in der Überzahl.
Für die Suche nach extraterrestischem Leben kommen sie kaum in Frage, denn dafür sind eigentlich nur Planeten prädestiniert, die unserer Erde ähnlich sind. Da diese aber wesentlich kleiner sind als die „Superjupiters“, gestaltet sich ihr Auffinden als äußerst schwierig.
Aber was sind eigentlich die Grundbedingungen dafür, dass man eines Tages vielleicht eine Erde 2.0 entdecken könnte? Es sind verschiedene Faktoren, wobei natürlich der Abstand zum Mutterstern das wichtigste Kriterium ist. In unserem Sonnensystem haben dabei die Planeten Merkur und Venus keine guten Karten.
Der unserem Erdmond stark in Aussehen und Größe ähnelnde Merkur ist nur 58 Millionen km von der Sonne entfernt und kann aufgrund seiner unfassbar hohen Temperaturunterschiede und der gewaltigen Kernstrahlung der Sonne kein Leben beheimaten. Bei der Venus mit ihren
108 Millionen km Abstand zum Zentralgestirn ist es auch nicht anders, denn in dem ausgeprägten Treibhauseffekt, der die Temperaturen unter der äußerst dichten Atmosphäre auf bis zu 460 °C ansteigen lässt, kann es Lebensformen, wie wir sie kennen, nicht geben.
Unser kleiner Bruderplanet Mars, der vielleicht eines Tages direkt von Menschen erforscht werden könnte, bietet ebenfalls keine guten Aussichten auf dauerhafte Kolonialisierung. Bei einer Durchschnittstemperatur von -66° C ist es dort für den Menschen in der knochentrockenen und extrem kalten Wüste viel zu schwer, weitestgehend unabhängig von der heimatlichen Erde über Generationen zu existieren. Doch selbst die engagierten Pläne eines Elon Musk, der mindestens ein halbes Dutzend Astronauten schon im kommenden Jahrzehnt zum roten Planeten entsenden will, haben ein großes Manko: Es gibt bisher kein geeignetes Transportmittel für den Rückflug zur Erde.
Da die fernen Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun aufgrund ihrer fehlenden festen Oberfläche ebenfalls für Lebensformen nicht infrage kommen, ist es ausschließlich unsere Erde, die genau im idealen Abstand zur Sonne ihre nur leicht elliptische Bahn zieht. Diese Bahn befindet sich in der so genannten „Habitablen Zone“ und zeichnet sich dadurch aus, dass bei relativ geringen Temperaturschwankungen flüssiges Wasser unter einer Atmosphäre dauerhaft existiert. Diese vielschichtige Gashülle ist darüber hinaus so aufgebaut, dass nur das Licht und die Wärme des Muttersterns auf die Oberfläche treffen können. Die gefährlichen Strahlungsarten können hingegen nicht passieren. Genau diese Kriterien sind die Ausgangspunkte für die Suche nach erdähnlichen Planeten bei anderen Sternen.
Dabei liegt es natürlich auf der Hand, innerhalb unserer Milchstraße in unmittelbarer Nähe nach einem solchen Zwillingsplaneten zu forschen.
Der uns nächste Stern Proxima Centauri im Sternbild des Zentauren besitzt schon durch seine Namensgebung Proxima (lateinisch: der Nächstgelegene) ein auffälliges Alleinstellungsmerkmal.
Tatsächlich wurden nun eindeutig zwei Planeten auf unterschiedlichen Bahnen um unseren Nachbarstern bestätigt. Bei der mit einem Abstand von nur 4,2 Lichtjahren für astronomische Verhältnisse sehr nahen Zwergsonne Proxima ergab dies eine detaillierte Untersuchung eines Forschungsteams um Alejandro Suárez Mascareño vom Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC) mit dem neuen Spektrografen NIRPS
(Near Infra Red Planet Searcher) montiert am 3,6 Meter-Telekop der europäischen Südsternwarte der ESO. Mit diesem Präzisionsinstrument konnten die Forscher im nahen Infrarot Geschwindigkeitsmessungen mit einer Genauigkeit von 1 m/s vornehmen. Diese Exaktheit ist unerlässlich, um massearme Exoplaneten in ihrem Umlauf um ihren Zentralstern sicher nachzuweisen, wenn diese uns nicht den Gefallen tun, aus unserer Sicht vor ihrem Stern durchzuziehen.
Ihren akkuraten Messungen zu Folge hat der innerste Exoplanet Proxima Centauri d eine 1,055 fache Masse der Erde und umrundet den roten Zwergstern in nur 5,2 Tagen. Der nächstäußere Planet Proxima Centauri b kommt auf die 0,26 fache Erdmasse und benötigt 11,8 Tage für den Umlauf. Der d-Planet ist dabei von besonderem Interesse, da er den roten Zwerg in dessen habitabler Zone umkreist.
Damit ist aber eine Erde 2.0 nicht entdeckt, denn Proxima Centauri b hat eine relativ geringe Masse und daher ist unklar, ob er auf Dauer unter seiner Atmosphäre flüssiges Wasser halten kann. Möglicherweise hat er das Schicksal des Planeten Mars in unserem Sonnensystem erlitten, der heutzutage nur eine äußerst dünne und extrem kalte Atmosphäre aufweist, wodurch all sein Wasser nur noch im gefrorenen Zustand unter der Oberfläche existiert.
Gab es einst wie auf dem Mars auf dieser fernen Welt auch fließendes Wasser wie auf dem roten Planeten in unserem Sonnensystem? Eine Frage, die der weiteren intensiven Forschung bedarf, wenn man die Hoffnung auf eine zweite Erde nicht aufgeben will.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt




























