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Samstag 03.01.2026
Rückblicke (7)
Ausstellungen
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© Sebastian Eggler, Berlin. The Estate of Frank Auerbach, Courtesy Galerie Michael Werner Berlin, London, New York
Frank Auerbach in der Galerie Michael Werner, Berlin

Als die Bilder des Malers Frank Auerbach im Mai und Juni dieses Jahres in der Galerie Michael Werner in der Berliner Hardenbergstraße ausgestellt wurden, sprach man von einer kleinen Sensation. Denn zuletzt waren Arbeiten des in Berlin geborenen, aber seit 1947 britischen Staatsbürgers, in seiner Heimatstadt 1983 zu sehen. Auerbach, Sohn assimilierter jüdischer Eltern (Vater war Anwalt, Mutter hatte Kunst studiert, einer seiner Cousins war Marcel Reich-Ranicki), lebte seit 1939 in England. Seine Eltern hatten ihn aufgrund der Verfolgung alles Jüdischen in Deutschland durch die Nazis mit einem Kindertransport nach Großbritannien geschickt, wo er in einem Internat aufwuchs. Sie selbst blieben in Deutschland, wurden 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
In London studierte Frank Auerbach zwischen 1948 bis 1955 an der St. Martin’s School of Art und am Royal College of Art Kunst und entwickelte sich mit seinen expressiven, und von dicken Farbschichten gekennzeichneten Werken zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Maler weltweit. Nur in Deutschland wurde er bis auf wenige Ausnahmen kaum zur Kenntnis genommen.
Seine peitschenden, kühnen Linien, die schroffen aber ausdrucksstarken Porträts, seine abstrakten, fragmentarischen Landschaftsbilder haben etwas skulpturartiges. 1986 vertrat er auf der Biennale von Venedig Großbritannien und erhielt für sein Werk den Goldenen Löwen.
Auerbach, zeitlebens ein enger Freund Lucien Freuds, konnte die Ausstellung selbst nicht mehr besuchen. Er starb ein halbes Jahr vor deren Eröffnung, am 11. November 2024, 93-jährig in London.
Jörg Konrad
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Freitag 02.01.2026
Rückblicke (6)
Film
Bilder
© 2025 bombero international GmbH & Co. KG / Rialto Film GmbH / Warner Bros. Entertainment GmbH / Gordon Timpen
Amrum: Ein kleines (oder stilles) Meisterwerk

Die letzten Tage des Nazi-Regimes auf der Nordsee-Insel Amrum, erzählt aus der Perspektive eines zwölfjährigen Jungen – das ist die Geschichte des Films „Amrum“, einem kleinen, stillen Meisterwerk. Es sind die Kindheitserinnerungen von Regisseur Hark Bohm, der diesen Film krankheitsbedingt nicht mehr selbst verwirklichen konnte und kürzlich gestorben ist. Der Stoff ist in guten Händen gelandet, bei Regisseur Fatih Akin, dem unter anderem der Klassiker „Tschick“ zu verdanken ist. Akin zaubert aus „Amrum“ eine packende und zugleich zarte Coming-of-Age-Story. Packend deshalb, weil Akin eindringlich die Geschicke des kleinen Nanning erzählt, der sich als Teil einer aus Hamburg ausgebombten Familie unter lauter fremden Insulanern behaupten muss; zart und behutsam deshalb, weil Nanning alles Erdenkliche tut und erleidet, um seiner depressiven Mutter ein kleines Weißbrot mit Butter und Honig zu beschaffen. Für seine Mutter stürzt sich Nanning sogar in einen Priel zwischen Föhr und Amrum und wird dabei von der Flut überrascht. Der Junge Nanning (meisterhaft gespielt von Jasper Billerbeck) lernt die zwiespältige Welt der Erwachsenen kennen; es sind unter anderen die Hitler verehrende Mutter, ein sich selbst richtender Nazi-Onkel und ein Opa, der heimlich Feindsender hört. Erzählt wird aber auch von der Ambivalenz der Nordsee - sie ist gefährlich und traumhaft schön zugleich. Nannings Streifzüge durch die Dünen und über den Strand zeigen den Zauber des Meers und der Insel Amrum.
Ina Kuegler
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Bilder
Mittwoch 31.12.2025
Rückblicke (5)
Impressionen
Bruno Konrad
Rückschau, 1991
Radierung
12 x 15,5cm
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Bilder
Dienstag 30.12.2025
Rückblicke (4)
Glücksmomente in Bachs „Matthäus-Passion“

Es mutet überraschend an, wenn Johann Sebastian Bachs „Matthäus-Passion“ im November auf dem Konzertprogramm steht. Was aber wäre das 100. Bachfest München im November 2025 gewesen, wenn dieses zentrale Werk des Thomaskantors nicht in der Isar-Philharmonie aufgeführt worden wäre?
Das Publikum erlebte eine ganz besondere Aufführung, die auch Wochen später noch lebhaft nachklingt. Ausführende waren der Madrigalchor der Musikhochschule München sowie ein Barockorchester mit Studierenden, Lehrenden und Alumni des Instituts für Historische Aufführungspraxis unter der Leitung von Martin Steidler. Der Evangelist Magnus Dietrich gehörte selbst zu den ehemaligen Studierenden. Er fand einen wunderbaren Ausgleich zwischen erzählerischer Zurückhaltung und emotionaler Ergriffenheit.
Die zahlreichen solistischen Partien, die in diesem Werk jeweils Personen zugeordnet sind, wurden hier nicht mit möglichst wenig Sängern realisiert. Vielmehr waren den 23 Personen ebenso viele Gesangsstudierende zugeordnet. Die klangliche Vielfalt war faszinierend, weil hinter den Stimmen menschliche Charaktere aufschienen. Am stärksten aber beeindruckte die Doppelchörigkeit in Chor und Orchester im plastischen Stereoeffekt: Dadurch entstand eine Weite im Klang, die wie ein Bindeglied zwischen Himmel und Erde wahrzunehmen war. Zusammen mit den intensiv berührenden Dialogen zwischen Vokal- und Instrumentalsolisten eröffnete sich ein unendlicher Klangkosmos, der dieses Konzert zu einem Highlight des Jahres 2025 werden ließ.
Klaus Mohr
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Montag 29.12.2025
Rückblicke (3)
Musik
Bilder
Foto: TJ Krebs (James Brandon Lewis)
Das Jahr 2025 - mein subjektiver kultureller Rückblick

Ein spannendes und aufregendes Jahr neigt sich dem Ende zu.
Traurig berührt hat mich, dass sich einige meiner Legenden, Wegbegleiter und Vorbilder wie Klaus Doldinger, Sheila Jordan, Hermeto Pascoal, Jack DeJohnette, der Magnum Fotograf Martin Parr oder der großartige Hark Bohm verabschiedet haben. Im Film „Amrum“, der von Hark Bohms Kindheit auf der nordfriesischen Insel am Ende des Zweiten Weltkriegs handelt hat Freund und Regisseur Fatih Akin aus Bohms Erinnerungen einen berührenden Coming-of-Age-Film gemacht. Mein persönliches musikalisches Highlight war Fred Herschs auf dem Label ECM erschienenes Solo Album: „Silent, Listening“. Getreu seinem Motto: „Don’t make things happen, let them happen“ zaubert Hersch auf den 88 Tasten mit seinen Kompositionen und ein paar Standards eine unvergleichlich intime, berührende Stimmung. Gleichzeitig war auch Fred Herschs Solo-Konzert im Jazzclub Unterfahrt mein diesjähriges Konzert-Highlight. Es ist schwer Revue passieren zu lassen, was weiter prägend war. Tief in mein Gedächtnis eingegraben hat sich das unbändige Unterfahrt-Konzert vom James Brandon Lewis Trio im Mai, sowie die Duobegegnung von Ethan Iverson und Mark Turner in den Räumen der KUNSTWERKE DACHAU. Was gab es dieses Jahr Interessantes zu lesen? Ganz im Gegensatz zu Martin Parrs Devise: „Mit Fotografie versuche ich, eine Fiktion aus der Realität zu erschaffen“, hat Zeichner Guy Delisle mit seiner Graphic Novel „Für den Bruchteil einer Sekunde - Das bewegte Leben von Eadweard Muybridge“ faszinierend wie kompetent das Lebenswerk des 1855 von England nach Kalifornien ausgewanderten Fotografen skizziert, der praktisch als Erster Bewegung auf Fotos und somit mittels Film die Zeit angehalten/festgehalten hat (erschienen im Reprodukt Verlag).
Was wünscht man sich weiter? Ein gutes und wieder interessantes kulturelles Neues Jahr!
TEXT & FOTO: Thomas J. Krebs
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Bilder
Samstag 27.12.2025
Rückblicke (2)
Literatur
Helga Schubert "Luft zum Leben" (dtv)

Im gerade zu Ende gehenden Jahr gab es wieder viele wunderbare, berührende, interessante Literaturveröffentlichungen. Ein besonders schönes Buch ist gerade erschienen: „Luft zum Leben“ von Helga Schubert.
Helga Schubert wurde einem breiten Publikum bekannt, als sie 2020 als Achtzigjährige den renommierten Bachmannpreis gewann. Seither gilt sie als die weise alte Frau der deutschen Literatur. Nun hat sie eine Anthologie mit 38 Texten aus den Jahren 1960 bis heute veröffentlicht, Zeugnisse eines langen, produktiven Schriftstellerinnenlebens. Etliche Erzählungen sind zum ersten Mal erschienen, da sie in der DDR wegen Schuberts „Unbotmäßigkeit“ nicht gedruckt werden durften.
In einer knappen, sehr bewusst gestalteten Sprache, mit feinem Humor und großer Empathiefähigkeit, berichtet Helga Schubert von prägenden Kindheitsereignissen, Eindrücken aus ihrem Leben in der DDR und letzten Erinnerungen an ihren schwerkranken Mann. Aus kleinen, präzise beobachteten Details entstehen vielschichtige Bilder. So erzählt sie in der Titelgeschichte ein Erlebnis ihres Sohnes als Soldat bei der Nationalen Volksarmee – eine Schlüsselszene. Bei einer Übung funktionierte seine Gasmaske nicht und er bekam keine Luft mehr. Niemand half ihm. Aber er konnte sich die Maske vom Kopf reißen und überlebte. Ein Symbol für die erstickenden Repressionen in einer Diktatur, der gegenüber die Autorin ihre innere Freiheit immer bewahren konnte.
Ganz ohne Kitsch und Pathos will sie mit ihren Texten Mut machen, Mut zu Gelassenheit und Zuversicht. „Es gibt immer einen Ausweg in eine Rettung, es gibt immer einen Übergang in eine vorher unsichtbare unvorstellbare Lösung.“
Lilly Munzinger, Gauting
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