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1. NOUVELLE VAGUE
2. THE CHRONOLOGY OF WATER
3. FATHER MOTHER SISTER BROTHER
4. DUST BUNNY
5. EIN KUCHEN FÜR DEN PRÄSIDENTEN
6. NOT OTHER CHOICE
Donnerstag 12.03.2026
NOUVELLE VAGUE
Ab 12. März 2026 im Kino
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Paris, Ende der 1950er-Jahre: Der 28-jährige Jean-Luc Godard hat als Einziger in seinem Freundeskreis noch keinen eigenen Film gemacht. Mit einem verrückten Team, einem amerikanischen Filmstar und wenig Geld gelingt ihm schließlich unter abenteuerlichen Umständen mit AUSSER ATEM ein Meisterwerk, das in die Filmgeschichte eingehen und das Kino für immer verändern wird.
Kult-Regisseur Richard Linklater (BOYHOOD, BEFORE SUNRISE-Trilogie) lässt mit NOUVELLE VAGUE eine ganze Generation junger Wilder wieder lebendig werden: beneidenswert lässig, unverschämt mutig und angetrieben vom unbedingten Willen, alles neu und anders zu machen.
Ein Film, der vor Esprit, Dynamik und Humor nur so sprüht und einen dazu bringt, sich wieder kopfüber in das Kino zu verlieben. Seine Weltpremiere feierte NOUVELLE VAGUE beim Filmfestival von Cannes – unter großem Applaus von Kritik, Publikum und von Fans wie Quentin
Tarantino.

Ein Film von Richard Linklater
Mit Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, Adrien Rouyard, Antoine Besson u.a.


EIN AKT DER LIEBE (von Richard Linklater)

Ich habe einmal gesagt, dass jede Filmemacherin und jeder Filmemacher, die/der schon eine Weile im Geschäft ist, irgendwann in ihrer/seiner Karriere einen Film über den Entstehungsprozess eines Films drehen sollte. Es ist nur natürlich, dass man dieser komplexe und alles verzehrende Vorgang, dem wir unsere Leidenschaft und Kreativität widmen, erforschen möchte. Aber was ist der richtige Ansatz? Wie findet man den richtigen Ton? Ist es überhaupt möglich, DIE AMERIKANISCHE NACHT (1973) zu übertreffen? Wahrscheinlich nicht.
Im Laufe der Jahre kehrten meine Gedanken immer wieder zu dem Moment zurück, als ich meinen ersten größeren Film drehte – zu dieser absoluten Freude, endlich jahrelange filmische Ideen und Obsessionen in einem Film verdichten zu können. Das ist natürlich eine Erfahrung, die man nur einmal machen kann. Niemand ist jemals wirklich vorbereitet auf die physischen und psychischen Kämpfe, die damit einhergehen: das Aufeinandertreffen von überwältigendem Selbstvertrauen und tiefer Unsicherheit aufgrund von Unerfahrenheit, die grenzenlose Leidenschaft, die täglich durch die Instabilität eines Berufs auf die Probe gestellt wird, an dem so viele Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und Bedürfnissen beteiligt sind.
Ich hatte mein Thema, aber eine Autobiografie schien mir nicht die richtige Lösung zu sein. Die Schwierigkeiten beim Drehen eines Films sind für jeden Künstler Teil seines Schaffensprozesses, aber braucht die Welt wirklich ein weiteres Porträt eines Künstlers, der mit den Qualen des Schaffensprozesses ringt? Ist es überhaupt möglich, ACHTEINHALB (1963) zu übertreffen?
Als Jean-Luc Godard vor zwei Jahren verstarb, dachte ich mir: „Es ist Zeit, diesen Film zu drehen, ein Porträt dieses einzigartigen Moments – der Geburt der Nouvelle Vague“. Diesen Liebesbrief an diejenigen, die dich dazu gebracht haben, Filme machen zu wollen, die dich glauben ließen, dass du Filme machen kannst, die dich davon überzeugt haben, dass du Filme machen solltest – und übrigens, worauf hast du gewartet?
Was mich betrifft, so hat die französische Nouvelle Vague mein Leben verändert. Ich war gerade in eine Großstadt gezogen. Ich war 20 Jahre alt und stellte mir immer noch vor, einmal Schriftsteller oder Dramatiker zu werden. Für mich war Kino gleichbedeutend mit Hollywood. Ich mochte Filme zwar, aber ich hatte nie daran gedacht, selbst Filme zu machen.
Als ich AUSSER ATEM und andere Filme der Nouvelle Vague sah, dachte ich: „So etwas ist möglich?“ Diese Freiheit faszinierte mich. Ich wusste nichts über das Filmemachen, aber ich konnte spüren, wie cool, freudig und revolutionär der Film war. Kurze Zeit später, als alle hörten, dass ich mich nun für Kino interessierte, lieh mir ein Freund meiner Eltern sein Buch über die Nouvelle Vague.
Diese Ära des Kinos ist für mich nach wie vor von grundlegender Bedeutung. Und niemand verkörpert sie besser als Godard. Er tut das Verbotene, er skizziert, er improvisiert. Ich liebe seinen Humor, seine Körperlichkeit, seine Kühnheit. Er folgt keinen Regeln außer seinem eigenen filmischen Bewusstsein.
Als er seinen ersten Spielfilm drehte, hinkte er seinen Freunden von Cahiers du Cinéma hinterher.
Er war besorgt, ängstlich, hatte Angst, die Welle verpasst zu haben. Ihm fehlte es an Selbstvertrauen. Ich finde das sehr liebenswert und ganz anders, als man ihn sich später in seiner Karriere vorstellen wird.
Aus heutiger Sicht steht AUSSER ATEM in der Mitte der Filmgeschichte. Es schien jetzt der perfekte Moment, um die Radikalität und den Wagemut dieses Films wieder zu erleben. Um uns daran zu erinnern, dass das Kino sich immer wieder neu erfinden kann. Ein verspieltes Porträt einer eng verbundenen Gemeinschaft von Filmfanatikern zu zeichnen, die Kino leben, in sich aufnehmen und atmen. Um zu erforschen, wie eine neue Art des persönlichen Filmemachens entstand. Und um zu zeigen, dass das Kino ein innovatives Medium ist – und immer sein wird.
Es ging aber nicht darum, AUSSER ATEM neu zu verfilmen, sondern den Filmklassiker aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ich wollte mit meiner Kamera in das Jahr 1959 eintauchen und die damalige Zeit, die Menschen und die Atmosphäre nachstellen. Ich wollte mit den Leuten der Nouvelle Vague abhängen.
Damit die Illusion vollkommen sein würde, mussten wir Schauspieler finden, die ihren realen Vorbildern ähnelten und noch unbekannt sind. Um den Zauber nicht zu zerstören, dass wir wirklich Godard und seinen Zeitgenossen begegnen. Und natürlich mussten wir jemanden finden, der diesen kühnen, gequälten, zerbrechlichen und arroganten jungen Filmemacher verkörpern konnte.
Der Casting-Prozess dauerte mehr als sechs Monate. Als ich unseren Godard, unseren Truffaut, unseren Chabrol und unseren Schiffman zum ersten Mal zusammenbrachte, war das der entscheidende Moment. Da wurde mir klar, dass dieser Film so funktionieren würde, wie ich es mir
vorgestellt hatte, denn sie standen direkt vor mir und freuten sich, wieder zusammen zu sein, im Jahr 1959.
Ich sagte allen Schauspielern: „Ihr dreht keinen historischen Film – ihr lebt im Moment. Godard ist ein bekannter Kritiker, aber er ist hier zum ersten Mal als Regisseur tätig. Habt euren Spaß beim Drehen mit ihm, aber fragt euch, ob dieser Film jemals veröffentlicht wird…“.
Ein weiterer wichtiger Schritt waren die Proben mit den Schauspielerinnen und Schauspielern an den Drehorten und Sets des Films. Bevor wir anfingen, gab ich ihnen diesen Text zum Lesen: Godard strebte nach Spontaneität und Unmittelbarkeit, wie viele Maler und Jazzmusiker seiner
Zeit. Der Begriff „Improvisation” lag in der Luft, er war der Inbegriff von Coolness. Um diese Art von Freiheit zu erreichen, muss man entweder spontan brillant sein (viel Glück dabei!) oder unglaublich hart arbeiten, jede Szene aus jedem Blickwinkel vollständig untersuchen, sie so gut kennen und so entspannt mit dem umgehen, was man tut, dass es spontan und improvisiert wirkt, dass die Darbietung ohne Künstlichkeit ist. Sobald man über die Zeilen selbst, die Absichten der Szene, hinausgeht, kann man eine weitere Ebene der Realität finden, auf der sich das ganze Selbst innerhalb der Figur offenbaren kann. Man muss so sehr mit seiner Figur und den Menschen um einen herum im Einklang sein, dass jedes Verhalten, jede Haltung, jede Geste und jede Beziehung authentisch ist.
Wichtig: Es ist kein Historienfilm. Dieser Film hat keine besondere Bedeutung hinsichtlich seines Alters oder seines Images. Die Momente, die wir schaffen und die beteiligten Figuren haben sich das noch nicht verdient. Als Schauspielerin oder Schauspieler kannst du nur das tun, was jeder von uns im Leben tun kann: einfach im Moment leben, mit der Begeisterung und dem Optimismus, die mit der Jugend und dem Schaffen von Kunst einhergehen.
Ein Großteil des zugrunde liegenden Humors rührt daher, dass das Publikum das Ergebnis bereits kennt. Wir machen sie zu Zeugen der Entwicklung eines einzigartigen Filmkünstlers, der einen der meistdiskutierten und einflussreichsten Filme der Geschichte drehte. Aber niemand in unserem Film weiß das.
Es gibt nur wenige Konflikte – nämlich mit Beauregard, wenn es um Zeitplan und Geld geht, und mit Seberg, in unterschiedlichem Maße, wenn es um Arbeitsmethoden geht. Aber im Großen und Ganzen seid ihr alle einfach nur froh, dabei zu sein, und ihr habt keine Ahnung, ob das, woran ihr
arbeitet, gut ist oder nicht...
Vergesst niemals, dass das Filmemachen an sich optimistisch ist. Und wie François Truffaut zu dieser Zeit sagte: „Der Film der Zukunft wird ein Akt der Liebe sein.“
Also jetzt... rocken wir‘s!
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Mittwoch 04.03.2026
THE CHRONOLOGY OF WATER
Ab 05. März 2026 im Kino
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Disziplin, Schmerz, Begehren, Befreiung. Schreiben, Schwimmen, Überleben – all das verschmilzt zu einer einzigen Bewegung. Bilder, Geräusche und Erinnerungen prallen aufeinander und formen eine Erfahrung, die unter die Haut geht.
In ihrem Regiedebüt THE CHRONOLOGY OF WATER löst Kristen Stewart die autobiographische Vorlage der Schriftstellerin und Schwimmerin Lidia Yuknavitch aus den Konventionen des klassischen Biopics. Statt einer linearen Lebensgeschichte erzählt der Film aus der subjektiven Perspektive seiner Hauptfigur – körperlich, fragmentarisch, aus nächster Nähe.
Lidia wächst im Oregon der 1970er Jahre in einem von Gewalt und Alkohol geprägten Umfeld auf. Als begabte Schwimmerin sucht sie Zuflucht im Wasser, doch Schmerz und Selbstzerstörung begleiten sie auch an Land. Erst im Schreiben beginnt sie, sich ihre eigene Geschichte anzueignen und Erfahrungen von Verletzung und Verlust in Sprache zu verwandeln.
Imogen Poots verkörpert Lidia Yuknavitch mit einer Präsenz, die nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. An ihrer Seite spielt ein hochkarätiges Ensemble mit Thora Birch, Tom Sturridge, Jim Belushi, Earl Cave, Susannah Flood und Kim Gordon. Stewart findet für Yuknavitchs Prosa eine filmische Form, die deren sinnliche Sprache nicht illustriert, sondern übersetzt. THE CHRONOLOGY OF WATER taucht ganz in das Erleben seiner Hauptfigur ein – und erzählt von Selbstermächtigung als Prozess, nicht als Ziel. THE CHRONOLOGY OF WATER ist eine der Entdeckungen aus Cannes 2025 – und das beeindruckende Debüt einer eigenwilligen neuen Regisseurin.


Ein Film von Kristen Stewart
Mit Imogen Poots, Thora Birch, Susannah Flood, Tom Sturridge, Kim Gordon, Michael Epp, Earl Cave, Charlie Carrick, Esmé Creed, Miles und Jim Belushi


REGIESTATEMENT

Ich bin 2017 zum ersten Mal auf Lidia Yuknavitchs „The Chronology of Water“ gestoßen. Und schon auf der allerersten Seite spürte ich eine Spannung. Diese bruchstückhafte, nichtlineare Reise durch Trauma und Erinnerung war anders als alles, was ich je zuvor gelesen hatte. Nach 40 Seiten hatte ich eine so starke körperliche Reaktion, dass ich das Buch weglegte, zu meinem Handy griff und meinem Team mitteilte: „Ich muss mit der Person sprechen, die das geschrieben hat.“
Was mich faszinierte, war die Fragmentierung: Yuknavitch liefert keine geordnete Erzählung, sondern präsentiert dir die Bruchstücke eines Lebens und fordert dich auf, sie selbst zusammenzusetzen.
Dieser Akt der Rekonstruktion – zuzusehen, wie eine Geschichte zerbricht, und sie dann wieder zusammenzufügen – wurde zum Antrieb meiner Überzeugung, dass dies mein erster Film sein müsste.
Ich liebe Lidia, und in gewisser Weise ist sie für mich heilig. Über Nacht wurde das Buch für mich zu einem heiligen Text. Es gibt Stimmen, die dir helfen, deine eigene zu Ändern.
Kunst sollte Vielfalt bewirken. Und dieses Werk befasst sich auf eine Weise mit Perspektive und Körper, die sich so persönlich und physisch anfühlt. Es ist wirklich eine Reise, bei der du dein eigenes Abenteuer wählen kannst.
Über acht Jahre hinweg habe ich geschrieben und umgeschrieben. Ich habe alles bis zum Gehtnichtmehr überarbeitet, 500 Versionen erstellt und ein Skript geformt, das so flüchtig und neurologisch sein durfte wie die Erinnerung selbst.
Die Jahre, die ich damit verbracht habe, mich den Prozessen anderer Leute zu unterwerfen, haben michdazu gebracht, zu fragen: „Warum machen wir das so – und können wir es anders machen?“
Im Kern ist „The Chronology of Water“ eine Einladung: Hässliches mitanzusehen, sich mit Scham auseinanderzusetzen und dabei zu erkennen, dass dein Körper und deine Geschichte dir selbst gehören. Es ist eine Einladung, sich nicht mehr zu verstecken.
Die weibliche Erfahrung ist ein großes, ein riesiges Geheimnis. Von Geburt an wird uns gesagt, dass wir fast alles für uns behalten sollen. Geheimnisse zu erzählen macht Spaß.
Ich wollte, dass sich dieser Film wie ein HotPotato Partyspiel anfühlt: zu heiß zum Anfassen. Ich wollte einen Film, der vor Unmittelbarkeit nur so strotzt: schnelle Schnitte, immersiver Sound, ein viszeraler Rhythmus, der widerspiegelt, wie Erinnerung wirklich funktioniert – und der alle im Kinosaal daran erinnert, dass die eigene Geschichte selbst neu geschrieben werden kann.
Ich hoffe, dass das Publikum am Ende versteht, dass die Zurückeroberung der eigenen Stimme – durch Schreiben, durch Kunst, einfach durch das Erzählen der persönlichen Geschichte – ein Akt radikaler Kraft ist.
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Donnerstag 26.02.2026
FATHER MOTHER SISTER BROTHER
Ab 29. Februar 2026 im Kino
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FATHER MOTHER SISTER BROTHER ist ein behutsam als Triptychon komponierter Spielfilm. Die drei Geschichten kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: FATHER ist im Nordosten der USA angesiedelt, MOTHER in Dublin und SISTER BROTHER in Paris. Es ist eine Reihe von Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung – und zugleich eine Komödie, durchzogen von feinen Fäden der Melancholie.


Ein Film von JimJarmusch
Mit Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett u.a.

In seinem neuesten Geniestreich lässt Regie-Ikone Jim Jarmusch den hochkarätigen Cast um Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Indya Moore und Luka Sabbat die Untiefen familiärer Beziehungen ausloten. FATHER MOTHER SISTER BROTHER wurde bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.


Regiekommentar
„FATHER MOTHER SISTER BROTHER ist eine Art Anti-Actionfilm; sein subtiler und ruhiger Stil ist sorgfältig aufgebaut, um kleinen Details Raum zu geben, sich zu entfalten – fast so, als würden Blumen behutsam in drei zarten Arrangements platziert. Die Zusammenarbeit mit den meisterhaften Kameraleuten Frederick Elmes und Yorick Le Saux, dem brillanten Editor Affonso Gonçalves sowie weiteren regelmäßigen Weggefährten erhebt das, was mit Worten auf einer Seite begann, zu einer Form von reinemKino.“
Jim Jarmusch


Tom Waits als Vater
Tom Waits ist ein international gefeierter Singer-Songwriter, Performer, Komponist, Film- und Theaterschauspieler sowie Dichter.
In einer Karriere, die sich übermehrere Jahrzehnte erstreckt, wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter eine Oscar®-Nominierung für die beste Filmmusik, ein Golden Globe® für das beste Ensemble, der PEN Award, mehrere Grammy Awards und Nominierungen sowie die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame.
Neben seiner unverwechselbaren Stimme zeichnen sich Waits’ mehr als zwanzig Alben durch außergewöhnliche Orchestrierungen und Arrangements aus, die traditionelle europäische und amerikanische Musikformen auf unkonventionelle Weise miteinander verbinden – von Jazz-Folk und Blues bis hin zu Kabarett, Field Hollers und Spoken Word.
Als Schauspieler wirkte Tom Waits in über zwanzig Filmen mit, darunter WOLFSMILCH, BRAM STOKER’S DRACULA, DOWN BY LAW, SHORT CUTS, THE BOOK OF ELI, DAS KABINETT DES DOKTOR PARNASSUS und 7 PSYCHOS, und arbeitete dabei mit namhaften Autorenfilmern wie Jim Jarmusch, Terry Gilliam, Francis Ford Coppola, Hector Babenco, Martin McDonagh, RobertAltman und den Coen-Brüdern zusammen.

Adam Driver als Jeff
Adam Driver war zuletzt in Francis Ford Coppolas MEGALOPOLIS und Michael Manns FERRARI zu sehen. Für seine Rollen in Noah Baumbachs MARRIAGE STORY und Spike Lees BLACK KKLANSMAN wurde er für den Oscar® nominiert. Zu den zahlreichen Filmen, in denen er mitwirkte, zählen unter anderem Ridley Scotts THE LAST DUEL, Leos Carax' ANNETTE, Jim Jarmuschs PATERSON und THE DEAD DON'T DIE, Steven Soderberghs LOGAN LUCKY sowie Martin Scorseses SILENCE. Weltweit bekannt wurde er für seine Rolle als Kylo Ren in der STAR WARS-Sequel-Trilogie.
Außerdem erhielt Adam Driver Emmy®-Nominierungen für seine Gastrolle als Moderator bei „Saturday Night Live“ und seineLeistunginderHBO-Serie„Girls“.
Kürzlich stand er in der Off-Broadway-Produktion von Kenneth Lonergans „Hold On to Me Darling“ unter der Regie von Neil Pepe auf der Bühne. Für seine Rolle in „Burn This“ unter der Regie von Michael Mayer wurde er für einen Tony® nominiert und für „Look Back in Anger“ unter der Regie von Sam Gold mit dem Lucille Lortel Award als herausragender Nebendarsteller ausgezeichnet.
Adam Driver ist Absolvent der Juilliard School und ehemaliger Soldat der US-Marines.

Mayim Bialik als Emily
Mayim Bialik ist vor allem bekannt für ihre Hauptrolle als Blossom Russo in der NBC-Sitcom „Blossom“ aus den frühen 1990er Jahren und für die Rolle der Amy Farrah Fowler in der von Kritikern gefeierten CBS-Comedy-Serie „The Big Bang Theory“, für die sie zwei Critics' Choice Awards, vier Emmy®-Nominierungen und eine SAG-Award-Nominierung erhielt.
Sie war zwei Staffeln lang Moderatorin von „Jeopardy!“ und erhielt für ihre Leistung in dieser Funktion ihre fünfte Emmy®-Nominierung. Die Kultshow gewann in dem Jahr, in dem sie moderierte, ihren ersten Primetime-Emmy®.
Im Jahr 2021 schrieb und inszenierte Mayim Bialik ihr Spielfilmdebüt AS THEY MADE US – EIN LEBEN LANG mit Dustin Hoffman, Candice Bergen, Dianna Agron und Simon Helberg in den Hauptrollen.
Mayim Bialik moderiert zudem den beliebten Mental-Health-Podcast „Mayim Bialik’s Breakdown”, der über 60 Millionen Mal abgerufen wurde. Sie hat einen Bachelorabschluss und einen Doktortitel in Neurowissenschaften von der UCLA und ist Autorin von vier Büchern, von denen zwei auf der Bestsellerliste der New YorkTimes stehen: „Girling Up:How to be Strong, Smart and Spectacular” und „Boying Up: How to be Brave, Bold and Brilliant“.

Charlotte Rampling als Mutter
Charlotte Rampling begann ihre Filmkarriere 1964 mit Richard Lesters DER GEWISSE KNIFF. 1966 übernahm sie die Rolle der Meredith in GEORGY GIRL, woraufhin ihre Schauspielkarriere sowohl im englischen, französischen als auch im italienischen Kino Fahrt aufnahm; sie spielte 1969 in Luchino Viscontis DIE VERDAMMTEN und 1974 in Liliana Cavanis DER NACHTPORTIER an der Seite von Dirk Bogarde.
Beim amerikanischen Publikum erlangte sie große Bekanntheit durch die Neuverfilmung von Raymond Chandlers Kriminalroman FAHR ZUR HÖLLE, LIEBLING, später durch Woody Allens STARDUST MEMORIES und insbesondere durch THE VERDICT – DIE WAHRHEIT UND NICHTS ALS DIE WAHRHEIT, ein gefeiertes Drama unter der Regie von Sidney Lumet mit Paul Newman in der Hauptrolle.
Zu ihrer langen Liste von Filmen gehören auch Alan Parkers ANGEL HEART, Ian Softys WINGS OF THE DOVE – DIE FLÜGEL DER TAUBE, Michael Cacoyannis THE CHERRY ORCHARD DER KIRSCHGARTEN, Dominik Molls LEMMING, Laurent Cantets IN DEN SÜDEN, Jonathan Nossiters SIGNS & WONDERS und Nagisa Oshimas MAX MON AMOUR.
Charlotte Rampling hat mehrfach mit dem Regisseur François Ozon zusammengearbeitet und war in UNTER DEM SAND, SWIMMINGPOOL, ANGEL–EIN LEBEN WIE IM TRAUM und JUNG & SCHÖN zu sehen.
Zu ihren jüngsten Arbeiten zählen THE LITTLE STRANGER, RED SPARROW, HANNAH, ASSASSIN'S CREED, EUPHORIA, GRENZENLOS, 45 YEARS, WAITING FOR THE MIRACLE TO COME, THE SENSE OF AN ENDING VOM ENDE EINER GESCHICHTE, NACHTZUG NACH LISSABON, I, ANNA, MELANCHOLIA, IM AUGE DES STURMS, STREETDANCE 3D, ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN, BABYLON A.D., LIFE DURING WARTIME, BOOGIE WOOGIE – SEX, LÜGEN, GELD UND KUNST und DIE HERZOGIN sowie in den Serien „Broadchurch“, „Dexter” und „Restless”.
Für ihre Rolle in 45 YEARS erhielt Charlotte Rampling zahlreiche Auszeichnungen als Beste Schauspielerin, darunter bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin, dem Edinburgh International Film Festival, dem London Film Critics’ Circle und beim Europäischen Filmpreis.
Außerdem wurde sie für einen Oscar® nominiert.

Cate Blanchett alsTimothea
Cate Blanchett ist eine international gefeierte Schauspielerin, Produzentin, Menschenrechtsaktivistin und Kämpferin für Lösungen zur Bewältigung der Klimakrise.
Zu ihren Filmrollen zählen Auftritte in TÁR, NIGHTMARE ALLEY, DON’T LOOK UP, OCEAN’S 8, THOR: TAG DER ENTSCHEIDUNG, CAROL, BLUE JASMINE, I’M NOT THERE, DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON, TAGEBUCH EINES SKANDALS, DIE TIEFSEETAUCHER, INDIANA JONES UND DAS KÖNIGREICH DES KRISTALLSCHÄDELS, der DER HERR DER RINGE-Trilogie, DER HOBBIT, AVIATOR, DER TALENTIERTE MR. RIPLEY und ELIZABETH. Zuletzt war sie in der Miniserie „Disclaimer“ von Alfonso Cuarón und in TANZ DER TITANEN zu sehen, bei denen sie auch als ausführende Produzentin tätig war. Cate Blanchett hat im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter zwei Oscars®, vier BAFTAs, drei Golden Globes® und drei Screen Actors Guild Awards.
Cate Blanchett ist Mitbegründerin und Geschäftsführerin der Film- und Fernsehproduktionsfirma Dirty Films (zusammen mit ihren Partnern Andrew Upton und Coco Francini), die kürzlich „Proof of Concept“ ins Leben gerufen hat, ein Programm, das finanzielle Unterstützung, Mentoring und Präsentationsmöglichkeiten für weibliche, trans und nicht-binäre Filmschaffende bietet. Für Dirty Films produzierte Blanchett Warwick Thorntons preisgekrönten Film THE NEW BOY, in dem sie auch selbst mitwirkte, Christos Nikous Apple-Original-Film „Fingernails“ mit Jessie Buckley, Riz Ahmed und Jeremy Allen White sowie Noora Niasaris preisgekrönten Debütfilm SHAYDA mit Zar Amir Ebrahimi in der Hauptrolle. Zu den weiteren Credits gehören Todd Haynes' CAROL und Todd Fields TÁR, Christos Nikous APPLES sowie die zehnfach Emmy-nominierte Serie „Mrs.America“.
Von 2008 bis 2013 war Cate Blanchett gemeinsam mit Andrew Upton künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Sydney Theatre Company (STC) und produzierte jährlich 16 Stücke auf vier Bühnen, die auf umfangreichen Tourneen im In- und Ausland zu sehen waren. Zu den Produktionen
der STC, in denen sie auch selbst auftrat, gehören Andrew Uptons „The Present“ unter der Regie von John Crowley, für das sie eine Tony-Award-Nominierung am Broadway erhielt, Tennessee Williams' „Endstation Sehnsucht“ unter der Regie von Liv Ullman, Anton Tschechows „Onkel Wanja“ unter der Regie von Tamás Ascherso wie Benedict Andrews' Inszenierungen von „The War of the Roses“, Genets „Die Zofen“ und Botho Strauß' „Gross und Klein“. Weitere bemerkenswerte Produktionen umfassen Steven Soderberghs „Tot Mom“, eine Adaption von Kate Grenvilles „The Secret River“ unter der Regie von Neil Armfield, Sam Wests „True West“ unter der Regie von Philip Seymour Hoffman, Produktionen des Regisseurs Kip Williams sowie David Harrowers „Blackbird“ und Joan Didions „Das Jahr magischen Denkens“, die beide von Blanchett inszeniert
wurden. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielten Blanchett und Upton den Green Globe Award, da sie das Unternehmen zu einer der umweltfreundlichsten Kunstorganisationen weltweit gemacht haben.
Cate Blanchett war zudem Vorsitzende der Festivaljurys in Cannes, Venedig und beim Camerimage-Festival in Polen.
Die Filmfestspiele von Venedig haben ihr zweimal den Preis für die beste Darstellerin verliehen. Sie ist Stipendiatin des BFI London Film Festivals, wurde mit dem Stanley Kubrick Award for Excellence in Film ausgezeichnet und hat einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Zu ihren
zahlreichen weiteren Auszeichnungen zählen der Ehren-César, der Internationale Goya, der Chaplin-Award und der Donostia-Preis von San Sebastián. Sie wurde in Frankreich zum „Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres“ sowie in Australien zum „Companion of the Order of Australia“ ernannt und mit der Centenary Medal für ihre Verdienste um die australische Gesellschaft ausgezeichnet. Zudem erhielt sie die Ehrendoktorwürde der University of New South Wales, der University of Sydney und der Macquarie University.
Cate Blanchett ist globale Sonderbotschafterin des UN- Flüchtlingshilfswerks UNHCR und Mitglied des Earthshot Prize Councils. Außerdem ist sie Vorstandsmitglied des britischen National Theatre, lebenslanges Mitglied der Australian Conservation Foundation, engagierte Unterstützerin des Actors Benevolent Fund, der SAG-AFTRA Foundation und der Australian Wildlife Conservancy, darüber hinaus AFI-Botschafterin sowie Schirmherrin des Sydney Film Festivals und der NIDA Foundation, der Schauspielschule, an der sie selbst ausgebildet wurde.
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Mittwoch 18.02.2026
DUST BUNNY
Ab 19. Februar 2026 im Kino
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In Bryan Fullers (HANNIBAL, PUSHING DAISIES) visionärem wie fantastischem Spielfilm-Regiedebüt DUST BUNNY tut sich ein 10-jähriges Mädchen mit ihrem geheimnisvollen Nachbarn, einem Auftragskiller, zusammen, um es mit ihren jeweiligen Monstern aufzunehmen.
Die junge Aurora (Sophie Sloan) ist überzeugt davon, dass ein Monster ihre Familie verschlungen hat. In ihrer Verzweiflung sucht sie Hilfe bei dem mysteriösen Fremden von nebenan (Mads Mikkelsen), einem Auftragskiller, der ihr nur widerwillig seine Dienste zusagt. Er vermutet, dass
Auroras Eltern gar nicht von einem Fabelwesen gefressen, sondern Opfer eines Anschlags wurden, der eigentlich ihm galt. Getrieben von Schuld- und Verantwortungsgefühlen stellt er sich schließlich der Aufgabe, das Mädchen zu beschützen – und muss dabei erkennen, dass so manche Monster tatsächlich real sind.


Ein Film von Bryan Fuller
Mit Mads Mikkelsen, Sophie Sloan, Sigourney Weaver, David Dastmalchian, Rebecca Henderson und Sheila Atim

Regiekommentar von Bryan Fuller

DUST BUNNY erzählt von einem jungen Mädchen, das einen Auftragskiller engagiert, um das Monster unter ihrem Bett zu töten. Im Kern geht es dabei um dunkle Gefühle und die Frage danach, wie wir lernen können, mit ihnen umzugehen – und letztendlich mit ihnen zu leben. Eigentlich wünschte sich unsere Heldin Aurora sogar selbst, dass das Monster unter ihrem Bett ihre Eltern fressen würde. „Sie waren nicht besonders nett zu mir“, ist die einzige Erklärung, die wir dafür von ihr erhalten.
Zum Hintergrund meinerseits: Ich bin mit einem gewalttätigen Vater aufgewachsen und wäre als Junge durchaus zufrieden damit gewesen, wenn ein Monster ihn gefressen hätte.
Es gibt doch unzählige Gründe dafür, warum ein Kind im Moment eines Wutanfalls (oder auch einem anderen) den dringenden Wunsch verspüren könnte, dass es seine Eltern nicht mehr geben sollte – von falschen Weihnachtsgeschenken über Ausgangssperren bis hin zu selteneren und durchaus bösartigeren Situationen. Ich möchte, dass sich die Zuschauer*innen ihre eigene Vorstellung davon machen, warum Aurora einen solchen Wunsch geäußert haben könnte – oder, genauer gesagt, warum sie ihn selbst hätten äußern können.
Immerhin hatte ich auch meine Gründe.
Als Märchen erkundet DUST BUNNY die Möglichkeit, was denn passiere, wenn einem Kind jener finstere Wunsch tatsächlich erfüllt würde – der Wunsch, einen Elternteil oder gleich beide ein für alle Mal loszuwerden... und dann auch mit den Konsequenzen leben zu müssen. Wie viele Märchen ist auch DUST BUNNY letztendlich ein Rätsel, wenn nicht sogar in erster Linie.
Die Frage, die wir seinem Publikum damit stellen, lautet: „Glaube ich Aurora?“
Hoffentlich glaubt man ihr in den ersten beiden Akten nicht!
Mit ihrer lebhaften Vorstellungskraft zeigen wir Auroras Wahrnehmung aus einer ziemlich unzuverlässigen Perspektive: Schatten atmen, Tapeten bewegen sich, und unter ihrem Bett lauert ein Monster. Um sie herum geschehen allerlei „magische“ Dinge, die sonst niemand bemerkt. Bedeutet das etwa, dass das, was Aurora erlebt, gar nicht real ist?
Ihre Gefühle hingegen sind durchaus real. Sie lebt in ständiger Angst vor ihnen, während ihr Nachbar gegenüber seinen eigenen Gefühlen abgestumpft ist. Im Gegensatz dazu erscheint seine Wahrnehmung vom Sachverhalt um das Mädchen vernünftig: kein Monster, nur Menschen mit Kugeln und Messern anstatt Zähnen und Krallen.
Doch entspricht Vernunft nicht immer der Wirklichkeit. Und bloß weil ein Kind etwas Außergewöhnliches behauptet, bedeutet das noch lange nicht, dass es nicht wahr ist.
Alle wären besser daran beraten, Aurora zu glauben. Wenn DUST BUNNY eine Botschaft hat, dann: „Glaube Kindern.“ Sobald ihr Nachbar ihr Glauben schenkt, ist Aurora in der Lage, mit ihrem Monster umzugehen. Ich möchte gar nicht, dass DUST BUNNY wie Medizin wirkt, aber ich würde mich freuen, wenn der Film zum Nachdenken anregt. Auroras Antwort „Sie waren nicht besonders nett zu mir“ wurde tatsächlich von etwas inspiriert, das mir mal die Mutter eines Freundes mitgegeben hat. Sie arbeitete als Lehrerin und kannte sämtliche Anzeichen von Missbrauch. „Sie sind nicht besonders nett zu dir, oder?“, fragte sie dann.
Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie bedeutsam es für mich war, meine Erfahrungen von einer Erwachsenen anerkannt und eingeordnet zu bekommen. Immerhin verzerrt Missbrauch die eigene Wahrnehmung: Man fragt sich, warum er einem angetan wurde, warum man ihn verdient haben könnte und manchmal sogar, ob er überhaupt wirklich stattgefunden hat.
Falls DUST BUNNY Gespräche anregt, hoje ich, dass sie davon handeln, auf Kinder einzugehen und wahrzunehmen, was sie vielleicht nicht mit Worten sagen, aber auf andere Weise ausdrücken. Wie schön wäre es, wenn unser Film einem (inneren) Kind das Gefühl vermitteln könnte, verstanden und ernst genommen zu werden…?
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Donnerstag 12.02.2026
EIN KUCHEN FÜR DEN PRÄSIDENTEN
Ab 05. Februar 2026 im Kino
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Allen Widerständen zum Trotz
Für meinen ersten Spielfilm wollte ich mich mit einem Thema, einer Welt, einem Motiv und Figuren befassen, die mir vertraut sind. Ich wollte einen Film aus Erinnerungen entwickeln, der die tägliche Realität der Menschen im Irak dieser Zeit schildert, aber vor allem die Kraft der Liebe und Freundschaft feiert. […]
Mich interessieren echte menschliche Emotionen, Kämpfe, Verbindungen und Geschichten. In diesem Film habe ich versucht, alles offen Politische zu vermeiden. Es war mir ein großes Anliegen, authentische Charaktere und eine Zeit im Irak zu zeigen, die noch nie zuvor dargestellt wurde. Natürlich ist mir bewusst, dass die Geschichte politische Elemente enthält, aber das ist die natürliche Folge eines Films über den Irak unter Saddam Hussein, unter Sanktionen und Kriegen. Mir war es auch sehr wichtig, dass die Iraker im Alltag als „Helden“ dargestellt werden und nicht als Kriegssoldaten, wie es in irakischen Filmen sonst üblich ist.
Hasan Hadi, Regisseur und Drehbuchautor von EIN KÜCHEN FÜR DEN PRÄSIDENTEN


Ein Film von Hasan Hadi
Mit Baneen Ahmed Nayyef (Lamia), Sajad Mohamad Qasem (Saeed), Waheed Thabet Khreibat (Bibi), Rahim AlHaj (Jasmin) u. a.


„Glückwunsch, Lamia! Du kannst stolz sein!“ Lamia wurde in der Klasse ausgelost. Aber mit Stolz erfüllt es sie nicht, dass ihr nun die große Aufgabe obliegt, einen Kuchen für die Geburtstagsfeierlichkeiten des irakischen Präsidenten Saddam Hussein zu backen. Für das neunjährige Mädchen, das gemeinsam mit seiner Großmutter Bibi in armen Verhältnissen im Marschland im Süden des Irak lebt, ist das eine große Herausforderung. Zumal sie weiß, dass sie nicht scheitern darf, weil ihr sonst eine Strafe droht. Mit Bibi und ihrem Hahn Hindi macht Lamia sich auf den Weg in die Stadt, um die teuren Zutaten Mehl, Eier, Zucker und Backpulver zu kaufen. Dafür hat Bibi das letzte Bargeld sowie ein Radio und Schmuckstücke zum Tauschen eingepackt.
Erst versteht Lamia nicht, weshalb ihre Oma ihr in der Stadt plötzlich eine neue Schuluniform kaufen will. Doch schon kurz danach, wird es ihr klar: Ihre Oma will Lamia einer fremden Familie überlassen, weil sie sich nicht mehr um sie kümmern kann. Lamia ist zutiefst betroffen und fürchtet, sie habe etwas falsch gemacht – und läuft davon. Sie beschließt, die Zutaten für den Kuchen alleine zu beschaffen. In der Stadt trifft sie ihren besten Freund Saeed, als dieser gerade einen Passanten bestiehlt; Saeed hat die Aufgabe, Obst für den Präsidentengeburtstag zu besorgen, und kommt ebenfalls aus einer armen Familie. Während Bibi beginnt, nach ihrer Enkelin zu suchen, streifen Lamia und Saeed allein durch die Stadt.
Sie treffen auf freundliche Menschen, die sich für sie einsetzen, und böswillige, die sie ausnutzen und ihnen im Tausch gegen die Uhr Falschgeld andrehen. Indem sie kleine Tätigkeiten für einen Händler erledigen, können sie sogar an Eier kommen. Dann jedoch wird Lamias Hahn Hindi gestohlen – und es kommt deswegen zum Streit zwischen Lamia und Saeed. Als Lamia Hindi bei einem Schlachter wiederentdeckt, kann sie den Mann zwar überreden, ihr den Hahn wieder zu überlassen, entgeht aber kurz danach nur knapp einem Missbrauch durch den Schlachter, der sie im Tausch gegen Backpulver in ein Pornokino einladen will. Gerade noch rechtzeitig kann Lamia die Flucht ergreifen, wird jedoch kurz danach von der Polizei aufgegriffen, weil der Schlachter sie als Diebin bezichtigt. Einem freundlichen Taxifahrer, dem sie mit ihrer Oma schon zuvor begegnet ist, ist es zu verdanken, dass Lamia schließlich frei kommt. Die nächste Hiobsbotschaft allerdings folgt sogleich. Die an Diabetes erkrankte Oma liegt im Krankenhaus. Als Lamia mit dem Taxifahrer dort ankommt, ist Bibi bereits verstorben. Mit dem Sarg ihrer Oma kehrt Lamia nach Hause zurück, wo sie nachts auf dem Fluss Abschied von ihrer Oma nimmt.
Saeeds Mutter hilft Lamia am folgenden Tag, den Kuchen zu backen. Lamia hat den Auftrag des Lehrers damit erfüllt. Just als die Geburtstagsfeier für den Präsidenten in der Schule beginnen soll, ertönen jedoch plötzlich Siren. Lamia und Saeed verstecken sich unter Bänken im Klassenzimmer und sehen sich in die Augen. Bombeneinschläge der Luftangriffe kommen immer näher.
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Mittwoch 04.02.2026
NOT OTHER CHOICE
Ab 05. Februar 2026 im Kino
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Man-su hat sich mit viel Fleiß und harter Arbeit ein perfektes Leben geschaffen: Haus mit Garten, harmonische Ehe, talentierte Kinder und genug Zeit für sein geliebtes Bonsai-Hobby. Doch als KI plötzlich seinen Job ersetzt, müssen er und seine Familie auf allerlei Annehmlichkeiten verzichten: die Tennisstunden der Gattin, das Netflix-Abo der Kinder und selbst die zwei treuen Golden Retriever können sie sich nicht mehr leisten. Und je länger Man-su vergeblich Bewerbungen schreibt, desto näher rückt auch der Verlust des geliebten Hauses. Schließlich begreift er: Nicht der Mangel an Jobs ist das Problem, sondern die Menge an Mitbewerbern. Man-su bleibt keine andere Wahl als sich–auf sehr kreative Art und Weise–seiner Konkurrenten zu entledigen.
Park Chan-wook (OLDBOY, DIE TASCHENDIEBIN) zählt neben Bong Joon-ho (PARASITE) zu den großen Meistern kluger und kunstvoller Unterhaltung aus Südkorea. Mit NO OTHER CHOICE gelingt ihm ein bitterböses Vergnügen, eine messerscharfe Symphonie des Absurden – visuell brillant und beißend komisch. In der Hauptrolle glänzt Lee Byung-hun (SQUID GAME) als Mittelschichtskarrierist ohne Hemmungen, aber mit blutig-grünem Daumen. Ein wildes Kinoerlebnis voller unvorhersehbaren Wendungen, das seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig 2025 feierte und sich schon jetzt auf direktem Weg zum Kultfilm befindet.


Ein Film von Park Chan-Wook
mit Lee Byung-hun, Son Yejin, Park Hee-soon, Lee Sung-min, Yeom Hye-ran u.v.a.


PARK CHAN-WOOK (Regie & Drehbuch)

„Ich wollte einen Film drehen, der die Zuschauer dazu bringt, sich zu fragen: Was gilt im Leben der heutigen Mittelschicht als unterste Grenze? Welcher Standard muss erfüllt sein, damit ein Leben als anständig gilt? Und daraus folgend: Was genau versucht dieser Mann eigentlich zu
schützen?"
Regisseur Park Chan-wook hat seit seinem ersten Film JOINT SECURITY AREA und später mit OLDBOY, DIE TASCHENDIEBIN und DIE FRAU IM NEBEL immer wieder neue Maßstäbe im koreanischen Kino gesetzt – sei es durch seine faszinierenden Figuren, seine provokante
Erzählweise oder seine fesselnden Mise-en-Scène. Als erster Koreaner gewann er drei Auszeichnungen bei den Filmfestspielen von Cannes: den Großen Preis der Jury bei den 57. Festspielen OLDBOY), den Preis der Jury bei den 62. Festspielen (DIE TASCHENDIEBIN) und Beste Regie bei den 75. Festspielen (DIE FRAU IM NEBEL).
Mit NO OTHER CHOICE realisierte Park Chan-wook ein Herzensprojekt, an dem er bereits seit mehr als 10 Jahren arbeitete. Der Film basiert auf dem Roman „The Ax“ (1997) von Donald E. Westlake, der bereits 2005 von Costa-Gavras verfilmt wurde.

Filmografie:
2025 NO OTHER CHOICE
2024 THE SYMPATHIZER (Mini-Serie)
2022 DIE FRAU IM NEBEL
2018 DIE LIBELLE (Mini-Serie)
2016 DIE TASCHENDIEBIN
2014 A ROSE REBORN (Kurzfilm)
2013 STOKER
2011 NACHTANGELN (Kurzfilm)
2009 DURST
2006 I’M A CYBORG, BUT THAT’S OK
2005 LADY VENGEANCE
2003 OLDBOY
2002 SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE
2000 JOINT SECURITY AREA
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