Germering. Vor gut einem Jahr tourte Simon Oslender mit internationaler Besetzung quer durch Deutschland. Unter anderem in seiner Band: Der legendäre Schlagzeuger Steve Gadd, Bassist Will Lee, als Gäste keine geringeren als Jakob Manz und Nils Landgren. Das anschließende aus Live-Mitschnitten zusammengestellte Album „On A Roll“ war so etwas wie Oslenders offizieller Ritterschlag in der Welt der Fusion-Music.
Am Freitagabend gastierte der 1988 in Aachen geborene Pianist und Keyboardspieler mit seinem Trio im Germeringer Amadeussaal und hatte (natürlich) etliche Stücke seines vorangegangenen Albums im Repertoire. Nun, was diese Band, mit Claus Fischer am Bass und Jérome Cardynaals am Schlagzeug, an diesem Abend spielte, war weder Jazz noch Rock. JazzRock im klassischen Sinn, die adäquate Zusammenführung beider Spielarten, war es aber auch nicht. Am ehesten präsentierte das Trio ein evidentes Fusion-Mosaik in Mainstream-Manier, das sich aus unterschiedlichsten populärmusikalischen Ingredienzien speiste. Jazz und Rock sind hier nur zwei Zutaten unter vielen. Hinzu kommen Funk und Rhythm & Blues, Latin und Bop, Swing und Soul, offenkundige Melodien und eingängige Harmonien.
Was man sich jedoch gewünscht hätte, bei allem instrumentalen Geschick jedes Einzelnen, wäre mehr Mut und musikalisch freizügiger Ideen. So zeichnete sich das Konzert allein durch eine gepflegten Vielfalt aus, die das Publikum zwar bravourös unterhielt, aber letztendlich in seiner Umsetzung enttäuschte.
Jörg Konrad



































