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7. Toumani Diabaté „Djelika“
8. Henri Texier „Healing Songs“
9. Daniel Zimmermann „Snapshots“
10. Marion Rampal „Song For Abbey – Tribute To Abbey Lincoln“
11. Vor 25 Jahren: Chris Whitley „Rocket House“
12. Wolfgang Amadeus Mozart „The Violin Concertos“ Mozarteumorchester Salzb...
Mittwoch 04.02.2026
Toumani Diabaté „Djelika“
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Griots sind aus Westafrika stammende, traditionelle Geschichtenerzähler. Sie singen oder spielen Instrumente, die ihre kulturelle Historie zum Ausdruck bringen, die ihre Vergangenheit bewahren und in die Gegenwart transportieren. Sie übersetzen zugleich das Bewahrenswerte ihrer ethnischen Herkunft in die Gegenwart und sind somit wichtige Vertreter eine Art Erinnerungskultur.
Toumani Diabaté versteht sich als ein solcher Griot. Aus Mali stammend, einem Binnenstaat Westafrikas, spielt er seit Kinderjahren die Kora, eine 21-saitigen Harfe, die einzigartig für die Mande-Völker dieser Region ist. Diabaté gehörte bis zu seinem frühen Tod 2024 zu den internationalen Griot-Botschaftern seines Landes. Das rein instrumentale Album „Djelika“ beinhaltet die hohe Kunst des Kora-Spiels, wie sie Toumani Diabaté sein kurzes Leben lang hinaus in die Welt transportierte. Auf seinen rastlosen Reisen rund um die Welt und der Suche nach Innovation, hat Toumani versucht, das Instrument und die Philosophie seiner Handhabung zu vermitteln. Zugleich war er immer offen für äußere Einflüssde, die er in seine Musik mit aufgenommen hat und die auf „Djelika“ zu spüren sind. Blues, Raggeae und auch lateinamerikanische Tanzmusik finden so Eingang in die westafrikanische Musik.
Toumain gründete früh ein festes Trio mit Kélétigui Diabaté (1931–2012) am Balafon (Xylophon mit Palisanderklappen) und Bassekou Kouyaté (geb. 1966) am Ngoni (einer länglichen Laute, einem Vorläufer des Banjos). Im Dezember 1993 waren die Drei in Brüssel und London im Studio, hatten zusätzlich mit Danny Thompson, Bassist (unter anderem bei John Martyn, John McLaughlin, Nick Drake und Kate Bush), sowie dem Spanier Javier Colina (George Benson, Pat Metheny und Chucho Waldes) ausdrucksstarke Unterstützung, wobei die insgesamt acht Titel des vorliegenden Albums entstanden. Es ist eine magische, traumverlorene Musik, die aus polyrhythmischen Improvisationen, wogenden Patterns, thematischen Verzierungen, feindosierter Energetik und ideenreichen Tonketten besteht. Hier greifen die instrumentalen Räder hypnotisch ineinander und bringen einen ganz eigenwilligen und ostinaten Kosmos zum Klingen. Wie beiläufig aber ungemein berührend.
Jörg Konrad

Toumani Diabaté
„Djelika“
Chrysalis
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Sonntag 01.02.2026
Henri Texier „Healing Songs“
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80 Jahre und kein bisschen leiser. Henri Texier ist so etwas wie ein Nationalheiliger im französischen Jazzlager. Vor über fünfundsechzig Jahren wechselte der in Paris geborene auf Anraten seines damaligen Lehrers vom Klavier zum Bass. Eine richtige und weise Entscheidung. Denn nicht nur, dass er gerade einmal 32jährig den renommierten Prix Django Reinhardt erhielt. Texier gilt bis heute als einer der wichtigsten europäischen Kontrabassisten, Komponisten und Orchesterleiter, der auch von hochkarätigen amerikanischen Kollegen enorm geschätzt wird.
Sein neues Album „Healing Songs“ macht einmal mehr seine Ausnahmestellung deutlich. Neun eigene Kompositionen, die ideenreich und in herausfordernder Dramaturgie geschrieben und voller Dynamik arrangiert sind. Stilistisch füllen die Aufnahmen das Format des Hard- und auch des Neo-Bop. Seine Band, mit dem Saxophon und Klarinette spielenden Sohn Sebastian Texier und dem Trompeter Hermon Mehari, dem Pianisten und Fender-Rhodes Virtuosen Emmanuel Borghi und den beiden abwechselnd agierenden Schlagzeugern Gautier Garrigue und Manu Katché ist eine großartig aufeinander eingehende und eingespielte Formation. Klare und ausgeschriebene Kompositionsfragmente setzen sie perfekt um und als improvisierende Freigeister sind sie einfach herausragend. Statt schwülstiger Angeberei bodenständige Leidenschaft.
„Healing Songs“ strotzt vor Erfahrung und jazzmusikalischer Magie. Und was diese Band spielt klingt nach Freude, nach Spaß am Musizieren – trotz manch anspruchsvollem Parcours. Jazz aus Frankreich - at his best.
Jörg Konrad

Henri Texier
„Healing Songs“
Label Bleu
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Dienstag 27.01.2026
Daniel Zimmermann „Snapshots“
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Als Posaunist ist er fester Bestandteil der französischen Jazzszene. Und somit scheint es nur logisch, dass der 1976 geborene Daniel Zimmermann seit Jahren Mitglied des Orchestre National de Jazz ist, eine allseits gefeierte musikalische Institution seines Heimatlandes.
Für sein 2013 erschienenes Album „Bone Machine“ wurde Zimmermann als erster Posaunist für den Victoires du Jazz Award nominiert, der höchsten französischen Auszeichnung im Jazz. Weitere Nominierungen folgten.
Auch Zimmermanns neues Album „Snapshots“ ist aus vielerlei Gründen preisverdächtig. Nicht nur, dass der Blechbläser als ausgezeichneter Solist in Erscheinung tritt. Er besitzt zudem die seltene Gabe ausdrucksstarke Bands zusammenzustellen, packende Kompositionen zu schreiben und diese dann effektiv umzusetzen.
Stilistisch bewegt sich Zimmermanns Quartett im Bereich des Mainstreams. Neobop, Swing, Soul und zeitgenössische Improvisationen finden bei ihm eine dynamische, elegante, wie formbewusste Einheit. Ein ästhetisch ausbalanciertes Klangabenteuer, das aufgrund seines zuverlässigen rhythmisch-harmonischen Fundaments akustisch sofort gefangennimmt. Zimmermanns Art Posaune zu spielen wirkt leicht und eingängig und hinterlässt eine nachwirkende, virtuose Frische. Bei ihm klingt das Instrument wendig und doch druckvoll, geschmeidig und gleichzeitig vehement. Es würde nicht verwundern, wenn Daniel Zimmermann aufgrund von „Snapshots“ nach 2021, 2022, 2023 und 2024 auch in diesem Jahr vom französischen Jazz Magazine zum „Posaunisten des Jahres“ gewählt werden würde.
Jörg Konrad

Daniel Zimmermann
„Snapshots“
Label Bleu
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Dienstag 27.01.2026
Marion Rampal „Song For Abbey – Tribute To Abbey Lincoln“
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Langsam aber sicher bewegen wir uns in Zeiten, in denen es oft Tribute-Alben sind, die an die großen Musikerinnen und Musiker vergangener Jazzjahrzehnte erinnern. Dabei wird immer wieder eines deutlich: Ohne all diese Helden und deren Kreativität und Leidenschaft wäre die heutige Musiklandschaft eine völlig andere.
Jüngstes Beispiel hierfür dürfte eine Aufnahme der französischen Sängerin Marion Rampal sein. Ihr Album „Song For Abbey“ ist eine Hommage an Abbey Lincoln, die stimmgewaltige Kämpferin der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen mit elf Geschwistern begann sie als Barsängerin in Nachtclubs und entwickelte sich an der Seite ihres Ehemanns, dem Schlagzeuger Max Roach, zu einer kompromisslosen wie temperamentvollen Jazzinterpretin. Dabei stand sie in der engagierten Tradition von Billy Holiday und Bessie Smith.
Eine enorme Herausforderung für Marion Rampal, die jedoch nicht versucht, Abbey Lincoln in ihrer radikalen Ausstrahlung und ihrem unnachgiebigen Habitus zu imitieren. Die Französin interpretiert Lincoln-Songs in ihrem an Folk, Blues und Chanson erinnernden Verständnis und führt damit das Vermächtnis einer der prägendsten Stimmen des Jazz auf ihre ganz individuelle Weise fort. So überzeugt Marion Rampal künstlerisch, in dem sie Respekt vor den Originalen zeigt und diesen stimmlioch zum Ausdruck bringt.
An ihrer Seite hat die Französin eine wunderbar auf sie abgestimmte Begleitband, die durch den allgegenwärtigen Bill Frisell und die (in diesem Fall) singende Saxophonlegende Archie Shepp noch verstärkt wird. Die Zeit für diese Veröffentlichung könnte (leider) kaum passender sein. Zu Erinnern an Freiheit, soziales Engagement, politische Gleichberechtigung und an Menschen, die einst hierfür mit künstlerischen Mitteln aufopferungsvoll gekämpft haben.
Jörg Konrad

Marion Rampal
„Song For Abbey – Tribute To Abbey Lincoln“
Le Rivieres Souterraines
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Montag 26.01.2026
Vor 25 Jahren: Chris Whitley „Rocket House“
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Die tiefe Seele, mit der er gesegnet war, ist die Seele, die ihn auf seinem Lebensweg herausforderte. Ich werde mich immer an seine Schönheit erinnern“, schrieb Daniel Lanois über Chris Whitley. Der Gitarrist, Sänger und Komponist starb 2005 und gehört zu den genialsten und dabei nie wirklich zur Kenntnis genommenen Musiker seiner Zeit. Der Sohn eines Art Director in der Unternehmenswerbung und einer Bildhauerin wurde nur fünfundvierzig Jahre alt. Musiker wie Dave Matthews, Iggy Pop oder auch Bruce Hornsby schätzten ihn sehr. The Independent äußerte sich über ihn „Whitley ist eindeutig ein troubled mind – fünf Teile altmodische Religion, fünf Teile schmutziger Sex und zehn Teile Schuld und Leid. Nick Cave würde wahrscheinlich töten, um er zu sein“.
Whitley war Songwriter, aber immer auch Bluesmusiker. Sicher nicht in der Art, wie John Lee Hooker Bluesmusiker war. „Mein Spiel wurde von den Dingen beeinflusst, die ich als Kind gehört habe,“ erzählte er in einem Interview. „Ich erfinde alle meine eigenen Akkorde, und es gibt selten Solos in meinen Stücken – ich bin nicht wie ein Blues-Gitarrist, der ein Solo wie Clapton oder Stevie Ray oder B. B. King spielt. Das mache ich nie. Wenn es ein offenes Break in einem Song gibt, ist es kein sauber gespieltes Solo, sondern eher eine Textur, ein einfaches Slide-Ding oder ein Haufen Lärm... .
Whitley war weiß, 1960 in Texas geboren. 1971 ließen sich seine Eltern scheiden. Er lebte mit seinen zwei Geschwistern bei seiner Mutter. Sie zogen von Connecticut nach Mexiko, wohnten in Oklahoma und Vermont. Ende der 1970er Jahre zog Christopher Becker Whitley, wie er mit vollem Namen hieß, nach New York, war erst Straßenmusiker, wurde dann Teil der Downtown-Szene, bevor er Daniel Lanois kennenlernte, der ihm einen Plattenvertrag bei Columbia vermittelte.
Neben dem Blues hatte Whitley einen starken Bezug zum Jazz, er liebte Duke Ellington aber auch Bob Dylan und Sonic Youth, spielte mit Chris Wood und Billy Martin, zwei Drittel des legendären und bis heute bestehenden Trios Medeski, Martin, Wood. Er war offen gegenüber den unterschiedlichsten musikalischen Ansätzen, wollte sich selbst aber inhaltlich nicht festlegen. „Ich war so naiv zu glauben, ich könnte einfach nur Platten machen, und vergaß dabei, dass es sich um eine Marketingwelt handelt und auch meine Musik eine Ware ist. Es geht nicht darum, so kreativ wie möglich zu sein. Es sei denn, man will fallen gelassen werden“, erzählte er später frustriert.
Einige Jahre vor seinem Tod zog er zu seiner Freundin Susann Bürger nach Deutschland. Er lebte in dieser Zeit in New York und Dresden und spielte (auch auf Tourneen) mit Musikern aus der sächsischen Metropole. Drogen, besonders Alkohol, wurden für ihn ein immer größeres Problem.
Rocket House“ entstand als eine Art Gemeinschaftsarbeit der beteiligten Musiker (unter anderem Dave Matthews, Badal Roy, DJ Logic und Bruce Hornsby), wobei die Idee zu einigen Songs erst im Studio entstanden. „Der Titel kommt von einer Zeichnung, die meine Tochter Trixie machte“, erzählte er später in einem Interview. Trixie Whitley, die bekannt wurde durch ihre intensive Arbeit mit Daniel Lanois, war ebenfalls an den Aufnahmen beteiligt.
Die einzelnen Songs sind, trotz ihrer Intensität und Energie, zart und zerbrechlich. Man spürt neben Whitley's Ideenreichtum auch immer seine Poesie und Musikalität. Er arbeitete mit Maultrommel und Drumcomputer, mit Banjo, Tablas und Turntable-Scratching. Zudem sind viele der auf „Rocket House“ genutzten Instrumente technisch verfremdet, schaffen eine psychedelisch aufgeheizte Aura, die ganz entfernt an den Übergang von den 1960er zu den 1970er Jahren erinnern.
Whitleys harte, knarzige, blues- und soulgetränkte Stimme kippt immer wieder in Falsetttonlagen, was die Songs zusätzlich verletzlich und brüchig erscheinen lassen. Seine oft verzerrt klingende Dobro nutzt er in ihrer ganzen schneidenden Sperrigkeit wie eine zweite Stimme, gegen die er flüsternd und schmerzvoll ansingt und wodurch sich die Spannungen in den Songs steigern.
DJ Logic unterlegt die Rhythmen mit zusätzlichen Schleifen eines Drum-Computers und lässt knochige Sounds durch die Stücke geistern, die eine abseitige Stimmung provozieren.
„Rocket House“ ist bis heute eines der besten Alben in Chris Whitleys kurzer Karriere. Sicher Musik, die nur wenig Optimismus ausstrahlt, dafür seiner inneren Zerrissenheit und Ambivalenz aber am nächsten kommt. Authentischer konnte das neue Jahrhundert musikalisch kaum beginnen. Eines der großen, fast vergessenen Werke der populären Musik.
Jörg Konrad

Chris Whitley
„Rocket House“
UlfTone Records
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Donnerstag 22.01.2026
Wolfgang Amadeus Mozart „The Violin Concertos“ Mozarteumorchester Salzburg
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Konzertante Werke in denen Streichinstrumente die Solostimmen ausfüllen, komponierte Wolfgang Amadeus Mozart fast ausschließlich in den Jahren zwischen 1773 und 1779. Bei seinem ersten dieser Werke, dem Violinkonzert B-dur, KV 207, war er nicht einmal 18 Jahre alt und kam gerade mit dem Vater Leopold von einer dritten Italienreise zurück. Geschrieben hat Mozart die Komposition in Salzburg und sie zeugt trotz seines jungen Alters schon von einer gewissen Reife, aber auch Virtuosität und immensen Klangpoesie.
Dieses Stück eröffnet das Doppelalbum „The Violin Concertos“, das den Abschluss einer Reihe mit Einspielungen, die das Mozarteumorchester Salzburg gemeinsam mit dem Label Berlin Classics in den letzten Jahre realisierte. Unter Leitung des Spaniers Roberto González-Monjas, der auf diesen Aufnahmen zugleich als Solist fungiert, fällt die Veröffentlichung des Werkes zeitlich mit dem Auftakt der Mozartwoche 2026 in Salzburg zusammen.
Roberto Gonzalez-Monjas hat alle fünf in Mozarts Salzburger Zeit geschriebenen Violin Konzerte, als er im fürstlichen Dienst von Erzbischof Colloredo stand, eingespielt, ergänzt durch das Rondo in C-Dur KV 373 und das Adagio in E-Dur KV 26. Die Kompositionen sind mit viel Esprit und Eleganz umgesetzt. Eindrucksvoll gerät die Dynamik, bei bemerkenswerter Transparenz und Klarheit. Hier kommt sehr postiv zum Ausdruck, dass Gonzalez-Monjas sowohl als Chefdirigent und Solist fungiert, womit sich die Gesamtdramaturgie der Aufführung in einer Hand befindet. „Mozarts Konzerte unterscheiden sich grundlegend“, erläutert der Spanier, „Das Streben nach äußerster Virtuosität ist niemals sein Hauptziel; vielmehr experimentiert er mit der Gattung und treibt die entscheidend weiter.“ So ergründet der Komponist hier die Möglichkeiten des Zusammenspiels von Soloinstrument und Orchester in vielfältiger Weise. Ist in den ersten beiden Konzerten noch eine Art rivalisierender Wettbewerb zwischen Solostimme und Orchester auszumachen, wird in den folgenden Stücken ein ausgewogeneres Miteinander deutlich spür- und hörbar. Letztendlich eine innovative Einspielung, deren motivische Verflechtungen wunderbar stimmig herausgearbeitet wurden.
Gerhart von Keußler

Wolfgang Amadeus Mozart
„The Violin Concertos“
Roberto Gonzalez-Monjas
Mozarteumorchester Salzburg
Berlin Classics
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Autor: Siehe Artikel
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