Toumani Diabaté versteht sich als ein solcher Griot. Aus Mali stammend, einem Binnenstaat Westafrikas, spielt er seit Kinderjahren die Kora, eine 21-saitigen Harfe, die einzigartig für die Mande-Völker dieser Region ist. Diabaté gehörte bis zu seinem frühen Tod 2024 zu den internationalen Griot-Botschaftern seines Landes. Das rein instrumentale Album „Djelika“ beinhaltet die hohe Kunst des Kora-Spiels, wie sie Toumani Diabaté sein kurzes Leben lang hinaus in die Welt transportierte. Auf seinen rastlosen Reisen rund um die Welt und der Suche nach Innovation, hat Toumani versucht, das Instrument und die Philosophie seiner Handhabung zu vermitteln. Zugleich war er immer offen für äußere Einflüssde, die er in seine Musik mit aufgenommen hat und die auf „Djelika“ zu spüren sind. Blues, Raggeae und auch lateinamerikanische Tanzmusik finden so Eingang in die westafrikanische Musik.
Toumain gründete früh ein festes Trio mit Kélétigui Diabaté (1931–2012) am Balafon (Xylophon mit Palisanderklappen) und Bassekou Kouyaté (geb. 1966) am Ngoni (einer länglichen Laute, einem Vorläufer des Banjos). Im Dezember 1993 waren die Drei in Brüssel und London im Studio, hatten zusätzlich mit Danny Thompson, Bassist (unter anderem bei John Martyn, John McLaughlin, Nick Drake und Kate Bush), sowie dem Spanier Javier Colina (George Benson, Pat Metheny und Chucho Waldes) ausdrucksstarke Unterstützung, wobei die insgesamt acht Titel des vorliegenden Albums entstanden. Es ist eine magische, traumverlorene Musik, die aus polyrhythmischen Improvisationen, wogenden Patterns, thematischen Verzierungen, feindosierter Energetik und ideenreichen Tonketten besteht. Hier greifen die instrumentalen Räder hypnotisch ineinander und bringen einen ganz eigenwilligen und ostinaten Kosmos zum Klingen. Wie beiläufig aber ungemein berührend.
Jörg Konrad
Toumani Diabaté
„Djelika“
Chrysalis
„Djelika“
Chrysalis























