Die Jazz Messengers existierten von 1955 bis 1990. Am 1. April 1982 gastierte das Sextett in Strasbourg und was die Band an jenem Donnerstagabend spielte, wurde von dem englischen Label Gearbox jetzt erstmals veröffentlicht. Blakey hatte, nachdem Wynton und Branford Marsalis ihre Solokarriere steil vorantrieben, eine neue Formation zusammengestellt, die jedoch mit ebensolcher Power und Frische das Kapitel Jazz Messengers weiterschrieb. Jetzt mit dabei: Trompeter Terence Blanchard, Alt-Saxophonist Donald Harrison, Tenor-Saxophonist Billy Pierce, Pianist Johnny O'Neal, Bassist Charles Fambrough und natürlich der Meister am Schlagzeug selbst. „Ich muss mich an die Jungen halten“, sagte er einmal. „Wenn diese zu alt werden, nehme ich wieder Jüngere. Das hält den Geist wach.“ Blakey verwandelte stets die Bühne in ein Klassenzimmer, den Tourbus in einen Hörsaal und das Studio in ein Gruppenprojekt.
Zudem hatte er die einzigartige Gabe, eine Band vom Schlagzeug aus zu leiten. Sein untrügliches Gespür bei der Auswahl der Instrumentalisten war das eine. Dann, in der Band, feuerte er die Musiker zu Höchstleitungen an. Er dirigierte sozusagen mit den Drums, über das Tempo, über die Breaks, über die Synkopen auf der Snare und über die Energie, mit der er die Becken ins Spiel brachte. Man höre sich bei dem vorliegenden Mittschnitt nur die Bobby Watson-Nummer „Fuller Love“ an!
„Blakey verfügt über die seltene Fähigkeit, vom Schlagzeug aus anderen etwas beizubringen“, sagte einmal Benny Golson über ihn. Und er tat dies in einer ungestümen Art – vor allem: Live. Er liebte es, wenn es um ihn herum lebendig war. Vielleicht war er auch aus diesem Grund fünfmal verheiratet, hatte zehn eheliche und sieben Adoptivkinder.
Jörg Konrad
Art Blakey And The Jazz Messengers
„Strasbourg 82“
Gearbox
„Strasbourg 82“
Gearbox
























