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1. München Lenbachhaus: Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik
2. Murnau Schlossmuseum: Paul Klee - Der Poet des Blauen Reiter
3. Pinakothek der Moderne: CONVIVIUM - NAHRUNGSSYSTEME AM LIMIT
4. Pasinger Fabrik: United by Jazz - Was Kunst und Jazz verbindet
5. Frankfurt am Main: MONETS KÜSTE. DIE ENTDECKUNG VON ÉTRETAT
6. Lenbachhhaus München: Franz Wanner - Eingestellte Gegenwarten
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Dienstag 12.05.2026
München Lenbachhaus: Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik
Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik

Ausstellung vom 12. Mai bis 27. September 2026
München Lenbachhaus

Die Künstlerin Käte Hoch zeigt ihren Freund Erich Müller-Kamp telefonierend am Schreibtisch. Ein Ferngespräch, so rät Kurt Tucholsky, soll möglichst deutlich und dialektfrei geführt werden, sonst können die Überwachungsbeamten dem Dialog nicht folgen. Sich selbst malt Hoch in den
Farben der Suffragetten und mit Bubikopf. Auch junge Angestellte schneiden sich die Haare kurz. Sie tippen schnell, rauchen Kette und gehen abends ins Kino oder Tanzlokal. Sie lieben Charleston und Shimmy, hören Schmachtfetzen, Swing und Jazz.
Irmgard Keuns „Kunstseidenes Mädchen“ träumt von schmalen Silhouetten und Schuhen mit Eidechsenkappen. Ré Soupault entwickelt ein Transformationskleid, das im Büro direkt für den Abend umgewandelt werden kann. Im Variété werden Geschlechterrollen durchlässig, Monokel senden Signale. Bordelle bilden einen etablierten Rahmen für Sexarbeit. Die Wirtschaft blüht, oft auf Pump, Teile der Bevölkerung verarmen, nicht nur während der Hyperinflation und der Weltwirtschaftskrise. Kriegsversehrte, Arbeiterinnen, Arbeitslose und
Veilchenverkäufer prägen die Straßen und konterkarieren die Goldenen Zwanziger. Oskar Maria Graf verteilt mit einer Arbeitsgruppe antifaschistische Flugblätter, in Schwabing treffen sich Feminist*innen und das Münchner Antikriegs-Komitee und eine Ortsgruppe der revolutionären Künstler*innen-Vereinigung ASSO bastelt an einer Zeitschrift. George Grosz zeigt den Aufstieg der Nationalsozialisten und karikiert den Hitlergruß.
Das neue Theater von Helene Weigel und Bertolt Brecht sehnt sich nach der Wucht des Boxens und versucht sich an Dialogen, die wie Kinnhaken sitzen. 1923 wird die erste staatlich kontrollierte Rundfunksendung in Deutschland ausgestrahlt – Max Radler malt einen Fabrikarbeiter beim Radiohören. 1930 macht Tim Gidal im Deutschen Museum ein Foto von einer der ersten Fernsehübertragungen.
Die Ausstellung konzentriert sich auf konkrete Geschichten und greifbare Details, statt große Thesen zur Weimarer Zeit zu formulieren. Zu den verschütteten Möglichkeiten der Weimarer Republik soll so ein Kontakt hergestellt werden – ein Ferngespräch.
Mit Werken von Käte Hoch, Heinrich Hoerle, Karl Hubbuch, Lotte Jacobi, Grethe Jürgens, Jeanne Mammen, Gabriele Münter, Christian Schad, August Sander, Rudolf Schlichter u.a.
In Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum und mit großzügiger Unterstützung einer Privatsammlung.
Kuratiert von Karin Althaus, Adrian Djuki? und Matthias Mühling.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildungen:

- Rudolf Schlichter, Bertolt Brecht, um / around 1926,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich,
© Viola Roehr v. Alvensleben, München

- August Sander, Frau eines Malers (Helene Abelen), ca. 1926 / Wife of a Painter (Helene Abelen),
Gelatineentwicklungspapier / Gelatin developing-out paper, Münchner Stadtmuseum,
Foto / Photo: Münchner Stadtmuseum
© Die Photographische Sammlung / SK-Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln: bei der VG Bild-Kunst, Bonn 2026

- Grethe Jürgens, Frisierpuppen, 1927 / Hairdresser Dolls,
Öl auf Leinwand / Oil on canvas, Privatsammlung – Private Collection
Foto: Privatsammlung © H. Jürgens-Hitz

- Jeanne Mammen, Theaterloge (Der Tenor), ca. 1927 / Theater Box (The Tenor),
Aquarell auf Bleistift auf Papier / Watercolor on pencil on paper,
Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Scan: Anja Elisabeth Witte/Berlinische Galerie
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2026
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Donnerstag 23.04.2026
Murnau Schlossmuseum: Paul Klee - Der Poet des Blauen Reiter
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Paul Klee
Der Poet des Blauen Reiter

Ausstellung vom 26. März bis 26. November 2026
Schlossmuseum Murnau

Am 1. Juli 2023, zum 30-jährigen Bestehen des Museums, übergab die KK-Stiftung Murnau dem Schloßmuseum Murnau seine Blaue Reiter-Sammlung als Dauerleihgabe. Die Werke, die aus dem engen Kontext der legendären Murnauer Malaufenthalte von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky zwischen 1908 und 1910 stammen und wie die Arbeiten von Franz Marc, August Macke, Heinrich Campendonk und Alfred Kubin unmittelbar in Beziehung zu den Ereignissen um die Redaktionssitzungen und die Herausgabe des Almanachs Der Blaue Reiter 1911 stehen, zählen zu den Hauptwerken des deutschen Expressionismus.
Diese Arbeiten werden nun in Dialog gesetzt zu dem Schaffen Paul Klees, der innerhalb der Künstler und Künstlerinnen des Blauen Reiter eine Sonderstellung einnimmt. Das Ehepaar, das seine Blaue Reiter-Sammlung in die KK-Stiftung überführt hat, stellt für diese Sonderschau zusätzlich ausgewählte Arbeiten aus seiner Paul Klee-Sammlung zur Verfügung.
In der Gegenüberstellung mit Gemälden von August Macke, Robert Delaunay, Franz Marc, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter wird Klees enge Verbundenheit mit dem Künstlerkollektiv um den Blauen Reiter deutlich und seine Position zwischen Inspiration und künstlerischer Eigenheit nachvollziehbar.
So unmittelbar und nachhaltig der schöpferische und geistige Einfluss seines Umfelds ihn seinen unverwechselbaren Stil finden ließ, so singulär steht er künstlerisch mit der Vergabe seiner Bildtitel.

Kunstwissenschaftler, Sammler und Händler verweisen Klees fantasievolle Bildtitel immer gerne in Poesie-Nähe: Rhythmie der Fenster und Tannen, Guter Fischplatz, Das Fest der Astern, Ein Genius serviert ein kleines Frühstück und auch die Schicksal-Stunde des Kaisers sind Bildtitel, deren Motive sich erst in der weiteren Auseinandersetzung mit dem Werk klären.
Die Auswahl der Werke beleuchtet nahezu jede Entwicklungsphase im Schaffen von Paul Klee. Ihren Anfang nimmt die Ausstellung mit Klees Aquarell „Hamammet“, das 1914 während der gemeinsamen Tunesienreise mit August Macke und Louis Moilliet entstand, führt über die sogenannten zerschnittenen Werke wie Garten, 1918, und Schicksal-Stunde des Kaisers, 1922, hin zu den späteren Arbeiten wie Städtebild Graben, 1931, und Figur im Garten, 1937.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 2-5
82418 Murnau

Abbildungen:

- Paul Klee, Raumfahrt, 1929, 122 (C2),
Tusche und Aquarell auf Ingrespapier,
Tusche und Gouache, auf Karton, KK-Privatsammlung

- Alexej von Jawlensky, Violetter Turban, 1911,
Öl auf Karton, Dauerleihgabe der KK-Stiftung Murnau im Schloßmuseum Murnau,
Fotograf: Nikolaus Steglich, Starnberg

- Gabriele Münter, Bootsfahrt, 1910,
Öl auf Karton, Dauerleihgabe der KK-Stiftung Murnau im Schloßmuseum Murnau,
Fotograf: Nikolaus Steglich, Starnberg © VG- Bild-Kunst, Bonn 2026

- Paul Klee, Schicksal-Stunde des Kaisers, 1922, 135,
Bleistift, Tusche und Aquarell auf Ingrespapier, auf Karton, KK-Privatsammlung
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Mittwoch 22.04.2026
Pinakothek der Moderne: CONVIVIUM - NAHRUNGSSYSTEME AM LIMIT
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CONVIVIUM
NAHRUNGSSYSTEME AM LIMIT

Ausstellung vom 24. April bis 18. Oktober 2026
Architekturmuseum in der Pinakothek der Moderne

Die sichere und gerechte Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrung hängt von einem System globaler Netzwerke ab: Bäuer*innen, Fischer*innen, Züchter*innen, Händler*innen, Transportunternehmen, Märkte und industrielle Verarbeitungsbetriebe sind darin eng verknüpft. Sie produzieren und vertreiben aber nicht nur das, was für die menschliche Ernährung notwendig ist. Sie werden durch die kapitalistische Wachstumslogik motiviert, immer mehr Produkte zu herzustellen, die durch Überkonsum zu falscher Ernährung und zu einer massiven Verschwendung von Nahrungsmitteln führen. Doch dieses System kommt durch die Klimaerwärmung, politische und ökonomische Faktoren aktuell an seine Grenzen. Viele Meere sind bereits überfischt, fruchtbare Ackerböden werden überbaut oder erodieren und ganze Landstriche verwüsten, weil es nicht genug regnet. Zugleich trägt die Nahrungsproduktion selbst durch den wachsenden CO?-Ausstoß massiv zum Klimawandel bei – ein Teufelskreis, der immer spürbarer wird. Kaum ein Land der Erde kann seine Bevölkerung noch aus eigenen Ressourcen ernähren.
Die Ausstellung präsentiert in zwölf Kapiteln Beispiele dafür, wie unsere Lebensmittel heute produziert und vertrieben werden. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Europa, doch die globalen Zusammenhänge werden stets einbezogen. Ziel der Ausstellung ist es, die räumlichen und technischen Grundlagen unserer Nahrungsproduktion sichtbar zu machen – und zu zeigen, welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für die Zukunft ergeben.

Kurator*innen: Andjelka Badnjar und Andres Lepik
Co-Kurator*innen für den Ausstellungsteil „Das Tier ist anwesend“: Víctor Muñoz Sanz und Sofia Nannini

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Abbildungern:

- Getreide-Terminal im Handelshafen von Odessa, Ukraine.
Travel Faery / iStock, 2023.

- Junge Pflanzen werden für das Eintopfen in die Hängebeete vorbereitet, Parsdorf, Deutschland.
Jan Müller, 2024.

- Britischer Blue-Zuchtbulle, Mez?hegyes, Ungarn.
Dániel Szalai, 2022.
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Freitag 17.04.2026
Pasinger Fabrik: United by Jazz - Was Kunst und Jazz verbindet
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United by Jazz
Was Kunst und Jazz verbindet

Die Ausstellung „United by Jazz“ hat buchstäblich Musik inne. Sie fragt danach, was Kunst und Jazz bis heute verbindet.

Der Jazz aus den USA eroberte in den 1920er- und 1930er-Jahren die Tanzsäle und Ballhäuser, Bars und Cafés, Varietés und Kinos in Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1950er Jahre war Jazz ein Synonym für intellektuelle kritische Praxis und Vielfalt.
Bebop, Free Jazz und Abstraktion verkörperten idealtypisch den Modernismus und das westliche Freiheitsparadigma. So hörte der US amerikanische Maler Jackson Pollock (1912 – 1956) tage- und nächtelang Jazz, während er an seinen bekannten „Drip-Paintings“ arbeitete.
K. R. H. Sonderborg (1923 – 2008), einer der wichtigsten Maler des Informel in Deutschland und der in der NS-Zeit als Swinging Boy verhaftet worden war, veranstaltete in Stuttgart malerische Aktionen gemeinsam mit Jazz-Musikern. Der King der Pop Art, Andy Warhol (1928 – 1987), entwarf Plattencover für die legendären Blue Note Records.
Die reich bestückte Schau „United by Jazz“ zeigt anhand herausragender Werke von FotografInnen und KünstlerInnen, wie Jazz bis heute eine bemerkenswerte Rezeption in Fotografie und Kunst hervorruft. Die engen Beziehungen zwischen Jazz und der bildenden Kunst werden in sensorischen Räumen erfahrbar, wo fotografische, klangliche, künstlerische, typografische Formate sowie Objekt und Installation vermischt sind. Die Art der Präsentation würdigt das vielschichtige Verhältnis von Jazz und Bild. Eine Sektion verhandelt die Themen Jazz, Jazzorte und Jazzlabels in München.
Doch nicht nur Kunst erwartet das Publikum. An Hörstationen bringen Jazz-Komponisten die Ausstellung zum Klingen. So schafft die Pasinger Fabrik einen großen Raum für die interdisziplinäre Begegnung von Jazz und bildender Kunst. Eine von Stefanie Boltz kuratierte Konzertreihe komplettiert dieses einmalige Projekt.

Teilnehmende KünstlerInnen:
Anouk Lamm Anouk, Ralf Dombrowski, Maxim Fomenko, Gregor Hildebrandt, Sebastian Kuhn, David Mesa, Mike Meyer, Dieter Rehm, Julia Schewalie, Lena Semmelroggen, Logan T. Sibrel, Ursula Sonnenwald, Michael Steiner, Milen Till.

Pasinger Fabrik
August-Exter-Straße 1,
81245 München
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Montag 23.03.2026
Frankfurt am Main: MONETS KÜSTE. DIE ENTDECKUNG VON ÉTRETAT
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MONETS KÜSTE.
DIE ENTDECKUNG VON ÉTRETAT

Ausstellung vom 19. März bis 5. Juli 2026
Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie Frankfurt am Main

Frankfurt am Main, 11. Februar 2026. Der Küstenort Étretat wird zum Mythos – und fasziniert bis heute. Die Felsen von Étretat, in der Normandie an der Atlantikküste gelegen, zogen im 19. Jahrhundert zahlreiche Künstler in ihren Bann. Das Städel Museum präsentiert vom 19. März bis 5. Juli 2026 eine große Ausstellung über die künstlerische Entdeckung des einstigen Fischerdorfes und seinen Einfluss auf die Malerei der Moderne. In Frankfurt sind rund 170 herausragende Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und historische Dokumente aus führenden französischen,
deutschen und weiteren internationalen Museen sowie aus Privatsammlungen zu sehen, darunter allein 24 Werke von Claude Monet.
Étretat spielte eine bedeutende Rolle bei der Entstehung einer neuen Malerei, die als Impressionismus in die Geschichte der Kunst einging. Das Interesse der Künstler galt vor allem der charakteristischen Klippenlandschaft, die als aufregend schön und bedrohlich zugleich wahrgenommen wurde. Maler und Schriftsteller reisten nach Étretat und machten den abgelegenen Ort durch ihre Werke über die Grenzen Frankreichs hinaus berühmt. Mit der zunehmenden touristischen Erschließung um 1850 entwickelte sich Étretat zu einem beliebten Seebad und zu einem Treffpunkt für Künstler, Intellektuelle und das Pariser Bürgertum: Gustave Courbet malte hier seine berühmten Wellenbilder, Guy de Maupassant erhob Étretat literarisch zu einem Sehnsuchtsort und der Gentleman-Gauner Arsène Lupin, die Romanfigur von Maurice Leblanc, hortete hier seine Kunstschätze. Auch der aufstrebende Maler Claude Monet war von der einzigartigen Steilküste mit ihren drei Felsentoren – der Porte d’Amont, der Porte d’Aval und der Manneporte – derart fasziniert, dass er ihr etliche Gemälde widmete. Unter dem Eindruck der sich stets verändernden Licht- und Wetterverhältnisse begann Monet in Étretat Motivreihen zu malen – eine Arbeitsweise, die sich später zu seinem Markenzeichen entwickeln sollte.
„Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ wird gefördert durch die Fraport AG, die Fontana Stiftung, den Städelschen Museums-Verein e. V. und das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

Die Ausstellung vereint neben Werken von Eugène Delacroix, Gustave Courbet, Claude Monet und Henri Matisse eine Vielzahl weiterer wichtiger Positionen der modernen und zeitgenössischen Kunst – von Johann Wilhelm Schirmer und Eugène Le Poittevin über Camille Corot und Eugène Boudin bis hin zu Elger Esser. Gemeinsam verdeutlichen die Arbeiten die anhaltende Faszination, die dieser Ort bis heute ausübt. Die Leihgaben stammen unter anderem aus den Staatlichen Museen zu Berlin, dem Fitzwilliam Museum in Cambridge, dem Metropolitan Museum of Art in New York, der National Gallery of Canada in Ottawa sowie dem Musée d’Orsay in Paris.
Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, betont: „Mit unserer großen Sonderausstellung im Frühjahr 2026 widmen wir uns erstmals der Entstehung des Mythos Étretat. Der Küstenort mit seinen markanten Felsentoren und dem einzigartigen Licht fasziniert Künstler seit dem 19. Jahrhundert und hat bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren. In Étretat entwickelte Claude Monet seine berühmten Motivreihen, die den Impressionismus entscheidend prägten. Besonders stolz sind wir, dass zwei herausragende Werke aus der Städel-Sammlung, die in Étretat entstanden sind, den Ausgangspunkt der Schau bilden: Monets Mittagessen und Gustave Courbets Woge. Ergänzt werden sie durch hochkarätige internationale Leihgaben, darunter allein 24 Werke von Monet. Unser herzlicher Dank gilt allen Leihgebern sowie unseren Förderern für ihre großzügige Unterstützung. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Besucherinnen und Besuchern der bis heute anhaltenden Faszination Étretats nachzuspüren.“
„Claude Monet und die Künstler dieser Ausstellung waren Reisende, die die Einzigartigkeit der Küstenregion um Étretat in ihrer Kunst festhielten. Reisen und Kunst verbinden, inspirieren und stärken den internationalen Austausch von Wissen und Innovation. Menschen weltweit zu verbinden, ist uns als Fraport AG ein wichtiges Anliegen. Unsere langjährige Partnerschaft mit dem Städel Museum steht dafür und für unseren Anspruch, kulturellen Dialog zu stärken. In dieser Ausstellung sehen wir diese Ziele in besonderem Maße erfüllt und unterstützen das Städel Museum daher
sehr gerne“, erläutert Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, das Engagement.
„Es ist ein großer Gewinn für unsere Stadt, dass wir die Ausstellung ‚Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat‘ in Frankfurt zeigen können. Das Städel Museum steht für hervorragende wissenschaftliche Arbeit, die mit vielfältigen Bildungsangeboten an eine breite Öffentlichkeit vermittelt wird. Die Schau ist das Ergebnis erfolgreicher deutsch-französischer Zusammenarbeit: Gemeinsam mit den Museumskollegen unserer Partnerstadt Lyon haben die Städel-Kuratoren eine kunst- und kulturhistorische Ausstellung entwickelt, die die vielfältigen, teils auch weitreichenden Auswirkungen der Popularisierung eines Ortes nachvollziehbar werden lässt. In diesem Frühjahr ist Frankfurt einmal mehr ein kultureller Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher der Region und weit darüber hinaus“, so Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Musée des Beaux-Arts de Lyon.

Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie
Dürerstraße 2
60596 Frankfurt am Main

Abbildungen:

- Claude Monet
Étretat. Die Felsnadel und das Felsentor von Aval, 1885
Öl auf Leinwand, 65,1 x 81,3 cm
Clark Art Institute, Williamstown, acquired by Sterling und Francine Clark, 1933
Foto © The Clark Art Institute

- Claude Monet
Steilküste von Aval, 1885
Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm
Foto © Hasso Plattner Collection

- Claude Monet
Stürmisches Meer bei Étretat, 1883
Öl auf Leinwand, 81,4 x 100,4 cm
Musée des Beaux-Arts de Lyon
Foto © Lyon MBA – Photo Martial Couderette

- Claude Monet
Raue See, 1881
Öl auf Leinwand, 60 x 73,7 cm
National Gallery of Canada, Ottawa
Foto © MBAC

- Eugène Delacroix
Étretat. Die Porte d’Aval, um 1840 oder 1846
Bleistift, Aquarell und Gouache auf Papier, 15 x 20 cm
Musée Marmottan Monet, Paris, legs Michel Monet, 1966. Inv. 5034
© Musée Marmottan Monet
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Montag 23.03.2026
Lenbachhhaus München: Franz Wanner - Eingestellte Gegenwarten
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Franz Wanner. Eingestellte Gegenwarten

Ausstellung vom 24. März bis 19. Juli 2026
Lenbachhaus München

Eine Schutzbrille aus Plexiglas steht am Anfang der Ausstellung „Eingestellte Gegenwarten“ von Franz Wanner (*1975, Bad Tölz). Die Brille wurde bei Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen geborgen. Über die inhaftierte Person, die zur
Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt war und mit der Brille ihr Augenlicht schützte, gibt es bislang keine auffindbaren Informationen. Ihr Wunsch, sich zu schützen, zeigt sich bis heute an diesem Objekt.

Das Material, aus dem die Brille besteht, wurde 1933 von der deutschen Firma Röhm & Haas unter dem Markennamen „Plexiglas“ vorgestellt und ab 1936 fast ausschließlich in der Rüstungsindustrie für Flugzeugfenster verwendet. In Propagandaausstellungen des NS-Staats wurden die technischen Möglichkeiten des schattenlosen Materials angepriesen. Heute bestehen unterschiedlichste Gegenstände aus Plexiglas, vom Polizeischild bis zur musealen Vitrinenhaube. In der Ausstellung werden solche Gegenstände, losgelöst von ihrer ursprünglichen Funktion zu Verwahrstücken, die den Ausstellungsraum als Tatort markieren.

Im Nazismus wurden im Namen des „Kunstschutzes“ auch in Museen wie dem Lenbachhaus Zwangsarbeiter*innen eingesetzt, etwa zur Evakuierung von Kunstwerken bei Luftangriffen, wie Franz Wanner in seinen künstlerischen Analysen erforschte und erstmals öffentlich macht.
Franz Wanner interessiert sich für die Lücke zwischen Realität und Selbstdarstellung der Bundesrepublik. Dafür recherchiert er deren Geschichte und betrachtet aufmerksam, wie diese für die Gegenwart beschönigt, bereinigt und instrumentalisiert wird. Die Ausbeutung von Arbeitskraft ist das zentrale Thema seiner Ausstellung am Lenbachhaus: Im Nazismus war der Einsatz von Zwangsarbeiter*innen in allen gesellschaftlichen Bereichen weit verbreitet. Auf den massiven Strukturen der Zwangsarbeit im Nazismus fußten später die Anwerbeabkommen mit Italien, der Türkei, Griechenland und Jugoslawien. So wurden die Menschen, die ab 1955 angeworben wurden und nach Deutschland zogen, teils in ehemaligen NS-Baracken untergebracht, die als „Gastarbeiterlager” bezeichnet wurden; die gesetzliche Grundlage der Abkommen basierte auf einer NS-Verordnung aus dem Jahr 1938.

Durch seinen prüfenden Blick auf heutige staatliche Institutionen wie den Geheimdienst und die Polizei, die Verzahnung von universitärer Forschung und Rüstungsindustrie, sowie Deutschlands aktive Rolle in der auf Abwehr ausgerichteten Migrationspolitik der Europäischen Union fragt Wanner, wo und wie sich der Nazismus von einst im Wirtschaftsliberalismus von heute fortschreibt.

Als Artist in Residence des Harun Farocki Instituts entwickelte Franz Wanner die Ausstellung „Mind the Memory Gap“ für das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin. Die Ausstellung am Lenbachhaus beruht auf dieser früheren Präsentation.
Die begleitende Publikation „Franz Wanner. Eingestellte Gegenwarten“ ist in Kooperation mit Kunst Meran Merano Arte im Hirmer Verlag erschienen.
Kuratiert von Stephanie Weber

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildungen:

- Franz Wanner, Aus der Serie / From the series, Musterfolien (Sample Slides), 2024-2025.
© Franz Wanner

- Franz Wanner, Mind the Memory Gap, 2022,
Video (Farbe, Ton) / Video (color, sound), 13:30 Min. / 13:30 min.
© Franz Wanner
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Autor: Siehe Artikel
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