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1. Kiioto „Black Salt“
2. Historisches in Jazz & Blues (5): Ahmad Jamal „At The Jazz Showcase - Liv...
3. Stephan Thelen „Fractal Guitar 4“
4. Eivind Aarset „Strange Hands“
5. Historisches aus Jazz & Blues (4): Mal Waldron „Stardust & Starlight – ...
6. Historisches aus Jazz & Blues (3): Freddie King „Feeling Alright – The ...
Mittwoch 13.05.2026
Kiioto „Black Salt“
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Es gibt etliche Produktionen, deren einziges Ziel es ist, Teil der funkelnden, aber inhaltlich überbewerteten Grammy-Nacht zu werden. Diese gedankliche Herangehensweise kann man dem Duo Kiioto bei ihrem zweiten Album „Black Salt“ ganz gewiß nicht unterstellen. Dafür sind deren Songs zu authentisch, zu persönlich geraten und zudem mit schwermütiger Poesie angereichert, als dass sie sich für eine derartige Makulatur-Verantsaltung eignen würden. Sollte dann aber „Black Salt“ doch in einer dieser exaltierten Preisverleihungen auftauchen, egal warum und wo auch immer, so ist dies sicher auch kein allzu großer Makel. Denn einen Popolaritätsschub kann diese Art großartig berührender Musik ganz gewiss vertragen.
Gegründet wurde Kiioto von der aus Leeds stammenden Singer/Songwriterin Lou Rhodes, ehemalige Leadsängerin und Mitbegründerin des Trip Hop Projektes Lamb und dem Songwriter und Pianisten Rohan Heath. Sie beide haben alle Songs auf „Black Salt“ geschrieben und getextet und mit illustren Gästen eingespielt. Fragt man sie nach Einflüssen oder Vorbildern, dann nennen sie Carole King, Khruangbin oder Alice Coltrane. Ein weites Feld, das aber zumindest die Richtung angibt, woher die Musik kommt und in welchem Bereich sie ungefähr eingeordnet werden kann. Folk und Soul und Groove und Jazz bilden hier eine ernstzunehmende, manchmal tranceartig pastorale Quersumme. Wobei die Instrumentierungen und die Arrangements zwar einprägsam (Walking Bass!), dabei aber sehr reduziert ausfallen.
Kiioto schaffen mit wenigen Mitteln große Räume und berührende Atmosphären. Die Band erreicht in der klanglichen Umsetzung eine emotionale Tiefe, die den Hörer auf eine reife und ernste Reise mitnimmt. Lou Rhodes magische, manchmal engelsgleiche Stimme thematisiert persönliche Verluste, Wiedergeburt und die Licht- und Schattenseiten von Identitäten. Es ist Musik aus der Herzkammer großer Emotionen. Schlicht wie ergreifend.
Jörg Konrad

Kiioto
„Black Salt“
Kiioto Records
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Mittwoch 13.05.2026
Historisches in Jazz & Blues (5): Ahmad Jamal „At The Jazz Showcase - Live In Chicago In 1976“
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Ich liebe Musik, aber nicht das Musikgeschäft“, soll Ahmad Jamal in einem seiner wenigen Interviews einmal geäußert haben. Dabei gehört der Pianist aus Pittsburgh, Pennsylvania eher zu denjenigen, denen das Buiseness überwiegend wohlwollend gegenüber stand. Auch wenn er mit seinem Spiel die Jazzgemeinde besonders in den 1950er und 1960er Jahren ein wenig polarisierte. Denn die einen hielten ihn eher für einen veritablen Barpianisten, auch, weil seine damaligen Trio-Aufnahmen ihn regelrecht in die Pop-Charts katapultierten. Andere hingegen schwärmten von ihm in den höchsten Tönen („Ich liebe sein lyrisches Pianospiel und die Sparsamkeit, mit der er die Ensemblestimmen seiner Gruppen arrangiert“, schrieb zum Beispiel Miles Davis in seiner Autobiographie).
Jamal, der mit bürgerlichem Namen Fritz Jones hieß, gehört zu den wenigen Instrumentalisten im Jazz, die schon früh eine klassische Ausbildung erhielten. Trotzdem agierte er größtenteils zurückhaltend, spielte seine virtuosen Fähigkeiten wirklich selten aus. Er gehörte zu jenen Vertretern, die die Philosophie vertraten, dass es nicht die Anzahl der Noten sei, die Musik ausmachen, sondern jene, die man nicht spiele.
Der Pianist galt lange Zeit als eine musikalische Brücke zwischen den Trios von Nat King Cole und Bill Evans. Das Trio war auch seine liebste Besetzung. Er klang in diesem Format nicht immer ganz geschmeidig, sondern wusste schon sehr genau Kantiges und Herausforderndes in seine Interpretationen einzubauen. Und er schaffte mit seinen Interpretationen Räume, die nicht selten durch Stille, aber auch mit improvisatorischen Spielereien ausgefüllt wurden
Nebenher war Jamal auch immer Unternehmer. Er besaß im Laufe seiner Karriere ein Restaurant, eine Wäscherei, eine Apotheke – natürlich auch eine Schallplattenfirma. Das einzige, was er in seinem Leben nicht gemacht habe, sagte er einmal, er sei nicht in die Fremdenlegion eingetreten.
Dann, zu Beginn der 1960er Jahre, zog er sich als Instrumentalist zurück, spielte öffentlich weniger, engagierte sich stattdessen stärker als Club-Manager und auch als Produzent.
Als er in den 1970er Jahren wieder begann mehr aufzutreten, hatte sich seine Art Klavier zu spielen geändert. Seine Musik wurde intensiver, temperamentvoller, er erinnerte teilweise sogar an den „brüllenden Löwen am Steinway“ McCoy Tyner.
Das vorliegende in Chicago eingespielte Live-Album „At The Jazz Showcase - Live In Chicago In 1976“ zeigt beide Seiten der Legende Ahmad Jamal. Sowohl sein lyrisches, wundervoll impressionistisches Spiel, als auch seine kraftvoll swingende, treibende, manchmal regelrecht widerborstige Herangehensweise ans Instrument.
Bemerkenswert die Repertoireauswahl. Jamal widmet sich sowohl eigenen Kompositionen, als auch Standards und populären Songs, wie der Duke Ellington-Ballade „Prelude To A Kiss“, Herbie Hancocks „Dolphin Dance“, Antonio Carlos Jobims „Wave“ oder Johnny Mandels „Theme from M*A*S*H“.
Mit John Heard am Bass und Frank Gant am Schlagzeug hat der Pianist langjährige Begleiter an seiner Seite. Die wissen genau, wohin der Tastenmeister steuert, kennen seine Dynamik und halten stets, auch synkopisch, die Balance. Egal, ob er ins „intime Fach“ wechselt, oder die „orchestrale“ Interpretation bevorzugt.
Jörg Konrad

Ahmad Jamal
„At The Jazz Showcase - Live In Chicago In 1976“
Resonance
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Montag 11.05.2026
Stephan Thelen „Fractal Guitar 4“
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Die Einflüsse, die Stephan Thelen in Bezug auf sein neues Album nennt, sind erstaunlich. Da taucht der russische Schriftsteller und Philosoph P. D. Ouspensky auf, ein Schüler des griechisch-armenischen Komponisten, Choreographen und Autoren Georges I. Gurdjieff. Außerdem nennt Thelen das zweite Studioalbum des Progressive Trios Emerson, Lake & Palmer „Tarkus“ aus dem Jahr 1971. Doch wer glaubt, die Musik auf „Fractal Guitar 4“ würde nach esoterischem Heil oder einer von Klassik beeinflussten Rockmusik klingen, wird eines besseren belehrt. Wie schon auf den Fractal-Vorgängern wird der Hörer mit harten Taktwechseln und ungeraden Metren bedient, mit psychedelischen Gitarrenwänden, klanglichen Paraphrasen und weltmusikalischen Wechselbädern. Ein rhythmisierter Klangkosmos der Superlative, ein deftiges Avantgardespektakel vulkanischen Ursprungs, angereichert mit harmonischen Fallstricken und improvisatorischen Wagnissen.
Stephan Thelen hat für dieses Album, das unter anderem in Bukarest, Zürich, Oslo und Portland aufgenommen wurde, wieder einmal eine Reihe von bemerkenswerten Musikern versammelt. Mit dabei sind unter anderem die Gitarristen Eivind Aarset (Norwegen), Jon Durant (USA) und Markus Reuter (Deutschland), der israelische Schlagzeuger Yogev Gabay, der indische Tabla-Spieler Giri Subramaniam, der schweizer Perkussionist Andi Pupat und der italienische Pianist Fabio Anile. Und all diese Klangkünstler bringen natürlich ihre eigenen Sozialisationen, illustren Erfahrungen und Fantasien mit ins Spiel, so dass als Ergebnis ein stilistisch übergreifendes Werk entstanden ist, eine ebenso fulminante wie feingliedrige Studie von polyrhythmisch pulsierender Archaik. Ebenso kompliziert wie mitreißend emotional, dieses Labyrinth von groovenden Unabhängigkeiten.
Jörg Konrad

Stephan Thelen
„Fractal Guitar 4“
Moonjune
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Montag 11.05.2026
Eivind Aarset „Strange Hands“
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Eivind Aarset ist der momentan vielleicht am häufigsten gebuchte Gitarrist im Bereich von Jazz und dessen angrenzende Spielarten. Die Liste seiner Gastrollen und Projektbeteiligungen ist von außen kaum noch zu überblicken. Alle paar Jahre veröffentlicht der Norweger hingegen eigene Alben. Nach 2021 ist mit „Strange Hands“ jetzt eine neue Aufnahme von ihm auf Jazzland Records erschienen. Und wie schon bei den Vorgängern arbeitet er auch hier mit seinem handverlesenen und vertrauten Trio zusammen, zu dem der „Schlagwerksinfoniker“ Erland Dahlen, der Schlagzeuger und Elektronikspezialist Westle Holte und der Bassist Audun Erlien gehören. Gemeinsam entwerfen sie mit Aarset ein Gebräu, das sich aus Heavy Jazz, Ambient und melodischen Landscapes zusammensetzt. Eine äußerst organische Musik, die, tollkühnen Expeditionen nicht ganz unähnlich, unberührte Areale in der Musiklandschaft streifen. „Wenn wir das Gefühl bekommen, hier waren wir schon einmal, ist das für uns das Zeichen, umzukehren und nach einem anderen Weg zu suchen“, sagte er vor kurzem in einem Interview.
So klingt auch „Strange Hands“ wie eine Sammlung unterschiedlicher, wagemutiger Erzählungen. Wer Aarset kennt, weiß schon im Vorfeld, dass er Intensives als auch Überraschendes findet, Vordergründiges und Nuanciertes, Herausforderndes und Kontemplatives. Der Skandinavier beherrscht als einstiger Rock'n Roll Gitarrist nun einmal das Kraftvolle, die wuchtig lodernde Provokation, als auch die melancholisch beschwörenden Landschafts- und Stimmungsbilder. Dabei streift er ästhetisch ruppige Industriel-Einflüsse und verliert sich auch gern in stillen, sinnlichen Improvisationen.
Um die Klangfarben seiner Band zu erweitern, greift Aarset zudem auf die klassische Geigerin Sara Övinge und die Flötistin Mira Thiruchelvam zurück. So erhält „Strange Hands“ einen überwältigenden, vor Freiheit, Energie und Inspiration getragenen Grundgestus, dessen erfrischende ud energetische Nicht-Positionierung einfach nur begeistert.
Jörg Konrad

Eivind Aarset
„Strange Hands“
Jazzland
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Donnerstag 07.05.2026
Historisches aus Jazz & Blues (4): Mal Waldron „Stardust & Starlight – At The Showcase“
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Sein Klavierstil schien eine zeitlang von der Klassik ebenso weit entfernt, wie vom Jazz. Man könnte aber auch sagen, dass er als Pianist ebenso nah an der Klassik spielte, wie er zugleich auch Jazzmusiker war. Malcolm Earl „Mal“ Waldron wurde 1926 in New York geboren und war sein Leben lang ein waschechter Individualist und rätselhafter Edelstein am Instrument. Seine Biographie ist randvoll mit eindrucksvollen, als auch tragischen Momenten. Seine Improvisationen sind so sparsam reduziert, wie auch weitläufig ausufernd. Er spielt sich wiederholende Figuren mit größter ökonomischer Disziplin und weicht gleichzeitig in ihrem Rezidiv immer wieder um einige Nuancen von den Vorgaben ab.
Mal Waldron war einer der letzten Pianisten, die mit der Vocal-Ikone Billie Holiday im Duo spielte; er gehörte zu jener Band-Crew, die Charles Mingus Debüt-Album „Pithecanthropus Erectus“ im Jahr 1956 in den New Yorker Audio-Video Studios einspielte und er drückte die schwarz-weiße Tastur auf Max Roachs „Percussion Bitter Sweet“, dem politisch brisantesten und musikalisch vielseitigsten Album des großen Bebop-Schlagzeugers. So ganz „nebenher“ begleitete er Eric Dolphy, Steve Lacy und Thelonious Monk bei ihren Beiträgen für die Jazzgeschichte und war zudem Hauspianist bei Bob Weinstock Jazz-Label Prestige.
Aufgrund psychischer Dekompensation und seiner Heroin-Sucht war Maldron Anfang der 1960er Jahre gesundheitlich stark angeschlagen und unterzog sich einer stationären Behandlung. Nach seiner Klinik-Entlassung, ein Jahr später, musste er das Leben in seiner Ganzheitlichkeit neu erlernen. Auch das Klavierspiel. So gab es für ihn keine Jobs mehr. Er zog nach Europa, erhielt in Paris ein paar Kompositions-Aufträge für Filmmusik um wenigstens zu überleben.
Langsam begann Waldron auch wieder Klavier zu spielen und nahm in Frankreich und Italien erneut Schallplatten auf, entwickelte sich langsam aber stetig (auch aufgrund seiner biographischen Daten) zu einem gesuchten Solisten der Jazz-Szene. Er zog nach München, nahm für ECM und für ENJA wegweisende Alben auf. Seine besondere Art zu spielen drang bis nach Japan, wo er über Nacht einen regelrechten Starkult genoss.
Er unternahm auch wieder Tourneen nach Amerika, wo er regelmäßig auftrat, zog 1990 nach Brüssel, wo er 2002 starb.
Die vorliegende Aufnahme „Stardust & Starlight: At the Jazz Showcase“ entstand im August 1979 in Chicago. Mit dabei der Bassist Steve Rodby (bevor dieser festes Mitglied der Pat Metheny Group wurde), der Schlagzeuger Wilbur „The Chief“ Campbell und als Gastmusiker der Saxophonist Sonny Stitt. Waldron, damals 54-jährig, beherrscht auch hier die scheinbare Einfachheit des Klavierspiels. Er ist ein raffinierter Kammerkünstler, der die Melodien regelrecht „morst“ bei einem enormen improvisatorischen Wenderadius. Als Pianist im Jazz ist er ein Fundamentalist, einer der das Perkussive am Instrument liebt („Ich bin ein Schlagzeuger, der Klavier spielt“), der das Unscheinbare groß herausstellt, der beharrlich gegen noch so kleine Widerstände anspielt und dabei an Bud Powell und Thelonius Monk erinnert. In der Kommunikation untereinander nimmt er es mit jedem auf – ob Rhythmusgruppe, oder, wie im vorliegenden Fall mit Solisten vom Typ Sonny Stitt. Er findet immer den richtigen Ton, ohne aus Verzweiflung die Geschwindigkeit hochzudrehen, um selbst zum Zuge zu kommen. Fast möchte man von einem dieser Giganten sprechen, die heute ausgestorben sind. Ganz so wild ist es aber vielleicht nicht. Aber selten sind derartige Pianisten in der Gegenwart schon geworden. Und deshalb ist es wunderbar, dass zum Beispiel diese Aufnahme entstaubt und veröffentlicht wurde.
Jörg Konrad

Mal Waldron
„Stardust & Starlight – At The Showcase“
Resonance
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Mittwoch 06.05.2026
Historisches aus Jazz & Blues (3): Freddie King „Feeling Alright – The Complete 1975 Nancy Pulstations Concert“
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Geboren wurde Freddie King am 03. September 1934 in Gilmer, Texas. Seine Mutter und deren Bruder begannen ihm das Gitarrenspiel beizubringen, da war er sechs. Mit fünfzehn zog er samt Familie nach Chicago, wo er als erstes die Blues-Clubs vor Ort inspizierte. Noch als Jugendlicher erlebte er dort Live einen Großteil der Blues-Elite jener Zeit: Muddy Waters, John Lee Hooker, Howlin’ Wolf, Sonny Boy Williamson. Ihre Präsenz stärkte ihn in seinem Wunsch Bluesmusiker zu werden.
Freddie King beherrschte und präsentierte in den folgenden Jahren sowohl den ländlichen Country-Stil, wie er in seiner Heimat Texas gespielt wurde, als auch die scharfkantige und elektrische Chicago-Variante. Und so liegt es auf der Hand, dass sein persönlicher Ausdruck eine Mixtour aus diesen beiden Richtungen wurde.
Welche Wucht und welche Energie seine Live-Auftritte inne hatten, macht der vorliegende, hier erstmals veröffentlichte Mitschnitt eines Konzerts des Gitarristen, Sängers und Komponisten im französischen Nancy nur ein Jahr vor seinem Tod deutlich. Mit ausgesuchter Band präsentierte der damals 40jährige Frederick Christian, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, ein über zwei-Stunden-Programm, angereichert mit eigenen Kompositionen und Klassikern aus Blues und Boogie.
Freddie King, neben B.B. King und Albert King das „King-Dreigestirn des Blues“, besticht auf „Feeling Alright – The Complete 1975 Nancy Pulstations Concert“ mit seiner immensen Stimmkraft und natürlich mit seinem unnachamlichen, bissigen, derben Gitarrenspiel. Er spielt seine scharfen Licks mit Daumen und Zeigefinger, wobei auf beiden Fingern Metall-Banjo-Picks stecken. Mit dieser Technik hat er unzählige Gitarristen nach ihm beeinflusst. An dieser Stelle seien nur Billy Gibbons von ZZ Top, Jeff Beck und Derek Trucks stellvertretend genannt.
Zu Freddies Band gehören Organist Alvin Hempfill, Gitarrist Ed Lively, Pianist Lewis Stephens, Bassist Benny Turner, und Schlagzeuger Calep Emphrey. Sie alle folgen King blind und geben ihm zudem ein tragbares Fundament, die den explosiven Gitarrensolis ihres Leaders locker standhalten.
King zollt mit seinem Repertoire John Lee Hooker („Boogie Chillun“), B.B. King („Sweet Little Angel“) und natürlich Muddy Waters („Got My Mojo Workin’“) Tribut.
Dieser Mitschnitt bringt den heute fast vergessenen, vor fünfzig Jahren verstorbenen leidenschaftlichen Magier des Blues wieder in Erinnerung, den das Rolling Stone Magazin auf Platz fünfzehn der 100 Greatest Guitarists of All Time setzte – noch vor Les Paul und vor Chet Atkins.
Jörg Konrad

Freddie King
„Feeling Alright – The Complete 1975 Nancy Pulstations Concert“
Elemental Music
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Autor: Siehe Artikel
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