Für den morgendlichen Beobachter hält der August ein besonderes Planetenspektakel bereit. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, kann man (von Ost nach West) die Planeten Jupiter, Merkur und Mars bestaunen. Am 9. August gesellt sich dann noch die abnehmende Mondsichel sehr dekorativ dazu. Allerdings benötigt man eine absolut ungehinderte Sicht Richtung Osten, da alle drei Planeten sehr flach über dem Horizont stehen und die Dämmerung sehr schnell einsetzt. So bleibt nur Saturn als Planet der zweiten Nachthälfte über mehrere Stunden sichtbar. Mit viel Glück lässt sich in der Abenddämmerung die strahlend helle Venus am westlichen Horizont ausmachen.
Am Abend und in der Nacht des 12. August sind gleich zwei astronomische Ereignisse zu bestaunen. Zum einen kommt es in den Abendstunden zu einer partiellen Sonnenfinsternis, die allerdings mit dem Untergang der Sonne einhergeht.
Ab 19.20 Uhr kann man ausgerüstet mit einer speziellen Sonnenfinsternisbrille die teilweise Verfinsterung der Sonne durch den Neumond in nordwestlicher Richtung beobachten. Bis zu 89 Prozent der Sonne sind dabei abgeschattet. In Teilen Grönlands, Islands und Spaniens ist dieses Naturphänomen sogar über mehrere Minuten als totale Sonnenfinsternis zu erleben.
Zum anderen ist für die Freunde der Sternschnuppen die Tatsache, dass der Neumond gemeinsam mit der Sonne untergeht, eine sehr gute Nachricht, denn zum ersten Mal seit Jahren lässt sich ohne das Streulicht des Mondes der Meteoritenstrom der Perseiden gut beobachten. Zwischen 23 Uhr bis spät in die Nacht können bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde bei hoffentlich sternklarem Wetter ausgemacht werden.
Ab 19.20 Uhr kann man ausgerüstet mit einer speziellen Sonnenfinsternisbrille die teilweise Verfinsterung der Sonne durch den Neumond in nordwestlicher Richtung beobachten. Bis zu 89 Prozent der Sonne sind dabei abgeschattet. In Teilen Grönlands, Islands und Spaniens ist dieses Naturphänomen sogar über mehrere Minuten als totale Sonnenfinsternis zu erleben.
Zum anderen ist für die Freunde der Sternschnuppen die Tatsache, dass der Neumond gemeinsam mit der Sonne untergeht, eine sehr gute Nachricht, denn zum ersten Mal seit Jahren lässt sich ohne das Streulicht des Mondes der Meteoritenstrom der Perseiden gut beobachten. Zwischen 23 Uhr bis spät in die Nacht können bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde bei hoffentlich sternklarem Wetter ausgemacht werden.
Der britisch-amerikanische Filmemacher Christopher Nolan ist derzeit mit seiner Verfilmung der Odyssee in aller Munde. Im Jahr 2014 hatte er bereits einen anderen Film in die Kinos gebracht, der unter den SciFi-Enthusiasten als einer der besten Filme des Genres gilt: „Interstellar“ wurde ein voller Erfolg. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Namen? Interstellar (von lateinisch inter „zwischen“ und stella „Stern“) bedeutet eigentlich zwischen den Sternen befindlich. Seit kurzem nun kommt diesem Namen allerdings eine ganz neue Bedeutung zu, denn Beobachtungen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop und dem erdgebundenen Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile werfen ein völlig neues Licht auf die interstellaren Objekte.
Für die Gesamtbetrachtung der Problematik bedarf es zunächst eines historischen Rückblicks: Allen Himmelskörpern des Sonnensystems ist eines gemein: Sie bewegen sich in einer geschlossenen Bahnform um das Zentralgestirn Sonne. Dabei ist zu bedenken, dass der selbst für seine Zeit fortschrittliche Astronom Nicolaus Copernicus (eigentlich Nikolai Koppernigk, geb. 1473 in Torun/Polen) noch davon ausging, dass diese Bahnform ein perfekter Kreis sei. Die Entstehung dieses Fehlers ist nachvollziehbar, denn Copernicus standen keine optischen Hilfsmittel zur Verfügung.
In seiner erst im Todesjahr 1543 veröffentlichten Schrift "De revolutionibus orbium coelestium" (lateinisch für „Über die Umlaufbahnen der Himmelssphären“) setzt er dafür aber die Sonne erstmals in das Zentrum unseres Systems.
Knapp ein Jahrhundert später kam es mit der Erfindung des Fernrohrs durch den holländischen Linsenschleifer Hans Lipperhey zum entscheidenden Durchbruch beim Verständnis um die geschlossene Bahn der Planeten. Endlich konnten auch für die beobachtende Astronomie Fernrohre konstruiert werden. Die Herstellung der „Telescopio“ gelang neben dem berühmten italienischen Astronomen Galileo Galilei auch dem in Prag am Hofe Kaiser Rudolfs lebenden deutschen Astronomen Johannes Kepler. Nach gut zehn Jahren der Studien gelang es ihm mit Hilfe seines Fernrohrs die Bahnform der Planeten genauer zu bestimmen. Sie ist in sich geschlossen und wird noch heute als Kepler-Ellipse bezeichnet. Seitdem haben sich sowohl die Geräte als auch die Berechnungskonzepte verbessert. Heute kennen wir von tausenden Himmelskörpern die genaue Form dieser Ellipsen, die mit dem Begriff Exzentrizität umschrieben wird.
Ist diese - wie zum Beispiel bei der Erde - sehr klein, dann weicht die Ellipse nur unwesentlich vom Kreis ab. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Würde man -
entsprechend der 150 Millionen km Abstand der Erde von der Sonne - einen Kreis mit dem Radius von 1,50 m zeichnen, so würde diese Ellipse im Minimum beziehungsweise im Maximum gerade einmal um 2,5 cm vom idealen Kreis abweichen. Für das menschliche Auge wäre dies bei einem Kreisdurchmesser von drei Metern nicht auszumachen. Diese extrem geringe Exzentrizität zeigt, dass unser Planet eine kreisähnliche Ellipse besitzt.
Ganz anders ist dies aber bei Kometen. Ihre Exzentrizität ist so hoch, dass zum Beispiel beim Kometen Halley ein minimaler Abstand von rund 80 Millionen Kilometern und ein maximaler Abstand von 5,25 Milliarden Kilometern von der Sonne zu verzeichnen ist, was bedeutet, dass er dann 65-mal weiter von der Sonne entfernt ist als bei der unmittelbaren Sonnenähe.
Johannes Kepler hat berechnet, dass in dieser Sonnennähe wesentlich höhere Geschwindigkeiten als im sonnenfernen Bereich zu verzeichnen sind. So bewegt sich der Komet Halley auf seiner 86jährigen Bahn in Sonnenferne mit gerade einmal 900 Metern pro Sekunde, währenddessen er in der Nähe der Sonne auf 55 Kilometer pro Sekunde beschleunigt.
Es gibt aber auch langperiodische Kometen, deren Ellipsen so stark exzentrisch sind, dass man auf ihre Wiederkehr in Sonnennähe Jahrtausende warten muss. Ein Beispiel hierfür ist der Komet Kohoutek (1973 vom tschechischen Astronomen Luboš Kohoutek entdeckt), der sich der Sonne gefährlich nah auf 21 Millionen Kilometer näherte, um dann für mehr als 150.000 Jahre in den Fernen des Sonnensystems zu verschwinden.
Ein Blick auf die Altersverhältnisse der Himmelskörper in unserer Nachbarschaft zeigt, dass sie ähnlich wie unsere Sonne ein Alter von ungefähr 4,65 Milliarden Jahren aufweisen. Neueste Forschungen haben nun allerdings ergeben, dass zumindest ein interstellares Objekt wesentlich älter als alle bekannten Himmelskörper sein könnte.
Es geht dabei um 3I/ATLAS, der von außen aus dem interstellaren Raum eingedrungen sein muss. Nach der Entdeckung von 3l/ATLAS zeigte sich, dass dieser Himmelskörper sich nicht wie andere auf einer geschlossenen Ellipse bewegt, sondern auf einer offenen hyperbolischen Bahn. Er ist mit seinen 68,3 Kilometern pro Sekunde (dies entspricht 245.000 Kilometern pro Stunde, welches die höchste jemals gemessene Geschwindigkeit für ein kosmisches Objekt ist) einfach viel zu schnell, als dass er von der Gravitation unserer Sonne auf einer gebundenen Bahn gehalten werden könnte. 3I/ATLAS kann daher nicht aus unserem Sonnensystem stammen. Es handelt sich somit um einen Besucher aus einem anderen, fernen Planetensystem. Nach den Himmelskörpern 1I/’Oumuamua und 2I/Borisov ist es erst das dritte interstellare Objekt, das von den Astronomen beim Durchqueren unseres Sonnensystems aufgespürt wurde.
„3l/ATLAS bietet uns die aufregende Möglichkeit, die Zusammensetzung eines anderen Planetensystems zu untersuchen", erläutert Rosemary Dorsay von der Universität Helsinki, "und zwar eines, das sich lange vor unserer Sonne und unserem Sonnensystem gebildet hat.“ Dank einer ausgedehnten, hellen Gashülle um den kometenähnlichen Körper konnten Astrophysiker dieses Mal, im Gegensatz zu den beiden vorherigen Objekten, die Zusammensetzung des Himmelskörpers genauer untersuchen. Dabei zeigte sich, dass 3l/ATLAS andere Isotopenverhältnisse aufweist als die Kometen unseres Sonnensystems, insbesondere bei den chemischen Elementen Kohlenstoff und Stickstoff.
„Im Gegensatz zu den Kometen unseres Sonnensystems enthält dieser interstellare Besucher ungewöhnlich wenig Isotope mit hohem Gewicht“, berichtet Aravind Krishnakumar von der Universität Lüttich in Belgien. „Der Komet müsse in einer Umgebung mit weniger schweren Elementen entstanden sein als unser Sonnensystem.“
Aus den bei 3l/ATLAS gemessenen Häufigkeiten verschiedener Isotope konnten die Forscher deshalb das Alter des Kometen auf mehr als neun Milliarden Jahre bestimmen, womit unsere Sonne und ihre Planeten nur halb so alt sind. Der Komet stammt also aus einem Planetensystem einer früheren Generation, die noch weniger schwere Elemente enthielt als die Generation, zu der unsere Sonne gehört.
Diese Erkenntnis zeigt, dass man die interstellaren Objekte auch in der Zukunft akribisch genau untersuchen sollte. Mit dem im Bau befindlichen ELT (Extremly Large Telescope) der ESO hoffen Astronomen schon in wenigen Jahren viele weitere interstellare Objekte untersuchen zu können, um so einen noch umfassenderen Einblick in die Entstehungsgeschichte von Planetensystemen zu unterschiedlichen Zeiten der kosmischen Entwicklung zu erhalten.
Letztendlich ist allerdings auch ein anderer Umstand vollkommen haltlos geworden: Bei allen drei interstellaren Besuchern vermuteten selbsternannte UFO-Spezialisten tatsächlich, interstellare Hyperraumschiffe entdeckt zu haben. Die nun festgestellte chemische Zusammensetzung dieser tatsächlich hyperschnellen Objekte hat diesen Unsinn eindeutig verworfen. Leider haben wir erneut keinen Besuch von „ET“ bekommen.
Klaus Huch, Planetarium Halberstadt
Abbildung:
- Blasennebel NGC 7635 im Sternbild Kassiopeia
Komposit aus 243 Einzelbildern mit Belichtungszeiten zwischen 300 und 600 Sekunden
Gesamtbelichtungszeit: 28h 55min zwischen dem 22.10.-30.11.2024
Gesamtbelichtungszeit: 28h 55min zwischen dem 22.10.-30.11.2024
Christoph Ehritt
























