Nach dem 2. Weltkrieg begann sich Yves Klein zudem intensiv mit dem Kampfsport Judo zu beschäftigen. Hier schätzte er speziell die Gleichwertigkeit von Körper und Geist, nicht zuletzt durch seine Zen-buddhistischen Studien. Die persönliche (auch künstlerische) Auseinandersetzung mit der Schwerkraft spielte hierbei eine immense Rolle, die letztendlich in der Kunst des Fallens gipfelte. Yves Klein war zudem der Erste Nicht-Japaner, der 1954 am renommierten Kodokan Judo Institute in Tokio den vierten Schwarzgurt erhielt.
In diesem Zusammenhang ist das Bild „Der Sprung in die Leere“, inszeniert vom Photographenduo Harry Shunk und János Kender, entstanden. Es zeigt Yves Klein beim Absprung vom Dach eines Vororthauses von Paris. Entgegen der Schwerkraft vermittelt es den Eindruck, der Künstler könne fliegen, bewege sich in einem schwerelosen Raum.
Dieses Bild steht im Mittelpunkt der mittlerweile 8. Buchveröffentlichung aus der Reihe „Ein Bild und seine Geschichte“ des Schirmer/Mosel-Verlages.
Der in New York lebende deutsche Kunsthistoriker Klaus Ottmann erzählt in dem Band die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte dieses faszinierenden Bildes, das mit zu den bedeutendsten Fotografien des 20. Jahrhunderts gehört.
Jörg Konrad
Ein Bild und seine Geschichte
Yves Klein
„Ein Sprung in die Leere, 1960“
Schirmer/Mosel
Yves Klein
„Ein Sprung in die Leere, 1960“
Schirmer/Mosel
Abbildungen:
- Yves Klein / Shunk-Kender: Der Sprung
in die Leere, 3 rue Gentil Bernard,
Fontenay-aux-Roses, 19. Oktober 1960
in die Leere, 3 rue Gentil Bernard,
Fontenay-aux-Roses, 19. Oktober 1960
- Yves Klein mit einem Judo-Partner,
Paris, ca. 1955. Foto: Miltos Toscas
Paris, ca. 1955. Foto: Miltos Toscas


























