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Start: Freitag 28.07.2023; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 01.04.2024
München Haus der Kunst: Martino Gamper. Sitzung
Bilder
Bilder
Bilder
MARTINO GAMPER. SITZUNG
Donnerstag, 27. Juli 2023 bis Montag 01.04.2024
Haus der Kunst | Mittelhalle, Prinzregentenstr. 1, München

„Es gibt kein perfektes Design und es gibt kein Über-Design. Objekte sprechen uns persönlich an. Manche mögen funktionaler sein als andere, und die emotionale Bindung ist sehr individuell.“ – Martino Gamper

Mit dem neuen, spielerischen Werk „Sitzung“ gestaltet der renommierte italienische Designer Martino Gamper während einer Residence am Haus der Kunst die Mittelhalle zu einem neuen, sich ständig weiterentwickelnden sozialen Raum. Dieser Ort der Bewegung und Begegnung wird am 27. Juli 23 eröffnet und bis 1. April 24 zu sehen sein.

Als Artist-in-Residence wird Martino Gamper eine Reihe neu gestalteter Stühle entwerfen, eine Weiterentwicklung seines gefeierten Langzeitprojekts „100 Chairs in 100 Days“. Während der Laufzeit werden die Stühle von Besucher*innen und Mitarbeitenden nach Belieben umgestaltet – um sich zu versammeln, auszuruhen und zu spielen. Die Mittelhalle verwandelt sich dadurch in einen lebendigen, sich ständig verändernden sozialen Raum. Die Neukonfigurationen sollen auf Regeln beruhen, die Gamper zu Beginn des Projekts aufstellt, um mit der Choreografie das Erscheinungsbild des Raums von Woche zu Woche zu verändern. Neben den Möbeln entwirft Gamper auch ein Lichtdesign, das die Atmosphäre der Mittelhalle von einem normalerweise als Durchgangsraum genutzten Bereich in einen Ort des Zusammenkommens verwandelt.

Andrea Lissoni, Künstlerischer Direktor Haus der Kunst: „Die Mittelhalle des Haus der Kunst ist ein außergewöhnlicher Raum. Die Zusammenarbeit mit Martino Gamper und unserem Kurations- sowie dem Vermittlungs- und Bildungsteam schafft die Möglichkeit, mit diesem wichtigen Raum zu experimentieren und alle einzuladen, buchstäblich ihren eigenen Raum zu schaffen.”

Martino Gamper dazu: „Für das Haus der Kunst werden die Möbel auf unterschiedliche Weise hergestellt, unter anderem mit handwerklichen und industriellen Verfahren und unter Verwendung einer großen Bandbreite von Materialien. Die Stühle werden experimentell, zweckmäßig, aber unvollkommen sein. Sie sind keine Produkte sondern Mittel, um das Sitzen als skulpturales Objekt zu erforschen.”

Das Projekt verdeutlicht den Weg zu neuen Formen der Beteiligung und des Lernens, den das Haus der Kunst 2023 eingeschlagen hat. Es wird entwickelt in Zusammenarbeit von Martino Gamper, dem kuratorischen Team und dem Vermittlungs- und Bildungsteam des Haus der Kunst.

Martino Gamper (geb. 1971 in Meran, Italien) ist international bekannt für sein Werk „100 Chairs in 100 Days“, mit dem er 2006 systematisch begann, ausrangierte Stühle zu sammeln, um dann 100 Tage lang das Design jedes der Stühle neu zu gestalten, und dessen Charakter und/oder Funktionsweise zu verändern. Gampers künstlerisches Schaffen stellt die Grenzen zwischen Design und Bildender Kunst in Frage. Er sucht ständig nach neuen Wegen, Design in unserem Alltag einzusetzen und zu aktivieren. Sein Werk bewegt sich dabei zwischen Kunst, Design, Performance und Kuration.

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München

Abbildungen:

- Martino Gamper. Sitzung
Kurator*innen
Haus der Kunst, 2023
Foto: Judith Buss

- Martino Gamper. Sitzung
Surfer*innen
Haus der Kunst, 2023
Foto: Judith Buss

- Martino Gamper. Sitzung
Surfer*innen
Haus der Kunst, 2023
Foto: Judith Buss
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Start: Samstag 09.09.2023; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Freitag 15.03.2024
München Museum Brandhorst: Brandhorst Flag Commission: Philipp Gufler
Bilder
Brandhorst Flag Commission: Philipp Gufler

Ausstellung Museum Brandhorst
Vom 09. September 2023 bis 15. März 2024

Brandhorst Flag Commission 2023
Im Rahmen der „Brandhorst Flag Commission“ werden vier von Philipp Gufler gestaltete Fahnen vor dem Museum präsentiert. In „Urning“ befasst sich der Künstler mit der Sichtbarmachung von queerer Geschichte und Erinnerungskultur und verbindet sie mit aktuellen Debatten.

Kunst im Außenraum
Das Museum Brandhorst geht mit der „Flag Commission“ über die Grenzen des Ausstellungsraums hinaus und präsentiert eigens in Auftrag gegebene Kunstwerke in der Nachbar:innenschaft des Stadtbezirks Maxvorstadt. Normalerweise werben die Fahnen, die an der Ecke Türken- und
Theresienstraße aufgestellt sind, für die aktuellen Ausstellungen des Museums. Doch für die „Flag Commission“ nutzen Künstler:innen sie als Außenflächen, um Interventionen im öffentlichen Raum zu schaffen.

Philipp Gufler: Urning
Ab September 2023 bespielt der in Amsterdam und München lebende Künstler Philipp Gufler den Ort mit einer neuen Arbeit. Mit seiner charakteristischen Vorgehensweise rekontextualisiert er queere Geschichte in seinen oft textilbasierten Werken. Anstatt komplexe Überlagerungen wie in seinen Siebdrucken auf Stoffen und Spiegeln darzustellen, nutzt er für „Urning“ die visuelle Wirkungskraft des Mediums der Flagge.
Auf seinen Fahnen stellt Gufler den Juristen Karl Heinrich Ulrichs in Pop-Art-Ästhetik in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Ulrichs prägte den Begriff „Urning“, der in Anlehnung an den griechischen Gott Uranos erstmals die queere Identität durch eine positive Selbstbezeichnung formulierte. Am
Deutschen Juristentag, der am 29. August 1867 im Münchner Odeon stattfand, forderte er Straffreiheit für gleichgeschlechtliche Liebe. Obwohl sich der Begriff „Urning“ nicht durchsetzen konnte, ist Ulrichs zu einer zentralen Inspirationsquelle für die queere Theorie geworden. Gufler
verknüpft diese historische Bedeutung mit einer wegweisenden Plakataktion der Initiative Act Up München, die 1995 durch die Proteste der bayerischen Lokalpolitik bekannt wurde. Er aktualisiert die AIDS-Aufklärungskampagne und schafft eine Verbindung zwischen historischem Umgang mit queerer Identität und ihrer Relevanz innerhalb aktueller Debatten.

„Meine Flaggen widmen sich dem Fehlen von queerer Erinnerungskultur – angefangen bei Karl Heinrich Ulrichs bis zu unserer jüngeren Geschichte in den 1980er-Jahren während des Aufkommens von AIDS.“
Philipp Gufler

Über den Künstler
Philipp Gufler verbindet in seiner künstlerischen Arbeitsweise verschiedene Medien, darunter Siebdrucke auf Stoff und Spiegel, Künstlerbücher, Performances und Videoarbeiten. Für die Videoinstallation „Projektion auf die Krise. Gauweilereien in München“ (2014) begann er mit seinen
Recherchen im selbst organisierten Forum Queeres Archiv München, in dem Gufler seitdem ein aktives Mitglied ist. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und besuchte die Residenz-Programme De Ateliers in Amsterdam, Skowhegan School of Painting & Sculpture in Maine in den USA und Delfina Foundation in London. Zu Guflers Künstlerbüchern gehören: „Projektion auf die Krise. Gauweilereien in München“ (2014/21), „I Wana Give You Devotion“ (2017), „Indirekte Berührung“ (2017), „Quilt #01–#30“ (2020), „Lana Kaiser“ (2020), „A Shrine to Aphrodite“ (2023) und „Cosy bei Cosy“ (2023).

Museum Brandhorst I Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Theresienstraße 35 a
80333 München

Abbildung:

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Start: Sonntag 08.10.2023; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 10.03.2024
Franz Marc Museum Kochel: NORBERT KRICKE. ZEICHNUNG UND PLASTIK
Bilder
NORBERT KRICKE. ZEICHNUNG UND PLASTIK

Franz Marc Museum Kochel
Ausstellung vom 08. Oktober 2023 bis 10. März 2024

„Ich will Bewegung darstellen. Ich suche der Einheit von Raum und Zeit eine Form zu geben.“ (Norbert Kricke, 1954)

Das Werk des deutschen Bildhauers Norbert Kricke ist eng mit der Sammlung des Franz Marc Museums verknüpft, zu dessen Entstehung die Galeristen Etta und Otto Stangl entscheidend beigetragen haben. Norbert Kricke gehörte zur Generation der deutschen Nachkriegskünstler, Vertreter einer abstrakten Kunst, die in der Galerie Stangl in München ein Forum fanden.
1949 gründeten sie hier die Gruppe ZEN 49. Norbert Kricke kam 1952 in Kontakt mit den Künstlern dieses Kreises. Er traf hier u.a. Hans Hartung, Pierre Soulages, Fritz Winter, K.R.H. Sonderborg, Emil Schumacher, Ernst Wilhelm Nay, Willi Baumeister und Rupprecht Geiger.
Begleitet von einer Ausstellung mit Plastiken und Zeichnungen des Künstlers soll im Herbst 2023 die Raumplastik Große F.II, 1980 (956 x 493 x 356 cm) von Norbert Kricke (1922 – 1984) im Park des Franz Marc Museums aufgestellt werden.
Die über neun Meter hohe Stahlplastik markiert am Boden und im Raum in großzügigen, rechtwinklig ihre Richtung wechselnden Linien einen imaginären Raum. Sie macht Raum bewusst und lässt, indem die Augen der skulpturalen Linie folgen, Zeit vergehen und empfinden. Die Ausstellung wird Krickes Plastiken im Dialog mit Werken der Nachkriegsabstraktion sowie ausgewählten Arbeiten Wassily Kandinskys und Paul Klees zeigen, um so, im Kontext der Sammlung des Franz Marc Museums, Kontinuität und Innovation in Norbert Krickes Arbeit sichtbar zu machen.

Abbildung:
Nobert Kricke im Atelier in der Sittharder Straße, 1954/55, 
Archiv Nobert Kricke
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Start: Donnerstag 19.10.2023; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.04.2024
Museum Brandhorst: THIS IS ME, THIS IS YOU. DIE EVA FELTEN FOTOSAMMLUNG
Bilder
THIS IS ME, THIS IS YOU. 
DIE EVA FELTEN FOTOSAMMLUNG

Die Ausstellung „This Is Me, This Is You“ gewährt der Öffentlichkeit erstmals Einblick in eine international bedeutende Fotosammlung, die über vier Jahrzehnte hinweg gewachsen ist. Die großzügige Schenkung der Eva Felten Fotosammlung erweitert die Bestände des Museums Brandhorst um 429 Werke von mehr als 140 Künstler:innen von den 1930er-Jahren bis in die unmittelbare Gegenwart. Die Schenkung markiert einen historischen Moment in der Geschichte des Museums, dessen Sammlung sie nicht nur entscheidend vergrößert, sondern mit dem Medium Fotografie um eine zentrale Praxis der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts bereichert. Damit schließt sie zugleich eine Lücke im Museum Brandhorst, das seit seiner Eröffnung 2009 zu einem der bedeutendsten Museen für zeitgenössische Kunst in Deutschland herangewachsen ist.

„This Is Me, This Is You“ versammelt namhafte Positionen der Fotografiegeschichte von Robert Frank, Evelyn Hofer, Gordon Parks über Isaac Julien, Sherrie Levine, Richard Prince bis zu Zoe Leonard, Arthur Jafa und LaToya Ruby Frazier. In einer Auswahl von rund 140 Arbeiten widmet sie sich den komplexen Blickbeziehungen in der Fotografie und reflektiert dabei Fragen nach Intimität und Begehren ebenso wie nach Machtverhältnissen und strukturellen Ungleichheiten, die sich in das Medium einschreiben. Titelgebend für die Ausstellung ist eine Arbeit von Roni Horn. Die US-amerikanische Künstlerin hat mit „This Is Me, This Is You“ (1997-2002) ein Schlüsselwerk geschaffen, das Fragen nach der Flüchtigkeit von Identität ebenso aufwirft wie nach der Präsenz von Fotograf:innen innerhalb ihrer Werke.

Mit ihrer markanten Aussage „Where you look from is always half the picture“ brachte die US-amerikanische Künstlerin Zoe Leonard (*1961) auf den Punkt, wie zentral die historische, soziale und physische Perspektive der Fotografierenden sowie der Betrachtenden für die Interpretation von Kunst ist. Die Begegnung mit der Fotografie ist somit nicht nur eine Begegnung mit den Abgebildeten, sondern auch mit den Fotograf:innen selbst. Basierend auf dieser Beobachtung widmet sich die Ausstellung „This Is Me, This Is You“ verschiedenen Bildstrategien der Fotografie in sieben thematischen Kapiteln.

Sie umfassen eindringliche Porträts, bekannte Werke der Street Photography und der sozialkritischen Fotografie sowie konzeptuelle Arbeiten und bedeutende Positionen der Appropriation Art. Werke von historischen und zeitgenössischen Künstler:innen aus verschiedenen geografischen und künstlerischen Kontexten schaffen einen internationalen Rahmen, um über die Politik und Dynamik des fotografischen Blicks nachzudenken.

Ein Kapitel der Ausstellung führt zurück zu der berühmten Serie „Menschen des 20. Jahrhunderts“, die August Sander 1925 konzipierte. Obwohl keine Werke des Fotografen selbst zu sehen sind, finden sich zahlreiche Arbeiten von internationalen Künstler:innen wie Diane Arbus, Jitka Hanzlová, Rineke Dijkstra und Issei Suda, die entweder unmittelbar von Sanders Strategie beeinflusst sind, Individuen im Kontext ihrer Gesellschaft darzustellen, oder daran anschließen. Ein weiteres Kapitel widmet sich der Street Photography mit Positionen von Robert Frank über Gordon Parks und Vivian Maier bis hin zu Helga Paris. Gegenüber diesen Werken, die auf Streifzügen durch die Stadt entstanden sind, stehen Arbeiten von Künstler:innen, die die Inszenierung als Bildstrategie wählen, wie Philip-Lorca diCorcia oder Tracey Moffatt. Ein eigener Raum in der Ausstellung widmet sich der Intimität, die oft zwischen Fotograf:innen und den Abgelichteten entsteht und die in den Fotografien spürbar wird. Hier sind Werke von Diane Arbus, Walter Pfeiffer und Deana Lawson zu sehen. Im Kapitel zur Appropriation Art werden historische Positionen der Strömung, vertreten durch Richard Prince und Sherrie Levine, mit Werken von Nobuyoshi Araki und Arthur Jafa in einen Dialog gesetzt, die der Praxis der Bildaneignung eine neue Dimension verleihen. Das größte Kapitel der Ausstellung befasst sich mit der Fotografie als sozialem und politischem Raum. Arbeiten von LaToya Ruby Frazier, Isaac Julien, Carrie Mae Weems oder Anthony Hernandez reflektieren die gesellschaftliche und politische Relevanz, die dem Medium inhärent sind.

„This Is Me, This Is You“ gewährt einen umfassenden Einblick in die Sammlung Eva Felten, die nahezu 100 Jahre Fotografiegeschichte umfasst. Die Präsentation spiegelt die internationale Bandbreite der Sammlung wider und widmet sich Erzählstrategien der Fotografie, die von poetisch-dokumentarischer Zufälligkeit bis hin zu sorgfältig inszenierten Kompositionen reichen. Fotografien spielen eine aktive Rolle bei unserem Verständnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sei es als Dokument, Metapher oder Fiktion. Sie sind ein performatives Mittel zur Herausbildung von Identität, ein appellatives Instrument für politische und soziale Veränderungen sowie eine subversive Strategie der Sichtbarkeit und Erinnerung.

Mit Werken von:
Nobuyoshi Araki, Diane Arbus, Richard Avedon, Victor Burgin, Harry Callahan, Larry Clark, Bruce Davidson, Philip-Lorca diCorcia, Rineke Dijkstra, William Eggleston, Robert Frank, LaToya Ruby Frazier, Lee Friedlander, Nan Goldin, Jitka Hanzlová, Dave Heath, Robert Heinecken, Anthony Hernandez, Fred Herzog, Evelyn Hofer, Rudolf Holtappel, Roni Horn, Pieter Hugo, Peter Hujar, Arthur Jafa, Isaac Julien, Barbara Klemm, Suzy Lake, Deana Lawson, Saul Leiter, Zoe Leonard, Sherrie Levine, Leon Levinstein, Helen Levitt, Jerome Liebling, Danny Lyon, Vivian Maier, Lisette Model, Tracey Moffatt, Zanele Muholi, Gabriele und Helmut Nothhelfer, Tod Papageorge, Helga Paris, Gordon Parks, Walter Pfeiffer, Richard Prince, Dirk Reinartz, Arthur B. Rickerby, Thomas Ruff, Sam Samore, Shirana Shahbazi, Jo Spence, A.L. Steiner, Issei Suda, Carrie Mae Weems, Christopher Williams, Bruce Wrighton, Shin Yanagisawa

MUSEUM BRANDHORST
Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Theresienstraße 35a
80333 München
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Start: Freitag 27.10.2023; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 09.06.2024
Museum Fürstenfeldbruck: Goldene 20er? Die Weimarer Republik in der Provinz
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Goldene 20er? Die Weimarer Republik in der Provinz

Ausstellung Museum Fürstenfeldbruck
vom 27. Oktober 2023 bis 09. Juni 2024

Der Erste Weltkrieg (1914-1918) und sein als demütigend empfundenes Ende hinterließen eine traumatisierte Gesellschaft. Mangel, Spanische Grippe und Revolutionen prägten die schwierige Anfangszeit der Weimarer Republik. 1923 gilt als Schreckens- und Wendejahr: Die Inflation erreichte schwindelnde Höhen. Panik und Existenzängste waren die Folgen. Die politische Unzufriedenheit gipfelte im November 1923 in Hitlers gescheitertem Putschversuch.
Auf die überstandene Krise folgten ein wirtschaftlicher Aufschwung und eine unvergleichliche kulturelle Blüte. Die „Goldenen Zwanziger“ stehen für eine nie zuvor dagewesene Leichtigkeit und Lebenslust. Der Krieg hatte viele Prozesse beschleunigt, die vor 1914 bereits begonnen hatten, wie etwa die Emanzipation der
Frauen, die Entstehung einer konsumorientierten Dienstleistungsgesellschaft oder technische Neuerungen. Auch in der Kunst wurden ganz neue Wege beschritten. Leider war die Phase der Stabilisierung nicht von langer Dauer.

Der Börsencrash von 1929, der eine weltweite Wirtschaftskrise auslöste, beendete das euphorische Lebensgefühl. Die Arbeitslosenzahlen schnellten in die Höhe.
Die völkisch-nationale Bewegung, die der Republik von jeher feindlich gegenüberstand, nutzte die Situation propagandistisch für ihre Zwecke. Am Ende stand das Versagen vieler Politiker und die „Machtüberlassung“ an die Nationalsozialisten 1933.
Unser Geschichtsbild ist geprägt durch den Blick auf die Metropolen. Aber wie gestaltete sich die kurze Phase der Weimarer Republik in der Provinz? Wie reagierte eine kleinstädtische Bevölkerung im Schatten der „Hauptstadt der Bewegung“ auf die große Politik? „Babylon Bruck“ oder rückständige Provinz? Die Ausstellung spannt mit spannenden Objekten und interaktiven Stationen einen Bogen vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Aufstieg der Nationalsozialisten.

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildung:

- Demonstration zu Ehren des ermordeten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner in Fürstenfeldbruck, 27.2.1919
Museum Fürstenfeldbruck
Am Tag nach der Beerdigung Kurt Eisners fand in Fürstenfeldbruck vor dem Rathaus eine gesonderte Trauerfeier statt, zu der der örtliche Soldaten- und Arbeiterrat eingeladen hatte.
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Start: Samstag 28.10.2023; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 10.03.2024
München Lenbachhaus: TURNER - Three Horizons
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TURNER
Three Horizons

Ausstellung vom 28. Oktober 2023 bis 10. März 2024
Die Ausstellung wird vom Lenbachhaus in Kooperation mit Tate, London, organisiert
Lenbachhaus, Kunstbau

Joseph Mallord William Turner gilt bis heute als Erneuerer und Vorreiter der Moderne. In seinen Bildern entfaltete die Farbe eine bis dahin ungesehene Freiheit. Schon früh begann er, die Möglichkeiten der Landschaftsmalerei zu erkunden, sowohl im Studium berühmter Vorbilder wie in
der direkten Auseinandersetzung mit der Umwelt. Er experimentierte mit den Konventionen der Gattung, integrierte Naturwissenschaften, Mythos, Geschichte und Zeitgeschehen. Zunehmend verschob er die Grenzen des Darstellbaren. Bald lösten sich seine Werke so deutlich von der
anschaulichen Natur, dass sie in ihrer Reduktion auf Farbe, Licht und Atmosphäre die abbildende Funktion des Bildes in Frage stellten. Darin verblüfften und provozierten sie die Zeitgenossen. Die Nachwelt feierte seine erstaunliche Modernität.
An diesem langlebigen Mythos war Turner nicht unbeteiligt. Unsere Ausstellung geht der Frage nach, wie sich der Künstler schulte, erfand und inszenierte. Sie widmet sich jenen Strategien, die Turner für die öffentliche Präsentation seiner Werke nutzte, wie zum Beispiel an der Royal Academy in London.
Außerdem zeigen wir seine Studien, Experimente und unvollendeten Werke, die zu Lebzeiten hinter den Kulissen blieben. Die Rezeption Turners in der damaligen Kunstdebatte wie auch in der Nachwelt bildet einen weiteren Schwerpunkt des Projekts; ihr verdankt er seinen Ruf als Vorläufer der Abstraktion.
Es ist ein lang gehegter Wunsch des Lenbachhauses, in seiner stetigen Erforschung der Geschichte der Abstraktion auch das Werk Turners in seiner ganzen Breite zeigen zu können. Dank der Kooperation mit Tate Britain, London, die seinen reichen Nachlass bewahrt, werden Turners
Werdegang und seine bildnerischen Innovationen anschaulich nachvollziehbar. Wir zeigen rund 40 Gemälde sowie 40 Aquarelle und Skizzen aus allen Schaffensphasen.
Kuratiert von Karin Althaus und Nicholas Maniu

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33, 
80333 München


Abbildungen:

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Start: Freitag 10.11.2023; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.03.2024
München Haus der Kunst: Meredith Monk. Calling
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Meredith Monk.
Calling

Ausstellung vom 10. November 2023 bis 03. März 2024
München Haus der Kunst

MEREDITH MONK ZUM 80. GEBURTSTAG: EUROPA FEIERT DAS WERK DER LEGENDÄREN US-AMERIKANISCHEN KÜNSTLERIN

Die Ausstellung Meredith Monk. Calling ist die erste Ausstellung in Europa, die dem multidisziplinären Werk der Künstlerin gewidmet ist. Sie zeigt Monks künstlerisches Schaffen in Form von innovativen, multisensorischen Installationen, die ihre interdisziplinäre Arbeitsweise während ihrer gesamten Laufbahn widerspiegeln.
Meredith Monk: „Ich arbeite zwischen den Bruchstellen. Dort, wo die Stimme zu tanzen beginnt, wo der Körper zu singen beginnt, wo das Theater zum Kino wird.“
Monk sprengt die Grenzen von Musik, Theater, Tanz, Video und Installation nahtlos über Disziplinen hinweg. Dabei erforscht sie immer wieder die suggestive Kraft und Dimensionalität der menschlichen Stimme. Sie gilt als bahnbrechende Vertreterin der ortsspezifischen Performance, ihr interdisziplinärer Ansatz hatte einen nachhaltigen Einfluss auf nachfolgende Generationen von Künstler*innen und Performer*innen. In der  Welt von Musik und Theater genießt Monk weithin eine hohe Anerkennung, die Ausstellung im Haus der Kunst widmet sich erstmals ihrem mulitdisziplinären Werk der letzten sechs Jahrzehnte.

Die Retrospektive basiert auf drei Jahren intensiver Forschung zur Künstlerin und zielt darauf ab, die Bandbreite der Rezeption von Monks Œuvre zu erweitern. Ein Schwerpunkt liegt auf der innovativen Performanceform, die sie mit ihrer erweiterten Vokaltechnik entwickelt hat, und die eine längst überfällige Analyse ihres Schaffens erfordert. Während Monks frühe ortsspezifische Arbeiten in der Ausstellung in Form von „Zeitkapseln“ sorgfältig neu inszeniert werden, werden ihre neueren multimedialen Arbeiten, die in einer persönlichen Definition von „immersiven Environments“ von der Künstlerin als „Schreine“ bezeichnet werden, in einer innovativen und einnehmenden Weise präsentiert, mit dem Ziel einer Erweiterung der Konventionen des Ausstellungswmachens.
Diese erste umfassende Übersichtsausstellung von Meredith Monks Œuvre ist eine Zusammenarbeit in zwei Akten im Haus der Kunst München und der Oude Kerk, Amsterdam, gemeinsam mit der Hartwig Art Foundation. Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit Meredith Monk und The House Foundation for the Arts konzipiert.
Die Ausstellung im Haus der Kunst München wurde von Anna Schneider mit Teresa Retzer kuratiert, und mit Unterstützung des Mailänder Architekturbüros 2050+ entworfen.
Ein neues Buch, Meredith Monk. Calling, erscheint im Januar 2024 und präsentiert eine erste ausführliche Übersicht über die Karriere der Künstlerin, zusammen mit einer eingehenden Analyse ihres genreübergreifenden Werks. Das Buch wird herausgegeben von Anna Schneider und enthält Beiträge von Hilton Als, Siri Engberg, Andrea Lissoni, Bonnie Marranca, Rick Moody, Timothy Morton, Teresa Retzer, Beatrix Ruf, Adam Shatz, Louise Steinman u. a.
Meredith Monk – The Recordings ist eine 13 CDs umfassende limitierte Box-SetEdition, die von der Münchner Plattenfirma ECM Recordings herausgegeben wird. Sie versammelt alle Veröffentlichungen von Meredith Monk auf dem Label seit Dolmen Musicvon 1981. Die Box enthält ein 300-seitiges Buch, in dem alle Original-Liner-Notes abgedruckt sind. Zudem präsentiert sie neue Texte und Interviews.

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1, 
80538 München
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Start: Dienstag 21.11.2023; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.04.2024
Lenbachhaus München: Günter Fruhtrunk, die Pariser Jahre (1954–1967)
Bilder
Bilder
Günter Fruhtrunk, die Pariser Jahre (1954–1967)

Ausstellung vom 21. November 2023 bis 7. April 2024
Eine Ausstellung des Lenbachhaus München

1981 erscheint eine berühmt gewordene Karikatur im Magazin „Stern“: Bundeskanzler Helmut Schmidt, mitten im Ost-West-Konflikt, sitzt, zwischen Wodka und Cola, im Kanzlerbungalow auf dem Sofa – unter einem Gemälde von Günter Fruhtrunk. Ein Jahr vor seinem Tod gilt der Münchner Akademieprofessor Fruhtrunk als ein führender bundesrepublikanischer Vertreter der konkreten Kunst. Sein Entwurf für die Aldi-Nord Tüte besticht durch seine unverbindliche Prägnanz – und bleibt nicht umsonst deutsche Design-Ikone.
Dabei hatte Fruhtrunks Karriere Jahrzehnte zuvor in Frankreich begonnen: Von der französischen Besatzungszone aus, während der frühen 1950er Jahre, setzt er alles daran, um in Paris, inmitten der innovativsten Vertreter einer gegenstandsbefreiten Malerei, seine eigene Form zu finden. Die Übersiedlung gelingt ihm 1954, er bleibt bis zu seiner Berufung nach München 1967 und darüber hinaus. Mit äußerster Präzision und Geduld entwickelt er Bilder, die frei sein sollen von den persönlichen oder interpretatorischen Ansprüchen des Künstlers, die nur „artikulierte chromatische Textur mit höchster Lichtkraft“ darstellen wollen. Es geht ihm um nichts weniger als das „Freisein des Sehens“.
Unterstützt wird er von einflussreichen Veteranen der Vorkriegsavantgarde, vertreten wird er von der Galerie Denise René, in der die kompromisslosesten Bannerträger einer konstruktiven Abstraktion versammelt sind. Unermüdlich erweitert Fruhtrunk sein transnationales Netzwerk von Künstler*innen, Kritiker*innen, Philosoph*innen, Galerist*innen. Seine ersten Einzelausstellungen finden in Paris, Mailand und Marseille statt, von Frankreich aus erschließt er sich ein deutsches Publikum.
Unsere Ausstellung widmet sich dieser brisanten Lebens- und Arbeitsphase Fruhtrunks im Kontext der französisch-deutschen Kunstbeziehungen der 1950er und 60er Jahre. Ca. 40 Werke, mit denen er sich seinerzeit der Öffentlichkeit präsentierte, machen deren Seherlebnis nachvollziehbar.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33, 
80333 München

Abbildungen:

- Günter Fruhtrunk, Energiezentrum, 1960-1964, 
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München. 
Foto / Photo: Lenbachhaus © VG Bild-Kunst Bonn, 2022

- Günter Fruhtrunk, Umkehrende Reihe, Étude No 4, 1962/1963
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Foto / Photo: Lenbachhaus © VG Bild-Kunst Bonn, 2022
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Start: Samstag 02.12.2023; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.04.2024
Bernried: Leo von König. Liebe, Kunst & Konventionen
Bilder
Bilder
Leo von König. Liebe, Kunst & Konventionen

Ausstellung vom 02. Dezember 2023 bis 07. April 2024 
Buchheim Museum der Phantasie

Der Maler Leo von König (1871 – 1944) war ein herausragender Vertreter der Berliner Secession und deren langjähriges Vorstandsmitglied. Seit 1943 wohnte er in Tutzing und lernte dort Lothar-Günther Buchheim kennen. Die Freundschaft zur gesamten Familie von König dauerte über viele Jahre an und vertiefte sich zu einem sehr persönlichen Kontakt. Ab 2. Dezember 2023 bis zum 7. April 2024 widmet das Buchheim Museum Leo von König eine große monografische Ausstellung. Grundlage hierfür sind 48 bislang noch unbekannte Gemälde, die 2014 aus dem Nachlass der Eheleute Buchheim ins Museum kamen. Wie die teilweise abgespannten Leinwände in Buchheims Besitz gelangt waren, konnte bisher nicht aufgeklärt werden. Nach Einigung mit den Erben nach Leo und Anna von König befindet sich die Hälfte dieses Konvoluts als Schenkung oder langfristige Leihgabe nach wie vor im Buchheim Museum. Diese Gemälde wurden für die Ausstellung restauriert und wissenschaftlich inventarisiert, um nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt zur werden. Ihre Präsentation wird eingewoben in eine umfangreiche Retrospektive mit weiteren Werken des Künstlers aus der Sammlung Buchheim sowie zahlreichen Leihgaben aus privaten Sammlungen und Museen. Neben von Königs hoch geschätzter Porträtkunst spielen dabei auch seine weniger bekannten Landschaften, Tierbilder und mythologischen Motive eine Rolle. Leo von König wird kunsthistorisch als bedeutender Künstler seiner Zeit gewürdigt, aber auch auf der Grundlage aktueller politik- und sozialgeschichtlicher Erkenntnisse betrachtet, denn er erlebte den politischen und gesellschaftlichen Wandel vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis hin zur NS-Herrschaft. Sein Werk spiegelt diese Entwicklung wider. „Selten bietet sich die Gelegenheit eine Ausstellung dieses Umfangs unerschlossener und hochkarätiger Bilder zu unterstützen. Die Förderung des Kataloges dieser Erstpräsentation und Retrospektive war uns ein besonderes Anliegen und ich freue mich schon auf den Besuch dieser gelungenen Ausstellung und auf den Austausch mit den Nachkommen Leo von Königs! Ganz im Einklang mit unserer Stiftungsphilosophie ermöglicht hier das Buchheim Museum neue wissenschaftliche Forschung und öffentliche Auseinandersetzung mit dem Künstler Leo von König.“ Schreibt Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, die den Katalog großzügig unterstützt haben.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen:

- Leo von König
Spanierinnen im Fenster, um 1940
Öl auf Leinwand
Privatsammlung
Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg

- Leo von König
Schleichender Tiger, um 1920
Öl auf Holz
Privatbesitz Süddeutschland
Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg
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Start: Mittwoch 13.12.2023; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 01.04.2024
München: Abe Frajndlich. Chameleon
Bilder
Bilder
Bilder
Bilder
Abe Frajndlich. Chameleon

Ausstellung vom 13. Dezember 2023 bis 01. April 2024 
Versicherungskammer Kulturstiftung München 

Er hat Kreative aus Musik, Kunst und Showbiz porträtiert, die Grenzenlosigkeit der Großstadt surreal abgebildet und die Größen der Fotogeschichte vor die Kamera geholt. Mit ABE FRAJNDLICH. CHAMELEON präsentiert das Kunstfoyer die schillernde Themenvielfalt des amerikanischen Fotografen Abe Frajndlich (*1946, Frankfurt am Main). Auch Facetten seiner Biografie, die zwischen vielen Welten changiert, finden in der Ausstellung ihren Platz. Zu sehen sind rund 200 Arbeiten ab den 1970er-Jahren, darunter Frajndlichs früheste Vintage-Prints aus Cleveland. Straßen, ob in New York, wo der Fotograf lange Zeit zu Hause war, oder in anderen Orten seiner Lebensreise, sind immer wieder die Bühne seiner Bilder. 
Eine zufällige Begegnung in den Straßen Londons mit John Kobal, dem Sammler und Verleger von Hollywood-Porträts des 20. Jahrhunderts, führten Abe Frajndlich dann zu »seinen« Themen Identität, Freiheit und Fotografie.
Ein Schwerpunkt der Retrospektive präsentiert Porträts von Künstlerinnen und Künstlern, die Abe Frajndlichs Leben beeinflusst haben. Das sind allen voran die Performerin Rosebud Conway, genannt »Rosie«, sowie Minor White, Fotograf, Gründer des Magazins Aperture und Frajndlichs fotografischer Mentor. Nach seinem Buch Lives I’ve never Lived über Minor White beschloss Frajndlich, Bilder von Fotografinnen und Fotografen zu machen, die aus seiner Sicht das 20. Jahrhundert beeinflusst hatten. Daraus wurde Masters of Light – Frajndlichs erste große Serie in Farbe, die als Publikation und Ausstellung von Eastman Kodak zum 150-jährigen Jubiläum der Fotografie produziert wurde. 
Jedes dieser inszenierten Bilder der Ikonen spielt ganz individuell auf Aspekte ihres Lebens oder ihrer Arbeit an. Im Auftrag des FAZ-Magazins konnte Frajndlich in den 1980er- und 1990er-Jahren seinen persönlichen Einblick in die amerikanische Kunstszene geben. Beispiele dafür sind Atelier-Stories mit Cindy Sherman, Nancy Spero und David Ireland, die hier erstmals zu sehen sind.
Mal mit einem Spiegel, mal mit einer Maske oder einer Gruppe von Zuschauerinnen und Zuschauern verwandelt Frajndlich Realitäten in Illusionen. So öffnet er dem Publikum einen Zugang zu Emotionen oder Ironie, die sich in seinen experimentellen Stadtszenen ebenso zeigen wie in den sinnlichen Assoziationen aus seinem Buch Eros Eterna, ohne die das Chamäleon Frajndlich nicht denkbar wäre. 
Mit der geheimnisvollen Mehrdeutigkeit, die vielen seiner Bilder innewohnt, gelingt es Abe Frajndlich meisterlich, die Geschichte der Fotografie, die Vielfältigkeit des Mediums und den Blick der Betrachter auf sich selbst miteinander zu verknüpfen. 
ABE FRAJNDLICH. CHAMELEON wurde kuratiert von Celina Lunsford, künstlerische Leiterin des FFF, und Co-Kuratorinnen Esra Klein und Andrea Horvay. 

Geboren wurde Abe Frajndlich 1946 im Frankfurter Stadtteil Zeilsheim, in einem Lager für Displaced Persons (DP Camp). Seine Eltern hatten die Shoah überlebt, weitere Familienmitglieder waren in Vernichtungslagern umgekommen. Nach dem frühen Tod des Vaters war seine Mutter mit dem kleinen Abe nach Israel gegangen. Nach einer neuen Heirat führte der Weg die junge Familie über Deutschland und Frankreich nach Brasilien; dort starb seine Mutter. Abe kam in die USA, wo er von der Schwester seines Stiefvaters, Simone Witorz Frajndlich und ihrem Mann David Frajndlich adoptiert wurde. 
Seine erste Kamera bekam er mit zwölf. Seitdem bestimmten Licht und Literatur seinen Weg. Sein Literaturstudium an der Northwestern University (Illinois) beendete Frajndlich mit einem Master über James Joyce’ Ulysses. 1970 wandte er sich der Fotografie zu. Von 1984 bis 2016 lebte Abe Frajndlich in New York, heute lebt und arbeitet er in Cleveland. Seine Bilder wurden vielfach in den USA und Europa ausgestellt und befinden sich in wichtigen Sammlungen, u.a. im Whitney Museum of American Art (New York City), Musée Nicéphore Niépce (Chalon-sur-Saône, Frankreich), Museum Ludwig (Köln), im Jüdischen Museum (Frankfurt) und in der National Portrait Gallery (Washington, D.C). Ab 1985 arbeitete Frajndlich für Magazine, darunter The New York Times Magazine, LIFE, The LondonObserver, Vanity Fair und das FAZ-Magazin. Zu den verschiedenen Projekten und Themen seines Schaffens sind bislang neun Monografien erschienen, darunter Penelope’s Hungry Eyes (2011), Abe Frajndlich, Portraits (2000) und Seventyfive at Seventyfive (2022).

Versicherungskammer Kulturstiftung
Kunstfoyer | Maximilianstr. 53 
80538 München

Abbildungen:

- Minor White, Arlington Heights, Massachusetts, from the book, Lives I’ve Never Lived, 1976
© Abe Frajndlich

- Thanksgiving Day Parade, Central Park West, New York City, New York, 1986
© Abe Frajndlich

- Self-Portrait, Chagrin Falls, Ohio, 1970
© Abe Frajndlich

- The Rolling Stones at the launch of “The Bridges of Babylon” album under the Brooklyn Bridge,
New York City, NY, July 1997
© Abe Frajndlich
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