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Mittwoch 19.01.2022; Uhrzeit: 20:00 Uhr
Fürstenfeld: Thomas Kraft - Zeit der Narben
Thomas Kraft
Zeit der Narben

Literatur in Fürstenfeld

Bei einer Recherchereise durch Ghana stößt die Journalistin und Kamerafrau Paula auf die Geschichte einer deutschen Fliegerin, die im Zweiten Weltkrieg dazu beitrug, dass junge Piloten sinnlos geopfert wurden. Paula stellt die Verbindung zu ihrer eigenen Familiengeschichte her, dem Fliegertod des Großvaters. Paulas Spurensuche führt sie am Ende wieder nach Berlin, wo mit der deutschen Kolonialgeschichte durch die preußischen Sklavenhändler alles begann. Wo die letzte Schlacht des Zweiten Weltkrieges tobte. Und wo heute Wirtschaftsführer die erneute Kolonialisierung Afrikas planen. Drei Freunde begleiten Paula und beschützen sie, denn mit ihren Nachforschungen provoziert sie heftige Reaktionen und Paula muss fortan um ihr Leben fürchten …

Thomas Kraft, geboren 1959 in Bamberg, lebt als Autor, Gymnasiallehrer und Veranstalter von Literaturfestivals in Herrsching am Ammersee. Als Programmleiter Literatur im LangenMüller-Verlag (2010-2012) stieß der künstlerische Leiter von "Literatur in Fürstenfeld" auf  Bücher von Hanna Reitsch, die diese in den 1970er Jahren veröffentlicht hat.

Veranstaltungsforum Fürstenfeld
Fürstenfeld 12,
82256 Fürstenfeldbruck
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Mittwoch 19.01.2022; Uhrzeit: 20:00 Uhr
Gauting: Gerd Holzheimer: Mir ham! (Teil 2)
Gerd Holzheimer: Mir ham! (Teil 2)

Gar ned erst ignorieren - Möglichkeiten der Vermeidung

Sprecherin: CAROLINE EBNER

Teil 2 der Literaturreihe „Mir ham! Von den Möglichkeiten des Lebens“ mit Gerd Holzheimer

An drei Abenden geht es am ersten (MI 08. DEZ 2021) um ein Lebensgefühl des „Mir ham“, nicht triumphal, jedoch voller Seins-Gewissheit. Am nächsten, Variante zwei (MI 19. JAN 2022) um ein Durchwurschteln, was nicht unbedingt das Schlechteste sein muss, und am dritten (MI 23. FEB 2022) um Perspektiven der unterschiedlichsten Art, wie man durchkommen kann, weiterkommen kann, zumeist mit einer gewissen Selbst-Distanz und Humor am besten.


Teil 2: „Gar ned erst ignorieren – Möglichkeiten der Vermeidung“
 
Don Quijote ist ein begeisterter Leser, vor allem von Ritterromanen, die er so sehr für die Wahrheit hält, dass er sie mit der Wirklichkeit vertauscht, deren Ordnung für ihn nicht maßgebend ist. Er geht seinen eigenen Weg, einen ungewöhnlichen. Don Quijote hält immer alles für etwas anderes, als wofür es von den anderen gehalten wird. Über dem Buch Las Sergas de Esplandián (The Adventures of Esplandián) des spanischen Dichters Garci Rodríguez de Montalvo hat er endgültig seinen Verstand verloren – Vorsicht ist also geboten! Montalvo beschreibt in seinem Buch ein unbekanntes Land, für das es keinen bekannten Namen gibt. Das Land liegt „rechts von Indien“. Don Quixote nimmt alles wörtlich. Die große Reise zum Nabel der Welt, zu sich selbst, zur Mitte des Ganzen ist nur auf dem langen Umweg durch die Welt erreichbar.

Wer die Strukturen der Macht ernst nimmt, ist entweder verloren oder er nimmt sie wörtlich und macht dadurch die ernsten Strukturen der Macht lächerlich. Jaroslav Hašek hat es in seinem Schwejk vorgeführt. Er erklärt seinem dienstvorgesetzten Leutnant den Ernst der Lage: „Melde gehorsamst, Herr Lajtnant, allerhöchster Brigadekommandobefehl, die Herren Offiziere solln sich anziehen und zur Batallionsbesprechung kommen; wir brechen nämlich auf …“ Herr Lajtnant ist allerdings noch nicht ganz im Bilde und möchte wissen, wo er sich befindet. „Herr Lajtnant belieben im Bordell zu sein. Gottes Wege sind verschlungen.“
 
Kurt Tucholsky amüsiert sich unendlich über den laut „Heil!“ brüllenden Karl Valentin, der dann – nach einer längeren Pause – leise hinzufügt: „Wie heißt der gleich wieder?“ Im wirklichen Leben beauftragt Hitler seinen Photographen Hoffmann, von Karl Valentin die Sammlung seiner Postkarten und Photos zu kaufen. Valentin verlangt Hunderttausend in bar, und das ohne Bedingungen, weil der Kauf an die Verpflichtung geknüpft war, keine Filme von dem Geld zu drehen. Valentin bleibt unnachgiebig: „Sagen S‘ dem Herrn Führer einen schönen Gruß, wenn er mir die hunderttausend Mark net auf einmal gibt, dann soll er sich sei Geld am Huat aufisteckn! I bin wie er – alles oder nichts!“ Ein Vergleich, bei dem einem die Luft wegbleibt. Allerdings: das muss man sich schon mal trauen!

Der Heilige Narr, der Narr bei Shakespeare, der Wurschtl in Wien: Wir werden an diesem Abend im bosco einige dieser Gestalten aus der Menschheitsgeschichte zu Gast haben. C. G. Jung beschreibt diesen Typus tiefenpsychologisch als „Trickster“: „Der Trickster ist die alchemistische Bezeichnung des Mercurius unter dem Aspekt eines flüchtigen, dem intellektuellen Zugriff stets entwischenden Geistes, der den Menschen narrt und ein rätselhaftes Zufallsspiel mit ihm zu treiben pflegt.“

bosco, Bürger- und Kulturhaus Gauting
Oberer Kirchenweg 1,
82131 Gauting
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