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1. Pinakothek der Moderne: DIE NACHT BERÜHRT DIE ERDE - FRITZ WINTERS KOSMOS ...
2. Literaturhaus München: IMAGINARIUM
3. München: Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt
4. Frankfurt Städele: MARIA MAGDALENA SIN. PRAY. LOVE.
5. Rosenheim Lokschuppen: RÖMER – Gesichter eines Weltreiches
6. Buchheim Museum: ES HAT SICH SELBST AUS MIR GEMALT - Joachim Ringelnatz als...
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Donnerstag 08.10.2026
Pinakothek der Moderne: DIE NACHT BERÜHRT DIE ERDE - FRITZ WINTERS KOSMOS DER 1930ER UND 1940ER JAHRE
DIE NACHT BERÜHRT DIE ERDE
FRITZ WINTERS KOSMOS DER 1930ER UND 1940ER JAHRE

Ausstellung vom 09. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027
Pinakothek der Moderne München

Was machen Kunstschaffende in Zeiten von Diktatur und Krieg? Der erstmals vollständig zugängliche Künstlernachlass von Fritz Winter (1905–1976) eröffnet einen neuen Blick auf eine zentrale Werkphase des abstrakten Malers. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht seine berühmte Werkgruppe „Triebkräfte der Erde“, die der von den Nationalsozialisten verfemte Künstler 1944 nach einer Kriegsverletzung schuf. Die Arbeiten
zeugen von einer eindrucksvollen Auseinandersetzung mit den elementaren Kräften und Gesetzmäßigkeiten der Natur – entstanden in einer kurzen Atempause zwischen zwei Kriegseinsätzen.

Ausgebildet bei Paul Klee und Wassily Kandinsky am Bauhaus in Dessau, fand Fritz Winter ab 1933 keine Ausstellungsmöglichkeiten mehr in Deutschland. 1937 wurde seine Kunst als „entartet“ diffamiert. In zunehmender Isolation konzentrierte er sich ganz auf die Natur. Es entstanden großformatige Abstraktionen, sogenannte Zellen- und Sternbilder, Kristallisationen sowie expressiv-surreale Landschaften. Briefe, Gedichte und historischen Fotoalben aus dem Nachlass des Künstlers zeigen sein Leben im oberbayerischen „Exil“ in Dießen am Ammersee zwischen landschaftlichem Id yll, zunehmender Repression und seinem Einsatz als Soldat an der Ostfront. In diesem Kontext wird die Kunst ein notweniges Mittel der Selbstbehauptung und Selbstvergewisserung.

Winters Beschäftigung mit natürlichen Wachstumsprozessen und kosmischen Energien mündete 1944 in die Werkgruppe „Triebkräfte der Erde“ . Die oft nur DIN-A4-großen Arbeiten zählen zu den bedeutendsten Werken der sogenannten inneren Emigration. In der Ausstellung wird der berühmte Zyklus erstmals den unmittelbar davor und danach entstandenen Kriegszeichnungen gegenübergestellt, in denen der Künstler
seine Eindrücke als Soldat festhielt. Die fein akzentuierten Skizzen und Skizzenbücher zeigen nicht nur unmittelbare visuelle Erlebnisse, sondern auch die menschliche Vernichtungsmaschinerie und die Zerstörung von Lebensräumen. Im Gegenüber wird sichtbar, wie die „Triebkräfte der Erde“ als künstlerische Antwort auf Krieg und Zerstörung entstanden und als Metapher für die Überwindung des Nationalsozialismus gelesen
werden können.

Winters künstlerische Rehabilitation in der Nachkriegszeit ist maßgeblich seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Margarete Schreiber-Rüffer zu verdanken. Während der Künstler bis Mai 1949 in sowjetischer Gefangenschaft blieb, knüpfte sie Kontakte zu ehemaligen Wegbegleitern und engagierten Kunstbegeisterten , publizierte Texte und beschickte Ausstellungen moderner Kunst unter schwierigsten Bedingungen mit Winters Werken . Der neu zugängliche Nachlass des Künstlers sowie Forschungsergebnisse der Sammlung Domnick machen erstmals ihren Anteil als Managerin und Interpretin seines Werks sowie als Archivarin des gemeinsamen Lebens nachvollziehbar.

Fritz Winters Schaffen der 1930er- und 1940er-Jahre steht exemplarisch für ein Künstlerschicksal in der Diktatur. Über das individuell erfahrene Leid hinaus wirft der Rückblick Fragen nach dem Privileg des Überlebenden, nach kollektiver Schuld und nach de n Bedingungen für einen Neuanfang auf. Winters Kunst aus diesen existenziell schwierigen Jahren vermag bis heute zu verblüffen, zu begeistern und zu berühren: Sie ist von hoher ästhetischer Qualität, visuell komplex, inhaltlich deutungsoffen und zugleich zutiefst menschlich.

Neben zahlreichen Neuerwerbungen der Fritz-Winter-Stiftung zeigt die Ausstellung Leihgaben aus der Sammlung Domnick, Nürtingen, der Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter im Kunstmuseum Stuttgart, der Sammlung Lambrecht-Schadeberg, Museum für Gegenwartskunst Siegen, dem Franz Marc Museum, Kochel, dem Fritz-Winter-Haus, Ahlen, sowie aus privaten Sammlungen – darunter mehr als 20 Blätter der Werkgruppe der „Triebkräfte der Erde“.

Die Ausstellung findet anlässlich des 50. Todesjahres des Künstlers statt und ist das Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit der Fritz-Winter-Stiftung.

Kuratiert von Anna Rühl

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München


Abbildung:

- Fritz Winter, Triebkräfte der Erde, 1944
Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 21,1 cm
Fritz-Winter-Stiftung,
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sibylle Forster
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Sonntag 04.10.2026
Literaturhaus München: IMAGINARIUM
Ausstellung vom 04. Oktober 2026 bis 31. Januar 2026 im Literaturhaus München

"Ich bin überzeugt, dass wir mit dem IMAGINARIUM der menschlichen Seele und dem menschlichen Herzen viel näherkommen, als die digitale Welt es vermag." MATEJ FORMAN

Treten Sie ein in eine Welt zwischen Buchseiten und Bühnenraum, zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Das tschechische Künstlerkollektiv rund um Matej Forman lädt Sie ein zu einer Reise durch Bilder, Figuren und Geschichten – und zu der Frage, wie Erzählen eigentlich entsteht.

Tschechien, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026, trägt eine besondere Auszeichnung: Das traditionelle Puppenspiel gehört zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Seit Generationen werden hier Geschichten nicht nur geschrieben, sondern geschnitzt, gebaut, bewegt und beleuchtet. Worte verwandeln sich in Figuren, Zeichnungen in Szenen, Seiten in Räume. Diese lebendige Erzähltradition bildet den Herzschlag des IMAGINARIUMS.

Die labyrinthische Installation führt Sie durch kunstvoll gestaltete Welten verschiedener Künstler*innen. Sie lädt ein zum Entdecken, Ausprobieren und Staunen. Wie erzählt Schrift in einem Buch? Wie erzählt ein Bild? Wie erzählt eine Abfolge bewegter Bilder? Und wie beginnt eine eigene Geschichte? Das Literaturhaus München präsentiert literarisches und visuelles Erzählen auf besondere Weise. Denn Geschichten existieren nicht nur im Text – sie entfalten sich im Raum, im Material, im Spiel von Licht und Bewegung. Das IMAGINARIUM macht sichtbar, was Literatur im Innersten ausmacht: die Kraft der Vorstellung.

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1,
80333 München

Abbildungen:

- Blick ins »Imaginarium«
Foto © Irena Vodáková
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Samstag 19.09.2026
München: Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt
Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt
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Ausstellung vom 19. September 2026 bis 04. Oktober 2026
Museumszelt, Oide Wiesn, Oktoberfest München

Die Ausstellung im Museumszelt auf der Oidn Wiesn beleuchtet die Entwicklung der Jahrmarktsfotografie von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur digitalen Gegenwart. Artefakte aus Schaustellerbuden, fotografische Apparate und deren Bilder erwecken in der Ausstellung historische Praktiken der Fotografie auf dem Jahrmarkt zum Leben. So können Besucher*innen die spannende Verbindung zwischen Fotografie und Jahrmarktskultur direkt nachvollziehen.

"Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt" zeigt, wie Fotografie einst als Attraktion und Souvenir auf Jahrmärkten populär wurde und sich mit der Technik weiterentwickelte. Heute ist Fotografie mit dem Smartphone verschmolzen und für alle jederzeit verfügbar. So sind Fotografiebuden heute zu einem nostalgischen Vergnügen geworden, das auf dem Oktoberfest fortlebt. Vor Ort können Besucherinnen und Besucher Scherzfotografien im Retro-Look von Schausteller Chris Doherty aufnehmen lassen. Erweitert wird die Ausstellung in diesem Jahr durch ein spannendes neues Kapitel: die Oktoberfestpostkarte als populäres Massenmedium um die Jahrhundertwende.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit von Münchner Stadtmuseum und der Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V.

Museumszelt, Oide Wiesn, Oktoberfest München
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Donnerstag 17.09.2026
Frankfurt Städele: MARIA MAGDALENA SIN. PRAY. LOVE.
MARIA MAGDALENA
SIN. PRAY. LOVE.

Ausstellung vom 17. September 2026 bis 17. Januar 2027
Städele Museum Frankfurt/Main

Frankfurt am Main, 30. Juli 2026. Zwischen Heiliger, Sünderin und enger Gefährtin Christi: Als eine der facettenreichsten Frauenfiguren der biblischen Überlieferung und der Kunstgeschichte fasziniert Maria Magdalena seit Jahrhunderten. Ihre Geschichte ist eine Geschichte der Wandlungen: von der Apostelin und treuen Anhängerin Jesu zur Sünderin und asketischen Büßerin, von der ekstatischen Heiligen zur modernen, selbstbestimmten Frau und Identifikationsfigur. Mit „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ präsentieren das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung vom 17. September 2026 bis 17. Januar 2027 die erste umfassende Ausstellung im deutschsprachigen Raum, die der außergewöhnlichen Gestalt Maria Magdalenas gewidmet ist. Dabei erscheint diese nicht nur als Projektionsfläche kultureller und religiöser Vorstellungen, sondern auch als eigenständige, vielstimmige Figur, an der sich unterschiedliche Vorstellungen von Körper, Glaube und gesellschaftlichen Rollen zeigen.
Ausgehend von zentralen Werken der Sammlungen des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung vereint die Ausstellung insgesamt über 100 hochkarätige Gemälde, Skulpturen und Grafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Dazu gehören bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen, darunter fünf exzellente Werke aus der National Gallery in London sowie weitere aus der Berliner Gemäldegalerie, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Louvre in Paris, den Vatikanischen Museen und der National Gallery of Art in Washington. Gemeinsam eröffnen die Werke einen umfassenden Blick auf die künstlerische und emotionale Bandbreite der Darstellungen Maria Magdalenas und verdeutlichen, wie jede Epoche ihre eigenen Fragen, Vorstellungen und Sehnsüchte in die Figur eingeschrieben hat. Eine besondere Facette der Ausstellung bilden Arbeiten von Künstlerinnen wie Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Luisa Roldán, Lotte Laserstein, Kiki Smith, Marlene Dumas und Nieves González; daneben werden Hauptwerke bedeutender Künstler wie Albrecht Dürer, Pedro de Mena, Guercino, Georges de la Tour, Claude Lorrain, Arnold Böcklin, Max Beckmann und David LaChapelle präsentiert.
„Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ wird durch die Förderung der Gemeinnützigen Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH, der Dagmar-Westberg-Stiftung und des Städelvereins ermöglicht und erfährt weitere Unterstützung durch die Ernst von Siemens Kunststiftung.

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main

Abbildungen:

- El Greco
Büßende Maria Magdalena
Öl auf Leinwand
108 x 101,3 cm
Worcester Art Museum / Bridgeman Images

- Giovanni Girolamo Savoldo
Maria Magdalena, ca. 1535-40
Öl auf Leinwand
89,1 x 82,4 cm
National Gallery, London
© The National Gallery, London

- Georges de la Tour
Büßende Maria Magdalena, ca. 1635-40
Öl auf Leinwand
113 x 92,7 cm
National Gallery of Art, Washington
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Sonntag 23.08.2026
Rosenheim Lokschuppen: RÖMER – Gesichter eines Weltreiches
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Fotos: Axel Jusseit
RÖMER – Gesichter eines Weltreiches

Ausstellung vom 20. März 2026 bis 01. August 2027
Lokschuppen Rosenheim

Aufstieg. Blütezeit. Zerfall. Die Geschichte des Römischen Reiches über rund 1.400 Jahren in einer Ausstellung zusammenzufassen, scheint eine herausfordernde Aufgabe. Von einem weit verzweigten Straßennetz über technische und architektonische Innovationen bis hin zu einer gemeinsamen Sprache und einem allgemeingültigen Rechtssystem. Das Imperium hinterließ sichtbare Spuren, die Europa bis heute prägen. Der Lokschuppen Rosenheim richtet deshalb seinen Blick auf den Menschen.
Die neue Ausstellung „RÖMER – Gesichter eines Weltreiches“, die vom 20. März 2026 bis zum 1. August 2027 zu sehen ist, führt die Besucherinnen und Besucher durch die römischen Provinzen. Faszinierende Alltagsgegenstände, Schatzfunde, Werkzeuge, Schmuck, Kinderspielzeug und vieles mehr vermitteln das Leben in der Antike. Mit anschaulichen Hörgeschichten bekannter Fantasy-Schriftstellerinnen und -schriftsteller und einigen Originalen zum Anfassen macht sie die verstaubte Vergangenheit buchstäblich begreifbar. Interaktive Stationen wie die weltgrößte Römerstadt aus LEGO®, an der jeder mitbauen kann, ein digitales Wagenrennen im Circus Maximus und eine ganz analoge römische Spielemeile runden das Erlebnis ab.

Die Antike zum Anfassen
Die RÖMER-Ausstellung verfolgt bewusst einen erlebnisorientierten Ansatz. Statt langer Wandtexte stehen Ausprobieren und Mitmachen im Vordergrund. Besucherinnen und Besucher können beispielsweise Mosaiksteine zu Mustern legen, auf Wachstäfelchen schreiben oder römische Gewandung anprobieren. Auch ein römisches Marschgepäck lässt sich anheben – eine Erfahrung, die den Alltag eines Legionärs unmittelbar nachvollziehbar macht. Besonders ungewöhnlich ist, dass in vielen Räumen ein originales römisches Objekt berührt werden darf. Münzen, Fibeln, Keramikscherben und Ziegel vermitteln so einen direkten Zugang zur Vergangenheit.
Beim digitalen Wagenrennen im Circus Maximus schlüpfen Besucherinnen und Besucher selbst in die Rolle eines Wagenlenkers. Auf der Rennbahn sorgen Äpfel für zusätzlichen Schub, während Pfützen den Wagen ausbremsen.
Ein spektakulärer Höhepunkt der Ausstellung ist zudem die 45 Quadratmeter große idealtypische Römerstadt „LOCDVNVM“ aus über einer halben Million LEGO®-Steinen. Gäste bauen einzelne Gebäudemodule, die anschließend vom Lokschuppen-Team im großen Stadtmodell platziert werden. Zur Belohnung darf eine Münze geprägt werden.

Funde, die Geschichte erzählen
1.228 Exponate aus rund 30 Museen und Privatsammlungen sind in der Ausstellung zu sehen, viele davon erstmals öffentlich. Zu den besonderen Highlights zählt der monumentale Augsburger Siegesaltar, ein etwa 1,70 Meter hohes Steinmonument aus der Spätantike. Die weiteste Anreise hatten die spektakulären Metallobjekte eines Wagengrabs aus dem ungarischen Nationalmuseum. Berührende Mumienporträts geben einem das Gefühl, Auge in Auge antiken Menschen gegenüberzustehen. Luxuriöse Grabbeigaben mit einer Vielzahl herausragender filigraner Gläser aus dem Gräberfeld in Krefeld-Gellep zeigen den Reichtum nördlich der Alpen in der Spätantike. Heraus sticht der einzigartige Rüsselbecher!
Darüber hinaus sind zahlreiche Alltagsgegenstände ausgestellt: römische Öllämpchen, Feldflaschen, Fibeln, Götterstatuetten, Münzen oder alles, was man sonst zum Leben brauchte.
Aufgrund der langen Laufzeit der Ausstellung werden einige Objekte im Verlauf der Zeit ausgetauscht. So gibt es immer wieder neue Exponate zu entdecken, darunter später im Ausstellungszeitraum die vergoldete Replik des Pferdekopfs von Waldgirmes oder ein spektakulärer Schatzfund mit silbernem Klappstuhl aus der Pfalz.
Das Imperium vor der eigenen Haustür
Zweifelsohne waren die Römer in unserer Region überaus präsent, was sich in zahlreichen Siedlungen und Fundstellen zeigt. Deshalb darf sie in dieser Ausstellung auch nicht fehlen. Die Brücke in Pfaffenhofen am Inn, nördlich des Rosenheimer Stadtgebiets, gab Pons Aeni – also Brücke über den Inn auf Latein – seinen Namen. Dies war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Provinz.
Besonders bedeutend waren in Rosenheim außerdem die Töpfereien von Westerndorf, die zu den wichtigsten Produktionsstätten römischer Keramik in Raetien gehörten. Ihre Produkte wurden weit über die Region hinaus gehandelt.

Die Protagonisten der Ausstellung
Wann ist man eigentlich Römer? Rechtlich ist das einfach zu beantworten: wenn man das römische Bürgerrecht erhält. Zum Beispiel nach 25 Jahren Dienst im Militär. Als Römer fühlte man sich sicherlich aber schon viel früher durch Kultur und Lebensart. Als Römer oder Römerin musste man nicht zwangsläufig in Rom geboren sein. Die emotionale Ebene wird in der Ausstellung durch den besonderen Erzählstrang fiktiver, aber historisch fundierter Persönlichkeiten beleuchtet. Ihre einfühlsamen Geschichten wurden von zehn bekannten Fantasy-Autorinnen und -Autoren, darunter Bernhard Hennen, Theresa Hannig oder Markus Heitz, geschrieben. Schwarz-Weiß-Porträts und Hörgeschichten erwecken sie zum Leben.
Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, dass die Menschen der Antike uns näher sind, als man vielleicht denkt: Sie haben gelacht, gedacht, gehofft, gefeiert und sich verliebt – und ihren Alltag mit denselben menschlichen Emotionen gelebt wie wir heute.

Ein Blick auf die Gegenwart
Die Ausstellung beginnt und endet mit Fragen, die auch heute noch aktuell sind: Woran glaubst Du? Was ist Dir wichtig? Zum Abschluss gelangen Besucherinnen und Besucher in einen Raum, der den Niedergang des Imperiums symbolisiert. Eine zerbrochene Statue und das Forum Romanum in Trümmern stehen sinnbildlich für das Ende einer Epoche. Aber lebt das Reich nicht eigentlich noch viel länger weiter?
Noch einmal werden dort die zentralen Identitätsfaktoren des römischen Reiches aufgegriffen und Sie selbst müssen aktiv werden: Welche dieser Faktoren haben für Sie heute noch Bedeutung?

Lokschuppen Rosenheim
Rathausstraße 24,
83022 Rosenheim
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Samstag 22.08.2026
Buchheim Museum: ES HAT SICH SELBST AUS MIR GEMALT - Joachim Ringelnatz als Maler
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ES HAT SICH SELBST AUS MIR GEMALT
Joachim Ringelnatz als Maler

Ausstellung vom 25. Juli 2026 bis 04. Oktober 2026
Buchheim Museum

Bernried - Joachim Ringelnatz zählt als Schriftsteller, Kabare ist und Vortragskünstler zu den prägenden Persönlichkeiten der Weimarer Republik. Mit seinen skurrilen, poetischen und bisweilen abgründigen Gedichten und Prosatexten schuf er Figuren und Sprachwelten, die bis heute zum
literarischen Gedächtnis Deutschlands gehören.
Weniger bekannt ist, dass Ringelnatz auch ein bemerkenswertes malerisches Werk hinterließ. Die Ausstellung „Es hat sich selbst aus mir gemalt. Joachim Ringelnatz als Maler“ widmet sich dieser lange übersehenen Seite seines Schaffens.
1883 als Hans Gustav Bötticher in Wurzen geboren, führte Ringelnatz ein bewegtes Leben. Nach einer abgebrochenen kaufmännischen Ausbildung ging er zur See. Seine Erlebnisse als Seemann spiegeln sich in zahlreichen literarischen Texten und Gemälden wider. Vor dem Ersten Weltkrieg ließ er sich in München nieder und wurde als Hausdichter der legendären Künstlerkneipe Alter Simpl zu einer festen Größe der Kabare szene. Seine Literatur verließ die Buchseiten und wurde auf der Bühne lebendig.
Parallel zu seiner schriftstellerischen Arbeit entstand ein eigenständiges malerisches Werk. Ringelnatz verstand das Malen als unmi elbaren schöpferischen Prozess – ganz im Sinne des Ausstellungstitels: „Es hat sich selbst aus mir gemalt.“ Seine meist kleinformatigen Gemälde verbinden Fantasie, Humor und feine Beobachtung. Landschaften, Figurenszenen, maritime Motive und poetische Bildwelten zeugen von einem Künstler, der die Grenzen zwischen Wort und Bild spielerisch überschrieb.
Bereits 1923 präsentierte die renommierte Berliner Galerie von Alfred Flechtheim Ringelnatz in einer Einzelausstellung als Maler und verhalf ihm damit zum künstlerischen Durchbruch. Im Jahr darauf wurden seine Werke gemeinsam mit Gemälden von Oo Dix und George Grosz gezeigt.
Nach 1933 geriet sein bildnerisches Scha en jedoch weitgehend in Vergessenheit.
Die Ausstellung bringt Ringelnatz als Maler nun zurück in das Münchner Umfeld, das seine künstlerische Entwicklung entscheidend geprägt hat. Der Großteil der Exponate stammt aus dem 2002 gegründeten Joachim-Ringelnatz-Museum in Cuxhaven, das heute die bedeutendste
Sammlung von Dokumenten und bildkünstlerischen Werken des Künstlers beherbergt. Ergänzt wird die Präsentation durch Leihgaben aus weiteren Museen und Privatsammlungen. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Joachim-Ringelnatz-Museum Cuxhaven und dem Ernst Barlach Haus – Stiftung Hermann F. Reemtsma, Hamburg, und wurde von Dr. Ulrich Luckhardt und Dagmar Lott M.A. kuratiert.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See


Abbildungen:

- Joachim Ringelnatz
Kindheit, 1928
Öl auf Leinwand
Joachim-Ringelnatz-Museum, Cuxhaven

- Joachim Ringelnatz
Seegang, vmtl. 1927
Öl auf Leinwand
Joachim-Ringelnatz-Museum, Cuxhaven

- Joachim Ringelnatz
Zirkus in der Ebene, um 1926
Öl auf Holz
Privatbesitz
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