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1. Pasinger Fabrik: ICH BIN SCHÖN
2. Städel Museum: BECKMANN
3. Buchheim Museum: RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN
4. Franz Marc Museum: Wilde Farben, freier Geist. 120 Jahre Künstlergruppe Br...
5. Lenbachhaus: Iman Issa. Lass uns spielen
6. Potsdam Barberini: Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst
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Donnerstag 04.12.2025
Pasinger Fabrik: ICH BIN SCHÖN
ICH BIN SCHÖN

Ausstellung vom 04. Dezember 2025 bis 29. März 2026
Pasinger Fabrik, München-Pasing

Schönheit ist ein allgegenwärtiges Thema in unserem Leben. Doch nie zuvor war so unklar, wie wir „schön“ definieren. Digitale Medien und KI fordern tradierte Vorstellungen heraus. Stets umstritten ist also das Statement „Ich bin schön“: So lautet der Titel der neuen Ausstellung in der Pasinger Fabrik. Sie feiert am 4. Dezember Vernissage und dauert bis zum 29. März 2026. Rund um das Thema gibt es ein breites Rahmenprogramm mit Theater, Kabarett, Kino, Musik, Werkstattgespräch und Führungen.
Die Ausstellung bewegt sich kritisch im Spannungsfeld eines etablierten Verständnisses von Schönheit und dessen Revision. Können die traditionellen ästhetischen Konzepte noch Geltung beanspruchen?
Welchen Einfluss haben Medien, Populärkultur, KI, Mode und Werbung auf die ästhetischen Vorlieben? Welche Selbstbilder sind wirksam, wenn der Körper zunehmend zum Objekt von Schönheitstechniken wird? Die Ausstellung entwickelt in verschiedenen Sektionen eine Ästhetik des
„Schönen“, die die idealisierte Schönheit gegen den Strich bürstet. Sie geht auch der Schönheit des Indifferenten, Grotesken, Narrativen, Transzendenten und Verdrängten nach – und räumt dem Marginalisierten und der Abweichung von der Norm Sichtbarkeit ein.
Zu sehen sind fotografische Arbeiten von Absolvent*innen und Studierenden der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin, editiert von den Studierenden der Bildredaktion 2025/26 unter der Leitung von Nadja Masri, Arbeiten Studierender der Klasse Anke Doberauer der Akademie der Bildenden Künste München sowie Werke der Gäste Anke Doberauer, Franziska Klotz, Chris Levine und Jovana Reisinger.

Jovana Reisingers Film „Beauty is life“ ist in der Ausstellung im Loop zu sehen. Der Film beschäftigt sich kritisch mit dem Einfluss der Schönheitsindustrie auf Frauen und deren Körperbild. In einem Setting zwischen Schönheitssalon und Homeshoppingstudio führen Frauen „Beauty Gadgets“ vor, die von der Schönheitsindustrie als alltägliche Hilfsmittel zur Selbstoptimierung vermarktet werden. Die Form bricht, als die Frauen miteinander in den Dialog treten und über Schönheit, Sexismus und ihr Leben sprechen. Filmausschnitte für TV-Beiträge stehen zur Verfügung.

Pasinger Fabrik
August-Exter-Straße 1,
81245 München

Abbildungen:

- Hannah Pieper
- Maria Bolz
- Sofia Kozoriz, Anjela, 120 x 80 cm, Öl auf Lwd.
- Anke Doberauer, Leo 95, Pigmentdruck auf Aludibond, 214x129 cm
- Leon Habelt, Pappnase mit Haube, Öl auf Lwd., 90 x 70 cm
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Dienstag 02.12.2025
Städel Museum: BECKMANN
BECKMANN

Ausstellung vom 03. Dezember 2025 bis 15. März 2026
Städel Museum Frankfurt am Main
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung

Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Das Städel Museum rückt diese Arbeiten nun in den Mittelpunkt und präsentiert rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken. Sie eröffnen einen direkten, intensiven Zugang zu Beckmann (1884–1950), einem der bedeutendsten Künstler der Moderne.
Das Städel Museum verfügt über einen der herausragendsten Beckmann-Bestände weltweit und widmet sich seit mehr als einem Jahrhundert der Sammlung, Erforschung und Vermittlung seines Werkes. 2021 erhielt das Museum durch wichtige Dauerleihgaben aus der Sammlung von Karin und Rüdiger Volhard bemerkenswerten Zuwachs. Zusammen mit der Veröffentlichung des dreibändigen Werkverzeichnisses der schwarz-weißen Zeichnungen Max Beckmanns im Hirmer Verlag – mit dem Hedda Finke und Stephan von Wiese eine der letzten großen Forschungslücken zu Beckmanns Zeichnungen geschlossen haben – ist dies der Anlass für die retrospektive Schau.
Den Grundstock der Ausstellung bilden Zeichnungen aus dem eigenen Bestand des Städel Museums, ergänzt durch Leihgaben renommierter internationaler Museen und Privatsammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, das British Museum in London, das Art Institute of Chicago, das Kunstmuseum Basel, die Hamburger Kunsthalle, das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und das Museum der bildenden Künste Leipzig. Einzelne Gemälde und Druckgrafiken eröffnen darüber hinaus Einblicke in Beckmanns Arbeitsprozess und das
Wechselspiel verschiedener Medien.

Die Ausstellung wird durch die Förderung der Adolf Würth GmbH & Co. KG, der Dagmar-Westberg-Stiftung und des Städelschen Museums Vereins e.?V. ermöglicht und erfährt darüber hinaus Unterstützung durch die Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung sowie Dr.?Ina Petzschke-Lauermann.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Max Beckmann, das Städel Museum und die Stadt Frankfurt am Main sind seit über einem Jahrhundert eng miteinander verbunden. Trotz der Verluste fast aller Werke des Künstlers während der NS-Zeit verfügt das Museum heute über einen Beckmann-Bestand von internationalem Rang. Mit der aktuellen Ausstellung rücken wir nach über vierzig Jahren erstmals wieder gezielt Beckmanns Zeichnungen in den Mittelpunkt. Sie eröffnen einen eigenen, faszinierenden Kosmos seines Schaffens und machen seine künstlerische Entwicklung unmittelbar erfahrbar – nicht zuletzt dank der herausragenden Zusammenarbeit mit Hedda Finke und Stephan von Wiese, den Herausgebern des dreibändigen Werkverzeichnisses seiner Zeichnungen.“

Daniel Hoster, Vorstandsvorsitzender der Dagmar-Westberg-Stiftung: „Mit dem Blick unserer Stifterin auf Max Beckmann erscheint das Zitat aus seinem Tagebuch vom 18. Dezember 1940 als inspirierende Mahnung auch für unsere Zeit: ‚Die Rolle, die Du zur Zeit spielst, ist die schwierigste, aber auch großartigste die Dir das Leben bieten konnte – vergiß das nicht – Max Beckmann – und gerade so wie sie ist.‘ Im Sinne der großen Verbundenheit unserer Stiftungsgründerin mit dem Städel Museum freuen wir uns daher sehr, die Ausstellung zu Beckmanns Zeichnungen zu fördern. Sie eröffnet einen neuen Blick auf einen der bedeutendsten deutschen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – und auf ein Werk, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.“

Die Kuratoren Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1800 am Städel Museum, Hedda Finke und Stephan von Wiese, Autoren des dreibändigen Werkverzeichnisses der Zeichnungen Beckmanns, ergänzen: „Die Zeichnungen sind ein Schlüssel zu Beckmanns Werk. Zeichnend entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache, hielt Gesehenes und Erlebtes fest, formte seine persönliche Weltanschauung und verwandelte flüchtige Eindrücke in vielschichtige, bedeutungsgeladene Kompositionen. Im Lauf seines Lebens entstanden mehr als 1.900 schwarz-weiße, nicht in Skizzenbüchern gebundene Zeichnungen in Feder, Kreide oder Bleistift – vom raschen Entwurf bis hin zum autonomen Bild. Die Ausstellung zeigt daraus eine ebenso konzentrierte wie repräsentative Auswahl, die – ergänzt um einzelne farbigeArbeiten, Druckgrafiken und Gemälde – den Zeichner Max Beckmann in großer Intensität erfahrbar machen.“

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main


Abbildungen:

- Max Beckmann (1884–1950)
Selbstbildnis mit Fisch, 1949
Pinsel in Schwarz über Kohle, 580 × 452 mm
Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett, Foto: © Hamburger Kunsthalle / bpk © VG Bild-Kunst, Bonn
Foto: Christoph Irrgang

- Max Beckmann (1884–1950)
Verwundeter Soldat mit Kopfverband, 1915
Bleistift, 151 × 120 mm
Museum der bildenden Künste Leipzig

- Max Beckmann (1884–1950)
Bildnis Georg Swarzenski, 1950
Kohle, teilweise gewischt und radiert, 590 × 450 mm
Städel Museum, Frankfurt am Main
Erworben 1985 als Schenkung von Hermann Josef

- Max Beckmann (1884–1950)
Quappi mit Kerze, 1928
Schwarze Kreide und weiße Gouache, 628 × 488 mm
Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Ankauf 1928
Foto: Kunstmuseum Basel

- Max Beckmann (1884–1950)
Der Mord, 1933
Aquarell und Pinsel in Schwarz über schwarzer Kreide, 498 × 455 mm
Städel Museum, Frankfurt am Main, Dauerleihgabe aus der Sammlung Karin & Rüdiger Volhard
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Freitag 28.11.2025
Buchheim Museum: RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN
RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN

Ausstellung vom 29. November 2025 bis 15. März 2026
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried

Der in Berlin lebende Maler Ruprecht von Kaufmann zählt zu den markantesten Vertretern der zeitgenössischen figura ven Malerei. In seiner Ausstellung LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN im Buchheim Museum widmet er sich den beiden zentralen Polen seines Schaffens: der inneren emo onalen Welt des Menschen und seinem Verhältnis zur Umwelt.
Die Ausstellung gruppiert an den Innenwänden Arbeiten, die inme Einblicke in das Seelenleben der Menschen eröffnen, während die Werke an den Außenwänden den Blick nach außen richten – auf die Beziehung des Menschen zur Natur. Im Mi elpunkt steht die großangelegte Serie »Zwischen den Stühlen. Verfall einer Familie«, inspiriert von Thomas Manns BUDDENBROOKS. Ausgehend von autobiografischen Elementen en altet sich darin über drei Genera onen ein visueller Familienroman, der zentrale Erfahrungen des Lebens berührt: Liebe und Verlust, Au ruch und Scheitern, Trauer und Hoffnung.
Die suggestiven Szenen lassen bewusst Raum für Deutung. Von Kaufmann fordert die Betrachterinnen und Betrachter dazu auf, die erzählten Fragmente emo onal zu vervollständigen – das Unsichtbare zwischen den Bildern zu erspüren und mögliche Parallelen zum eignen Leben zu finden.
Der Serietitel »Zwischen den Stühlen« spielt doppeldeutig mit Symbol und Selbstreflexion. Ein gelber, stoffezogener Stuhl erscheint in jedem Gemälde als Sinnbild für familiäre Erwartungen, Werte und Traditionen, die von Genertion zu Generation weitergegeben werden. Zugleich verweist die Redewendung auf den Künstler selbst: auf seine Rolle als Grenzgänger zwischen Welten, als jemand, der seinen Platz im Dazwischen sucht und daraus schöpferische Freiheit gewinnt.
Diese Erfahrung zieht sich auch durch von Kaufmanns Biografie. 1995 verlässt er mit 21 Jahren Deutschland, studiert in Los Angeles und erlebt einen prägenden Kulturschock. Die Fremdheit, das Gefühl des Außenseiters, wird zum Motor seines künstlerischen Ausdrucks. Nach frühen Erfolgen in den USA kehrt er 2003 nach Deutschland zurück und etabliert sich mit einem unverwechselbaren Stil, der ihm immer wieder Vergleiche mit der so genannten Leipziger Schule einbringt – zu Unrecht, denn von Kaufmanns Malerei steht eigenständig zwischen Figurtion und Metapher. Seit 2013 malt er auf Linoleum, einem Material, das er zufällig entdeckte und technisch zu einer unverwechselbaren Handschrift entwickelte.
Auch die Landschftsgemälde der Ausstellung greifen persönliche Erinnerungsfragmente auf und verbinden sie mit universellen Fragen nach dem Verhältnis von Mensch und Natur. Eigens für LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN schuf von Kaufmann das Werk »Schneeferner«, das die persönlichen Themen der Innenräume mit den globalen Bezügen der Außenwände verknüpft. So erkennt man ihn als den Wanderer, der die vom Klimawandel bedrohte Natur durchstreift.
Ein besonderes Highlight ist das fünfteilige Gemälde »Der Fjord«, das im Saal gezeigt wird und einen bildnerischen Dialog mit Ernst Ludwig Kirchners »Berglandschaft« aus der Sammlung Buchheim aufnimmt – ein Gespräch über Zeit, Erinnerung und künstlerische Haltung.
Mit LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN zeigt Ruprecht von Kaufmann eine ebenso Intinme wie gesellschaftlich relevante Bildwelt – ein Werk, das die Grenzen zwischen Innen und Außen, zwischen persönlicher Erfahrung und kollektiver Geschichte auf poetische Weise verschwimmen lässt.

Die Ausstellung war bereits für 2021 im Buchheim Museum geplant und fiel damals, wie leider viele Projekte der Corona-Pandemie zum Opfer. Nun kann sie endlich gezeigt werden. Der bereits 2020 erschienene Katalog RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN ist im Museumsshop für 32 € erhältlich.
Im Audioguide spricht Ruprecht von Kaufmann über die ausgestellten Werke.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen:

- Ruprecht von Kaufmann
RT
aus der Serie »Zwischen den Stühlen. Verfall einer Familie«, 2018
Öl auf Linoleum, auf Holz
Sammlung ZAWEG
© Ruprecht von Kaufmann

- Ruprecht von Kaufmann
Meine Eltern (als sie so alt waren wie ich jetzt)
aus der Serie »Zwischen den Stühlen. Verfall einer Familie«, 2018
Öl auf Linoleum, auf Holz
Sammlung A. und J. Huss
© Ruprecht von Kaufmann

- Ruprecht von Kaufmann
Jetzt erst recht, 2018
Öl auf Linoleum
Sammlung Detlev Blenk
© Ruprecht von Kaufmann

- Ruprecht von Kaufmann
Geschwister
aus der Serie »Zwischen den Stühlen. Verfall einer Familie«, 2018
Öl auf Linoleum, auf Holz
Privatsammlung Berlin
© Ruprecht von Kaufmann
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Dienstag 25.11.2025
Franz Marc Museum: Wilde Farben, freier Geist. 120 Jahre Künstlergruppe Brücke
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Wilde Farben, freier Geist. 120 Jahre Künstlergruppe Brücke

Ausstellung vom 23. November 2025 bis 12. April 2026
Franz Marc Museum, Kochel am See

Anlässlich des 120jährigen Gründungsjubiläum der Künstlergruppe Brücke zeigt das Franz Marc Museum in Kochel am See ab Ende November herausragende Meisterwerke des deutschen Expressionismus, darunter bedeutende Leihgaben aus dem Kunstmuseum Ravensburg und aus Privatbesitz.

1905 wagte eine Gruppe junger Künstler den Aufbruch in die Moderne. Mit leuchtenden Farben, radikal vereinfachten Formen und einer neuen, subjektiven Ausdruckskraft suchten sie nach einem unverstellten Zugang zur Welt. Die Brücke-Künstler forderten den Kunstbegriff ihrer Zeit heraus und legten den Grundstein für die Entwicklung der modernen Kunst in Deutschland.

Die Ausstellung zeichnet in thematisch gegliederten Kapiteln die charakteristischen Facetten dieser Gemeinschaft nach. Ausgehend von ihrem kulturkritischen Anspruch, die starren Regeln und Konventionen der wilhelminischen Kunst durch das „Unmittelbare“ und „Unverfälschte“ zu überwinden – wie es im Programm der Brücke von 1906 formuliert wurde –, strebten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Otto Mueller nach einer neuen Einheit von Kunst und Leben. Dieses Ideal zeigt sich ebenso in den vitalen Aktdarstellungen der frühen Dresdner Jahre wie in den von der Dynamik und Widersprüchlichkeit der Großstadt geprägten Szenen der Berliner Zeit. Die Faszination des Ursprünglichen führte zugleich zur Auseinandersetzung mit außereuropäischer Kunst und Kultur, die den Künstlern als ästhetisches und spirituelles Vorbild diente.
Aus heutiger Perspektive erscheint dieser Blick jedoch auch als Ausdruck einer unreflektierten Aneignung kolonial geprägter Bilderwelten. Ebenso werfen manche ihrer Werke, etwa Darstellungen kindlicher Modelle, Fragen nach Grenzüberschreitungen und Geschlechterrollen auf, die im historischen Kontext kritisch zu beleuchten sind.

Mit rund 50 Arbeiten – Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und grafischen Werken – beleuchtet die Ausstellung die Anfänge einer Bewegung, die Kunst und Leben untrennbar miteinander verband. Zugleich lädt sie dazu ein, das Erbe der Brücke neu zu betrachten: als Ausdruck eines radikalen Aufbruchs, dessen schöpferische Energie wie auch seine Widersprüche bis in die Gegenwart wirken.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8–10
82431 Kochel am See

Abbildungen:

- Ernst Ludwig Kirchner, Fehmarnlandschaft mit Bäumen, 1914,?
Kunstmuseum Ravensburg,?
Dauerleihgabe Privatsammlung Süddeutschland

- Ernst Ludwig Kirchner, Blaue Artisten, 1914,?
Dauerleihgabe aus Privatbesitz,?
Foto: © Collecto.art
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Dienstag 25.11.2025
Lenbachhaus: Iman Issa. Lass uns spielen
Iman Issa. Lass uns spielen

Ausstellung vom 25. November 2025 bis 12. April 2026
Lenbachhaus, München

In ihrem zugleich spielerischen wie formal präzisen Werk befasst sich Iman Issa mit den immerwährenden Fragen der Kunst: Was ist ein Kunstwerk? Wie verhält sich ein Objekt oder ein Bild zu den Belangen seiner Zeit? Welche Rolle kommt den Künstler*innen in ihrer
jeweiligen Gegenwart zu?
Die gezielte Fragestellung ist für Issa (*1979, Kairo) ein Medium ebenso wie Holz, Metall oder Fotografie. Ist eine Frage aufgeworfen oder eine Hypothese skizziert, prüft sie deren Schlüssigkeit anhand neuer künstlerischer Arbeiten. Oftmals entstehen so ganze Serien, die so lange andauern, bis die Frage erschöpft scheint. Issas Arbeiten spielen auf die Kunst anderer an, auf Denkmäler, Literatur, Gemälde und Fotografien, über einen Zeitraum von Jahrhunderten und über nationale Grenzen hinweg.
Nach dem Studium der Philosophie und der Politikwissenschaften arbeitete die Künstlerin anfangs vorwiegend fotografisch. Heute nehmen Issas Werke meist installative Form an. Ihre „Displays“, wie sie diese nennt, bestehen aus sich aufeinander beziehenden Elementen: kurze Texte, Fotos, Bücher, Videos und Objekte. Oftmals unterlaufen diese Konstellationen die traditionelle Beziehung zwischen Bildunterschrift und Illustration. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Text und eine Skulptur ein abwesendes drittes Objekt heraufbeschwören oder aber gezielt aneinander vorbeideuten.
Issas Methoden werfen die Frage auf, inwiefern die Wahrnehmung von künstlerischen Formen durch ihre gesellschaftlichen Gegebenheiten geprägt ist: Ist ein Denkmal oder ist ein Bild den Interpretationen seiner Betrachter*innen ausgeliefert, sodass sich seine Bedeutung ständig ändert? Inwiefern formen umgekehrt künstlerische Objekte unseren Blick auf die Welt? Issa löst diesen Knoten mit der subjektiven Behauptung, dass eine bestimmte Form die einzig mögliche für die Darstellung eines bestimmten Konzepts sei.
Der von Issa angeregte Ausstellungtitel Lass uns spielen lädt dazu ein, aufgeweckt zu betrachten, die gesponnenen enzyklopädischen Bezüge zu verfolgen und sich selbst ein Bild zu machen.
Kuratiert von Stephanie Weber

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildungen:

- Iman Issa, Two Women, 2024,
Courtesy carlier gebauer, Berlin
© Iman Issa 2025

- Iman Issa, Heritage Studies #1, 2015,
© Iman Issa 2025
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Samstag 22.11.2025
Potsdam Barberini: Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst
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Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst

Ausstellung vom 25. Oktober 2025 bis 01. Februar 2026
Museum Barberini, Potsdam

Wie kein anderes Tier hat das Einhorn die Phantasie angeregt. Seit Jahrhunderten ist es in vielen Kulturen belegt. Seine Faszination hält bis heute an. Das mythische Tier ist ein vielschichtiges Zeichen, von dem eine assoziative Energie ausgeht. Die Spur des Einhorns zeigt sich in der christlichen und außereuropäischen Kunst, in Naturwissenschaft und Medizin und einer vielfältigen Symbolik. Die Beschäftigung mit der Ikonographie des Einhorns lädt ein zu Reflexionen über Phantasie, Weltwissen, Ambivalenzen und Projektionen.

Die Ausstellung versammelt fast 150 Werke aus einem Zeitraum von etwa 4000 Jahren, darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken, illuminierte Manuskripte, Plastiken und Tapisserien. Viele dieser Werke werden nur selten ausgeliehen. Zu den 88 Leihgebern aus 16 Ländern gehören die Albertina, Wien, das Ashmolean Museum, University of Oxford, die Gallerie degli Uffizi, Florenz, das Germanische Nationalmuseum, Nürnberg, das Grüne Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Historische Museum Basel, die Koninklijke Bibliotheek, Den Haag, das Musée du Louvre, Paris, das MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien, das Metropolitan Museum of Art, New York, das Musées royaux d’Art et d’Histoire, Brüssel, das Museo Nacional del Prado, Madrid, das Rijksmuseum, Amsterdam, das Szépm?vészeti Múzeum, Budapest, und das Victoria and Albert Museum, London.

Die Bandbreite der Exponate bildet eine Zeitspanne vom zweiten Jahrtausend vor Christus bis in die Gegenwart ab und umfasst neben Gemälden und Grafiken auch Skulpturen, Manuskripte, Tapisserien und Kunstkammerobjekte. Gezeigt werden dabei Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Arnold Böcklin, Albrecht Dürer, Angela Hampel, Gustave Moreau, Joachim Sandrart oder Marie Cecile Thijs.

Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, mit dem Musée de Cluny - musée national du Moyen Âge und dem GrandPalaisRmn, Paris.
Im Musée de Cluny wird Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst vom 13. März bis 12. Juli 2026 zu sehen sein.

Museum Barberini
Humboldtstraße 5–6
14467 Potsdam


Abbildungen:

- Tizian (Kopie nach)
Orpheus bezaubert die wilden Tiere, 1562–1601
Öl auf Leinwand, 131,5 × 104,5 cm
Museo Nacional del Prado, Madrid

- Gustave Moreau
Frau und Einhorn, o. J.
Öl auf Leinwand, 79,4 × 65 cm
Musée Gustave Moreau, Paris

- Arnold Böcklin
Das Schweigen des Waldes, 1885
Holz, 73 × 59 cm
Muzeum Narodowe w Poznaniu, Posen
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