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Start: Freitag 20.03.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 01.08.2027
Rosenheim Lokschuppen: RÖMER – Gesichter eines Weltreiches
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RÖMER – Gesichter eines Weltreiches

Ausstellung vom 20. März 2026 bis 01. August 2027
Lokschuppen Rosenheim

Aufstieg. Blütezeit. Zerfall. Die Geschichte des Römischen Reiches über rund 1.400 Jahren in einer Ausstellung zusammenzufassen, scheint eine herausfordernde Aufgabe. Von einem weit verzweigten Straßennetz über technische und architektonische Innovationen bis hin zu einer gemeinsamen Sprache und einem allgemeingültigen Rechtssystem. Das Imperium hinterließ sichtbare Spuren, die Europa bis heute prägen. Der Lokschuppen Rosenheim richtet deshalb seinen Blick auf den Menschen.
Die neue Ausstellung „RÖMER – Gesichter eines Weltreiches“, die vom 20. März 2026 bis zum 1. August 2027 zu sehen ist, führt die Besucherinnen und Besucher durch die römischen Provinzen. Faszinierende Alltagsgegenstände, Schatzfunde, Werkzeuge, Schmuck, Kinderspielzeug und vieles mehr vermitteln das Leben in der Antike. Mit anschaulichen Hörgeschichten bekannter Fantasy-Schriftstellerinnen und -schriftsteller und einigen Originalen zum Anfassen macht sie die verstaubte Vergangenheit buchstäblich begreifbar. Interaktive Stationen wie die weltgrößte Römerstadt aus LEGO®, an der jeder mitbauen kann, ein digitales Wagenrennen im Circus Maximus und eine ganz analoge römische Spielemeile runden das Erlebnis ab.

Die Antike zum Anfassen
Die RÖMER-Ausstellung verfolgt bewusst einen erlebnisorientierten Ansatz. Statt langer Wandtexte stehen Ausprobieren und Mitmachen im Vordergrund. Besucherinnen und Besucher können beispielsweise Mosaiksteine zu Mustern legen, auf Wachstäfelchen schreiben oder römische Gewandung anprobieren. Auch ein römisches Marschgepäck lässt sich anheben – eine Erfahrung, die den Alltag eines Legionärs unmittelbar nachvollziehbar macht. Besonders ungewöhnlich ist, dass in vielen Räumen ein originales römisches Objekt berührt werden darf. Münzen, Fibeln, Keramikscherben und Ziegel vermitteln so einen direkten Zugang zur Vergangenheit.
Beim digitalen Wagenrennen im Circus Maximus schlüpfen Besucherinnen und Besucher selbst in die Rolle eines Wagenlenkers. Auf der Rennbahn sorgen Äpfel für zusätzlichen Schub, während Pfützen den Wagen ausbremsen.
Ein spektakulärer Höhepunkt der Ausstellung ist zudem die 45 Quadratmeter große idealtypische Römerstadt „LOCDVNVM“ aus über einer halben Million LEGO®-Steinen. Gäste bauen einzelne Gebäudemodule, die anschließend vom Lokschuppen-Team im großen Stadtmodell platziert werden. Zur Belohnung darf eine Münze geprägt werden.

Funde, die Geschichte erzählen
1.228 Exponate aus rund 30 Museen und Privatsammlungen sind in der Ausstellung zu sehen, viele davon erstmals öffentlich. Zu den besonderen Highlights zählt der monumentale Augsburger Siegesaltar, ein etwa 1,70 Meter hohes Steinmonument aus der Spätantike. Die weiteste Anreise hatten die spektakulären Metallobjekte eines Wagengrabs aus dem ungarischen Nationalmuseum. Berührende Mumienporträts geben einem das Gefühl, Auge in Auge antiken Menschen gegenüberzustehen. Luxuriöse Grabbeigaben mit einer Vielzahl herausragender filigraner Gläser aus dem Gräberfeld in Krefeld-Gellep zeigen den Reichtum nördlich der Alpen in der Spätantike. Heraus sticht der einzigartige Rüsselbecher!
Darüber hinaus sind zahlreiche Alltagsgegenstände ausgestellt: römische Öllämpchen, Feldflaschen, Fibeln, Götterstatuetten, Münzen oder alles, was man sonst zum Leben brauchte.
Aufgrund der langen Laufzeit der Ausstellung werden einige Objekte im Verlauf der Zeit ausgetauscht. So gibt es immer wieder neue Exponate zu entdecken, darunter später im Ausstellungszeitraum die vergoldete Replik des Pferdekopfs von Waldgirmes oder ein spektakulärer Schatzfund mit silbernem Klappstuhl aus der Pfalz.
Das Imperium vor der eigenen Haustür
Zweifelsohne waren die Römer in unserer Region überaus präsent, was sich in zahlreichen Siedlungen und Fundstellen zeigt. Deshalb darf sie in dieser Ausstellung auch nicht fehlen. Die Brücke in Pfaffenhofen am Inn, nördlich des Rosenheimer Stadtgebiets, gab Pons Aeni – also Brücke über den Inn auf Latein – seinen Namen. Dies war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Provinz.
Besonders bedeutend waren in Rosenheim außerdem die Töpfereien von Westerndorf, die zu den wichtigsten Produktionsstätten römischer Keramik in Raetien gehörten. Ihre Produkte wurden weit über die Region hinaus gehandelt.

Die Protagonisten der Ausstellung
Wann ist man eigentlich Römer? Rechtlich ist das einfach zu beantworten: wenn man das römische Bürgerrecht erhält. Zum Beispiel nach 25 Jahren Dienst im Militär. Als Römer fühlte man sich sicherlich aber schon viel früher durch Kultur und Lebensart. Als Römer oder Römerin musste man nicht zwangsläufig in Rom geboren sein. Die emotionale Ebene wird in der Ausstellung durch den besonderen Erzählstrang fiktiver, aber historisch fundierter Persönlichkeiten beleuchtet. Ihre einfühlsamen Geschichten wurden von zehn bekannten Fantasy-Autorinnen und -Autoren, darunter Bernhard Hennen, Theresa Hannig oder Markus Heitz, geschrieben. Schwarz-Weiß-Porträts und Hörgeschichten erwecken sie zum Leben.
Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, dass die Menschen der Antike uns näher sind, als man vielleicht denkt: Sie haben gelacht, gedacht, gehofft, gefeiert und sich verliebt – und ihren Alltag mit denselben menschlichen Emotionen gelebt wie wir heute.

Ein Blick auf die Gegenwart
Die Ausstellung beginnt und endet mit Fragen, die auch heute noch aktuell sind: Woran glaubst Du? Was ist Dir wichtig? Zum Abschluss gelangen Besucherinnen und Besucher in einen Raum, der den Niedergang des Imperiums symbolisiert. Eine zerbrochene Statue und das Forum Romanum in Trümmern stehen sinnbildlich für das Ende einer Epoche. Aber lebt das Reich nicht eigentlich noch viel länger weiter?
Noch einmal werden dort die zentralen Identitätsfaktoren des römischen Reiches aufgegriffen und Sie selbst müssen aktiv werden: Welche dieser Faktoren haben für Sie heute noch Bedeutung?

Lokschuppen Rosenheim
Rathausstraße 24,
83022 Rosenheim
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Start: Donnerstag 26.03.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Donnerstag 26.11.2026
Murnau Schlossmuseum: Paul Klee - Der Poet des Blauen Reiter
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Paul Klee
Der Poet des Blauen Reiter

Ausstellung vom 26. März bis 26. November 2026
Schlossmuseum Murnau

Am 1. Juli 2023, zum 30-jährigen Bestehen des Museums, übergab die KK-Stiftung Murnau dem Schloßmuseum Murnau seine Blaue Reiter-Sammlung als Dauerleihgabe. Die Werke, die aus dem engen Kontext der legendären Murnauer Malaufenthalte von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky zwischen 1908 und 1910 stammen und wie die Arbeiten von Franz Marc, August Macke, Heinrich Campendonk und Alfred Kubin unmittelbar in Beziehung zu den Ereignissen um die Redaktionssitzungen und die Herausgabe des Almanachs Der Blaue Reiter 1911 stehen, zählen zu den Hauptwerken des deutschen Expressionismus.
Diese Arbeiten werden nun in Dialog gesetzt zu dem Schaffen Paul Klees, der innerhalb der Künstler und Künstlerinnen des Blauen Reiter eine Sonderstellung einnimmt. Das Ehepaar, das seine Blaue Reiter-Sammlung in die KK-Stiftung überführt hat, stellt für diese Sonderschau zusätzlich ausgewählte Arbeiten aus seiner Paul Klee-Sammlung zur Verfügung.
In der Gegenüberstellung mit Gemälden von August Macke, Robert Delaunay, Franz Marc, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter wird Klees enge Verbundenheit mit dem Künstlerkollektiv um den Blauen Reiter deutlich und seine Position zwischen Inspiration und künstlerischer Eigenheit nachvollziehbar.
So unmittelbar und nachhaltig der schöpferische und geistige Einfluss seines Umfelds ihn seinen unverwechselbaren Stil finden ließ, so singulär steht er künstlerisch mit der Vergabe seiner Bildtitel.

Kunstwissenschaftler, Sammler und Händler verweisen Klees fantasievolle Bildtitel immer gerne in Poesie-Nähe: Rhythmie der Fenster und Tannen, Guter Fischplatz, Das Fest der Astern, Ein Genius serviert ein kleines Frühstück und auch die Schicksal-Stunde des Kaisers sind Bildtitel, deren Motive sich erst in der weiteren Auseinandersetzung mit dem Werk klären.
Die Auswahl der Werke beleuchtet nahezu jede Entwicklungsphase im Schaffen von Paul Klee. Ihren Anfang nimmt die Ausstellung mit Klees Aquarell „Hamammet“, das 1914 während der gemeinsamen Tunesienreise mit August Macke und Louis Moilliet entstand, führt über die sogenannten zerschnittenen Werke wie Garten, 1918, und Schicksal-Stunde des Kaisers, 1922, hin zu den späteren Arbeiten wie Städtebild Graben, 1931, und Figur im Garten, 1937.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 2-5
82418 Murnau

Abbildungen:

- Paul Klee, Waldvogel, 1920, 81, 
Bleistift und Aquarell auf Gaze auf Papier, KK-Privatsammlung  
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Start: Freitag 24.04.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 18.10.2026
Pinakothek der Moderne: CONVIVIUM - NAHRUNGSSYSTEME AM LIMIT
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CONVIVIUM
NAHRUNGSSYSTEME AM LIMIT

Ausstellung vom 24. April bis 18. Oktober 2026
Architekturmuseum in der Pinakothek der Moderne

Die sichere und gerechte Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrung hängt von einem System globaler Netzwerke ab: Bäuer*innen, Fischer*innen, Züchter*innen, Händler*innen, Transportunternehmen, Märkte und industrielle Verarbeitungsbetriebe sind darin eng verknüpft. Sie produzieren und vertreiben aber nicht nur das, was für die menschliche Ernährung notwendig ist. Sie werden durch die kapitalistische Wachstumslogik motiviert, immer mehr Produkte zu herzustellen, die durch Überkonsum zu falscher Ernährung und zu einer massiven Verschwendung von Nahrungsmitteln führen. Doch dieses System kommt durch die Klimaerwärmung, politische und ökonomische Faktoren aktuell an seine Grenzen. Viele Meere sind bereits überfischt, fruchtbare Ackerböden werden überbaut oder erodieren und ganze Landstriche verwüsten, weil es nicht genug regnet. Zugleich trägt die Nahrungsproduktion selbst durch den wachsenden CO?-Ausstoß massiv zum Klimawandel bei – ein Teufelskreis, der immer spürbarer wird. Kaum ein Land der Erde kann seine Bevölkerung noch aus eigenen Ressourcen ernähren.
Die Ausstellung präsentiert in zwölf Kapiteln Beispiele dafür, wie unsere Lebensmittel heute produziert und vertrieben werden. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Europa, doch die globalen Zusammenhänge werden stets einbezogen. Ziel der Ausstellung ist es, die räumlichen und technischen Grundlagen unserer Nahrungsproduktion sichtbar zu machen – und zu zeigen, welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für die Zukunft ergeben.

Kurator*innen: Andjelka Badnjar und Andres Lepik
Co-Kurator*innen für den Ausstellungsteil „Das Tier ist anwesend“: Víctor Muñoz Sanz und Sofia Nannini

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Abbildungen: 

- Ein Regenwasserteich, der zur Bewässerung der Pflanzen genutzt wird, mit einem Gewächshaus im Hintergrund, in dem Tomaten angebaut werden, Kirchweidach, Bayern.
Standbild aus dem Kurzfilm „How Does Food Enter the City?“, TUM-Masterprojekt „About Food and Spaces. Exhibit Design“ zusammen mit Nicole Humi?ski und Nikolai Huber. Thiade Langenhan, 2025.
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Start: Donnerstag 14.05.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.11.2026
Museum Brandhorst: Carrying
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Carrying

Ausstellung vom 14. Mai bis 08. November 2026
Museum Brandhorst

Mit „Carrying“ präsentiert das Museum Brandhorst ein Ausstellungsprojekt, das Räume innerhalb und außerhalb des Hauses aktiviert. Werke der internationalen Künstlerinnen Hêlîn Alas, Cana Bilir-Meier, Louise Lawler, Kate Newby, Tiffany Sia, Jaune Quick-to-See Smith und Leyla Yenirce besetzen historisch aufgeladene Orte und Transitzonen des Museums sowie den öffentlichen Raum. Architektonische Interventionen, Performances, Malereien sowie Sound- und Filmarbeiten treten in Dialog mit dem Museum und befragen die Verschränkung von militärischer und kultureller Macht.

Ausgangspunkt ist das Gelände, auf dem sich heute das Museum Brandhorst, die Pinakothek der Moderne und weitere Institutionen des Kunstareals befinden. Dort stand früher die Prinz-Arnulf-Kaserne, auch „Türkenkaserne“ genannt. Der Name des 1826 errichteten Militärkomplexes geht auf Kriegsgefangene zurück, die Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Osmanischen Reich zur Zwangsarbeit nach Bayern gebracht wurden. Diese Geschichten haben sich in Orts- und Straßennamen wie der „Türkenstraße“ und dem „Türkentor“ eingeschrieben.

Welche Geschichten werden erzählt, wer erzählt sie und wie? Die eingeladenen Künstlerinnen nähern sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage, wie sich Geschichte und Erinnerung mit teils erfundenen Erzählungen verweben und über Bilder, Medien und Monumente weitergetragen werden. Verschiedene Deutungen überlagern historische Realitäten von Gewalt, Ausbeutung und kultureller Aneignung und schreiben sich bis heute als Muster fort – von der sogenannten „Gastarbeiter“-Ära bis zu andauernden Debatten um territoriale Grenzen, Migration und Zugehörigkeit. Insbesondere dort, wo Krieg und Kultur ihre tatsächliche Verwobenheit verschleiern, gewinnen diese Fragen neue Dringlichkeit.

An spezifischen Orten wie Cy Twomblys „Lepanto“-Saal oder dem „Türkentor“ begreift „Carrying“ das Museum als einen Resonanzraum, in dem die Institution ihre eigene Geschichte und Identität untersucht – und lokale Ansätze mit globalen Fragestellungen verbindet.
Einige der Werke sind anlässlich von „Carrying“ entstanden und stehen in unmittelbarem Austausch mit ihrem Ausstellungsort.

Als Teil der Ausstellung findet ein umfangreiches Programm mit Artist Talks, Dialogformaten, Workshops und Filmprogrammen statt.
Kuratiert von: Franziska Linhardt

Museum Brandhorst
Theresienstraße 35a,
80333 München

Abbildungen: 

- Jaune Quick-to-See Smith 
Trade Canoe: Don Quixote in 
America, 2024–2025 
© Courtesy the estate of the 
artist und Garth Greenan 
Gallery, New York . 
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Start: Mittwoch 20.05.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.01.2027
Frankfurt Städel Museum: ELMGREEN & DRAGSET - STILLLEBEN MIT GEMÜSE
Bilder
Bilder
Bilder
ELMGREEN & DRAGSET
STILLLEBEN MIT GEMÜSE

Ausstellung vom 20. Mai 2026 bis 17. Januar 2027
Städel Museum Frankfurt am Main

Elmgreen & Dragset (Michael Elmgreen, *1961 und Ingar Dragset, *1969) arbeiten seit Mitte der 1990er-Jahre zusammen und zählen zu den einflussreichsten zeitgenössischen Künstlern. Obwohl sie oft als Bildhauer bezeichnet werden, sind sie in einem weiten Spektrum tätig, das auch
Installation, Performance und Architektur umfasst. Ihre Werke hinterfragen gewohnte räumliche Strukturen und laden sowohl öffentliche als auch institutionelle Orte atmosphärisch auf. Vom 20. Mai 2026 bis 17. Januar 2027 verwandelt das in Berlin lebende und arbeitende Künstlerduo das Städel Museum in ein faszinierendes Spiel aus Realität und Illusion. Die Ausstellung „Stillleben mit Gemüse“ präsentiert Skulpturen und Installationen von Elmgreen & Dragset, die mit der Architektur und der über 700 Jahre umfassenden Sammlung des Städel Museums in einen Dialog treten und neue Perspektiven eröffnen.
Elmgreen & Dragset arrangieren ihre figurativen Skulpturen so, dass sie das Publikum aktiv in das Erzählen von Geschichten einbeziehen. Indem sie den Blick der Besucher lenken und verschieben, rücken die Künstler alltägliche, leicht übersehene Momente in den Fokus und verwandeln diese in poetische Szenen, die gleichermaßen von Kritik und Humor geprägt sind. Mit ihrer durchdachten Art der Präsentation stellen Elmgreen & Dragset auf anschauliche statt didaktische Weise dringliche Fragen zu sozialen Strukturen sowie in Konventionen und institutionellen Routinen verankerten Verhaltensmustern. Das Künstlerduo beleuchtet auch, wie Museen unsere Wahrnehmung der Kunstgeschichte prägen. Subtil unterlaufen sie traditionelle Präsentationsformen und experimentieren mit den Regeln der Ausstellungsgestaltung.

Die Ausstellung wird durch die Förderung der Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, der SEB und des Städelschen Museums-Vereins e.V. ermöglicht und erfährt darüber hinaus Unterstützung durch die New Carlsberg Foundation und der Danish Arts Foundation.

Im Unterschied zu anderen Ausstellungen erstreckt sich „Stillleben mit Gemüse“ über das gesamte Städel Museum. Zwei große Installationen in der Sammlung Gegenwartskunst bilden den Kern der Präsentation, die sich mit Skulpturen und Interventionen der Künstler durch das gesamte Haus bis in die benachbarte Liebieghaus Skulpturensammlung entfaltet. Die Ausstellung lädt die Besucher zu einer Schatzsuche ein und stellt sie in den Mittelpunkt. Die Kunstwerke von Elmgreen & Dragset können an ungewöhnlichen Orten entdeckt werden, oft in einem fast surrealen Dialog mit den Werken der Städel Sammlung.
Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Das Städel Museum ist international für seine hochkarätige Sammlung bekannt, zu der seit 2020 auch die im Garten präsentierte Bronzeplastik Si par une nuit d’hiver un voyageur von Elmgreen & Dragset gehört. Umso mehr freue ich mich, dass wir das weltweit gefeierte Künstlerduo nun mit einer umfassenden Ausstellung im Städel präsentieren können. Mit feinsinnigem Humor und der Fähigkeit, durch minimale Eingriffe große Erzählungen zu entfalten, verändern Elmgreen & Dragset den Blick auf unsere Sammlung von den Alten Meistern über die Moderne bis zur Gegenwart und schenken unserem Publikum auf seinem Weg durchs Museum ganz außergewöhnliche Momente.“
„Besonders von zeitgenössischer Kunst kann ein kraftvoller Impuls ausgehen, der neue Perspektiven auf Vertrautes eröffnet. Das Künstlerduo Elmgreen & Dragset lädt mit seiner Ausstellung im Städel dazu ein, die Sammlung des Museums auf unerwartete Weise neu zu entdecken. Es ist uns eine große Freude, diese Präsentation von internationaler Wirkung zu unterstützen und damit auch die Bedeutung Frankfurts als Standort für herausragende Projekte der Gegenwartskunst zu bekräftigen“, sagt Susanne Völker, Geschäftsführerin Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH.
Svenja Grosser, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Sammlung Gegenwartskunst: „Elmgreen & Dragset gelingt es, durch nuancierte
Verschiebungen vertraute museale Strukturen neu erfahrbar zu machen. Durch ihre gezielten Interventionen eröffnen sie Zwischenräume und hinterfragen gewohnte Blickrichtungen und Erwartungen. Das Herzstück der Ausstellung bilden die beiden großangelegten, begehbaren Installationen The Cloud und Garden of Eden, die nicht zuletzt einen kritischen Blick auf die Spannungen zwischen Arbeit und Luxus, Ambition und Illusion werfen. Das Museum wird dabei zur Bühne von Elmgreen & Dragset und ihrer künstlerischen Praxis, in der nichts so eindeutig ist, wie es zunächst scheint.“

Umgebungen des Alltags
Das Zentrum der Ausstellung bilden die beiden großformatigen Installationen The Cloud (2026) und Garden of Eden (2022), die durch einen Szenenwechsel alltägliche Umgebungen zwischen Arbeit und Luxus, Ambition und Illusion wiedergeben. Auf dem Weg in die Gartenhallen und die Dauerausstellung der Sammlung Gegenwartskunst durchquert der Besucher The Cloud, das an ein minimalistisch eingerichtetes Restaurant oder eine elegante Flughafenlounge denken lässt. An einem der Tische sitzt eine Frauenskulptur aus Silikon (The Conversation, 2024). Ihr
Smartphone zeigt einen Facetime-Anruf, in dem ihr Gesprächspartner von seiner Arbeit als Künstler und von einer gescheiterten Liebesbeziehung erzählt. Sechs runde Gemälde der Serien Sky Targets (2025/26) und Flight Trackers (2025/26) schmücken die Restaurantwände. Die Bilder sind auf hochglanzpolierten Edelstahlplatten gemalt, deren Oberflächen die Umgebung teilweise spiegeln und einen Dialog mit dem permanent installierten Mosaic Mirror Wall Piece (1991–2012) von John M. Armleder eingehen. Persönliche Identität und Ortsgebundenheit scheinen sich in The Cloud aufzulösen, sodass nur noch eine glatte, austauschbare Kulisse für gehobene Gastronomie bleibt – oder ein Ort, um gesehen zu werden, Selfies zu machen und seinen Besuch in den sozialen Medien zu dokumentieren. Eine Etage tiefer im Eingangsbereich der Gartenhallen präsentieren Elmgreen & Dragset eine leere Bürolandschaft mit Reihen identischer Bürozellen, die den Raum streng und symmetrisch strukturieren. Mit den verlassenen, beengten Arbeitsplätzen thematisiert Garden of Eden die Strapazen zeitgenössischer Lohnarbeit, die von
Monotonie und Anonymität geprägt ist, und deutet an, dass das Versprechen von sozialem Aufstieg und Fortschritt ein fragiles Konstrukt ist. Der endlose Kreislauf aus Erholung und Arbeit wird in Uncollected (2005) aufgegriffen. Das Gepäcklaufband transportiert eine einzelne Reisetasche in einer endlosen Schleife unter der Treppe und verbindet das untere und das obere Stockwerk thematisch miteinander.

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main


Abbildungen: 

- The Visitor mit Stillleben mit Gemüse
Elmgreen & Dragset
The Visitor, 2025
Bronze, Lack
178 x 61 x 33.5 cm

- Elmgreen & Dragset
Social Media (Terrier), 2022
Gebürsteter Edelstahl, Lack, Motor, Harz und Kunstfell
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Foto: Elmar Vestner

- Elmgreen & Dragset
Still Life (Bullfinch), 2024
Bronze, Lack und animatronischer Vogel
7 x 14 x 23 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Foto: Elmar Vestner
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Start: Donnerstag 21.05.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.11.2026
Murnau Schloßmuseum: Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer - Freund und Mäzen des Blauen Reiter
Bilder
Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer
Freund und Mäzen des Blauen Reiter

Vom 21. Mai bis 08. November 2026
Schloßmuseum Murnau

Das Schloßmuseum Murnau rückt mit seiner neuen Sonderausstellung einen faszinierenden Menschen ins Rampenlicht, der der Forschung bislang weitgehend verborgen geblieben ist: Der Theaterkritiker und Kunstschriftsteller Alfred Mayer (1860–1932), der als Förderer und Mäzen namhafte Kulturschaffende um sich versammelte. Im Besitz des Schloßmuseums befinden sich drei Künstleralben und ein Fotobuch aus dem Nachlass Mayers und seiner Tochter Eva (1917–2008). Die Alben kamen 2015 bzw. 2024 auf zwei unterschiedlichen Wegen, aber beide Male als Schenkung aus Privatbesitz, in die Sammlung des Museums.

Beim Durchblättern der Bücher zeigt sich, dass diese drei Künstlerbände weit mehr sind als bloße Gästebücher; sie gleichen künstlerischen Poesiealben, in denen Maler, Schriftsteller, Theaterleute, Komponisten sowie Musiker Alfred Mayer ganz persönliche Zeugnisse ihres Wirkens – von handschriftlichen Notaten über Collagen bis hin zu filigranen Zeichnungen – widmeten. Die Namen lesen sich wie ein Who's Who der damaligen Kunst- und Kulturszene: Else Lasker-Schüler, Klabund, Joachim Ringelnatz, Arthur Schnitzler, Heinrich Mann, Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, Marieluise Fleißer, Hannah Höch und viele mehr.

Doch wer war Alfred Mayer, der sich mehr als Freund und Vermittler, denn als Zentrum eines Netzwerkes sah und am Ende seines Lebens gerne noch eine Stiftung zur Unterstützung bedürftiger Künstler ins Leben gerufen hätte? Mayer war Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Frankfurt.

Statt der vorgezeichneten Laufbahn im Familienunternehmen zu folgen, zog es ihn zum Theater und zur Kunst. Als er 1886 nach Berlin ging, war er zwar zunächst als Kaufmann tätig – doch kaum finanziell abgesichert, machte er seine Passion zum Beruf und wurde Kritiker (im Laufe seines Lebens werden es mehr als 100 Veröffentlichungen sein). In Berlin lernte er u. a. den Theaterregisseur Max Reinhardt kennen.

Ab 1906 lebte Mayer als Kunstschriftsteller, Theaterkritiker und Sammler in München-Schwabing. Hier war er eng verbunden mit den Künstlern des Blauen Reiter und besaß u. a. Kandinskys Impression I, 1910 (im Zweiten Weltkrieg zerstört), Paul Klees Stillleben mit Distelblüte, 1919, sowie laut den Erinnerungen seiner Tochter Eva und der Schauspielerin Berta Drews, die zeitweilig bei ihm zur Untermiete wohnte, vier „starkfarbige Frauenköpfe“ von Alexej von Jawlensky. Seine zwischen 1900 und 1931 geführten Alben sind ein faszinierender Spiegel der damaligen Künstlerszene und geben z. T. Einblick in Werke, die zu jener Zeit im Entstehen begriffen waren.

Auch das Fotoalbum birgt Überraschungen. Neben Aufnahmen u. a. von Franz und Maria Marc, Kandinsky, Werefkin, Jawlensky, Arthur Schnitzler, Lotte Pritzel und Olaf Gulbransson finden sich darin zwei Fotografien von der Puppenmacherin Hermine Moos. Lachend steht sie auf einem Balkon, neben ihr ein selbst konstruiertes menschliches Skelett – die Unterkonstruktion für die lebensgroße Puppe, die sie 1918 im Auftrag Oskar Kokoschkas nach dem Vorbild Alma Mahlers schuf.

In Evas Mayers Album, das sie 1926 – im Alter von neun Jahren – zu führen begann, haben sich die Künstler kindgemäß mit z.T. vielfarbigen Gouachen und Aquarellen verewigt. Marianne von Werefkin schuf für Eva eine Kartenspielerrunde, Conrad Felixmüller porträtierte das Mädchen mit gebrochenem Arm und die Schauspielerin Grete Jacobsen zeichnete ihr zu Ostern einen Hasen in den Arm.
Ausgehend von diesen vier Alben spürte das Schloßmuseum Murnau – in Zusammenarbeit mit Expertinnen der Theater-, Literatur- und Kunstwissenschaft – Mayers Wirken als Sammler und Mäzen nach. Bereichert um verdichtende Leihgaben, stellt die Sonderausstellung eine bemerkenswerte Persönlichkeit in den Mittelpunkt, die bislang kaum im Blick der Forschung stand.

Unser großer Dank gilt den Schenkenden der Künstleralben, Frau Christel Moosbauer, die uns eines der Gästebücher von Alfred Mayer, das Künstleralbum von Eva Mayer und das Fotobuch überlassen hat, sowie Herrn Dr. Bernd und Frau Barny (†) Fäthke, die uns das noch fehlende Gästebuch als Schenkung übergaben.

Für den Ausstellungskatalog schrieben Autoren aus den Bereichen Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte. Die begleitende Publikation wird gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung, München.

Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 2-5
82418 Murnau

Abbildungen:

- Alexander Sacharoff, Bühnenbildentwurf für die Oper Turandot von Busoni, um 1917, 2. Akt, 
Turandots Boudoir, Collage, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München, G 14969 
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Start: Samstag 23.05.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.11.2026
Buchheim Museum: AUFRUHR DER FARBEN - Karl Schmidt-Rottluff und das Erbe der
Bilder
AUFRUHR DER FARBEN - Karl Schmidt-Rottluff und das Erbe der "Brücke"

Ausstellung vom 23. Mai bis 15. November 2026
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried

Am 10. August 2026 jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Karl Schmidt-Rottluff. Aus diesem Anlass stellt das Buchheim Museum eine Auswahl seines bedeutenden »Brücke«-Bestandes Werken unmittelbarer Zeitgenossen und nachfolgender Generationen gegenüber, die maßgeblich von der Künstlergruppe beeinflusst wurden. Die Ausstellung versteht sich dabei nicht nur als Rückblick, sondern als lebendige Spurensuche nach den künstlerischen Nachwirkungen eines der wichtigsten Aufbrüche der Moderne.
Dank der umfangreichen Bestände aus der Sammlung von Diethild und Lothar-Günther Buchheim sowie der kürzlich erfolgten großzügigen Zustiftungen Joseph Hierlings und Paul Maria Wittmanns kann das Museum die Entwicklung des Expressionismus von seinen Anfängen bis weit hinein in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts nachzeichnen. Dabei wird in der Gegenüberstellung sichtbar, wie stark die Impulse der »Brücke«-Künstler über Generationen hinweg gewirkt haben. Es entfaltet sich ein vielschichtiges Panorama künstlerischer Positionen, das die nachhaltige Wirkung dieses epochalen Aufbruchs vor Augen führt.
Neben den »Brücke«-Künstlern Karl Schmidt-Rottluff , Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde und Max Pechstein zeigt die Ausstellung eine Vielzahl weiterer Positionen, die in einen oft überraschenden Dialog mit ihnen treten. Darunter finden sich Namen wie Max Beckmann, Christian Rohlfs und Conrad Felixmüller aber auch Walter Becker, Grete Csaki-Copony, Thomas Niederreuther oder der Museumsstifter Lothar-Günther Buchheim selbst. Er trug nicht nur als Sammler und Kunstschriftsteller entscheidend zur Wiederentdeckung der Künstlergruppe in Deutschland nach 1945 bei, sondern war auch als Künstler einer ihrer glühendsten Verehrer und Nachfolger.
Allen in der Ausstellung gezeigten Werken gemeinsam ist die frei entwickelte Farbe als zentrales künstlerisches Ausdrucksmittel. In zunehmender Loslösung von traditionellen Bedeutungszuschreibungen und dem Postulat einer mimetischen Kunstau assung dient sie hier primär der Darstellung innerer Empfindungen, seelischer Zustände und unmi elbarer Emotionen. Die expressive Kraft der Farbe wird so zum Träger subjektiver Wahrnehmung und erö net dem Betrachter bis heute einen unmi elbaren Zugang zur Erfahrungswelt der Künstlerinnen und Künstler.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See


Abbildung: 

- Walter Becker, Trio 3, 1968
Öl auf Rupfen
95,0 x 110,5 cm
Sammlung Joseph Hierling im Buchheim Museum der Phantasie
© Andreas Hoelscher, Hohenschäftlarn; Reproduktion: Joseph Hierling
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Start: Freitag 12.06.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 07.12.2026
Haus der Kunst: „Steina: Playback“
Bilder
Bilder
„Steina: Playback“

Ausstellung vom 12. Juni bis 07. Dezember 2026
Haus der Kunst, München

„Steina: Playback“ zeichnet mehr als fünf Jahrzehnte des Schaffens einer Künstlerin nach, die als wegweisend für die Geschichte der Videokunst gilt. Steina (geb. Steinunn Briem Bjarnadóttir, 1940, Reykjavík), klassisch ausgebildete Geigerin, wandte sich 1970 dem Medium Video zu und näherte sich der Kamera wie einem Musikinstrument, das, in ihren eigenen Worten vom „majestätischen Fluss der Zeit“ geleitet wird. Bild und Ton werden in ihrer Arbeit austauschbar: Das elektronische Signal ist zugleich Bild und Klang, der Apparat zugleich Werkzeug und handelnde Instanz. Aus der Welt der Musik kommend, überträgt Steina Prinzipien des Spielens und der Performance auf ihre Kompositionen und auf die Echtzeitverbindung von Musikinstrumenten und Videotechnologien.

Playback, Wiederholung und die geschlossenen Zeitlichkeiten des Mediums haben lange bestimmt, wie Steina ihre Arbeit präsentiert. Im Haus der Kunst entfaltet sich die Ausstellung nicht als Chronologie, sondern als Umlaufbahn durch Steinas Kosmos: ihre erfundenen Werkzeuge, ihre projizierten Environments und die langen Kollaborationen, die ihr Werk geprägt haben. Von der Stimme über das Signal bis hin zum System folgt die Ausstellung Klang, Lebendigkeit und Technologie, die treibenden Kräfte, die sich durch ihr Schaffen ziehen. Die Ausstellung umfasst einundzwanzig Werke, die von frühen dokumentarischen Experimenten aus den späten 1970er Jahren bis hin zu großformatigen, projizierten Environments reichen. Zu sehen ist unter anderem „Outer Cosmos“ (2026), Steinas jüngstes Werk, das hier erstmals präsentiert wird. Die Arbeit knüpft an „Orbital Obsessions“ (1975–77) an und greift das ursprüngliche Filmmaterial – ein in Steinas Studio in Buffalo aufgenommenes Selbstporträt – nach Jahrzehnten erneut auf. Das Selbstporträt, bei dem mehrere Kameraansichten übereinandergelegt, rückgekoppelt und vervielfacht werden, steht nun im Zentrum eines größeren sphärischen Bildraums, um den das ursprüngliche Ausgangsmaterial zirkuliert.

Bereits seit den frühen 1970er Jahren spielt Steina eine zentrale Rolle bei der Etablierung von Video als künstlerisches Medium. 1971 gründete sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Woody Vasulka in New York „The Kitchen“, einen Ort für erweiterte Formen von Bild, Ton und Live-Performance. Er ging aus informellen Zusammenkünften in ihrem Atelier in der 14th Street hervor. „The Kitchen“ wurde zu einem gemeinsamen Arbeitsumfeld für eine aufstrebende Gemeinschaft von Videoschaffenden, visuellen Künstler*innen und experimentellen Komponist*innen, darunter Joan Jonas, La Monte Young und Alvin Lucier, deren Praxis Performance, Klang und das bewegte Bild eng miteinander verband. Die Abteilung Bildung und Teilhabe des Haus der Kunst greift diesen Geist der Zusammenarbeit in einem Programm öffentlicher Begegnungen auf, das auf den Prinzipien von Kollaboration, Spiel und einem offenen Umgang mit Werkzeugen und Wissen basiert.

„Steina: Playback“ wird vom MIT List Visual Arts Center in Zusammenarbeit mit dem Buffalo AKG Art Museum organisiert. Sie wird co-kuratiert von Natalie Bell, MIT List Visual Arts Center, und Helga Christoffersen, Buffalo AKG Art Museum. Die koordinierenden Kuratorinnen im Haus der Kunst sind Lydia Antoniou und Marlene Mützel.


Die Medienkünstlerin Steina verwandelt das Haus der Kunst mit ihren immersiven Sound- & Videolandschaften „Steina: Playback” ist die erste Retrospektive von Steina, einer wegweisenden Video- und Medienkünstlerin, in Deutschland und wird vom 12. Juni bis 7. Dezember 2026 im Haus der Kunst zu sehen sein.

Haus der Kunst | Nordgalerie
Prinzregentenstr. 1, 
80538 München

Abbildungen: 

- Steina
Violin Power, 1970–78 (still).
Einzelkanal-Video mit Ton; 9:46 min.
Courtesy the artist and BERG Contemporary, Reykjavík

- Steina und Woody Vasulka, Matrix I, 1970–72. Erworben von The Museum of Modern Art, New York (The Jill and Peter Kraus Media and Performance Acquisition Fund); Tate, London, mit Mitteln bereitgestellt von Tate Americas Foundation; San Francisco Museum of Modern Art (Accessions Committee Fund purchase); und Pamela und Richard Kramlich und New Art Trust, 2020. Installationsansicht: Steina: Playback, MIT List Visual Arts Center, 2024. Foto: Dario Lasagni
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Start: Freitag 26.06.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.02.2027
Haus der Kunst: Maria VMier - I follow the wind through the stone
Bilder
Maria VMier.
I follow the wind through the stone

Ausstellung vom 26. Juni 2026 bis 07. Februar 2027
Haus der Kunst München

Nur wenige Meter liegen zwischen dem Haus der Kunst und dem Eisbach. Der eine Ort ist ein Zentrum für zeitgenössische Künste, mit komplexer Geschichte. Der andere ein Seitenarm der Isar am Englischen Garten, weit über München hinaus bekannt für seine Surfwelle und das urbane Leben an seinen Ufern. Beide Orte haben ein Gedächtnis, das in Fundstücken, Oberflächen und den Erinnerungen der Menschen weiterlebt.
Diesem Gedächtnis spüren ab dem 26. Juni zwei Projekte im Haus der Kunst nach. Maria VMier wendet den Blick nach innen und widmet sich mit I follow the wind through the stone dem Haus der Kunst selbst. Für das neue Auftragswerk hat VMier das Gespräch mit den Menschen gesucht, die hier arbeiten – manche seit Jahrzehnten, andere erst seit wenigen Jahren. Ihre Erzählungen hat VMier in eine Auftragsarbeit übersetzt, die das Gebäude von einer Seite zeigt, die sonst verborgen bleibt. Mit „Tao Schirrmachers Sammlung. Eisbach Treasures" zeigt der Europameister im Flusssurfen erstmals in dieser Fülle jene Funde, die er seit 2008 vom Grund des Eisbachs birgt. So begeben sich Maria VMier und Tao Schirrmacher jeweils auf eigene Weise auf Spurensuche und öffnen zugleich den Blick für die vielen Geschichten, die zwei vertraute Orte in sich tragen.

Seit 2021 vergibt das Haus der Kunst jährlich ortsspezifische Aufträge an Künstler*innen, die den Personaleingang und darüber hinaus gestalten. Aus einer Idee der Pandemiezeit gewachsen, schenkt die Reihe dem Team beim täglichen Betreten des Hauses einen Moment der Inspiration und begleitet zugleich Künstler*innen aus München und der Region an einem entscheidenden Punkt ihrer künstlerischen Entwicklung. Auf Cyrill Lachauer, Jan Erbelding, Paul Valentin, Luisa Baldhuber und Gülbin Ünlü folgt nun Maria VMier.
Mit I follow the wind through the stone gestaltet Maria VMier (geb. 1985 in Passau), in New York lebend, das jährliche Auftragswerk des Haus der Kunst. Aus VMiers Begegnungen mit dem Haus und seinen Menschen ist eine Konstellation miteinander verbundener Werke entstanden, die sich vom Personaleingang über die Passage bis in die Mittelhalle erstreckt.
Am Personaleingang beginnend, hat VMier die großen Außenbuchstaben, die einst als Fassadenschriftzug dienten (2011 – 2020), neu zusammengesetzt und installiert. Aus ihrer Funktion entlassen, fügen sich die verwitterten Metallbuchstaben zu einer neuen Wendung, „Bauch der Kunst", die in den Bauch des Hauses führt und jenen gewidmet ist, die es täglich am Laufen halten. In der Passage, einem neuen Raum für Einzelprojekte, der an das Auditorium angrenzt, folgen zwei großformatige Zeichnungsinstallationen, die das Gebäude selbst zur Vorlage nehmen und seine Oberflächen in dichte Pinselarbeiten auf Papier übersetzen. In der Mittelhalle sowie dem Eingangsbereich tritt eine Serie kleiner Aluminiumskulpturen aus den Ecken und Ritzen der Marmorpfeiler hervor, inspiriert von den Fossilien im Saalburger Marmor. Das Material sollte der Mittelhalle Erhabenheit verleihen, während sie in den 1930er Jahren für nationalsozialistische Propaganda genutzt wurde. Irgendwo zwischen Gesicht und organischem Wuchs wirken die Skulpturen wie ein leises Aufbegehren im monumentalen Innenraum. Begleitend zur Arbeit erscheint ein eigens produziertes Künstler*innenbuch, das die aufgespürten Details des Hauses zum Mitnehmen festhält und in der Buchhandlung Walther König im Haus der Kunst zu finden ist.
Xue Tan, Leiterin Programm und Ausstellungen, Chefkuratorin: „Es ist außergewöhnlich, wie tief Maria VMier in die unbekannten Geschichten der Institution eintaucht – einerseits, indem sie den Menschen Anerkennung zollt, die sie tragen, und andererseits, indem sie ihren unausgesprochenen Geschichten eine Stimme verleiht. VMiers Arbeit eröffnet unerwartete Zugänge zur Geschichte des Haus der Kunst und offenbart die Institution als einen lebendigen, vielschichtigen Organismus."

Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
80538 München


Abbildungen:

- Maria VMier,
linking one to the other, holding their difference [?], 2024-25,
Pigmentierte Kalligraphietinte, Tusche, Pigmente, Graphit, Vinyl und Acryl auf Butcher Paper,
500 × 355 cm
Foto: Maria VMier
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Start: Samstag 04.07.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.10.2026
Potsdam Barberini: Symphonie der Farben - Paul Signac und der Neoimpressionismus
Bilder
Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus

Austellung vom 04. Juli bis 11. Oktober 2026
Museum Barberini Potsdam

Den höchsten Grad an Leuchtkraft und Harmonie zu erreichen – diesem Ziel verschrieb sich Paul Signac, als er Mitte der 1880er-Jahre mit Georges Seurat eine neue Malweise in die Kunst einführte. Die Ausstellung Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus beleuchtet als erste umfassende Signac-Schau in Deutschland seit 30 Jahren die zentrale Rolle des Künstlers innerhalb der Bewegung des Neoimpressionismus und geht seinem Einfluss als Theoretiker, Netzwerker und Ausstellungsorganisator nach.

Auf der letzten gemeinsamen Ausstellung der Impressionisten im Jahr 1886 stellten in Paris Künstler aus, die sich später als Neoimpressionisten bezeichneten. Mit dem Nebeneinander unvermischter Farben strebten sie eine Wirkung ihrer Bilder an, die an pures Licht erinnern sollte. Die Landschaftsmotive ähnelten jenen ihrer impressionistischen Vorbilder, doch ersetzten sie deren duftige Atmosphäre und spontane Malerei durch seriell aufgetragene Pinseltupfen in den Farben des Prismas. Diese Zerlegung der Farben, die sich nicht mehr auf der Palette, sondern im Auge der Betrachtenden mischen sollte, suchte Inspiration in neuen Erkenntnissen der Optik und der Wahrnehmungsphysiologie.

Die neoimpressionistischen Gemälde laden zur Kontemplation über die Harmonie im Bild ein, suchen den Ausgleich zwischen häufig komplementären Farben, zwischen Vertikalen und Horizontalen oder zwischen Fläche und Raum. Andere Werke weisen arabeske Muster auf, die sich über die Bildfläche erstrecken und reale Gegenstände abstrahieren. Die Ausstellung Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus zeigt den Künstler als eine der zentralen Figuren dieser Bewegung. Sie beleuchtet sein künstlerisches Werk von den frühen Uferlandschaften des passionierten Seglers über seine Interieur- und Porträtmalerei bis zu den sozialutopisch aufgeladenen Bildern der Côte d’Azur, die er als Motivschatz für die Moderne erschloss.

Die Ausstellung umfasst über 90 Werke, von denen mehr als ein Drittel von Paul Signac stammen. Sie stehen im Dialog mit Gemälden von Lucie Cousturier, Henri-Edmond Cross, Maximilien Luce, Camille Pissarro, Théo van Rysselberghe, Jeanne Selmersheim-Desgrange, Georges Seurat, Jan Toorop und anderen. Zu den Leihgebern gehören das Van Gogh Museum, Amsterdam, das Art Institute of Chicago, die National Gallery of Ireland, Dublin, das Musée d‘Orsay, Paris, das Musée du Petit Palais, Genf, die Archives Signac, Paris und weitere nationale und internationale Sammlungen.

Im Museum Barberini, das mit zehn neoimpressionistischen Werken von Signac, Henri-Edmond Cross, Albert Dubois-Pillet, Maximilien Luce und Camille Pissarro in der Sammlung Hasso Plattner einen der größten Bestände dieser Strömung in Deutschland hält, ist Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus bereits das dritte Ausstellungprojekt zum Thema – nach Farbe und Licht. Der Neoimpressionist Henri-Edmond Cross (2018) und Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissarro (2025).

Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, und der Kunsthal Rotterdam.

Museum Barberini
Humboldtstraße 5–6
14467 Potsdam


Abbildungen: 

- Maximilien Luce
Der Hafen von Saint-Tropez, 1893
Öl auf Leinwand, 73,7 x 91,4 cm
Privatsammlung
© Fotoatelier Peter Schälchli, Zürich
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Start: Freitag 17.07.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.02.2027
Haus der Kunst: Tomás Saraceno - Verwobene Welten
Bilder
Tomás Saraceno
Verwobene Welten

Ausstellung vom 17. Juli 2026 bis 07. Februar 2027
München Haus der Kunst

In der Ausstellung „Verwobene Welten“, die vom 17. Juli 2026 bis zum 7. Februar 2027 im Haus der Kunst gezeigt wird, verbindet der international renommierte, multidisziplinäre Künstler Tomás Saraceno Kunst, Architektur und Wissenschaft.
„Verwobene Welten“ zeichnet eine einzigartige Reise durch Tomás Saracenos Schaffen nach und markiert einen bedeutenden Schritt vorwärts, sowohl in seiner künstlerischen Entwicklung als auch in unserem Verständnis seines Werks. Sie vereint zwei zentrale Stränge seiner langjährigen Forschung – Aerocene und Arachnophilia – und präsentiert eine neue, zentrale sowie gemeinsam produzierte Auftragsarbeit: El Santuario del Agua (The Sanctuary of Water), ein permanentes Land-Art-Werk im Norden Argentiniens. Dieses entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Indigenen Gemeinschaften von Red Atacama aus Las Salinas Grandes als Teil einer Kampagne zum Schutz der angestammten Territorien der Region.
Die Ausstellung erstreckt sich über das gesamte Gebäude und umfasst luftbetriebene Skulpturen, gemeinsame Lebensräume verschiedener Arten sowie raumgreifende Environments. Diese verändern die Wahrnehmung der Räume des Haus der Kunst und laden Besucher*innen dazu
ein, ökologische und soziale Kräfte, die die Energiewende prägen, neu zu überdenken.
Aerocene ist eine interdisziplinäre Gemeinschaft, die 2015 von Tomás Saraceno ins Leben gerufen wurde und sich mit der Erforschung emissionsfreier Fortbewegungsarten befasst, um neue Formen ökologischen Handelns zu entwickeln. Aerocene-Skulpturen nutzen Luft, Sonnenstrahlung und Infrarotenergie, um Lebensformen zu imaginieren, die nicht von fossilen Brennstoffen abhängig sind.
Im Jahr 2020 stellte der Ballonflug von Aerocene Pacha in Argentinien 32 Weltrekorde auf und wurde damit zum nachhaltigsten Flug der Menschheitsgeschichte. Arachnophilia untersucht materielle, verhaltensbezogene und akustische Systeme über Artengrenzen hinweg und baut dabei auf langjährigen Forschungen zu Spinnen/Netzarchitekturen auf.
Die Ausstellung im Haus der Kunst umfasst neue Kunstwerke wie die immersive Multimedia-Installation Towards the Sanctuary of Water, die Innovationen aus Saracenos jahrzehntelanger Forschung präsentiert. In Zusammenarbeit mit der Aerocene Foundation entwickelt die Abteilung für Bildung & Teilhabe des Haus der Kunst zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm zum Mitmachen.

Andrea Lissoni, künstlerischer Geschäftsführer: „Das Haus der Kunst arbeitet mit lebenden Künstler*innen zusammen, um neue Stränge in der Kunstgeschichte zu ziehen und zu überdenken, wie Ausstellungen heute erlebt werden. Mit Tomás Saraceno wird das Gebäude zu einem Raum für die Auseinandersetzung mit ökologischen und sozialen Fragen, die über die Ausstellung selbst hinausgehen. Im Haus der Kunst ist alles Programm: ein lebendiges Netz aus Ausstellungen, Performances, Konzerten und Begegnungen, die sich gegenseitig verstärken und eine gemeinsame Erfahrung von Kunst und Ökologie gestalten.“
Kuratiert von Sarah Johanna Theurer und Andrea Lissoni.

Tomás Saraceno (*1973) ist ein in Argentinien geborener und in Berlin lebender Künstler, dessen Projekte Plattformen für ökosoziale und partizipative Begegnungen schaffen und regenerative Formen des Wissens fördern und verbreiten. Indem er verschiedene Maßstäbe und Spektren miteinander verbindet, zielt er mit seiner Arbeit – ebenso wie mit den transdisziplinären Gemeinschaften, die er gegründet hat und weiterhin unterstützt, darunter das Museo Aero Solar, die Aerocene Foundation und Arachnophilia – darauf ab, die Gegenseitigkeit und Verbundenheit mit anderen Lebewesen im Netz bzw. in den Netzen des Lebens zu vertiefen. Er hat international in bedeutenden Institutionen ausgestellt, darunter im Metropolitan Museum of Art in New York, im Palais de Tokyo in Paris und in den Serpentine Galleries in London. Zudem absolvierte er Residenzen am MIT in Cambridge, Massachusetts, beim CNES in Paris und bei der International Space University. Er hielt Vorträge beim World Economic Forum, bei TED und an der Harvard University und inszenierte Interventionen im Rahmen der COP20, COP21 und COP26.

Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
80538 München

Abbildung: 

- Tomás Saraceno. ON AIR
Webs of At-tent(s)ion, 2018                       
Ausstellungsansicht
Palais de Tokyo, Paris, 2018
Courtesy: der Künstler; Andersen’s Contemporary, Kopenhagen; neugerriemschneider, Berlin, Pinksummer Contemporary Art, Genua; Ruth Benzacar, Buenos Aires; Tanya Bonakdar Gallery, New York.
© Foto: Andrea Rossetti
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Start: Sonntag 19.07.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 18.10.2026
Penzberg: BERND UND HILLA BECHER im Dialog mit Penzberg
Bilder
BERND UND HILLA BECHER im Dialog mit Penzberg

Ausstellung vom 19. Juli bis 18. Oktober 2026
Museum Campendonk Penzberg

Ein Moment, der alles veränderte:
Die Schließung des Bergwerks am 30. September 1966 löste in Penzberg einen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und städtebaulichen Wandel aus. Oberflächlich gibt es heute nur wenige Hinweise auf die Bergbau-Vergangenheit.
Bernd und Hilla Becher (1931–2007, 1934–2015) machten diese Industrielandschaften, verschwindende Orte, zu ihrem Lebensthema. Mit präzisem Blick und unverwechselbarer Bildsprache schufen sie ein fotografisches Gedächtnis der Industriezeit. Im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk begegnen ihre Arbeiten nun einer Stadt, deren Geschichte selbst untrennbar mit dem Bergbau verbunden ist.
Die Ausstellung „Das Ende als Anfang. Bernd & Hilla Becher im Dialog mit Penzberg“ setzt die international bekannten Fotografien der Bechers in Bezug zur Geschichte Penzbergs, die über 170 Jahre vom Kohlebergbau geprägt wurde. Bereits Ende der 1950er Jahre begann das Künstlerpaar Industrieanlagen systematisch zu fotografieren. Auch wenn sie Penzberg nie bereist haben, so teilt die Stadt mit vielen der von den Bechers dokumentierten Orte eine ähnliche Erfahrung des Strukturwandels: Über Generationen hinweg zeichneten Fördertürme, Aufbereitungsanlagen und Maschinenhallen das Erscheinungsbild und das Selbstverständnis der Stadt aus.

Nach dem Ende des Bergbaus 1966 verschwanden zahlreiche dieser Bauwerke. Die Fotografien der Bechers fungieren daher auch als visuelle Stellvertreter einer verlorenen industriellen Identität. Dank zahlreicher Leihgaben des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen, der Konrad Fischer Galerie, der Stiftung Ann und Jürgen Wilde und der Pinakothek der Moderne der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ist erstmals seit 2004 wieder eine große Präsentation des Künstlerpaares in Süddeutschland zu sehen.
Ergänzt wird die Ausstellung durch zeitgenössische Arbeiten der Künstlerin Lena Schabus, die sich in ihrer künstlerischen Praxis mit Landschaft und Transformationsprozessen auseinandersetzt. Gemeinsam eröffnen die Werke einen Resonanzraum für Fragen zu Verlust, Wandel und dem Fortwirken industrieller Geschichte in der Gegenwart. Zugleich verweist die Schau auf die Vergänglichkeit von Industriearchitektur und ordnet die lokale Geschichte in einen größeren historischen Zusammenhang ein.
Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich einem Oral-History-Projekt. Dabei sind die Bürger:innen Penzbergs eingeladen, ihre persönlichen Erinnerungen an die Schließung des Bergwerks und die Umbruchsjahre zu teilen. Durch Erzählungen, individuelle Perspektiven und erhaltene Objekte entsteht ein kollektives Gedächtnis der Stadt, das die künstlerischen Positionen der Ausstellung um eine unmittelbare menschliche Ebene ergänzt. Die persönlichen Stimmen machen erfahrbar, welche Chancen der Wandel mit sich brachte und wie er bis heute nachwirkt.
Die Ausstellung ist kuratiert von Diana Oesterle in Zusammenarbeit mit Anne Götzelmann.

Museum Penzberg – Sammlung Campendonk,
Am Museum 1,
82377 Penzberg


Abbildungen: 

- Bernd und Hilla Becher, Zeche 
Rosenblumendelle, Mülheim, Ruhrgebiet, D 
1966, Silbergelatineabzug, Stiftung Ann und 
Jürgen Wilde, Bayerische 
Staatsgemäldesammlungen, München  
© Estate Bernd & Hilla Becher, represented by 
Max Becher 
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Start: Freitag 24.07.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 01.11.2026
München Kunstfoyer: Ragnar Axelsson. Greenland.
Bilder
München Kunstfoyer: Ragnar Axelsson. Greenland.

Ausstellung vom 24. Juli bis 01. November 2027
Kunstfoyer - Versicherungskammer Kulturstiftung

Die fernen Berge funkeln im schummrigen Morgenlicht. Die Sonne, die langsam über den Horizont kriecht, wirft ihre Strahlen durch den sich verziehenden Nebel auf den Ozean. Es ist, als würde man auf einem anderen Planeten ankommen, während das Tageslicht die Dunkelheit ablöst und ein wundersames Land erhellt.
Eine nach der anderen kommen die Gebirgsketten in Sicht, während wir entlang der Ostküste Grönlands fliegen. Beim Anflug auf das weitläufige Fjordlabyrinth der Meerenge von Scoresby Sund erheben sich die Roscoe-Berge aus dem Nebel hervor – verwittert und majestätisch. Unter uns liegen drei kleine Dörfer am Rande des Eismeeres und schlummern in der gefrorenen Meerenge: Ittoqqortoormiit sowie, zu beiden Seiten, Cape
Tobin und Cape Hope. Hierbei handelt es sich um einige der abgelegensten Siedlungen der Welt, 800 km von ihren nächsten Nachbarn entfernt – ohne Straßen, die dorthin führen oder von dort wegführen. Weiter zu reisen ist nur mit dem Flugzeug möglich oder – für einige Monate im Sommer, wenn das Eis schmilzt – mit dem Schiff.
Hundeschlitten bahnen sich ihren Weg über das Eismeer in Richtung Steward Island. Vor dem Hintergrund einer endlosen, weißen Leere wirken sie winzig und langsam. Jäger überqueren den Fjord auf der Suche nach Eisbären. Die Jagd ist die einzige Quelle frischer Nahrung für die Dorfbewohner, und die Jagd ist gefährlich. Die Jäger verbringen Wochen auf dem Eis, weit entfernt vom Ufer, und sind dort unbarmherzigen Temperaturen, Stürmen und der Brüchigkeit des Eises selbst ausgesetzt. Nicht alle kehren zurück. Das Meer fordert seinen Tribut.
Als wir landen, zeigt die Arktis sofort ihre Krallen. Die Luft ist frisch und kalt, aber anders. Sie ist voller Energie und duftet wie ein Parfüm, das noch nicht erfunden wurde. Auf der Landebahn sind frische Spuren eines Eisbären zu erkennen, der dort im Schutz der Nacht hier entlanggelaufen ist.

RAGNAR AXELSSON
Schon mehr als vier Jahrzehnte lang fotografiert Ragnar Axelsson (*1958 in Reykjavik), auch bekannt als RAX, die Menschen, Tiere und Landschaften der Arktis. Seit seiner ersten Reise nach Grönland in den frühen 1980er-Jahren kehrt er Jahr für Jahr dorthin zurück und hat damit eine der weltweit umfangreichsten fotografischen Chroniken des Lebens im hohen Norden geschaffen. Allein in den vergangenen sieben Jahren ist er im Durchschnitt dreimal jährlich nach Grönland gereist und setzt damit ein Werk fort, das mehrere Generationen überspannt.
Ragnars Fotografien, die fast ausschließlich Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind, beleuchten die fragile Beziehung zwischen Menschen, Tieren und der Natur. Sein Werk ist von Geduld und langjährigem Engagement vor Ort geprägt und nicht etwa von einer Beobachtung aus der Distanz. Seit mehr als 30 Jahren dokumentiert er das Leben des grönländischen Jägers Hjelmer Hammeken. Er begleitet ihn auf seinen Streifzügen über das Eismeer während wechselnder Jahreszeiten, durch verschwindende Jagdgebiete und eine sich rasant wandelnde Arktis. Ihre Freundschaft ist zu einem der prägenden Themen in Ragnars Werk geworden und bildet die Grundlage für eines der umfangreichsten Langzeit-Dokumentationsprojekte, die jemals in Grönland durchgeführt wurden.
Nur wenige Fotografen sind über einen so langen Zeitraum hinweg immer wieder in dieselben arktischen Gemeinden zurückgekehrt. Ragnars Fotografien sind sowohl zu einer historischen Dokumentation als auch zu einem intimen Porträt des Lebens am Rande der bewohnten Welt geworden. Anstatt lediglich den Klimawandel zu veranschaulichen, offenbaren seine Aufnahmen, wie Umweltveränderungen von den Menschen erlebt werden, deren Lebensgrundlage von Land, Meer und Eis abhängt.
Von 1976 bis 2020 arbeitete Ragnar als Fotojournalist für die isländische Tageszeitung Morgunblaðið und übernahm zugleich Aufträge in ganz Europa, Afrika und Asien. Seine Fotografien erschienen in Publikationen wie The New Yorker, National Geographic, TIME, Newsweek, LIFE, GEO, Stern und Polka und international im Rahmen von Ausstellungen gezeigt.
Seine Retrospektive Where the World is Melting (Wo die Welt schmilzt), begleitet von der gleichnamigen Publikation des Kehrer Verlags, präsentiert Fotografien aus über 40 Jahren aus Grönland, Island und Sibirien. Die viel beachtete Ausstellung wurde 2021 von Isabel Siben für das Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung kuratiert und anschließend in den Deichtorhallen Hamburg und im Ernst-Leitz-Museum in Wetzlar gezeigt. Sie spiegelt die wachsende internationale Anerkennung seines Werks als bedeutendes visuelles Zeugnis des Wandels in der Arktis wider.
Ragnar hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter Faces of the North (Gesichter des Nordens), Jökull, Arctic Heroes (Helden der Arktis), Behind Mountains (Hinter den Bergen) und Where the World is Melting (Wo die Welt schmilzt). Sein fotografisches Werk wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter der isländische Literaturpreis für Sachliteratur, der Leica Oskar-Barnack-Preis (ehrenvolle Erwähnung), der Grand Prix Photo de Mer in Vannes sowie das Ritterkreuz des Falkenordens, Islands höchste nationale Auszeichnung.
Auch heute noch kehrt Ragnar mehrmals im Jahr nach Grönland zurück. Seine Fotografien sind ein seltenes, langfristig dokumentiertes Zeugnis einer Welt, die einen tiefgreifenden ökologischen und kulturellen Wandel durchläuft. Dabei halten sie nicht nur verschwindende Landschaften im Bild fest, sondern auch die Erinnerungen, das Wissen und die Widerstandskraft der Menschen, für die die Arktis nach wie vor ihre Heimat ist.

Kunstfoyer
Versicherungskammer Kulturstiftung
Maximilianstrasse 53
80530 München

Abbildung: 

- Ragnar Axelsson ©
Hjelmer Hammeken, ein Jäger auf dem Weg nach Hause über das Meereis, Grönland, 1995
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Start: Donnerstag 17.09.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.01.2027
Frankfurt Städele: MARIA MAGDALENA SIN. PRAY. LOVE.
Bilder
MARIA MAGDALENA
SIN. PRAY. LOVE.

Ausstellung vom 17. September 2026 bis 17. Januar 2027
Städele Museum Frankfurt/Main

Frankfurt am Main, 30. Juli 2026. Zwischen Heiliger, Sünderin und enger Gefährtin Christi: Als eine der facettenreichsten Frauenfiguren der biblischen Überlieferung und der Kunstgeschichte fasziniert Maria Magdalena seit Jahrhunderten. Ihre Geschichte ist eine Geschichte der Wandlungen: von der Apostelin und treuen Anhängerin Jesu zur Sünderin und asketischen Büßerin, von der ekstatischen Heiligen zur modernen, selbstbestimmten Frau und Identifikationsfigur. Mit „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ präsentieren das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung vom 17. September 2026 bis 17. Januar 2027 die erste umfassende Ausstellung im deutschsprachigen Raum, die der außergewöhnlichen Gestalt Maria Magdalenas gewidmet ist. Dabei erscheint diese nicht nur als Projektionsfläche kultureller und religiöser Vorstellungen, sondern auch als eigenständige, vielstimmige Figur, an der sich unterschiedliche Vorstellungen von Körper, Glaube und gesellschaftlichen Rollen zeigen.
Ausgehend von zentralen Werken der Sammlungen des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung vereint die Ausstellung insgesamt über 100 hochkarätige Gemälde, Skulpturen und Grafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Dazu gehören bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen, darunter fünf exzellente Werke aus der National Gallery in London sowie weitere aus der Berliner Gemäldegalerie, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Louvre in Paris, den Vatikanischen Museen und der National Gallery of Art in Washington. Gemeinsam eröffnen die Werke einen umfassenden Blick auf die künstlerische und emotionale Bandbreite der Darstellungen Maria Magdalenas und verdeutlichen, wie jede Epoche ihre eigenen Fragen, Vorstellungen und Sehnsüchte in die Figur eingeschrieben hat. Eine besondere Facette der Ausstellung bilden Arbeiten von Künstlerinnen wie Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Luisa Roldán, Lotte Laserstein, Kiki Smith, Marlene Dumas und Nieves González; daneben werden Hauptwerke bedeutender Künstler wie Albrecht Dürer, Pedro de Mena, Guercino, Georges de la Tour, Claude Lorrain, Arnold Böcklin, Max Beckmann und David LaChapelle präsentiert.
„Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ wird durch die Förderung der Gemeinnützigen Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH, der Dagmar-Westberg-Stiftung und des Städelvereins ermöglicht und erfährt weitere Unterstützung durch die Ernst von Siemens Kunststiftung.

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main

Abbildungen: 

- Laurent de La Hyre
Noli me tangere, 1656 
Öl auf Leinwand 
162 x 175 cm 
Musée de Grenoble, Grenoble
Foto: Ville de Grenoble /Musée de Grenoble –J.L. Lacroix
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Start: Sonntag 04.10.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 31.01.2027
Literaturhaus München: IMAGINARIUM
Bilder
Bilder
Bilder
IMAGINARIUM

Ausstellung vom 04. Oktober 2026 bis 31. Januar 2026
Literaturhaus München

"Ich bin überzeugt, dass wir mit dem IMAGINARIUM der menschlichen Seele und dem menschlichen Herzen viel näherkommen, als die digitale Welt es vermag." MAT?J FORMAN

Treten Sie ein in eine Welt zwischen Buchseiten und Bühnenraum, zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Das tschechische Künstlerkollektiv rund um Mat?j Forman lädt Sie ein zu einer Reise durch Bilder, Figuren und Geschichten – und zu der Frage, wie Erzählen eigentlich entsteht.

Tschechien, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026, trägt eine besondere Auszeichnung: Das traditionelle Puppenspiel gehört zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Seit Generationen werden hier Geschichten nicht nur geschrieben, sondern geschnitzt, gebaut, bewegt und beleuchtet. Worte verwandeln sich in Figuren, Zeichnungen in Szenen, Seiten in Räume. Diese lebendige Erzähltradition bildet den Herzschlag des IMAGINARIUMS.

Die labyrinthische Installation führt Sie durch kunstvoll gestaltete Welten verschiedener Künstler*innen. Sie lädt ein zum Entdecken, Ausprobieren und Staunen. Wie erzählt Schrift in einem Buch? Wie erzählt ein Bild? Wie erzählt eine Abfolge bewegter Bilder? Und wie beginnt eine eigene Geschichte? Das Literaturhaus München präsentiert literarisches und visuelles Erzählen auf besondere Weise. Denn Geschichten existieren nicht nur im Text – sie entfalten sich im Raum, im Material, im Spiel von Licht und Bewegung. Das IMAGINARIUM macht sichtbar, was Literatur im Innersten ausmacht: die Kraft der Vorstellung.

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1,
80333 München

Abbildungen: 

- Blick ins »Imaginarium«
Foto © Irena Vodáková
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Start: Donnerstag 08.10.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 14.03.2027
Pasing: FAKE NOISE – TRUE IMAGE
Bilder
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FAKE NOISE – TRUE IMAGE

Ausstellung vom 08. Oktober 2026 bis 14.März 2027
Pasinger Fabrik

In der Pasinger Fabrik stehen ab Oktober sonderbare Musikmaschinen: die elektromechanischen Klangkunstwerke des Münchner Künstlerduos Portmanteau. Die Skulpturen wurden liebevoll erschaffen aus Altem, Gefundenem oder Recyceltem. Sie sind musikalisch, humorvoll und skurril.
Die Gäste dürfen, ja sollen selbst Hand anlegen und die verrückten Automaten entdecken: Sie heißen Sittichquirl, Alpinium, Strippenzieher oder Singvase. Wer eine Münze einwirft, bringt Stühle zum Steppen, startet den Klang einer Schafherde oder wird auf Knopfdruck vom „Grobian“ beleidigt. Die Skulpturen sind Kunst für Auge, Ohr und Zwerchfell.
Das Duo Portmanteau besteht aus Gerald „Greulix“ Schrank und Christian „Taison“ Heiß. Die beiden sind seit über zwanzig Jahren ein Duo, eine Band, Tonstudiobetreiber und Techniktüftler. Sie bringen Verbündete in die Pasinger Fabrik mit: Der bildende Künstler Martin Dessecker ist mit
seinen „Transparenzen und Sehhilfen“ schon lange Teil der Münchner Kunstszene und hat den Portmanteau-Kosmos mehrfach bereichert. Peter Mayr, Druckspezialist aus Oberbayern, arbeitet mit Hochdruck an Siebdruck, Radierung und raumgreifenden Installationen. Willi Haas zeigt in ihrer Fotoserie „Unklare Lage“ Bilder, bei denen niemand so genau weiß, wo oben und unten ist. Der gelernte Astrophysiker Leonhard Scheck fotografiert bei seinen „ungewöhnlichen Schnitten durch die Raumzeit“ jeden Pixel seiner Bilder nacheinander.

Die Ausstellung kommt einer Werkschau von Portmanteau nahe: Sie präsentiert viele Klangmaschinen, Teile von Bühnenbildern, dazu Fotografien, Drucke und Pappcomics. Ein Werk aus Handkurbel-Brotschneidemaschinen wird Portmanteau speziell für die Pasinger Fabrik entwickeln: Denn wo sie heute beheimatet ist, war einst das Stammhaus der Ritterwerke, in dem von 1912 bis 1982 Haushaltsgeräte produziert wurden.
An vielen Tagen sind die Künstler selbst vor Ort, führen durch die Räume und bespielen Teile der Werke. Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm mit experimenteller Musik, Workshops, Tanz, Theater und Performance. Die Termine und Gäste teilen wir Ihnen demnächst mit. Die Ausstellung ist geeignet für Spielkinder von 0 bis 99.

Galerie in der Pasinger Fabrik
August-Exter-Straße 1,
81245 München-Pasing-Obermenzing


Abbildungen:

- Dissassemble Ensemble, 2021
- Krakler, 2015
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Start: Freitag 09.10.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.02.2027
Pinakothe der Moderne: DIE NACHT BERÜHRT DIE ERDE - FRITZ WINTERS KOSMOS DER 1930ER UND 1940ER JAHRE
Bilder
DIE NACHT BERÜHRT DIE ERDE
FRITZ WINTERS KOSMOS DER 1930ER UND 1940ER JAHRE

Ausstellung vom 09. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027
Pinakothek der Moderne München

Was machen Kunstschaffende in Zeiten von Diktatur und Krieg? Der erstmals vollständig zugängliche Künstlernachlass von Fritz Winter (1905–1976) eröffnet einen neuen Blick auf eine zentrale Werkphase des abstrakten Malers. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht seine berühmte Werkgruppe „Triebkräfte der Erde“, die der von den Nationalsozialisten verfemte Künstler 1944 nach einer Kriegsverletzung schuf. Die Arbeiten
zeugen von einer eindrucksvollen Auseinandersetzung mit den elementaren Kräften und Gesetzmäßigkeiten der Natur – entstanden in einer kurzen Atempause zwischen zwei Kriegseinsätzen.

Ausgebildet bei Paul Klee und Wassily Kandinsky am Bauhaus in Dessau, fand Fritz Winter ab 1933 keine Ausstellungsmöglichkeiten mehr in Deutschland. 1937 wurde seine Kunst als „entartet“ diffamiert. In zunehmender Isolation konzentrierte er sich ganz auf die Natur. Es entstanden großformatige Abstraktionen, sogenannte Zellen- und Sternbilder, Kristallisationen sowie expressiv-surreale Landschaften. Briefe, Gedichte und historischen Fotoalben aus dem Nachlass des Künstlers zeigen sein Leben im oberbayerischen „Exil“ in Dießen am Ammersee zwischen landschaftlichem Id yll, zunehmender Repression und seinem Einsatz als Soldat an der Ostfront. In diesem Kontext wird die Kunst ein notweniges Mittel der Selbstbehauptung und Selbstvergewisserung.

Winters Beschäftigung mit natürlichen Wachstumsprozessen und kosmischen Energien mündete 1944 in die Werkgruppe „Triebkräfte der Erde“ . Die oft nur DIN-A4-großen Arbeiten zählen zu den bedeutendsten Werken der sogenannten inneren Emigration. In der Ausstellung wird der berühmte Zyklus erstmals den unmittelbar davor und danach entstandenen Kriegszeichnungen gegenübergestellt, in denen der Künstler
seine Eindrücke als Soldat festhielt. Die fein akzentuierten Skizzen und Skizzenbücher zeigen nicht nur unmittelbare visuelle Erlebnisse, sondern auch die menschliche Vernichtungsmaschinerie und die Zerstörung von Lebensräumen. Im Gegenüber wird sichtbar, wie die „Triebkräfte der Erde“ als künstlerische Antwort auf Krieg und Zerstörung entstanden und als Metapher für die Überwindung des Nationalsozialismus gelesen
werden können.

Winters künstlerische Rehabilitation in der Nachkriegszeit ist maßgeblich seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Margarete Schreiber-Rüffer zu verdanken. Während der Künstler bis Mai 1949 in sowjetischer Gefangenschaft blieb, knüpfte sie Kontakte zu ehemaligen Wegbegleitern und engagierten Kunstbegeisterten , publizierte Texte und beschickte Ausstellungen moderner Kunst unter schwierigsten Bedingungen mit Winters Werken . Der neu zugängliche Nachlass des Künstlers sowie Forschungsergebnisse der Sammlung Domnick machen erstmals ihren Anteil als Managerin und Interpretin seines Werks sowie als Archivarin des gemeinsamen Lebens nachvollziehbar.

Fritz Winters Schaffen der 1930er- und 1940er-Jahre steht exemplarisch für ein Künstlerschicksal in der Diktatur. Über das individuell erfahrene Leid hinaus wirft der Rückblick Fragen nach dem Privileg des Überlebenden, nach kollektiver Schuld und nach de n Bedingungen für einen Neuanfang auf. Winters Kunst aus diesen existenziell schwierigen Jahren vermag bis heute zu verblüffen, zu begeistern und zu berühren: Sie ist von hoher ästhetischer Qualität, visuell komplex, inhaltlich deutungsoffen und zugleich zutiefst menschlich.

Neben zahlreichen Neuerwerbungen der Fritz-Winter-Stiftung zeigt die Ausstellung Leihgaben aus der Sammlung Domnick, Nürtingen, der Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter im Kunstmuseum Stuttgart, der Sammlung Lambrecht-Schadeberg, Museum für Gegenwartskunst Siegen, dem Franz Marc Museum, Kochel, dem Fritz-Winter-Haus, Ahlen, sowie aus privaten Sammlungen – darunter mehr als 20 Blätter der Werkgruppe der „Triebkräfte der Erde“.

Die Ausstellung findet anlässlich des 50. Todesjahres des Künstlers statt und ist das Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit der Fritz-Winter-Stiftung.

Kuratiert von Anna Rühl

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München


Abbildung:

- Fritz Winter, Triebkräfte der Erde, 1944
Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 21,1 cm
Fritz-Winter-Stiftung,
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sibylle Forster
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Start: Sonntag 11.10.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.01.2027
Franz Marc Museum: Licht wird Farbe. Reisen nach Tunesien
Bilder
Licht wird Farbe. Reisen nach Tunesien 

Ausstellung vom 11. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027 
Franz Marc Museum, Kochel am See

Was geschieht, wenn Künstlerinnen und Künstler aufbrechen – in ein Licht, das ihre Wahrnehmung verändert, in andere Farben, Räume und Landschaften? Die Ausstellung „Licht wird Farbe. Reisen nach Tunesien“ im Franz Marc Museum widmet sich zwei bedeutenden Tunesienreisen der europäischen Kunstgeschichte: dem mehrmonatigen Aufenthalt von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky 1904/05 sowie der Reise von Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet im Jahr 1914. 
Für die Künstler*innen wurde Tunesien zu einem Erfahrungsraum, in dem sich Licht, Architektur und Landschaft in neue Bildformen übersetzten. August Macke entwickelte in seinen Aquarellen eine leuchtende, rhythmische Farbigkeit von außergewöhnlicher Intensität. Louis Moilliet, der die Reise wesentlich mitorganisierte und Tunesien bereits kannte, fand zu transparenten, atmosphärisch dichten Farbsetzungen, in denen Licht und Raum fast schwebend erscheinen. Paul Klee übersetzt Architektur, Gartenräume und Stadtansichten in rhythmische Farbfelder und zeichenhafte Strukturen. Er erlebte in Kairouan einen künstlerischen Wendepunkt, den er später mit den Worten beschrieb: „Ich und die Farbe sind eins. 
Ich bin Maler.“ Gabriele Münter hielt ihre Eindrücke nicht nur mit Pinsel und Bleistift, sondern auch mit der Kodak-Kamera fest. Ihre Fotografien von Gassen, Durchgängen, Märkten und architektonischen Situationen zeigen eine präzise Aufmerksamkeit für Ausschnitt, Licht, Schatten und räumliche Übergänge. Kandinskys Arbeiten aus Tunis und Umgebung verwandeln topografische Eindrücke in farbige Erinnerungsbilder, in 
denen Landschaft, Architektur und Figur zunehmend rhythmisch organisiert werden. 

Die Schau versammelt Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Fotografien, die im Zusammenhang mit diesen Reisen entstanden sind. Sie zeigt, wie die Begegnung mit dem Licht Nordafrikas, Ornament, Schrift, Architektur und die dichte räumliche Struktur der Medinas neue künstlerische Wege eröffnete und insbesondere für Klee und Macke den Übergang zur Abstraktion mitprägte. Farbe erscheint hier nicht mehr nur als Beschreibung der sichtbaren Welt, sondern als Ausdruck von Wahrnehmung, Bewegung und innerer Erfahrung. 
Gleichzeitig thematisiert die Ausstellung die Ambivalenz dieser Reisen. Ein europäischer Blick auf Nordafrika prägte die Begegnung mit Tunesien mit, die vor dem Hintergrund kolonialer Machtverhältnisse stattfand. Die Präsentation lädt dazu ein, die Werke nicht nur als Zeugnisse künstlerischer Transformation zu betrachten, sondern sie zugleich als Dokumente ihrer Zeit kritisch zu befragen. 
Mit rund 50 Werken aus öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland wie dem Lenbachhaus München, dem Kunstmuseum Bern und dem Museo Castello San Materno in Ascona eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf einen entscheidenden Moment der Kunstgeschichte und zeigt, wie nachhaltig die Erfahrungen in Tunesien die Entwicklung der Moderne beeinflussten. 

Franz Marc Museum – Kunst im 20. Jahrhundert
Franz Marc Park 8–10
82431 Kochel am See

Abbildung: 

- August Macke, Markt in Tunis, 1914 
Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Foto: Erik Dreyer
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Start: Montag 12.10.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Freitag 23.04.2027
München Lenbachhaus: Die „Blauen Reiterreiterinnen
Bilder
Bilder
Die „Blauen Reiterreiterinnen"

Ausstellung vom 12. Oktober 2027 bis 23. April 2028
STÄDTISCHE GALERIE IM LENBACHHAUS UND KUNSTBAU MÜNCHEN

Im Jahr 1913 schrieb Else Lasker-Schüler an ihre Freundin Marianne von Werefkin: „Hochverehrte Prinzessin, vieladeliger wilder Junge, süße Malerin, wann darf ich kommen — ich träume von der Süßigkeit Ihrer Bilder. (Der Prinz von Theben) Else Lasker-Schüler (Der blauen Reiterreiterin Freundin)"
Else Gasker-Schüler spielte gerne mit Geschlechterrollen und Identitäten, sich selbst bezeichnete sie auch als Prinz von Ihre Wortfindung der „Blauen Reiterreiterin" für die Künstlerinnen des Blauen Reiter steht leitmotivisch über dem Ausstellungsprojekt.
Erstmals widmen wir uns umfassend den Künstlerinnen im Umfeld des Blauen Reiter und rücken deren bedeutenden Beitrag zur Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts in den Fokus. Sie waren Kosmopolitinnen, Mäzeninnen und Pionierinnen einer neuartigen Kunst. Sie wagten es, nationale, gesellschaftliche und künstlerische Grenzen zu überschreiten. Ihre waren geprägt von Selbstbehauptung, Emanzipation und künstlerischem Aufbruch.
„Ab nach München", schrieb Gabriele Münter euphorisch, als sie ihr Kunststudium aufnahm. Es war mutig, die Kunst als Beruf zu wählen: Der Zugang zu Kunstakademien war Frauen verwehrt. Gleichstellung wurde durch Gesetze unterbunden. Die selbstorganisierte Damenakademie in München bot jedoch erste Ausbildungsmöglichkeiten für Künstlerinnen und verschiedene Vereine kämpften für das Frauenwahlrecht. Die revolutionäre Haltung der Künstlerinnen übertrug sich auch auf ihre Kunst. In ihren Bildern, Briefen und Texten suchten sie einen neuen Zugang zur Welt. Mit ihren Ideen trugen sie maßgeblich zur Entstehung einer expressionistischen Kunst bei. So spiegeln die Porträts, Stillleben und Landschaften einen bisher Umgang mit Farbe und Form wider. Die Künstlerinnen fanden eine innovative Auseinandersetzung mit der Natur, Spiritualität und der menschlichen Existenz. Ihr Blick auf soziale Realitäten und antibürgerliche und unangepasste Identitäten zeugt von einer bewussten Abgrenzung von traditionellen Normen in einem männlich dominierten Kunstsystem.

Die vorgestellten Künstlerinnen waren Freundinnen und Konkurrentinnen, Mitbegründerinnen der Neuen Künstlervereinigung München (NKVM) und aktiv im Kreis des Blauen Reiter. In Marianne von Werefkins „Rosa Salon" wurden künstlerische und politische Themen diskutiert und eine neue Geschichte der Kunst auf den Weg gebracht.
Mit Ausstellungen in der renommierten Galerie Der Sturm suchte Gabriele Münter die Öffentlichkeit. Dank Elisabeth Epsteins grenzüberschreitendem Netzwerk und ihrem Kontakt zu Delaunay und Sonia Delaunay-Terk sich die französische Avantgarde am Blauen Reiter. Carla Pohle vermittelte in ihrer Grafik eine soziale und politische Botschaft, die sich mit Armut, Klasse und Krieg auseinandersetzte.
Zeitlich spannt die Ausstellung einen Bogen von der Bedeutung Münchens um 1900 als Ort einer starken Frauenrechtsbewegung über den Blauen Reiter bis hin zum Wirken der Künstlerinnen in der Weimarer Republik, im Exil und bis in die 1940er Jahre. Mit einem besonderen Augenmerk auf sozial konstruierte Rollenbilder, Identitätsfragen und Geschlechterrollen sowie den internationalen Netzwerken zwischen München, Paris und Moskau wird die vielfältige Asthetik der „Blauen Reiterreiterinnen" erstmals gewürdigt.

Mit Werken von: Erma Bossi — Sonia Delaunay-Terk — Emmi Dresler — Epstein — Elisabeth Erdmann-Macke — Natalja Gontscharowa — Else Lasker-Schüler — Maria Franck-Marc — Olga Meerson — Gabriele Münter — Carla Pohle — Marianne von Werefkin

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildungen:

- Maria Franck-Marc, Zwei Kinder zwischen Blumen / Two Children Among Flowers, ca. 1912, 
Privatbesitz / Private collection, 
Foto/Photo: Walter Bayer

- Sonia Delaunay-Terk, Deux Fillettes Finlandaises, 1907, 
Kunsthalle Emden, 
© Pracusa 20260805
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Start: Dienstag 13.10.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 31.01.2027
Alte Pinakothek: Menschenbilder. Porträt- und Genrefotografien aus der Sammlung Dietmar Siegert
Bilder
Menschenbilder. Porträt- und Genrefotografien aus der Sammlung Dietmar Siegert

Ausstellung vom 13. Oktober 2026 bis 31. Januar 2027
Alte Pinakothek München

Während der Sanierung der Neuen Pinakothek sind Meisterwerke des 19. Jahrhunderts in der Alten Pinakothek zu Gast. Die Dauerausstellung „Von Turner bis van Gogh“ wird im Jahr 2026 durch temporäre Ausstellungen ergänzt, die den Fokus auf besondere Themen und Werkgruppen richten.

Die Neue Pinakothek verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Fotografien des 19. Jahrhunderts aus Italien. Meist sind Landschaften und architektonische Monumente von Venedig bis Neapel die Motive. Doch bereits sehr früh spielt auch der Mensch eine wichtige Rolle – als Individuum oder als Vertreter einer bestimmten sozialen Schicht.

Die Porträtfotografie trug ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entscheidend zur Durchsetzung des neuen Mediums bei. Fotografische Bildnisse wurden meist im Carte-de-visite-Format angefertigt und waren so für breite Käuferschichten erschwinglich. In kleinen Alben wurden nicht nur Fotografien der eigenen Familie und des Freundeskreises gesammelt, sondern auch von berühmten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte.

Porträts der letzten Bourbonen auf dem Thron des Königreichs beider Sizilien in Neapel stehen neben Angehörigen der papsttreuen Adelsfamilien in Rom. Andere Aufnahmen zeigen die Protagonisten des Risorgimento von Mazzini bis Garibaldi. So entsteht im intimen Format der Carte-de-visite ein Panorama der italienischen Gesellschaft und ihrer Gegensätze in den Jahren um 1860.

Genreaufnahmen geben Einblick in soziale Realitäten, auch wenn sie meist inszeniert und im Atelier des Fotografen aufgenommen wurden. Sie zeigen Angehörige verschiedener gesellschaftlicher Gruppen als Typen. Kolorierte Fotografien stellen Modelle in den Trachten verschiedener Regionen vor und konnten von Malern als Vorlagen für Genrebilder verwendet werden.

Die Ausstellung zeigt rund 50 dieser kleinformatigen Porträt- und Genreaufnahmen. Hinzu kommen rund ein Dutzend größerformatige Fotografien mit Genrestudien aus der römischen Campagna, Neapel und Sizilien von Fotografien wie Filippo Belli, Giorgio Sommer und Wilhelm von Gloeden. Die Fotografien stammen aus der Sammlung Dietmar Siegert, die der Pinakotheks-Verein in Verbindung mit der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Sparkassen-Finanzgruppe 2014 für die Neue Pinakothek erworben hat.

Alte Pinakothek
Barer Str. 27,
80333 München

Abbildung:

- Giorgio Sommer (1834 - 1914), Flickschuster (Ciabattino), um 1865/70, 
Inv.Nr. DS 2380, München, Neue Pinakothek, Sammlung Dietmar Siegert - 
2014 erworben durch den Pinakotheks-Verein mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Sparkassen-Finanzgruppe
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Start: Mittwoch 21.10.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.01.2027
Pinakothek der Moderne: CONNY MAIER — SEARCHING FOR PARADISE
Bilder
CONNY MAIER — SEARCHING FOR PARADISE

Ausstellung vom 21. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027 
Pinakothek der Moderne München

Mit der Künstlerin Conny Maier stellt die Staatliche Graphische Sammlung München eine im internationalen Kunstbetrieb selten anzutreffende authentische und zugleich unkonventionelle Position vor. Ihre Malereien und Zeichnungen bestechen auch durch eine eigensinnige künstlerische Handschrift.

Auf den ersten Blick gewinnt man den Eindruck, dass Conny Maier die Bildsprache des frühen Expressionismus heraufbeschwört, insbesondere die des Münchner Blauen Reiters, während ihre Farbpalette ein subtiles altmeisterliches Kolorit annehmen kann. Durchkreuzt wird dieser schöne Schein von ästhetischen Ausbrüchen, die der Art brut nahestehen und ihren Motiven immer etwas Wildes und Archaisches geben. Ihre rätselhaften Szenerien sind bestimmt von Archetypen, die elementare Formen der zwischenmenschlichen Begegnung durchspielen. Sie erzählen von den großen Emotionen Liebe, Angst und Zorn, den beherrschenden Themen der Künste seit der klassischen Antike.

Conny Maier wird die Münchner Ausstellungsräume in eine überzeitliche Weltlandschaft sowie in einen verwunschenen Klostergarten verwandeln. Sie könnten als irdische Paradiese betrachtet werden, würde dabei nicht das ungute Gefühl aufkeimen, dass sie sich zu einer Apokalypse auswachsen. Bei aller Vertrautheit der Sujets vermitteln die Bilder den Eindruck, dass sie eine zweite Lesart besitzen, hinter der sich Abgründe auftun. Die Themen des Ungewissen und Unheimlichen sprechen aus jedem ihrer Werke. War die Natur in ihren Figurenbildern jedoch bisher immer nur eine Begleitstimme, so stellt Maier sie in ihrem Münchner Ausstellungsprojekt vollends in den Fokus ihres Interesses.

Bereits im Herbst 2024 hat Conny Maier für das Projekt mit einer befreundeten Floristin intensive Studien in der Brandenburger Natur betrieben. Die Arbeitsergebnisse wertete sie später in ihrem Atelier in Portugal aus und entwarf daraus in Storyboards mögliche Themenkreise für ihr Projekt. Im Studiensaal der Staatlichen Graphischen Sammlung erweiterte sie ihr Vokabular dieser Feldforschungen dann um
klassische kunsthistorische Motive. Im Fokus standen ungewöhnliche Pflanzendarstellungen quer durch die Kunstgeschichte, die paraphrasiert Eingang in ihre Bildsprache fanden.
Neu ist, dass Conny Maier vor dem Hintergrund dieser Studien ihre zeichnerischen und malerischen Studien allegorisch und mythologisch auflädt, sodass man sich an rätselhafte Motive mittelalterlicher Gobelins oder barocker Festausstattungen erinnert fühlt. Schon in diesen historischen Vorbildern überbrachte die mit Bedeutung aufgeladene Pflanzenwelt freudvolle, aber auch unliebsame Botschaften, wenn man die Symbole und Zeichen zu lesen verstand. Daneben richtet die Künstlerin in der Rotunde ganz im Stile der barocken Festkultur einen mit blau-weißen Fliesen geschmückten Salon ein, in dem die Besucher verweilen und sich in märchenhaften Bildmotiven wie in einem Gartenlabyrinth verlieren können.

Mit Staunen kann man hautnah erleben, wie Conny Maier in ihren Zeichnungen, Malereien und Fliesenbildern Weltlandschaften ausbreitet, die jedes Blumenstillleben erblassen und die Besucher zu Schmetterlingsfängern, Botanikern und Naturschützern werden lassen.

Kurator: Michael Hering, Direktor Staatliche Graphische Sammlung München

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Abbildung: 

Conny Maier, Glücklicher, 2026, 
Selbstgemachter Ölstift auf Papier 190 x 140 cm, 
Courtesy the artist, Société, Berlin und Hauser & Wirth 
Foto: Trevor Good
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Start: Freitag 23.10.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.02.2027
München: BARCELONA MODERNA - Von Gaudí bis Picasso
Bilder
BARCELONA MODERNA
Von Gaudí bis Picasso

Ausstellung vom 23. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027
Kunsthalle München

Mit Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso widmet sich die Kunsthalle München erstmals in Deutschland umfassend dem katalanischen Modernisme – einer eigenständigen Strömung, vergleichbar mit dem Jugendstil oder Art Nouveau. Die Ausstellung wirft einen neuen Blick auf die künstlerische Bewegung, die sich – im Spannungsfeld von Industrialisierung, kultureller Erneuerung und gesellschaftlichem Wandel – in Architektur, Malerei, Skulptur, Design, Musik und Literatur gleichermaßen entfaltete. Sie beleuchtet jene kulturelle Dynamik, die Barcelona zwischen 1880 und 1914 zu einem der bedeutendsten Zentren der europäischen Moderne machte.

Um 1900 befand sich Barcelona in einer Phase tiefgreifender Transformation. Als industrielles Zentrum Spaniens entwickelte sich die Stadt rasant zur modernen Metropole. Mit der planmäßigen Stadterweiterung, dem »Eixample«, entstanden breite Boulevards, repräsentative Architektur und ein neues urbanes Selbstverständnis. Nachdem Spanien 1898 durch den Verlust seiner letzten transatlantischen Kolonien den Status als Weltmacht eingebüßt hatte, gewann die Frage nach einer nationalen und regionalen Identität erneut an Dringlichkeit. Im Fokus des katalanischen Modernisme standen daher das Verhältnis von Tradition und Moderne sowie das Ziel, das kulturelle Erbe Spaniens und Kataloniens in eine neue, zeitgemäße Form zu übersetzen.

Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso beleuchtet anhand von rund 160 Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Möbeln und Architekturmodellen die Vielfalt des katalanischen Modernisme zwischen 1880 und 1914 und verortet ihn im urbanen, sozialen und kulturellen Gefüge Barcelonas
und Kataloniens. Dabei wird deutlich, wie historische und zeitgenössische sowie katalanische, spanische und europäische Einflüsse eine eigenständige Ausprägung der Moderne hervorbrachten. Gezeigt werden hochkarätige Leihgaben, die teilweise erstmals außerhalb Spaniens zu sehen sind. Ein besonderer Kooperationspartner der Ausstellung ist das Museu Nacional d’Art de Catalunya (MNAC) in Barcelona. Es unterstützt das Projekt nicht nur wissenschaftlich, sondern stellt auch eine bedeutende Anzahl zentraler Werke zur Verfügung. Ergänzt wird die Auswahl durch herausragende Arbeiten unter anderem aus dem Círculo del Liceo, dem Museu Carmen Thyssen Barcelona, der Colección Casacuberta Marsans, dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid, dem Museo de Bellas Artes de Asturias in Oviedo, der Fundació »la Caixa«, dem Museu del Cau Ferrat in Sitges sowie bedeutenden Privatsammlungen.

Neben bekannten Protagonisten wie Antoni Gaudí (1852–1926) und dem jungen Pablo Picasso (1881–1973) eröffnet die Ausstellung die Möglichkeit, zahlreiche hierzulande kaum bekannte Künstlerpersönlichkeiten zu entdecken. Dazu zählen die Architekten Lluís Domènech i Montaner (1849–1923) und Josep Puig i Cadafalch (1867–1956) sowie die Maler Santiago Rusiñol (1861–1931), Ramon Casas (1866–1932), Hermen Anglada Camarasa (1871–1959), Isidre Nonell (1872–1911) und Joaquim Mir (1873–1940).
Die Ausstellung widmet sich zunächst der städtebaulichen Entwicklung Barcelonas und dem Ideal des Gesamtkunstwerks in Architektur und Design. Zugleich rücken zentrale Orte des Modernisme wie das Künstlercafé Els Quatre Gats, der exklusive Club Círculo del Liceo oder die Galerie Sala Parés in den Fokus. Dabei geht es auch um die Spannungen zwischen Bourgeoisie und armen Gesellschaftsschichten in der Großstadt, wie sie durch die Gegenüberstellung der Malereien von Ramon Casas und Isidre Nonell sichtbar werden. Ein weiteres Kapitel widmet sich den Paris-Aufenthalten von Casas und Santiago Rusiñol, die von dort entscheidende künstlerische Impulse in ihre Heimat mitbrachten. Im Anschluss führt der Parcours ins Fischerdorf Sitges südwestlich von Barcelona, wo Rusiñol mit seinem Atelierhaus Cau Ferrat einen zentralen Treffpunkt des Modernisme schuf. Die Suche nach Rückzugsorten spiegelt sich auch in Landschaftsgemälden von Rusiñol und Joaquim Mir, die auf der damals touristisch noch weitgehend unerschlossenen Insel Mallorca entstanden.

Ein eigenes Kapitel ist zudem Hermen Anglada Camarasa gewidmet, dessen farbintensive Szenen mediterraner Folklore Ornament, Bewegung und Licht betonen. Den Abschluss bilden frühe Werke Pablo Picassos, die gemeinsam mit Arbeiten der zweiten Generation des katalanischen
Modernisme bzw. des Postmodernisme den Übergang zur europäischen Moderne sichtbar machen.
Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso lädt dazu ein, Barcelona um 1900 als eines der großen kulturellen Laboratorien Europas neu zu entdecken. Die Ausstellung rückt eine Generation von Künstlern ins Bewusstsein, deren Werke einst europaweit Beachtung fanden und mittlerweile außerhalb Spaniens zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Zugleich eröffnet sie eine Perspektive auf Themen, die bis heute aktuell geblieben sind: das Verhältnis von regionaler Identität und internationalem Austausch, von kultureller Verwurzelung und Offenheit gegenüber Europa.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museum Barberini in Potsdam. Nach ihrer Präsentation in München wird sie dort vom 20. März bis 20. Juni 2027 in veränderter Form zu sehen sein.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog. Die reich illustrierte Publikation erscheint bei Prestel und wird von Carlos Alonso Pérez-Fajardo, Roger Diederen, Michael Philipp, Nerina Santorius, Franziska Stöhr und Ortrud Westheider herausgegeben. Mit Beiträgen von Carlos
Alonso Pérez-Fajardo, Ignasi Domènech i Vives, Mariàngels Fondevila Guinart, Megan Fontanella, Charlotte Garrido Ewers, Jasmin Gierling, Jenny Haase, Nadia Hernández Henche, Gabriel Pinós, Francesc Quílez Corella, Nerina Santorius, Franziska Stöhr, Eliseo Trenc i Ballester und Eduard Vallès.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München

Abbildungen: 

- Ramon Casas
Ramon Casas und Pere Romeu auf einem Tandem, 1897
Öl auf Leinwand, 188 × 215,5 cm
Museu Nacional d’Art de Catalunya
Foto © Museu Nacional d’Art de Catalunya, Barcelona, 2026
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Start: Dienstag 27.10.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 25.04.2027
Lenbachhaus: Maria Jarema - Revolutionäre Kommissarin der Abstraktion
Bilder
Maria Jarema (1908–1958) konnte vieles: Sie war Bildhauerin und Malerin, sie experimentierte mit Drucktechnik, entwarf Kostüme und Bühnenbilder für Theater und Tanz, war Schauspielerin. Sie verfasste kunsttheoretische Texte, forderte das Recht von Frauen auf uneingeschränkte körperliche und kreative Selbstbestimmung, schrieb Manifeste gegen die Klassengesellschaft.

Die Stadt Krakau war Jaremas Lebensmittelpunkt. Dort begründete sie 1932 mit befreundeten Studierenden die Krakauer Gruppe (Grupa Krakowska) aus Protest gegen die nationalistischen Tendenzen an der Kunstakademie. Die Gruppe stand der offiziell verbotenen Kommunistischen Partei nahe und spielte eine wichtige Rolle für die künstlerische Generation der Zwischenkriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit. In Krakau lebte Jarema auch während des Zweiten Weltkriegs und der Besatzung durch Nazi-Deutschland, eine Zeit, die für ihr kommunistisches, aber auch anti-stalinistisches Umfeld lebensbedrohlich war.

Ihre eigenwillige künstlerische Formensprache zeugt von Jaremas Vertrautheit sowohl mit der Geschichte der Kunst als auch ihren aktuellen Entwicklungen. Sie kannte die Werke ihrer Zeitgenoss*innen in Warschau, Paris und Moskau, auch der Münchner Kreis des Blauen Reiter war ihr geläufig. Während längerer Aufenthalte in Paris 1937 und 1947 kam sie in Berührung mit dem Surrealismus, in dem sie ihre eigene Haltung wiedererkannte: Die Kunst war für Jarema kein politisches Mittel, sondern eine revolutionäre Praxis, die das Denken verändern und Gesellschaft verbessern konnte.

Ihr Leben war eng mit dem Theater verbunden: Zusammen mit ihrem Bruder, dem Künstler Józef Jarema, war sie in der experimentellen Theatergruppe Cricot aktiv, die ihre Stücke in Gewerkschaftsgebäuden und improvisierten Kunsträumen in Krakau aufführte. In den 1950er Jahren gründete sie eine zweite Gruppe – Cricot 2 – gemeinsam mit dem Maler Kazimierz Mikulski und dem Regisseur Tadeusz Kantor (der sie einst als "Revolutionäre Kommissarin der Abstraktion" bezeichnete).

Aus dieser langjährigen Erfahrung im Theater rührte Jaremas Interesse, gesprochenes Wort und körperlichen Ausdruck, Rhythmus und Bewegung in Form von Skulptur und Bild zu denken. Daraus zog sie wiederum Rückschlüsse für ihre Arbeit an Bühnenbild und Kostüm. Titel wie "Rhythmus", "Durchdringung" und "Filter" bezogen sich zwar auf Werkserien auf Papier, stehen jedoch für Methoden, die sie in breiterem Maße anwandte. Innerhalb ihrer Malerei inszenierte Jarema Begegnungen zwischen Formen, die sie einst als "Anekdoten" bezeichnete – eine Charakterisierung, deren Beiklang von Trivialität im Widerspruch zu ihrer Beschreibung der Bildfläche als Ort der "Konfrontation mit Konsequenzen für die Außenwelt" steht.

In ihrer Wahlheimat Krakau ist Jarema bis heute allgegenwärtig: Zwei von ihr entworfene Denkmäler sind dort zu sehen, eine Straße trägt ihren Namen, eines ihrer abstrakten Gemälde ziert – hundertfach vergrößert – die Fassade eines Wohnblocks, Künstler*innen jüngerer Generationen widmen ihr öffentlich Hommagen.

Mit der monografischen Ausstellung am Lenbachhaus wird eine der bedeutendsten Künstlerinnen der polnischen Moderne erstmals auch in Deutschland umfassend gewürdigt. Zu sehen sind Werke aus allen Schaffensphasen Maria Jaremas, darunter zahlreiche Gemälde, Monotypien, Skulpturen und Kostüme.

In Kooperation mit dem Muzeum Sztuki Nowoczesnej w Warszawie (Museum für Moderne Kunst Warschau). Ursprüngliches kuratorisches Konzept unter dem Titel "Maria Jarema: Cracked Modernism" von Éric de Chassey und Natalia Sielewicz. Am Lenbachhaus kuratiert von Stephanie Weber.

Die Ausstellung wird unterstützt durch das Adam-Mickiewicz-Institut.
Kofinanziert vom Ministerium für Kultur und nationales Erbe der Republik Polen.

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33,
80333 München-Maxvorstadt

Abbildungen:

- Maria Jarema, Penetracje I (Durchdringung I) / Penetracje I (Penetration I), 1957, Muzeum Sztuki, ?odz, 
© Rechtsnachfolge der Künstlerin / © Estate of the artist
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Start: Donnerstag 26.11.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 04.04.2027
Alte Pinakothek: FRANZÖSISCHE MALEREI IN BAYERN VON CLAUDE LORRAIN BIS FRANÇOIS BOUCHER
Bilder
FRANZÖSISCHE MALEREI IN BAYERN VON CLAUDE LORRAIN BIS FRANÇOIS BOUCHER

Ausstellung vom 26. November 2026 bis 04. April 1927
Musdeum Alte Pinakothek

DIE ALTE PINAKOTHEK ERZÄHLT GESCHICHTEN ÜBER KUNST AUS FRANKREICH IN BAYERN
Im reichen Bestand der Alten Pinakothek spiegeln sich die spannungsreichen politischen, kulturellen und persönlichen Liaisons zwischen Frankreich und Bayern – vom frühen Barock und wirksam bis heute.
Elegante Porträts, vielschichtige Historienbilder, poetische Landschaften: Die Alte Pinakothek bewahrt einen einzigartigen und bedeutenden Bestand französischer Malerei von großer Vielfalt, der sich der Sammeltätigkeit der Wittelsbacher verdankt – und den es zu entdecken gilt.
Bereits im 17. Jahrhundert fanden Gemälde von Claude Lorrain ihren Weg nach Bayern. Französische Porträtmaler arbeiteten für den Münchner Hof. 1698 erwarb Kurfürst Max Emanuel mit „Midas und Bacchus” ein besonders eindrucksvolles Werk von Nicolas Poussin. Um 1800 erfuhr die
Sammlung einen weiteren wichtigen Zuwachs: Durch die erbfolgebedingte Vereinigung mit den Wittelsbacher Galerien aus Mannheim, Düsseldorf und Zweibrücken gelangten nochmals zahlreiche herausragende französische Werke nach München. Dazu zählt etwa François Lemoynes
„Jagdgesellschaft“.
Diesem facettenreichen Konvolut widmet die Alte Pinakothek nun erstmals eine große Ausstellung in dreizehn Kapiteln, die jeweils wichtige Erwerbungen, Aufträge oder Rezeptionszusammenhänge ins Zentrum rücken. Der Bogen spannt sich von höfischen Porträts des späten 16. Jahrhunderts bis hin zu Gemälden, in denen bereits die Revolution greifbar wird. Werke von rund 50 Künstlern und einer Künstlerin erzählen von mehreren Jahrhunderten spannungsreicher politischer, kultureller und künstlerischer „Liaisons” zwischen Bayern und Frankreich. Die Sammlung selbst wird zum Spiegel geschmacklicher Präferenzen, dynastischer Beziehungen und politischer Allianzen. Ausgewählte Leihgaben aus dem In- und Ausland treten hinzu, setzen besondere Akzente und verdeutlichen kunsthistorische Zusammenhänge. Neben Gemälden bekannter Meister wie Claude Lorrain, Nicolas Poussin und François Boucher sind zahlreiche reizvolle Arbeiten weniger bekannter Künstlerpersönlichkeiten zu entdecken.

Alte Pinakothek
Barer Str. 27,
80333 München


Abbildungen:

- Jean Leclerc (1587–1633) 
Nächtliches Konzert, um 1620 
Leinwand, 137,2 x 170 cm
Inv. Nr. 7515 
Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Staatsgalerie im Neuen Schloss Schleißheim 
Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sibylle Forster
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