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Start: Sonntag 29.05.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 10.10.2022
Franz Marc Museum Kochel: KARIN KNEFFEL. IM BILD
Bilder
KARIN KNEFFEL. IM BILD

Franz Marc Museum Kochel
Ausstellung vom 29. Mai bis 10. Oktober 2022


Karin Kneffel (*1957), Meisterschülern Gerhard Richters an der Kunstakademie Düsseldorf, beschäftigt sich seit über zehn Jahren in einer Serie von Gemälden und Aquarellen mit den Krefelder Villen Haus Lange und Haus Esters, die von Ludwig Mies van der Rohe Ende der zwanziger Jahre gebaut wurden. Karin Kneffel verfolgte den Weg der Gemälde und Skulpturen er bedeutenden Kunstsammlung von Hermann Lange bis in die Museen, in denen sich diese Werke heute meist befinden. Dabei werden die Situationen auf ihren Bildern verunklart: Heute oder früher? Realität oder Fiktion?  – wird der irritierte Betrachter sich fragen, dessen Blick in unbekannte Räume durch beschlagene oder mit Regentropfen überzogene Scheiben gebrochen wird.Der durch die illusionistische Malerei Kneffels hervorgerufene Trompe l´Oeil -Effekt zieht eine Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er macht bewusst, dass die Werke der Sammlung Lange neben ihrer heutigen strahlenden Präsenz im Museum eine Geschichte haben, die auf den Gemälden abzulesen ist. Zum Bespiel gelangten August Mackes Große Promenade oder Wassily Kandinskys Improvisation 21 aus der privaten Villa Herrmann Langes in verschiedene museale Räume bis sie im Franz Marc Museum vorläufig „ankamen.
Neben über dreißig Gemälden von Karin Kneffel zeigt die Ausstellung Werke der klassischen Moderne, Bilder von Kokoschka, Kandinsky, Macke und Kirchner, die man in den Gemälden Kneffels wiederentdeckt.


Neben über dreißig Gemälden Karin Kneffels zeigt die Ausstellung Werke der klassischen Moderne, Bilder von Kokoschka, Kandinsky, Macke und Kirchner, die man in den Gemälden Kneffels wiederentdeckt. So entsteht ein Dialog zwischen ihren Bildern und den vor mehr als 100 Jahren entstandenen Werken der deutschen Avantgarde, ein Wechselspiel, das vom Betrachter nachvollzogen wird.
Karin Kneffel (*1957), Meisterschülern Gerhard Richters an der Kunstakademie Düsseldorf, beschäftigt sich seit über zehn Jahren in einer Serie von Gemälden und Aquarellen mit den Krefelder Villen Haus Lange und Haus Esters, die von Ludwig Mies van der Rohe Ende der zwanziger Jahre gebaut wurden. Die Künstlerin ging von zeitgenössischen Fotografien der Innenräume aus, auf denen Werke der bedeutenden Kunstsammlung von Hermann Lange zu sehen sind. Karin Kneffel verfolgte den Weg seiner Gemälde und Skulpturen bis in die Museen, in denen sich diese Werke heute meist befinden. Dabei werden die Situationen auf ihren Bildern verunklart: Heute oder früher? Realität oder Fiktion?  - wird der irritierte Betrachter sich fragen, dessen Blick in unbekannte Räume durch beschlagene oder mit Regentropfen überzogene Scheiben gebrochen wird.

Dieser durch die illusionistische Malerei Kneffels hervorgerufene Trompe l´Oeil -Effekt zieht eine Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er macht bewusst, dass die Werke der Sammlung Lange neben ihrer heutigen strahlenden Präsenz im Museum eine Geschichte haben, die auf den Gemälden Karin Kneffels abzulesen ist. August Mackes Große Promenade oder Wassily Kandinskys Improvisation 21 gelangten aus der privaten Villa Herrmann Langes in verschiedene museale Räume bis sie im Franz Marc Museum vorläufig „ankamen“. Neben den Gemälden Karin Kneffels, die ihre Vergangenheit spiegeln, verändert sich unser Blick auf diese Bilder.

Franz Marc Museum
Mittenwalder Str. 50,
82431 Kochel am See

Abbildung:
Karin Kneffel, Ohne Titel, 2016/06 Sammlung Timm Moll,
Foto: Karin Kneffel, © VG Bildkunst 2022
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Start: Freitag 10.06.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 23.10.2022
Haus der Kunst München: Tony Cokes. Fragments, or just Moments
Bilder
Tony Cokes.
Fragments, or just Moments

Museum Haus der Kunst München
Ausstellung vom 10. Juni bis 23. Oktober 2022

„Fragments, or just Moments“ ist die erste institutionelle Einzelausstellung des US-amerikanischen Künstlers Tony Cokes (*1956 Richmond, Virginia, USA) in Deutschland und bildet zugleich die erste umfassende Zusammenarbeit des Haus der Kunst mit dem Kunstverein München.

„In diesem Jahr entfaltet sich das Programm im Haus der Kunst in Form von Dialogen. Dieser Austausch kann auch zwischen Institutionen stattfinden, und die Ausstellung mit Tony Cokes markiert die erste umfassende Zusammenarbeit zwischen dem Haus der Kunst und dem Kunstverein München“, so Andrea Lissoni, künstlerischer Direktor des Haus der Kunst. „Ausgehend von beiden Häusern und Archiven setzt Cokes‘ Auftragsarbeit „Some Munich Moments, 1937–1972“ das Engagement des Haus der Kunst fort, unsere Geschichte neu zu bewerten und die vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Geschichte die Gegenwart definiert und gestaltet.“

Ausgehend von der historischen Verbindung zwischen den beiden in unmittelbarer Nähe gelegenen Ausstellungsorten präsentiert Tony Cokes die neue Werkreihe „Some Munich Moments 1937–1972“, die sowohl die Institutionen als auch den dazwischen liegenden öffentlichen Raum umfasst. Das audio-visuelle Werk untersucht auf Grundlage von Archivmaterial die eng miteinander verwobene Geschichte der beiden Orte während der NS-Zeit und darüber hinaus. „Some Munich Moments 1937–1972“ setzt die kulturellen Propagandastrategien des NS-Regimes in Beziehung zur visuellen Identität der Olympischen Spiele 1972 in München, die in direkter Opposition als „antifaschistisch“ und „weltoffen“ kodiert wurden.

Seit den frühen 1990er Jahren untersucht Tony Cokes in seinem Werk den Einfluss von Medien und Popkultur auf Gesellschaften. Ausgehend von einer grundsätzlichen Kritik an der Darstellung und visuellen Ausbeutung afroamerikanischer Gemeinschaften in Film, Fernsehen, Werbung und Musikvideos hat Cokes eine einzigartige Form des Videoessays entwickelt, die repräsentative Bilder ablehnt. Seine schnell geschnittenen Videos kombinieren gefundene Textfragmente mit Popmusik, die aus diversen kulturellen Quellen und Zeiten stammt. Durch die Kombination von Wort und Gesang verändert Cokes konventionelle Wahrnehmungsformen und ermöglicht ein verändertes Nachdenken über strukturellen Rassismus, Kapitalismus, Kriegsführung und Gentrifizierung. Er verwandelt so den Akt des Lesens und Hörens in eine körperliche und gemeinschaftliche Erfahrung.

„I’m interested in the resonances, the re-habitualizations, and the echoes of that historical moment in the contemporary.“ Tony Cokes

Mit „Fragments, or just Moments“ präsentiert das Haus der Kunst eine Überblicksausstellung, die ausgewählte audiovisuelle Werke aus Tony Cokes' drei Jahrzehnte umspannendem Œuvre zusammenführt. Situiert in der historisch verdichteten LSK-Galerie, dem ehemaligen Luftschutzkeller des Museums, skizziert die Ausstellung eine fragmentierte Chronologie des 20. und 21. Jahrhunderts, die sich von der Mitte der 1930er Jahre bis in die Gegenwart erstreckt. Die episodische Struktur entlang historischer Ereignisse entfaltet sich weniger als lineare Abfolge, sondern zeigt vielmehr die Verflechtungen und Verschiebungen der soziopolitischen Realitäten aus verschiedenen Zeiten auf, die unser kollektives Gedächtnis formen. Cokes thematisiert dabei die Rolle von Bild und Klang für ideologische Manipulation, Ausbeutung und Kriegsführung innerhalb eines kapitalistischen Systems, das grundlegend auf rassistischem Denken beruht. Die Ausstellung zeigt Cokes' Interesse an den Verbindungen historischer Momente sowohl untereinander als auch mit der Vergangenheit und ihrer Resonanz in unserer Gegenwart, und legt die Kontinuitäten struktureller Unterdrückung und sozialer Ungleichheit über Zeiten und Orte hinweg frei.

Die neue Werkreihe „Some Munich Moments 1937–1972“ wird sowohl im Haus der Kunst, im Kunstverein München als auch im öffentlichen Raum zu erleben sein. In der Fußgängerunterführung am Südende des Englischen Gartens und am Zaun der amerikanischen Botschaft werden Text und Tonauszüge der audiovisuellen Werke präsentiert.

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine umfassende Publikation bei DISTANZ, die die neu produzierten Textcollagen von Tony Cokes in deutscher sowie englischer Sprache zugänglich macht und die Videoessays in Form von Stills in das Format des Buches überträgt. Durch Essays der Theoretiker*innen Tina Campt und Tom Holert, Autor und Leiter des Harun Farocki Instituts, wird „Some Munich Moments 1937–1972“ aus transnational-historischen als auch medientheoretischen Perspektiven beleuchtet. Diesen Beiträgen vorangestellt ist eine Einführung in das kollaborative Ausstellungsprojekt von Emma Enderby und Elena Setzer (Haus der Kunst) sowie Maurin Dietrich, Gloria Hasnay und Gina Merz (Kunstverein München).

Als Teil des öffentlichen Programms der Ausstellung werden in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum und dem Kurator Wolfgang Brauneis Stadtführungen angeboten, die die Kontinuitäten zwischen der Kunst des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit untersuchen. Ausgehend von Skulpturen im Münchner Stadtraum werden die Nachkriegskarrieren renommierter Künstler der NS-Zeit – die innerhalb des Regimes als „gottesbegnadet“ ausgezeichnet wurden – in den Blick genommen. Darüber hinaus wird Noah Barker Anfang September einen Vortrag im Rahmen der Ausstellung im Kunstverein München halten, der sich insbesondere mit den Designvorstellungen des Gestalters Otl Aicher für die Olympischen Spiele 1972 beschäftigen wird.

Haus der Kunst,
Prinzregentenstr. 1,
80538 München

Abbildung:
Tony Cokes
4 Voices / 4 Weeks
Circa, London 2021
Courtesy the artist, Greene Naftali, New York, Hannah Hoffman, Los Angeles, and Electronic Arts Intermix, New York
Photo: Melanie Issaka
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Start: Sonntag 26.06.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 16.10.2022
Kallmann-Museum Ismaning: Kaleidoskop Expressionismus – vom Aufbruch in die Moderne zur NS-Verfemung. Werke der Sammlung Gerhard Schneider
Bilder
Bilder
Kaleidoskop Expressionismus – vom Aufbruch in die Moderne zur NS-Verfemung. Werke der Sammlung Gerhard Schneider

Ausstellung Kallmann-Museum Ismaning
vom 26. Juni bis 16. Oktober 2022

»Kaleidoskop Expressionismus« richtet den Blick auf die Vielfalt expressiver Ausdrucksformen, die aus dem Aufbruch in die Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts hervorgegangen sind und schließlich der NS-Verfemung zum Opfer fielen. Dabei werden künstlerische und politisch-gesellschaftliche Entwicklungen bis 1937 anhand von Werken aus der Sammlung Gerhard Schneider nachgezeichnet.
Neben bekannten Namen werden insbesondere auch zahlreiche Werke nahezu vergessener Künstler*innen gezeigt, einige davon erstmals öffentlich. Zudem wird ein umfangreicher Bestand an druckgrafischen Blättern zu sehen sein, die nachweislich in der Femeschau in München präsentiert wurden.
Die bedeutende Kunstsammlung von Gerhard Schneider ist zum zweiten Mal im Kallmann-Museum zu Gast. Die viel beachtete Ausstellung »›Entartete‹ Kunst – Verfolgung der Moderne im NS-Staat« war 2016 den Künstler*innen gewidmet, die von den Nationalsozialisten diffamiert und verfolgt wurden.

Sammlung Gerhard Schneider
Der Sammler Dr. Gerhard Schneider widmet sich seit fast vier Jahrzehnten den als „entartet“ verfemten Künstler*innen, die nach dem Zweiten Weltkrieg größtenteils in Vergessenheit geraten sind. Der Schwerpunkt seiner Sammlung liegt auf eben diesen unbekannten Namen, an deren Wiederentdeckung und künstlerischer Rehabilitation Schneider durch seine unermüdliche und systematische Sammeltätigkeit einen bedeutenden Anteil hat. Für seine Verdienste um die Aufarbeitung dieses Kapitels der Kunstgeschichte wurde er 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Ausstellung
Die Gründung der »Künstlergruppe Brücke« 1905 in Dresden markierte ein neues Sehen in der Kunst, und ein revolutionäres Denken bereicherte die Kunstgeschichte. Es trat in den Hintergrund, die Welt so abzubilden, wie sie sich real oder auch impressiv dem Auge zeigte. Stattdessen kehrten die Künstler*innen ihr subjektives Empfinden sowie ihr inneres Erleben der Welt nach außen. So können z. B. Gesichter jede Farbe annehmen: blau, gelb, grün oder rot, wenn damit etwa Wut, Zorn, Neid, Empörung oder auch Entsetzen zum Ausdruck gebracht werden sollen. Hinzu kommen nicht selten Deformationen als Mittel der Ausdruckssteigerung.
Dieser Aspekt spielt in der Druckgraphik, deren vielfältige Möglichkeiten von den Expressionisten neu entdeckt und weiterentwickelt wurden, eine entscheidende Rolle. Das neue Sehen wirkte sich auf das gesamte 20. Jahrhundert aus und erzeugte über die ersten Innovationen hinaus – ab 1911 kommt beispielsweise der »Blaue Reiter« mit Anregungen ins Ungegenständliche hinzu – eine wahre Fülle immer neuer Ausdrucksaspekte, die im expressiven Gestalten angelegt sind. Neben einigen älteren Zeitgenossen (z. B. Barlach oder Rohlfs), die sich sofort affiziert fühlten, bildete sich im Abstand von kaum zehn Jahren eine jüngere Generation der Moderne heraus (Felixmüller, Dix, Davringhausen, Pankok, Rabus und
viele andere), die die neuen Gestaltungsweisen als die ihnen gegebenen Möglichkeiten eines modernen Zeitempfindens umfassend nutzten. Mitten hinein in diese reiche Entfaltung platzte der Erste Weltkrieg. Es folgten die Novemberrevolution, die experimentelle Zeit der frühen Weimarer Republik und eine Hinwendung zu weiteren Formensprachen der Kunst, etwa der »Neuen Sachlichkeit« oder dem »Surrealismus«. Zu diesen oft kurzlebigen Strömungen parallel verlief eine vom originären Expressionismus inspirierte »expressive Gegenständlichkeit«, die dessen gestalterische Neuerungen mit einer gewissen Nähe zur realen Welt verband. Das neue Sehen und seine Fortschreibung in der Entwicklung eines bis dahin kaum gekannten Variantenreichtums wurden von aufgeschlossenen Zeitgenoss*innen begeistert aufgenommen. Dagegen standen die Restaurativen, die möglichst alles beim Alten belassen wollten und auf vielen Kunstakademien historischen Traditionen verhaftet blieben.
Dieser Kampf durchzog die Zeit der Weimarer Republik, bis der Nationalsozialismus seinen Siegeszug antrat. Der gescheiterte Postkartenmaler Hitler hatte bereits in seiner Programmschrift »Mein Kampf« in dem allgemeinen Aufbruch der Moderne in der Kultur »Zerfallserscheinungen der arischen Rasse« ausgemacht, die es auszumerzen gälte.
Entsprechend deklarierte er moderne Formensprachen in der Kunst als »entartet«. Davon war besonders der Expressionismus betroffen. Ab 1937 wurden in Beschlagnahmeaktionen über 20.000 Kunstwerke als »degeneriert«, die »Volksgesundheit zersetzend«, beschlagnahmt. Eine Auswahl davon wurde auf insgesamt 35 Femeschauen angeprangert, deren unrühmlicher Höhepunkt die Ausstellung »Entartete ›Kunst‹« 1937 in München war. Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Kettler-Verlag (446 Seiten), der ca. 4- 6 Wochen nach Ausstellungsbeginn vorgestellt wird.

Kallmann-Museum
Schloßstr. 3b
85737 Ismaning

Abbildungen:

- Fritz Fuhrken
Zerstörte Stadt, 1918
Aquarell, 22,5 × 22,5 cm
Foto: Saša Fuis

- Wilhelm Morgner
Holzarbeiterfamilie, 1912
Aquarellierter Holzschnitt, 30,5 × 36 cm
Foto: Saša Fuis
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Start: Freitag 01.07.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Samstag 31.12.2022
München Stadtmuseum: München 72. Olympische Spurensuche
Bilder
München 72. Olympische Spurensuche
Eine Ausstellung des Münchner Stadtmuseums im Münchner Stadtraum
1. Juli bis 31. Dezember 2022

Am 26. April 1966 entschied das Olympische Komitee, die Spiele der XX. Olympiade 1972 nach München zu vergeben. Für die Landeshauptstadt war dies eine tiefgreifende Zäsur. Die damit verbundenen Ereignisse und Entwicklungen haben vielfältige Spuren in der Stadt hinterlassen. Das Münchner Stadtmuseum macht diese im Jubiläumsjahr im Stadtraum selbst sichtbar und lädt zu einer Olympischen Spurensuche ein. Erstmals begibt sich das Museum direkt an die historischen Orte des Geschehens. An etwa 20 ausgewählten, im Stadtraum verteilten Stationen werden Besonderheiten und Ereignisse hervorgehoben, die mit den Spielen in Zusammenhang stehen.

Olympia '72 steht für weit mehr als die sportlichen Spitzenleistungen, die zwischen dem 26. August und dem 11. September 1972 erbracht wurden. Visionäre Zukunftsideen und Gesellschaftsentwürfe, politischer Gestaltungswille und nüchterner Pragmatismus sowie Begeisterung und Tragödie verdichten sich bei den Olympischen Spielen in München zu einem vielschichtigen Bild, das bei einer Tour durch die Stadt entdeckt werden möchte. An bekannten, aber auch längst in Vergessenheit geratenen und teils unerwarteten Orten wird vermittelt, welche Auswirkungen die Ausrichtung für die Stadt hatte: Sie hat sie nicht nur baulich und infrastrukturell entscheidend verändert, sondern auch in ideeller und gesellschaftlicher Hinsicht Zeichen gesetzt.

Im Olympiapark entwarfen die Architekten die zentralen Sportstätten nicht als massive oder gar monumentale Einzelbauten, sondern als „Fortsetzung der Landschaft mit anderen Mitteln“. Stadion, Sport- und Schwimmhalle betteten sie in Mulden ein und überspannten sie mit einem transparenten Dach. In Abgrenzung zu den Olympischen Spielen in Berlin 1936 versinnbildlichte ihre Gestaltung konsequent demokratische Werte und machte sie in Form einer Landschaftsplastik erleb- und erfahrbar. Naheliegend ist daher eine Ausstellungsstation direkt auf dem Olympiaberg. Analoge und digitale Module der Station vermitteln die zukunftsweisende Olympia-Architektur und die gebaute Landschaft im Olympiapark – direkt an dem Ort, von dem aus das gesamte Ensemble zu sehen und seine Intention spürbar ist.

Eine weitere Stele der Olympischen Spurensuche befindet sich am Nördlichen Schloßrondell. Mit dem Nymphenburger Schlosspark wurde eines der größten und bedeutendsten Gartenkunstwerke Deutschlands gezielt als Austragungsort für das Dressurreiten ausgewählt – aus heutiger Sicht kaum vorstellbar. Das reiche kulturelle Erbe Münchens sollte damit zum Erlebnis für das Publikum und die Olympionik*innen gleichermaßen werden. Historische Aufnahmen auf der Stele illustrieren die aufwendigen, temporären Aufbauten wie den 20 mal 60 Meter großen Wettkampfplatz und die zwei Zuschauertribünen. In unmittelbarer Nähe zum Originalschauplatz können Besucher*innen so Geschichte und Gegenwart direkt miteinander verknüpfen.

An 17 weiteren Standorten werden unter anderem Themen wie Nachhaltigkeit, das grafische Erscheinungsbild und dessen Vorbildfunktion für modernes Corporate Design, Migration, die Modernisierung sowie der Ausbau der Infrastruktur und das die Spiele prägende Attentat behandelt. Die Ausstellung ist bewusst direkt an die Orte des Geschehens verlegt und rund um die Uhr erlebbar. Die Stelen sind markant dort platziert, wo sie auch von Passant*innen oder Tourist*innen zufällig wahrgenommen werden können. Das Design der Stelen dient nicht nur als Trägermaterial für die Informationen, sondern bietet zudem Sitzmöglichkeiten an und lädt so die Besucher*innen zum Verweilen ein. Kurze Texte auf deutsch und englisch bieten Basisinformationen und Bildmaterial zum jeweiligen Thema. Ein QR-Code führt zu einer Vertiefungsebene: Die hinterlegte Website bietet weiterführende Informationen, Abbildungen und Filme, darunter auch Interviews mit Zeitzeug*innen. An neun ausgewählten Stationen sind die Besucher*innen selbst gefordert: Bei der #WaldiChallenge können sie sowohl ihr Wissen zu Olympia als auch ihr sportliches Können unter Beweis stellen.

Stelen der Ausstellung befinden sich hier:

1 Ein Besuch mit Folgen | Marienplatz
2 »München plant und baut«: die Ringstraßen | Isartor
3 »München wird moderner« | Ungererstraße
4 »Im Windschatten der Olympiade« – die Fußgängerzone | Stachus
5 München ist Einwanderungsstadt | Hauptbahnhof
6 »Nicht gradlinig, rechtwinklig, ernst« – der Olympiapark | Olympiaberg
7 »Münchens erster Olympiasieger« | Olympiaberg
8 Die Stadt in der Stadt | Connollystraße
9 Die Abteilung XI. des Organisationskomitees | Saarstraße
10 Die »Edition Olympia« | Nymphenburger Straße
11 Münzen und Medaillen für Olympia | Pfisterstraße
12 »Fernseh-Olympia« | Connollystraße
13 »Es empfiehlt sich, ab jetzt nur noch zu lächeln« – die Eröffnung | Olympiaberg
14 Höfische Noblesse und Olympische Spiele | Nördliches Schloßrondell
15 Bogenschießen im Englischen Garten | Werneckwiese
16 »Bayern – Kunst und Kultur« | Münchner Stadtmuseum
17 »Weltkulturen und moderne Kunst« | Haus der Kunst
18 »Quartiere für die Jugend der Welt« | Kapuzinerhölzl
19 Heitere Spiele auf Kosten der Sicherheit? | Ettstraße
20 »Die heiteren Spiele sind zu Ende« – das Attentat | Connollystraße
21 Das Experiment »Spielstraße« | Olympiaberg
22 »Olympischer Sommer« | Odeonsplatz
23 »Internationales Folklorefestival« | Circus Krone
24 Vergessene Olympiaorte | Theresienhöhe

Stadtmuseum München
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildung:
Sven Simon, Die "Dirndlgruppe" bei der Eröffnungsfeier am 26. August 1972 im Münchner Olympia-Stadion, Fotografie, 1972
© IMAGO/Sven Simon
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Start: Mittwoch 06.07.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 09.10.2022
Murnau Schlossmuseum: Meisterwerke von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky aus Privatsammlungen
Bilder
Meisterwerke von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky aus Privatsammlungen

Ausstellung vom 06.Juli bis 09.Oktober 2022
Schlossmuseum Murnau

Das Schloßmuseum Murnau hat das große Glück, das 1909 entstandene Gemälde „Treppe zum Schloß“ von Wassily Kandinsky, das lange Zeit als verschollen galt, präsentieren zu dürfen. Wenige Jahre nach seiner Entstehung war es in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm in der „Kandinsky Kollektiv-Ausstellung 1902 bis 1912“ zu sehen gewesen. 1916 wurde es noch einmal bei Walden ausgestellt, dann verlor sich seine Spur. Jetzt kehrt es nach mehr als 100 Jahren erstmalig wieder an seinen Entstehungsort zurück.

Daraus ist die Idee geboren worden, eine Ausstellung mit Werken von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky zu zeigen, die sich, ähnlich wie „Treppe zum Schloß“, seit langer Zeit in privaten Sammlungen befinden und die einen Bezug zur gemeinsamen Murnauer Schaffenszeit des Paares haben.

Ein russischer Jurist, Künstler sowie Kunstlehrer und eine deutsche Kunststudentin – ein unkonventionelles wie modernes Paar, das sich das erste Mal in der Klasse eines Malunterrichts begegnete. Sie 25 Jahre alt, er 36. Zwei Künstler, die wenig später, jeder für sich, aber gerade aus der Entwicklung der gemeinsamen Schaffenszeit heraus, internationale Kunstgeschichte schrieben.
1908 besuchten sie Murnau als Gäste und von 1909 bis 1914 bewohnten sie überwiegend in den Sommermonaten gemeinsam das von Gabriele Münter gekaufte Haus in der Kottmüllerallee. Am Ende standen Trennung und langwierige Auseinandersetzungen, die sich noch heute allzu oft biografisch-anekdotisch in den Vordergrund schieben und die großartigen Impulse dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit hin zum künstlerischen Wendepunkt in der Malerei oftmals verdecken.

Parallel dazu vermitteln Fotografien aus dieser Zeit neue Eindrücke. So u. a. aus dem ebenfalls wiederentdeckten und 2021 restaurierten Nachlass des Murnauer Fotografen August Pöltl (1881–1958). Seine Fotos, als auch die seiner Vorgänger und Kollegen, setzen die für das Künstlerpaar so anspornenden Murnauer Jahre mit dem vielfältigen Geschehen am Ort in unmittelbare Beziehung: Der Architekt Emanuel von Seidl und sein Freundeskreis verliehen damals Murnau im Rahmen der Ortsverschönerung sein noch heute prägnantes Erscheinungsbild; 1913 wird unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Prinzregent-Ludwig-Brunnen vor dem Rathaus eingeweiht; die Villa des Altphilologen und Sammlers James Loeb steht im Rohbau; Inhaber lassen sich vor ihren Geschäften mit dem Personal fotografieren; stolz präsentieren sich in diesen Jahren auch Murnauer Familien und Vereine.

Zusammen mit den Sammlungsbereichen „Blauer Reiter“ und „Gabriele Münter“ ist durch die Fülle privater Leihgaben ein intensiver und facettenreicher Einblick in eine Zeit möglich, in der Kandinsky und Münter den Ort als Sommergäste entdeckten, ihn durch ihren Blickwinkel fokussierten und durch ihre Kunst weltberühmt machten.

Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 2-5,
82418 Murnau am Staffelsee

Abbildung:

- Wassily Kandinsky, Murnau – Untermarkt, 1908,
Öl auf Karton, Privatsammlung
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Start: Samstag 16.07.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 31.10.2022
Penzberg Museum: Rette mich! Menschlichkeit als Motor: Vom Roten Kreuz bis zur Kunst
Bilder
Rette mich! Menschlichkeit als Motor: Vom Roten Kreuz bis zur Kunst

Ausstellung im Museum Penzberg Sammlung Campendonk
vom 16. Juli bis 31. Oktober 2022

Was haben die BRK Bereitschaft Penzberg, Roche, virtuelle Körperwelten und Kunst miteinander gemein? Viel, wie die Sonderausstellung „Rette mich! Menschlichkeit als Motor: Vom Roten Kreuz bis zur Kunst“ zeigt. Den Machern der Schau gelingt damit ein Brückenschlag vom 100-jährigen Jubiläum der BRK Bereitschaft bis hin zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Körper, Verletzlichkeit und Vergänglichkeit.
Im Mittelpunkt stehen Entwicklung und Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes – dargestellt am Beispiel der Bereitschaft Penzberg (früher „Sanitätskolonne Penzberg“). Beide, das Deutsche Rote Kreuz und die Penzberger Bereitschaft, feierten 2021 ihr offizielles 100-jähriges Bestehen. Ein historischer Rückblick und ein aktueller Einblick in die Arbeit des Roten Kreuzes werden in der Schau ergänzt durch einen Ausblick auf Wissenschaft und Medizin.
Darüber hinaus lenkt das Museum die Aufmerksamkeit auf die Themen Anatomie und Ästhetik: Zeitgenössische künstlerische Positionen und virtuelle Körperwelten ermöglichen ein Gesamterlebnis und eine besondere Synthese der Darstellung des Werdegangs der Sanitätskolonne bis hin zur künstlerischen Betrachtungsweise.
Von der Schlacht von Solferino bis zum modernen Rettungswesen Rädertrage und Spendenbüchse, Dreiecktuch und Grubenrettungsgerät, „Verkehrsunfallübung“ und „Ballonwettbewerb“– historische Ausstellungstücke und wertvolle Bilddokumente lassen Rettungswesen, Such-, Sozial- und Blutspendedienst, Katastrophenschutz sowie Bergwacht und Wasserwacht greifbar werden. Ein Blick auf die Verstrickungen des DRK während der Zeit des Nationalsozialismus darf dabei nicht fehlen.
Die Leihgaben werden von der Sammlung des BRK Peißenberg, der Sammlung Ronnie Strauch in Sindelsdorf und dem Archiv der BRK-Bereitschaft Penzberg zur Verfügung gestellt.

Virtuelle Körperwelten im Dienst der Gesundheitstechnik
Anatomie als Symbiose aus Kunst und Wissenschaft: In Kooperation mit der Münchner 3DAgentur CAT PRODUCTION werden medizinische Modelle, Animationen und eine virtuelle Reise durch den menschlichen Körper gezeigt. Derartige Visualisierungen dienen Wissenschaft und Medizin und nun eben auch der Ausstellung im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk. Sie vermitteln Patient:innen diagnostische Erkenntnisse und fördern gleichermaßen das Verständnis für die menschliche Anatomie wie auch für das eigene Körperbewusstsein.

Wie viel wiegt ein Gefühl? Künstlerische Perspektiven
Gezeigt werden Positionen von zeitgenössischen Künstler:innen, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten von Menschlichkeit, Körperlichkeit und Verletzlichkeit auseinandersetzen. Die Malerei von Annemarie Faupel (*1989) beschäftigt sich mit der Beschaffenheit
von Haut, veranschaulicht deren Fragilität und Imperfektion und schlägt darüber hinaus eine Brücke zum menschlichen Gefühl. Sheila Furlan (*1974) erstellt zarte Objekte aus Organzastoff, durchsichtige Hüllen, die ebenfalls ein Bewusstsein zwischen Innerem und Äußerem
schaffen sowie emotionales Trauma thematisieren. Sandra Bejaranos (*1991) Werk konzentriert sich auf die technischen Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin und die überaus menschlichen Gründe, aus denen diese in Anspruch genommen wird. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gesellschaft allgemein und ihre eigene Generation insbesondere stellt Ilaria Igliani (*1991) in den Fokus: Ein Schwebezustand, in dem unsere Vergänglichkeit allgegenwärtig wird. Die Frage nach dem Gewicht des Gefühls beantwortet sie mit ihrer Arbeit „250 g“. Benjamin Zuber (*1982) musste die Verletzlichkeit des menschlichen Körpers am eigenen Leib erfahren und beschäftigt sich seitdem intensiv mit dem Thema, aber auch mit den ästhetischen Aspekten des Gesundheitswesens.

Penzberg: Standort für Forschung und Entwicklung – 50 Jahre Biotechnologie
„Rette mich!“ Dieser Hilferuf richtet sich nicht allein an Rettungskräfte. Vielmehr beinhaltet er die Aufforderung an Forschung und Medizin, das Leben sicherer zu machen. 1972 wurde in Penzberg der Grundstein für das Pharma-Unternehmen Boehringer Mannheim gelegt. 1997 wurde es von Roche übernommen. Die Kleinstadt Penzberg wandelte sich von der ehemaligen Bergbaustadt zum Forschungs- und Hightech-Standort und erlangte mit Pharma und Diagnostik weltweite Bekanntheit.

Museum Penzberg – Sammlung Campendonk,
Am Museum 1,
82377 Penzberg
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Start: Samstag 16.07.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 13.11.2022
Bernried Buchheim Museum: BRÜCKE + BLAUER REITER
Bilder
BRÜCKE + BLAUER REITER – Ein Dialog der Pioniere der Moderne
im Buchheim Museum

Ausstellung vom vom 16. Juli bis 13. November 2022

Die neue Ausstellung im Buchheim Museum setzt »Brücke« und »Blauer Reiter«, die beiden führenden Gruppen des deutschen Expressionismus, in Dialog miteinander. Noch nie zuvor hat es eine in Qualität und Quantität vergleichbare Ausstellung mit einer
Gegenüberstellung dieser beiden Pioniere der Moderne in Deutschland gegeben. Bernried. Ab dem 16. Juli stehen sich die Hauptwerke der beiden tonangebenden Gruppen des Expressionismus – ›Brücke‹ und ›Blauer Reiter‹ – im Buchheim Museum in einem üppigen und intensivem Dialog gegenüber, der in Umfang und Qualität seinesgleichen sucht.
„Diese Ausstellung ist so besonders, weil sie erstmals konsequent die beiden wichtigsten Künstlergruppen der Moderne in Deutschland, die ›Brücke‹ und den ›Blauen Reiter‹ in Dialog zueinander setzt,“ erklärt Daniel J. Schreiber, Direktor des Buchheim Museums.
„Gleichzeitig bietet sie eine Neusichtung des deutschen Expressionismus unter Berücksichtigung jüngster Erkenntnisse aus Kunstgeschichte, postkolonialer Zeitgeschichte, Gender Studies und Nationalismus-Forschung“, so Schreiber.
Die Bilderschau konnte auf diesem hohen Niveau nur durch eine Kooperation des Buchheim Museums mit den Kunstsammlungen Chemnitz und dem Von der Heydt-Museum Wuppertal gelingen. Alle drei Partner haben Werke aus ihren umfangreichen Expressionistenbeständen zu der Wanderausstellung beigesteuert. Prominente Leihgaben aus europäischen Museen und Privatsammlungen ergänzen die Präsentation. Insgesamt 200 Exponaten von »Brücke« und »Blauem Reiter« sind so zusammengekommen, darunter 100 Gemälde.
Vertreten sind Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Max Pechstein, Emil Nolde, Otto Mueller und Fritz Bleyl für die »Brücke« sowie Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke, Paul Klee für den »Blauen Reiter«.
Die Ausstellung »Brücke + Blauer Reiter« hinterfragt gewohnte Interpretationen. Bei allen Gemeinsamkeiten der Künstler*innen, die sich kennen, besuchen, schätzen, verachten, miteinander ausstellen und gemeinsam gegen die Konventionen des Kunstbetriebs aufbegehren, gibt es auch augenfällige Unterschiede: Manche entwickeln ihren expressionistischen Stil näher an der Wirklichkeit, andere suchen reine Formen.
Aber stimmt die von der Kunstgeschichte aufgestellte Gleichung wirklich: »Brücke« = figurativ; »Blauer Reiter« = abstrakt? Die vergleichende Präsentation im Buchheim Museum lädt dazu ein, diese Trennlinien neu abzustecken. Die Ausstellung und ihr im Wienand-Verlag
erschienener Katalog erschließen das Thema für eine neue Generation Kunstinteressierter.
Unter vielen verschiedenen Aspekten bieten sie eine Neusichtung von »Brücke« und »Blauem Reiter« auf der Höhe unserer Zeit.


»Brücke«
Die »Brücke« wird 1905 in Dresden von den vier Architekturstudenten Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl gegründet. Ziel ist eine unkonventionelle, unmittelbare Ausdruckskunst. Bevorzugte Motive sind Landschaften und Akte. 1906 kommen Max Pechstein und für ein Jahr Emil Nolde hinzu, 1910 Otto Mueller. Zunächst folgen sie dem Impressionismus. Um 1907 entwickeln sie einen »monumentalen« Impressionismus, der sich um 1910 mit markanten Farbkontrasten und formalen Reduktionen zu einem expressionistischen Gruppenstil steigert. 1911 ziehen alle Mitglieder nach Berlin. Ende 1911 stellen »Brücke« und »Blauer Reiter« gemeinsam bei der »Neuen Secession« in Berlin aus. 1912 beteiligt sich die »Brücke« an der zweiten Ausstellung des »Blauen Reiters« in München. 1912 wird Pechstein ausgeschlossen. Im Mai 1913 löst sich die Gruppe auf. Die »Brücke« gilt als Ursprung des deutschen Expressionismus und somit als
Initial der Moderne in Deutschland.

»Der Blaue Reiter«
Im Juni 1911 gründen Wassily Kandinsky und Franz Marc eine Redaktionsgemeinschaft, die ab September »Der Blaue Reiter« heißt. Im November 1911 stellen Kandinsky, Marc sowie Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky und Marianne Werefkin mit den »Brücke«-Künstlern bei der »Neuen Secession« in Berlin aus. Am 3. Dezember 1911 treten Kandinsky, Münter und Marc aus der »Neue Künstlervereinigung München« aus. Sie firmieren nun als »Der Blaue Reiter«. Heinrich Campendonk, August Macke und Paul Klee kommen dazu. Werefkin und Jawlensky folgen ein Jahr später. Ende 1911 wird die erste Ausstellung des »Blauen Reiters« eröffnet. Die zweite folgt 1912. An ihr nimmt auch die »Brücke« teil. Im Mai 1912 geben Kandinsky und Marc den Almanach »Der Blaue Reiter« heraus, in dem es zeitübergreifend und weltweit um expressive Kunst geht. Der »Blaue Reiter« ist ein loser Verbund, der das expressionistische Spektrum zwischen Abstraktion und Figuration umfasst.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 löst er sich auf.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung:

- Max Pechstein
Dorfansicht, 1914
Öl auf Leinwand
Privatsammlung Wuppertal
Max Pechstein: © 2022 Pechstein Hamburg / Preetz
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Start: Samstag 23.07.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.01.2023
Tegernsee Gulbransson Museum: VON RENOIR BIS JAWLENSKY. MIT LEIDENSCHAFT GESAMMELT. WERKE AUS PRIVATBESITZ
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VON RENOIR BIS JAWLENSKY. MIT LEIDENSCHAFT GESAMMELT. WERKE AUS PRIVATBESITZ

Olaf Gulbransson Museum Tegernsee
Ausstellung vom 23. Juli 2022 bis 08. Januar 2023

Auch dieses Jahr realisiert die Olaf Gulbransson Gesellschaft e.V. Tegernsee eine Highlight-Ausstellung im Olaf Gulbransson Museum. Am Freitag, den 22. Juli 2022 wird im Kurgarten Tegernsee um 18:00 Uhr feierlich die neue Sonderausstellung Von Renoir bis Jawlensky eröffnet, mit der wir an die erfolgreiche Marc Chagall-Präsentation im letzten Jahr anknüpfen und Werke bedeutender Künstler:innen des 19. und 20. Jahrhunderts zeigen.
Bei unserer Ausstellung ist besonders hervorzuheben, dass alle Arbeiten wieder aus Privatbesitz stammen und oft jahrzehntelang nicht der Öffentlichkeit zugänglich waren. Zu den Highlights der Ausstellung gehören wichtige Werke des französischen Impressionismus und des deutschen Expressionismus. Zu sehen sind Gemälde und Aquarelle von Pierre Renoir, Paul Gauguin, Alexej von Jawlensky, Lyonel Feininger, Paul Klee, August Macke bis zu Emil Nolde und weiteren, die Kunstgeschichte schrieben.
Zur Sonderausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit Texten von Professor Roland Doschka, Kurator des Kunstmuseums Lindau, Professor Dr. Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und Dr. Christian Ring, Direktor der Ada und Emil Nolde Stiftung

Olaf Gulbransson Museum, Tegernsee
Kurgarten 5,
83684 Tegernsee

Abbildungen:

- PIERRE-AUGUSTE RENOIR
Personnages dans un paysage, um 1900
Öl auf Leinwand, 32 x 41 cm
© Privatsammlung

- KARL SCHMIDT-ROTTLUFF
Blühende Bäume, 1922
Aquarell auf Bütten, 48 x 61 cm
© Privatsammlung

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Start: Freitag 29.07.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 23.10.2022
Fürstenfeldbruck: Olympia 1972
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Olympia 1972

Ausstellung im Museum im Kunsthaus
Museum Fürstenfeldbruck
Vom 29. Juli bis 23. Oktober 2022

Die Olympischen Spiele von 1972, die sich 2022 zum 50. Mal jähren, haben die Region um München geprägt und verändert. Von dem sportlichen und kulturellen Großereignis gingen starke Modernisierungsimpulse aus. Die Region profitierte in vielerlei Hinsicht.

Zeitgenoss:innen nahmen die Nachkriegszeit nun als definitiv beendet wahr. Nicht nur München bekam ein neues Gesicht, auch die umliegenden Gemeinden formierten sich zu attraktiven Trabantenstädten. Die S-Bahn verband die Metropole mit dem Umland, beide wuchsen immer stärker zusammen. Neue Marketingmechanismen, die demographische Entwicklung und die mit der Olympiade verbundenen Internationalisierungsprozesse – all dies wirkte sich für die Entwicklung des Münchner „Speckgürtels“ stark modernisierend aus.

Für Fürstenfeldbruck hat die Olympiade von 1972 eine ganz besondere Bedeutung: Am 5. September fanden die „heiteren Spiele“ mit dem Attentat auf die israelische Mannschaft jäh ihr Ende. Auf dem Flugfeld des Fliegerhorstes ging der Befreiungsversuch für die Geiseln und einen Polizisten tödlich aus. Insgesamt gab es 12 Opfer zu beklagen. Das dramatische Ereignis hat sich bis heute tief in das kollektive Gedächtnis eingegraben.

Museum und Stadt Fürstenfeldbruck nehmen teil an dem Projekt „Zwölf Monate – zwölf Namen: 50 Jahre Olympia-Attentat München“. Vom 1. September bis 23. Oktober 2022 erinnern eine Lichtinstallation und eine Informationsstele vor dem Museum Fürstenfeldbruck an den israelischen Ringer Mark Slavin (1954-1972). Der 18-Jährige wurde auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck beim gescheiterten Befreiungsversuch von den palästinensischen Attentätern erschossen.
Zur Ausstellung gibt es Führungen, museumspädagogische Aktionen und einen Katalog
www.museumffb.de

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildung:

- Olympia_S-Bahn
Röwa-Spielzeug Olympia S-Bahn, 1972
Privatbesitz
Foto: Wolfgang Pulfer

- Olympia-Attentat
Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, 6. September 1972
Schmotz Archiv Fürstenfeldbrucker Tagblatt
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Start: Freitag 09.09.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.02.2023
München Haus der Kunst: JOAN JONAS
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JOAN JONAS

Ausstellung Haus der Kunst München
09. September 2022 bis 26. Februar 2023

„Ich denke es ist notwendig, an die Grenzen zu gehen. Was mir Angst macht, zieht mich an.“
Joan Jonas

Die wegweisende Künstlerin Joan Jonas (*1936, New York City, USA) hat durch ihr konstantes Experimentieren mit Performance, Video und Installation die Grenzen der Kunst in den letzten fünf Jahrzehnten immer wieder verschoben und neue Wahrnehmungsmodi erprobt. Sie hat zahlreiche Generationen an Künstler*innen beeinflusst und dauerhafte Beziehungen untereinander etabliert. Das Haus der Kunst zeigt ab 9. September die bisher umfangreichste Einzelausstellung in Deutschland, die Jonas’ Ansatz der transnationalen Zusammenarbeit reflektiert und ihre dynamische Praxis der Transformation zwischen Medium und Zeit entlang wiederkehrender Themen nachzeichnet.

„Das bahnbrechende Werk von Joan Jonas ist ein grundlegender Schritt in dem Transformationsprozess, den das Haus der Kunst durchläuft. Ich fühle mich geehrt, erneut mit einer so einzigartigen und außergewöhnlichen Künstlerin zusammenzuarbeiten und freue mich darauf, ihre faszinierenden, freudigen, experimentellen und zum Nachdenken anregenden Welten mit unserem Publikum zu teilen.“ Andrea Lissoni, künstlerischer Direktor Haus der Kunst und Ko-Kurator der Ausstellung

Jonas gehörte zu den Begründer*innen der Performance, als diese in den 1960er und 1970er Jahren nach ihrem Studium der Skulptur und Kunstgeschichte in New York aufkam. Jonas’ Schaffen ist von einem Interesse an der sozialen Funktion von Narration und Ritus für Gemeinschaften geprägt, neben frühen Untersuchungen medial vermittelter, geschlechtlicher Zuschreibungen. Seit den 2000er Jahren beschäftigt sich die Künstlerin im Zuge des Klimawandels vermehrt mit dringenden ökologischen Fragestellungen, und stellt dabei nicht-menschliche Lebensformen und -räume in den Fokus ihrer künstlerischen Betrachtung.

Entsprechend Jonas’ prozessualer und zyklischer Arbeitsweise, in der sie bestehende Performances oder Installationen aufgreift, fortschreibt und medial verschiebt, verfolgt die Werkschau am Haus der Kunst keine chronologisch-lineare Struktur. Sie fächert sich prismatisch auf, um die inhaltlichen und formalen Verknüpfungen zwischen Jonas’ Arbeiten unterschiedlicher Zeitperioden aufzuzeigen.

Der Eingangsbereich des Haus der Kunst wird von dem Video Wolf Lights (2004/5) beleuchtet. Das Werk zeigt exemplarisch, wie Jonas Techniken des Films und Theaters kombiniert, um Herrschaftsstrukturen zu verhandeln. In der Mittelhalle wird erstmals in Europa ihr jüngstes Werk Rivers to the Abyssal Plain (2021) präsentiert. Es steht für Jonas’ gegenwärtige Beschäftigung mit dem vielfältigen Ökosystem des Ozeans und ihren künstlerischen Umgang mit Forschung. Das Verhältnis zwischen Natur und künstlerischer Schöpfung bestimmt auch die im Zentrum der Ausstellung stehende multimediale Installation Reanimation (2010/2012/2013). Die Installation wurde auf der documenta 13 uraufgeführt und stellt in vier Videoprojektionen erhabene Aufnahmen isländischer und norwegischer Gletscher dem Akt des Zeichnens im Schnee gegenüber.

Die Ausstellung versammelt weitere historische Schlüsselwerke, die einen Wendepunkt in Jonas’ Schaffen markieren. Die Installation Stage Sets (1976) formuliert einen erweiterten, dynamischen Skulpturbegriff und begründete Jonas’ Praxis der Übersetzung von performativen Aufführungs- in manifeste Ausstellungsformate. Juniper Tree (1976/1994) bildet das erste Werk Jonas’, das gänzlich aus einer lang tradierten, kollektiven Erzählung abgeleitet wurde. Lines in the Sand (2002) zeugt von ihrem Interesse an der Umschreibung mythologischer Narrative vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen. Drei Werke aus der Serie My New Theater (1997–2006) erinnern an ein minimalistisches Objekt, eine Guckkastenbühne und eine Camera obscura. Sie vereinen damit Jonas’ grundsätzliche Verhandlung von Raum, Illusion und Rahmung in der Bildproduktion.

Ergänzt wird die Ausstellung durch zwei Performances von Joan Jonas: Mirror Piece I & II (1969/2018), in der Jonas das wiederkehrende Motiv des Spiegels in ihr Werk einführte, um Machtstrukturen des Blickes und geschlechtliche Rollenbilder zu thematisieren. Die Performance schlägt damit den Bogen zu zahlreichen Werken der Ausstellung (8.–10.9.22). In der europäischen Erstaufführung von Out Takes: What the Storm Washed In (2022) vereint Jonas Videoaufnahmen mit Live-Musik, Text und Performance. Die musikalische Komposition stammt von Ikue Mori (13.11.22).

Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1,
80538 München

Abbildungen:

- Joan Jonas, Stream or River, Flight or Pattern, 2016-17
Video still. Courtesy the artist and Barbara Gladstone Gallery / VG Bild-Kunst, Bonn 2022

- Joan Jonas, Stream or River, Flight or Pattern
2016-17. Video still.
Courtesy the artist and Barbara Gladstone Gallery
VG Bild-Kunst, Bonn 2022
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Start: Samstag 17.09.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 12.03.2023
Neue Galerie Dachau: Saluti da Capri! Eine Insel zwischen Idylle und Tourismus
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Neue Galerie Dachau

Saluti da Capri!
Eine Insel zwischen Idylle und Tourismus

Ausstellung vom 17. September 2022 bis 12. März 2023

Die malerisch im Golf von Neapel gelegene Insel Capri öffnete sich im 19. Jahrhundert dem Tourismus durch den auch viele Künstler auf die Insel kamen. Heute zählt die Mittelmeerinsel zu den beliebtesten Ferienzielen Italiens und wird im Sommer von Besuchern aus aller Welt überrannt. Wenn zu Spitzenzeiten täglich ca. 45000 Touristen von Neapel herüberfahren, ist an den ungestörten Genuss der romantischen Flecken nicht zu denken. Doch nach Abfahrt der Tagesbesucher gibt es durchaus noch stille Orte und in den Wintermonaten sind die Bewohner weitgehend unter sich. Die Ausstellung zeigt verschiedene Seiten der Insel und lässt auch einen Blick hinter die Kulissen des Tourismus zu. Mit Fotografien, Skulpturen und einer Soundinstallation von Enrico Desiderio, Gianluca Federico, Bruno Flavio, Klaus Frahm und Raffaela Mariniello.

Neue Galerie Dachau
Konrad-Adenauer-Straße 20,
85221 Dachau

Abbildung:
Klaus Frahm, aus der Serie La Casa, 1999
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Start: Donnerstag 29.09.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 12.03.2023
Dachau Gemäldegalerie: Zauberhaftes Capri. Ein Paradies für Künstler
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Gemäldegalerie Dachau

Zauberhaftes Capri. Ein Paradies für Künstler
Ausstellung vom 29. September 2022 bis 12. März 2023

Die im Golf von Neapel gelegene Insel Capri war schon in der Antike ein beliebter Rückzugsort. So hatte 26 n. Chr. Kaiser Tiberius die Insel zu seinem Regierungssitz erklärt und sich in seinen letzten Jahren immer wieder hierher zurückgezogen. Einfälle der Sarazenen machten später den Bau von Stadtmauern nötig. Danach wurde es um Capri ruhiger, auch wenn im 16./17. Jahrhundert ein Abstecher auf die Insel Teil der Bildungsreise (Grand Tour) junger Adeliger und reicher Bürger war. Bis ins frühe 19. Jahrhundert fuhren außer Italienern vor allem Engländer und Franzosen zur der »gefährlichen Felseninsel« hinüber. Die Reiseberichte von Johann Gottfried Herder und Johann Wolfgang von Goethe entfachten das Interesse der deutschen Künstler. Mit der Wiederentdeckung der Blauen Grotte durch den Maler und Schriftsteller August Kopisch und seinen Kollegen Ernst Fries 1826 wurde Capri gerade für die Romantiker zum Ziel ihrer Träume, glaubten sie doch dort die Blaue Blume, das Sinnbild für das verlorene Paradies wieder gefunden zu haben. Generationen von Malern waren von der Schönheit der landschaftlichen Motive und insbesondere der ihrer Bewohnerinnen fasziniert. »Die Einwohner von Capri zeichnen sich durch feine Formen aus […]. Die Malercolonie, die beständig hier ist (manche sind jahrelang da) wird nicht minder durch die Schönheit des Menschenschlags wie durch die Natur angezogen« schwärmte 1867 der Kunsthistoriker Carl Justi. Die Maler und ihre Bilder machten die Insel weithin bekannt und es entwickelte sich ein reger Fremdenverkehr. So hatte der Notar Giuseppe Pagano, dessen Haus Fremden seit 1818 offen stand, 1857 das »Hotel Pagano« eröffnet, das seine Zimmerkapazitäten rasch erweitern musste. In unmittelbarer Nähe lag seit Ende der 1880er-Jahre die »Birreria di Monaco« (Münchner Bierschenke), die 1889 den Namen »Zum Kater Hiddigeigei« erhielt. Dort gab es nicht nur Pschorr-Bier und eine große Weinauswahl, sondern auch deutsche Zeitungen und eine permanente Kunstausstellung.

Gemäldegalerie Dachau
Konrad-Adenauer-Straße 3,
85221 Dachau

Abbildung:
Friedrich Thöming (1802–1873)
Die blaue Grotte auf Capri, um 1833
Öl auf Leinwand, 16 x 21 cm
Privatbesitz
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Start: Freitag 30.09.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 05.03.2023
München Stadtmuseum: Radio Free Europe. Stimmen aus München im Kalten Krieg
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Radio Free Europe. Stimmen aus München im Kalten Krieg

Stadtmuseum München
Ausstellung vom 30. September 2022 bis 05. März 2023

Eine Ausstellung in der Galerie Einwand des Münchner Stadtmuseums mit einem Modul im Foyer des Jüdischen Museums München

Die Ausstellung "Radio Free Europe. Stimmen aus München im Kalten Krieg" gibt anhand von fünf bewegten Biografien Einblick in das Leben von Mitarbeitenden der Radiosender "Radio Free Europe" und "Radio Liberty". Ob am Mikrofon oder hinter den Kulissen – durch die vielfältigen Lebensgeschichten entsteht ein vielstimmiges Bild der Sender von den Anfängen in den 1950er Jahren bis in die 1990er Jahre.

"Radio Free Europe" und "Radio Liberty" produzierten in München während des Kalten Krieges Nachrichten, Kultur- und Sportprogramme in über 20 osteuropäischen Sprachen. Die amerikanischen Sender wurden bis in die 1970er Jahre von der CIA finanziert und sollten in den kommunistischen Ländern Osteuropas, in denen es keine Medienfreiheit gab, eine Gegenöffentlichkeit herstellen. In der Sowjetunion galt München mitunter sogar als "Hauptstadt der feindlichen Emigration". Mit Störsendern, Agent*innen und gezielten Anschlägen wurde gegen das Wirken der Radiosender gekämpft. 1995 zogen die Sender nach Prag um. Sie senden heute noch in 20 Länder – unter anderem nach Afghanistan und aktuell wieder verstärkt nach Russland.

Aufgrund des Zweiten Weltkriegs befanden sich 1945 hunderttausende Menschen unfreiwillig in Bayern. Menschen aus vielen europäischen Ländern sind aus Konzentrations- und Arbeitslagern befreit worden. Darunter befanden sich auch die von den Nationalsozialisten als Jüdinnen und Juden Verfolgten, von denen nur wenige die Schoa überlebt hatten. Darüber hinaus war München für Osteuropäer*innen, die vor den neuen kommunistischen Machthabern flüchteten, die nächstgelegene Stadt in der amerikanischen Besatzungszone. Dort angelangt kamen einige dieser Personen auf unterschiedliche Weise in Kontakt zu "Radio Free Europe".

In der Galerie Einwand kommen Zeitzeug*innen in Video-Interviews zu Wort. Fotos und Dokumente veranschaulichen ihren Weg nach München und ihre Arbeit für die US-amerikanische Militärregierung im Kalten Krieg. Viele wirkten im Hintergrund – zum Beispiel als Redakteure, Techniker oder als Analysten bei der Auswertung osteuropäischer Nachrichten. Aufgrund ihrer Sprach- und Landeskenntnisse konnten sie für die psychologische Kriegsführung im Kalten Krieg eingesetzt werden. Die Arbeit bei den Radios ermöglichte es ihnen, sich in München eine Existenz aufzubauen. Graphic Novels, die in Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung in Ulm entstanden sind, geben Einblicke in entscheidende Momente aus dem Leben der ehemaligen Mitarbeitenden. Sie zeigen, wie das Ringen um Zugehörigkeit, Loyalität, Liebe und Anerkennung ihr Leben im München der Nachkriegszeit prägte.

Die Geschichte der Einwanderung in den ersten Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in deutschen Stadtmuseen bisher kaum behandelt. Die unmittelbare Nachkriegsgeschichte aus jüdischer Perspektive ist dagegen von jüdischen Museen bereits genauer erforscht. Erstmals beleuchten nun das Münchner Stadtmuseum und das Jüdische Museum München mit dem Projekt "Nachkriegszeit und Migration in München" die Diversität in der lokalen Nachkriegszeit. In mehreren Ausstellungsprojekten werden unterschiedliche Themen dieses breiten Spektrums behandelt. "Radio Free Europe. Stimmen aus München im Kalten Krieg" präsentiert nun die ersten Ergebnisse und Sammlungsgegenstände. 2023 folgen zwei weitere Ausstellungen über Displaced Persons.

Stadtmuseum München
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildung:
Mikrofon von Radio Free Europe, um 1960
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Start: Samstag 15.10.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 16.04.2023
München Lenbachhaus: KUNST UND LEBEN 1918 BIS 1955
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KUNST UND LEBEN 1918 BIS 1955

München Lenbachhaus
Ausstellung vom 15. Oktober 2022 bis 16. April 2023

Das Ausstellungsprojekt beschäftigt sich mit der Vielgestaltigkeit der Lebensläufe und Schicksale von Künstler*innen während der Weimarer Republik, der Zeit des Nationalsozialismus bis zur ersten documenta im Jahr 1955 in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland. Die Kunst werke und Biografien berichten von Verfolgungsschicksalen und abgebrochenen Karrieren, Widerstand und Anpassung. Das Zeitgeschehen, institutionelle Bedingungen und persönliche Beziehungen werden parallel zu den Lebensläufen untersucht. Zu beobachten sind eine Ungleichzeitigkeit und ein Nebeneinander unterschiedlichster Entwicklungen und Strömungen, die die Zeit zwischen 1918 und 1955 prägten. Auch künstlerische Positionen, die den NS-Ideologien nahestanden, werden nicht ausgeklammert. Die Darstellung von Kontinuitäten, Brüchen und Entwicklungen, die aus heutiger Perspektive nicht stringent erscheinen, ist ein Hauptanliegen des Projekts. Mit Hilfe zahlreicher Expert*innen beleuchten wir Themen, die seit einigen Jahren intensiv er forscht werden. Dazu gehören zum Beispiel das Verhältnis zwischen den Ausstellungen „Entartete Kunst“ und den „Großen Deutschen Kunstausstellungen“, der Begriff „innere Emigration“, die sogenannte „Gottbegnadetenliste“ von 1944, apologetische Mythen wie „Berufsverbote“ im Nationalsozialismus sowie die „Stunde Null“.

Die gewählten Schwerpunkte orientieren sich an der Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte des Lenbachhauses. Damit ergibt sich ein Fokus auf die Kunststadt München, ergänzt durch prägende nationale und internationale Phänomene. Neben Highlights der Sammlung des Lenbachhauses werden neu restaurierte Werke und Ankäufe erstmals gezeigt, gezielte Leihgaben ermöglichen es, den exemplarischen Überblick abzurunden.

Künstler*innen:
Rudolf Belling, Karl Caspar, Maria Caspar-Filser, Fridel Dethleffs-Edelmann, Erna Dinklage, Heinrich Ehmsen, Marie Heilbronner, Elisabeth Epstein, Fritz Erler, Otto Freundlich, Willi Geiger, George Grosz, Emilie von Hallavanya, Wilhelm Heise, Käthe Hoch, Karl Hubbuch, Paul Klee, Else Lasker-Schüler, Rudolf Levy, Maria Luiko, Gabriele Münter, Herbert Ploberger, Max Radler, Franz Radziwill, Anita Rée, Christian Schad, Josef Scharl, Rudolf Schlichter, Georg Schrimpf, Erwin Steiner, Hermann Tiebert u. a.

Kuratiert von Karin Althaus, Sarah Bock, Lisa Kern und Melanie Wittchow

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildung:
Karl Hubbuch
München, ca. 1933/1935
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
© Karl Hubbuch-Stiftung / Städtische Galerie Karlsruhe 2020
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Start: Dienstag 25.10.2022; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.02.2023
München Lenbachhaus: ETEL ADNAN
Bilder
ETEL ADNAN

Lenbachhaus München
Ausstellung vom 25. Oktober 2022 bis 26. Februar 2023

Das Lenbachhaus und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen richten gemeinsam die erste umfassende monografische Ausstellung zum Werk von Etel Adnan in Deutschland aus. Die in Beirut geborene Etel Adnan (1925–2021) ist eine bedeutende Vertreterin der Moderne. Ihr
künstlerisches und literarisches Werk zeichnet sich durch einen großen und gelebt ein Austausch zwischen der arabischen und westlichen Welt aus. Das Werk der Dichterin, Journalistin, Malerin und Philosophin, die ihr Leben zwischen dem Libanon, Frankreich und Kalifornien verbracht hat,
verbindet ganz unterschiedliche Kunstformen, Medien, Sprachen und Kulturen. Nach dem Unabhängigkeitskrieg Algeriens (1954–1962) lehnte Adnan es ab, weiterhin in der französischen Sprache zu arbeiten und solidarisierte sich mit Algerien: „Ich brauchte nicht mehr auf Französisch
zu schreiben, ich wollte in Arabisch malen.“ Ihre politische Klarheit sowie d ie enge Verbindung zwischen dem Schreiben und dem Malen sind zu wesentlichen Merkmalen ihres Oeuvres geworden.

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen trauern um Etel Adnan, die am 14. November 2021 im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Unser Mitgefühl gilt ihren engsten Vertrauten, Wegbegleitern und ihrer Partnerin Simone Fattal.
Eine Ausstellungskooperation der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.
Kuratiert von Sébastien Delot, Direktor LaM, Lille Métropole Musée d’art moderne

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildung:
Etel Adnan
Persian, 1963-64
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Foto/Photo: Achim Kukulies
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