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Start: Dienstag 05.08.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.03.2026
Buchheim Museum: KLANGVOLLE STILLE. STEINSKULPTUREN VON KUBACH & KROPP
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KLANGVOLLE STILLE. STEINSKULPTUREN VON KUBACH & KROPP

Ausstellung vom 05. August 2025 bis 15. März 2026
Buchheim Museum der Phantasie

Das Künstlerpaar Livia Kubach und Michael Kropp verwendet in seiner Arbeit meist schwarze Granite aus unterschiedlichen Regionen des Globus. Die Struktur der bearbeiteten Steine zeigt sich kristallin oder amorph, geschliffen und poliert oder rau und mit Bruchkanten. Zunächst faszinieren die Objekte und Skulpturen durch ihre besondere Ästhe k. Sie vermi eln Ruhe und Konzentra on und üben auf den Betrachter eine starke, beinahe magische Anziehungskra aus.
Jenseits der Faszina on der Oberfläche haben die Arbeiten von Kubach & Kropp auch optische und akustische Eigenscha en: Sie fordern den Betrachter dazu auf, durch Positionswechsel den optischen Veränderungen im Stein und dem subtilen Spiel mit dem Licht zu folgen. Einige sind dazu entworfen, ihnen Töne zu entlocken, diese dürfen bei Führungen bespielt werden. Livia Kubach, Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie und Meisterschülerin von Günther Uecker, und Michael Kropp, als Musiker, Bildhauer Autodidakt, haben über die Jahre eine eigenständige, keinem Trend zuzuordnende künstlerische Ausdrucksform gefunden. Seit vielen Jahren sind sie mit ihren Skulpturen interna onal erfolgreich in Ausstellungen zu sehen und in vielen renommierten Kunstsammlungen dauerhaft präsent.
Das Bildhauerpaar lebt und arbeitet in Bad Kreuznach.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen: 

- Kubach & Kropp
Säuleninsel, 2023
schwarzer schwedischer Granit, Klangskulptur
Objektmaß 20,0 x 46,0 x 46,0 cm

- Kubach & Kropp
Kreuz für Licht und Schatten, 2022
schwarzer schwedischer Granit
Objektmaß 48,0 x 30,0 x 15,0 cm
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Start: Samstag 27.09.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 12.04.2026
Stuttgart: Romane Holderried Kaesdorf. Haltung bewahren
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Romane Holderried Kaesdorf. Haltung bewahren

Ausstellung vom 27. September 2025 bis 12. April 2026 
Kunstmuseum Stuttgart 

Romane Holderried Kaesdorf (1922–2007) ist eine der interessantesten Vertreter:innen der zeitgenössischen Grafik Südwestdeutschlands. Erstmals im Kunstmuseum Stuttgart ist nun in einer Einzelausstellung ihr außergewöhnliches wie eigensinniges Werk zu entdecken.  
Fünf Jahrzehnte lang hat Romane Holderried Kaesdorf nahezu täglich gezeichnet, wobei sie sich konsequent gegen die Strömung der vorherrschenden Nachkriegsabstraktion stellte. Ihre Zeichnungen gehören mit zum Außergewöhnlichsten, was das Medium Zeichnung im 20. und 21. Jahrhundert hervorgebracht hat. 
Trotz dieser überragenden Qualität und obgleich Museen früh auf die Künstlerin aufmerksam wurden, blieb die Rezeption ihres Werkes überwiegend auf Baden Württemberg beschränkt. Die Galerie der Stadt Stuttgart begann bereits 1953 Arbeiten von Holderried Kaesdorf anzukaufen. Heute besitzt das Kunstmuseum Stuttgart zwanzig ihrer Werke.  
Ergänzt um Leihgaben aus öffentlichen und privatem Besitz, zeigt die Ausstellung einen repräsentativen Querschnitt ihres Werks seit den 1960er-Jahren – von den surrealen Szenerien über die Männer- und Frauenzeichnungen bis hin zu späten Serien, in denen sie ihr Sujet mit nur noch wenigen Strichen umsetzt. 
Die Werkschau gibt eine Vorstellung von der motivischen sowie stilistischen Entwicklung der unverwechselbaren Bildsprache von Holderried Kaesdorf. Die Arbeiten von Holderried Kaesdorf zeichnet ein leiser, hintergründiger Humor aus, der aus der Begegnung ihrer Figuren untereinander oder mit Dingen entsteht. Die Frauen und Männer ihrer Bildwelten scheinen immerzu beschäftigt: Sie erproben Körperhaltungen, sie hantieren und interagieren, ja ringen mit wiederkehrenden Gegenständen – mit Stühlen, Schemeln, Sesseln und Sofas, Büfetts und Schränkchen –, mal hingebungsvoll, mal mit großer Sorgfalt, mal unbeholfen oder steif. Gleichsam wie in Versuchsanordnungen erforschen die Zeichnungen mögliche Beziehungsgefüge zwischen dem Individuum zu sich selbst und seiner eigenen Körperlichkeit sowie zu der es umgebenden Umwelt. 

Manche dieser seltsam, gelegentlich auch bizarr anmutenden Episoden mögen irritieren, besonders ungewöhnlich sind sie allerdings nicht. Es könnten alltägliche Szenen sein, die die Künstlerin mit größtmöglicher Sachlichkeit schildert. Sie vermeidet dabei jede Wertung. Die Titel der Blätter, häufig längere Satzfragmente, beschreiben entweder auf lakonische Weise den Bildinhalt oder fügen als Kommentar den Zeichnungen eine weitere Bedeutungsebene hinzu. Zum Beispiel: »Vor der Tür kriechend« (1963), »Jäger üben für die 4. und letzte Dienstprüfung« (1971), »1 Frau schiebt den Stuhl, am Rand Turnerinnen« (1980), »Merkblatt, wie man ein kleines Brett mit einer Hand hält, wie man ein kleines 
Brett mit 2 Händen hält« (1990). 
Auffällig ist, dass die Aktionen und Handlungen der weiblichen Figuren gegenüber den männlichen stets dynamischer ausfallen: ihr Verhalten und ihre Haltungen sind geprägt von einer inneren Freiheit und Gegenwärtigkeit, die Selbstbewusstsein ausstrahlen. Auffällig ist auch, dass ab 1976 weitgehend nur noch Frauendarstellungen entstehen. Bis dahin dominieren Männer die Zeichnungen. Die Hinwendung zu weiblichen Figuren erfolgte in einem längeren Prozess, eine Motivation könnte gewesen sein, dass die UNESCO 1975 das »Internationale Jahr der Frau« ausrief. Es wurde damit ein politisches wie gleichermaßen gesellschaftliches Zeichen gesetzt, das weltweit auch Künstlerinnen ermutigen sollte, für eine größere Sichtbarkeit im Kunstbetrieb zu kämpfen. Als Feministin hat sich Holderried Kaesdorf zwar nie gesehen, gleichwohl hat sie sich zeitlebens für die Darstellung von Frauen in der Kulturgeschichte und für die Werke insbesondere weiblicher Kolleginnen interessiert.  
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand-Verlag. 
Kuratorin: Eva-Marina Froitzheim 

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 1
70173 Stuttgart

Abbildung: 

- Romane Holderried Kaesdorf 
Jäger üben für die 4. und letzte Dienstprüfung, 1971 
Farbstift und Bleistift auf Papier, 51 x 73 cm 
Museum Biberach 
© Nachlass Romane Holderried Kaesdorf 
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Start: Dienstag 14.10.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 31.05.2026
Lenbachhaus: Shifting the Silence. Die Stille verschieben
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Shifting the Silence. Die Stille verschieben
Gegenwartskunst im Lenbachhaus ab 14. Oktober 2025

Shifting the Silence ist der Titel des letzten Buches von Etel Adnan, erschienen 2021. Die deutsche Übersetzung Die Stille verschieben erschien posthum 2022. Erkennbar am Ende ihres Lebens verfasst, reflektiert Etel Adnan darin melancholisch, poetisch und sehr persönlich die großen Themen des Lebens. Alltagsbeobachtungen, Gefühle, Anekdoten oder Erinnerungen definieren in kurzen Prosastücken die Erzählung, die jedoch
keiner Linearität folgt. Die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod schafft eine ernste, philosophische Tiefe. Zugleich aber feiert Etel Adnan die Schönheit des Lebens, was als eine politische Gegenwehr gegen gesellschaftliches Verstummen verstanden werden kann. Es ist der Text einer Malerin, deren künstlerische Karriere als Schriftstellerin und Philosophin begann. Ein Raum der Ausstellung ist daher ihren Gemälden gewidmet.
Die Ausstellung möchte sich ein zentrales Anliegen von Shifting the Silence zu eigen machen: das Nachdenken über die Schwierigkeit, Werke Bildender Kunst vollständig in Worte zu fassen und erfahrbar zu machen. Eine Versprachlichung – also eine Übersetzung von Kunstwerken
und ästhetischen Erfahrungen in Worte und in Sprache – stellt in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung dar. Denn Sprache ist nicht nur ein Mittel zur Verständigung, sie ist zugleich begrenzt und manchmal sogar hinderlich, wenn es darum geht, vielschichtige Eindrücke und Wahrnehmung zu vermitteln. Etel Adnan schlägt vor, die Stille zu “verschieben“ – also die Grenzen des Sagbaren zu erweitern und das Poetische der vielen Ausdrucksformen der Künste nicht zu rationalisieren, sondern als Eigenwert anzunehmen.
Mit Werken von Etel Adnan, Saâdane Afif, Nevin Alada?, Harold Ancart, Tolia Astakhishvili, Leilah Babirye, Cana Bilir-Meier, Mel Bochner, Thea Djordjadze, Simone Fattal, Amy Feldman, Dan Flavin, Isa Genzken, Adrian Ghenie, Zvi Goldstein, Sheela Gowda, Giorgio Griffa, Philipp Gufler, Samia Halaby, Candida Höfer, Jenny Holzer, KAYA, Alexander Kluge, Ji?í Kovanda, Goshka Macuga, Nick Mauss, Rosemary Mayer, Ma?gorzata Mirga-Tas, Roméo Mivekannin, Matt Mullican, Marcel Odenbach, Roman Ondak, Anri Sala, Curtis Talwst Santiago, Spomenko Škrbi?, Sung Tieu, Gülbin Ünlü, Nicole Wermers und Issy Wood.
Shifting the Silence. Die Stille verschieben eröffnet Assoziationen und steht dieser Ausstellung als leitender Gedanke zur Seite, um die Kunstwerke als ein offenes Interpretationsmuster zu begleiten und zu erhellen.
Kuratiert von Eva Huttenlauch und Matthias Mühling
Mit Stiftungen von: Doris Keller-Riemer und Hans-Gerd Riemer, Jörg Johnen, Nevin Alada?, Amy Feldman, Zvi Goldstein, Goshka Macuga, Nick Mauss, Gabriel und Renate Mayer, Thorsten Eimuth, Jan Fischer, Marion Gr?i?-Ziersch, Sammlung Thiess, Mathias-Pschorr-Stiftung, Förderverein Lenbachhaus e.V.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildung: 

- Rosemary Mayer, Hypsipyle, 1973, 
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich 
© The Estate of Rosemary Mayer, New York, Foto/Photo: Lukas Schramm, Lenbachhaus 
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Start: Mittwoch 15.10.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.03.2026
Pinakothek der Moderne: CITY IN THE CLOUD - DATA ON THE GROUND
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CITY IN THE CLOUD - DATA ON THE GROUND

Ausstellung vom 15. Oktober 2025 bis 08. März 2025
Pinakothek der Moderne

Die zunehmende digitale Umwandlung unseres virtuellen und physischen Lebens führt zu einem exponentiellen Wachstum globaler Dateninfrastrukturen. Neue Rechenzentren werden von Städten und Ländern auf der ganzen Welt auf weitläufigen Arealen errichtet, um auf der globalen Datenlandkarte konkurrenzfähig zu sein. Ihr wirtschaftlicher Nutzen fordert jedoch einen hohen sozialen und ökologischen Preis, der vielerorts von lokalen Gemeinschaften und Umweltschutzbewegungen infrage gestellt und angefochten wird. Als energiehungrige, ressourcenintensive Anlagen sind die Rechenzentren auf sauberes Wasser und lokale Energienetze angewiesen und konzentrieren den wirtschaftlichen und politischen Einfluss in den Händen einiger weniger multinationaler Konzerne. Details zur Generierung von Daten und zu Datenrechten werden zudem meist aus öffentlichen Debatten ferngehalten. Daten sind praktisch zur neuen Währung geworden, was die Extraktion von noch mehr kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kupfer, Kobalt und Zinn vorantreibt.

Diese Ausstellung setzt sich kritisch mit den materiellen und räumlichen Auswirkungen der Dateninfrastruktur auseinander, indem sie die Orte aufzeigt, an denen Daten verarbeitet und konsumiert werden. Wie kann der steigende Bedarf an Daten und Dateninfrastrukturen gesteuert und mit einer gerechten und ausgewogenen Entwicklung in Einklang gebracht werden? Welche Auswirkungen hat die allgegenwärtige digitale Vernetzung auf die natürlichen Landschaften, die Produktion von Raum, die architektonische Praxis und Erinnerung oder das Kulturerbe?

Indem Orte der Dateninfrastruktur offengelegt werden und das Bewusstsein für unseren planetarischen Daten-Fußabdruck geschärft wird, entstehen Fragen zum Umgang mit Daten. Was soll behalten und was gelöscht werden? Die Ausstellung eröffnet eine Diskussion über die potenzielle Rolle von Daten bei der Förderung einer demokratischen und ökologisch verantwortungsvollen kollektiven Zukunft.
Kurator: Damjan Kokalevski

Pinakothek der Moderne
Arcisstraße 21
80333 München

Abbildung: 

- Library of Congress

Das achte Weltwunder: das Atlantik-kabel. Allegorische Szene, die Neptun mit einem Dreizack im Vordergrund zeigt, sowie einen Löwen, der Großbritannien reprä-sentiert, der das eine Ende des Atlantikkabels hält, und einen Adler, der die Vereinigten Staaten repräsentiert, der das andere Ende des Kabels hält, 1866.
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Start: Freitag 17.10.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 22.03.2026
Haus der Kunst: Cyprien Gaillard. Wassermusik
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Cyprien Gaillard. Wassermusik

Ausstellung vom 17. Oktober 2025 bis 22. März 2026
Haus der Kunst, München

Cyprien Gaillards neue Ausstellung „Wassermusik“ reflektiert über öffentliche Denkmäler und ihre Bedeutung in der heutigen Zeit.

Mit Wassermusik präsentiert das Haus der Kunst die neue Ausstellung von Cyprien Gaillard (geb. 1980, Paris), die passend zum Ende des diesjährigen Oktoberfests eröffnet. Im Zentrum steht sein neuester stereoskopischer Film Retinal Rivalry (2024), der teilweise auf dem Münchner Oktoberfest gedreht und vom Haus der Kunst koproduziert wurde. Mit modernster Technologie erschafft Gaillard eine erweiterte, geschärfte Sicht auf die Welt um uns. Das Schlüsselwerk führt die Betrachter*innen auf eine Reise durch verflochtene Zeit und unzugängliche urbane Oberflächen: Müllcontainer und unterirdische Adern, feuchtwarme Landschaften und Ausblicke aus den Augen der Bavaria-Statue über das Oktoberfest. So tritt es in einen engen Dialog mit der Stadt München und ihrem weltweit größten Volksfest, und lässt dieses wie in einer seltsamen Erinnerung nachklingen, unterläuft gewohnte Wahrnehmungsmuster mit einem skulpturalen und psychedelischen Raum, und löst die Erzählung auf, um reine Vision zu offenbaren.
Wasser durchdringt die neue Werkserie in der Einzelausstellung von Cyprien Gaillard. An den Schnittstellen von menschlichen Relikten, urbaner Geografie und Psychologie erschafft Gaillard ein Universum, das Phänomenen wie zivilisatorischen Umwälzungen und geologischer Zeit neue Gestalt verleiht. Über Medien wie Fotografie, Skulptur, Film, Video, Collage, Installation und Live-Performance entfaltet sein Werk eine Sprache des Verfalls, die Geschichte neu ordnet und die Gegenwart in einem anderen Licht zeigt.

Gaillard fasst Wasser als elementare Kraft auf – es durchquert die Zeit und verbindet Spuren zerfallener Geschichten. Durch Interventionen, Film, Skulpturen und Archivmaterial verändert er die Südgalerie mit Relikten wie Notausgangsschildern aus den 1930er-Jahren, Möbelstücken oder einem abgenutzten Teppich. Damit legt er die Spuren der einstigen Mieter*innen des Gebäudes offen. Zu den beständigsten nicht-menschlichen Zeugen gehören die Ammonitenfossilien im Marmorboden, die im Wasserlicht schimmern.
Zwei eigens von Gaillard erarbeitete Werkgruppen aus Archiven sind wichtige Bestandteile der Ausstellung: aus dem Haus der Kunst in München und dem Musée de l’Orangerie in Paris – Orte, die die Narben des Zweiten Weltkriegs tragen. Eine Auswahl an Möbeln aus dem Haus der Kunst ruft die Verhandlungen seiner früheren Mieter über die Nutzung des Gebäudes in Erinnerung. Prägnante Fotografien dokumentieren die Wasserschäden im Musée de l’Orangerie im Sommer 1944, als Bomben Decken einstürzen ließen: Wasser kroch über die Oberflächen, aufplatzende Schichten legten geisterhafte Blumenmuster frei. Durch diese Zusammenstellung entfaltet Gaillard einen Dialog zwischen Naturkräften und menschlichen Konstruktionen und verwandelt Orte in lebendige Monumente.
Diese Ausstellung setzt die Vision des Haus der Kunst fort, die Bedeutung von Baudenkmälern losgelöst von ihrem ursprünglichen Zweck neu zu definieren und zu untersuchen, wie öffentliche Denkmäler neue kollektive Erfahrungen schaffen können. Nach Einzelausstellungen wie „Voices“ von Philippe Parreno, „Mute“ von Pan Daijing und „Window of Tolerance“ von Wang Shui setzt Gaillards neue Ausstellung das experimentelle Programm des Haus der Kunst fort, indem sie modernste Technologie und zeitbasierte Medien integriert und Lebendigkeit als neue Form der
Ausstellungsgestaltung und künstlerischen Praxis erforscht.
Kuratiert von Xue Tan mit Lydia Antoniou und Laila Wu.

Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
80538 München


Abbildungen:

- Retinal Rivalry, 2024 (film still)
(3D motion picture, DCI DCP, dual 4k Projektion | projection bei | at 120fps)
2 Channel Audio
29:03 min
© Cyprien Gaillard
Courtesy the artist, Sprüth Magers and Gladstone Gallery

- Retinal Rivalry, 2024 (film still)
(3D motion picture, DCI DCP, dual 4k Projektion | projection bei | at 120fps)
2 Channel Audio
29:03 min
© Cyprien Gaillard
Courtesy the artist, Sprüth Magers and Gladstone Gallery
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Start: Mittwoch 22.10.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 27.09.2026
Museum Brandhorst: LONG STORY SHORT. EINE KUNSTGESCHICHTE AUS DER SAMMLUNG BRANDHORST VON DEN 1960ER-JAHREN BIS ZUR GEGENWART
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LONG STORY SHORT. EINE KUNSTGESCHICHTE AUS DER SAMMLUNG BRANDHORST VON DEN 1960ER-JAHREN BIS ZUR GEGENWART

Ausstellung vom 22. Oktober 2025 bis 27. September 2026
Museum Brandhorst, München

Erstmals seit seiner Eröffnung 2009 widmet sich das Museum Brandhorst mit „Long Story Short“ einer chronologischen Präsentation der Sammlung. Die Ausstellung vereint annähernd 80 Werke von über 30 Künstler:innen aus der Sammlung Brandhorst, darunter bedeutende Neuerwerbungen wie Martine Syms’ „DED“ (2021) sowie über 20 bisher noch nie gezeigte Arbeiten, etwa von Jacqueline Humphries, Laura Owens und Giulio Paolini.

Kunstgeschichte(n)
Der Bestand des Museums ist seit seiner Eröffnung von 800 auf über 2000 Werke angewachsen und verwebt zahlreiche Erzählstränge aus der Kunst der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit, die punktuelle wie tiefgreifende Einblicke in die Kunstproduktion der letzten 70 Jahre, vor allem in Europa und im US-amerikanischen Raum, geben. Anstatt einer vermeintlich vollständigen Geschichte dieses Zeitraums reihen sich in „Long Story Short“ ausgewählte Strömungen, ästhetische Fragestellungen und künstlerische Positionen von den 1960er-Jahren bis heute zu einer Perlenkette einzelner Kunstgeschichten.

Kunst als Spiegel der Gesellschaft
Neben formalen Entwicklungen und Zäsuren geht es immer auch darum, wie Kunst auf historische Ereignisse, gesellschaftliche Veränderungen und technologische Innovationen reagiert und sie im künstlerischen Prozess reflektiert. Welche Auswirkungen hatte das Wirtschaftswunder auf den Umgang von Künstler:innen mit Materialien? Was bedeutete die Politisierung der Gesellschaft in den 1960er-Jahren für Künstler:innen? Auf welche Weise hat die Digitalisierung die Produktion von Kunst verändert?

Von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart
Jeder Raum ist dabei eine eigene Ausstellung für sich, erzählt einen spezifischen kunsthistorischen Moment im Kontext seiner Zeit oder widmet sich einer ausgewählten Werkgruppe einzelner Künstler:innen: Beginnend mit der prozesshaften Materialreflexion der Arte Povera (mit Werken von Jannis Kounellis, Marisa Merz, Mario Merz und Giulio Paolini) und der formalen Reduktion des Minimalismus (unter anderem bei Richard Tuttles spielerisch-geometrischen Formen) über die konzeptuelle Fotografie der späten 1970er-Jahre (Victor Burgin) und die intensiven Auseinandersetzungen mit Körper, Geschlecht und Identität im Kontext der 1980er-Jahre (unter anderem bei Georg Herold und Rosemarie Trockel) bis hin zum richtungsweisenden Malereidiskurs der 1990er-Jahre (mit Charline von Heyl, Albert Oehlen, Laura Owens und anderen) entsteht so ein Kaleidoskop kunsthistorischer Erzählungen der jüngeren Vergangenheit. Die Auseinandersetzung mit digitalen Medien und Technologien – etwa bei Kerstin Brätsch, Mark Leckey, Jacqueline Humphries oder Sondra Perry – reflektiert einen Aspekt künstlerischer Produktion der Gegenwart und bildet einen offenen Schlusspunkt.
Die Ausstellung macht die vielfältigen Ausdrucksformen und ästhetischen Strategien der Kunst als Teil eines historischen Gefüges erfahrbar. Sie zeigt, wie Kunst nicht isoliert existiert, sondern in einem ständigen Austausch mit ihrer Zeit, mit politischen, sozialen und technologischen Entwicklungen steht, diese in freier Weise reflektiert und damit ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft ist.
Kunst entdecken
Die Bandbreite der Exponate reicht von monumentalen Arbeiten wie Mark Leckeys zehn Meter hoher aufblasbarer Skulptur „Inflatable Felix“ (2020) – dem ersten Fernsehbild der Geschichte als Pop-Ikone – bis hin zu André Caderes nur 29 Zentimeter langem, handbemaltem Stab „Barre de bois rond“ (1976), der einst in fremde Ausstellungen geschmuggelt wurde.
Dazwischen entfaltet sich ein Panorama künstlerischer Strategien, die ebenso überraschend wie sinnlich erfahrbar sind: Marisa Merz verwandelt in dem Schwarzweißfilm „La conta“ (1967) eine alltägliche Küchenszene in ein feministisches Manifest, Victor Burgin inszeniert in „Zoo 78“ (1978) das geteilte Berlin als „Stadt des Geistes“, und Jacqueline Humphries lässt ihre „Black Light Paintings“ (2005) im Dunkeln erstrahlen – Malerei, die sich selbst zum Leuchtkörper macht und im Museum Clubatmosphäre erzeugt. Mit Martine Syms’ monumentaler Videoinstallation „DED“ (2021) trifft schließlich eine neue Generation auf die Gegenwart: Ihr digitaler Avatar durchwandert eine endlose Landschaft aus Schmerz, Humor und
Wiedergeburt – ein eindrücklicher Kommentar zu Körper, Medien und Selbstbild im 21. Jahrhundert.

Mit Werken von
Kerstin Brätsch, Victor Burgin, André Cadere, DAS INSTITUT (Kerstin Brätsch und Adele Röder), Walter De Maria, Wade Guyton, Georg Herold, Charline von Heyl, Jacqueline Humphries, KAYA (Kerstin Brätsch und Debo Eilers), Jannis Kounellis, Michael Krebber, Louise Lawler, Mark Leckey, Mario Merz, Marisa Merz, Albert Oehlen, Kayode Ojo, Laura Owens, Palermo, Giulio Paolini, Sondra Perry, Sigmar Polke, Seth Price, Amy Sillman, Frank Stella, Martine Syms, Niele Toroni, Rosemarie Trockel, Richard Tuttle, Cy Twombly, Franz West.

MUSEUM BRANDHORST
Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Theresienstraße 35a
80333 München

Abbildungen: 

- Niele Toroni 
Empreintes de pinceau n° 50 répétées à intervalles réguliers de 30 cm, 1977 
Udo und Anette Brandhorst 
Sammlung 
© Niele Toroni. VG Bild-Kunst, Bonn [2025]. Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, 
Museum Brandhorst, München 

- Amy Sillman 
Mr. Wrong, 1995 
Udo und Anette Brandhorst 
Sammlung 
© Amy Sillman. Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, 
Museum Brandhorst, München 
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Start: Dienstag 04.11.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.02.2026
Lenbachhaus: Out of Focus. Leonore Mau und Haiti. Eine Ausstellung von U5
Bilder
Out of Focus. Leonore Mau und Haiti. Eine Ausstellung von U5

Ausstellung vom 4. November 2025 – 15. Februar 2026
Lenbachhaus München

"Sa w wè a se pa sa" (Was man sieht, ist nicht, was es ist. Haitianisches Sprichwort)

Kann eine Ausstellung einer deutschen Fotografin ein Bild von Haiti vermitteln, das nicht von Stereotypen geprägt ist? Mit „Out of Focus“ überführen U5 die Bilder Leonore Maus (1916 – 2013) in ein multimediales, sinnliches Environment.
Leonore Mau reiste in den 1970er Jahren während der Diktatur von Jean-Claude „Baby Doc“ Duvalier nach Haiti. Sie war gemeinsam mit dem Schriftsteller Hubert Fichte (1935–1986) unterwegs. Die Reise war Teil eines langjährigen Rechercheprojekts zu afrodiasporischen Religionen. Maus Fotografien wurden in den Fotobüchern „Xango“ (1976) und „Petersilie“ (1980) und in Reisereportagen in vielen deutschen Zeitschriften publiziert. Der größte Teil wurde jedoch bisher weder veröffentlicht noch in Ausstellungen gezeigt und befindet sich im Nachlass der Fotografin im bpk-Fotoarchiv in Berlin.
Während Maus Fotobücher auch Fotografien beinhalten, die das von Vorurteilen geprägte Bild von Haiti und Vodou bestätigen, finden sich in ihrem umfangreichen Nachlass zahlreiche Aufnahmen, in denen alltägliches Leben, Gemeinschaft, Diktatur, Spiritualität und Tourismus nebeneinander existieren. Das Œuvre von Leonore Mau eröffnet eine Möglichkeit, kritisch über politische, ökonomische, kulturelle wie persönliche Verflechtungen nachzudenken. Dabei werden auch Fragen der Ästhetik und Ethik des Fotografierens angesprochen. Wie können die Bilder gezeigt werden, ohne Machtverhältnisse zu reproduzieren?

„Was man sieht, ist nicht, was es ist“: Die von dem Künstlerinnenkollektiv U5 in Zusammenarbeit mit ALIAS architects entwickelte Rauminstallation spricht Fragen des Zeigens und Nichtzeigens an. „Out of Focus“ sucht nach einem Umgang mit diesen Bildern, der Ambivalenz zulässt, in dem Kritik und Schönheit kein Widerspruch sind.
Die Ausstellung ist eine künstlerische Weiterentwicklung des Forschungsprojekts „Out of Focus“ von Dora Imhof und U5 an der Universität Zürich. Gemeinsam mit der Kulturanthropologin und Künstlerin Gina Athena Ulysse, der Künstlerin und Filmemacherin Madafi Pierre, dem Houngan (Priester), Musiker und Generaldirektor des Bureau National d’Ethnologie in Port-au-Prince Erol Josué und weiteren Personen mit unterschiedlichen Expertisen entwickelt die Ausstellung einen dialogischen, kritischen und dekolonialen Umgang mit den Fotografien von Leonore Mau.
Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche viersprachige, von Dora Imhof, Gina Athena Ulysse und U5 herausgegebene Publikation im Verlag Hatje Cantz.

Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildung: 

- U5, Tourist*innen / Tourists, Überlagerung von Fotografien von Leonore Mau / layering of photographs by Leonore Mau, 2025 
© U5, bpk, S. Fischer Stiftung und / and Leonore Mau
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Start: Samstag 08.11.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 12.04.2026
Kunstmuseum Stuttgart: Rolf Nesch, Nadira Husain, Ahmed Umar - Prägungen und Entfaltungen
Bilder
Bilder
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Rolf Nesch, Nadira Husain, Ahmed Umar
Prägungen und Entfaltungen

Ausstellung vom 08. November 2025 bis 12. April 2026
Kunstmuseum Stuttgart

Den Ausgangspunkt für die Ausstellung bilden Druckgrafiken und Reliefarbeiten von Rolf Nesch (1893–1975) aus der Sammlung des Kunstmuseums Stuttgart. Sie treten in Dialog mit Werken der zeitgenössischen Künstler:innen Nadira Husain (*1980) und Ahmed Umar (*1988). Alle drei verbinden Migrationserfahrungen, die sich in Motivik und Bildsprache ihrer Arbeiten widerspiegeln.

Der aus Oberesslingen stammende Rolf Nesch emigriert 1933 als Gegner des Nationalsozialismus nach Norwegen. Seine Formensprache wandelt sich grundlegend durch den Einfluss nordischer Natur, Kultur und Menschen. Auch das Werk der indisch-baskisch-französischen Künstlerin Nadira Husain zeugt von transkulturellen Bewegungen und Reflexionen über die kulturelle Identität einer postmigrantischen zweiten Generation. Ahmed Umar flieht vor politischer Verfolgung aus dem Sudan nach Norwegen, um dort als queerer Künstler ein selbstbestimmtes Leben im Einklang mit seinen spirituellen und kulturellen Wurzeln zu führen.


Rolf Nesch (1893–1975)
Rolf Nesch studiert an der Kunstakademie Dresden. Nach einem Studienaufenthalt bei Ernst Ludwig Kirchner in Frauenkirch bei Davos beginnt er mit druckgrafischen Experimenten. Bereits vor seiner Emigration 1933 entwickelt er einen besonderen Metalldruck, bei dem auf die Druckplatte gelötete Metallstücke mitgedruckt werden. In Norwegen erweitert er diese Praxis, sodass am Ende dreidimensionale Materialbilder stehen. Die Beschäftigung mit dem Land und seiner Kultur, die Faszination für nordische Landschaften und Erzählungen, aber auch Exilerfahrungen und die Anpassung an neue Lebensumstände prägen Neschs Schaffen. Von 1960 bis Mitte der 1980er-Jahre erwirbt die Galerie der Stadt Stuttgart – der Vorgängerinstitution des Kunstmuseums Stuttgart – knapp 90 Arbeiten des Künstlers. Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums und Leihgaben aus dem In- und Ausland geben Einblick in sein transmediales, kulturübergreifendes Œuvre. Rolf Nesch zählt heute zu den bedeutendsten Künstler:innen Norwegens.

Nadira Husain (*1980)
Nach ihrem Kunststudium an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris zieht Nadira Husain nach Berlin. In ihren auffächernden, raumgreifenden Malereien und Installationen geht sie Themen wie Postmigration, Transkulturalität und kultureller Hybridität nach. Dabei verwendet sie traditionelle Handwerkstechniken und integriert Textilien und Keramik. Durch den Rückgriff auf Symbole und Erzählungen verschiedener Kulturkreise, die mit ihrem eigenen biografischen Hintergrund verknüpft sind, entstehen vielschichtige Bildkompositionen. In ihnen entspinnt sich ein dichtes Bezugssystem zu indopersischer Mogulmalerei, europäischen Comicfiguren und Elementen des Sufismus. Im Kunstmuseum Stuttgart präsentiert die Künstlerin neue Arbeiten, darunter eine vor Ort gestaltete Wandarbeit.

Ahmed Umar (*1988)
Der aus dem Sudan stammende Künstler und LGBTQIA+Aktivist Ahmed Umar flieht wegen der politischen Verfolgung seiner Person 2008 nach Norwegen. Dort studiert er bis 2016 Druckgrafik sowie medium- und materialbasierte Kunst an der National Academy of the Arts in Oslo. Seine künstlerische Praxis kennzeichnet eine fortwährende Beschäftigung und Erforschung neuer Materialien und die Umgestaltung von Fundstücken. Zugleich zeugt sein Werk von der Zerrissenheit eines Individuums zwischen traditionellen Geschlechterrollen, Religiosität und dem Streben nach Selbstbestimmung. Umar identifiziert sich als queer und versteht sich als politischer Künstler. Das Kunstmuseum Stuttgart präsentiert Ahmed Umars Werk erstmalig in Deutschland.

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 13
70173 Stuttgart


Abbildungen:

- Rolf Nesch 
Der Heilige Sebastian, 1941–1942 
Materialbild, 150 x 300 cm 
Kunstmuseum Stuttgart 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / 
Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart 

- Ahmed Umar 
Glowing Phalanges, 2025 
Arbeitsstudie 
Courtesy Ahmed Umar und OSL contemporary, Oslo 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Ahmed Umar 

- Rolf Nesch 
Landschaft von Bykleheia, 1939–1940 
Stein, Glas und Metall auf Kupferplatte,  
auf Holzplatte montiert, 96 x 156 cm 
Nasjonalmuseet Oslo 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Morten Thorkildsen 
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Start: Freitag 14.11.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.05.2026
Haus der Kunst: Sandra Vásquez de la Horra. Soy Energía
Bilder
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Sandra Vásquez de la Horra.
Soy Energía

Ausstellung vom 14. November 2025 bis 17. Mai 2026
Haus der Kunst, München

Soy Energía ist die erste Überblicksausstellung der chilenischen Künstlerin Sandra Vásquez de la Horra (geb. 1967, Viña del Mar, Chile) in Europa und präsentiert die transnationalen und Indigenen Perspektiven ihrer multidisziplinären künstlerischen Praxis. Ihr vor allem zeichnerisches und malerisches, aber auch filmisches und performatives Lebenswerk umfasst komplexe Ereignisse, Geschichten, Riten und Glaubensvorstellungen, die sowohl in ihrem Aufwachsen in Chile als auch in den vielen Jahren ihres Lebens in Deutschland wurzeln, und eröffnet neue Perspektiven. Kuratorin Jana Baumann: „Die Multiperspektivität des Werks lädt zu einer Begegnung mit den spirituellen, Mensch und Natur versöhnenden Welten der Künstlerin ein und würdigt ihr Engagement für Selbstbestimmung, Frauen- und Menschenrechte.“

Die Ausstellung widmet sich Vásquez de la Horras experimenteller Praxis, wobei ihr räumliches, energetisches und weltumfassendes Denken im Mittelpunkt steht. Erfahrungen von Verfolgung, Unterdrückung und Migration spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die Künstlerin entwickelt eigens eine Ausstellungspraxis, die sich vom Arbeiten mit organischen Materialien ableitet wie auch szenografische Ansätze in den Raum erweitert und berührende existentielle Erlebnisse vermittelt.
Vásquez de la Horras frühe Werkserien entstanden während der Herrschaft des Pinochet-Regimes in Chile in den 1980er- bis 1990er-Jahren, wobei sich die Künstlerin mit dem Körper und dessen weltlicher Einbettung mittels Zeichen, Fragmenten und Sprache befasste. Zeichnungen von fabelhaften Mischwesen mit menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zügen spielen auf die Unvereinbarkeit von Geschichte und Moral an. Die in Bienenwachs getränkten Arbeiten – eine Technik, die sie seit 1997 anwendet – präsentiert sie in experimentellen Hängungen, um vielfältig lesbare Konstellationen zu gestalten. In ihren ersten Jahren in Europa schuf Vásquez de la Horra Video-Performances und Filme, die nun erstmals gezeigt werden. In diesen Werken verarbeitet sie bedeutsame Ereignisse und Themen wie Einsamkeit, Trennung und Rassismus. Die Ausstellung verbindet die historische Dimension des Werks mit seiner Entwicklung in der Gegenwart und würdigt die über vier Jahrzehnte umfassende transdisziplinäre Arbeit von Sandra Vásquez de la Horra.
Andrea Lissoni, Künstlerischer Direktor: „Die Ausstellung spiegelt unseren transdisziplinären, transnationalen Ansatz in der Programmgestaltung wider – einen Ansatz, der unterschiedliche, aber aufeinander abgestimmte Praktiken miteinander verwebt und sich mit der Geschichte auseinandersetzt, um gleichzeitig neue Wege zu eröffnen, die Gegenwart zu bewohnen.“

Mit „Soy Energía“ setzt des Haus der Kunst seine Vision fort, Kanons neu zu bewerten und Stimmen Raum zu geben, die lange Zeit marginalisiert waren. Vásquez de la Horras Retrospektive bildet einen Widerhall auf die neuen Lesarten der Kunstgeschichte in der Gruppenausstellung „Für Kinder. Kunstgeschichten seit 1968“ und die sich wandelnden Wahrnehmungen, die in „Cyprien Gaillard. Wassermusik“ untersucht werden. Ihre Zeichnungen, die zugleich intim und expansiv sind, spiegeln die Art und Weise wider, wie Ei Arakawa-Nash Zeichen und Gesten in gemeinsame Sprachen verwandelt – indem sie den öffentlichen Raum einbezieht und ihn in einen Ort verwandelt, an dem Bilder, Zeichen und Bewegungen zu Begegnungen und gemeinsamen Gesten werden.

Kuratiert von Jana Baumann mit Marlene Mützel.

Haus der Kunst | Nordgalerie
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen: 

- Sandra Vásquez de la Horra. Soy Energía 
Ausstellungsansicht  
Haus der Kunst München, 2025 
Foto: Markus Tretter 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025

- Sandra Vásquez de la Horra. Soy Energía 
Ausstellungsansicht  
Haus der Kunst München, 2025 
Foto: Markus Tretter 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 
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Start: Samstag 15.11.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.03.2026
Buchheim Museum: AUSGESUCHT. WEITERE WERKE AUS DER SAMMLUNG
Bilder
Bilder
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AUSGESUCHT. WEITERE WERKE AUS DER SAMMLUNG

Ausstellung vom 15. November 2025 bis 15. März 2026
Buchheim Museum der Phantasie

In der neuen Präsentation AUSGESUCHT im Großen Saal steht noch einmal die Vielfalt der Sammlungsstücke im Buchheim Museum im Vordergrund. Im Ansatz folgt sie der Frühjahrsausstellung MIT WACHEM BLICK & BEGABTER HAND. Doch die Auswahl der Werke unterscheidet sich stark und zeigt neue Themen. Die weltbekannten expressionistischen Meisterwerke der Sammlung Buchheim werden mit neuen Werken aus der Sammlung Hierling, weiteren weniger bekannten Stücken der Sammlung Buchheim und bisher nicht gezeigten Neuerwerbungen der Buchheim Stiftung kombiniert. Der Jahreszeit entsprechend wurde bei den Landschaften diesmal herbst- und winterlichen Ansichten der Vorzug gegeben. Nächtliche Motive spielen ebenfalls eine große Rolle. Die Freuden des Eislaufens sind zu sehen, aber auch Fasching, Kirmes und Zirkusakrobatik werden thematisiert. Wieder werden mit Gegenüberstellungen ganz unterschiedlicher Werke motivische Gemeinsamkeiten in den Fokus gerückt. Die Spanne der Stile reicht von secessionistischen Werken über expressive Bildfindungen und sachlich-realistische Schilderungen bis hin zu naiven Darstellungen. Weit über 100 Gemälde sind um Papierarbeiten und Plastiken ergänzt. 

Zwei Gemälde der Sammlung Buchheim werden freistehend präsentiert, so dass auch die Rückseiten zu sehen sind. Sie stehen beispielhaft für die Provenienzforschung am Museum und werden in einer Spezialführung am 30. November, um 15 Uhr genauestens erläutert. Bei etwa einem Drittel der Exponate ist darüber hinaus über QR-Codes der direkte Zugang zu unserer Sammlung Online gegeben, wo Sie neben Fotos vieler Rückseiten auch Biografien der Künstlerinnen und Künstler, Informationen zur Herkunft der Werke und ihren Vorbesitzerinnen und Vorbesitzern finden können. 

Am ersten Wochenende der Präsentation von AUSGESUCHT findet am 15./16. November von 11 bis 15 Uhr ein offener Knetworkshop mit der Künstlerin Katharina Neubert im Buchheim Museum statt. Für ihr Playdoughartprojekt formt sie seit 2018 in Museen weltweit die für sie schönsten – meist weiblichen – Figuren in Knete. Im Workshop können Groß und Klein es ihr gleichtun und sich ihre Lieblingsfigur auf den Werken im 
Saal aussuchen, sie abfotografieren und anschließend im Foyer eine eigene Version erschaffen. Als Abschluss kann dann das neue Kunstwerk mit dem Original verglichen und im direkten Miteinander fotografiert werden. 

Bei einem Werk in der Ausstellung handelt es sich um eine nur kurzfristige Leihgabe des Künstlers Ruprecht von Kaufmann. Sein Gemälde »Der Fjord« hat er 2019 in direktem Bezug zu Ernst Ludwig Kirchners »Berglandschaft« geschaffen. Nun werden beide Monumentalbilder erstmals Seite an Seite ausgestellt. Ab 29. November wird auf der Galerie die monografische Schau RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN zu sehen sein. »Der Fjord« ist also gleichsam ein Vorbote für die achte und letzte Präsentation, die in diesem Jahr im Buchheim Museum eröffnet wird. Beide Ausstellungen laufen dann parallel bis ins Frühjahr 2026. 

Mit Werken von: Ernst Barlach, Ludwig Maria Beck, Walter Becker, Max Beckmann, Otto Beyer, Albert Birkle, Ludwig Bock, Olga Bontjes van Beek, Heinz Borchers, Lothar-Günther Buchheim, Josef Buchty, Adolf Büger, Albert Burkart, Pol Cassel, Lovis Corinth, Grete Csaki-Copony, Edward Cucuel, Dina Cymbalist, Béla Czóbel, Hiltgund von Debschitz, Dietz Edzard, Adolf Eiermann, Friedrich G. Einhoff, Reinhold Ewald, Lyonel Feininger, Conrad Felixmüller, Alexander Fischer, Franz Frank, Fritz Gartz, Oskar Gawell, Ernst Graupner, Hans von Hayek, Erich Heckel, Jeppe Hein, Rudolf Heinisch, August Henneberger, Albert Hennig, Otto Herbig, Julius Herburger, Julius Hess, Holmead, Karl Hurm, Julius Hüther, Alexej von Jawlensky, Dora Jutz-Rümelin, Ottilie Kasper, Ruprecht von Kaufmann, Max Kaus, Anton Kerschbaumer, Ernst Ludwig Kirchner, Walther Klemm, Leo von König, Max Lacher, Anton Lamprecht, Werner Laves, Anton Leidl, Lotte Lesehr-Schneider, Rudolf Levy, Robert Liebknecht, Käthe Loewenthal, Joseph Mader, Willy Menz, Wilhelm Morgner, Otto Mueller, Josefine Mühlen Schmid, Karen Müller, Bruno Müller-Linow, Otto Ludwig Naegele, Otto Nagel, Bill Nagel, Thomas Niederreuther, Otto Nückel, Karl Oertel, Hans Olde, Willi Oltmanns, Rosmina Radler, Kurt Radtke, Elisabeth Rögner-Seeck, Christian Rohlfs, Karl Röhrig, Emil Scheibe, Hans Schellinger, Fritz Schirrmacher, Karl Schmidt-Rottluff, Gustav 
Schopf, Otto Schubert, Alois Seidl, Rose Sommer-Leypold, Ernst Stadelmann, Eugen Stoll, Ernst Straßner, Wolfgang Teucher, Hector Trotin, Albert Unseld, Sepp Vees, Herbert Vogt, Hans Waiblinger, Ernst Weiers, Gustav Weizsäcker, Paul Wellershaus, Max Wendl, Paula Wimmer, Karoline Wittmann, Alexander Wolfgang, Max Zettler, Bernd Zimmer. 

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1, 
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen: 

- Lyonel Feininger
Blaue Brücke, 1920
Tusche und Aquarell auf Vergé
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
© VG Bild-Kunst, Bonn
Reproduktion: Nikolaus Steglich, Starnberg

- Adolf Eiermann
Nächtliches Eisvergnügen, o. J.
Öl auf Hartfaser
Sammlung Joseph Hierling im Buchheim Museum der Phantasie
© Rechtsnachfolge des Künstlers
Reproduktion: Joseph Hierling

- Gustav Weizsäcker
Atelierfenster, Kaiserplatz Reutlingen, 1935
Öl auf Hartfaser
Sammlung Joseph Hierling im Buchheim Museum der Phantasie
Reproduktion: Joseph Hierling

- Anton Kerschbaumer
Lindauer Hafen, 1920
Gouache auf Papier
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
Reproduktion: Foto Marquart, Tutzing
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Start: Dienstag 18.11.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Samstag 28.02.2026
München: A Day With David Bowie
Bilder
A Day With David Bowie
Eine besondere Fotoausstellung kommt direkt aus L.A. nach München in den Pineapple Park

Ausstellung vom 18. November 2025 bis 28. Februar 2026 
München Pineapple Park
(ehem. Paketpost-Areal, Bauteil 3, Arnulfstr. 195, 80634 München, S Hirschgarten, Tram 16/17 Briefzentrum)

Die Ausstellung „A Day With David Bowie“ zog in Santa Monica L.A. so viele Besucher ins Modern Art Museum, dass sie bereits zum dritten Mal verlängert wurde. Denn diese Bilder waren so noch nie zu sehen. Ab 18. November ist die außergewöhnliche Schwarz-Weiß-Fotoserie der österreichischen Fotografin Christine de Grancy im Münchner Pineapple Park zu sehen. 
 „A Day With David Bowie“ schlägt eine Brücke zwischen der Erfolgsgeschichte einer der schillerndsten Popikonen aller Zeiten und der Bildenden Kunst. Mit einem intimen Blick auf einen reflektierten David Robert Jones, wie Bowie mit bürgerlichem Namen hieß, zeigen die großformatigen Aufnahmen eine ganz andere Seite von ihm: Die des Suchenden, der Inspiration weit jenseits der Glam-Rock-Bühnen fand. Bilder, die nicht nur Fans und Kunstinteressierte begeistern werden, sondern auch alle, die den Mythos Bowie näher erkunden wollen. Spannender Kontrapunkt in der Ausstellung: Der begehbare, sehr bunte „Walla-Raum“ des Gugginger Künstlers August Walla mit detailreichen Wandzeichnungen und typischer „Outsider-Art“, die Bowie damals sehr faszinierte.
Die etablierte Reportage-, Kunst- und Porträtfotografin Christine de Grancy hatte 1994 die einmalige Gelegenheit, Bowie sehr privat mit der Kamera begleiten zu dürfen. Auf Einladung von André Heller besuchte er damals zusammen mit Brian Eno das Gugging Art Center bei Wien, nahm sich viel Zeit für die Kunstwerke und sprach mit den Künstler*innen. Sein Album Outside (1995) wurde in der Folge sehr von diesem Besuch inspiriert. Es war also kein inszenierter Starauftritt, kein übliches Promi-Shooting. Er war dort als interessierter, sensibler Beobachter und Zuhörer.
Ebenso beobachtend und sehr diskret fing De Grancy mit ihrer Kamera Momente der Stille, Begegnung und Anteilnahme ein. Ihre Fotos sind reduziert, oft mit klaren Linien und Betonung auf Gestik, Raum und Beziehung zwischen Bowie, den Künstler*innen und dem Umfeld. Um ihre Erzählweise und ihren besondere Blick zu zeigen, wurde die Auswahl und Anordnung der Fotografien in enger Zusammenarbeit mit de Grancy angeordnet. Bedauerlicherweise verstarb sie noch vor Eröffnung der Ausstellung in L.A. in Wien.
Christine de Grancys (1942–2025) fotografisches Werk ist von einem präzisen, zugleich poetischen Blick auf Menschen und ihre Lebensräume geprägt. Die ausgebildete Graphikdesignerin wandte sich Mitte der 1960er-Jahre der Fotografie zu und entwickelte bald eine unverwechselbare Handschrift zwischen dokumentarischer Genauigkeit und stiller Empathie. Ihre Fotodokumentationen führten sie in politisch und kulturell aufgeladene Regionen – von Algerien bis China –, doch auch das Theater und die Stadt Wien wurden zu zentralen Motiven ihres Schaffens. Mit der Serie „A Day with David Bowie“ gelang ihr ein besonderes Zeitdokument. 

München Pineapple Park
(ehem. Paketpost-Areal, Bauteil 3, Arnulfstr. 195, 80634 München, S Hirschgarten, Tram 16/17 Briefzentrum)
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Start: Sonntag 23.11.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 12.04.2026
Franz Marc Museum: Wilde Farben, freier Geist. 120 Jahre Künstlergruppe Brücke
Bilder
Bilder
Wilde Farben, freier Geist. 120 Jahre Künstlergruppe Brücke

Ausstellung vom 23. November 2025 bis 12. April 2026
Franz Marc Museum, Kochel am See

Anlässlich des 120jährigen Gründungsjubiläum der Künstlergruppe Brücke zeigt das Franz Marc Museum in Kochel am See ab Ende November herausragende Meisterwerke des deutschen Expressionismus, darunter bedeutende Leihgaben aus dem Kunstmuseum Ravensburg und aus Privatbesitz.

1905 wagte eine Gruppe junger Künstler den Aufbruch in die Moderne. Mit leuchtenden Farben, radikal vereinfachten Formen und einer neuen, subjektiven Ausdruckskraft suchten sie nach einem unverstellten Zugang zur Welt. Die Brücke-Künstler forderten den Kunstbegriff ihrer Zeit heraus und legten den Grundstein für die Entwicklung der modernen Kunst in Deutschland.

Die Ausstellung zeichnet in thematisch gegliederten Kapiteln die charakteristischen Facetten dieser Gemeinschaft nach. Ausgehend von ihrem kulturkritischen Anspruch, die starren Regeln und Konventionen der wilhelminischen Kunst durch das „Unmittelbare“ und „Unverfälschte“ zu überwinden – wie es im Programm der Brücke von 1906 formuliert wurde –, strebten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Otto Mueller nach einer neuen Einheit von Kunst und Leben. Dieses Ideal zeigt sich ebenso in den vitalen Aktdarstellungen der frühen Dresdner Jahre wie in den von der Dynamik und Widersprüchlichkeit der Großstadt geprägten Szenen der Berliner Zeit. Die Faszination des Ursprünglichen führte zugleich zur Auseinandersetzung mit außereuropäischer Kunst und Kultur, die den Künstlern als ästhetisches und spirituelles Vorbild diente.
Aus heutiger Perspektive erscheint dieser Blick jedoch auch als Ausdruck einer unreflektierten Aneignung kolonial geprägter Bilderwelten. Ebenso werfen manche ihrer Werke, etwa Darstellungen kindlicher Modelle, Fragen nach Grenzüberschreitungen und Geschlechterrollen auf, die im historischen Kontext kritisch zu beleuchten sind.

Mit rund 50 Arbeiten – Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und grafischen Werken – beleuchtet die Ausstellung die Anfänge einer Bewegung, die Kunst und Leben untrennbar miteinander verband. Zugleich lädt sie dazu ein, das Erbe der Brücke neu zu betrachten: als Ausdruck eines radikalen Aufbruchs, dessen schöpferische Energie wie auch seine Widersprüche bis in die Gegenwart wirken.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8–10
82431 Kochel am See

Abbildungen: 

- Erich Heckel, Parksee, 1914, 
Franz Marc Museum, Kochel a. See 
Dauerleihgabe aus Privatbesitz, 
Foto: © Collecto.art

- Otto Mueller, Badende, 1920, 
Franz Marc Museum, 
Dauerleihgabe aus Privatbesitz, 
Foto: © Collecto.art
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Start: Dienstag 25.11.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 12.04.2026
Lenbachhaus: Iman Issa. Lass uns spielen
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Iman Issa. Lass uns spielen

Ausstellung vom 25. November 2025 bis 12. April 2026
Lenbachhaus, München

In ihrem zugleich spielerischen wie formal präzisen Werk befasst sich Iman Issa mit den immerwährenden Fragen der Kunst: Was ist ein Kunstwerk? Wie verhält sich ein Objekt oder ein Bild zu den Belangen seiner Zeit? Welche Rolle kommt den Künstler*innen in ihrer
jeweiligen Gegenwart zu?
Die gezielte Fragestellung ist für Issa (*1979, Kairo) ein Medium ebenso wie Holz, Metall oder Fotografie. Ist eine Frage aufgeworfen oder eine Hypothese skizziert, prüft sie deren Schlüssigkeit anhand neuer künstlerischer Arbeiten. Oftmals entstehen so ganze Serien, die so lange andauern, bis die Frage erschöpft scheint. Issas Arbeiten spielen auf die Kunst anderer an, auf Denkmäler, Literatur, Gemälde und Fotografien, über einen Zeitraum von Jahrhunderten und über nationale Grenzen hinweg.
Nach dem Studium der Philosophie und der Politikwissenschaften arbeitete die Künstlerin anfangs vorwiegend fotografisch. Heute nehmen Issas Werke meist installative Form an. Ihre „Displays“, wie sie diese nennt, bestehen aus sich aufeinander beziehenden Elementen: kurze Texte, Fotos, Bücher, Videos und Objekte. Oftmals unterlaufen diese Konstellationen die traditionelle Beziehung zwischen Bildunterschrift und Illustration. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Text und eine Skulptur ein abwesendes drittes Objekt heraufbeschwören oder aber gezielt aneinander vorbeideuten.
Issas Methoden werfen die Frage auf, inwiefern die Wahrnehmung von künstlerischen Formen durch ihre gesellschaftlichen Gegebenheiten geprägt ist: Ist ein Denkmal oder ist ein Bild den Interpretationen seiner Betrachter*innen ausgeliefert, sodass sich seine Bedeutung ständig ändert? Inwiefern formen umgekehrt künstlerische Objekte unseren Blick auf die Welt? Issa löst diesen Knoten mit der subjektiven Behauptung, dass eine bestimmte Form die einzig mögliche für die Darstellung eines bestimmten Konzepts sei.
Der von Issa angeregte Ausstellungtitel Lass uns spielen lädt dazu ein, aufgeweckt zu betrachten, die gesponnenen enzyklopädischen Bezüge zu verfolgen und sich selbst ein Bild zu machen.
Kuratiert von Stephanie Weber

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildungen:

- Iman Issa, Material for a sculpture proposed as an alternative to a monument that has become an embarrassment to its people, 2010, 
Courtesy Sylvia Kouvali 
© Iman Issa 2025

- Iman Issa, Heritage Studies #38, 2020, 
Courtesy Sylvia Kouvali 
© Iman Issa 2025

- Iman Issa, Self-Portrait (Self as Alenka Zupan?i?), 2020, 
Courtesy Sylvia Kouvali 
© Iman Issa 2025
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Start: Samstag 29.11.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.03.2026
Buchheim Museum: RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN
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RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN

Ausstellung vom 29. November 2025 bis 15. März 2026
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried

Der in Berlin lebende Maler Ruprecht von Kaufmann zählt zu den markantesten Vertretern der zeitgenössischen figura ven Malerei. In seiner Ausstellung LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN im Buchheim Museum widmet er sich den beiden zentralen Polen seines Schaffens: der inneren emo onalen Welt des Menschen und seinem Verhältnis zur Umwelt.
Die Ausstellung gruppiert an den Innenwänden Arbeiten, die inme Einblicke in das Seelenleben der Menschen eröffnen, während die Werke an den Außenwänden den Blick nach außen richten – auf die Beziehung des Menschen zur Natur. Im Mi elpunkt steht die großangelegte Serie »Zwischen den Stühlen. Verfall einer Familie«, inspiriert von Thomas Manns BUDDENBROOKS. Ausgehend von autobiografischen Elementen en altet sich darin über drei Genera onen ein visueller Familienroman, der zentrale Erfahrungen des Lebens berührt: Liebe und Verlust, Au ruch und Scheitern, Trauer und Hoffnung.
Die suggestiven Szenen lassen bewusst Raum für Deutung. Von Kaufmann fordert die Betrachterinnen und Betrachter dazu auf, die erzählten Fragmente emo onal zu vervollständigen – das Unsichtbare zwischen den Bildern zu erspüren und mögliche Parallelen zum eignen Leben zu finden.
Der Serietitel »Zwischen den Stühlen« spielt doppeldeutig mit Symbol und Selbstreflexion. Ein gelber, stoffezogener Stuhl erscheint in jedem Gemälde als Sinnbild für familiäre Erwartungen, Werte und Traditionen, die von Genertion zu Generation weitergegeben werden. Zugleich verweist die Redewendung auf den Künstler selbst: auf seine Rolle als Grenzgänger zwischen Welten, als jemand, der seinen Platz im Dazwischen sucht und daraus schöpferische Freiheit gewinnt.
Diese Erfahrung zieht sich auch durch von Kaufmanns Biografie. 1995 verlässt er mit 21 Jahren Deutschland, studiert in Los Angeles und erlebt einen prägenden Kulturschock. Die Fremdheit, das Gefühl des Außenseiters, wird zum Motor seines künstlerischen Ausdrucks. Nach frühen Erfolgen in den USA kehrt er 2003 nach Deutschland zurück und etabliert sich mit einem unverwechselbaren Stil, der ihm immer wieder Vergleiche mit der so genannten Leipziger Schule einbringt – zu Unrecht, denn von Kaufmanns Malerei steht eigenständig zwischen Figurtion und Metapher. Seit 2013 malt er auf Linoleum, einem Material, das er zufällig entdeckte und technisch zu einer unverwechselbaren Handschrift entwickelte.
Auch die Landschftsgemälde der Ausstellung greifen persönliche Erinnerungsfragmente auf und verbinden sie mit universellen Fragen nach dem Verhältnis von Mensch und Natur. Eigens für LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN schuf von Kaufmann das Werk »Schneeferner«, das die persönlichen Themen der Innenräume mit den globalen Bezügen der Außenwände verknüpft. So erkennt man ihn als den Wanderer, der die vom Klimawandel bedrohte Natur durchstreift.
Ein besonderes Highlight ist das fünfteilige Gemälde »Der Fjord«, das im Saal gezeigt wird und einen bildnerischen Dialog mit Ernst Ludwig Kirchners »Berglandschaft« aus der Sammlung Buchheim aufnimmt – ein Gespräch über Zeit, Erinnerung und künstlerische Haltung.
Mit LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN zeigt Ruprecht von Kaufmann eine ebenso Intinme wie gesellschaftlich relevante Bildwelt – ein Werk, das die Grenzen zwischen Innen und Außen, zwischen persönlicher Erfahrung und kollektiver Geschichte auf poetische Weise verschwimmen lässt.

Die Ausstellung war bereits für 2021 im Buchheim Museum geplant und fiel damals, wie leider viele Projekte der Corona-Pandemie zum Opfer. Nun kann sie endlich gezeigt werden. Der bereits 2020 erschienene Katalog RUPRECHT VON KAUFMANN. LEBEN ZWISCHEN DEN STÜHLEN ist im Museumsshop für 32 € erhältlich.
Im Audioguide spricht Ruprecht von Kaufmann über die ausgestellten Werke.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen:

- Ruprecht von Kaufmann
Natur, 2018
Öl auf Linoleum
Privatsammlung
© Ruprecht von Kaufmann

- Ruprecht von Kaufmann
Romantische Berglandschaft, 2019
Öl auf Linoleum, auf Holz
Privatsammlung
© Ruprecht von Kaufmann
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Start: Mittwoch 03.12.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.03.2026
Städel Museum: BECKMANN
Bilder
BECKMANN

Ausstellung vom 03. Dezember 2025 bis 15. März 2026
Städel Museum Frankfurt am Main
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung

Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Das Städel Museum rückt diese Arbeiten nun in den Mittelpunkt und präsentiert rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken. Sie eröffnen einen direkten, intensiven Zugang zu Beckmann (1884–1950), einem der bedeutendsten Künstler der Moderne.
Das Städel Museum verfügt über einen der herausragendsten Beckmann-Bestände weltweit und widmet sich seit mehr als einem Jahrhundert der Sammlung, Erforschung und Vermittlung seines Werkes. 2021 erhielt das Museum durch wichtige Dauerleihgaben aus der Sammlung von Karin und Rüdiger Volhard bemerkenswerten Zuwachs. Zusammen mit der Veröffentlichung des dreibändigen Werkverzeichnisses der schwarz-weißen Zeichnungen Max Beckmanns im Hirmer Verlag – mit dem Hedda Finke und Stephan von Wiese eine der letzten großen Forschungslücken zu Beckmanns Zeichnungen geschlossen haben – ist dies der Anlass für die retrospektive Schau.
Den Grundstock der Ausstellung bilden Zeichnungen aus dem eigenen Bestand des Städel Museums, ergänzt durch Leihgaben renommierter internationaler Museen und Privatsammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, das British Museum in London, das Art Institute of Chicago, das Kunstmuseum Basel, die Hamburger Kunsthalle, das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und das Museum der bildenden Künste Leipzig. Einzelne Gemälde und Druckgrafiken eröffnen darüber hinaus Einblicke in Beckmanns Arbeitsprozess und das
Wechselspiel verschiedener Medien.

Die Ausstellung wird durch die Förderung der Adolf Würth GmbH & Co. KG, der Dagmar-Westberg-Stiftung und des Städelschen Museums Vereins e.?V. ermöglicht und erfährt darüber hinaus Unterstützung durch die Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung sowie Dr.?Ina Petzschke-Lauermann.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Max Beckmann, das Städel Museum und die Stadt Frankfurt am Main sind seit über einem Jahrhundert eng miteinander verbunden. Trotz der Verluste fast aller Werke des Künstlers während der NS-Zeit verfügt das Museum heute über einen Beckmann-Bestand von internationalem Rang. Mit der aktuellen Ausstellung rücken wir nach über vierzig Jahren erstmals wieder gezielt Beckmanns Zeichnungen in den Mittelpunkt. Sie eröffnen einen eigenen, faszinierenden Kosmos seines Schaffens und machen seine künstlerische Entwicklung unmittelbar erfahrbar – nicht zuletzt dank der herausragenden Zusammenarbeit mit Hedda Finke und Stephan von Wiese, den Herausgebern des dreibändigen Werkverzeichnisses seiner Zeichnungen.“

Daniel Hoster, Vorstandsvorsitzender der Dagmar-Westberg-Stiftung: „Mit dem Blick unserer Stifterin auf Max Beckmann erscheint das Zitat aus seinem Tagebuch vom 18. Dezember 1940 als inspirierende Mahnung auch für unsere Zeit: ‚Die Rolle, die Du zur Zeit spielst, ist die schwierigste, aber auch großartigste die Dir das Leben bieten konnte – vergiß das nicht – Max Beckmann – und gerade so wie sie ist.‘ Im Sinne der großen Verbundenheit unserer Stiftungsgründerin mit dem Städel Museum freuen wir uns daher sehr, die Ausstellung zu Beckmanns Zeichnungen zu fördern. Sie eröffnet einen neuen Blick auf einen der bedeutendsten deutschen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – und auf ein Werk, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.“

Die Kuratoren Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1800 am Städel Museum, Hedda Finke und Stephan von Wiese, Autoren des dreibändigen Werkverzeichnisses der Zeichnungen Beckmanns, ergänzen: „Die Zeichnungen sind ein Schlüssel zu Beckmanns Werk. Zeichnend entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache, hielt Gesehenes und Erlebtes fest, formte seine persönliche Weltanschauung und verwandelte flüchtige Eindrücke in vielschichtige, bedeutungsgeladene Kompositionen. Im Lauf seines Lebens entstanden mehr als 1.900 schwarz-weiße, nicht in Skizzenbüchern gebundene Zeichnungen in Feder, Kreide oder Bleistift – vom raschen Entwurf bis hin zum autonomen Bild. Die Ausstellung zeigt daraus eine ebenso konzentrierte wie repräsentative Auswahl, die – ergänzt um einzelne farbigeArbeiten, Druckgrafiken und Gemälde – den Zeichner Max Beckmann in großer Intensität erfahrbar machen.“

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main


Abbildungen:

- Max Beckmann (1884–1950)
Rimini, 1927
Schwarze Kreide und Pastell, 500 × 648 mm
Privatbesitz
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Start: Donnerstag 04.12.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 29.03.2026
Pasinger Fabrik: ICH BIN SCHÖN
Bilder
ICH BIN SCHÖN

Ausstellung vom 04. Dezember 2025 bis 29. März 2026
Pasinger Fabrik, München-Pasing

Schönheit ist ein allgegenwärtiges Thema in unserem Leben. Doch nie zuvor war so unklar, wie wir „schön“ definieren. Digitale Medien und KI fordern tradierte Vorstellungen heraus. Stets umstritten ist also das Statement „Ich bin schön“: So lautet der Titel der neuen Ausstellung in der Pasinger Fabrik. Sie feiert am 4. Dezember Vernissage und dauert bis zum 29. März 2026. Rund um das Thema gibt es ein breites Rahmenprogramm mit Theater, Kabarett, Kino, Musik, Werkstattgespräch und Führungen.
Die Ausstellung bewegt sich kritisch im Spannungsfeld eines etablierten Verständnisses von Schönheit und dessen Revision. Können die traditionellen ästhetischen Konzepte noch Geltung beanspruchen?
Welchen Einfluss haben Medien, Populärkultur, KI, Mode und Werbung auf die ästhetischen Vorlieben? Welche Selbstbilder sind wirksam, wenn der Körper zunehmend zum Objekt von Schönheitstechniken wird? Die Ausstellung entwickelt in verschiedenen Sektionen eine Ästhetik des
„Schönen“, die die idealisierte Schönheit gegen den Strich bürstet. Sie geht auch der Schönheit des Indifferenten, Grotesken, Narrativen, Transzendenten und Verdrängten nach – und räumt dem Marginalisierten und der Abweichung von der Norm Sichtbarkeit ein.
Zu sehen sind fotografische Arbeiten von Absolvent*innen und Studierenden der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin, editiert von den Studierenden der Bildredaktion 2025/26 unter der Leitung von Nadja Masri, Arbeiten Studierender der Klasse Anke Doberauer der Akademie der Bildenden Künste München sowie Werke der Gäste Anke Doberauer, Franziska Klotz, Chris Levine und Jovana Reisinger.

Jovana Reisingers Film „Beauty is life“ ist in der Ausstellung im Loop zu sehen. Der Film beschäftigt sich kritisch mit dem Einfluss der Schönheitsindustrie auf Frauen und deren Körperbild. In einem Setting zwischen Schönheitssalon und Homeshoppingstudio führen Frauen „Beauty Gadgets“ vor, die von der Schönheitsindustrie als alltägliche Hilfsmittel zur Selbstoptimierung vermarktet werden. Die Form bricht, als die Frauen miteinander in den Dialog treten und über Schönheit, Sexismus und ihr Leben sprechen. Filmausschnitte für TV-Beiträge stehen zur Verfügung.

Pasinger Fabrik
August-Exter-Straße 1,
81245 München

Abbildung: 

- Jovana Reisinger, Beauty is Life, Filmstill 5, 2020
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Start: Mittwoch 10.12.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 12.04.2026
Murnau: Erna und Carl Rabus - Die Fotografin und der Maler
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Erna und Carl Rabus
Die Fotografin und der Maler

Ausstellung vom 10. Dezember 2025 bis 12. April 2026
Schlossmuseum Murnau

2006 zeigte das Schloßmuseum Murnau eine Sonderausstellung zu dem Künstler Carl Rabus (Kempten 1898–Murnau 1983), der zwischen 1974 und 1983 zusammen mit seiner Frau in Murnau am Staffelsee gelebt hatte. Erna Rabus, geb. Adler (Wien 1913–Murnau 2007), machte damals dem Schloßmuseum das Werk ihres Mannes sowie private Dokumente vollumfänglich zugänglich. Die Ausstellung widmete sich Carl Rabus‘ Anfangsjahren als Illustrator, seinen Gemälden und späteren Hinterglasbildern sowie darüber hinaus seinem Kontakt zu Gabriele Münter, die ihn Mitte der 1920er-Jahre in Berlin mehrfach porträtiert hatte.

Die Ausstellung 2025 rückt nun das künstlerische Schaffen der Porträtfotografin erstmals in den Vordergrund und neben das Werk ihres Mannes. Die Ausstellung gibt gleichzeitig Einblick in das bewegte Leben der beiden Künstler, das von Verfolgung und Flucht geprägt war.

Bereits als junge Frau, Assistentin der Fotografinnen Trude Geiringer (1890–1981) und Dora Horovitz (1894–1959), musste Erna Adler 1937 aus Wien ins Exil fliehen. Sie ging nach Antwerpen und später nach Brüssel, wo sie bis 1940 unter dem Pseudonym Eva Simon als Porträtfotografin arbeitete und wohin ihr Carl Rabus, den sie 1930 in Wien kennengelernt hatte, folgte. Erna erwies sich dabei auch als Fotografin, die mit Leidenschaft Momente des täglichen sozialen Lebens festhielt, insbesondere in Ostende und während ihrer zahlreichen Reisen in die Welt. Beide verbrachten mehrere Monate in Ostende, wo sie u. a. James Ensor in seinem Atelier besuchten und Felix Nussbaum begegneten. Im Mai 1940, nachdem die deutsche Wehrmacht Belgien besetzt hatte, wurden beide verhaftet. Erna Adler verlor ihre gesamte Fotoausrüstung, die die Gestapo beschlagnahmte. Immerhin wurde sie wieder freigelassen und lebte anschließend im belgischen Untergrund. Carl Rabus wurde in das südfranzösische Internierungslager Saint-Cyprien verbracht. Als das Lager aufgrund seiner desaströsen Zustände im Dezember 1940 geschlossen wurde, konnte er nach Brüssel zurückkehren. 1942 wurde er unter dem Vorwurf der „Rassenschande“ erneut festgenommen und in Wien inhaftiert. Vorzeitig entlassen aus dem Gefängnis und nach Belgien zurückgekehrt, heirateten Carl und Erna am 25. November 1944. Erst 1945 konnte Erna Rabus ihre Arbeit als Fotografin wiederaufnehmen. Auch Carl Rabus begann erneut zu arbeiten und setzte sich in dem berühmten Holzschnittzyklus „Passion 1940/45“ mit seinen Lagererfahrungen auseinander.

Mit Werken aus der Sammlung Karl Grosselfinger und Fotografien aus dem Nachlass Rabus gibt die Ausstellung Einblick in das bewegte Schicksal zweier Künstler, die in unverbrüchlicher Liebe und Wertschätzung für das Werk des anderen das Schicksal ihrer Generation durchlebten.

Schlossmuseum Murnau
Schloßhof 2-5,
82418 Murnau a. Staffelsee

Abbildungen: 

- Erna Rabus auf einem Balkon in Dalmatien, 1935, 
Privatbesitz

- Carl und Erna Rabus, Südfrankreich, um 1950, 
Privatbesitz

- Erna Adler, Carl Rabus beim Malen, 1920er-Jahre, 
Privatbesitz

- Erna Adler, Fischerboote, Ostende 1937, 
Privatbesitz / Musée Juif de Belgique
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Start: Donnerstag 18.12.2025; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 12.04.2026
München Literaturhaus: TOVE JANSSON: »DIE WELT DER MUMINS«
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TOVE JANSSON: »DIE WELT DER MUMINS«

Ausstellung vom 18. Dezember 2025 bis 12. April 2026
Literaturhaus München

»Alles ist sehr ungewiss, und gerade das finde ich beruhigend.« (Tove Jansson »Winter im Mumintal«)

Vor 80 Jahren erfand die finnische Künstlerin Tove Jansson die Mumins, die kultigen rundlichen Trolle, die derzeit weltweit gefeiert werden. Ihre Geschichten sind ein Plädoyer für Toleranz, Empathie und Abenteuerlust. Das Literaturhaus München stellt sie erstmals in einer großen Ausstellung vor.

Im Mumintal regieren Geborgenheit, Freundschaft und Humor, aber auch eine Prise Anarchie und Rebellion, dazu jener satirische Esprit, dem Tove Jansson in den Dreißiger- und Vierzigerjahren ihren Erfolg als politische Karikaturistin verdankte.

Diese Mischung, fern jeder aufgesetzten Idylle, dabei voller Poesie und Eigensinn, bezaubert Erwachsene und Kinder gleichermaßen: Sie spricht das innere Kind im Erwachsenen an, freut Nostalgiker, die mit den Mumins aufgewachsen sind und beflügelt bei Kindern jene Vorstellungskraft, die intellektuell nicht unterfordert werden möchte. Das Finstere und das Helle, das Katastrophale und das Komische erscheinen hier in einem Gleichgewicht, das keinem Zeitgeist verhaftet ist, aber ganz besonders in unsere Epoche passt.

In der Ausstellung können Mumin, Schnüferl, Schnupferich, die kleine Mü und viele andere Figuren mit ihren Geschichten voller Geheimnisse, Überraschungen und Abenteuer erlebt werden. Originalillustrationen, Animationen und interaktive Stationen laden ein, die Welt der Mumins zu entdecken.

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1,
80333 München

Abbildungen: 

- © Moomin Characters

- © Moomin Characters
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Start: Freitag 13.02.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 31.05.2026
München: REFLEXION - Licht Spiegel Transparenz
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REFLEXION - Licht Spiegel Transparenz
Eine Gemeinschaftsausstellung der vier Museen in der Pinakothek der Moderne anlässlich 100 Jahre Die Neue Sammlung

Ausstellung vom 13. Februar bis 31. Mai 2026
Pinakothek der Moderne

Die zweite gemeinschaftlich kuratierte Ausstellung der vier Museen in der Pinakothek der Moderne widmet sich dem Thema der Reflexion. Der Begriff Reflexion wird dabei wörtlich und sinnbildlich verstanden, als optisches Phänomen, als Zeichen prüfenden Nachdenkens oder als Mittel künstlerischen Ausdrucks. Während die erste Jubiläums-Ausstellung die Gründungszeit der Neuen Sammlung, die Moderne der 1920/30er Jahre in den Fokus nahm, ist die Ausstellung REFLEXION zeitlich weiter gefasst und führt bis zur Gegenwart. Unter den drei Leitgedanken Licht, Spiegel, Transparenz sind Objekte aus den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Graphik und Design gegenübergestellt.

Für diese Begegnung wurde eine Ausstellungsarchitektur entwickelt, die beide Ausstellungsräume jeweils in eine weiße und eine schwarze Hälfte aufteilt. Damit wird ein Rahmen geschaffen für Licht und Schatten, Tag und Nacht sowie Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit – Themen, die in den ausgestellten Werken und Objekten wiedergefunden werden können.

Zur Präsentation gehören neben den Ausstellungsräumen im Erdgeschoss und zweiten Obergeschoss auch „Satelliten“ wie die Glasarbeit am Eingang der Pinakothek der Moderne oder das in ein Kunstwerk verwandelte Fenster am oberen Ende der großen Treppe Ost.

Kuratiert von: Dr.-Ing. Andjelka Badnjar Gojni?, Dr. Caroline Fuchs, Dr. Michael Hering, Dr. Franziska Kunze, Dr.-Ing. Irene Meissner, Prof. Dr. Angelika Nollert, Prof. Dr. Bernhard Schwenk.
Ausstellungsarchitektur: Martin Kinzlmaier

Pinakothek der Moderne (Kunst | Graphik | Architektur | Design)
Barer Straße 40
80333 München

Abbildung:

- Sep Ruf und Egon Eiermann
Deutscher Pavillon, Brüssel, 1958
Photo: Georg Pollich, 1958
Architekturmuseum der TUM
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Start: Samstag 28.02.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.06.2026
Potsdam Museum Barberini: Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland
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Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland

Ausstellung vom 28. Fabruar bis 07. Juni 2026
Museum BarberiniHumboldtstraße 5-6, 14467 Potsdam

Die Malerei, die im Frankreich der 1860er Jahre aufkam, zeichnet sich durch den Einsatz kräftig leuchtender Farben sowie eine energische, skizzenhafte Pinselführung aus. Mit Max Liebermann (1847–1935) als ihrem Vorreiter wurde die revolutionär neue Strömung auch im deutschen Kaiserreich seit den 1870er Jahren zur tonangebenden Avantgarde. Motivisch setzten sich die Künstlerinnen und Künstler mit einer Vielzahl von Themen auseinander – von sonnendurchfluteten Landschaftsdarstellungen und stimmungsvollen Figurenbildern bis zu sorgfältig arrangierten Stillleben.

Max Liebermann war der Wegbereiter der ersten künstlerischen Avantgarde in Deutschland. Mit seinem frühen und richtungsweisenden Blick nach Frankreich leitete er eine Erneuerung der Malerei ein, die den deutschen Impressionismus nachhaltig prägte. Die Ausstellung Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland im Museum Barberini zeigt vom 28. Februar bis 7. Juni 2026 mit über 110 Werken aus mehr als 60 internationalen Sammlungen die bislang größte Präsentation zur Entwicklung des Impressionismus in Deutschland. Im Zentrum steht Liebermann in seinen Rollen als Künstler, Sammler und Präsident der Berliner Secession, der entscheidende Impulse für die Internationalisierung des deutschen Kunstbetriebs gab.

Zugleich macht die Ausstellung sichtbar, wie eine neue Generation von Malerinnen und Malern – inspiriert von der französischen Moderne – Themen wie pulsierende Stadtansichten, Freizeit- und Naturdarstellungen, Kinderportraits und Theaterszenen künstlerisch weiterentwickelte. Neben Schlüsselwerken von Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt und Fritz von Uhde werden auch Arbeiten weiterer bedeutender und neu zu entdeckender Künstlerinnen und Künstler gezeigt, darunter Philipp Franck, Dora Hitz, Gotthardt Kuehl, Sabine Lepsius, Maria Slavona und Lesser Ury.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Sie ist eine Zusammenarbeit mit dem Museum Frieder Burda, Baden-Baden, wo sie vom 3. Oktober 2025 bis 8. Februar 2026 zu sehen ist.

Museum Barberini
Humboldtstraße 5-6,
14467 Potsdam

Abbildung: 

- Philipp Franck
Badende Jungen, 1911
Öl auf Leinwand, 100 × 85 cm
Privatsammlung
© Photo: Lea Gryze
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Start: Donnerstag 19.03.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 05.07.2026
Frankfurt am Main: MONETS KÜSTE. DIE ENTDECKUNG VON ÉTRETAT
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MONETS KÜSTE.
DIE ENTDECKUNG VON ÉTRETAT

Ausstellung vom 19. März bis 5. Juli 2026
Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie Frankfurt am Main

Frankfurt am Main, 11. Februar 2026. Der Küstenort Étretat wird zum Mythos – und fasziniert bis heute. Die Felsen von Étretat, in der Normandie an der Atlantikküste gelegen, zogen im 19. Jahrhundert zahlreiche Künstler in ihren Bann. Das Städel Museum präsentiert vom 19. März bis 5. Juli 2026 eine große Ausstellung über die künstlerische Entdeckung des einstigen Fischerdorfes und seinen Einfluss auf die Malerei der Moderne. In Frankfurt sind rund 170 herausragende Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und historische Dokumente aus führenden französischen,
deutschen und weiteren internationalen Museen sowie aus Privatsammlungen zu sehen, darunter allein 24 Werke von Claude Monet.
Étretat spielte eine bedeutende Rolle bei der Entstehung einer neuen Malerei, die als Impressionismus in die Geschichte der Kunst einging. Das Interesse der Künstler galt vor allem der charakteristischen Klippenlandschaft, die als aufregend schön und bedrohlich zugleich wahrgenommen wurde. Maler und Schriftsteller reisten nach Étretat und machten den abgelegenen Ort durch ihre Werke über die Grenzen Frankreichs hinaus berühmt. Mit der zunehmenden touristischen Erschließung um 1850 entwickelte sich Étretat zu einem beliebten Seebad und zu einem Treffpunkt für Künstler, Intellektuelle und das Pariser Bürgertum: Gustave Courbet malte hier seine berühmten Wellenbilder, Guy de Maupassant erhob Étretat literarisch zu einem Sehnsuchtsort und der Gentleman-Gauner Arsène Lupin, die Romanfigur von Maurice Leblanc, hortete hier seine Kunstschätze. Auch der aufstrebende Maler Claude Monet war von der einzigartigen Steilküste mit ihren drei Felsentoren – der Porte d’Amont, der Porte d’Aval und der Manneporte – derart fasziniert, dass er ihr etliche Gemälde widmete. Unter dem Eindruck der sich stets verändernden Licht- und Wetterverhältnisse begann Monet in Étretat Motivreihen zu malen – eine Arbeitsweise, die sich später zu seinem Markenzeichen entwickeln sollte.
„Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ wird gefördert durch die Fraport AG, die Fontana Stiftung, den Städelschen Museums-Verein e. V. und das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Musée des Beaux-Arts de Lyon.

Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie
Dürerstraße 2
60596 Frankfurt am Main

Abbildungen: 

- Claude Monet
Étretat. Die Felsnadel und das Felsentor von Aval,  1885
Öl auf Leinwand, 65,1 x 81,3 cm
Clark Art Institute, Williamstown, acquired by Sterling und Francine Clark, 1933
Foto © The Clark Art Institute

- Claude Monet
Stürmisches Meer bei Étretat, 1883
Öl auf Leinwand, 81,4 x 100,4 cm
Musée des Beaux-Arts de Lyon
Foto © Lyon MBA – Photo Martial Couderette
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Start: Freitag 20.03.2026; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 04.10.2026
München Kunsthalle: HAAR – MACHT – LUST
Bilder
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HAAR – MACHT – LUST

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Ausstellung vom 20. März bis 04. Oktober 2026

Haare sind weit mehr als ein modisches Ausdrucksmittel. Sie erzählen von Schönheit und Begehren, Macht und Ohnmacht, von Anpassung und Rebellion. Dabei wirken sie als universelle Sprache, die seit Jahrtausenden soziale, kulturelle und politische Fragen verhandelt. Mit HAAR – MACHT – LUST präsentiert die Kunsthalle München eine thematisch gestaltete, kulturübergreifende Ausstellung, die die vielschichtigen Bedeutungen von Kopf- und Körperhaar beleuchtet. Zu sehen sind über 200 historische und zeitgenössische Werke aus bedeutenden internationalen Sammlungen wie dem Prado, dem Louvre und dem Rijksmuseum. Die Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videoarbeiten,
Schmuckstücke, Möbel, Designobjekte und Couture-Kreationen entfalten ein facettenreiches Panorama berührender und überraschender Geschichten rund um das menschliche Haar.

Frisuren spielen seit jeher eine zentrale Rolle in der Kommunikation von sozialem Status und gesellschaftlichen Normen. Schon im Alten Ägypten färbten sich Menschen die Haare und trugen Perücken – und bis heute gilt sorgfältig zurechtgemachtes Haar als Zeichen von Selbstinszenierung
und Zugehörigkeit. Die Gestaltung von Kopf- und Körperhaar prägt dabei auch Vorstellungen von Geschlecht und gesellschaftlicher Rolle – indem sie diese bestätigt, hinterfragt oder, wie etwa im Drag, bewusst überzeichnet. Anhand von Abbildungen außergewöhnlich behaarter Menschen reflektierten Künstlerinnen und Künstler über Jahrhunderte hinweg die Grenze zwischen Natur und Kultur.

Darüber hinaus spürt die Ausstellung der besonderen Faszination nach, die Haare auf Menschen ausüben. Sie stehen für Schönheit und Attraktivität – und tragen zugleich eine innere Ambivalenz in sich. In Darstellungen von Figuren wie Maria Magdalena oder Medusa verkörpern
sie zugleich Anziehung und Abschreckung. Haare können auch als Quelle von Kraft erscheinen – wie in der biblischen Geschichte des Samson, dessen Stärke in der Länge seines Haars begründet liegt. Dass sie ein Leben lang – dem Volksglauben nach sogar über den Tod hinaus – weiterwachsen, macht sie zu einem Sinnbild menschlicher Vitalität. Seit der Renaissance dienten Haare deshalb auch als Liebespfand oder als Erinnerung an Verstorbene.

Gleichzeitig zeigt der Rundgang, dass Haar immer auch ein Mittel des Widerstands war – ob in den rebellischen Frisuren der Hippies und Punks oder im unbedeckten Haar der Frauen bei den jüngsten iranischen Protesten für Freiheit und Menschenrechte. Selbst die Haarstruktur – etwa bei Schwarzem Haar – kann zum politischen Symbol werden: Charakteristische Frisuren wie der Afro-Look werden zum Zeichen von kultureller Identität und Selbstermächtigung. Umgekehrt galt es über Jahrhunderte als Akt der Demütigung und Unterwerfung, jemandem die Haare
abzuschneiden.

In der Ausstellung vertreten sind neben Objekten aus Frühgeschichte und Mittelalter unter anderem Werke von: Sandro Botticelli (1445–1510), Filippo Negroli (ca. 1510–1579), Giorgio Vasari (1511–1574), Bartolomé Esteban Murillo (1617-1682), Jacques-Louis David (1748–1825), Jean-Baptiste Carpeaux (1827–1875), John William Waterhouse (1849–1917), Alfons Mucha (1860–1939), Albert Weisgerber (1878–1915), J. D. ’Okhai Ojeikere (1930–2014), Herlinde Koelbl (* 1939), VALIE EXPORT (* 1940), Pieter Hugo (* 1976), Simone Haack (* 1978) und Laetitia Ky (* 1996).
Begleitend erscheint im Hirmer Verlag eine umfassende und reich bebilderte Publikation, die den thematischen Rundgang vertieft und mit wissenschaftlichen Essays erweitert. Kurztexte zu ausgewählten Werken beleuchten Hintergründe und eröffnen Einblicke in faszinierende Geschichten rund um das Haar.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80 333 München


Abbildungen:

- Herlinde Koelbl
Projekt Haare, Punk, 2007
Fotografie, 100 x 80 cm
© Herlinde Koelbl

- Ilse Haider
La Stilla (2), 2002
Farbfotografie, C-Print auf Aluminium, 80 x 65 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025
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