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Start: Freitag 01.01.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Freitag 29.10.2021
München Artcurial: Picasso
Bilder
Bilder
München Artcurial: Picasso
Ausstellung vom 06. September bis 29. Oktober 2021

ab dem 06. September 2021 widmet Artcurial München dem großen spanischen Künstler Pablo Picasso eine Ausstellung. In Zusammenarbeit mit Marco Pesarese Fine Art und der Galerie Zink Waldkirchen werden im Showroom von Artcurial Deutschland 30 Druckgrafiken aus der Zeit von 1927 bis 1963 präsentiert und ergänzend fünf Positionen zeitgenössischer Kunst, welche auf angenehm unerwartete Weise Bezug auf einen der wichtigsten Künstler des vergangenen Jahrhunderts nehmen, gezeigt.

Marco Pesarese hat für die Ausstellung ausschließlich druckgrafische Werke zusammengetragen. In der Ausstellung befindet sich eine der seltensten Grafiken Picassos überhaupt: Minotaure à la coupe et son amie, 1933-34. Bisher ist nur ein einziges Exemplar dieser Radierung bekannt. Picasso hat es dem Drucker der Suite Vollard, Roger Lacourière, gewidmet und es ist eine kleine Sensation, dass dieses Werk in einer Ausstellung zu sehen ist.
Das Zitat von Pablo Picasso "Good artists copy, great artists steal" als Motto genommen, hat Michael Zink fünf zeitgenössische Künstler ausgesucht, welche in ihrem Werk manchmal ganz direkt oder auch nur formal an Pablo Picasso anknüpfen.

Der spanische Landsmann Matías Sánchezaus Sevilla portraitiert den alten Pablo Picasso 1972 im Jahr vor seinem Tod mit Palette und Pinsel vor seiner Staffelei. Der isländische Maler-Star Baldur Helgason dekonstruiert seine Figuren und setzt sie nach Altmeistermanier wieder neu zusammen. Die in Jena lebende Jana Gunstheimer zeigt aus ihrem Zyklus "Methods of Destruction", was passiert, wenn im Zuge einer Restaurierung auch das Schönheitsideal der Zeit angepasst wird.

Der belgische Zeichner und Bildhauer Dirk Zoete adaptiert die Leichtigkeit von Picassos Strich, indem er seine Figur mit Wollfäden auf die Wand zeichnet. Die amorphen Keramik-masken von Michael Sailstorfer lassen sich leicht mit den eigenwilligen Physiognomien von Picassos Portraits in Verbindung bringen, die ihrerseits wiederum inspiriert wurden von der Ästhetik traditioneller archaischer Masken aus Afrika und Ozeanien.

Alle gezeigten Werke in der Ausstellung sind verkäu?ich.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 06. September - 29. Oktober 2021 im Showroom von Artcurial Deutschland in den Arkaden des Münchner Hofgartens, Galeriestraße 2b in München.

An den Wochenenden 11./12. September und 23./24. Oktober ist die Ausstellung jeweils von 12-18 Uhr geöffnet.

Artcurial Allemagne
Auktionshaus in München, Bayern
Galeriestraße 2B,
80539 München

Abbildungen:

Pablo Picasso Minotaure aveugle guidé par Marie-Thérèse au pigeon dans une nuit étoilée aus "Suite Vollard“ 1934 Aquatinta mit Schabeisen, Stichel und Kaltnadel überarbeitet auf Vergé de Montval mit Wasserzeichen Picasso, Plattengröße: 24,7 x 34,8 cm Bloch 225, Baer 437/IV/B.d aus der Auflage von 260 Exemplaren signiert

Pablo Picasso Faune dévoilant une Dormeuse aus "Suite Vollard" 1936 Aquatinta und Kupferstich auf Vergé de Montval mit Wasserzeichen Vollard, Plattengröße: 31,6 x 41,7 cm Bloch 230, Baer 609/VI B.d aus der Auflage von 260 Exemplaren
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Start: Freitag 01.01.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.09.2021
Museum Fürstenfeldbruck: Erleuchtet! - Faszination elektrisches Licht
Bilder
Erleuchtet!
Faszination elektrisches Licht

Ausstellung im Museum/Kunsthaus Fürstenfeldbruck: 2. Juli bis 26. September 2021

Eine Ausstellung im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts "Hell & Dunkel" zum 25jährigen Jubiläum des Museumsverbunds "Landpartie - Museen rund um München".

Faszination elektrisches Licht
Seit jeher versuchen Menschen, Dunkelheit durch Licht zu vertreiben. Künstliche Lichtquellen ermöglichten es, die Nacht zum Tag zu machen und ließen Tätigkeiten zu, die in der Finsternis kaum oder gar nicht möglich waren. Der Wunsch, es immer dort hell zu haben, wo und wann man möchte, trieb die Entwicklung des künstlichen Lichts mit der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert rasch voran. Die Erfindung der Glühbirne war ein technischer Meilenstein in diesem Prozess.
Nicht nur öffentliche Plätze, Theater oder Fabriken konnten nun erleuchtet werden, eigene verfügbare Lichtquellen schufen auch neue Möglichkeiten für einen Rückzug ins Private. Zugleich entwickelte sich ein reges Nachtleben auf hell erleuchteten Boulevards. Geselligkeit im öffentlichen Raum erhielt immer neue Facetten.
Gemälde, Grafiken, Fotografien und Objekte zeigen, wie allzeit verfügbares elektrisches Licht den Alltag verändert hat. Auch Künstler*innen waren fasziniert, ließen sich inspirieren und experimentieren bis heute mit Licht.
Der historische Kontext der Elektrifizierung spielt für Fürstenfeldbruck eine besondere Rolle, gehörte die Marktgemeinde durch das Wirken Oskar von Millers zu den ersten Orten mit zentraler Elektrizitätsversorgung.

Schöner Strom. Fotografien von Karl Heinz Rothenberger
Ohne Strom kein elektrisches Licht. Karl Heinz Rothenberger setzt in analoger Kleinbildtechnik mit der Leica M7 „subjektiv durch das Objektiv“ die Ästhetik von Turbinen, Generatoren und Elektrizitätswerken in Szene. Die Schwarz-Weiß Fotografien vermitteln einen ganz individuellen Blick auf Industriedenkmäler und Maschinen rund um das Thema Energie. Dazu gehören auch die frühen Kraftwerke Oskar von Millers. Rothenbergers Fotografien sind Zeugnisse menschengemachter technischer Artefakte auf höchstem künstlerischem Niveau.

Museum Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildung:
Lily Koebner-Linke
Im Kaffehaus
Öl auf Pappe
Museum Fürstenfeldbruck
Foto: Wolfgang Pulfer
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Start: Mittwoch 10.03.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.09.2021
Museum Fürstenfeldbruck: Frau darf … 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie
Bilder
Bilder
Frau darf … 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie

Museum Fürstenfeldbruck
Ausstellung verlängert bis 26. September 2021

Im Herbst 2020 jährt es sich zum hundertsten Mal, dass Frauen an der Münchner Akademie der Bildenden Künste zum Studium zugelassen wurden. Widerstrebend musste die Akademieleitung dem hartnäckigen Drängen der Künstlerinnen nachgeben. Dies war Ergebnis der Revolution von 1918 und der Weimarer Verfassung, die den Frauen die lang erkämpfte formale Gleichberechtigung brachte.

Wie die meisten Lebensbereiche war auch die Kunst bis weit ins 20. Jahrhundert überwiegend eine Männerdomäne. Die Ausstellung thematisiert die Ausbildungsmöglichkeiten der „Malweiber“, die frühe Frauenbewegung im München, das Ringen um die Zulassung an die Akademie, die Studienbedingungen der ersten Künstlerinnen und macht sichtbar, wie hart umkämpft der Kunstmarkt in den 1920er Jahren war.

Die Ausstellung begibt sich auf Spurensuche jener Künstlerinnen, die vor 100 Jahren hoffnungsvoll ihr Studium begannen. Zwölf unterschiedliche Künstlerinnenbiographien zeigen, mit welchen Vorurteilen Frauen zu kämpfen hatten und welchen Themen sich die Künstlerinnen widmeten. Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste erfolgt, spürt den Wegen der Malerinnen nach, sie erinnert dabei auch an unterschiedliche Frauenschicksale dieser „verschollenen Generation“, die zwischen zwei Weltkriegen ihren Platz suchten.

Abbildungen:
Marianne Euler-Henselmann
Stillleben, um 1935,
Privatbesitz
Foto: Wolfgang Pulfer

Daisy Campi
Malven, um 1931
Privatbesitz
Foto: Franz Kimmel

Der am 4. März 2021 neu aufgestellte Stufenplan der Bundesländer bestimmt ausdrücklich, dass Museen unter den ersten Kultureinrichtungen sind, die geöffnet werden dürfen. Wenn auch mit kleinen Einschränkungen, da der Landkreis Fürstenfeldbruck mit einer 7-Tage-Inzidenz von 54,09 (Stand 9.3.2021) über der „magischen“ 50er-Marke liegt.
Gesetzlich vorgeschrieben ist eine vorherige Anmeldung des Besuchs unter 08141/61 13 13 oder gerne auch unter museum@fuerstenfeldbruck.de.
Für einen sorgenfreien Kunstgenuss sorgt unser bewährtes Hygienekonzept. Weiterhin gilt auch die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske.

Museum Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck
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Start: Freitag 14.05.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.09.2021
Kunsthalle München: ERWIN OLAF. UNHEIMLICH SCHÖN
Bilder
ERWIN OLAF. UNHEIMLICH SCHÖN

Kunsthalle München
Ausstellung vom 14. Mai bis 26. September 2021

In den Niederlanden gehört Erwin Olaf (*1959) zu den berühmtesten Künstlern der Gegenwart. Nun widmet ihm die Kunsthalle München die erste umfangreiche Einzelausstellung in Deutschland. Ausgewählte Fotografien, Kurzfilme, Skulpturen und MultimediaInstallationen aus über vierzig Schaffensjahren zeigen in loser Chronologie Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er- zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er-Jahre.
Den Abschluss der Ausstellung bildet seine neueste Serie Im Wald (2020), die eigens für die Retrospektive in der Kunsthalle entstanden ist.Für seine Werke entwirft Olaf bis ins kleinste Detail durchdachte Welten, die der unseren zwar zum Verwechseln ähnlichsehen, jedoch oftmals Rätsel
aufgeben: Hinter der makellosen Ästhetik, die der Filmund Werbeindustrie entlehnt ist, scheint Verdrängtes zu lauern. Auch entpuppt sich die Kulissenhaftigkeit seiner Inszenierungen oft als Hinweis auf Abgründiges. Der Fotokünstler setzt bewusst auf Irritationen, bedient sich vieldeutiger Symbolik und gestaltet seine Erzählungen bedeutungsoffen. So bleibt es dem Publikum überlassen, sich den Anspielungen gegenüber zu öffnen und die Leerstellen mit eigenen Assoziationen und Interpretationen zu füllen.

ZWISCHEN POLITIK UND POESIE
"Ich ergreife Partei für die Freiheit. Die Freiheit des Individuums, das nicht von einer bestimmten Gruppe dominiert werden darf."
Bereits während seines Journalismus-Studiums, das Olaf 1980 in Utrecht abschloss, wurde ihm bewusst, dass er seine Geschichten nicht mit Worten, sondern mit Bildern erzählen wollte. Anfang der 1980er-Jahre veröffentlichte er in internationalen Publikationen der LGBTSzene erste dokumentarische Fotografien. Zeitgleich arbeitete er an Fotoserien, in denen er Fragen nach Demokratie, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung aufwarf. Wie ein roter Faden zieht sich Olafs politisches und soziales Interesse durch sein Œuvre. Bis heute gehört er zu den prominenten Stimmen, die sich in den Niederlanden für das Recht des Einzelnen auf freie Entfaltung einsetzen. Im Kampf für Toleranz und Akzeptanz schreckt er vor keiner Kontroverse zurück.
In seinem Frühwerk nutzte der Künstler das Mittel der Provokation, um gesellschaftliche Diskussionen anzustoßen. So etwa in seiner 1987/88 entstandene Serie Chessmen, die den Menschen als sexuelles Wesen in den Fokus rückt und ihn in subversiv erotischen Machtgefügen darstellt. Seit den 2000ern sind es vor allem Stimmungen und Gefühle, die er inszeniert – wie etwa das Weinen der ersten Träne nach einer erschütternden Nachricht in Grief (2007) oder den Zwischenzustand des Wartens in der gleichnamigen Serie Waiting (2014).
Aber auch konkrete politische Ereignisse greift Olaf wiederholt auf. In den Werkreihen Troubled, Awakening und Tamed & Anger (alle 2015) verarbeitet er beispielsweise die Pariser Anschläge von 2015 auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und das Kulturzentrum Bataclan.

Anlässlich des 60. Geburtstags des Künstlers zeigten das Kunstmuseum und das Fotomuseum in Den Haag 2019 eine äußerst erfolgreiche Doppelausstellung. Im selben Jahr wurden ausgewählte Fotografien Olafs im Rijksmuseum in Amsterdam ausgestellt. Bei der Eröffnung wurde er zum Ritter des Ordens vom Niederländischen Löwen geschlagen.
Mit rund 350.000 Besucher*innen jährlich ist die Kunsthalle München eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands. Hier, im Herzen der Münchner Innenstadt, werden pro Jahr drei große Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen gezeigt. Rund 1.200 m² Ausstellungsfläche sind mit modernster Museumstechnik ausgestattet und bieten Kunstwerken verschiedenster Gattungen eine würdige Plattform, sei es Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie, Kunsthandwerk, Design oder Mode. Monografische Ausstellungen und thematische Projekte wechseln sich dabei ab, aber auch interdisziplinäre Ansätze finden im vielseitigen Programm der Kunsthalle München ihren Platz.

Abbildung:
Berlin
Stadtbad Neukölln – 23rd of April, 2012
2012
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam

Aktuelle Hinweise

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München
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Start: Samstag 22.05.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 10.10.2021
Bernried Buchheim Museum: Leif Trenkler - Coloured Beauty
Bilder
Leif Trenkler
Coloured Beauty

Buchheim Museum bernried
Ausstellung vom 22. Mai bis zum 10. Oktober 2021

Vor unseren Augen entfaltet sich eine fantastische Welt jenseits unseres Wahrnehmungshorizonts. An Farbgebung und Zusammenstellung wird deutlich, dass Leif Trenkler sich nicht nach der Natur richtet, sondern die Elemente seiner Darstellungen aus seinem Bildgedächtnis bezieht. In der Malerei verbindet er sie dann zu einer frei der Vorstellungskraft entspringenden Komposition. Trenkler wurde 1960 in Wiesbaden geboren. Er studierte an der Städelschule in Frankfurt und an der Kunstakademie in Düsseldorf. Heute lebt er in Köln. In seinem Werk befasst sich der Maler vorrangig mit Menschen, Landschaften und Architekturen, aber auch der Kosmos hat Einzug in seine Bildwelt genommen..


Leif Trenkler
Coloured Beauty
Der Titel ist provokativ. Er erinnert an „Black Beauty“, nur eben bunter. Der Pferderoman von 1877 und seine zahlreichen Verfilmungen lassen die Herzen der Freunde romantischer Unterhaltung höherschlagen. Zumindest eines haben diese Fernseherlebnisse und die Gemälde von Leif Trenkler gemeinsam: In einem als bedrohlich empfundenem Umfeld wird die Schönheit zum Fluchtort der Phantasie. Als Leif Trenkler in den 1980er Jahren den Weg wählte, nicht nur realistisch, sondern auch farbenprächtig zu komponieren, stand er noch im Gegensatz zur „Triebkraft der modernen Kunst“ des 20. Jahrhunderts. Der amerikanische Expressionist Barnett Newman hatte diese stellvertretend für so viele Künstler seiner Zeit in dem „Verlangen“ ausgemacht, „das Schöne zu zerstören“. Heute erkennen wir in Trenkler einen Trendsetter der „Neuen Figuration“ – einer heute tragenden Strömung der Malerei, die gleichsam aus dem Untergrund heraus die Glaubenssätze der abstrakten Moderne hinterfragte.
Trenkler ist der Inbegriff eines empfindsamen Künstlers. Die beklemmende Kindheit in einer Siedlung des sozialen Wohnungsbaus und die Errettung vom Wassertod sind die Triebfedern seiner Laufbahn. In der Malerei der italienischen Renaissance fand der Jugendliche die Ruhe und Geborgenheit, die ihm im Leben zunächst unerreichbar schienen. Als er sich schließlich mit seinen Gemälden auf die sonnige Seite des Lebens emporgearbeitet hat, lernt er die Welt der Poolvillen Floridas und Kaliforniens kennen, der so häufig seine Motive entstammen. Trotz all ihrer in Szene gesetzten architektonischen und landschaftlichen Schönheiten offenbaren die Bilder die hochfragile Vorstellungswelt eines verletzlichen Individuums. In seinen ahnungsreichen Kompositionen findet sich oft ein Wesen, ganz gleich ob Mensch oder Tier, das wie die Figur eines romantischen Gemäldes auf das Leben schaut, mit all seinen Höhen, seinen Tiefen und seiner Vergänglichkeit.
Die Kompositionen Trenklers reflektieren seine Themen. Hauchdünn massiert er die Ölfarben in den von ihm bevorzugten Malgrund des Birkenholzes ein. Wie ein zarter Schleier der Illusion legt sich das Bildgeschehen auf die noch durchscheinende Maserung. Unsere Wahrnehmung ist geübt darin, in mehrdeutigen Mustern bekannte Gegenstände wiederzuerkennen. So sehen wir zunächst mit gestochener Klarheit die Wasseroberflächen, die Häuser, die Landschaften und Personen. Doch je länger wir uns mit den Werken Trenklers beschäftigen, desto deutlicher treten die Elemente freier koloristischer Kompositionen vor unsere Augen: autonome Felder, anmutige Übergänge und krasse Kontraste.
Für Lothar-Günther Buchheim war der „Kampf“, den die Maler der Brücke „auszufechten versuchten“, bis in die Gegenwart aktuell: der Widerstreit zwischen der „dingbezogenen Form“, in der wir ein Abbild unserer Lebenswelt zu erkennen glauben, „und das autonome Schalten und Gestalten mit frei erfundenen Zeichen.“ Nur in diesem Spannungsfeld, so war sich der Gründer dieses Museums sicher, könne die Phantasie sich entfalten. Zu einem solchen Erlebnis möchten wir unsere Besucher hier einladen.
Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Säle. Im ovalen Saal des Erdgeschosses ist ein Überblick über Trenklers Bildgegenstände der vergangenen zehn Jahre versammelt: Architekturen, Autos, Menschen, Tiere, Flüsse. Der Turmsaal ist den aktuellen Arbeiten Trenklers der letzten beiden Jahre gewidmet. Im hier vorherrschenden Thema der Wasseroberfläche offenbart sich seine ästhetische Bewältigung des traumatischen Ertrinkungserlebnisses.


Leif Trenkler
1960
Trenkler wird in Wiesbaden geboren.
1984-1986
Er besucht die Städelschule in Frankfurt am Main.
1988-1990
Für ein Jahr studiert er an der Kunstakademie Düsseldorf.
1988-1990
Trenkler setzt sein Kunststudium bei Thomas Bayrle und Jörg Immendorff an der Städelschule fort und kommt hier zum Abschluss.
1990-1991
Ein Auslandsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes führt ihn nach Italien.
In den Folgejahren etabliert sich Leif Trenkler zu einem wichtigen Vertreter der „Neuen Figuration“. Diese schwerpunktmäßig von Deutschland ausgehende Bewegung löst den historischen Widerspruch zwischen abstrakter Komposition und realistischer Repräsentation auf und gewinnt international höchste Beachtung. Leif Trenkler stellt in zahlreichen Galerien in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, der Türkei, Belgien, Dänemark, Tschechien, den Niederlanden, den USA und Kanada aus. Die Thomas Rehbein Galerie in Köln sowie die Galerie Karl Pfefferle in München werden über Jahrzehnte hinweg zu seinen ständigen Begleitern. Auch zahlreiche Kunstvereine und Museen, darunter das Haus der Kunst in München, das Museum Ludwig in Köln, das Museum Franz Gertsch in Burgdorf, die Kunsthalle in München, das Kunsthaus Wien und die Kunsthal Rotterdam, zeigen im Rahmen von Gruppen- und Einzelausstellungen Arbeiten von ihm.
2021
Im Hirmer Verlag erscheint eine große Monographie über Leif Trenkler mit Texten von Stephanie Götsch, Thomas Kling und Gottfried Knapp. Gleichzeitig erhält er im Buchheim Museum seine erste große museale Einzelausstellung.
Leif Trenkler lebt und arbeitet in Köln.


Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See


Abbildung:
Leif Trenkler
Früh am Morgen in Yellow Valley
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
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Start: Freitag 11.06.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 09.01.2022
München Haus der Kunst: Sweat
Bilder
Sweat

Haus der Kunst München
Ausstellung vom 11. Juni 2021 bis 09. Januar 2022

Der menschliche Körper produziert Schweiß bei so unterschiedlichen emotionalen Zuständen wie Widerstand, Angst, Anziehung und Abstoßung, Freude, sexueller Erregung und Exzess. Die Ausstellung „Sweat“ erzählt – ausgehend von bewegten Körpern ¬– von lustvoller Selbstermächtigung und Geschichten des Widerstands.

Die hier versammelten 30 künstlerischen Stimmen sind an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten und angesichts verschiedener Bedingungen des sozialen Druckes entstanden. Die jeweiligen Erfahrungen der Ausgrenzung und Unterdrückung – in Bezug auf Kultur, Geschlecht, Herkunft, soziale Schicht oder Sexualität – werden dabei nicht gegeneinander aufgewogen oder abgegrenzt. Ziel der Ausstellung „Sweat“ ist es vielmehr, die Aufmerksamkeit auf die Komplexität verschiedener Realitäten zu lenken und sinnliche Zugänge zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen zu schaffen.

Gegen gewaltsame Versuche, ihre Körper zu kontrollieren, wehren sich die Künstler*innen mit einer Poesie der Freude. Jacolby Satterwhite (geb. 1986, USA) verwandelt mit „We Are In Hell When We Hurt Each Other“ (2020) die Mittelhalle des Haus der Kunst in ein Nachtclub-Environment. Tanzende Avatare und faszinierende Landschaften einer Videoprojektion fungieren als Erweiterungen des eigenen Köpers. Satterwhite verschmilzt die Ästhetik von Musikvideo und Computerspiel, queerer Clubkultur und Voguing, westlicher Geschichte der Performance und afrikanische Riten mit persönlichen Video- und Tonaufnahmen. Der zweite Teil dieser Videoinstallation, „Shrines“ (2020), feiert im Oktober des Jahres im Haus der Kunst seine europäische Premiere.

Die Verbindung von Klang und Bewegung im Raum wird in einer weiteren Neuproduktion am Eingang der Ausstellung erfahrbar, einer wandfüllenden Malerei von Christine Sun Kim (geb. 1980, USA) („MAY BE HERE MAYBE HE RE“, 2021). Kim visualisiert oftmals verschiedene Gefühlszustände, die sie angesichts des Ausschlusses von öffentlichen Institutionen, den Medien und insbesondere der Kunstwelt erfahren hat – dort, wo der Zugang zu nicht-verbaler Verständigung nur unzureichend gegeben ist. In dieser neuen ortsspezifischen Malerei wiederholt sie die visuell ähnlichen Gesten für „maybe“ [vielleicht] und „here“ [hier] in amerikanischer Zeichensprache mit ihren schriftlichen Entsprechungen. Die Darstellungen aus Händen mit Pfeilsymbolen verdichten sich zu einem rhythmischen und kinetischen Muster.

Karneval als transatlantische, gemeinschaftsbildende Praxis der Maskerade, des Tanzes und der improvisierten Besetzung der Straße ist ebenfalls zentrales Thema. Eingeleitet wird es von António Ole (geb. 1951, Angola), dessen Film „Carnaval da Vitória“ (1978) vom wiedereingeführten Straßenkarneval in Luanda und Angolas anti-kolonialem Kampf um Selbstbestimmung handelt. Eine Weiterführung dieses Themas bilden die Skulpturen von Daniel Lind-Ramos (geb. 1953, Puerto Rico). Sie bestehen aus Fundstücken wie Masken, Musikinstrumenten, Stoffen und Sportartikeln, und fungieren als poetische Archive sowohl von musikalischen Traditionen, als auch von sozialen Auseinandersetzungen, Spiritualität der Vorfahren, und politischem Widerstand seines Heimatlandes Puerto Ricos.

Eine Hommage an den weiblichen Körper formuliert Mary Beth Edelson (geb. 1933, USA; gest. 2021, USA) mit „Great Goddess Cut-Outs“ (1974-1975). Mit dieser Skulpturenserie stellt sie archaische Gottheiten und Ahnenwelten dar und geht der formalen Verbindung zwischen dem Weiblichen und dem Göttlichen nach. Zeitgenössische Versionen dieser Forderung, die Bildsprache des eigenen Körpers selbst zu bestimmen, finden sich beispielsweise in den digitalen Selbstporträts, mit denen Tabita Rezaire (geb. 1989, Frankreich) archetypische Zuschreibungen an Schwarze Frauen herausarbeitet. Auch Tschabalala Self (geb. 1990, USA) drückt mit Porträts und Skulpturen unterschiedliche Haltungen gegenüber dem weiblichen Schwarzen Körper aus macht sich diese Zuschreibungen zu eigen. Zadie Xa (geb. 1983, Canada) verbindet in ihren tragbaren Textilarbeiten westliche Popkultur mit traditioneller südkoreanischer Mythologie. Ihr visuelles Vokabular nährt sich oft aus der Welt der Ozeane, die sowohl für den Ursprung des Lebens stehen, als auch für überlieferte Mythen einer matriarchalisch geprägten „Heimat“.

„What is danced nobody can take away from me“

Dieser Ausspruch von Santiago Reyes, der sich in seiner Tanzperformance „Dancing Southward“ (2016-) mehr und mehr in Schweiß getränkt materialisiert, könnte als Motto für die in „Sweat“ versammelten, Generationen und Nationen übergreifenden Geschichten des körperlichen Widerstands dienen. Die Zusammenschau von Werken der jüngsten Gegenwart und wegweisenden feministischen, queeren und postkolonialen Positionen der 1970er- und 1980er-Jahre zeigt, wie Künstler*innen die Veränderung von Körperpolitiken vorangebracht haben, und dass in den letzten Jahrzehnten künstlerische Formensprachen den kulturellen Verschiebungen ihrer Zeit voraus waren.

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation im K-Verlag mit Beiträgen von Olamiju Fajemisin, Raphael Fonseca, André Lepecki, Miguel A. López, Renée Mboya, Anna Schneider, Elena Setzer, Claire Tancons und Helena Vieira.

Kuratiert von Anna Schneider und Raphael Fonseca; kuratorische Assistenz: Elena Setzer

Mit Werken von Pacita Abad, Cecilia Bengolea, Mohamed Bourouissa, chameckilerner, Mary Beth Edelson, Philipp Gufler, Sunil Gupta, Eisa Jocson, Isaac Julien, Christine Sun Kim, Daniel Lind-Ramos, Natalia LL, MAHKU (Movement of Huni Kuin Artists), MPA, Mulambö, António Ole, Santiago Reyes, Tabita Rezaire, Michele Rizzo, Guadalupe Rosales, Jacolby Satterwhite, Tschabalala Self, Tuesday Smillie, João Pedro Vales Nuno Alexandre Ferreira, Kaylene Whiskey, Zadie Xa.

Stiftung Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildung:
Zadie Xa
"Child of Magohalmi and the Echoes of Creation", 2019
Photo: Benito Mayor Vallejo
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Start: Dienstag 15.06.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 10.10.2021
Franz Marc Museum: Joseph Beuys und Franz Marc - Empathie für das Tier
Bilder
Joseph Beuys und Franz Marc - Empathie für das Tier
Franz Marc Museum Kochel am See

Ausstellung vom 15. Juni bis 10. Oktober 2021

Anlässlich des 100. Geburtstages von Joseph Beuys (12.5.2021) zeigt die Kabinett-Ausstellung Tierzeichnungen und Aquarelle Franz Marcs sowie Fotografien Caroline Tisdalls von Joseph Beuys‘Aktion Coyote, die im Mai 1984 in der New Yorker Galerie René Block stattfand. Ausgangspunkt war die Frage nach der Kommunikation zwischen Mensch und Tier. Beide sind Bewohner einer Welt und durch existentielle Bedingungen ihres Lebens verbunden. Joseph Beuys verbrachte eine Woche in einem durch Gitter abgesperrten Raum mit dem Koyoten Little John, während der sich ein spezielles Verhältnis zwischen dem Tier und dem Künstler entwickelte.
Sowohl Joseph Beuys als auch Franz Marc sahen das Tier mit Instinkt-und Orientierungskräften begabt, die dem Menschen im Laufe seiner Entwicklung verloren gingen.
Wie sieht ein Tier die Welt? fragte Franz Marc und Joseph Beuys entwickelte das Projekt einer Partei für Tiere, zu dem eine Zeichnung entstand,  die in der Ausstellung zu sehen ist.

Vortrag:
Joseph Beuys und das Tier
Eugen Blume, künstlerischer Leiter Beuys2021
11. Juli 2021, 11:00Uhr
Anlässlich des 100. Geburtstages von Joseph Beuys freuen wir uns, den Beuys-Kenner und ehemaligen Leiter des Hamburger Bahnhofs in  Berlin, Eugen Blume, für einen Vortrag zu Joseph Beuys und das Tiergewonnen zu haben.

Franz Marc Museum – Kunst im 20. Jahrhundert
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel a. See

Abbildung:
Franz Marc,
Liegende Hyäne (Liegender Wolf) (aus Skizzenbuch XXXI, p. 49), 1913
Franz Marc Museum, Stiftung Etta und Otto Stangl
Foto: collecto.art
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Start: Sonntag 20.06.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.10.2021
Franz Marc Museum: Ich bin mein Stil - Künstlerbildnisse im Kreis von Brücke und Blauem Reiter
Bilder
Ich bin mein Stil - Künstlerbildnisse im Kreis von Brücke und Blauem Reiter
Franz Marc Museum Kochel am See

Ausstellung vom 20.Juni bis 03. Oktober 2021

Es ging um eine „Neue Kunst“. Die Malerinnen und Maler des Blauen Reitersund der Brückewollten mit Traditionen brechen und Bilder malen, die die Welt verändern. Ihre Gemälde sind voller Farbe und Bewegung, tauchen alles in ein ungewohntes Licht und treffen den Betrachter emotional. Wer waren diese Revolutionäre der Kunst? Wie sahen sie aus und wie sahen sie sich selbst? Danach fragt die Ausstellung "Ich bin mein Stil. Künstlerbildnisse im Kreis der Brücke und des Blauen Reiters".
Sie zeigt die Selbstporträts der Künstlerinnen und Künstler und die Bildnisse, die sie gegenseitig von sich malten. Neben Briefen und Tagebüchern, Programmen und Streitschriften zeigen ihre Porträts ein neues Selbstverständnis der Künstler. Ihre Selbstinszenierung greift auf alte Kompositionsmuster zurück, die Art und Weise wie diese Bildnisse gemalt sind, ist aber voraussetzungslos neu.
Das zeigt sich schon bei Max Beckmanns großformatigem Doppelbildnis mit seiner jungen Frau Minna, einer wichtigen Leihgabe aus dem Kunstmuseum Moritzburg in Halle. Das ganzfigurige Porträt ist durch traditionelle Bildmuster geprägt, lässt aber eine latente Verunsicherung spüren: Die Künstler der Avantgarde mussten sich neu erfinden, was gerade in den Werken Ernst Ludwig Kirchners sichtbar wird. Sein Atelierbild aus der Sammlung Gunzenhauser in Halle zeigt die Geliebte Kirchners und seinen Freund Erich Heckel in einem exotischeingerichteten, vielfarbigen Raum. Er war Teil des Wohnateliers, in dem die Künstler mit Freunden, Modellen und Geliebten lebten und arbeiteten.
Die spezielle Atmosphäre dieser Räume spiegelt sich auch nach der Auflösung der Brücke in den Bildnissen der Künstler, so dem eindrucksvollen Selbstporträt Karl Schmidt-Rottluffs mit Zigarre aus dem Museum Wiesbaden,  auf  dem  der  Maler sein Gesicht im Stil einer afrikanischen Maske malte.
Diese künstlerische Referenz war auch für die Malerinnen und Maler des Blauen Reiters wirksam. Darüber hinaus spielt in ihren Porträts die bayerische Volkskunst eine Rolle, die sie in ihrer Ursprünglichkeit verehrten und sammelten. Die Blauen Reiter lebten und arbeiteten vorzugsweise auf dem Land und malten sich dort gegenseitig. Gabriele Münter stellte Wassily Kandinsky auf einem Gemälde aus dem Museum Burda in Baden Baden bei einer Bootsfahrt dar – mit blitzenden Brillengläsern, als intellektuellen Kapitän.
Kandinsky wiederum malte Marianne von Werefkin und Gabriele Münter auf einem roten Sofa plaudernd. Das Gemälde, eine Leihgabe aus dem Kunstmuseum Bern, vermittelt die besondere Atmosphäre des Hauses, das Kandinsky und Münter seit 1909 bewohnten und das sie neben ihren  eigenen Werken mit bayerischer Volkskunst ausgestattet hatten.
Der erste Weltkrieg zerstörte Hoffnungen und Utopien, was sich im Künstlerporträt im Ausdruck von Angst und Verzweiflung niederschlägt. Schon vor dem Krieg hatte Ludwig Meidner die Katastrophe vorausgesehen und sich selbst auf einem dramatischen Bildnis aus der Pinakothek der Moderne in München als Selbstmörder dargestellt. Die  Errungenschaften von Brücke und Blauem Reiter haben die Kunst jedoch über den Krieg hinaus nachhaltig geprägt mit einem neuen Malstil, der eine neue Sicht der Welt reflektiert: die analytische und emotionale Durchdringung ihrer oberflächlichen Erscheinung im Blick des Künstlers. Sowohl die neue Malweise, geprägt durch eine intensive, kontrastreiche Farbigkeit, die spontane Geste, eine neue Auffassung von Raum und Volumen, als auch die Subjektivität des künstlerischen Blicks spiegeln sich in seiner und ihrer (Selbst)Darstellung, die wiederum Reflex ihrer Werke ist. Dies wird in der Ausstellung erfahrbar durch die Gegenüberstellung von Bildnissen und zeitgleichen Werken der Künstlerinnen und Künstler.

Es erscheint ein Katalog mit Textbeiträgen von Cornelia Blume, Meike Hoffmann, Isabelle Jansen, Cathrin Klingsöhr-Leroy, Olaf Peters, Carla Schulz-Hoffmann, Jean Starobinski, Maximilian Westphal, Roman Zieglgänsberger.

Franz Marc Museum – Kunst im 20. Jahrhundert
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel a. See

Abbildung:
Wassily Kandinsky, Interieur (mit zwei Damen), 1910
Kunstmuseum Bern,
Schenkung Livia Klee 2001
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Start: Samstag 26.06.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 24.10.2021
Bernried Buchheim Museum: GAYMANN. VON HÜHNERN UND MENSCHEN
Bilder
GAYMANN. VON HÜHNERN UND MENSCHEN

Ausstellung vom 26. Juni bis 24. Oktober 2021
Buchheim Museum Bernried

Mit Charme, Witz und Wärme fu?hren uns die Figuren des Cartoonisten Peter Gaymann die bisweilen unrühmlichen Situationen unseres Alltags vor Augen: wenn wieder einmal klar wird, dass Frau und Mann grundverschiedene Wesen sind; wenn kleine Versuchungen unsere guten Vorsätze zu Fall bringen; und wenn wieder einmal alles von der richtigen Atemtechnik abhängt.

Am 26. Juni 2020 wurde Gaymann 70 Jahre alt. Die aus diesem Anlass geplante Retrospektive des deutschen Großmeisters der komischen Kunst im Buchheim Museum wird nun zum 71. Geburtstag nachgeholt. Die von Peter Gaymann gestaltete und von Reinhard G. Wittmann kuratierte Ausstellung vermittelt ein ganzes Leben im Zeichen des Humors. Sie bildet die Entwicklungslinien des Künstlers nach, der mit seinen Hühnern zu einer Marke des deutschen Cartoons geworden ist.

Dass in diesem »Huhniversum« auch menschliche Charaktere zu ihrem Recht kommen, führen u?ber Jahrzehnte nicht nur die »Paar Probleme« in der Frauenzeitschrift BRIGITTE vor Augen, sondern auch zahlreiche andere Zeichnungen und Aquarelle. Reiseskizzen, Objekte und Collagen ergänzen das Spektrum der Schau.

Die kurzweilige Präsentation zeigt die Stufen von Gaymanns Lebens- und Werklauf. Zugleich führt sie uns psychologische und politische Themen vor Augen. Gaymann hat sich immer nah am Zeitgeist bewegt. Er gilt als scharfsinniger und witziger Chronist der deutschen Befindlichkeiten der vergangenen 50 Jahre. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Forum Humor und komische Kunst e.V. und ist Bestandteil des Humorfestivals Bernried.


Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1,
D-82347 Bernried

Abbildung:
Peter Gaymann
Das Leben ist schön!
© Peter Gaymann
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Start: Samstag 10.07.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.11.2021
Bernried Buchheim Museum: DIE FARBEN DER AVANTGARDE
Bilder
DIE FARBEN DER AVANTGARDE

Buchheim Museum Bernried
Ausstellung vom 10.Juli bis zum 07.November 2021

Heckel begeistert sich für ein »brennendes« Rot, Kirchner freut sich über das »starke Violett«, Jawlensky stimmt ein »mystisches« Blau an, Beckmann konturiert seine Motive mit »magischem« Schwarz und Modersohn-Becker schwelgt in »Farbenstimmung«. Die Farben sind von großer Wichtigkeit für die Avantgarde, jener internationalen Strömung der frühen Moderne, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Expressionismus in Deutschland niederschlägt. Was ist neu an ihrem Kolorit? Welche Bedeutung messen die Avantgardist*innen ihren Farben und Farbzusammenstellungen bei? Und warum ist das heute genauso spannend wie damals?

WAS WAR DAVOR?
In früheren Zeiten mussten sich die Maler*innen ihre Farbpasten selbst anrühren. Dafür vermischten sie Farbpigmente mit einem Bindemittel, etwa Leinöl. Die Pigmente wurden aus anorganischen Farbmitteln hergestellt, also aus Erden wie Ocker oder Mineralien wie Eisenoxid, sowie aus organischen Farbstoffen, etwa dem Urin von Kühen bei Indischgelb oder den Blüten der Indigopflanze bei Indigoblau. Manche Pigmente waren selten und daher teuer.

DIE ERFINDUNG DER FARBTUBE
Mit Erstarken der Chemieindustrie im 19. Jahrhundert wuchs die Palette kostengünstiger synthetischer Farbpigmente. Ab 1841 gab es Ölfarben fertig gemischt und abgefüllt in verschließbaren Bleituben zu kaufen. Befreit von ihrem eigenen Farbmischlabor, konnten die Maler*innen nun mit Malkasten, Leinwand und Staffelei unterm Arm hinausziehen in die Welt. Die Bewegung der Freilichtmalerei erstarkte, so die Schule von Barbizon in Frankreich (1830–1870), die Künstlerkolonien in Dachau (ab 1875) oder in Worpswede (ab 1889). Landschaften wurden nun im unmittelbaren Abgleich mit der Realität auf die Leinwand gebracht werden.

DIE ENTDECKUNG DER FOTOGRAFIE
Neben der Entwicklung der Farbindustrie war auch das Hervorkommen der Fotografie ab 1826 eine entscheidende Vorbedingung der Avantgarde. Mit ihrer Verbreitung wurde die Malerei zur Abbildung der Wirklichkeit nicht mehr gebraucht. Wollte sie dennoch ihre kulturelle Stellung nicht verlieren, musste sie sich ändern. Ihr Akzent verschob sich von der objektiven Darstellung hin zur subjektiven Interpretation der Wirklichkeit. In Abgrenzung zur Fotografie, die bis in die 1930er Jahre hinein schwarz-weiß blieb, gewannen dabei Farben als Ausdrucksträger an Bedeutung.

IMPRESSIONISMUS
Die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts übte sich noch in realistischer Darstellungsweise. Doch wurden häufig besonders farbintensive Lichtsituationen hervorgehoben und als Stimmungsträger interpretiert. Um 1870 leitete der Impressionismus einen Wechsel der Blickrichtung ein. Es ging nun nicht mehr um die Welt vor unseren Augen, sondern um den Eindruck, den die Welt in unseren Augen hinterlässt. Die Beleuchtungssituation ist nun das Thema. Die Malerei schwelgt in reinen Spektralfarben, welche der Wiedergabe der Lichtreflexe dienen sollen. Strich für Strich werden sie mit dem Pinsel nebeneinander gesetzt. Unsere Eigenleistung ist bei der Betrachtung gefragt. Denn erst bei der Wahrnehmung setzen sich die Farbelemente des Gemäldes wieder zu den Formen der dargestellten Welt zusammen.

EXPRESSIONISMUS
Um 1900 befreien sich die Farben gänzlich von dem Zwang der objektiven Wirklichkeitswiedergabe. Die realistische Lokalfarbe und die impressionistische Erscheinungsfarbe sind bei der Farbwahl nicht mehr maßgeblich. Die Farben werden nun zum rein subjektiven Ausdruckträger. Die Worpsweder Künstlerin Paula Modersohn-Becker ist die erste, die eine expressionistische Farbtheorie entwickelt. Ihre persönliche Empfindung ist für ihre Farbkonzeption entscheidend, nicht das Studium der Natur. Ihre Farbpalette soll eine einheitliche »Farbenstimmung« zum Ausdruck bringen. Ernst Ludwig Kirchner, Mitbegründer der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe »Brücke« vertritt eine ähnliche Auffassung. Er fertig immer »zwei Malereien«, zunächst eine »von der Natur« und dann eine »ganz frei aus dem Kopf«. Er nimmt die impressionistischen Erscheinungsfarben bei der Naturbeobachtung in sich auf, um sie dann unabhängig vom Wirklichkeitsbezug frei nach seinem Empfinden einzusetzen. Während bei Kirchner die Farben Ausdruck seines Lebensgefühls sind, gelten sie für Alexej von Jawlensky, Mitglied der 1911 in München gegründeten Gemeinschaft »Blauer Reiter«, als Symbol mystischer Transzendenzerfahrung. Im Expressionismus verlieren die Farben an Realitätswert. Dafür gewinnen sie an Symbolwert. Nicht was wir sehen, sondern was wir empfinden, fühlen, glauben und denken wird durch die Farben zum Ausdruck gebracht. Hierfür werden die Farben gegenüber einer wirklichkeitsgetreuen Darstellung vereinfacht, verzerrt oder verfehlt. Tonige Übergänge sowie Licht- und Schattenwirkungen werden weitgehend vermieden. Kräftige, ungebrochene Farben werden verwendet, die in harten Kontrasten zueinander stehen. Die Themen, die in den Farbkompositionen zum Ausdruck kommen, sind Erotik, Freundschaft, Naturerleben, Alltagsszenen und Transzendenzerfahrungen.



DIE AUSSTELLUNG
Zu sehen sind 76 Gemälde von Cuno Amiet, Max Beckmann, Otto Beyer, Fritz Bleyl, Erich Heckel, Alexej von Jawlensky, Max Kaus, Ernst Ludwig Kirchner, Rudolf Levy, Paula Modersohn-Becker, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff und, als Dialogpartner der Gegenwart, Bernd Zimmer. Sie stammen aus den Beständen des Buchheim Museums, aus der Sammlung Hermann Gerlinger sowie von weiteren privaten Leihgebern. Gegliedert sind sie weder chronologisch, noch nach Namen, noch nach Bildinhalten, sondern nach den Farben und Kontrasten, die in ihren Kompositionen jeweils zentral sind. Das menschliche Auge kann bis zu eine Millionen Farben unterscheiden. Die deutsche Sprache kennt 75.000 Wörter für Farben. Dem Farbforscher und Wahrnehmungspsychologen Axel Buether folgend, werden hier stellvertretend neun Farben ausgewählt, die im Expressionismus und im Leben besonders wichtig sind, die reinen Farben des Regenbogens, die bei der spektralen Zerlegung von Licht entstehen und die nicht weiter zerlegbar sind: Gelb, Orange, Rot, Pink, Blau, Türkis, Grün; sowie zusätzlich Braun und Schwarz.
Die Ausstellung soll wegführen von einer kunsthistorischen, von Begriffen geprägten Kunstbetrachtung. Sie soll die Augen, die Herzen und den Geist öffnen für das Wunder der Farbe in der Malerei. Hier ist jeder Experte, denn wir alle haben natürliche und kulturelle Erfahrungen mit Farben und verbinden bestimmte Bedeutungen mit ihnen. So kann die Kunst ihrem eigentlichen Ziel zugeführt werden. Sie ist eine Einladung an alle zum Schauen, zum Fühlen und zum Denken. Sie gibt uns den Anstoß, unser Leben freier, offener und phantasievoller zu gestalten, gerade so, wie die Avantgardist*innen die Farben freier, offener und phantasievoller als die Künstler*innen vor ihnen einsetzten. Die Ausstellung ist Teil der Ausstellungsreihe »Avantgarde in Farbe« der MuSeenLandschaft Expressionismus.


Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung:
Karl Schmidt-Rottluff
Junger Wald und Sonne, 1920
Öl auf Leinwand
Sammlung Hermann Gerlinger im Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
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Start: Donnerstag 22.07.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 19.09.2021
München Literaturhaus: Hauck & Bauer - Cartoons
Bilder
Hauck & Bauer
Cartoons

Der eine schreibt (Bauer), der andere zeichnet (Hauck), zusammen sind sie das unschlagbare Duo Hauck & Bauer.
Ob in ihrer FAS-Kolumne »Am Rande der Gesellschaft«, ihren Cartoon-Clips für die WDR-Sendung »Anke hat Zeit« oder ihrer TITANIC-Rubrik »Hier lacht der Betrachter«: Elias Hauck und Dominik Bauer sind komisch und bierernst, anarchistisch und seriös, liebevoll und gerne taktlos. Ihre Figuren meint man zu kennen: Ist das nicht der Nachbar? Die eigene Ehefrau? Oder gar man selbst? Jeder Cartoon ist ein »Highlight der Beobachtung und Pointierung« (Anke Engelke), eine Feier des Ur-Menschlichen.

Das Literaturhaus zeigt die große Hauck & Bauer-Werkschau des Caricatura Museums Frankfurt erstmals in München, ergänzt durch »Goethes schlechteste Gedichte« und andere literarische Interpretationen. Und da es immer noch einen Cartoon gibt, der fehlt, steht für unser Publikum ein Tisch bereit mit Material zum Selbstzeichnen und Texten.

Elias Hauck und Dominik Bauer, beide Jahrgang 1978, beide gebürtig aus Alzenau (Unterfranken), haben bereits in der Schule begonnen, Comics und Cartoons zu zeichnen und zu schreiben. Seit 2003 erscheinen ihre Cartoons wöchentlich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sowie seit 2008 regelmäßig in TITANIC und Spiegel Online.

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1,
80333 München
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Start: Samstag 24.07.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Samstag 21.05.2022
München Stadtmuseum: Nachts. Clubkultur in München
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Nachts. Clubkultur in München

München Stadtmuseum
Ausstellung vom 24. Juli 2021 bis 1. Mai 2022

Die kulturhistorische Ausstellung "Nachts" widmet sich in Form eines nächtlichen Streifzugs der Ausgeh- und Clubkultur Münchens von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Neben stadtplanerischen und ökonomischen Fragen nimmt sie insbesondere Menschen und Orte in den Blick, die das Geschehen in der Nacht und das Münchner Nachtleben prägten und prägen. Die Fata Morgana des Atomic Café, das im Münchner Stadtmuseum wieder zu betreten sein wird, zahlreiche Erinnerungsstücke aus Ultraworld, Ultraschall, Flughafen Riem, Kunstpark Ost, Registratur – um nur einige zu nennen – könnten die Ausstellung zu einer modernen Wallfahrt machen. Neben schillernden Personen und ihren nicht minder anziehenden Treffpunkten, beschäftigt sich die Ausstellung auch mit den Begleiterscheinungen des Nachtlebens wie dem Ein- und Ausschluss von Menschen, der Bedeutung von Migration und Geschlecht und erzählt von den Besonderheiten des Arbeitens in einem nicht alltäglichen, nächtlichen Geschehen. Dabei fragt die Ausstellung auch nach der Bedeutung von Nachtleben und Clubkultur in Bezug auf die Urbanisierung Münchens und lenkt den Fokus auf das aktuelle coronabedingte Sterben bekannter nächtlicher Orte und die Entwicklung alternativer Treffpunkte. Eine besondere Bedeutung kommt in "Nachts" dem Format der Veranstaltung zu: Ein umfangreiches Programm macht das Ausstellungsthema lebendig, erfahrbar und führt über die rein museale Begegnung hinaus.

Stadtmuseum München
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
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Start: Dienstag 27.07.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 01.11.2021
München: Van Gogh Alive – The Experience
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Van Gogh Alive – The Experience

Austellung vom 27. Juli bis 01. November 2021
Utopia, München


Grande Experiences präsentiert Van Gogh Alive, eine multisensorielle Ausstellung für die ganze Familie. Van Goghs Werke werden seit über hundert Jahren auf der ganzen Welt ausgestellt - aber noch nie auf diese Weise. Nur für kurze Zeit haben Sie im Utopia in München die
einzigartige Gelegenheit van Goghs Kunst zu erleben und ganz in seine Welt zu einzutauchen. Van Gogh Alive ist ein COVID-sicheres Kunst- und Unterhaltungserlebnis, das bereits über 6 Millionen Menschen in 50 Städten auf der ganzen Welt inspiriert hat. Das digitale Ausstellungs-Highlight, das den berühmtesten Maler der Geschichte ehrt, wird vom 27. Juli bis zum 01. November im Utopia in München zu sehen sein. Um höchste Sicherheitsstandards und einen COVID-sicheren Rahmen gewährleisten zu können, wird der Einlass stark reduziert.
Van Goghs Werke werden seit über einem Jahrhundert ausgestellt - aber noch nie auf diese Weise. Sie müssen die Bilder nicht still und aus der Ferne betrachten. Van Gogh Alive ermöglicht es den Besucher*innen, ganz in van Goghs Welt einzutauchen und einen neuen,
unerwarteten Umgang mit Kunst zu entdecken. Vom ersten Augenblick an lädt eine lebendige Symphonie aus Licht, Farben, Klang und Düften
dazu ein, die Welt hinter sich zu lassen und in ein unvergessliches Erlebnis für alle Sinne einzutauchen. Van Goghs Meisterwerke werden lebendig, plastisch, greifbar. Als ob man direkt in seine Bilder hineingezogen würde.
Kinder und Erwachsene haben die Möglichkeit die Kunstwerke aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und einzigartige Perspektiven auf Vincent van Gogh zu entdecken. Neben seinem künstlerischen Werk werden auch zahlreiche Fotos und Videos ausgestellt, die neue Einblicke in van Goghs Inspirationsquellen geben. Eine interessante und faszinierende Erfahrung, die Spaß macht!

Die Sicherheit und der Schutz der Besucher*innen und unseres Teams vor COVID 19 genießt bei Van Gogh Alive höchste Priorität. Das Utopia, unser Ausstellungsort, verfügt mit über 1200m2 über genügend Raum, uns jederzeit an die Richtlinien und Vorschriften der zuständigen Gesundheitsbehörden anzupassen. Um den Sicherheitsabstand strikt einhalten zu können, wird die Anzahl der Teilnehmer*innen pro Zeitfenster stark reduziert. Es steht Händedesinfektionsmittel zur Verfügung und Masken müssen getragen werden. Zwischen den Zeitfenstern und am Abend wird die Ausstellungsfläche sorgfältig gereinigt und desinfiziert.Wir freuen uns sehr darüber, nach so langer Zeit das kulturelle Leben zurück nach München zu bringen.
Das Utopia ist der ideale Ort, die digitale Reise in das Leben und Werk des Fin-de-siecle Künstlers Vincent van Gogh zu begehen. Grande Experiences hat mit SENSORY4™ eine Technologie entwickelt, die riesige Projektionen von sensationeller Klarheit ermöglicht. Über 3000 Bilder werden von eindringlicher, klassischer Musik begleitet und verwandeln den Ausstellungsraum in ein Gesamtkunstwerk. Gehen Sie auf in den kräftigen Farben von van Goghs detailreichem Werk. Kinder und Erwachsene können ihre eigenen Wege gehen und sich ganz von ihren Interessen leiten lassen.

Betrachten Sie van Goghs Kunstwerke auf Ihre Weise. Erkunden Sie Geheimnisse. Erforschen Sie die zahlreichen Fotos und Videos, die neben seinem künstlerischen Werk ausgestellt werden und neue Einblicke in seine Inspirationsquellen geben. Oder lassen Sie die Bilder, Klänge und Düfte einfach auf sich wirken und genießen Sie die Vielzahl der Eindrücke, die wie Wellen über Sie hinweg gehen werden.

Utopia,
Heßstraße 132,
80797 München
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Start: Donnerstag 29.07.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.11.2021
Murnau Schlossmuseum: Punkt, Linie, Fläche - Die Kinderzeichnung und der Expressionismus
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Punkt, Linie, Fläche.
Die Kinderzeichnung und der Expressionismus

Schlossmuseum Murnau
Ausstellung vom 29.Juli bis 07.November 2021

Das Schloßmuseum Murnau widmet sich im Sommer 2021 einem Thema, mit dem sich bereits Wassily Kandinsky, Paul Klee, Pablo Picasso, Asger Jorn und weitere bedeutende Künstler der Klassischen Moderne intensiv auseinandersetzten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren über die Kreativität von Kindern zahlreiche Publikationen erschienen und es gab einige Ausstellungen zu dieser Thematik. Bereits seit den 1880er-Jahren hatte sich Alfred Lichtwark, erster Direktor der Hamburger Kunsthalle, mit dem Kunstunterricht in Schulen beschäftigt. Zusammen mit dem Pädagogen Carl Götze zeigte er 1898 in der Kunsthalle die Ausstellung „Das Kind als Künstler“. 1922 erschien Gustav Hartlaubs Buch „Der Genius im Kinde. Zeichnungen und Malversuche begabter Kinder“, das auf die Vorbereitungen zur gleichnamigen Ausstellung in der Mannheimer Städtischen Kunsthalle im Frühjahr 1921 zurückging.

Die vermehrte Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung des Kindes erregte früh die Aufmerksamkeit in Künstlerkreisen. Wassily Kandinsky war einer der ersten Künstler, der erfasste, welche Bedeutung die Adaption von Wesen und Wirkung der Kinderzeichnung für die Kunstentwicklung haben könnte. Das kindliche Universum, die Parallelität von Fantasiewelt und Realität, die Spontaneität und nicht zuletzt die Unbeschwertheit im Umgang mit Größenverhältnissen und Gesetzen der Schwerkraft sowie das hohe Abstraktionsvermögen, das schon der Schriftsteller Charles Baudelaire bewundert hatte, gaben der expressiven Malerei damals wie heute Impulse.

Nicht zuletzt führt uns die Auseinandersetzung mit der Kinderzeichnung in einen „Zustand der Kindheit“, an dem Künstler festhalten sollten, da er Lebendigkeit und Frische verspricht. Das empfahl im 19. Jahrhundert etwa der britische Maler und Kunsthistoriker John Ruskin.
Die schicksalhafte Bedeutung naiv-kraftvoller Ausdrucksmittel für den niederländischen Maler Constant und die Gruppe Cobra steht in der Ausstellung ebenso im Mittelpunkt, wie es auch um die lebenslangen Auseinandersetzungen und ambivalenten Positionierungen  von Paul Klee geht. Arbeiten von Arnulf Rainer und A. R. Penck dokumentieren die Wege und Methoden der nachfolgenden Generation.
Der Titel der Ausstellung lehnt sich an Wassily Kandinskys Titel seiner berühmten theoretischen Schrift „Punkt und Linie zu Fläche“ an. Die 1926 als Band 9 in der Bauhaus-Bücherreihe erschienene Publikation bildete die Grundlage seines Bauhaus-Unterrichts als Pädagoge.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Pia Dornacher, Isabelle Jansen, Hannah Monyer, Jacopo Galimberti und Heribert Riesenhuber.

Die Ausstellung im Schloßmuseum Murnau findet im Rahmen der Ausstellungsreihe „Avantgarde in Farbe. Blauer Reiter, Brücke, Expressionismus” der MuSeenLandschaft Expressionismus statt, die auch ins Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See, ins Franz Marc Museum in Kochel am See, ins Museum Penzberg – Sammlung Campendonk und ins Lenbachhaus in München führen wird (www.museenlandschaft-expressionismus.de).

Schloßmuseum Murnau

Markt Murnau a. Staffelsee
Schloßhof 2-5,
82418 Murnau a. Staffelsee

Abbildung:
1. Paul Klee, Waldvogel, 1920, 81
Aquarell und Bleistift auf kreidegrundierter Gaze auf Papier,
oben und unten mit Glanzpapierstreifen angestückt, auf Karton,
Privatsammlung, © Foto: Nikolaus Steglich, Starnberg

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Start: Samstag 07.08.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 01.11.2021
Museum Penzberg: Ringsum Schönheit - Campendonk, die Expressionisten und das Kunsthandwerk
Bilder
Ringsum Schönheit.
Campendonk, die Expressionisten und das Kunsthandwerk

Erstmals kann im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk die bedeutsame Wechselbeziehung von kunsthandwerklichen Arbeiten und moderner Malerei anhand zahlreicher Werke von Vertreter*innen des Blauen Reiter, der Brücke und der Rheinischen Expressionisten nachverfolgt werden. Heinrich Campendonks Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Krefeld und sein Bezug zum Kunsthandwerk stehen im Zentrum der Ausstellung.

Kunst und Leben gehörten für viele avantgardistische Künstler*innen zusammen. Töpfern, Schnitzen, Sticken sowie Raum- und Möbelgestaltung waren als gleichrangige Ausdrucksform zeitgemäßen Kunstschaffens anerkannt. Der private Raum wurde somit zum Spiegel der eigenen Persönlichkeit.


Künstler als Entwerfer
Der Gedanke einer künstlerischen Gestaltung aller Lebensbereiche verbreitete sich in den Reformbewegungen um die Jahrhundertwende. Aufgegriffen und vermittelt wurde er an den fortschrittlichen Kunstgewerbeschulen. Heinrich Campendonk und Helmuth Macke erlernten in Krefeld von Johan Thorn Prikker die Zusammenführung von Kunst und Handwerk: Die Künstler wurden zu Erfindern neuer Formen für die gewerbliche Industrie. Ergriffen vom Reformgeist der Zeit planten Heinrich Campendonk und August Macke bereits 1912 in Köln eine Akademie auf Basis des Kunstgewerbes. Eine Idee, die jedoch erst nach dem Ersten Weltkrieg mit der Gründung des Bauhauses in Weimar Realität wurde.
Zeitlebens befasste sich Campendonk mit dem Auflösen der Gattungsgrenzen, indem er kunsthandwerklichen Techniken eine große Bedeutung zusprach. Seine frühen StickereiEntwürfe, Hinterglasbilder oder auch Holzschnitte zeugen von dieser Ent-Hierarchisierung der Techniken. Da nur wenige Stickereien Campendonks erhalten sind, hat das Museums eigens für die Ausstellung die Textilkünstlerin Anna Liebst mit einer Replik von Das gelbe Tier beauftragt.

Expressionistisches Kunsthandwerk
Ausgehend vom vielseitigen Schaffen und Entwerfen Campendonks nimmt die Ausstellung weitere Künstler*innen in den Blick, die heute dem Expressionismus zugeschrieben werden. Inspiration schöpften Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Maria Franck-Marc, August Macke und Ernst Ludwig Kirchner aus der Volkskunst, traditionellen Handwerkstechniken und nicht-westlichen Kultobjekten. Sujets, die wiederum in den zeitgleichen Gemälden Einzug fanden. Unter den Rheinischen Expressionisten ist die Künstlerin Fifi Kreutzer eine Entdeckung. Sie war bereits 1914 auf der Werkbundausstellung in Köln mit Wandbehängen, Webereien und Keramiken vertreten. Anfang der 1920er-Jahre fertigte sie Stickereientwürfe und entwarf Vorsatzpapiere für Buchverlage. In Penzberg werden zum ersten Mal im süddeutschen Raum die phantasievollen Arbeiten Fifi Kreutzers gezeigt.
Dank zahlreicher Leihgaben namhafter Museen und Sammlungen wird so in thematisch gegliederten Räumen ein von der Kunstgeschichte kaum beachteter Gegenstand in seiner ganzen Vielfalt präsentiert: Ein Panorama an Techniken und Stilrichtungen des frühen 20. Jahrhunderts, das von Jugendstil-Möbeln Richard Riemerschmids, einem geschnitzten Spiegelrahmen Ernst Ludwig Kirchners, einer Webarbeit Maria Franck-Marcs bis zu einem zwei Meter langen Gobelin Heinrich Campendonks reicht.
Die Ausstellung im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk findet im Rahmen der Ausstellungsreihe „Avantgarde in Farbe. Blauer Reiter, Brücke, Expressionismus“ der MuSeenLandschaft Expressionismus statt, die auch ins Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See, ins Schloßmuseum Murnau, ins Franz Marc Museum in Kochel am See und ins Lenbachhaus München führen wird.

Museum Penzberg — Sammlung Campendonk
Am Museum 1,82377 Penzberg

Abbildung:
Heinrich Campendonk, Pferd, Gems, Kuh, um 1913, Stickereientwurf
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
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Start: Freitag 17.09.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 13.02.2022
München Haus der Kunst: Heidi Bucher. Metamorphosen
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Bilder
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Heidi Bucher. Metamorphosen
München Haus der Kunst
Ausstellung vom17. September 2021 bis 13. Februar 2022

„Räume sind Hüllen, sind Häute. Eine Haut nach der andern ablösen, ablegen: Das Verdrängte, Vernachlässigte, Verschwendete, Verpasste, Versunkene, Verflachte, Verödete, Verkehrte, Verwässerte, Vergessene, Verfolgte, Verwundete.“ Heidi Bucher

Mit Heidi Bucher (* 1926 Winterthur, † 1993 Brunnen, Schweiz) präsentiert das Haus der Kunst eine bedeutende und wiederzuentdeckende Künstlerin der internationalen Neo-Avantgarden, die mit ihren Latex-Werken die Zwänge und Befreiungsprozesse menschlicher Existenzformen ergründet. Die Retrospektive stellt erstmals alle zentralen Werkgruppen der Öffentlichkeit vor, von den Anfängen über die experimentelle Zeit in Los Angeles, das Hauptwerk mit den Architektur-Häutungen bis zum auf Lanzarote entstandenen Spätwerk.

Eingeschränkt durch genderbedingte Voreingenommenheit, wurde Heidi Buchers Laufbahn zunächst nicht in Richtung der Schönen Künste gelenkt, sondern zu Mode- und Textildesign. Sie studierte bei Johannes Itten in Zürich, hatte jedoch auch weibliche Lehrer wie z.B. die Schweizer Textilgestalterin Elsi Giauque, die ihrerseits eine Studentin Sophie Taeuber-Arps gewesen war. In den 1940er-Jahren schuf Heidi Bucher Papierarbeiten und experimentierte mit Seide oder Tüll, die sie auf Pappe, Holz oder Aluminium klebte oder darauf befestigte. In diesen Gebilden, die sich wie Gemälde ausnahmen, war ihre spätere Hinwendung zur Skulptur bereits angelegt.

Während ihr Ehemann Carl Bucher Innen- und Außenraum Objekte schuf, die wie Quallen leuchteten („Phosphorescent Inflatables“) oder wirkten, als ob sie schweben („Apparel Sculptures“), entwickelte Heidi Bucher bereits die Idee von statischer Skulptur hin zu einer bewegten. Die Form der trag- und tanzbaren Körperskulpturen „Bodyshells“ (1972), Heidi Buchers erster Werkgruppe, ist von Meerestieren inspiriert; sie wurden am Strand von Venice Beach aktiviert. In ihnen wird die das Bauhaus kennzeichnende Zusammenführung von Disziplinen erkennbar: Skulptur, Architektur, Design und Tanz verschmelzen miteinander. Zudem konnte Heidi Bucher ihr Interesse an Textilien integrieren. Noch im selben Jahr wurden die „Bodyshells“ am LACMA in Los Angeles ausgestellt. Für ein Symposium im Rahmen dieser Ausstellung werden sie rekonstruiert und erneut aktiviert.

Die Jahre 1970 bis 1973 verbrachte Heidi Bucher zunächst in Kanada, dann in Kalifornien, wo sie in Berührung mit der feministischen Kunst amerikanischer Prägung kam: Judy Chicago und Miriam Schapiro riefen zu dieser Zeit das Female Art Program ins Leben, Judy Brady veröffentlichte ihr satirisches Manifest „I Want a Wife“, und nicht weit vom Wohnhaus der Buchers befand sich das Woman’s Building, die langlebigste feministische Einrichtung von Los Angeles. Heidi Bucher war förderndes Mitglied von Womanspace, einer ähnlichen Einrichtung, und nahm an einer Ausstellung teil. Diese Begegnungen schärften ihre Perspektive ebenso wie die Bekanntschaft mit dem Werk von Eva Hesse und die aus diesen Jahren gründende Freundschaft mit Ed Kienholz.

1973, nach der Rückkehr aus den USA und der Trennung von Carl Bucher, beginnt Heidi Bucher mit der emanzipatorischen Geste der Latex-Häutung ihr Hauptwerk. Nun wird die Inbesitznahme und Verwandlung von Räumen zum Leitmotiv. Für den Abzug ihres eigenen Künstler-Studios „Borg“ (1974-78, Bucher leitete den Namen von Ge-borg-enheit ab), dem Kühlraum einer ehemaligen Metzgerei, fixierte sie Gaze mit Fischkleister an den Wänden, bestrich diese mit flüssigem Latex, um die getrockneten Schichten unter körperlicher Anstrengung, aber dennoch behutsam abzuziehen. In den Jahren von 1973 bis 1978 entstehen die „Einbalsamierungen“ und „Weichobjekte“, eine surreal anmutende Bilderwelt zur Aufarbeitung weiblicher Unterdrückung: Bucher arrangierte textile familiäre Fundstücke wie Unterwäsche, Kinder- und Frauenkleider oder Bettdecken, überzog sie mit Latex, kombinierte sie mit Muscheln und trug Farbpigmente von Perlmutt, Lila oder Gold auf. Die Idee der Überwindung sowohl von traumatischen Situationen, als auch von herkömmlichen Geschlechterrollen erreichte in dem Werk „Libellenlust (Kostüm)“ (1976) einen ersten Höhepunkt; für dieses Kostüm formte die Künstlerin die Wandhäutungen zu einem libellenartigen Fächer und balsamierte es mit Perlmutt ein.

Auch in ihrem Elternhaus trug sie flüssiges Kautschuk auf Boden und Wände des „Herrenzimmers“ (1978/82) auf, das ehemals den männlichen Familienmitgliedern vorbehalten gewesen war, und löste mit dieser Häutung sinnbildlich die patriarchale Familienstruktur ab. In den Räumen, von denen die Frauen durch häusliche und familiäre Verpflichtungen ausgeschlossen gewesen waren, gab sie durch die Häutung Schmerzliches und Persönliches preis, um Integrität und Autonomie herzustellen. Eine dritte Häutung nahm sie im „Ahnenhaus“ der Großeltern vor (1980-1982), dessen Böden nun erstmals mehrgeschossig präsentiert werden – so, wie eine Skizze der Künstlerin es vorsah.

Die Schauplätze, die Heidi Bucher wählte, besaßen vielfach private und öffentliche Bedeutung zugleich, wie die psychiatrische Klinik Bellevue am Bodensee. Heidi Bucher häutete auf dem villenartigen Gelände das „Kleine Glasportal“, das „Audienzzimmer des Doktor Binswanger“ und die Badeanstalt (1988). In dem Audienzzimmer hatte Binswanger seine erste Probandin, die vermeintliche Hysterie-Patientin Anna O. und spätere Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim, behandelt, in engem Austausch mit Sigmund Freud. Mit der Häutung des Eingangsportals des verlassenen Grand Hôtel Brissago (1987) am Lago Maggiore stellte sich Bucher einem kollektiv von Schuld und Scham besetzten, höchst ambivalenten Raum: Das Hotel war zunächst Erholungsort für Intellektuelle gewesen und wurde während des Regimes der Nationalsozialisten zu einem staatlich organisierten „Interniertenheim“ für jüdische Kinder und Frauen.

Wenn Heidi Bucher mit ihren Häutungen gesellschaftliche wie private Machtstrukturen entlarvte, so öffnete sie in einem nächsten Schritt den Raum auch für Veränderung. Der Aspekt der Metamorphose kommt in ihrem Manifest „Parkettlibelle“ zum Ausdruck, in dem sie ihre Arbeit als einen „Metamorphosenprozess“ bezeichnet, bei dem die Loslösung von sozialer Konditionierung mit der Aufweichung und Mobilisierung von Gegenständen – eben statischer Verhältnisse – einhergeht. Bereits im weichen Material der „Bodyshells“ waren die Körper der Aufführenden geschlechtslos, verborgen und geschützt. Anders als die feministischen Künstlerinnen der USA, die sich auf die weibliche Anatomie konzentrierten, und anders auch als Louise Bourgeois, stellte Heidi Bucher Nacktheit weder explizit zur Schau, noch folgte sie dem psychoanalytischen Ansatz. Sie brachte vielmehr eine gesellschaftliche Utopie zum Ausdruck, die nach ganzheitlichen Möglichkeiten sinnlichen Empfindens strebte, wie sie sich erst nach der Überwindung herkömmlicher Geschlechterrollen auftun. So hat sie seit der Häutung des Herrenzimmers 1978 konsequent eine formal und ästhetisch einzigartige künstlerische Sprache geschaffen, ohne auf figurative Darstellungen zurückzugreifen.

In der späten Schaffensphase von 1983 bis 1993 entstehen die „Weißleimhäuser“ (1988), kleine Plastiken aus Schaumstoff, Textil und Farbe, die mit Weißleim verklebt waren. Die schmucklosen Miniaturen von minimalistischer Zurückgenommenheit zeugen von Buchers stetiger Auseinandersetzung mit Innen- und Außenräumen. Sie beziehen sich auf den Baustil kanarischer Wohnhäuser; Bucher verbrachte nun vermehrt Zeit auf der Vulkaninsel Lanzarote, in einem Haus, das weder fließendes Wasser noch Elektrizität hatte. In ihren Werken kommt der Tür symbolische Bedeutung zu, als Schwelle zum Jenseits. Ökologische und naturkosmologische Fragen treten nun in den Mittelpunkt und drücken sich auch in dem großformatigen Latexwerk „Die Rettung der Haut ozeanisch“ (1981) aus.

Für ihre Projekte fertige Heidi Bucher vorbereitende Zeichnungen, Aktionsabläufe und Werkinstruktionen an. Im Wissen um die Bedeutung ihres Werks hat sie auch den performativen Herstellungsprozess filmisch und fotografisch dokumentieren lassen. Dieses teils erst entdeckte und für die Ausstellung restaurierte Material ergänzt die über 150 Exponate um den Aspekt, dass Nachvollziehbarkeit der Künstlerin früh ein Anliegen war.

Der Katalog enthält Beiträge von Jana Baumann, Chus Martínez, Jenni Sorkin, Kathleen Bühler sowie ein Gespräch zwischen Carina Bukuts und Elisabeth Kübler, Quellenmaterial, Gedichte und andere bisher unveröffentlichte Schriftstücke.

Die Ausstellung im Haus der Kunst wird neben dem gewichtigen Sammlungskonvolut von The Estate of Heidi Bucher mit zentralen Werken aus dem Centre national d’art et de culture Georges Pompidou, Paris, der Jill and Peter Kraus Collection, der Kunstsammlung des Kantons Zürich oder dem Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich, unterstützt.

Kuratiert von Jana Baumann; kuratorische Assistenz: Luisa Seipp

Haus der Kunst München,
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen:
Heidi Bucher beim Häutungsprozess von Herrenzimmer, 1978
The Estate of Heidi Bucher
Foto: Hans Peter Siffert
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Start: Donnerstag 23.09.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Donnerstag 28.10.2021
Puchheim PUC: Patrick Hartl - First Lines
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Patrick Hartl - First Lines
Ausstellung vom 23. September bis 28. Oktober 2021

Mit der Ausstellung FIRST LINES geht der Künstler buchstäblich zurück zu seinen Wurzeln. Patrick Hartl ist in Puchheim aufgewachsen. Seine ersten Graffiti, seine FIRST LINES, entstanden 1992 an der Wand des öffentlichen Basketballplatzes nahe der Realschule Puchheim die er auch
besuchte. 27 Jahre später ist Hartls künstlerisches Werk stark geprägt von der Rückbesinnung und der Sinnsuche eben dieser Wurzeln. Graffiti, die Kunst seinen Namen an die Wand zu schreiben, hat mittlerweile längst als „Urban Contemporary Art“ seinen Weg in die Galerien und Museen dieser Welt gefunden. Aber was ist das eigentlich, und warum? Anh Nguyen (Freischaffende Kuratorin und Kunsthistorikerin) beschreibt ihn wie folgt: Ein deutscher zeitgenössischer Künstler mit einer Leidenschaft für Handschrift und Beschriftungen. Im Alter von 15 Jahren begann er Graffitis zu malen und erlernte sein künstlerisches Können über die Jahre bei den wachsenden Kunstmilieus urbaner Jugendkulturen. Während seines Graphikstudiums entdeckte er schließlich die Liebe zur Kalligraphie und stilisierten Schriftarten, die tief in der gotischen Schrift im
Altdeutschen verankert sind. Patrick Hartl verbindet durch die Kalligraphie ein altes Kunsthandwerk mit dem neuen Stil des Graffitis von der Straße. Durch die Verschmelzung von Tradition und Moderne sowie Text und Bild entwickelt er seinen eigenen unverwechselbaren Stil.


Puchheimer Kulturcentrum PUC
Oskar-Maria-Graf-Str. 2
82178 Puchheim
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Start: Freitag 24.09.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 30.01.2022
München: Grand Tour XXL. Der Reisekünstler Emel?jan Korneev
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Grand Tour XXL. Der Reisekünstler Emel?jan Korneev

Ausstellung vom 24. September 2021 bis 30. Januar 2022
Stadtmuseum München

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein galt eine Grand Tour nach Italien für Künstler als unverzichtbare Bildungsreise. Emel?jan M. Korneev (1780 – nach 1839) ging jedoch noch viel weiter: als Teil einer Expedition bereiste er 1802/03 ganz Russland und gelangte bis nach Sibirien und an die südöstlichen Grenzen zu China. Von der Krim aus ging es dann weiter nach Konstantinopel und über Kleinasien in das damals osmanisch besetzte Griechenland. Noch unterwegs löste er ein Reisestipendium ein, das er für seinen mit einer Goldmedaille ausgezeichneten Abschluss an der Akademie in St. Petersburg erhalten hatte. So konnte er im Jahr 1805 auch Italien bereisen, wo Aufenthalte in der Gegend von Neapel, auf Ischia, den Phlegräischen Feldern, Paestum und Tivoli, belegt sind.

FORUM 051: Jonathan Danko Kielkowski – Die Ästhetik des Scheiterns

Räumlich und inhaltlich eingebunden in die Ausstellung "Grand Tour XXL" findet das Forum 051
für junge Fotografie mit Werken von Jonathan Danko Kielkowski (geb. 1988) statt. In seinen Fotografien fokussiert Kielkowski Räume, die durch großen finanziellen Aufwand sowie menschliche Dichte charakterisiert waren, im Hier und Jetzt jedoch zurückgelassen und in Auflösung begriffen brach liegen. Die Ausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl von Werken aus drei Projekten in Italien, Spitzbergen und Kasachstan.


Stadtmuseum München
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildung:
Emel’jan Korneev, Blick von Procida auf einen nächtlichen Vesuvausbruch, 18.8.1805
Feder, Pinsel, Sepiatusche
Münchner Stadtmuseum
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Start: Freitag 24.09.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 31.10.2021
Murnau: JUDY RIFKA - A GLANCE THROUGH THE REARVIEW MIRROR
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JUDY RIFKA - A GLANCE THROUGH THE REARVIEW MIRROR
Ausstellung vom 24. September bis 31. Oktober 2021
P U L P O  G A L L E R Y Murnau am Steffelsee

A Glance through the Rearview Mirror ist die erste Retrospektive der amerikanischen Ku?nstlerin Judy Rifka in ihrem u?ber fu?nzigja?hrigen Schaffen. Die Ausstellung zeigt Arbeiten der Ku?nstlerin von 1974 bis heute, darunter die im kunsthistorischen Kontext bahnbrechenden Single Shapes on Plywood aus dem Jahr 1978.
 
Rene Ricard beschreibt in seinem berühmten Artforum-Artikel “The Radiant Child” von 1981 Judy Rifkas kunsthistorisch nachhaltige Relevanz wie folgt: “Is innovation important? [...] The trick is to make it appear that the innovator ripped it off from you. A good example of this principle is the case of Judy Rifka’s work at the debut of the 70’s. Her Single Shapes on plywood are among the most important paintings of the decade. Every painter who saw them at the time recognized their influence. She could then be called a painter’s painter if feeding ideas to others is what painters’ painters do. I suspect that it would be a heartbreaking thing to watch others get credit for your invention. Her researches into Constructivist theory were groundbreaking [...].”

Als rastloser Geist mit einer postmodernen, punk-gleichen Seele begann Rifka ihre ku?nstlerische Laufbahn wa?hrend der Blu?tezeit des Age of Aquarius, der Hippie-Generation inmitten von Vietnam und politischem Chaos. Ihre handlungsorientierte Grundeinstellung erlaubte es Rifka, sich in diesem Umfeld auszuprobieren und zu entwickeln. Ob sie umherreiste oder in einem Navajo-Reservat in New Mexico lebte, um Raum in seiner Grenzenlosigkeit zu verstehen, Judy Rifka arbeitete passioniert und zielstrebig an ihren konstruktivistischen U?berlegungen und u?bertrug diese in ihre Arbeiten, mit welchen ihr schließlich Mitte der 1970er Jahre mit ihren Single Shapes on Plywood der ku?nstlerische Durchbruch gelang.

In seinem Essay zur Ausstellung schreibt der amerikanische Kurator Gregory de la Haba:
"Rifka will Linien und Formen, die sich im Raum befinden, wie ihre Flugbahn im Raum und ihren begleitenden Nachhall, nach außen und innerhalb der vierwandigen Arrestzelle - der 4'x4' Sperrholzplatte - festhalten. Diese einfachen und doch majesta?tischen Formen du?rfen, wie sie sagt, auf der Platte "tanzen", und durch die Schichtung und den Aufbau von handgefertigter Farbe entstehen sie langsam und mu?hevoll als "morphende Felder", eine Ko?rperform, die nach innen und außen abprallt und eine Eigendynamik aufbaut, eine zentrifugala?hnliche Kraft, die von der Bildebene ausgeht und im mit dem Blick der Postmoderne deutlich und zeitlos existiert. Die Bewegung gibt die Richtung vor und la?sst damit die Form die Gestaltung vorgeben, welche sich wiederrum beginnt, sich selbst zu gestalten und sich vorwa?rts zu bewegen."

Judy Rifka wurde 1945 in New York City geboren. Sie war fester Bestandteil der Downtown- Szene der 70er und 80er Jahre in New York City und nahm mit ihren Werken an den Whitney Biennalen 1975 und 1983 sowie an der Documenta VII in Kassel teil.
Ihre Karriere umfasst mehr als fu?nfzig Einzelausstellungen und zahllose Gruppenausstellungen. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen o?ffentlichen Sammlungen in den Vereinigten Staaten und Europa zu sehen und wurden in bedeutenden Ausstellungen gezeigt, darunter im Museum of Modern Art, New York; im San Francisco Museum of Modern Art; Carnegie Mellon University; Institute of Contemporary Art, Philadelphia; The New Museum of Contemporary Art, New York; The Brooklyn Museum; Museum Moderner Kunst, Wien; Laforet Museum, Tokio; Kunst Rai, Amsterdam; Mint Museum, Charlotte; Bass Museum of Art, Miami; The Museum of Fine Art, Boston; Rhode Island School of Design, Providence.
Judy Rifka ist bis heute in wesentlichen Publikationen und Magazinen vorgestellt worden, darunter u.a. Art Forum, Art in America, Kunstforum, Tema Celeste, Flash Art, The New Yorker, Elle and New York Magazine.

P U L P O  G A L L E R Y
Katherina Zeifang
PULPO GALLERY GmbH | Obermarkt 51 | 82418 Murnau am Staffelsee
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Start: Freitag 15.10.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 06.03.2022
München Kunsthalle: Fantastisch real. - Belgische Moderne von Ensor bis Magritte
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Fantastisch real. - Belgische Moderne von Ensor bis Magritte
Ausstellung vpm 15. Oktober 2021 bis 06. März 2022
Kunsthalle München

Die Kunsthalle München präsentiert zwischen 1860 und 1960 entstandene Meisterwerke der belgischen Moderne. Anhand von rund 130 Gemälden, Grafiken und Skulpturen veranschaulicht die Ausstellung, wie die Kunst jener Zeit die Grenzen von Fantasie und Wirklichkeit stets
aufs Neue auslotete. Dabei rückte die schlichte Alltagsrealität ebenso in den Blick wie die Geheimnisse und Rätsel jenseits der sichtbaren Welt. Die Schau beleuchtet den spezifischen Weg der belgischen Kunst von realistischen Szenen des einfachen Volkes und atmosphärischen
Landschaften über die fantastischen Maskeraden James Ensors bis zu den surrealen Welten von Paul Delvaux und René Magritte. Neben solchen großen Namen sind unter den etwa 40 ausgestellten Künstlern zahlreiche hierzulande kaum bekannte Maler wie Eugène Laermans,
Constant Permeke oder Rik Wouters zu entdecken.
Zur faszinierenden Wirkung der belgischen Kunst trägt maßgeblich das Zusammenspiel zweier gegensätzlicher Kräfte bei: des Realen und des Fantastischen. In den Hinterzimmern der Realität haust das Übersinnliche; in ihren versteckten Winkeln lauert die Fantasie mit ihren Träumen und Mysterien. Dieses Phänomen basiert auf den wirklichkeitsgetreuen, detailgenauen Darstellungen der flämischen Malereitradition von Altmeistern wie Hieronymus Bosch oder Pieter Brueghel dem Älteren. In der Moderne entwickelt sich der Dualismus von Realem und Fantastischem zu einem zentralen Charakteristikum der belgischen Kunst. Einerseits bleibt sie, bis in den Expressionismus hinein, sehr stark einer realistischen Tradition verbunden.
Andererseits wird, stets aus der Wirklichkeit heraus, immer wieder aufs Neue das Mysterium der Dinge beschworen. 1887 führte der einflussreiche Brüsseler Schriftsteller Edmond Picard das »reale Fantastische« (»le Fantastique réel«) als ästhetische Kategorie in seiner Heimat ein: Es blicke »misstrauisch auf das Leben, auf die Menschen, auf die Dinge und hat beunruhigende Gedanken dazu. Nichts ist so einfach, wie man glaubt. […] Es gibt Darunterliegendes, Mysterien.« Das Phänomen des realen Fantastischen verband im Bereich der Kunst Naturalisten und Symbolisten, hatte aber gleichzeitig auch eine politische Dimension: Die ästhetische Verschmelzung beider Bereiche wurde als Ausdruck einer Verschmelzung der zwei zentralen (kultur-)politischen Identitäten Belgiens wahrgenommen: die des französischsprachigen Wallonien und die des
niederländischsprachigen Flandern.

Mit Blick auf diese besondere Ausprägung der belgischen Moderne zeichnet die Ausstellung in zehn Kapiteln die Entwicklung der Kunst von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nach und verortet die Werke dabei in ihren kultur- und sozialgeschichtlichen Kontexten.
Das erste Kapitel widmet sich mit Malern wie Henri Leys oder Alfred Stevens dem Historismus und der Salonmalerei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es vermittelt die Faszination der Künstler für Begebenheiten aus dem 16. Jahrhundert, als Städte wie Antwerpen einen
bedeutenden wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung erlebten, und zeugt von dem Bestreben, für die junge Nation Bilder einer historischen Vergangenheit zu kreieren. Gleichzeitig wird hier das Interesse an Szenen des modernen Lebens oder Strömungen wie dem Japonismus
offenbar, was die Orientierung an der internationalen Avantgarde in Paris veranschaulicht.
Die belgische Ausprägung des Impressionismus und Neoimpressionismus wird im zweiten Kapitel thematisiert. Es war vor allem die 1883 gegründete Künstlervereinigung Les Vingt, die beiden Strömungen in Belgien zum Durchbruch verhalf. Die belgischen Impressionisten verbanden die neuen Einflüsse mit regionalen Traditionen und blieben stärker realistischen Tendenzen treu. Werke von Henry Van de Velde oder Theo Van Rysselberghe veranschaulichen, wie die belgischen Maler die neue, von Georges Seurat geprägte pointillistische Technik auf etablierte Gattungen wie Porträt und Genre anwandten und so innovative künstlerische Formate entwickelten.
Zur selben Zeit spiegeln sich in der Kunst auch die gesellschaftspolitischen Spannungen in Belgien: 1886 fanden umfassende Streiks und Widerstandsaktionen belgischer Arbeiter statt. Nachdem bereits in den 1860er-Jahren von Gustave Courbet inspirierte Künstler wie Charles Degroux mit realistischen Darstellungen des städtischen Proletariats und ländlicher Armut erste Erfolge gefeiert hatten, verstärkte sich gegen Ende des Jahrhunderts noch einmal die künstlerische Auseinandersetzung mit der sozialen Frage. Einen zentralen Platz nehmen hier Meuniers Skulpturen und Gemälde von Minen- und Hafenarbeitern ein.
Der von Rationalismus und Materialismus geprägte Alltag, der dem Individuum wenig Freiräume ließ, verstärkte den Wunsch nach einem Rückzug aus der entfremdeten Wirklichkeit und einer Besinnung auf die innere Welt. Die Suche nach den Rätseln und Geheimnissen jenseits des Sichtbaren hatte vor allem in den Kreisen der Symbolisten Konjunktur. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von beispielsweise Fernand Khnopff, Xavier Mellery und Leon Spilliaert, die sich unter anderem mit Seelenzuständen oder einer Verlebendigung der Dinge befassen. Ein eigener Raum ist dem Werk von James Ensor gewidmet. Seine Malerei ist nach frühen naturalistischen Interieurszenen zunehmend von fantastischen Elementen geprägt. Ensor ersetzte das Bildpersonal durch verlebendigte Masken und Skelette und präsentiert die Welt so als karnevaleske Farce.
Der Wunsch nach Authentizität sowie nach Spiritualität und einem Rückzug aus der materiellen Welt – Belgien war um die Jahrhundertwende die fünftgrößte Industrienation der Welt – trieb auch die Künstler an, die sich ab 1898 in dem bei Gent gelegenen Dorf Sint-Martens-Latem niederließen. Die erste Generation dieser in den beiden folgenden Kapiteln der Ausstellung vorgestellten Künstlerkolonie, zu deren Protagonisten beispielsweise George Minne zählte, war mit religiösen Themen und Rückbezügen auf die mittelalterliche Malerei der sogenannten
flämischen Primitiven stärker symbolistisch orientiert. Kurze Zeit später entwickelte sich SintMartens-Latem zu einer Keimzelle des Expressionismus: Werke von Künstlern wie Gustave De Smet, Frits Van den Berghe oder Constant Permeke zeichnen sich durch eine reduzierte,
vereinfachte Formensprache aus. Die monumentalen Bauern- und Fischerfiguren Permekes knüpfen an die künstlerische Nobilitierung der einfachen Arbeiter und der Landbevölkerung im 19. Jahrhundert an, während Van den Berghe sich nach dem Ersten Weltkrieg mit der Darstellung fantastischer Gestalten und Formen langsam dem Surrealismus zuwandte.
Ein eigenes Kapitel befasst sich mit Gemälden und Skulpturen von Rik Wouters. Seine Alltagsszenen und von Ensor inspirierten Interieurs weisen mitunter eine lockere, impressionistische Malweise auf, stehen in ihrer leuchtend bunten Farbigkeit aber auch den Fauves nahe. Wouters’ Bestreben, durch aufgelöste Oberflächen die Flüchtigkeit einzelner Momente wiederzugeben, zeigt sich gleichermaßen in seiner Malerei wie in seiner Bildhauerei.
Ein weiterer Raum widmet sich der abstrakten belgischen Avantgarde aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, deren Kunst sozialen Zielen dienen und ein neu gestaltetes Leben in einer erneuerten Gesellschaft ermöglichen sollte. Hier setzten sich Künstler wie Jules Schmalzigaug oder Marthe Donas insbesondere mit dem italienischen Futurismus und dem französischen Kubismus auseinander.
Zum Schluss versammelt die Ausstellung surrealistische Werke von Paul Joostens, Paul Delvaux und René Magritte, die die Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Realem und Fantastischem mit innovativen künstlerischen Techniken und Strategien (Collage, surreale
Objektkombinationen etc.) neu ausloten. Was die Symbolisten an Realitätserweiterung durch Traum und Fantasie vorbereitet hatten, führten die Surrealisten zur Sur-Realität zusammen, in der alle Grenzen aufgehoben waren, alle Kategorien und Begriffe neu und frei gedacht werden sollten.

Mit rund 350.000 Besuchern jährlich ist die Kunsthalle München eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands. Im Herzen der Münchner Innenstadt gelegen werden hier pro Jahr drei große Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen gezeigt. Rund 1.200 m² Ausstellungsfläche sind mit modernster Museumstechnik ausgestattet und bieten Kunstwerken verschiedenster Gattungen eine würdige Plattform: ob Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie, Kunsthandwerk, Design oder Mode. Monografische Ausstellungen und thematische Projekte wechseln sich dabei ab, aber auch interdisziplinäre Ansätze finden im vielseitigen Programm der Kunsthalle München ihren Platz.

Eine Kooperation mit dem Königlichen Museum für Schöne Künste Antwerpen

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München

Abbildung:
James Ensor (1860–1949)
Die Intrige, 1890
91,5 × 150 cm, Öl auf Leinwand
Königliches Museum der schönen Künste Antwerpen
Sammlung KMSKA – Flämische Gemeinschaft (CC0), Foto: Hugo Maertens
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Start: Freitag 19.11.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 01.05.2022
Museum Fürstenfeldbruck: „Der romantische Blick“ – Werke aus der Sammlung Maibaum Lübeck
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„Der romantische Blick“ – Werke aus der Sammlung Maibaum Lübeck
Museum Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld
Ausstellung vom 19. November 2021 bis 01. Mai 2022

Vor mehr als zweihundert Jahren nahmen die Maler der Romantik ganz bewusst eine Gegenposition zum damals vorherrschenden Rationalismus ein. Aufklärung und  Französische Revolution hatten ein Weltbild und eine gesellschaftliche Richtung bewirkt, die einigen jungen Philosophen und Dichtern und schließlich auch Malern und Musikern ganz und gar nicht behagte. Heute wird der Begriff der Romantik häufig mit einer gewissen Naivität in Verbindung gebracht. Doch es steckt viel mehr hinter diesem künstlerischen Anliegen.

Die ausgewählten Gemälde zeigen, wie die vorwiegend deutschen und skandinavischen Maler sich und ihre Umwelt wahrnahmen. Die Mittel ihrer Malerei waren äußerst vielschichtig und machen deutlich, wie die Künstler der Romantik ihre Erkenntnisse sehr individuell umsetzten. Trotz der stilistischen Unterschiede ist allen gemeinsam, dass sie Empfindungen als künstlerischen Ausdruck in den Vordergrund stellten. Nicht die analytische Wahrnehmung, sondern die Gefühle, die die Erhabenheit der Natur im Menschen auslösen, sollten den Betrachter zum Nachdenken über seine Rolle in der Welt anregen. Es waren die Künstler, die in den Augen der Romantiker die Natur wieder zum Sprechen bringen sollten.
Die Ausstellung will zum genauen Hinsehen und Verstehen der Bilder anregen und die Positionen der Romantiker erfahrbar machen. Dabei lassen sich durchaus aktuelle Bezüge herstellen. Die Künstler der Romantik gaben auf ihre Weise Antworten auf die Frage nach der Wertigkeit der Natur im Leben des Menschen. Können ihre empfindungsreichen Darstellungen der Natur für uns heute ein Denkansatz zur Lösung von Umweltproblemen und Klimaveränderungen sein?

Die Ausstellung will zum genauen Hinsehen und Verstehen der Bilder anregen und die Positionen der Romantiker erfahrbar machen. Dabei lassen sich durchaus aktuelle Bezüge herstellen. Die Künstler der Romantik gaben auf ihre Weise Antworten auf die Frage nach der Wertigkeit der Natur im Leben des Menschen. Können ihre empfindungsreichen Darstellungen der Natur für uns heute ein Denkansatz zur Lösung von Umweltproblemen und Klimaveränderungen sein?

Die Sammlung Maibaum Lübeck enthält mit ungefähr 500 hochkarätigen Gemälden, Aquarellen und Gouachen noch nie gezeigte Werke der Romantik von Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus, Johan Christian Dahl, Franz Ludwig Catel und vielen mehr.

Zur Ausstellung gibt es Führungen und einen umfangreichen Ausstellungskatalog (18,90 Euro).

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6b
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildungen:

- Carl Gustav Carus (1789-1869)
Heldengrab nach Ossian, Öl auf Leinwand, 18,5 x 26,2 cm, Sammlung Maibaum Lübeck

- Johan Christian Dahl (1788-1857)
Rabenauer Grund im Winter, 1837, Öl auf Leinwand, 22 x 29 cm, Sammlung Maibaum Lübeck
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