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Start: Freitag 17.07.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.04.2021
München Theatermuseum: REGIETHEATER - EINE DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE GESCHICHTE
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REGIETHEATER - EINE DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE GESCHICHTE

Theatermuseum München
Ausstellung vom 17. Juli 2020 bis 11. April 2021

OTTO BRAHM - MAX REINHARDT - LEOPOLD JESSNER - FRITZ KORTNER - GUSTAF GRÜNDGENS - PETER ZADEK - PETER STEIN - CLAUS PEYMANN

Regietheater – ein Reizwort der deutschsprachigen Theatergeschichte. Es polarisiert seit über 100 Jahren die Menschen auf und hinter der Bühne und im Zuschauerraum wie in der Kritik. Die konservative Gruppe, die an Bewährtem festhalten will, führt die Werktreue im Munde, ein zentraler Begriff in der Diskussion darüber, was Regietheater darf und was nicht.

Der 1968er Generation, auf deutschsprachigen Bühnen vertreten durch Peter Zadek, Claus Peymann oder Peter Stein, wird gern das Monopol des Regietheaters zugeschrieben, als sei es ihre  Erfindung. Doch eine der heftigsten Diskussionen um dieses Thema entfachte sich bereits 1919 bei der Premiere von Friedrich Schillers Wilhelm Tell in der Inszenierung von Leopold Jessner.

Regiegenerationen sollten diese Ausstellung und ihre begleitende Publikation ursprünglich heißen, was für einen weiter gefassten Fokus verworfen wurde. Dennoch ist festzustellen, dass innovative Entwicklungen in der Geschichte der deutschsprachigen Regie sich häufig in Konfrontationen der Generationen herausgebildet haben; diesen Spuren wird gefolgt.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, beginnt bei Otto Brahm und Max Reinhardt, der in Abwendung von seinem geistigen Mentor sein eigenes Theater zu profilieren suchte. Bei diesem wiederum begannen Fritz Kortner und Gustaf Gründgens ihre Karrieren und suchten in Abgrenzung zu ihm ihren eigenen künstlerischen Weg. Fritz Kortners Regieassistent war einmal Peter Stein, der ihn später eher skeptisch sah, dagegen von dessen Vorläufer Max Reinhardt szenographische Spielideen übernahm.

Optisch unterstrichen wird diese Geschichte vor allem durch Bühnenbildentwürfe, da das szenographische Material weitaus ergiebiger ist, als das Fotomaterial der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts – aus technischen Gründen – sein kann. Umfängliche Recherchen führen Original-Grafiken zusammen aus Sammlungen in Köln, Wien, Berlin, Salzburg, Saarbrücken und München.

Deutsches Theatermuseum,
Galeriestr. 4a (Hofgartenarkaden),
80539 München
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Start: Donnerstag 01.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 04.07.2021
Murnau Schlossmuseum: Innen, außen, drinnen, draußen …
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Innen, außen, drinnen, draußen …
Aquarelle und Grafiken der Klassischen Moderne

Eine Sonderausstellung im Schloßmuseum Murnau
1. Oktober 2020 bis 4. Juli 2021

Innen, außen, drinnen, draußen … Diese einfache Wortfolge erinnert bewusst an den Klang
und Rhythmus von Abzählreimen wie „Ene, mene, muh und raus bist du“.
So haben sich viele nach dem Lockdown im März 2020 gefühlt. Als wäre man angezählt worden,
saß man mit einem Mal entweder zuhause in Quarantäne oder im Homeoffice bzw. allein im Büro.
Plötzlich war man aus dem Alltag gerissen und in einen unabsehbaren Ausnahmezustand versetzt.
Von einem Augenblick auf den anderen war der eigene Aktionsradius stark eingegrenzt, weil der Außenraum nur noch eingeschränkt genutzt werden durfte. Und der Innenraum fühlte sich immer enger an. Der Mensch und seine Position zu Abstand und Raum wurden neu definiert.

Mit einer Auswahl von Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken aus Privatbesitz und dem eigenen Bestand präsentiert das Schloßmuseum Murnau selten gezeigte Blätter von Künstlern der Klassischen Moderne, die sich meisterhaft mit dem Innen- und Außenraum auseinandersetzten:
menschenleere Stadtlandschaften von Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff; beschauliche Interieurs von Félix Vallotton, Gabriele Münter und David Hockney; quirliges Großstadtleben und Sehnsuchtsorte bei Karl Hubbuch, August Macke sowie Erma Bossi.
So treffen klassische Sujets auf unsere durch die letzten Wochen und Monate veränderte Wahrnehmung. Haben uns Interieur- und Landschaftsmalerei heute noch oder vielleicht wieder etwas zu sagen? Faszinieren uns die Motive? Sind sie gar tröstlich in ihrer Zeitlosigkeit? Das Schloßmuseum Murnau lädt ein zu einem spannungsreichen Dialog zwischen Kunst und aktueller Wahrnehmung.

Schlossmuseum Murnau
Schloßhof 2-5,
82418 Murnau am Staffelsee

Abbildungen:

- Erma Bossi, Les trois baigneuses, 1910/1915
Aquarell, Privatsammlung

- Ernst Ludwig Kirchner, Das blaue Haus im Topflappenviertel, 1909
Farbige Kreide, Leihgabe aus Privatbesitz

- Karl Hubbuch, Konditorei, um 1930
Zeichnung, Dauerleihgabe Sammlung Bünemann, © Stiftung Karl Hubbuch 2020

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Start: Dienstag 13.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 06.06.2021
München Lenbachhaus: UNTER FREIEM HIMMEL - Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter
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UNTER FREIEM HIMMEL
Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter

Ausstellung im Lenbachhaus vom 13. Oktober 2020 bis 6. Juni 2021

Wassily Kandinsky und Gabriele Münter – wir kennen sie als zentrale Figuren der Künstler*innenformation Der Blaue Reiter. Bereits vor dieser Zeit verband die beiden eine enge künstlerische Beziehung. Die Ausstellung widmet sich erstmals ihren gemeinsamen Wegen in den Jahren von 1902 bis 1908. Auf zahlreichen Reisen schuf das Paar kleine Malereien und Fotografien: unter freiem Himmel und mit leichtem Gepäck. Etwa in Kallmünz, Rotterdam, Tunis, Rapallo und Paris entstanden Ölskizzen, Fotografien und Zeichnungen direkt vor den Motiven.
Auf Einladung des an der Phalanx-Schule lehrenden Kandinsky nahm Münter am Sommeraufenthalt seiner Klasse 1902 in Kochel teil. Unterwegs mit Kamera, Paletten, kleinen Malpappen, zusammengefalteter Staffelei und verschließbaren Farbtuben fuhren sie mit dem Fahrrad durch die Landschaften des Voralpenlandes. Nach den ersten gemeinsamen Wochen in Kochel verbrachten sie den zweiten Malsommer der Klasse Kandinskys 1903 in Kallmünz, nun als Paar. Hier entwickelten sie ein erkennbar aufeinander bezogenes künstlerisches Arbeiten, das sie inden nächsten Jahren während ihrer gemeinsamen Reisen fortführen sollten. Sie näherten sich demselben Motiv, nutzten dabei verschiedene Techniken, verwendeten unterwegs entstandene Fotografien auch als Vorlage für Zeichnungen, Holzschnitte und Gemälde und diskutierten über individuelle künstlerische Weiterentwicklungen.

Ab 1904 begab sich das Paar bis 1908 auf Reisen. Mobilität bestimmte ihr Privatleben sowie ihre künstlerische Arbeit. Sie widmeten sich vorwiegend Landschaften und Architekturen der gewählten Zielorte. Dabei folgten sie den Wegen, die auch in Reiseführern der Zeit vorgeschlagen und von touristischen Vorgänger*innen geebnet wurden, ob in Deutschland, den Niederlanden, Italien oder Tunesien. In ihrer Arbeitsweise zeigt sich der Einfluss des Impressionismus: Der Pinselwurde kaum genutzt und die Farbe nahezu ungemischt mit dem Palettenmesser aufgetragen. Die Formate sind klein und intim, der Einsatz der Farbe stand im Mittelpunkt ihres Interesses. Unberührt von der sozialen Realität der Welt orientierten sich ihre Arbeiten an der Erscheinung der Oberflächen.

Neben den Ölskizzen entstanden zahlreiche Fotografien, die insbesondere Münter fertigte; ihre Kodak-Rollfilmkamera trug sie stets bei sich. In ihnen zeigt sich der Gestaltungswille einer Malerin, deren Fotografien heute für uns nicht mehr nur einen dokumentarischen und privaten Wert besitzen. Es sind Fotos, deren künstlerischer Blick uns in Erstaunen versetzt. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der fotografischen und gemalten Bilder zeigen uns die Fragestellungen dieses modernen Künstler*innenpaares. Von Kallmünz bis Karthago begaben sie sich mit antiakademischen und impressionistischen Mitteln auf die Suche nach einer zeitgenössischen Ästhetik in der Malerei.

Nach vier Jahren Reisezeit mit einem abschließenden Jahr in Paris 1906–1907 kehrten sie nach Deutschland zurück, verbrachten den Winter in Berlin, das Frühjahr in Südtirol, bevor sie im Frühsommer 1908 den Entschluss fassten, das unstete und sozial reduzierte Wanderleben zu beenden und sich wieder dauerhaft in München niederzulassen. An diesem Punkt endet die Ausstellung, die die besondere künstlerische Nähe Kandinskys und Münters in den frühen gemeinsamen Jahren von 1902 bis 1908 herausstellt.

Kuratiert von Sarah Louisa Henn und Matthias Mühling
Eine Kooperation des Lenbachhauses mit der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung
Mit freundlicher Unterstützung des Förderverein Lenbachhaus e.V.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildungen:

- Gabriele Münter, Blick aus dem Fenster in Sèvres, 1906,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020

- Gabriele Münter, Allee im Park von Saint-Cloud, 1906,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München,
Gabriele Münter Stiftung 1957,
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
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Start: Freitag 23.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Mittwoch 14.04.2021
München Haus der Kunst: Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land
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Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land

Sammlung Goetz im Haus der Kunst
Ausstellung vom 23. Oktober 2020 bis 14. April 2021

Seit 2011 werden im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst im halbjährlichen Wechsel Medienarbeiten aus dem Bestand der Sammlung Goetz in kuratierten Gruppenausstellungen präsentiert. Mit „Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land“ ist dort erstmals seit Bestehen der Kooperation in diesen Räumen eine Einzelausstellung eines Künstlers zu sehen. Die Sammlung Goetz, die bereits umfangreiche Werkgruppen von Cyrill Lachauer besitzt, hat den Künstler beauftragt, eine neue Installation für diesen besonderen Ort zu entwickeln.

Entstanden ist die umfangreiche Multimediainstallation „Cockaigne – I am not sea, I am not land“, bestehend aus Filmen, Videos, Diaprojektion, Soundinstallation, Fotografien und Wandtexten. Der Künstler arbeitet seit 2018 an ihrer Fertigstellung, konnte den letzten Teil aufgrund der Reisebeschränkungen der vergangenen Monate jedoch noch nicht abschließen. Da es sich um eine zusammenhängende Installation handelt, hat der Künstler die Wände im Verbindungsgang für die Präsentation von Fotografien und handgeschriebenen Wandtexten in die Gestaltung miteinbezogen.

Der Titel „Cockaigne“ bezieht sich auf das 1567 von Pieter Bruegel d. Ä. gemalte Bild „The land of Cockaigne“, dem Schlaraffenland. Es ist ein utopisch-ironischer Gegenentwurf zur alltäglichen Härte des bäuerlichen Lebens. In einem seiner Filme zoomt Cyrill Lachauer in einer knapp halbstündigen Kamerafahrt in das Gemälde hinein. Begleitet wird dieser Film von einem gesprochenen Text des Künstlers, zu dem er zusammen mit Moritz Stumm einen Soundteppich entwickelt hat.

Den Ausgangspunkt für das Projekt bildete der Film „Dodging Raindrops – A Separate Reality“, der als einzige bereits bestehende Arbeit in der Ausstellung gezeigt wird. Dabei handelt es sich um einen episodischen Experimentalfilm, in dem der Künstler von Begegnungen mit Rappern, Rodeoreitern und angeblichen „Native Americans“ erzählt. Es geht um Fragen der Identität, der Zuschreibung, aber auch um Fiktion. So verknüpft er dokumentarische und inszenierte Szenen zu einer mythisch-apokalyptischen Erzählung. Offen bleibt, wieviel eigene Geschichte Lachauer als weißer, europäischer Mann und Künstler mit in den Film hineinbringt.
Der 1979 in Rosenheim geborene und in Berlin lebende Cyrill Lachauer hat Regie, Ethnologie und Kunst studiert. In seiner Jugend stieß er auf das Buch von Carlos Castaneda „Eine andere Wirklichkeit“ (engl.: A Separate Reality). Es erzählt von der Begegnung des Anthropologen mit einem Native American und Medizinmann, der ihn das „Sehen“ lehrte. Nach Aussagen des Künstlers hat er das Buch, das in der New-Age-Bewegung gefeiert wurde, in nur wenigen Tagen gelesen. Die Begeisterung für die Schriften Castanedas habe ihn schließlich zum Ethnologie-Studium geführt. Dort musste er jedoch erfahren, dass Castanedas Begegnungen frei erfunden waren und seine vermeintlich wissenschaftliche Feldforschung in der Lektüre von Büchern aus der Universitätsbibliothek bestand. Für die Ethnologie war der New-Age-Guru damit erledigt, aber Lachauer hielt trotzdem an ihm fest. Ihn interessierte nun vielmehr, wie Castaneda aus der Perspektive eines weißen Mannes das Narrativ des „Native American“ weiter fortschreibt und für seine Zwecke einnimmt.

Getrieben von der Idee einer erzählenden Landschaft, in die gleichsam die Geschichte ihrer Bewohner miteingeschrieben ist, begab sich Lachauer auf Reisen in die USA. Von Los Angeles aus folgte er der Route der fiktiven Feldforschung von Castaneda. Aber die Geschichte, die Lachauer erzählt, ist eine andere.

Den Auftakt zur Ausstellung bildet die Filmprojektion einer vom Künstler bearbeiteten Sequenz aus dem Film „Man of Aran“ von 1934. Darin macht eine vom Wind aufgepeitschte See eine klare Grenzziehung zwischen Festland und Meer unmöglich. Der Komponist Ned Collette hat inspiriert von diesem Werk ein freies Musikstück dazu geschaffen. Die Auseinandersetzung mit den Ideen von Land und Landschaft in ihren unterschiedlichsten Ausformungen bilden auch das Grundgerüst der Ausstellung. Denn Land kann Heimat bedeuten und Wurzeln geben, es kann ein nährendes Stück Land sein, aber auch als Idee von Nation zu In- und Exklusion führen.

Cyrill Lachauer nimmt uns mit auf seine Reisen nach Brasilien, Südafrika, die USA, Rumänien, aber auch nach Berlin und in die brandenburgische Provinz. Dabei begegnen wir den Hobos, amerikanischen Wanderarbeitern, die auf Güterzügen durch das Land reisen, dem queeren Parkarbeiter Justin am Yosemite Nationalpark in Kalifornien, Diamantsuchern in Südafrika und Barrit, der aus den USA geflohen ist und nicht mehr in seine Heimat zurückkehren kann. Es sind die unterschiedlichsten Menschen, die alle das Schicksal von Grenzgänger*innen eint.

Kuratiert von Cornelia Gockel und Susanne Touw

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München

Abbildungen:

- Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Filmstill: Amerika)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

- Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Filmstill: The Rain Dancer)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

- Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Filmstill: We are unarmed)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München
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Start: Freitag 23.10.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.04.2021
München Haus der Kunst: Cyrill Lachauer
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Haus der Kunst München

Cyrill Lachauer „I am not sea, I am not land“
Ausstellung vom 23.Oktober 2020 bis 11. April 2021


Cyrill Lachauer (geb. 1979 in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles) entwickelt seine umfangreichen Projekte auf langen Reisen, bei denen er tief in die lokalen Kulturen des jeweiligen Ortes eintaucht. Für die Ausstellung der Sammlung Goetz im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst hat er eine neue mehrteilige Installation mit Filmen, Videos, Fotografien und Texten als dystopische Weiterentwicklung zu den utopischen Räumen in seinem letzten Film „Dodging Raindrops – A Seperate Reality“ geschaffen. Dabei beschäftigt er sich mit der Idee von Land in den verschiedensten Ausformungen. Denn Land kann Heimat bedeuten und Wurzeln geben, es kann ein nährendes Stück Land sein, aber auch als Idee von Nation zu In- und Exklusion führen. Land kann man besitzen oder mit ihm leben, man kann es wegnehmen, zerstören und anderen den Zugang verwehren.

So begegnen wir in „I am not sea, I am not land“ einem US-Amerikaner, der nach Berlin geflohen ist, um einer langjährigen Gefängnisstrafe zu entgehen, drei Diamantensuchern in Südafrika, einem queeren Parkarbeiter im Yosemite National Park oder dämonischen Ritualen der Raunächte in der Alpenregion. Lachauer bleibt dabei nicht der distanzierte Beobachter hinter der Kamera, sondern stellt, indem er gesellschaftspolitische Themen zu Geschlecht, Identität, sozialer Klasse und Nation aufgreift, auch seine eigene Position in Frage.

Er bezieht sich auf das 1567 entstandene Gemälde „The land of Cockaigne“ von Peter Brueghel dem Älteren. Darin entwirft der Maler ein Schlaraffenland (engl. Cockaigne) als utopisch-ironischen Gegenentwurf zur alltäglichen Härte des bäuerlichen Lebens.

Kuratiert von Cornelia Gockel und Susanne Touw

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen:

Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Filmstill: Amerika)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

Cyrill Lachauer
Cockaigne - I am not sea, I am not land, 2020, (Fotografie: Landless)
© the artist, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München
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Start: Freitag 20.11.2020; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 25.04.2021
Museum Fürstenfeldbruck: „Frau darf … 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie“
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„Frau darf … 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie“

Museum Fürstenfeldbruck
Ausstellung vom 20. November 2020 bis 25. April 2021

Im Herbst 2020 jährt es sich zum hundertsten Mal, dass Frauen an der Münchner Akademie der Bildenden Künste zum Studium zugelassen wurden. Widerstrebend musste die Akademieleitung dem hartnäckigen Drängen der Künstlerinnen nachgeben. Dies war Ergebnis der Revolution von 1918 und der Weimarer Verfassung, die den Frauen die lang erkämpfte formale Gleichberechtigung brachte.

Wie die meisten Lebensbereiche war auch die Kunst bis weit ins 20. Jahrhundert überwiegend eine Männerdomäne. Die Ausstellung thematisiert die Ausbildungsmöglichkeiten der „Malweiber“, die frühe Frauenbewegung im München, das Ringen um die Zulassung an die Akademie, die Studienbedingungen der ersten Künstlerinnen und macht sichtbar, wie hart umkämpft der Kunstmarkt in den 1920er Jahren war.

Die Ausstellung begibt sich auf Spurensuche jener Künstlerinnen, die vor 100 Jahren hoffnungsvoll ihr Studium begannen. Zwölf unterschiedliche Künstlerinnenbiographien zeigen, mit welchen Vorurteilen Frauen zu kämpfen hatten und welchen Themen sich die Künstlerinnen widmeten. Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste erfolgt, spürt den Wegen der Malerinnen nach, sie erinnert dabei auch an unterschiedliche Frauenschicksale dieser „verschollenen Generation“, die zwischen zwei Weltkriegen ihren Platz suchten.

Museum Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildung:
Maria Eberhard
Porträt Maria Gögler, 1920er Jahre
Privatbesitz
Foto: Wolfgang Pulfer
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Start: Samstag 16.01.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.04.2021
München: Van Gogh Alive
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Van Gogh Alive

Ausstellung im UTOPIA in München
vom 16. Januar 2021 bis 11. April 2021

Grande Exhibitions und Last Bullet Productions präsentieren “Van Gogh Alive - The Experience”, ein multisensorielles Ausstellungserlebnis für die ganze Familie, das den berühmtesten Maler der Geschichte würdigt. Seit über hundert Jahren werden van Goghs Werke ausgestellt und begeistern Menschen auf der ganzen Welt - aber noch nie auf diese Art. Nun haben Sie für kurze Zeit und nur im Utopia in München, die Chance,
seine Kunst zu erleben und ganz in Vincent van Goghs Welt abzutauchen.
“Van Gogh Alive - The experience” ist keine gewöhnliche Ausstellung - Sie müssen weder durch stille Museen schleichen, noch die Gemälde aus der Ferne betrachten. Lassen Sie Ihre Erwartungen hinter sich und entdecken Sie einen neuen, unerwarteten Umgang mit Kunst. “Van Gogh Alive - The Experience” spricht alle Sinne an, erweitert den Horizont und wird Ihren Begriff von “Ausstellung” neu definieren. Und machen Sie sich keine Sorgen, dass sich Ihre Kinder langweilen könnten - sie werden es genauso genießen wie Sie!
Vom ersten Augenblick an lädt eine lebendige Symphonie aus Licht, kräftigen Farben und Klang dazu ein, die Welt hinter sich zu lassen und in ein unvergessliches Erlebnis für alle Sinne einzutauchen. Van Goghs Meisterwerke werden lebendig, plastisch, greifbar. Als ob man direkt in seine Bilder hineingezogen würde - eine faszinierende Erfahrung, die Spaß macht.
Der Raum, der eigens für die Ausstellung konzipiert wurde, bietet eine optimale Umgebung für SENSORY4™, eine Technologie, die riesige Projektionen von sensationeller Klarheit ermöglicht. Über 3000 Bilder werden von mitreißender, klassischer Musik begleitet und verwandeln jede Oberfläche in ein aufregendes multisensorisches Erlebnis - Wände, Säulen, Decken und Böden.
Kinder und Erwachsene können ihre eigenen Wege gehen und sich ganz von ihren Interessen leiten lassen. Betrachten Sie van Goghs Kunstwerke auf Ihre Weise. Erkunden Sie Geheimnisse. Erforschen Sie die zahlreichen Fotos und Videos, die neben seinem künstlerischen Werk ausgestellt werden und neue Einblicke in seine Inspirationsquellen geben. Lassen Sie die Bilder und Klänge einfach auf sich wirken und genießen Sie die Vielzahl der Eindrücke, die wie Wellen über Sie hinweg gehen werden. Entdecken Sie neue Perspektiven auf Vincent van Gogh!

Utopia,
Heßstraße 132,
80797 München

Abbildungen:
- Van Gogh
Sternennacht

- Van Gogh Alive ÔÇô Singapur ┬® Grande Exhibitions

- Van Gogh Alive ÔÇô Rom ┬® Grande Exhibitions

- Van Gogh Alive ÔÇô Singapur 2 ┬® Grande Exhibitions

(Quelle: NICKL PR)
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Start: Freitag 12.03.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.07.2021
Zürich Rietberg Museum: Kunst der Vorzeit - Felsbilder der Frobenius-Expeditionen
Eine der vielen, niemals zu beantwortenden Fragen zur Kunst ist die Frage nach ihren Ursprüngen. Während Musik, Tanz und Theater kaum Spuren hinterlassen haben, haben Felsund Höhlenmalereien die Jahrtausende überdauert. Die Entdeckung altsteinzeitlicher Höhlenbilder Ende des 19. Jahrhunderts veränderte die Vorstellungen über die Anfänge von Kunst von Grund auf. Können wir uns einer Kunst nähern, die in einer Ausstellung im Original nicht zugänglich ist und ihre Urheberinnen und Urheber, ihre Beweggründe und ihre Weltwahrnehmung für immer unbekannt bleiben müssen?
In einer erweiterten Übernahme vom Frobenius-Institut zeigt das Museum Rietberg die Ausstellung "Kunst der Vorzeit – Felsbilder der Frobenius-Expeditionen", nachdem sie bereits mit grossem Erfolg im Berliner Martin-Gropius-Bau und dem Museo Nacional de Antropología in Mexiko City zu sehen war.
Als der deutsche Ethnologe Leo Frobenius (1873–1938) vor rund hundert Jahren mit seinem Künstlerinnen- und Künstlerteam auf abenteuerliche Weise auszog, um prähistorische Felsbildkunst abzumalen, stiess er Grosses an. Nicht unbedingt in der Archäologie, sondern insbesondere in der Kunst – und darüber hinaus in der Suche nach dem, was uns Menschen ausmacht. Die Inszenierung der Dokumentationsarbeit von Frobenius ermöglicht eine einzigartige Begegnung mit Felsbildkunst. Der Rundgang entlang der damaligen Expeditionen führt geografisch durch die Sahara,
Südafrika, Papua-Neuguinea, Australien und Europa und zeitlich von der spanischen Höhle Altamira aus dem Paläolithikum bis zu zeitgenössisch genutzten Bildern im australischen Kimberley.
Rund 120, teils meterlange Abzeichnungen der Originalbilder, hergestellt von den Expeditionskünstlerinnen und -künstlern zwischen 1913 und den 1950er Jahren, sind wirkungsvoll inszeniert und durch Arbeitsfotos und Expeditionsgegenständen ergänzt. Die Schau beleuchtet vielfältige Aspekte – von direkt geführten Ownership-Diskussionen mit der australischen indigenen Gesellschaft über die Fragen nach angemessenen Schutz- und Dokumentationsmethoden der ältesten erhaltenen Kunstform der Menschheit, des Werts der "Originalkopie", der modernen archäologischen Felsbildforschung, bis hin zur Wirkungsgeschichte der prähistorischen Kunst auf die Avantgarde. Letzteres beleuchtet die Ausstellung insbesondere mit exquisiten Leihgaben aus dem Zentrum Paul Klee in Bern.

Durch die Übertragung der Felsbildoriginale auf Papier und Leinwand wurde die "Kunst der Vorzeit" transport-, druck- und ausstellungsfähig: in Farbe und in Grossformaten waren sie in gefeierten Ausstellungen in Europa und den USA zu sehen – unter anderem 1937 im New Yorker Museum of Modern Art. Es waren erst die Bildkopien, die der prähistorischen Felskunst zu öffentlicher Aufmerksamkeit verhalfen und damit ihre Rezeption wesentlich prägten.
So geht die Ausstellung auch der Wirkungsgeschichte dieser Felsbilder - bzw. ihrer Kopien - für die Kunst der Moderne nach. Für Künstler wie Klee, Giacometti, Baumeister oder Pollock wurden sie, als Kunst der «Primitiven» zu einer bedeutenden Inspirationsquelle, vor allem im Hinblick auf formale Fragen.
In der Schweiz hatten Künstlerinnen und Künstler, Museen und das Publikum bereits 1931 Gelegenheit, sich mit dieser Kunst auseinanderzusetzen. Auf der Suche nach einer neuen Formensprache zeigte das Zürcher Kunstgewerbemuseum (heute: Museum für Gestaltung) unter der Leitung seines Direktors Alfred Altherr erstmals eine Ausstellung mit Felsbildkopien des südlichen
Afrikas einer Expedition Leo Frobenius' gemeinsam mit vormoderner und traditioneller Kunst Afrikas. Mit ihrem Fokus auf gestalterische Aspekte, Ornamentik und Materialität gab die Ausstellung in Zürich Impulse für die Rezeption der Felsbilder.
Als Fotografie und Film in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts technisch heranreiften und von immer grösserer Bedeutung für die wissenschaftliche Dokumentation prähistorischer Felsbildkunst wurden, verschwanden die Frobenius-Dokumentationen im Archiv. Man empfand die unvermeidlichen Verfremdungen der Felsbilder durch die Malerinnen und Maler als unwissenschaftlich. Erst die diversen narrativen Turns der Postmoderne haben uns die autonome Qualität dieser Bildwerke wieder nähergebracht. Als "Originalkopien" geben sie nicht nur einen überwältigen Eindruck von der Ausdruckskraft und ästhetischen Wirkung prähistorischer Kunst. Als eigenständige Werke offenbaren sie – bei allem Objektivitätsanspruch - zugleich den Prozess künstlerischer Annäherung und individueller Deutung. Sie gehören durch ihre Wirkungsgeschichte untrennbar zur Kunst unserer Zeit.

Museum Rietberg
Gablerstrasse 15,
8002 Zürich, Schweiz
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