Zeige Veranstaltungen...
Wochenende morgen heute
Suche nach Veranstaltungen
2021
-
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
+
Mi
Do
Fr
Sa
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
1
2
3
Start: Freitag 11.06.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 09.01.2022
München Haus der Kunst: Sweat
Bilder
Sweat

Haus der Kunst München
Ausstellung vom 11. Juni 2021 bis 09. Januar 2022

Der menschliche Körper produziert Schweiß bei so unterschiedlichen emotionalen Zuständen wie Widerstand, Angst, Anziehung und Abstoßung, Freude, sexueller Erregung und Exzess. Die Ausstellung „Sweat“ erzählt – ausgehend von bewegten Körpern ¬– von lustvoller Selbstermächtigung und Geschichten des Widerstands.

Die hier versammelten 30 künstlerischen Stimmen sind an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten und angesichts verschiedener Bedingungen des sozialen Druckes entstanden. Die jeweiligen Erfahrungen der Ausgrenzung und Unterdrückung – in Bezug auf Kultur, Geschlecht, Herkunft, soziale Schicht oder Sexualität – werden dabei nicht gegeneinander aufgewogen oder abgegrenzt. Ziel der Ausstellung „Sweat“ ist es vielmehr, die Aufmerksamkeit auf die Komplexität verschiedener Realitäten zu lenken und sinnliche Zugänge zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen zu schaffen.

Gegen gewaltsame Versuche, ihre Körper zu kontrollieren, wehren sich die Künstler*innen mit einer Poesie der Freude. Jacolby Satterwhite (geb. 1986, USA) verwandelt mit „We Are In Hell When We Hurt Each Other“ (2020) die Mittelhalle des Haus der Kunst in ein Nachtclub-Environment. Tanzende Avatare und faszinierende Landschaften einer Videoprojektion fungieren als Erweiterungen des eigenen Köpers. Satterwhite verschmilzt die Ästhetik von Musikvideo und Computerspiel, queerer Clubkultur und Voguing, westlicher Geschichte der Performance und afrikanische Riten mit persönlichen Video- und Tonaufnahmen. Der zweite Teil dieser Videoinstallation, „Shrines“ (2020), feiert im Oktober des Jahres im Haus der Kunst seine europäische Premiere.

Die Verbindung von Klang und Bewegung im Raum wird in einer weiteren Neuproduktion am Eingang der Ausstellung erfahrbar, einer wandfüllenden Malerei von Christine Sun Kim (geb. 1980, USA) („MAY BE HERE MAYBE HE RE“, 2021). Kim visualisiert oftmals verschiedene Gefühlszustände, die sie angesichts des Ausschlusses von öffentlichen Institutionen, den Medien und insbesondere der Kunstwelt erfahren hat – dort, wo der Zugang zu nicht-verbaler Verständigung nur unzureichend gegeben ist. In dieser neuen ortsspezifischen Malerei wiederholt sie die visuell ähnlichen Gesten für „maybe“ [vielleicht] und „here“ [hier] in amerikanischer Zeichensprache mit ihren schriftlichen Entsprechungen. Die Darstellungen aus Händen mit Pfeilsymbolen verdichten sich zu einem rhythmischen und kinetischen Muster.

Karneval als transatlantische, gemeinschaftsbildende Praxis der Maskerade, des Tanzes und der improvisierten Besetzung der Straße ist ebenfalls zentrales Thema. Eingeleitet wird es von António Ole (geb. 1951, Angola), dessen Film „Carnaval da Vitória“ (1978) vom wiedereingeführten Straßenkarneval in Luanda und Angolas anti-kolonialem Kampf um Selbstbestimmung handelt. Eine Weiterführung dieses Themas bilden die Skulpturen von Daniel Lind-Ramos (geb. 1953, Puerto Rico). Sie bestehen aus Fundstücken wie Masken, Musikinstrumenten, Stoffen und Sportartikeln, und fungieren als poetische Archive sowohl von musikalischen Traditionen, als auch von sozialen Auseinandersetzungen, Spiritualität der Vorfahren, und politischem Widerstand seines Heimatlandes Puerto Ricos.

Eine Hommage an den weiblichen Körper formuliert Mary Beth Edelson (geb. 1933, USA; gest. 2021, USA) mit „Great Goddess Cut-Outs“ (1974-1975). Mit dieser Skulpturenserie stellt sie archaische Gottheiten und Ahnenwelten dar und geht der formalen Verbindung zwischen dem Weiblichen und dem Göttlichen nach. Zeitgenössische Versionen dieser Forderung, die Bildsprache des eigenen Körpers selbst zu bestimmen, finden sich beispielsweise in den digitalen Selbstporträts, mit denen Tabita Rezaire (geb. 1989, Frankreich) archetypische Zuschreibungen an Schwarze Frauen herausarbeitet. Auch Tschabalala Self (geb. 1990, USA) drückt mit Porträts und Skulpturen unterschiedliche Haltungen gegenüber dem weiblichen Schwarzen Körper aus macht sich diese Zuschreibungen zu eigen. Zadie Xa (geb. 1983, Canada) verbindet in ihren tragbaren Textilarbeiten westliche Popkultur mit traditioneller südkoreanischer Mythologie. Ihr visuelles Vokabular nährt sich oft aus der Welt der Ozeane, die sowohl für den Ursprung des Lebens stehen, als auch für überlieferte Mythen einer matriarchalisch geprägten „Heimat“.

„What is danced nobody can take away from me“

Dieser Ausspruch von Santiago Reyes, der sich in seiner Tanzperformance „Dancing Southward“ (2016-) mehr und mehr in Schweiß getränkt materialisiert, könnte als Motto für die in „Sweat“ versammelten, Generationen und Nationen übergreifenden Geschichten des körperlichen Widerstands dienen. Die Zusammenschau von Werken der jüngsten Gegenwart und wegweisenden feministischen, queeren und postkolonialen Positionen der 1970er- und 1980er-Jahre zeigt, wie Künstler*innen die Veränderung von Körperpolitiken vorangebracht haben, und dass in den letzten Jahrzehnten künstlerische Formensprachen den kulturellen Verschiebungen ihrer Zeit voraus waren.

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation im K-Verlag mit Beiträgen von Olamiju Fajemisin, Raphael Fonseca, André Lepecki, Miguel A. López, Renée Mboya, Anna Schneider, Elena Setzer, Claire Tancons und Helena Vieira.

Kuratiert von Anna Schneider und Raphael Fonseca; kuratorische Assistenz: Elena Setzer

Mit Werken von Pacita Abad, Cecilia Bengolea, Mohamed Bourouissa, chameckilerner, Mary Beth Edelson, Philipp Gufler, Sunil Gupta, Eisa Jocson, Isaac Julien, Christine Sun Kim, Daniel Lind-Ramos, Natalia LL, MAHKU (Movement of Huni Kuin Artists), MPA, Mulambö, António Ole, Santiago Reyes, Tabita Rezaire, Michele Rizzo, Guadalupe Rosales, Jacolby Satterwhite, Tschabalala Self, Tuesday Smillie, João Pedro Vales Nuno Alexandre Ferreira, Kaylene Whiskey, Zadie Xa.

Stiftung Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildung:
Zadie Xa
"Child of Magohalmi and the Echoes of Creation", 2019
Photo: Benito Mayor Vallejo
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Samstag 24.07.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Samstag 21.05.2022
München Stadtmuseum: Nachts. Clubkultur in München
Bilder
Nachts. Clubkultur in München

München Stadtmuseum
Ausstellung vom 24. Juli 2021 bis 1. Mai 2022

Die kulturhistorische Ausstellung "Nachts" widmet sich in Form eines nächtlichen Streifzugs der Ausgeh- und Clubkultur Münchens von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Neben stadtplanerischen und ökonomischen Fragen nimmt sie insbesondere Menschen und Orte in den Blick, die das Geschehen in der Nacht und das Münchner Nachtleben prägten und prägen. Die Fata Morgana des Atomic Café, das im Münchner Stadtmuseum wieder zu betreten sein wird, zahlreiche Erinnerungsstücke aus Ultraworld, Ultraschall, Flughafen Riem, Kunstpark Ost, Registratur – um nur einige zu nennen – könnten die Ausstellung zu einer modernen Wallfahrt machen. Neben schillernden Personen und ihren nicht minder anziehenden Treffpunkten, beschäftigt sich die Ausstellung auch mit den Begleiterscheinungen des Nachtlebens wie dem Ein- und Ausschluss von Menschen, der Bedeutung von Migration und Geschlecht und erzählt von den Besonderheiten des Arbeitens in einem nicht alltäglichen, nächtlichen Geschehen. Dabei fragt die Ausstellung auch nach der Bedeutung von Nachtleben und Clubkultur in Bezug auf die Urbanisierung Münchens und lenkt den Fokus auf das aktuelle coronabedingte Sterben bekannter nächtlicher Orte und die Entwicklung alternativer Treffpunkte. Eine besondere Bedeutung kommt in "Nachts" dem Format der Veranstaltung zu: Ein umfangreiches Programm macht das Ausstellungsthema lebendig, erfahrbar und führt über die rein museale Begegnung hinaus.

Stadtmuseum München
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 17.09.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 13.02.2022
München Haus der Kunst: Heidi Bucher. Metamorphosen
Bilder
Bilder
Bilder
Heidi Bucher. Metamorphosen
München Haus der Kunst
Ausstellung vom17. September 2021 bis 13. Februar 2022

„Räume sind Hüllen, sind Häute. Eine Haut nach der andern ablösen, ablegen: Das Verdrängte, Vernachlässigte, Verschwendete, Verpasste, Versunkene, Verflachte, Verödete, Verkehrte, Verwässerte, Vergessene, Verfolgte, Verwundete.“ Heidi Bucher

Mit Heidi Bucher (* 1926 Winterthur, † 1993 Brunnen, Schweiz) präsentiert das Haus der Kunst eine bedeutende und wiederzuentdeckende Künstlerin der internationalen Neo-Avantgarden, die mit ihren Latex-Werken die Zwänge und Befreiungsprozesse menschlicher Existenzformen ergründet. Die Retrospektive stellt erstmals alle zentralen Werkgruppen der Öffentlichkeit vor, von den Anfängen über die experimentelle Zeit in Los Angeles, das Hauptwerk mit den Architektur-Häutungen bis zum auf Lanzarote entstandenen Spätwerk.

Eingeschränkt durch genderbedingte Voreingenommenheit, wurde Heidi Buchers Laufbahn zunächst nicht in Richtung der Schönen Künste gelenkt, sondern zu Mode- und Textildesign. Sie studierte bei Johannes Itten in Zürich, hatte jedoch auch weibliche Lehrer wie z.B. die Schweizer Textilgestalterin Elsi Giauque, die ihrerseits eine Studentin Sophie Taeuber-Arps gewesen war. In den 1940er-Jahren schuf Heidi Bucher Papierarbeiten und experimentierte mit Seide oder Tüll, die sie auf Pappe, Holz oder Aluminium klebte oder darauf befestigte. In diesen Gebilden, die sich wie Gemälde ausnahmen, war ihre spätere Hinwendung zur Skulptur bereits angelegt.

Während ihr Ehemann Carl Bucher Innen- und Außenraum Objekte schuf, die wie Quallen leuchteten („Phosphorescent Inflatables“) oder wirkten, als ob sie schweben („Apparel Sculptures“), entwickelte Heidi Bucher bereits die Idee von statischer Skulptur hin zu einer bewegten. Die Form der trag- und tanzbaren Körperskulpturen „Bodyshells“ (1972), Heidi Buchers erster Werkgruppe, ist von Meerestieren inspiriert; sie wurden am Strand von Venice Beach aktiviert. In ihnen wird die das Bauhaus kennzeichnende Zusammenführung von Disziplinen erkennbar: Skulptur, Architektur, Design und Tanz verschmelzen miteinander. Zudem konnte Heidi Bucher ihr Interesse an Textilien integrieren. Noch im selben Jahr wurden die „Bodyshells“ am LACMA in Los Angeles ausgestellt. Für ein Symposium im Rahmen dieser Ausstellung werden sie rekonstruiert und erneut aktiviert.

Die Jahre 1970 bis 1973 verbrachte Heidi Bucher zunächst in Kanada, dann in Kalifornien, wo sie in Berührung mit der feministischen Kunst amerikanischer Prägung kam: Judy Chicago und Miriam Schapiro riefen zu dieser Zeit das Female Art Program ins Leben, Judy Brady veröffentlichte ihr satirisches Manifest „I Want a Wife“, und nicht weit vom Wohnhaus der Buchers befand sich das Woman’s Building, die langlebigste feministische Einrichtung von Los Angeles. Heidi Bucher war förderndes Mitglied von Womanspace, einer ähnlichen Einrichtung, und nahm an einer Ausstellung teil. Diese Begegnungen schärften ihre Perspektive ebenso wie die Bekanntschaft mit dem Werk von Eva Hesse und die aus diesen Jahren gründende Freundschaft mit Ed Kienholz.

1973, nach der Rückkehr aus den USA und der Trennung von Carl Bucher, beginnt Heidi Bucher mit der emanzipatorischen Geste der Latex-Häutung ihr Hauptwerk. Nun wird die Inbesitznahme und Verwandlung von Räumen zum Leitmotiv. Für den Abzug ihres eigenen Künstler-Studios „Borg“ (1974-78, Bucher leitete den Namen von Ge-borg-enheit ab), dem Kühlraum einer ehemaligen Metzgerei, fixierte sie Gaze mit Fischkleister an den Wänden, bestrich diese mit flüssigem Latex, um die getrockneten Schichten unter körperlicher Anstrengung, aber dennoch behutsam abzuziehen. In den Jahren von 1973 bis 1978 entstehen die „Einbalsamierungen“ und „Weichobjekte“, eine surreal anmutende Bilderwelt zur Aufarbeitung weiblicher Unterdrückung: Bucher arrangierte textile familiäre Fundstücke wie Unterwäsche, Kinder- und Frauenkleider oder Bettdecken, überzog sie mit Latex, kombinierte sie mit Muscheln und trug Farbpigmente von Perlmutt, Lila oder Gold auf. Die Idee der Überwindung sowohl von traumatischen Situationen, als auch von herkömmlichen Geschlechterrollen erreichte in dem Werk „Libellenlust (Kostüm)“ (1976) einen ersten Höhepunkt; für dieses Kostüm formte die Künstlerin die Wandhäutungen zu einem libellenartigen Fächer und balsamierte es mit Perlmutt ein.

Auch in ihrem Elternhaus trug sie flüssiges Kautschuk auf Boden und Wände des „Herrenzimmers“ (1978/82) auf, das ehemals den männlichen Familienmitgliedern vorbehalten gewesen war, und löste mit dieser Häutung sinnbildlich die patriarchale Familienstruktur ab. In den Räumen, von denen die Frauen durch häusliche und familiäre Verpflichtungen ausgeschlossen gewesen waren, gab sie durch die Häutung Schmerzliches und Persönliches preis, um Integrität und Autonomie herzustellen. Eine dritte Häutung nahm sie im „Ahnenhaus“ der Großeltern vor (1980-1982), dessen Böden nun erstmals mehrgeschossig präsentiert werden – so, wie eine Skizze der Künstlerin es vorsah.

Die Schauplätze, die Heidi Bucher wählte, besaßen vielfach private und öffentliche Bedeutung zugleich, wie die psychiatrische Klinik Bellevue am Bodensee. Heidi Bucher häutete auf dem villenartigen Gelände das „Kleine Glasportal“, das „Audienzzimmer des Doktor Binswanger“ und die Badeanstalt (1988). In dem Audienzzimmer hatte Binswanger seine erste Probandin, die vermeintliche Hysterie-Patientin Anna O. und spätere Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim, behandelt, in engem Austausch mit Sigmund Freud. Mit der Häutung des Eingangsportals des verlassenen Grand Hôtel Brissago (1987) am Lago Maggiore stellte sich Bucher einem kollektiv von Schuld und Scham besetzten, höchst ambivalenten Raum: Das Hotel war zunächst Erholungsort für Intellektuelle gewesen und wurde während des Regimes der Nationalsozialisten zu einem staatlich organisierten „Interniertenheim“ für jüdische Kinder und Frauen.

Wenn Heidi Bucher mit ihren Häutungen gesellschaftliche wie private Machtstrukturen entlarvte, so öffnete sie in einem nächsten Schritt den Raum auch für Veränderung. Der Aspekt der Metamorphose kommt in ihrem Manifest „Parkettlibelle“ zum Ausdruck, in dem sie ihre Arbeit als einen „Metamorphosenprozess“ bezeichnet, bei dem die Loslösung von sozialer Konditionierung mit der Aufweichung und Mobilisierung von Gegenständen – eben statischer Verhältnisse – einhergeht. Bereits im weichen Material der „Bodyshells“ waren die Körper der Aufführenden geschlechtslos, verborgen und geschützt. Anders als die feministischen Künstlerinnen der USA, die sich auf die weibliche Anatomie konzentrierten, und anders auch als Louise Bourgeois, stellte Heidi Bucher Nacktheit weder explizit zur Schau, noch folgte sie dem psychoanalytischen Ansatz. Sie brachte vielmehr eine gesellschaftliche Utopie zum Ausdruck, die nach ganzheitlichen Möglichkeiten sinnlichen Empfindens strebte, wie sie sich erst nach der Überwindung herkömmlicher Geschlechterrollen auftun. So hat sie seit der Häutung des Herrenzimmers 1978 konsequent eine formal und ästhetisch einzigartige künstlerische Sprache geschaffen, ohne auf figurative Darstellungen zurückzugreifen.

In der späten Schaffensphase von 1983 bis 1993 entstehen die „Weißleimhäuser“ (1988), kleine Plastiken aus Schaumstoff, Textil und Farbe, die mit Weißleim verklebt waren. Die schmucklosen Miniaturen von minimalistischer Zurückgenommenheit zeugen von Buchers stetiger Auseinandersetzung mit Innen- und Außenräumen. Sie beziehen sich auf den Baustil kanarischer Wohnhäuser; Bucher verbrachte nun vermehrt Zeit auf der Vulkaninsel Lanzarote, in einem Haus, das weder fließendes Wasser noch Elektrizität hatte. In ihren Werken kommt der Tür symbolische Bedeutung zu, als Schwelle zum Jenseits. Ökologische und naturkosmologische Fragen treten nun in den Mittelpunkt und drücken sich auch in dem großformatigen Latexwerk „Die Rettung der Haut ozeanisch“ (1981) aus.

Für ihre Projekte fertige Heidi Bucher vorbereitende Zeichnungen, Aktionsabläufe und Werkinstruktionen an. Im Wissen um die Bedeutung ihres Werks hat sie auch den performativen Herstellungsprozess filmisch und fotografisch dokumentieren lassen. Dieses teils erst entdeckte und für die Ausstellung restaurierte Material ergänzt die über 150 Exponate um den Aspekt, dass Nachvollziehbarkeit der Künstlerin früh ein Anliegen war.

Der Katalog enthält Beiträge von Jana Baumann, Chus Martínez, Jenni Sorkin, Kathleen Bühler sowie ein Gespräch zwischen Carina Bukuts und Elisabeth Kübler, Quellenmaterial, Gedichte und andere bisher unveröffentlichte Schriftstücke.

Die Ausstellung im Haus der Kunst wird neben dem gewichtigen Sammlungskonvolut von The Estate of Heidi Bucher mit zentralen Werken aus dem Centre national d’art et de culture Georges Pompidou, Paris, der Jill and Peter Kraus Collection, der Kunstsammlung des Kantons Zürich oder dem Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich, unterstützt.

Kuratiert von Jana Baumann; kuratorische Assistenz: Luisa Seipp

Haus der Kunst München,
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

Abbildungen:
Heidi Bucher beim Häutungsprozess von Herrenzimmer, 1978
The Estate of Heidi Bucher
Foto: Hans Peter Siffert
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 24.09.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 30.01.2022
München: Grand Tour XXL. Der Reisekünstler Emel?jan Korneev
Bilder
Grand Tour XXL. Der Reisekünstler Emel?jan Korneev

Ausstellung vom 24. September 2021 bis 30. Januar 2022
Stadtmuseum München

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein galt eine Grand Tour nach Italien für Künstler als unverzichtbare Bildungsreise. Emel?jan M. Korneev (1780 – nach 1839) ging jedoch noch viel weiter: als Teil einer Expedition bereiste er 1802/03 ganz Russland und gelangte bis nach Sibirien und an die südöstlichen Grenzen zu China. Von der Krim aus ging es dann weiter nach Konstantinopel und über Kleinasien in das damals osmanisch besetzte Griechenland. Noch unterwegs löste er ein Reisestipendium ein, das er für seinen mit einer Goldmedaille ausgezeichneten Abschluss an der Akademie in St. Petersburg erhalten hatte. So konnte er im Jahr 1805 auch Italien bereisen, wo Aufenthalte in der Gegend von Neapel, auf Ischia, den Phlegräischen Feldern, Paestum und Tivoli, belegt sind.

FORUM 051: Jonathan Danko Kielkowski – Die Ästhetik des Scheiterns

Räumlich und inhaltlich eingebunden in die Ausstellung "Grand Tour XXL" findet das Forum 051
für junge Fotografie mit Werken von Jonathan Danko Kielkowski (geb. 1988) statt. In seinen Fotografien fokussiert Kielkowski Räume, die durch großen finanziellen Aufwand sowie menschliche Dichte charakterisiert waren, im Hier und Jetzt jedoch zurückgelassen und in Auflösung begriffen brach liegen. Die Ausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl von Werken aus drei Projekten in Italien, Spitzbergen und Kasachstan.


Stadtmuseum München
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildung:
Emel’jan Korneev, Blick von Procida auf einen nächtlichen Vesuvausbruch, 18.8.1805
Feder, Pinsel, Sepiatusche
Münchner Stadtmuseum
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 15.10.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 06.03.2022
München Kunsthalle: Fantastisch real. - Belgische Moderne von Ensor bis Magritte
Bilder
Fantastisch real. - Belgische Moderne von Ensor bis Magritte
Ausstellung vpm 15. Oktober 2021 bis 06. März 2022
Kunsthalle München

Die Kunsthalle München präsentiert zwischen 1860 und 1960 entstandene Meisterwerke der belgischen Moderne. Anhand von rund 130 Gemälden, Grafiken und Skulpturen veranschaulicht die Ausstellung, wie die Kunst jener Zeit die Grenzen von Fantasie und Wirklichkeit stets
aufs Neue auslotete. Dabei rückte die schlichte Alltagsrealität ebenso in den Blick wie die Geheimnisse und Rätsel jenseits der sichtbaren Welt. Die Schau beleuchtet den spezifischen Weg der belgischen Kunst von realistischen Szenen des einfachen Volkes und atmosphärischen
Landschaften über die fantastischen Maskeraden James Ensors bis zu den surrealen Welten von Paul Delvaux und René Magritte. Neben solchen großen Namen sind unter den etwa 40 ausgestellten Künstlern zahlreiche hierzulande kaum bekannte Maler wie Eugène Laermans,
Constant Permeke oder Rik Wouters zu entdecken.
Zur faszinierenden Wirkung der belgischen Kunst trägt maßgeblich das Zusammenspiel zweier gegensätzlicher Kräfte bei: des Realen und des Fantastischen. In den Hinterzimmern der Realität haust das Übersinnliche; in ihren versteckten Winkeln lauert die Fantasie mit ihren Träumen und Mysterien. Dieses Phänomen basiert auf den wirklichkeitsgetreuen, detailgenauen Darstellungen der flämischen Malereitradition von Altmeistern wie Hieronymus Bosch oder Pieter Brueghel dem Älteren. In der Moderne entwickelt sich der Dualismus von Realem und Fantastischem zu einem zentralen Charakteristikum der belgischen Kunst. Einerseits bleibt sie, bis in den Expressionismus hinein, sehr stark einer realistischen Tradition verbunden.
Andererseits wird, stets aus der Wirklichkeit heraus, immer wieder aufs Neue das Mysterium der Dinge beschworen. 1887 führte der einflussreiche Brüsseler Schriftsteller Edmond Picard das »reale Fantastische« (»le Fantastique réel«) als ästhetische Kategorie in seiner Heimat ein: Es blicke »misstrauisch auf das Leben, auf die Menschen, auf die Dinge und hat beunruhigende Gedanken dazu. Nichts ist so einfach, wie man glaubt. […] Es gibt Darunterliegendes, Mysterien.« Das Phänomen des realen Fantastischen verband im Bereich der Kunst Naturalisten und Symbolisten, hatte aber gleichzeitig auch eine politische Dimension: Die ästhetische Verschmelzung beider Bereiche wurde als Ausdruck einer Verschmelzung der zwei zentralen (kultur-)politischen Identitäten Belgiens wahrgenommen: die des französischsprachigen Wallonien und die des
niederländischsprachigen Flandern.

Mit Blick auf diese besondere Ausprägung der belgischen Moderne zeichnet die Ausstellung in zehn Kapiteln die Entwicklung der Kunst von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nach und verortet die Werke dabei in ihren kultur- und sozialgeschichtlichen Kontexten.
Das erste Kapitel widmet sich mit Malern wie Henri Leys oder Alfred Stevens dem Historismus und der Salonmalerei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es vermittelt die Faszination der Künstler für Begebenheiten aus dem 16. Jahrhundert, als Städte wie Antwerpen einen
bedeutenden wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung erlebten, und zeugt von dem Bestreben, für die junge Nation Bilder einer historischen Vergangenheit zu kreieren. Gleichzeitig wird hier das Interesse an Szenen des modernen Lebens oder Strömungen wie dem Japonismus
offenbar, was die Orientierung an der internationalen Avantgarde in Paris veranschaulicht.
Die belgische Ausprägung des Impressionismus und Neoimpressionismus wird im zweiten Kapitel thematisiert. Es war vor allem die 1883 gegründete Künstlervereinigung Les Vingt, die beiden Strömungen in Belgien zum Durchbruch verhalf. Die belgischen Impressionisten verbanden die neuen Einflüsse mit regionalen Traditionen und blieben stärker realistischen Tendenzen treu. Werke von Henry Van de Velde oder Theo Van Rysselberghe veranschaulichen, wie die belgischen Maler die neue, von Georges Seurat geprägte pointillistische Technik auf etablierte Gattungen wie Porträt und Genre anwandten und so innovative künstlerische Formate entwickelten.
Zur selben Zeit spiegeln sich in der Kunst auch die gesellschaftspolitischen Spannungen in Belgien: 1886 fanden umfassende Streiks und Widerstandsaktionen belgischer Arbeiter statt. Nachdem bereits in den 1860er-Jahren von Gustave Courbet inspirierte Künstler wie Charles Degroux mit realistischen Darstellungen des städtischen Proletariats und ländlicher Armut erste Erfolge gefeiert hatten, verstärkte sich gegen Ende des Jahrhunderts noch einmal die künstlerische Auseinandersetzung mit der sozialen Frage. Einen zentralen Platz nehmen hier Meuniers Skulpturen und Gemälde von Minen- und Hafenarbeitern ein.
Der von Rationalismus und Materialismus geprägte Alltag, der dem Individuum wenig Freiräume ließ, verstärkte den Wunsch nach einem Rückzug aus der entfremdeten Wirklichkeit und einer Besinnung auf die innere Welt. Die Suche nach den Rätseln und Geheimnissen jenseits des Sichtbaren hatte vor allem in den Kreisen der Symbolisten Konjunktur. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von beispielsweise Fernand Khnopff, Xavier Mellery und Leon Spilliaert, die sich unter anderem mit Seelenzuständen oder einer Verlebendigung der Dinge befassen. Ein eigener Raum ist dem Werk von James Ensor gewidmet. Seine Malerei ist nach frühen naturalistischen Interieurszenen zunehmend von fantastischen Elementen geprägt. Ensor ersetzte das Bildpersonal durch verlebendigte Masken und Skelette und präsentiert die Welt so als karnevaleske Farce.
Der Wunsch nach Authentizität sowie nach Spiritualität und einem Rückzug aus der materiellen Welt – Belgien war um die Jahrhundertwende die fünftgrößte Industrienation der Welt – trieb auch die Künstler an, die sich ab 1898 in dem bei Gent gelegenen Dorf Sint-Martens-Latem niederließen. Die erste Generation dieser in den beiden folgenden Kapiteln der Ausstellung vorgestellten Künstlerkolonie, zu deren Protagonisten beispielsweise George Minne zählte, war mit religiösen Themen und Rückbezügen auf die mittelalterliche Malerei der sogenannten
flämischen Primitiven stärker symbolistisch orientiert. Kurze Zeit später entwickelte sich SintMartens-Latem zu einer Keimzelle des Expressionismus: Werke von Künstlern wie Gustave De Smet, Frits Van den Berghe oder Constant Permeke zeichnen sich durch eine reduzierte,
vereinfachte Formensprache aus. Die monumentalen Bauern- und Fischerfiguren Permekes knüpfen an die künstlerische Nobilitierung der einfachen Arbeiter und der Landbevölkerung im 19. Jahrhundert an, während Van den Berghe sich nach dem Ersten Weltkrieg mit der Darstellung fantastischer Gestalten und Formen langsam dem Surrealismus zuwandte.
Ein eigenes Kapitel befasst sich mit Gemälden und Skulpturen von Rik Wouters. Seine Alltagsszenen und von Ensor inspirierten Interieurs weisen mitunter eine lockere, impressionistische Malweise auf, stehen in ihrer leuchtend bunten Farbigkeit aber auch den Fauves nahe. Wouters’ Bestreben, durch aufgelöste Oberflächen die Flüchtigkeit einzelner Momente wiederzugeben, zeigt sich gleichermaßen in seiner Malerei wie in seiner Bildhauerei.
Ein weiterer Raum widmet sich der abstrakten belgischen Avantgarde aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, deren Kunst sozialen Zielen dienen und ein neu gestaltetes Leben in einer erneuerten Gesellschaft ermöglichen sollte. Hier setzten sich Künstler wie Jules Schmalzigaug oder Marthe Donas insbesondere mit dem italienischen Futurismus und dem französischen Kubismus auseinander.
Zum Schluss versammelt die Ausstellung surrealistische Werke von Paul Joostens, Paul Delvaux und René Magritte, die die Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Realem und Fantastischem mit innovativen künstlerischen Techniken und Strategien (Collage, surreale
Objektkombinationen etc.) neu ausloten. Was die Symbolisten an Realitätserweiterung durch Traum und Fantasie vorbereitet hatten, führten die Surrealisten zur Sur-Realität zusammen, in der alle Grenzen aufgehoben waren, alle Kategorien und Begriffe neu und frei gedacht werden sollten.

Mit rund 350.000 Besuchern jährlich ist die Kunsthalle München eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands. Im Herzen der Münchner Innenstadt gelegen werden hier pro Jahr drei große Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen gezeigt. Rund 1.200 m² Ausstellungsfläche sind mit modernster Museumstechnik ausgestattet und bieten Kunstwerken verschiedenster Gattungen eine würdige Plattform: ob Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie, Kunsthandwerk, Design oder Mode. Monografische Ausstellungen und thematische Projekte wechseln sich dabei ab, aber auch interdisziplinäre Ansätze finden im vielseitigen Programm der Kunsthalle München ihren Platz.

Eine Kooperation mit dem Königlichen Museum für Schöne Künste Antwerpen

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München

Abbildung:
James Ensor (1860–1949)
Die Intrige, 1890
91,5 × 150 cm, Öl auf Leinwand
Königliches Museum der schönen Künste Antwerpen
Sammlung KMSKA – Flämische Gemeinschaft (CC0), Foto: Hugo Maertens
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 15.10.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 24.04.2022
München Literaturhaus: HANNAH ARENDT & DAS 20. JAHRHUNDERT
Bilder
"DAS WAGNIS DER ÖFFENTLICHKEIT" – HANNAH ARENDT & DAS 20. JAHRHUNDERT

Ausstellung Literaturhaus München
Vom 15. Oktober 2021 bis 24. April 2022

"Das 20. Jahrhundert ist ohne Hannah Arendt gar nicht zu verstehen."
Amos Elon, Journalist und Schriftsteller

Hannah Arendt, die politische Denkerin und Intellektuelle, scheute das Wagnis der Öffentlichkeit nicht. Sie äußerte sich über Antisemitismus, die Lage von Flüchtlingen, den Eichmann-Prozess, Zionismus, die »Rassentrennung« in den USA, Studentenproteste und Feminismus, prägte die Begriffe der »totalen Herrschaft« und der »Banalität des Bösen«. Nichts davon ist heute abgeschlossen.

Hannah Arendts politische und historische Urteile sind eigensinnig, oft strittig, immer anregend. Sie berief sich auf kein Programm, keine Partei, keine Tradition. Das macht die Einordnung ihres Denkens schwierig und zugleich interessant: War sie eine Linke? Eine Liberale? Eine Konservative?

Die Ausstellung folgt Arendts Stellungnahmen über das 20. Jahrhundert und beleuchtet ihre Kontroversen. Als zentrales Element führt eine Hörcollage durch Arendts Urteile und die daraus entstandenen Debatten, etwa zur Politik der »Rassentrennung« in den USA, zu ihrem Bericht über den Eichmann-Prozess und den internationalen Studentenprotesten der 1960er Jahre. Neben vielen Objekten – aus der Sammlung des Deutschen Historischen Museums, dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach, der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien und dem Jüdischen Museum in Frankfurt – werden historische Film- und Rundfunkaufnahmen mit Hannah Arendt gezeigt sowie zahlreiche aktuelle Filminterviews u.a. mit der Philosophin Ágnes Heller, mit dem Politiker Daniel Cohn-Bendit und der Kulturwissenschaftlerin Stefanie Lohaus.

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1,
80333 München
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Sonntag 17.10.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 22.05.2022
Kochel Franz Marc Museum: Die Genese des Kopffüßlers - Horst Antes zum 85. Geburtstag
Bilder
Die Genese des Kopffüßlers
Horst Antes zum 85. Geburtstag

Ausstellung vom 17. Oktober 2021 bis 22. Mai 2022
Franz Marc Museum Kochel am See

Horst Antes, 1936 geboren, mag die Studentenrevolten in Paris und Berlin, den gewaltsamen Protest der Jugend gegen die seit Ende des Faschismus nicht aufgelösten Widersprüche und Verschleierungen aus der Distanz betrachtet und nur passiv begleitet haben. Als Künstler reagierte er sehr eindeutig, mit der Wiedereinführung des Figürlichen in die seit Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Abstraktion dominierte Malerei. Die Genese seines Kopffüßlers, zu Beginn der 60er Jahre, dieser markanten Profilfigur, deren Füße direkt am Kopf ansetzen, öffnete eine neue Perspektive. Das Ordnung schaffen, ins Zentrum stellen, ins Gleichgewicht bringen, wurde mit dem Wesenskern des Kopffüßlers verbunden.
Mit ihm schien der Mensch wieder zum zentralen Thema der Malerei zu werden.
Indem die Ausstellung zahlreiche Varianten des Kopffüßlers auftreten lässt, öffnet sie den Blick auf die technische Brillanz und den Erfindungsreichtum des Malers.
Neben Gemälden zeigt sie Arbeiten auf Papier, Collagen, Bücher und Skulpturen.

Franz Marc Museum – Kunst im 20. Jahrhundert
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel a. See

Abbildung:
Horst Antes, Interieur A 25, 1962
Franz Marc Museum, Stiftung Etta und Otto Stangl, ©VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Samstag 23.10.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 20.03.2022
München Stadtmuseum: Fabian Hesse & Mitra Wakil - Crop. Algorithmic Rendering und offene Zukünfte
Bilder
Fabian Hesse & Mitra Wakil,
Crop. Algorithmic Rendering und offene Zukünfte

Ausstellung vom 23.Oktober 2021 bis 20 März 2021
Stadtmuseum München

Das Münchner Stadtmuseum zeigt erstmals Arbeiten des Künstler*innen-Duos Mitra Wakil und Fabian Hesse. Gemeinsam arbeiten sie an den Schnittstellen von bildender Kunst und neuen Technologien. Ausgehend von Datenbanken erschaffen sie digitale Visualiserungen, die sie in einem nächsten Schritt mit einem 3D-Drucker in reale Objekte verwandeln. Die Ausstellung zeigt sowohl die silbernen anthropomorphen Skulpturen aus Biokunststoff als auch die farbigen Renderings des Entstehungsprozesses.

In den letzten Jahren hat sich der Begriff "Post-Photography" etabliert, der digitale, virtuelle und hybride Formen des fotografischen Bildes der Gegenwart versammelt. Jüngste Softwareentwicklungen erlauben es, aus fotografischen Daten dreidimensionale Modelle zu generieren und verändern das Verhältnis von Bild und Wirklichkeit. In diesem Spannungsfeld von Fotografie, Software, Skulptur und Big Data ist die künstlerische Praxis von Hesse & Wakil zu verorten. Die Ausstellung lädt dazu ein, in die künstlerischen Gestaltungsräume eines technologischen und datenbasierten Skulpturbegriffs einzutauchen.

Der Ausstellungstitel "Crop", was zu Deutsch "Ernte" oder auch "zuschneiden" bedeutet, bezieht sich sowohl auf die Thematik als auch den Herstellungsprozess der Objekte: das Duo verwendet 3D-Scans von landwirtschaftlich genutzten Pflanzen wie Tabak oder Hirse, reorganisiert diese Daten und verbindet einzelne Elemente mithilfe von Algorithmen und digitaler Modellierung zu neuen virtuellen Gestalten. So entstehen phantastische Pflanzenwelten, die teils floral, teils menschenähnlich wirken. Ihre Blätter, Knollen und Früchte verschmelzen zu überraschenden Hybriden. Durch 3D-Druck überführen Hesse und Wakil diese abstrakten Daten in haptische Objekte. Sie zeigen in "Crop", welche Möglichkeiten Datenbanken für künstlerische Verwertung bieten.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildung:
Fabian Hesse & Mitra Wakil, Rendering,
VG Bild-Kunst Bonn 2021
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Samstag 06.11.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 31.01.2022
Bernried Buchheim Museum: Katharina von Werz. Tanz vor der Stadt
Bilder
Bilder
Katharina von Werz. Tanz vor der Stadt

Buchheim Museum der Phantasie
Ab 06. November 2021

Das Buchheim Museum der Phantasie liegt rund 50 Kilometer vor München in einem romantischen Landschaftsgarten am Starnberger See. Es ist ein Ort der Kunst, der uns zur offenen und inspirierenden Kontemplation einlädt. Es gäbe keinen passenderen Ort für eine Retrospektive von Katharina von Werz. Die Grande Dame der Münchner Kunstszene hat sich leitmotivisch immer wieder mit diesem Thema befasst: dem Heraustreten aus dem Alltag mit den Mitteln der Kunst. Als junge Frau fuhr sie mit dem »fliegenden Atelier« – so nannte sie ihr Auto – vor die Stadt, um Motive zu finden, Situationen, die Stimmungen hervorrufen und Gefühle spiegeln: eine sonnenbeschienene Hauswand, eine ruhige Dorfstraße, oder zwei Federballspieler, die sich in flirrendem Licht über die Wiese bewegen.

In dem mehrfach variierten Thema »Tanz vor der Stadt« verdichtet sich dieser Ansatz beispielhaft. Es zeigt einen auf zwei Tanzbeinen aufsteigenden Farbknäuel in einer weiten Ebene. Am Horizont leuchtet rotglühend eine Millionenstadt auf. Inspiriert ist das Thema durch das Gemälde »Die Braut von Abydos« von Eugène Delacroix aus den Jahren 1843 bis 1849. Das Vorbild zeigt die wilde Flucht eines Liebespaares vor den Häschern des Vaters der Braut, der die Bindung missbilligt. Es ist der Gedanke der von einem schönen Traum getriebenen Flucht vor den Zwängen der Welt, den von Werz virtuos in ihr eigenes Bildgeschehen übersetzt. In ihrem Werk steckt ein bedingungsloses Bekenntnis zu Liebe, Leben und Freiheit.

Dieses Motiv bildet den Mittelpunkt der von Bernhart Schwenk und Daniel J. Schreiber kuratierten Ausstellung im Buchheim Museum. Sie sollte bereits im vergangenen Jahr anlässlich des 80. Geburtstages von Katharina von Werz stattfinden. Sie umfasst 75 Gemälde und einige Skulpturen aus den vergangenen 54 Jahren ihres künstlerischen Schaffens.

Der ausstellungsbegleitende Katalog »Katharina von Werz. Tanz vor der Stadt« enthält eine Einführung von Daniel J. Schreiber und ein Gespräch, das Bernhart Schwenk mit Katharina von Werz geführt hat. Das deutsch-englische Buch erscheint im Verlag der Buchhandlung Walther & Franz König und ist im Buchhandel und im Museum erhältlich.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen:

- Katharina von Werz
Gegenstände am Strand II, 2000
Acryl auf Leinwand
Besitz der Künstlerin
© 2021 Katharina von Werz

- Katharina von Werz
Tanz vor der Stadt I, 2010
Acryl auf Leinwand
Besitz der Künstlerin
© 2021 Katharina von Werz
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 12.11.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Freitag 24.06.2022
München Black Box: WIDE OPEN. INS OFFENE - Zeitgenössische Fotografie & Skulptur aus Glas
Bilder
Bilder
WIDE OPEN. INS OFFENE
Zeitgenössische Fotografie & Skulptur aus Glas

Ausstellung vom 12. November 2021 bis 24. Juni 2022
Alexander Tutsek-Sitftung | BlackBox

Monica Bonvicini / Cao Fei / Julian Charrière / Jimmie Durham / Gao Bo / Carlos Garaicoa / Jitka Hanzlová / Shirazeh Houshiary / Alicja Kwade / Frida Orupabo / Liao Pixy / Laure Prouvost / Robin Rhode / Ursula von Rydingsvard / Anri Sala / Shen Wei / Kiki Smith / Wang Bing / Yin Xiuzhen u.a.

Die Alexander Tutsek-Stiftung eröffnet einen zweiten Kunstraum – und feiert damit zugleich ihr zwanzigjähriges Jubiläum. In der neuen BlackBox in der Parkstadt Schwabing und an ihrem Stammsitz, der Villa im Herzen Schwabings, lädt sie zu ihrer neuen Ausstellung ein. WIDE OPEN. INS OFFENE zeigt an beiden Orten gleichzeitig hundert Arbeiten von über dreißig Künstler*innen unterschiedlicher geografischer und kultureller Herkunft aus Südafrika, Iran, China, Kuba, den USA und vielen europäischen Ländern. Darunter sind nicht nur international renommierte, sondern auch überraschende junge Positionen. Dem Sammlungskonzept der Stiftung entsprechend, handelt es sich um zeitgenössische Fotografien und Skulpturen aus dem Werkstoff Glas, die mit wenigen Ausnahmen alle für diese Schau erworben wurden.
WIDE OPEN. INS OFFENE: Was ist mit dem Titel der Ausstellung gemeint? Das „Offene“ wird verstanden als ein Feld der Energien, als Raum ohne Limitierungen und Zwänge. In dieses Offene laden uns die Werke der Künstler*innen ein, die mit ihren Bildern und Geschichten, Erfindungen und Experimenten, ihren Vorstellungen und Visionen die Begrenzungen des Denkens und Fühlens sprengen. Sie öffnen weit den Blick, lassen uns hinaustreten und über den Zaun schauen, um sich dem eigenen Selbst zu öffnen sowie dem Anderen - und um das Unmögliche zu denken. Die Werke arbeiten sich ab am emotionalen, politischen, sozialen und ökologischen Zustand der Welt und eröffnen so ein weites Feld, um über die Bedingungen eines menschlicheren Lebens nachzudenken.
Der Fülle der Arbeiten und der unterschiedlichen künstlerischen Praktiken ist eines gemeinsam: ihre Auseinandersetzung mit fundamentalen Themen unserer Zeit.
Spezifische Felder werden durch vier „Linsen“ schärfer beleuchtet, die selbst wieder eine Tür ins Offene aufstoßen: I Das Elementare. II Sphären des Humanen. III Emotion und Sexualität. IV Spirituelle Dimensionen.

I Das Elementare
Hier werden die existentiellen Lebensgrundlagen verhandelt. Im Offenen kann eine neue Ethik
im Umgang mit der Natur entstehen, mit den Tieren, den Wäldern, den Ozeanen. Hier ist
Raum, mit der Natur zu sprechen, ihre Zeichen zu verstehen, um sie zu schützen und zu
bewahren. Dazu gehören die Bilder der unversehrten Natur von Jiang Pengyi (*1977, China),
der Beschwörung des Regens von Robin Rhode (*1976, Südafrika), der dystopischen Orte von
Julian Charrière (*1987, Schweiz) oder des Kommentars zum Klimawandel aus Glas von Laure
Prouvost (*1978, Frankreich).

II Sphären des Humanen
Im Offenen konstituieren sich Modelle von Menschlichkeit, Räume, in denen Gelassenheit, Gemeinschaft, Gastfreundschaft und wechselseitige Empathie wohnen. Im Offenen siedeln die Visionen gesellschaftlichen Zusammenlebens – gegen die „Logik des Einzäunens”. Der große Tisch aus Glas von Carlos Garaicoa (*1967, Kuba) lädt in aller Fragilität ein zum Reden, zu friedlichem Austausch. Die Unwirtlichkeit und Tristesse des urbanen Raumes, in dem soziale Beziehungen und die Natur verkümmern, kommen in den Photographien von Jitka Hanzlová (*1958, Tschechien) zum Ausdruck, die Missachtung der Freiheit der Rede und des Denkens in den übermalten tibetanischen Gesichtern von Gao Bo (*1964, China), die „unnachahmliche Menschlichkeit“ der Vater-Sohn-Beziehung in den Video stills von Cao Fei (*1978, China).

III Emotion und Sexualität
Im Offenen werden Lebensmodelle, Geschlechterrollen und Beziehungsformen zur Disposition gestellt. Das traditionelle Verhältnis der Geschlechter wird nicht mehr akzeptiert, und in spielerischen Inszenierungen verkehren sich die Gender-Rollen von Mann und Frau. Frida Orupabo (*1986, Norwegen) bringt rassistisches Denken und post-koloniale Wahrnehmungsweisen ans Licht und dekonstruiert sie. Widerstand und Alternativen zu konventionellen Normen von Lebensstil und Schönheitsidealen, Rebellion und Subkultur manifestieren sich in den Portraits von Luo Yang (*1984, China) und Liao Pixy (*1979, China).
Die Skulpturen von Monica Bonvicini (*1965, Italien) provozieren das Überdenken von Genderrollen und subtilen Mechanismen der Macht, wie sie sich in Lust und Gewalt, in Begehren und Unterwerfung ausdrücken.

IV Spirituelle Dimensionen.
Das Offene lädt ein, die Grenzen des Verstehens zu überschreiten. Dahinter liegen die Orte, an denen Erfahrung sich der rationalen Durchdringung widersetzt. So scheint sich der Körper aus Glas und glänzend poliertem Stahl von Shirazeh Houshiary (*1955, Iran) in seiner dynamischen Struktur zu bewegen und sich „beflügelt“ vom Boden zu erheben. Wie eine Metapher des fließenden Lichts erscheint die goldfarbene Wandarbeit aus Glas der amerikanischen Künstlerin Ursula von Rydingsvard, (*1942, Deutschland). Der Kreislauf von Sterben, Tod und neuem
Leben wird ins Bewusstsein gebracht in den Arbeiten von Kiki Smith (*1954, Deutschland) und Jiang Zhi (*1971, China), aber mit der Skulptur von Alicja Kwade (*1979, Polen) auch die Ordnung der Dinge, die Kausalitäten des unendlichen Raumes des Universums.


So ist WIDE OPEN. INS OFFENE eine Einladung in die Unbegrenztheit der Assoziationen und Ideen der präsentierten Arbeiten. Die Besucher*innen erwarten Expeditionen in weite, unberührte Landschaften und in die Wüsten der Zivilisation, in das Universum und in jenseitige
Welten. Sie betreten Orte der Freiheit des Geistes und der Vielfalt kultureller Lebensformen, der Gemeinschaft und Gastfreundschaft, der Anerkennung der Bedeutung von Sprache und Zugehörigkeit, der friedlichen Koexistenz von Natur und Mensch. Diese existentiellen Themen der Arbeiten der Ausstellung entfalten im Kontext zeitgenössischer Realitäten eine besondere Kraft.

Kuratiert von Dr. Petra Giloy-Hirtz und Dr. Eva Maria Fahrner-Tutsek

Alexander Tutsek-Sitftung | BlackBox
Georg-Muche-Str. 4
80807 München

Abboldungen:

- Weng Fen
Bird's Eye View – Shanghai No. 1, 2005
C-Print
102 x 153 cm (gerahmt)
© Weng Fen
Courtesy Tang Contemporary Art

- Robin Rhode
School of Fish, 2012
C-Print auf Alu-Dibond
9 Teile, je 39,8 x 60 cm (gesamt: 127,4 x 188 cm)
© Robin Rhode
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 19.11.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 20.03.2022
München Stadtmuseum: Vertrauliche Distanz. Fotografien von Barbara Niggl Radloff 1958–2004
Bilder
Bilder
Vertrauliche Distanz. Fotografien von Barbara Niggl Radloff 1958–2004

Ausstellung vom 19. November 2021 bis 20. März 2022
Stadtmuseum München

Nach einer Jugend zwischen den Trümmern fand die Künstlerin Barbara Niggl Radloff (1936–2010) in der Fotografie ihr Medium, um Menschen und Geschehen im München der Nachkriegszeit festzuhalten. Barbara Niggl Radloffs frühe Karriere als Bildjournalistin und ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Künstlerporträt haben zu einem beeindruckenden Œuvre geführt. Der Nachlass der Fotografin gelangte 2018 als Schenkung der Familie Radloff in die Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums und umfasst über 2.500 Abzüge sowie das Negativ- Archiv der Fotografin mit insgesamt mehr als 50.000 Aufnahmen. Obwohl ihr Werk in der deutschen Fotografie nach 1945 eine besondere Stellung einnimmt, ist es bis heute weitgehend unbekannt geblieben. Im Rahmen einer großen Retrospektive präsentiert das Münchner Stadtmuseum dieses Werk nun erstmals der Öffentlichkeit.

Direktorin Frauke von der Haar: "Wir freuen uns, mit dieser ersten umfassenden Retrospektive zum Werk von Barbara Niggl Radloff eine zentrale Akteurin des Bildjournalismus um 1960 sowie eine herausragende Porträtfotografin in den Fokus zu rücken. Niggl Radloff begeistert mit frühen Fotografien, in denen sie das München der Nachkriegszeit und die Aufbruchstimmung der 1960er Jahre spürbar macht."

Nach einem Vorkurs an der Meisterschule für Mode in München durchlief Barbara Niggl Radloff eine fotografische Ausbildung bei Hans Schreiner am Münchner „Institut für Bildjournalismus“, einer der führenden deutschen Fotoschulen der Nachkriegszeit. Schon früh veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung ihre Aufnahmen und Barbara Niggl Radloff erhielt 1960 bei der Zeitschrift „Münchner Illustrierte" – als damals einzige Frau – eine Anstellung als Verlagsfotografin. Auch in den Illustrierten „Quick“ und „twen“ sowie dem renommierten Jahrbuch „Das Deutsche Lichtbild“ wurden ihre Fotografien veröffentlicht. In München sowie auf Reisen nach Moskau, Paris und Jerusalem porträtierte Barbara Niggl Radloff Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft sowie international bekannte Schriftsteller*innen oder Künstler*innen. 1966 zog sie mit ihrem Mann Gunther Radloff aus dem pulsierenden Schwabing nach Feldafing am Starnberger See. Sie unterbrach ihre aufstrebende Karriere als Bildjournalistin zugunsten ihrer Familie und legte die Kamera für wenige Jahre beiseite. Ab Mitte der 1970er Jahre wandte sie sich mit neuer Energie
dem Künstlerporträt zu. In dieser zweiten Schaffensphase schuf sie ein umfangreiches Werk von Bildnissen internationaler Künstler*innen und Literat*innen, die ab 1986 im Künstlerhaus Villa Waldberta unweit vom Zuhause der Fotografin zu Gast waren.

Bei ihren Begegnungen mit weltberühmten Akteur*innen des Kulturlebens wie Hannah Arendt, Max Horkheimer, Erich Kästner, Carlo Lèvi, Emilio Vedova oder Carl Zuckmayer entstanden eindringliche und nahbare Porträts, welche die einfühlsame Art der Fotografin erfahrbar machen.
Die Aufnahmen oszillieren zwischen Schärfe und Unschärfe, Intimität und Öffentlichkeit, psychischem und physischen Raum, Nähe und Distanz. Im Spiel mit Vorder- und Hintergründigem eröffnen sie den Betrachtenden einen Blick in eine Zeit, die von großer Bewegung innerhalb der Gesellschaft gekennzeichnet war.

Die Ausstellung schöpft erstmals aus diesem umfangreichen Nachlass und zeigt Niggl Radloffs Arbeiten im Zusammenhang mit dem Bildpressewesen der 1950er und 1960er Jahre. Über die Porträtfotografie hinaus werden in der Ausstellung auch Themenfelder wie die Modefotografie und Sozialreportage beleuchtet, welchen sich Barbara Niggl Radloff in ihrer ersten Schaffensphase widmete. Ihre Fotografien werden im Dialog mit ausgewählten Bildern ihrer Zeitgenoss*innen wie Regina Relang, Hanna Seewald, Herbert List, Evelyn Richter, Liselotte Strelow oder Stefan Moses aus der Sammlung Fotografie gezeigt.
 

Kuratiert wird die Ausstellung von Maximilian Westphal und Dr. Ulrich Pohlmann in Zusammenarbeit mit Nadine Isabelle Henrich, Stipendiatin im Programm „Museumskurator*innen für Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung.

Begleitend zu dieser Ausstellung erscheint im Schirmer/Mosel Verlag ein Katalog mit Texten von Michael Koetzle, Verena Nolte, Ulrich Pohlmann, Ellen Strittmatter und Maximilian Westphal. Dieser ist an der Museumskasse und im Online-Shop für 29,80 € erhältlich.

In der Sammlung Online des Münchner Stadtmuseums finden sich zudem zwei Alben mit einer großen Auswahl an Fotografien von Barbara Niggl Radloff.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München


Fotos:
- 1. Barbara Niggl Radloff, Hannah Arendt auf dem 1.
Kulturkritikerkongress, München, 1958

- 2. Barbara Niggl Radloff, Hannah Arendt auf dem 1.
Kulturkritikerkongress, München, 1958
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Freitag 19.11.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 01.05.2022
Museum Fürstenfeldbruck: „Der romantische Blick“ – Werke aus der Sammlung Maibaum Lübeck
Bilder
Bilder
„Der romantische Blick“ – Werke aus der Sammlung Maibaum Lübeck
Museum Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld
Ausstellung vom 19. November 2021 bis 01. Mai 2022

Vor mehr als zweihundert Jahren nahmen die Maler der Romantik ganz bewusst eine Gegenposition zum damals vorherrschenden Rationalismus ein. Aufklärung und  Französische Revolution hatten ein Weltbild und eine gesellschaftliche Richtung bewirkt, die einigen jungen Philosophen und Dichtern und schließlich auch Malern und Musikern ganz und gar nicht behagte. Heute wird der Begriff der Romantik häufig mit einer gewissen Naivität in Verbindung gebracht. Doch es steckt viel mehr hinter diesem künstlerischen Anliegen.

Die ausgewählten Gemälde zeigen, wie die vorwiegend deutschen und skandinavischen Maler sich und ihre Umwelt wahrnahmen. Die Mittel ihrer Malerei waren äußerst vielschichtig und machen deutlich, wie die Künstler der Romantik ihre Erkenntnisse sehr individuell umsetzten. Trotz der stilistischen Unterschiede ist allen gemeinsam, dass sie Empfindungen als künstlerischen Ausdruck in den Vordergrund stellten. Nicht die analytische Wahrnehmung, sondern die Gefühle, die die Erhabenheit der Natur im Menschen auslösen, sollten den Betrachter zum Nachdenken über seine Rolle in der Welt anregen. Es waren die Künstler, die in den Augen der Romantiker die Natur wieder zum Sprechen bringen sollten.
Die Ausstellung will zum genauen Hinsehen und Verstehen der Bilder anregen und die Positionen der Romantiker erfahrbar machen. Dabei lassen sich durchaus aktuelle Bezüge herstellen. Die Künstler der Romantik gaben auf ihre Weise Antworten auf die Frage nach der Wertigkeit der Natur im Leben des Menschen. Können ihre empfindungsreichen Darstellungen der Natur für uns heute ein Denkansatz zur Lösung von Umweltproblemen und Klimaveränderungen sein?

Die Ausstellung will zum genauen Hinsehen und Verstehen der Bilder anregen und die Positionen der Romantiker erfahrbar machen. Dabei lassen sich durchaus aktuelle Bezüge herstellen. Die Künstler der Romantik gaben auf ihre Weise Antworten auf die Frage nach der Wertigkeit der Natur im Leben des Menschen. Können ihre empfindungsreichen Darstellungen der Natur für uns heute ein Denkansatz zur Lösung von Umweltproblemen und Klimaveränderungen sein?

Die Sammlung Maibaum Lübeck enthält mit ungefähr 500 hochkarätigen Gemälden, Aquarellen und Gouachen noch nie gezeigte Werke der Romantik von Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus, Johan Christian Dahl, Franz Ludwig Catel und vielen mehr.

Zur Ausstellung gibt es Führungen und einen umfangreichen Ausstellungskatalog (18,90 Euro).

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6b
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildungen:

- Carl Gustav Carus (1789-1869)
Heldengrab nach Ossian, Öl auf Leinwand, 18,5 x 26,2 cm, Sammlung Maibaum Lübeck

- Johan Christian Dahl (1788-1857)
Rabenauer Grund im Winter, 1837, Öl auf Leinwand, 22 x 29 cm, Sammlung Maibaum Lübeck
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Samstag 20.11.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Mittwoch 16.03.2022
Bernried Buchheim Museum: Chinesische Bauernmalerei
Bilder
Bilder
Chinesische Bauernmalerei

Buchheim Museum der Phantasie
Ausstellung vom 20. November 2021 bis 16. März 2022

Chinesische Malerei in Originalwerken sieht man hierzulande noch immer eher selten, und wenn, dann sind es meist Bilder der berühmten Gelehrtenmaler. Von der neueren Volkskunst Chinas weiß man dagegen oft sehr wenig. Und doch, auch sie kann ihren ganz besonderen Reiz haben, der viele in seinen Bann zieht. So erging es auch Ingrid Jansen, die im Februar 1987 in einer Galerie in Peking, wo sie gerade drei Jahre mit ihrem Mann lebte, auf Bilder chinesischer Bauermalerei stieß.

Die natürliche Lebensfreude, die diese Werke mit ihren klaren Farben und ungewöhnlichen Blickwinkeln ausstrahlte, begeisterte sie sofort. Sie hatte schon Volkskunstbilder aus anderen Regionen Chinas gesehen, aber niemals war sie so sehr berührt worden. Die Malereien stammten aus dem Dorf Wangxia in der nordchinesischen Provinz Hebei. Das war nur etwa 250 km von Peking entfernt, und so machte sie sich auf den Weg dorthin, um die malende Bauernschaft vor Ort kennenzulernen. Sie knüpfte Kontakte und begann diese Bilder zu sammeln.

Bestimmt hätte solche Art von Kunst auch Lothar-Günther Buchheim gefallen mit seinem leidenschaftlichen Sinn für Reinfarbigkeit, Erfindungsreichtum und Originalität. Er und seine Frau Ditti mehrmals durch China. Mit Bauernmalern ist man damals wohl nicht zusammengetroffen. Die lebten noch fernab in ihren Dörfern und malten nur zur eigenen Freude. Nach den harten Jahren der Kulturrevolution voller politischer Indoktrinierung durfte man dort nun die Bildthemen wieder frei wählen. Zehn Jahre später wandelte sich der politische Wind erneut, und auch Ingrid Jansen konnte ihre Sammeltätigkeit in diese Richtung nicht weiterführen.

Thematisch sehen wir auf den ausgestellten Bildern Arbeiten auf den Feldern und in den Obstbäumen, das Dorfleben mit den Tieren und auch die handwerklichen Tätigkeiten des Töpferns, Webens oder Laternenmachens. Festgehalten wurden die verschiedenen Veranstaltungen rund um das große Neujahrsfest mit dörflichem Theater, Akrobaten, Trommlern, Löwentanz, Jahrmärkten mit Essensbuden und Ständen voller bunter Salzteigfiguren. Und natürlich das große Feuerwerk! Man lernt durch die Bilder den gesamten bäuerlichen Lebenszyklus kennen von Hausgeburt über Hochzeitsfeiern, barfußärztlicher Krankenversorgung bis hin zu einem Begräbnis mit seinen Ritualen. Eine Szene ist oft im selben Bild zugleich in Frontalsicht, Seitenblick und Draufsicht zu sehen. Das wirkt frisch, ungewohnt und im besten Sinne dilettantisch: eine Kunst, die aus Begeisterung erwachsen ist, nicht aus einer schulmäßigen Ausbildung. Die Freude am derartigen Wahrnehmen der eigenen Lebenswelt wirkt geradezu ansteckend!

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildungen:

- Man Liu
Schaulustige bei der Hochzeit, aus der Serie »Familienfeiern«
deckende Wasserfarben
Sammlung Ingrid Jansen

- Shuangyue Hu
Pekingoper singen, aus der Serie »Feste«
deckende Wasserfarben
Sammlung Ingrid Jansen
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Mittwoch 24.11.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 09.01.2022
München Museum Fünf Kontinente: RIMPA FEAT. MANGA
Bilder
RIMPA FEAT. MANGA
Japanische Malerei aus der Sammlung Hosomi

Museum Fünf Kontinente
Ausstellung vom 24. November 2021 bis 09. Januar 2022

Ineinander lavierende Farben und Tuschtöne, Goldgrundflächen, abstrakte Formen und stilisierte Darstellungen mit Bezügen zur klassischen japanischen Literatur, zur Natur und den Jahreszeiten: das ist Rimpa, eine der wichtigsten Stilrichtungen der japanischen Kunst. »Rimpa feat. Manga« präsentiert ausgewählte Meisterwerke aus dem Hosomi Museum, Ky?to, und zeigt so die Entwicklung dieser einzigartigen Stilrichtung vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Ebenfalls zu sehen sind Werke des Exzentrikers It? Jakuch? (1716–1800), der vor allem für seine lebendigen Darstellungen von Tieren, insbesondere Vögeln, bekannt ist. Dabei sind den Malereien Darstellungen von Ikonen der japanischen Popkultur zur Seite gestellt, die einen neuen Zugang zum Werk der Rimpa-Künstler und Jakuch?s schaffen und Tradition mit Moderne verbinden.
Der Ky?toer Maler Tawaraya S?tatsu (aktiv 1. Hälfte 17.?Jh.) und der Kalligraph Hon’ami K?etsu (1558–1637) gelten als Begründer des Rimpa-Stils (auch Rinpa), der in Ogata K?rin (1658–1716) seinen wohl bekanntesten Vertreter fand. In der späten Edo-Zeit sorgten Sakai H?itsu (1761–1828) und die um ihn in Edo tätigen Künstler, darunter sein wichtigster Schüler, Suzuki Kiitsu (1796–1858), für eine Erneuerung der Rimpa-Tradition, diesich bis in die Moderne fortsetzte. Kamisaka Sekka (1866–1942), der mit dem europäischen Jugendstil in Berührung kam, fand als Vertreter einer modernen Rimpa-Kunst große Beachtung.
Die Idee, die bekannten Figuren des großen japanischen Mangaka Tezuka Osamu (1928–1989), der bereits zu Lebzeiten als »Gott des Manga« verehrt wurde, oder das virtuelle Popidol Hatsune Miku als Teil klassischer Rimpa-Bilder oder der Arbeiten Jakuch?s zu malen, entstand im Kimono-Atelier Toyowad? in Ky?to. Einmal ist es Tezukas goldschimmernder Phönix, der über der Bucht von Matsushima, einer Darstellung auf einem großen Stellschirm, der Ogata K?rin zugeschrieben wird, emporsteigt; ein anderes Mal ist es der sympathische Superheld Astro Boy, der unter einer von Suzuki Kiitsu gemalten Kudzu-Ranke im Mondlicht steht. Der Gedanke dahinter ist allerdings stets derselbe: Der Blick soll auf das japanische ästhetische Empfinden gelenkt werden und auf das, was hinter den bekannten Manga-Charakteren steht – die großartige Kunst der Rimpa-Künstler und It? Jakuch?s.
Die Ausstellung wurde gemeinsam mit der Japan Foundation/Japanisches Kulturinstitut Köln und in Kooperation mit dem Hosomi Museum organisiert.

MUSEUM FÜNF KONTINENTE
Maximilianstraße 42
80538 München
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
Start: Samstag 04.12.2021; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 29.05.2022
München: The Architecture of Transformation
Bilder
Bilder
The Architecture of Transformation

Die Ausstellungs-Trilogie „The Architecture of“, kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, zeigt künstlerische Positionen an der Schnittstelle von Kunst und Architektur. Jedes Kapitel knüpft dabei direkt an die wechselvolle Geschichte des Gebäudes an, welches ursprünglich im Zweiten Weltkrieg als getarnter Luftschutzbunker errichtet, dann in den Nachkriegsjahren als Internierungslager genutzt, und schließlich in ein Wohn- und Bürohaus umgewandelt wurde.
Der dritte und abschließende Teil der Trilogie, unter dem Titel „The Architecture of Transformation“, bezieht sich auf die Transformation des Gebäudes in seinen heutigen Zustand und thematisiert den architektonischen Wandel im gesellschaftlichen Zusammenhang. Sechs Künstler aus den USA, Kanada, Saudi-Arabien, Frankreich, Belgien und der Schweiz zeigen Arbeiten unterschiedlicher Medien, die zum Teil speziell für die besondere Architektur der Ausstellungsräume in Auftrag gegeben wurden.
Die in Dschidda lebende palästinensisch-saudische Künstlerin Dana Awartani thematisiert in ihren Arbeiten den rasanten, gesellschaftlichen Wandel in ihrem Heimatland und die daraus resultierenden Spannungen zwischen Tradition und Moderne. Eine ortsspezifische Intervention des belgischen Architekten und Künstlers Olivier Goethals wird die architektonischen Gegebenheiten der Ausstellungsräume in einer Art und Weise ergänzen, die eine neue Sichtweise auf vermeintlich
Bekanntes ermöglicht. Durch eine besondere Kombination von Fotografie und Malerei hinterfragt die französisch-dänische Künstlerin Eva Nielsen architektonische Strukturen von Vorstädten und ökonomisch benachteiligten Wohnvierteln.

Der in Berlin lebende kanadische Künstler Jeremy Shaw untersucht in seinen Arbeiten die Strukturen veränderter Bewusstseinszustände und das menschliche Streben nach Transzendenz. Eine speziell für die Ausstellung in Auftrag gegebene Sound-Installation der Schweizer Medien-, Installations- und Performancekünstlerin Hannah Weinberger komplementiert bestehende Lücken der Architektur durch akustische Interventionen. Die amerikanische Bildhauerin und Installationskünstlerin Andrea Zittel skizziert in ihren Werken bewohnbare Skulpturen, in denen sich die Grenzen
zwischen Kunst und dem alltäglichen Lebensraum miteinander verwischen.
Eine umfassende Archivwand, die im Zentrum der Ausstellung präsentiert wird, ergänzt die künstlerischen Positionen. Sie illustriert sowohl den historischen Kontext der ursprünglichen Nutzung des Gebäudes als Bunker während des Zweiten Weltkriegs als auch dessen Funktion und
Bedeutung in der Nachkriegszeit und die Umnutzung und Transformation der Architektur in ihren heutigen Zustand. Die Ausstellung setzt die gezeigten, künstlerischen Positionen in direkten Bezug zur Geschichte und der Architektur der ungewöhnlichen Ausstellungsräume. Sie lädt den Besucher dazu ein, sich mit der Bedeutung architektonischer Strukturen als Zeugnisse der Geschichte im Wandel der Zeit auseinanderzusetzen.

Die Ausstellungstrilogie besteht aus den folgenden Kapiteln:

Vergangene Ausstellung (Teil 1):
The Architecture of Deception (3.03.20 – 11.04.21)

Aktuell zu sehen (Teil 2):
The Architecture of Confinement (19.06.21 – 10.10.21)

Ab Dezember 2021 (Teil 3):
The Architecture of Transformation (04.12.21 – 29.05.22)

BNKR,
Ungererstrasse 158,
80805 München

Abbildungen:

GOETHALS OLIVIER
201412 / ROOM FILLED WITH ELECTROMAGNETIC
TRANSMISSIONS AND GESTURES OF ABSENCE / Spatial
intervention / BE-Part, Waregem (BE) / In collaboration with
Valentijn Goethals / Image: Filip Dujardin (FD).

AWARTANI DANA
Installation shot of I went away and forgot you. A while ago I
remembered. I remembered I’d forgotten you. I was dreaming,
2017 at the Pera Museum, Istanbul.
Image courtesy of the Pera Museum
Nach oben scrollenKlicken sie hier um schneller an den Anfang der Seite zu gelangen.
© 2021 kultkomplott.de | Impressum
Nutzungsbedingungen & Datenschutzerklärung
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.